Autor Thema:  Wie druckt man Teile, die keine flache Grundfläche haben?  (Gelesen 1209 mal)

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alf-1234

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Re: Wie druckt man Teile, die keine flache Grundfläche haben?
« Antwort #15 am: 20. September 2017, 21:55:58 »
Ich habe hier einen UM2 stehen mit beheizter Glasplatte. Die Glasplatte soll man mit einem Klebestift einstreichen, damit die Modelle halten und kein Warping entsteht. Habe ich erst auch gemacht und die Glasplatte sah aus wie Sau.
Heute drucke ich direkt auf die Glasplatte und das geht super. Was mein Drucker leider überhaupt nicht mag, ist Zug, z.B. geöffnetes Fenster. Dann habe ich sofort Warping und der Druck ist Mist.

Ist deine Druckplatte auch beheizt??

Romeo Delta

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Re: Wie druckt man Teile, die keine flache Grundfläche haben?
« Antwort #16 am: 21. September 2017, 01:04:24 »
Vielen Dank! Ein paar Dinge konnte ich sofort versuchen. Mal sehen, ob es jetzt besser wird.

Edit: Ich habe das Druckbett nochmal neu justiert und mit Spiritus gereinigt und ein relativ großes Teil gedruckt. Es gab an einer Ecke zwar noch etwas warping, aber insgesamt ist es jetzt schon viel besser. Ein beheizbares Druckbett hat dieser einfache Drucker leider nicht, aber möglicherweise kann man das ja irgendwann nachrüsten. Ich muß mich schon beherrschen, nicht ml so zum Spaß die Firmware des Microcontrollers zu hacken.
« Letzte Änderung: 21. September 2017, 08:26:27 von Romeo Delta »

mause

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Re: Wie druckt man Teile, die keine flache Grundfläche haben?
« Antwort #17 am: 21. September 2017, 10:01:08 »
Zur Beheizung des Druckbettes habe ich mir bei Conrad eine selbstklebende Heizfolie in der passenden Größe und ein Universalnetzteil für Laptops bestellt.
Das ganze hat ca. 25 Euro gekostet und funktioniert bei mir ganz prima.

<°JMJ-

Romeo Delta

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Re: Wie druckt man Teile, die keine flache Grundfläche haben?
« Antwort #18 am: 21. September 2017, 10:33:48 »
Ok, möglicherweise kann man 12V auch irgendwo beim Netzteil des Druckers abgreifen. Welche temperatur erreicht denn die Heizfolie? Abhängig vom Material braucht man doch etwas mehr als 30 Grad, oder?

tengel

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Re: Wie druckt man Teile, die keine flache Grundfläche haben?
« Antwort #19 am: 21. September 2017, 10:38:50 »
Deshalb haben Profi-Drucker ein geschlossenes Gehäuse in dem eine gleichbleibende Temperatur ist.
Das verhindert das Lösen des Modells von der Druckerplatte und auch Wraping und Shrinking.
Am besten man bastelt sich ein Gehäuse aus einem passendem Karton - mit passender Klarsichtfolie kann man ein "Guckloch" einbauen - und stült ihn über den Drucker.
Dadurch schafft man sich ein passendes Druckklima welches zu besseren Druckergebnissen führt.
Best Regards
Torsten
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Romeo Delta

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Re: Wie druckt man Teile, die keine flache Grundfläche haben?
« Antwort #20 am: 21. September 2017, 10:55:53 »
Deshalb haben Profi-Drucker ein geschlossenes Gehäuse in dem eine gleichbleibende Temperatur ist.
Das verhindert das Lösen des Modells von der Druckerplatte und auch Wraping und Shrinking.
Am besten man bastelt sich ein Gehäuse aus einem passendem Karton - mit passender Klarsichtfolie kann man ein "Guckloch" einbauen - und stült ihn über den Drucker.
Dadurch schafft man sich ein passendes Druckklima welches zu besseren Druckergebnissen führt.
Man könnte eine solche Haube natürlich auch drucken.  :D

Aber wenn ich Objekte in dieser Größe drucken würde, dann käme wahrscheinlich ein neuer Baubericht 'Figuren: Sturmtruppler, Maßstab 1:1' dabei raus. Aber in Ernst: Ich sollte eigentlich genug Material zum Basteln einer solchen Haube haben. Mit etwas Geschick geht das auch etwas besser, als einfach nur einen Karton drüberzustülpen, möglicherweise sogar mit Schiebetürchen zum Öffen.

mause

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Re: Wie druckt man Teile, die keine flache Grundfläche haben?
« Antwort #21 am: 21. September 2017, 12:13:49 »
Bei meinem Netzteil in der zweithöchsten Einstellung erwärmt sich die Folie auf 60- bis 65 °C.
Die höchste Stufe habe ich noch nicht eingestellt, weil bei PLA nicht notwendig.
Bei kleineren Teilen genügen auch 30- bis 40°C. Gedruckt wird übrigens auf einer Kohlefaserplatte mit aufgeklebter Buildtak.

<°JMJ-

Romeo Delta

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Re: Wie druckt man Teile, die keine flache Grundfläche haben?
« Antwort #22 am: 25. September 2017, 00:55:07 »
Vielen Dank für die Tips. Jetzt habe ich das warping bereits besser im Griff. Das Druckbett ist immer gut eingestellt, der Drucker steht jetzt an einem ruhigeren Ort und ich drucke im Moment immer auf rafts. Warping ist seitdem nicht mehr aufgetreten. Im Bereich Modellbau sind dies meine Ergebnisse:


* Unbenannt.jpg (146.66 KB . 1024x768 - angeschaut 190 Mal)

Oben habe ich das Bild vom Original nochmal eingefügt. Daneben meine Zeichnung in Blender. Mir sind noch ein paar Kleinigkeiten aufgefallen, die ich noch ändern werde, ansonsten ist das Landebein fertig. Es besteht aus zwei Hälften, welche mit der Klebeseite auf einem Raft gedruckt werden.

Die unten gezeigten ersten versuche und auch die neue Version wurden noch nicht sonderlich nachbearbeitet. Nur die Klebeseite wurde etwas geglättet und dann wurden die Hälften zusammengeklebt. Sekundenkleber und auch Modellfarbe greifen den Kunststoff nicht an.

Etwas Schleifen und Feilen wird wohl am Ende notwendig sein, aber ich brauche ja nur zwei davon. Das ist also kein Thema. Allerdings habe ich bisher immer versucht, dem Drucker etwas entgegenzukommen und die Teile so zu zeichnen, daß sie nicht allzu sehr nachbearbeitet werden müssen. Für gerade einmal zei Wochen erfahrung mit 3D Druck ist das schonmal ein Ergebnis, allerdings würde ich mich auch hierbei über ein paar Tips freuen.

Das erste Landebein unten hat nur eine gedruckte Verkleidung, wie ursprünglich geplant. Das hat zwar soweit gut funktioniert, aber weitere Details wie die Federung wären dann ziemlich zerbrechlich geworden, da sie nur an einem punkt befestigt gewesen wären. Der Kuntstoff (PLA) macht allerdings einen recht stabilen Eindruck, also wollte ich versuchen, das ganze Landebein zu drucken.

Das zweite Bein ist aus Version 1 heraus weiterentwickelt worden. Es besteht immer noch aus zwei hälten, enthält aber jetzt keine Stange aus Stahl mehr. Die Achse für die Räder wird jetzt direkt durch das gedruckte Bein geschoben und verschraubt. Außerden sind bereits einige Details hinzugekommen.

Die neuste Versionmit allen Details ist noch so, wie ich sie vom Druckbett gekratzt habe. Die Rafts gehen ohne Werkzeug ganz leicht ab und danach müssen die Klebeseiten nur ein paarmal über ein Stück Sandpapier gerubbelt werden, dann kann man die Hälften zusammenkleben. und mit der Nachbearbeitung beginnen.

Es mag nicht der beste oder teuerste Drucker sein, aber ich bin mit dem Ergebnis schon zufrieden. Nur mit Holz, Pappe und Polystyrol hätte ich das nicht so hinbekommen. Also lasst mich wissen, was ihr davon haltet und geizt nicht mit weiteren Tips.  :D
« Letzte Änderung: 25. September 2017, 12:51:11 von Romeo Delta »

mause

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Re: Wie druckt man Teile, die keine flache Grundfläche haben?
« Antwort #23 am: 25. September 2017, 09:41:33 »
Sieht doch gut aus.  :P
PLA kann man auch mit Kleber für Polystyrol kleben.
Nur sollte man darauf achten, die gedruckten Teile im Sommer nicht im Auto oder auf der Fensterbank liegen zu lassen.
Durch die Einwirkung der dadurch entstehenden Temperaturen kann PLA weich werden und sich verformen.
Tipp: Such mal nach bioFila plaTec.

<°JMJ-






Romeo Delta

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Re: Wie druckt man Teile, die keine flache Grundfläche haben?
« Antwort #24 am: 25. September 2017, 11:01:58 »
Bei dieser PET Colaflasche wäre es sowieso keine gute Idee, den Heli im Auto liegen zu lassen. Ich habe sowieso vor, mir im Baumarkt Werkzeugkisten oder Vorratskisten zu holen und für die beiden Helis mit Schaumstoff auszupolstern. Bei den vielen kleinen Details möchte ich sie nicht lose auf dem Rücksitz herumkullern haben. Abgesehen davon hat man mit einer mysteriösen Kiste auf dem Modellflugplatz einen viel besseren Auftritt. Man muß das Publikum etwas zappeln lassen.

So weit sind wir aber noch nicht. Erst muß mal die Huey fertig werden, aber auch hier hilft der Drucker wieder gewaltig. Die Winde für das Dach habe ich bereits fertig, jetzt kommen die Waffen an die Reihe. Und wenn ich es wirklich schaffe, den Platz dafür freizuräumen, dann gibt es auch noch ein Cockpit und Pilotenfiguren.

So nebenher habe ich auch noch Teile für einen Mondbasis Alpha Eagle Transport gedruckt und dabei ist mir eine richtig blöde Idee gekommen. Wie wäre es, eine untertassenförmige Gitterkonstruktion zu bauen, hinten drei der Triebwerkspacks und seitlich das Cockpit eines Eagle. Untendrunter natürlich sieben der Landebeine des Eagle. Warum also einen superteuren Bausatz des Millenium Falcon holen, wenn man sich einen Millenium Eagle drucken kann?  :D