Autor Thema:  Ziehen von Antennen- & Spanndrähten  (Gelesen 2987 mal)

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birdie

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Ziehen von Antennen- & Spanndrähten
« am: 27. Februar 2002, 20:38:16 »
Ziehen von Antennen- und Spanndrähten aus Gussästen.

Für Flugzeugmodelle lassen sich die Langdraht-Antennen und die Spanndrähte bei WK I-Flugzeugen sehr gut aus den übrig gebliebenen Gussästen der Bausätze anfertigen. Man schneidet ein passendes Stück vom Gussast ab und hält es mit beiden Händen ca. 2-3 cm über die Flamme einer Kerze. Dabei wird der Ast ständig gedreht und etwas hin und her bewegt. Sobald er weich wird, bzw. an zu schmelzen fängt, wird er auseinander gezogen. Je weicher der Kunststoff ist umso dünner lässt er sich ziehen. Man sollte nicht zu schnell ziehen, da der Faden dann schnell reißt. Also ausprobieren um ein „Gefühl“ dafür zu bekommen. Sobald der Widerstand beim Ziehen etwas stärker wird, sollte man aufhören und dann den Faden so um die 10 – 15 sec. auf Spannung halten, damit er abkühlt. Wenn das Ziehen auch nach einigen Versuchen nicht klappen will, so kann das auch an nicht geeignetem Plastik liegen. In dem Falle dann Gussäste aus einem anderen Bausatz nehmen. Das Material von Dragon und Tamiya soll sich besonderst gut eignen (Tipp von Husky01). Ich habe auch gute Erfahrungen mit Revell gemacht. Farblich sind schwarze oder dunkelgraue Gussäste geeignet, hellere kann man streichen, in dem man den Faden durch einen mit viel Farbe getränkten Pinsel zieht.
Eine weitere Möglichkeit ist das Ziehen mit den Schäften von Wattestäbchen (Q-Tips). Hiermit bekommt man sehr dünne und elastische Fäden, die sich eventuell sogar für Schiffsmodelle im Maßstab 1:350 – 1:700 eignen. Ausprobieren!
Anbringen der gezogenen Antennen am Beispiel einer Langdraht-Antenne an einem WK II-Flugzeug: die Antennen mit ca. 5 mm Zugabe ablängen, oben am Seitenleitwerk ein kleines Loch bohren ( 0,3 mm o.ä.) , ein Tröpfchen Cyanoacryl-Kleber einbringen und den Faden einschieben und ausrichten,  aushärten lassen, dann am Antennenmast ebenso ein Tröpfchen anbringen, Faden auf genaue Länge abschneiden im Tröpfchen fixieren. Ist eine Antennenabführung in den Rumpf vorgesehen, ein Loch in an der entsprechenden Stelle bohren, den Faden in das Loch schieben und oben am Antennendraht mit CA-Kleber befestigen. Antenne im Rumpfloch NICHT festkleben, dadurch reißt die Antenne beim zufälligen Berühren nicht gleich. Isolatoren können durch einen Tropfen Weißleim simuliert werden.
In der gleichen Art kann man aus den heißgezogenen Gussästen auch die Spanndrähte bei einem Doppeldecker aus Kaisers Zeiten anfertigen.
Eine ausführliche Anleitung gibt es auch unter:
http://www.msc-hansgrade.purespace.de/NavigationTipsundTricks.htm

Natürlich kann man auch Garn dazu nehmen.  Aber nur wirklich glatte und spleißfreie Garne neben. Es kann sonst das Problem von „Fusseln“ auftreten, die dann als Super-Staubfänger wirken.
Um dies zu Vermeiden eignet sich sehr gut das sogenannte "Elastik Beilaufgarn", dies ist kein Garn sondern ein feiner Gummifaden, ist also glatt. Vielen Dank an "Wolf" für diesen Tipp!


Wolf

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Ziehen von Antennen- &amp; Spanndrähten
« Antwort #1 am: 03. April 2002, 16:42:44 »
kleine Ergänzung zum Elastik Beilaufgarn: Hierbei handelt es sich nicht um eigentliches Garn wie im herkömmlichen Sinn sondern einen dünnen Faden aus Gummi, der somit also nicht fusseln kann.
Wer Future hat, hat noch lange keine Zukunft