Autor Thema:  McDonnell Douglas F-15C Eagle, Tamiya, 1/32  (Gelesen 602 mal)

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BAT21

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McDonnell Douglas F-15C Eagle, Tamiya, 1/32
« am: 01. November 2017, 15:58:46 »
McDonnell Douglas F-15C Eagle  


Modell:  McDonnell Douglas F-15C Eagle
Hersteller:  Tamiya
Maßstab:   1/32
Art. Nr. :   60304
Preis ca. :  100 €








Beschreibung: 

Zitat
Die F-15 Eagle (deutsch Adler) ist ein zweistrahliger Luftüberlegenheitsjäger des US-Flugzeugbauers McDonnell Douglas (seit 1997 Teil von Boeing). Sie wurde, wie die Klassifizierung bereits impliziert, für die Herstellung und Erhaltung der Luftüberlegenheit im Konfliktfall konzipiert. In dieser Rolle ersetzte sie mit der Zeit fast vollständig die F-4 Phantom II. Die F-15 wird inzwischen selbst bis zu einem gewissen Grad durch die F-22 Raptor abgelöst.

Eine bedeutende Weiterentwicklung ist die F-15E Strike Eagle, die mit einer umfangreichen Luft-Boden-Bewaffnung ausgerüstet ist. Hierdurch wurde aus einem reinen Luftüberlegenheitsjäger ein modernes Mehrzweckkampfflugzeug.

Die Geschichte der F-15 beginnt mit der FX-Studie („Fighter Experimental“), die von der U.S. Air Force im Jahre 1965 zunächst unter dem Namen „Qualitative Operational Requirement“ initiiert wurde.[1] Ziel der Studie war es, einen geeigneten Nachfolger für die F-4 Phantom II zu finden. Im Jahre 1966 wurden die US-Flugzeugbauer aufgefordert, Entwürfe für ein „Tactical Support“-Flugzeug einzureichen. Dabei wurde zunächst eine Maschine für Luft-Luft- und Luft-Boden-Einsätze gefordert, die mit einem Gewicht von über 27 t Mach 2,7 erreichen sollte. Dafür war ein Schub-Gewicht-Verhältnis von 0,75 vorgesehen. Insgesamt reichten acht Konzerne über 500 Entwürfe ein. Da die Anforderungen eigentlich nur mit einem Schwenkflügel-Konzept umsetzbar waren, gingen praktisch gesehen alle Vorschläge in diese Richtung. Nach den technischen Problemen mit unter anderem den Schwenkflügeln bei der zu diesem Zeitpunkt in der Flugerprobung befindlichen F-111 von General Dynamics wollte die Air Force zunächst keine weitere Maschine mit einer derartigen konstruktiven Auslegung. Deshalb war sie mit keinem der Vorschläge zufrieden, wodurch das Projekt zunächst im Sande verlief.

1967 trafen erstmals Berichte über die sowjetische MiG-25 im Westen ein. Dabei wurde die von der NATO als Foxbat bezeichnete Maschine von den westlichen Geheimdiensten in puncto Leistungsfähigkeit falsch eingeschätzt. Diese glaubten zunächst, dass es sich dabei um einen Luftüberlegenheitsjäger handele, der der F-4 klar überlegen sei. Man ging davon aus, dass dieser aufgrund der verhältnismäßig großen Höhen- und Seitenleitwerke über eine hohe Wendigkeit verfüge. Tatsächlich war die MiG-25 aber ein reiner Hochgeschwindigkeits-Abfangjäger, der die großen Leitwerke zur Stabilisierung benötigte. Für den Kurvenkampf war die MiG-25 dagegen völlig ungeeignet, da die Tragflächenbelastung viel zu groß und das Schubkraft-Gewichts-Verhältnis zu niedrig war.

In einer zweiten Anfrage vom Februar 1968 veränderte die Air Force die groben Kriterien. Die neue Maschine sollte primär für die Errichtung und Erhaltung der Luftüberlegenheit eingesetzt werden, weshalb, im Gegensatz zur ersten Anfrage, auf alle Luft-Boden-Kapazitäten nun verzichtet wurde. Die Primärbewaffnung sollte derjenigen der F-4 Phantom II entsprechen: vier AIM-7 Sparrow und vier AIM-9 Sidewinder. Neben hoher Reichweite (Überführungsflug nach Europa ohne Luftbetankung) und großer Geschwindigkeit (Mach 2,5) war auch eine gute Manövrierfähigkeit gefordert, da sich diese als fatale Schwäche der F-4 Phantom II im Vietnamkrieg herausgestellt hatte. Aufgrund der MiG-25 war ursprünglich eine Höchstgeschwindigkeit von Mach 3 gefordert worden, was allerdings mit den geplanten Dogfight-Kapazitäten nicht vereinbar war. Grund hierfür war, dass man nach der „Energy-Maneuverability“-Theorie von Col. John Boyd die Tragflächenbelastung reduzieren musste, um die Manövrierfähigkeit zu verbessern. Dafür war es notwendig, die Spannweite zu erhöhen, wodurch Geschwindigkeiten von Mach 3 nicht mehr möglich waren.[2] Weitere Forderungen waren: Selbststartende Triebwerke, Bordkanone, einfache Wartung, ein gutes Sichtfeld für den Piloten, ein Abfluggewicht von weniger als 18,15 Tonnen und ein Schubkraft-Gewichts-Verhältnis von mindestens 0,97.

Erneut reichten fast alle großen US-Flugzeugbauer ihre Konzepte ein, wobei sich das Bewerberfeld am Ende des Jahres 1968 auf McDonnell Douglas (MDD), North American und Fairchild Republic reduzierte. Anders als bei vielen Beschaffungsprojekten der US-Streitkräfte wurden keine Prototypen gebaut, die anschließend gegeneinander antraten. Stattdessen wurden die Entwürfe von der NASA analysiert und bewertet. Dieses Verfahren wurde gewählt, da man noch immer die MiG-25 falsch einschätzte und inzwischen auch annahm, dass die MiG-25 in großen Stückzahlen produziert werden würde, wobei man nur die Bestellungen mit denen der schwächeren MiG-23 verwechselt hatte. Durch die Analysen der NASA erhoffte man sich, möglichst schnell eine mindestens gleichwertige Maschine zur MiG-25 beschaffen zu können. Am 13. Dezember 1969 wurde McDonnell Douglas (MDD) als Sieger der Ausschreibung verkündet.[1] Ausschlaggebend war hierbei, dass die Entwürfe von North American und Fairchild Republic nur über ein einfaches Seitenleitwerk verfügten. Da man aber bei der NASA der Meinung war, dass die Anforderungen nur mit einem doppelten Seitenleitwerk erfüllbar sind, entschied man sich für den Entwurf von McDonnell Douglas.

Noch bevor der Sieger des FX-Programms verkündet wurde, gab es von politischer Seite her Überlegungen, dass die Air Force sich dem „Naval Fighter Experimental“-Programm (VFX) der U.S. Navy anschließen solle, aus dem später die F-14 Tomcat hervorging. Allerdings stand die US-Luftwaffe dem VFX-Programm sehr kritisch gegenüber. Der erwartete Jäger war ihrer Meinung nach zu schwer und zu langsam. Eine Schwenkflügel-Auslegung sollte ebenso vermieden werden wie die Auslegung als Zweisitzer. Des Weiteren glaubte man, dass das Muster zu wenig Entwicklungspotential besäße – eine Einschätzung, die sich mit der Zeit bewahrheiten sollte. Nachdem kurz zuvor die gemeinsame Beschaffung der F-111 bereits gescheitert war, konnte die Air Force sich relativ einfach gegen einen Einstieg beim VFX-Programm aussprechen.

Weiterlesen: https://de.wikipedia.org/wiki/McDonnell_Douglas_F-15


Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:USAF_F-15C_fires_AIM-7_Sparrow.jpg


Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:F-15c.eagle.86-0175.taxi.arp.jpg


Schachtelinhalt: 

Unter der Artikelnummer 60304 bietet Tamiya ein Modell der F-15C im Maßstab 1/32 an.
Der Bausatz erschien erstmals im Jahr 1994.
Ein Blick in den Karton verrät aber nicht das Alter vom Bausatz - die sauber gegossenen Plastikteile machen mit ihren versenkten Oberflächendetails immer noch einen frischen Eindruck.
Die Teileanzahl ist überschaubar, das Modell ist nicht "over  engineered", wie es bei Modellen neueren Datums öfter mal der Fall ist.
Neben den Plastikteilen gibt es noch ein Metallfahrwerk, Gummireifen und ein Stück Schnur.
Zwei Abziehbilderbögen und die Bauanleitung liegen ebenfalls im Karton. Ein Bogen mit RBF Fähnchen zum Selberausschneiden runden das Angeot ab.

Werfen wir ein Blick auf die einzelnen Teile:


















Die Klarsichtteile:






Am großen Kanzelteil gib es eine Formtrennnaht, die wegpoliert werden sollte.

Auch wenn die C-Variante der F-15 ein Einsitzer ist, liegen zwei Schleudersitze bei:




Das Fahrwerk ist aus Metall - gut bei dem zu erwartenden Endgewicht vom fertigen Modell.




Einige Baugruppen werden verschraubt. Dafür liegen Schrauben in verschiedenen Größen bei, der passende Schraubendreher wird gleich mitgeliefert:




Ein Stück Schnur für die Darstellung der Bremsklötze:




Die Reifen werden in Gummi geliefert - ich mag das nicht so sehr. Alternativteile aus Plastik hätten für weitere Pluspunkte gesorgt:




Ein paar Detailaufnahmen:


























Die übersichtliche Bauanleitung wird in Heftform geliefert. Alle Farbangaben beziehen sich auf Tamiya Farben - keine große Überraschung.  ;)
















Tamiya schlägt drei Maschinen der USAF für die Bemalung vor.
Die notwendigen Abziehbilder verteilen sich auf zwei Bögen:






Wer mehr möchte, wird im Zubehörmarkt fündig.

Zum Schluss noch die RBF Fähnchen - damit kann die Maschine mit ein paar Farbtupfern versehen werden.





Fazit:  

Trotz des Alters immer noch ein Bausatz auf Höhe der Zeit. Gussqualität und Detailierung können überzeugen.
Die überschaubare Teileanzahl verspricht einen entspannten Bastelspaß.
Aufgrund der Größe des Modells ist es aber kein Einsteigermodell - gut, Einsteiger fangen auch nicht mit einem 100 € Bausatz an...  :pffft:

+  Vorbildauswahl
+  Detailierung
+  Teileanzahl
+  Preis
+  Bewaffnung (Sidewinder und Sparrow Raketen) im Bausatz enthalten

-  Naht auf Klarsichtteil
-  keine AIM-120 Raketen dabei
-  optionale CFTs wären schön gewesen

 :winken:

Alex

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Re: McDonnell Douglas F-15C Eagle, Tamiya, 1/32
« Antwort #1 am: 01. November 2017, 17:12:47 »
Danke für die umfassende Vorstellung. Ich finde das letzte Bild des Originals (LN-86175) faszinierend - kaum Blechstösse zu sehen, und eine sehr homogene Bemalung. (Dürfte aber die meisten Modellbauer kaum interessieren)

Alex
Hier ist mein Portfolio, und hier meine weiteren Berichte (<-- Upgedated am 20.9.2015)
Finisher des Phantom-, Viermot-, Matchbox- und Artillerie-Groupbuilds, sowie des Bierdeckels-, Panzer-, Oldtimer- und OOB-Contests!

BAT21

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Re: McDonnell Douglas F-15C Eagle, Tamiya, 1/32
« Antwort #2 am: 01. November 2017, 17:23:08 »
Eine "saubere" Lackierung birgt halt die Gefahr, dass das Modell langweilig und spielzeughaft aussieht.
Mich reizt aktuell ja eher diese Maschine:

http://c8.alamy.com/comp/D84XXM/an-f-15c-baz-of-the-israeli-air-force-takes-off-from-ovda-air-force-D84XXM.jpg

Da sieht man, dass sie schon den ein oder anderen Einsatz geflogen ist.
Die Bemalung könnte herausfordend werden.  :pffft: