Autor Thema:  Arkebusenschützen des späten 15. Jh. 1:72  (Gelesen 442 mal)

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Frankzett

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Arkebusenschützen des späten 15. Jh. 1:72
« am: 03. September 2017, 15:37:23 »
Nach einiger Zeit habe ich mich mal wieder um mein Kerngeschäft gekümmert, dem Modellieren von 72er Figuren. Hier interessieren mich eher antike Themen und das späte 15. Jh.
Beim Modellieren arbeite ich mit den klassischen Hilfmitteln Drahtskelett und Modelliermasse. Letzteres mische ich mit Magic Sculp und Green Stuff, so kann ich die Vorteile der beiden 2K-Modelliermassen kombinieren. Die Arkebusen hatte ich schon vorher angefertigt und abgießen lassen, so, dass ich sie mit dem Modellieren anfügen und in die Körperhaltung integrieren konnte.
Die Figuren sind bislang noch Greens, die ich später Abformen lassen werde.

Es sind zwölf verschiedene Typen Arkebusenschützen. Die Körperhaltungen sind eher aus der freien Bewegung heraus. Die meisten Schützen sind irgendwie mit dem Laden ihrer Büchse beschäftigt, teils im Stehen, teils in Bewegung. Ein einheitlicher Drill bzw. Reglement ist Ende des 15. Jh. nicht überliefert, es ist anzunehmen, dass die Büchsenschützen eher im Schwarm, wie Tirailleurs agierten, oder auch an befestigten Positionen eingesetzt waren.   
Ihre Ausrüstung habe ich mit einer kleinen Tasche für Kugeln, Lunten und Werkzeug für die Büchse, sowie einer Pulverflasche (als Horn, Kürbisflasche oder Metall-, Holz- oder Lederflasche) dargestellt.
Bei den Büchsen habe ich den Luntenhahn immer auf die Pfanne gesetzt, was natürlich nicht in jeder Haltung korrekt ist, zum anderen habe ich mir die Lunte am Hahn gespart – irgendwie soll das ja auch später abformbar sein.
Als Bekleidung modellierte ich eine Jacke / Schecke (Wetterjacke) über der Panzerung. Diese Jacke, so mein Gedanke dürfte als Livreé – Jacke durchaus eine gewisse Einheitlichkeit gehabt haben, ähnlich den Büchsen, für deren Logistik eine gewisse Standartisierung der Waffenmaße vorausgesetzt werden kann. Die Schutzausrüstung sind einfache offene Schaller und Eisenhüte, und unter der Jacke ein einfacher (möglicherweise geschwärzter) Plattenpanzer oder ein Kettenhemd. Als Seitenwaffe stellte ich ein Messer bzw. Degen dar.
Der Schützenschwarm könnte, so ausgestattet, das Aufgebot einer größeren wohlhabenden deutschen, eidgenössischen oder flämisch/burgundischen Stadt/Gemeinwesen oder aber eines größeren Adelsherren darstellen, die in der Lage waren nicht nur einheitliche Gugl (Kaputzenkragen), Kopftücher, nur einheitlich bemalte Helme o.ä. sondern modische Jacken/Schecken bereitzustellen.

Für die Fotografie pinselte ich die blanken Zinnteile grün, und nahm noch ein Washing vor; später dann noch etwas GIMP...

Grüße
Frank


Marderkommandant

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Re: Arkebusenschützen des späten 15. Jh. 1:72
« Antwort #1 am: 03. September 2017, 18:03:29 »
Ich bin sprachlos....
Ich komme mir ganz klein vor...
Deine Figuren sind einfach zum Niederknien!
Als der Herr am siebten Tag über die Erde wandelte und Sein Werk betrachtete, stellte Er fest, dass die Steine zu weich geraten waren. Darauf schuf Er den Panzergrenadier.

Uwe B.

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Re: Arkebusenschützen des späten 15. Jh. 1:72
« Antwort #2 am: 03. September 2017, 22:27:27 »
Dem kann ich mich nur anschließen - und wieder kommt der mittlerweile schon so oft gehörte Spruch: wenn ich Deine letzten Bilder zuerst gesehen hätte, hätte ich sofort auf 1:32 getippt. Was für wunderbare Dioramen man damit erstellen könnte ...  :klatsch:

LG - Uwe   :winken:
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