Autor Thema: Schiffe Panzerkanonenboot S.M.S. WESPE in 1:160  (Gelesen 12343 mal)

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Flugwuzzi

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Schiffe Re: Panzerkanonenboot S.M.S. WESPE in 1:160
« Antwort #60 am: 22. Dezember 2017, 22:04:02 »
 8o ... sprachlos ich bin  :P
MACHEN ist wie WOLLEN ... nur viel besser!

AnobiumPunctatum

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Re: Panzerkanonenboot S.M.S. WESPE in 1:160
« Antwort #61 am: 23. Dezember 2017, 08:36:24 »
Schon, dass es wieder weiter geht. Das Modell ist fantastisch.
:winken:  Christian

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"Behandle jedes Bauteil, als ob es ein eigenes Modell ist; auf diese Weise wirst Du mehr Modelle an einem Tag als andere in ihrem Leben fertig stellen."

wefalck

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Re: Panzerkanonenboot S.M.S. WESPE in 1:160
« Antwort #62 am: 06. Januar 2018, 23:47:34 »
Danke für die freundlichen Kommentare !   :P

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Es gibt zahlreiche Vorschläge zur Herstellung von Leitern und Treppen für Schiffsmodelle. Zusammen mit den Grätings scheint das eine Aufgabe zu sein, die Schiffsmodellbauer besonders beschäftigt. Das liegt vielleicht daran, das es nicht ganz einfach ist gleichmäßig verteilte Sägeschnitte mit Handwerkszeugen zu erreichen. Hat man aber Werkzeugmaschinen mit Schlitten zur Verfügung, die über Spindeln mit graduierten Trommeln angetrieben werden, relativiert dies die Herausforderung deutlich – wenigsten theoretisch. Es erscheint logisch die Technik zur Herstellung von Treppen von größeren Maßstäben in einen kleineren zu transponieren – man muß dann eben einfach dünnere Sägeschnitte in die Vorrichtung machen.


Herstellung einer Vorrichtung für den Treppenbau

Nichtsdestotrotz stellen die Abmessungen der Materialien selbst schon eine Herausforderung dar. Hölzerne Treppenstuffen sind üblicherweise 25 bis 30 mm dick, im Maßstab 1:160 etwa 0,2 mm entspricht. Treppenwangen sind dann etwa 40 bis 60 mm dick, was wiederum 0,3 bis 0,4 mm am Modell entspricht. Die Stufen sind üblicherweise in eine Nut in der Wange eingesetzt, so daß deren Außenseite glatt ist. Diese Konstruktion wäre ziemlich schwierig im Modell zu reproduzieren, da man dazu 0,2 mm breite und 0,2 mm tiefe, nichtdurchgehende Nuten in  0,3 mm dickes Material fräsen müßte. Auch müßte dann jede Stufe exakt die gleiche Länge haben. Selbst wenn man die Stufen stumpf an eine Wange kleben würde, würde diese Problem auftauchen. Für mich ist auch das Kleben mit Sekundenkleber irgenwie immer eine Herausforderung, da ich es irgendwie nie schaffe die genau richtige Menge aufzutragen.


Fräsen der Schlitze für die Stufen in ein Bündel von Wangen aus Hartpapier

Das ursprüngliche Material der Wahl war Hartpapier, das sehr glatt und steif, dafür aber sehr brüchig ist, besonders die dünne Qualität von nur 0,2 mm Dicke. Ich habe dann auch mit Polystyrol experimentiert, das deutlich weniger brüchig, dafür aber auch weniger steif ist. Polystyrol hätte auch den Vorteil, daß man es mit Dicholormethan verschweißen kann, wobei die Klebestellen dan praktisch unsichtbar sind. Auch wenn diese Eigenschaften von Vorteil sind, die Treppen waren zu weich, um sie auf der Fräsmaschine auf Maß schleifen zu können – Polystyrol läßt sich ja bekanntlich nicht sehr gut schleifen.
Nach diversen Versuchen und Rückschlägen, hat sich dann die folgende Prozedur herausgeschält:

1. Schneide Streifen aus 0,2 mm dickem Hartpapier, die etwas breiter als die fertigen Treppenwangen sind.
2. Arrangiere die Streifen als Paket im Mikro-Schraubstock, wobei für jede Treppe zwei Streifen nötig sind, plus ein paar in Reserve sowie links und rechts ein bis zwei Streifen zum Schutz gegen Ausbrechen.
3. Drücke die Streifen gut auf den Grund des Schraubstocks und schleife sie dann auf eine gleichmäßige Breite.
4. Neige den Schraubstock entsprechend der Neigung der Treppe und säge mit einem 0,2 mm dickem Kreissägeblatt Schlitze für die Stufen im maßstabsgerechten Abstand.


Fräsen der Schlitze für die Stufen in ein Bündel von Wangen aus Polystyrol

5. Schneide Streifen aus 0,2 mm Hartpapier, die etwas breiter als die Stufen tief sind und runde eine Kante etwas ab.
6. Schneide aus diesen Streifen Stufen, die etwas breiter als nötig sind.
7. Nehme zwei Wangen und setze die Stufen mit der abgerundeten Seite nach unten ein
8. Justiere eine Wange so, daß die Stufen nur minimal hervorstehen – alles sollte natürlich rechtwinkling ausgerichtet sein.


Verkleben der Einzelteile einer Treppe

9. Lasse dünnflüssigen Sekundenkleber in die Fugen laufen.
10. Richte nun die andere Wange so aus, daß die Treppe die gewünschte Breite erhält und verklebe wie zuvor.
11. Schneide die überstehenden Enden der Stufen möglichst bündig ab.
12. Schleife die Stufen mit einer Diamant-Nagelfeile oder auf dem Tellerschleifer bei.
13. Klebe einen weiteren Streifen von 0,2 mm Hartpapier auf die Außenseite der Wangen.


Schleifen auf Maß der Treppen

14. Spanne die Treppe in den Schraubstock der Mikro-Fräsmaschine mit der geschlitzten Seite nach unten und schleife die Wangen bis eben über die Stufen ab.
15. Spanne die Treppe um und schleife von der geschlitzten Seite her die Wange zusammen mit den Stufen auf die maßstabsgerechte Breite.
16. Schleife mit einer Diamant-Nagelfeile die Wangen auf die maßstabsgerechte Dicke.
17. Verputze alles sorgfältig.
18. Die Treppen können nun eingepaßt und entsprechend gekürzt werden.


Auswahl von Treppen, die noch nicht eingepaßt worden sind

Ich habe auch versucht die obige Prozedur mit Ms-Blech und Löten durchzuführen, aber Hartpapier ergab ‘schärfere’ Ergebnisse. Vielleicht hätte ich die Teile, wie eigentlich ursprünglich geplant, ätzen sollen. Das hätte die Einhaltung enger Toleranzen bei den Teilen ermöglicht und hätte wahrscheinlich auch weniger Versäubern erfordert. Mir war aber das Anwerfen des Ätzprozesses zu umständlich und ich wollte sehen, ob man das nicht auch mit traditionellen spanabhebenden Methoden hinbekommt.
Die Handläufe und sonstige Beschläge werden dann zusammen mit den Relings hergestellt werden, da sie sehr fragil sein werden.

Fortsetzung folgt .... hoffentlich bald ... jetzt geht es aber erst einmal dienstlich nach Helsinki – Rudo essen, Weihnachten ist ja vorbei  :D

Helge

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Re: Panzerkanonenboot S.M.S. WESPE in 1:160
« Antwort #63 am: 07. Januar 2018, 09:39:00 »
..... weiter geht's  :klatsch:
Das macht einen schon sprachlos wenn man Dir so zusieht! Geil!!


Helge
Wenn Du denkst es geht nicht mehr, dann .... Dann gib einfach auf!

bughunter

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Re: Panzerkanonenboot S.M.S. WESPE in 1:160
« Antwort #64 am: 08. Januar 2018, 21:14:24 »
Hölzerne Treppenstuffen sind üblicherweise 25 bis 30 mm dick, im Maßstab 1:160 etwa 0,2 mm entspricht.
Bis auf 0,3mm hatte ich Birnenholz schon mal geschliffen, aber nur um es danach mit weiteren Schichten zu verleimen :6: Das ist dann schon sehr empfindlich. Ne, in 1:160 braucht es wirklich keine Holzoptik mehr.
Du weißt Deine Maschinen auf eine faszinierende Art und Weise einzusetzen und kommst so zu beeindruckenden Ergebnissen! Nur weiter so, an solchen Updates kann ich mich gar nicht sattsehen :P

Viele Grüße,
Bughunter

Wikipedia sagt: "Ein Modell ist ein vereinfachtes Abbild der Wirklichkeit."
Deshalb baue ich lieber verkleinerte Originale.