Autor Thema: Schneiden, Sägen, Bohren etc. Eine Mikro-Fräsmaschine von Lorch, die es nie gab ...  (Gelesen 12668 mal)

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matz

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Schneiden, Sägen, Bohren etc. Re: Eine Mikro-Fräsmaschine von Lorch, die es nie gab ...
« Antwort #45 am: 23. Dezember 2016, 13:58:55 »
Uuups, vielen vielen Dank. Das ist ja eine enorme Auswahl.
Gut dass jetzt ein paar freie Tage kommen , da hab ich Zeit ein bisschen rumzusuchen.  :klatsch:

Nochmals vielen Dank,
weihnachtliche Grüße,
matz
Wer aufhört, besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein.
(Philip Rosenthal, Unternehmer, *1916 +2001)

wefalck

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Re: Eine Mikro-Fräsmaschine von Lorch, die es nie gab ...
« Antwort #46 am: 28. Dezember 2016, 20:39:39 »
Der Motor braucht auch noch ein Gehäuse, in dem die elektrischen Anschlüsse sicher installiert werden können. Dabei wollte ich das Anschlußkabel abnehmbar machen, damit es bei Stauen der Maschine nicht herumhängt. Leider hat der Motor den etwas unpraktischen Durchmesser von 51 mm und ein passendes Rohr als Basis für das Gehäuse war nicht leicht zu finden. Schließlich fiel mir die Dose eines merkwürdigen Getränks in die Hände, das vorgab ein alkoholfreier Bellini-Cocktail zu sein. Auf diese Weise hat sich diese völlig überteuerte Getränkedose wenigstens etwas amortisiert. Die Dose wurde passend mit einer Diamant-Kreissäge in der elektrischen Handbohrmaschine gekürzt. Ein Deckel wurde aus einem Stück 5 mm-Plexiglas™ ausgesägt und auf der Drehbank bearbeitet. Drei Befestigungslöcher wurden in der Dose mit einer Nadel vorgebohrt und dann mit Uhrmacher-Handreibahlen auf 2 mm Durchmesser gebracht. Der Deckel wurde seitlich mit drei Gewindebohrungen M2 versehen. Der Boden der Dose wurde in der Mitte mit einem kleinen Bohrer vorgebohrt und dann das Loch mit Reibahlen auf 6 mm Durchmesser gebracht, um eine 3,5 mm-Mono-Klinkenbuchse aufzunehmen.






Das Motorgehäuse vor der Lackierung

Fortsetzung folgt ...

wefalck

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Re: Eine Mikro-Fräsmaschine von Lorch, die es nie gab ...
« Antwort #47 am: 29. Dezember 2016, 20:19:54 »

Nach der Lackierung des Motorgehäuses wurden die elektrischen Anschlüsse angelötet und dann die Maschine zusammengesetzt, geölt und justiert ...








Die fertige Mikro-Fräsmaschine

Fortsetzung folgt ...

wefalck

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Re: Eine Mikro-Fräsmaschine von Lorch, die es nie gab ...
« Antwort #48 am: 30. Dezember 2016, 23:22:29 »
Das Wichtigste an der Maschine ist eigentlich die Flexibilität im Halten von auch sehr kleinen Werkstücken. Der Teilkopf ermöglicht eine Vielzahl von Möglichkeiten Werkstücke mit den Spindeleinsätzen der 6 mm-Drehbank zu halten. Ich habe das ganze Sortiment an Drei-, Vier- und Sechsbackenfutter, ein unabhängiges Vierbackenfutter, verschiedene Planscheiben, Einsätze für Ringe und Scheiben, sowie natürlich die Spannzangen von 0,3 mm bis 14 mm Durchmesser.


Dreibackenfutter


Einsatz für Scheiben


Einsatz für Ringe


Unabhängiges Vierbackenfutter


Sehr alte Planscheibe (Ich habe auch ein neueres Modell, das aber noch nicht aufgearbeitet ist)

Der Teilkopf kann in jedem beliebigen Winkel zwischen vertikal und horizontal positioniert werden. Das Teilen kann direkt mit der integrierten Teiltrommel vorgenommen werden, die über eine 8er, 10er und 12er Lochreihe verfügt, so daß 2-, 3-, 4-, 5-, 6-, 8-, 10-, und 12-seitige Prismen bzw. Pyramiden gefräst werden können. Ein Schneckenrad mit 40 Zähnen auf den ein Schnecke wirkt, die über eine Teilscheibe mit 90 Zähnen angetrieben wird erlaubt Teilungen bis zu 3600. Solche Unterteilungen werden in der Praxis selten gebraucht, sind aber nützlich, beim Formfräsen. Wenn die Raste der Teilscheibe ausgekuppelt wird, sind auch Rundfräsungen möglich.


Teilkopf in horizontaler Position


Teilkopf geneigt


Schnecke und Teilscheibe zum indirekten Teilen

Spannzangen zum Halten von Werkstücken sind besonders nützlich, da man sehr kleine Teile aus dem Vollen aus Rundmaterial fräsen kann, das in diesen gehalen wird. Anschließend wird das Teil einfach abgesägt. Die Spannzangen, ein Halter für kurze Fräser mit 6 mm-Schaft, ein Halter für Kreisägen, ein Achtschraubenfutter und ein kleiner Ausbohrkopf sind in einer antiken Holzkiste untergebracht die dafür hergerichtet wurde.


Antike Kiste für Spannzangen, die für die Mikro-Fräsmaschine adaptiert wurde

Fortsetzung folgt ...


bughunter

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Re: Eine Mikro-Fräsmaschine von Lorch, die es nie gab ...
« Antwort #50 am: 01. Januar 2017, 18:00:23 »
Ein echtes Kleinod! Das wird bestimmt richtig Spaß machen, mit diesem kleinen Wunderwerk kleine Teile für weitere Wunderwerke zu fräsen :P

Herzlichen Glückwunsch zu diesem Erfolg!
(Ein beeindruckter) Bughunter

Wikipedia sagt: "Ein Modell ist ein vereinfachtes Abbild der Wirklichkeit."
Deshalb baue ich lieber verkleinerte Originale.

f1-bauer

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Re: Eine Mikro-Fräsmaschine von Lorch, die es nie gab ...
« Antwort #51 am: 02. Januar 2017, 17:15:12 »
Hallo wefalck,
wenn mein Vater noch leben würde hätte ich ihm von Anfang an Deinen Bericht gezeigt und er wäre bestimmt begeistert von Deiner Arbeit gewesen. Er war Feinmechaniker (Ausbildung anfang der 1950er an der Techniker-Schule in Furtwangen) und hat mir einiges mitgegeben. Er hätte mir auch bestimmt erklären können, was Du da alles machst. So konnte ich nur still mitlesen in dem Bewusstsein, dass hier ein Meisterwerk entsteht. Ich kann Deine Leistung nur erahnen - gleichwohl bin ich begeistert von dem, was Du erschaffen hast.

Ich gratuliere zur Fertigstellung dieses Kleinods und wünsche Dir viel Vergnügen mit der Arbeit damit.

Gruß
Jürgen  :winken:

Universalniet

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Re: Eine Mikro-Fräsmaschine von Lorch, die es nie gab ...
« Antwort #52 am: 02. Januar 2017, 17:42:17 »
Danke, dass Du uns an diesem Projekt teilhaben lassen hast und mein Respekt, dass Du das neben dem Job so hinbekommst, ich kann da selber ein (langes) Lied von singen.

Was dabei rausgekommen ist, ist ein Werkzeug, dass Ästhetik und Funktionalität verchmelzen läßt. So etwas kann man sich ins Wohnzimmer stellen.

Herzlichen Glückwunsch.

Friedarrr

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Re: Eine Mikro-Fräsmaschine von Lorch, die es nie gab ...
« Antwort #53 am: 02. Januar 2017, 18:36:57 »
Feinster Maschinenbau!  :klatsch:
Taiaut Taiaut

wefalck

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Re: Eine Mikro-Fräsmaschine von Lorch, die es nie gab ...
« Antwort #54 am: 02. Januar 2017, 18:50:45 »
Danke für die netten Worte ... ein gelernter Feinmechaniker würde mich sicher von den Maschinen wegschubsen, wenn er mich beim Arbeiten sehen würde  :pffft:. Apropos Wohnzimmer: um den Haussegen nicht zu gefährden, ziehe ich das lieber nicht Betracht  8o

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Hier noch ein paar Bilder von der Maschine mit anmontierter indirekter Teileinrichtung sowie einem Gegenhalter für lange dünne Teile. Diese Teile wurden schon vor etwa 15 Jahren für den Gebrauch auf der Drehbank fabriziert.
Das erste Bild zeigt auch noch einen Mikrometer-Anschlag für den Supportschlitten, der auch schon vor gut 20 Jahren für die 6 mm-Drehbank fabriziert wurde.













matz

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Re: Eine Mikro-Fräsmaschine von Lorch, die es nie gab ...
« Antwort #55 am: 02. Januar 2017, 19:41:10 »
Die Mühe hat sich gelohnt !  Allerfeinste Feinmechanik, für sich genommen ein kleines Kunstwerk  :klatsch:

Einiges ist mir zwar noch eher unklar, aber das wird mit der Zeit  ;)

Was bestimmt spannend wäre: die „Geschichte“ eines Werkstücks von der Planung/Skizze über die einzelnen Bearbeitungsschritte mit der Microfräse bis zum fertigen Endprodukt. Vielleicht ergibt sich ja in einem Deiner tollen Projekte eine Gelegenheit  :pffft:

matz
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bughunter

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Re: Eine Mikro-Fräsmaschine von Lorch, die es nie gab ...
« Antwort #56 am: 02. Januar 2017, 19:57:14 »
Die Flexibilität im Zusammenspiel der verschiedenen Teile und Halterungen, und das über Drehbank und Fräse hinweg, ist beeindruckend! 8o

Ganz großes Kino!

Viele Grüße,
Bughunter

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Bongolo67

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Re: Eine Mikro-Fräsmaschine von Lorch, die es nie gab ...
« Antwort #57 am: 03. Januar 2017, 11:33:20 »
Ich habe mich mit Kommentaren zurück gehalten, aber mit großer Begeisterung gelesen. :klatsch:
Das ist sowohl in technischer als auch ästhetischer Hinsicht ein Hochgenuss! :meister:

Viel Freude mit dem Maschinchen, wünsch ich Dir.

Gruß

Ulf
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wefalck

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Re: Eine Mikro-Fräsmaschine von Lorch, die es nie gab ...
« Antwort #58 am: 21. Januar 2017, 20:21:22 »
Danke, meine Herren ! Wenn auch etwas spät ...

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Ich habe es nicht lassen können und mußte mich nun doch noch einmal als Werkzeugmacher betätitgen. Wahrscheinlich werden noch weitere Zubehörteile entstehen, deren Zweck sich durch den Gebrauch der Maschine ergibt. Hier ist ein kleiner Klemmtisch für flache Objekte:



Er wurde aus einem Stück Flachstahl gefräst und der Haltezapfen für die 5 mm-Spannzange wurde hart eingelötet. Unter den Schlitzen wurden ein Absatz eingefräst, gegen den sich Muttern beim Festziehen der Schrauben lehnen, so daß kein Schraubenschlüssel gebraucht wird.



Der Tisch erlaubt das sichere Spannen von Blechen usw. beim Gravieren oder anderen Fräsarbeiten. Der Tisch kann auch in dem Halter geklemmt werden, der für den Mikro-Schraubstock angefertigt wurde.

Demnächst mehr zur Anwendung im SMS WESPE-Faden.