Autor Thema:  Günstige Ätzteil-Biegehilfe selbstgemacht  (Gelesen 1241 mal)

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MauzeTung

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Günstige Ätzteil-Biegehilfe selbstgemacht
« am: 06. November 2013, 00:03:16 »
Hallo,

da ich mittlerweile immer öfter in die Situation komme, Ätzteile zu verbauen, ich aber preislich noch nicht die für mich richtige Ätzteil-Biegehilfe gefunden habe, musste notgedrungen eine Alternative her. Wichtig war deshalb: Günstig und einfach gebaut.

Da ich leider keine Maschinen für eine vernünftige Metallbearbeitung bzw. Zugriff auf solche habe, wurde das ganze aus Multiplex-Sperrholz gebastelt. Den ersten Preis für intelligente Schönheit dürfte dieses Konstrukt mit Sicherheit nicht bekommen, aber ich wollte mich damit ja auch nicht fortpflanzen.


Wir benötigen also folgendes:

Zwei handelsübliche Cutterklingen

Multiplex-Sperrholz in folgenden Größen und Stärken:

18mm: 200 x40 mm (A) ; 34 x 40 mm (B); 50 x 34 mm (C)

15mm: 40 x 20mm (D); 40 x 15mm (E); 50 x 20mm (F); 50 x 15mm (G)

4mm: 40 x 13mm (H); 50 x 13mm (I)

6,5mm: 55 x 20mm (3 Stück) (J)

Schrauben und Muttern ( in meinem Fall M6x50mm Schlossschrauben und Spax-Schrauben), Flügelmuttern zum festziehen (hatte ich leider nicht da)


Los geht’s:

Bild 1 und 2: B und C werden an die Seite von A geklebt. Innerer Abstand zwischen B und C: 77mm.

Bild 3 und 4: Wir legen eine Cutterklinge bündig an B und C und kleben seitlich an B und C die Teile H und I, welche auf der Cutterklinge liegen. Wichtig ist, dass die Cutterklinge unter diesen beiden Teilen noch bewegbar ist.

Bild 5: Wir legen die zweite Cutterklinge bündig und hochkant an H und I und legen E und G an die andere Seite. Nur bündig hinlegen, nicht kleben.

Bild 6: D und F werden jetzt sowohl auf A als auch an die parallelen Seiten von E und G geleimt. Die beiden Cutterklingen können sich so nun bewegen und liegen plan bzw. im rechten Winkel zu A.

Bild 7: B, C, D und F werden nach dem Kleben zusätzlich mit Spax-Schrauben an A verbunden. Die drei J werden mit B, C, D und F durchbohrt und dann mit den Schlossschrauben verbunden und sorgen dafür, dass die rechtwinklige Cutterklinge durch die oben liegenden Muttern (hier wären Flügelmuttern besser) mit ausreichend Druck auf die untere Klinge gedrückt wird. Zwischen die beiden Klingen wird dann das zu biegende Ätzteil eingespannt und kann dann beliebig gebogen werden. Die scharfe Seite der obenliegenden Klinge sollte da eventuell besser nach oben zeigen, sonst kann es passieren, dass das Ätzteil zerschnitten wird… muß man einfach mal ausprobieren.

Bild 7 und 8: So sollte es sein: Das eingespannte Ätzteil kann leicht von beiden Seiten gebogen werden.

Bild 9: Die wunderschöne Unterseite: So sieht das aus, wenn man von Hand mit dem Forstner-Bohrer die Schraubenkopf-Löcher vertieft und den Bohrer nicht richtig hält.

Bild 10 und 11: Wenn drei Seiten gebogen werden sollen, schiebt man die beiden Klingen einfach an den Aussenrand. So kann dann bequem von drei Seiten auf das Ätzteil zugegriffen werden.


Prinzipiell könnte man jetzt noch Zauberrunen einkratzen oder ne schicke Hinterhalt-Tarnung aufbringen, aber ich lass das jetzt so. Demnächst wird dann gebogen.


Viele Grüße
Marc