Autor Thema:  Welche Drehmaschine? oder Erfahrungsbericht der Einhell BT-ML 300  (Gelesen 30414 mal)

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Chefmechaniker

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So, möchte mir nun auch eine Drehmaschine zulegen.

Da ich ja erst von einem weitläufigen Bekannten dessen PD360 von Proxxon kaufen wollte,
ich mich aber auch länger nicht mehr gemeldet hatte, ist sie nun verkauft... :5:

Daher begann die Suche nach einer neuen Drehbank, und nun hab ich mich ein wenig in die
Einhell BT-ML 300 verguckt...

Nun meine Frage:
Habe per Suchf. gesehen, das mehrere von euch diese Drehmaschine besitzen.
Was für Erfahrungen habt Ihr mit der Einhell, also von der Bedienung, Verarbeitung, Wartung?
Wie lange habt Ihr gebraucht um euch an der Einhell einzuarbeiten?
Fragen über Fragen,
und ich hoffe doch Ihr könnt mir da was helfen!

Gruß
Stephan  :winken:

« Letzte Änderung: 27. August 2008, 22:07:02 von Chefmechaniker »

HeiHee

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Re: Welche Drehmaschine? oder Erfahrungsbericht der Einhell BT-ML 300
« Antwort #1 am: 28. August 2008, 08:11:16 »
Ich hab' mir mal das Ding im Baumarkt angesehen - sieht Baumarkt aus...

Mein Vater hat im Keller eine von EBK (E.Kotte Solingen), leider hat die Firma keine Webpage.
http://www.hotfrog.de/Firmen/EBK-Maschinenfabrik-Inh-E-Kotte
Gefunden hat er die Drehbank vor Jahren in einer Anzeige in der FMT (Flug und Modelltechnik). Die mechanische Ausführung ist hervorragend (doppelte Prismenführung, Werkzeugaufnahme, selbstnachstellendes Getriebe,...), habe selbst schon mit gearbeitet. Dürfte der Einhell haushoch überlegen sein...
Was ich nicht nennen kann ist Preis - und ob's die Firma/Maschine überhaupt noch gibt... ?(
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jaykay

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Re: Welche Drehmaschine? oder Erfahrungsbericht der Einhell BT-ML 300
« Antwort #2 am: 28. August 2008, 13:10:43 »

Also wenn mich nicht alles täuscht gehört das Ding zu den in China hergestellten "Sieg mini-lathes", die weltweit unter diversen Herstellerlables vertrieben werden. Zur Info kannst Du mal auf die Seite hier schauen:

http://www.mini-lathe.com/Default.htm

Ich hab das Ding von RC-Machines in Luxemburg. Sie ist nicht state of the art aber für uns Modellbauer eigentlich ausreichend. Wenn Du vom Job nicht durch Profiwerkzeug verwöhnt bist oder zuviel Geld für was richtig Gutes hast kannst Du mit so einer Drehbank schon was anfangen. Kalkulier aber ein, daß Du noch einiges an Zubehör brauchst:-)

Chefmechaniker

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Re: Welche Drehmaschine? oder Erfahrungsbericht der Einhell BT-ML 300
« Antwort #3 am: 28. August 2008, 16:23:04 »
Habe zwar schon früher an einer Drehbank gearbeitet,
(haben ein Kettcar zum Kart umgebaut -just 4 fun )
aber das war eine Drehbank in einer Firmeneigenen Schlosserei...,

Möchte die Drehmaschine nur für den Modellbau nutzen, habe auch großen Spaß an der
PD 400 von Proxxon, aber das übersteigt doch etwas meine finanzelle Höchstgrenze...


Gruß
Stephan  :winken:

andreas schenz

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Re: Welche Drehmaschine? oder Erfahrungsbericht der Einhell BT-ML 300
« Antwort #4 am: 28. August 2008, 18:22:03 »
Vielleicht kann ich Dir ja meine Erfahrung mitgeben:

Ich habe mir vor 4 Jahren die Proxxon-Drehmaschine PD 230/E besorgt.
Für mich, als Hobby-Modellbauer, leistet sie bislang hervorragende
Dienste. Sicher, ich habe in meiner Internatszeit Drehen an einer Industriemaschine
gelernt, so etwas ist eine andere Welt.
Aber für uns "Bastler" ist die Proxxon absolut okay.
as

Chefmechaniker

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Re: Welche Drehmaschine? oder Erfahrungsbericht der Einhell BT-ML 300
« Antwort #5 am: 29. August 2008, 08:44:48 »
Mein Internet ist mal wieder abgeka....  :5:
daher erst jetzt antwort...

Ja, die PD 230 ist zwar schön, doch mir etwas zu klein und leicht,
dennoch danke für deine Antwort...

@ jaykay
Was für Zubehör gibts den noch für die Einhell?
Also ich kenn jetzt nur die Drehmeissel, Lünette, und die Körnerspitze...


Gruß
Stephan  :winken:

Burkhardt

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Re: Welche Drehmaschine? oder Erfahrungsbericht der Einhell BT-ML 300
« Antwort #6 am: 29. August 2008, 09:29:22 »

Löle,


also ich habe in etwa eine vergleichbare Maschine wie die Einhell!
Wie der JayKay schon geschrieben hat gehört das Teil zu der Gruppe
Mini-Lathe und ist für den Hobby Bereich gut geeignet! Ich habe die
Maschine zwar nach 2 Jahren "Dauereinsatz" jetzt ausgemustert aber
laufen würde Sie immer noch.
Meine Maschine habe ich vor gut 2 Jahren hier gekauft für Damals
399 Euro!!! Geändert habe ich die Einstellscalen mit eine besseren
Klemmschraube zu versehen, die Kugellager habe ich nach einem
halben Jahr auch gewechselt und einen Schnellwechselhalter hat die
Maschine auch bekommen. Da eine Bohreraufnahme nicht im Lieferumfang
ist habe ich ein Bohrfutter von 0 - 8mm mit einer MK2 Aufnahme dazugekauft.
Mit dieser Aufnahme bohre ich ab 0,2mm aufwärts und auch die Drehleistung
ist sehr gut!
Alle 10,5cm Geschützrohre für meinen Shop fallen von dieser Maschine!!!



Bei fragen stehe ich gerne zu verfügung.


Gruß
Burkhardt

jaykay

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Re: Welche Drehmaschine? oder Erfahrungsbericht der Einhell BT-ML 300
« Antwort #7 am: 29. August 2008, 10:14:40 »
Mein Internet ist mal wieder abgeka....  :5:
daher erst jetzt antwort...

Ja, die PD 230 ist zwar schön, doch mir etwas zu klein und leicht,
dennoch danke für deine Antwort...

@ jaykay
Was für Zubehör gibts den noch für die Einhell?
Also ich kenn jetzt nur die Drehmeissel, Lünette, und die Körnerspitze...


Gruß
Stephan  :winken:

Also das Zubehör bezieht sich nicht speziell auf die Einhell, sondern eine Drehmaschine im Allgemeinen.
Beim Drehmeissel fängt's an. Ich produziere in den meisten Fällen recht kleine Teile. Dafür braucht man auch kleine Meissel. Das was man so als Standardsets angeboten bekommt its mir zu groß. Hab ich vielleicht zweimal benutzt. Ich habe mir in der Bucht einen Schwung Meissel von P.H.Horn beschafft. Die haben meine Kollegen auf der Arbeit gelobt. Dazu gab's vom Verkäufer einen selbstgebrutzelten Halter, der aber seien Zweck gut erfüllt. Die Originalteile sind sackteuer!
Hier mal ein Suchbeispiel:

http://business.shop.ebay.de/items/Metallbearbeitung-Schlosser__horn_W0QQ_nkwZhornQQQ5ftrksidZp3286Q2ec0Q2em282QQQ5fcatrefZ1QQ_flnZ1QQ_npmvZ3QQ_sacatZ11804?_trksid=p3286.c0.m282

Ich arbeite im Moment meistens mit einem "Meißel(chen)" bei dem ich die Spitze auf 0,5mm gebracht habe und der auch gleich zum Abstechen dient.

Lünette....hab ich noch nie benutzt. Mitlaufende Körnerspitze....glaube ich ein oder zwei mal. Bohrfutter für den Reitstock brauch ich dauernd. Dazu auch ein Sortiment Zentrierbohrer ( vor allem diverse sehr kleine ).
Den Reitstock gibt es inzwischen auch mit Schnellspannung. Das ist angenehmer als mit der Hutmutter und nem Schraubenschlüssel. Geht aber auch.
Wechselhalter für die Drehmeissel ist hilfreich. Ich stecke die kleinen Meissel zwar direkt im "Horn"-halter um, aber mit dem Wechselhalter kann man die Arbeitshöhe schneller anpassen.

4-Backen-Futter! An der Bank ist im Allgemeinen ein 3-Backen-Futter für Rundmaterial. Ich drehe aber oft mit Kunststoff ( Ureol ) und das kommt in Platten/Blöcken. Die kann man dann kleingesägt einspannen und rund drehen. Bei einem 3-Backen-Futter ist das Murks! Hängt letztlich vom Material ab, das Du verarbeiten willst. Hast Du alles rund, brauchst Du auch keine 4 Backen :-)

Eine Anmerkung noch zu Digitalanzeigen für die Verstellung. Die gibt es für die "Mini-Lathes" inzwischen auch öfters ( z.B. bei Rotwerk ). Das wollte ich unbedingt haben, der Händler auf der Intermodellbau hat mir aber davon abgeraten. Das digitale Zählwerk hängt nämlich nicht am Vorschub sondern der Kurbel. Das heißt auch der Leerlauf, den Du unweigerlich beim hin- und herkurbeln hast, läuft die Anzeige weiter. Bringt also nichts! Sinnvoller ist es Meßleisten anzubauen ( wenn man's Digital haben will ). Hab ich mich bis jetzt noch nicht zu aufraffen können. An der Fräse war es wichtiger :-)

Das sind die Sachen, die mir spontan so einfallen....

Chefmechaniker

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Re: Welche Drehmaschine? oder Erfahrungsbericht der Einhell BT-ML 300
« Antwort #8 am: 29. August 2008, 12:37:58 »
Ja, das habe ich schon gelesen, das für kleine Arbeiten, selbstgebaute Drehmeissel
vorzuziehen sind...

Lünette, hätte ich mir eh noch nicht geholt.
Was da auf meiner Wunschliste steht, ist eher die Mitlaufende Körnerspitze, und Bohrfutter.
Alles andere würde dann im Laufe der Zeit angeschafft, jenachdem wie man´s halt brauch.

Müsste mich ja auch erst mal ein arbeiten, den das letzte mal das ich eine Drehbank benutz habe
liegt 14 Jahre zurück.

Zur Digitalanzeige, da kann man sich doch was bauen, aus einem alten Meßschieber,
gibts sogar einen Tread drüber - schau mal hier

Gruß
Stephan  :winken:

jaykay

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Re: Welche Drehmaschine? oder Erfahrungsbericht der Einhell BT-ML 300
« Antwort #9 am: 29. August 2008, 13:20:21 »

Ja, das mit dem umgeflexten Messchieber meine ich doch :-)
Ich glaube aber, für die horizontale Verstellung wäre was Längeres schon besser.
Für mich am wichtigsten wären die Verstellwege oben auf dem Reitstock in Digital zu haben. Wie gesagt...bis jetzt war der leidensdruck noch nicht groß genug:-)
Ich müsste mich zumindestens mal dazu aufraffen der Bank einen Service zu verpassen, damit alles wieder flutscht. Jedes Mal wenn ich sie benutze verschieb ich das auf's nächste Mal.....

Chefmechaniker

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Re: Welche Drehmaschine? oder Erfahrungsbericht der Einhell BT-ML 300
« Antwort #10 am: 29. August 2008, 19:33:30 »
Wie oft machst du da eine Große Inspektion dran?

Also so wie im moment aussieht, werde ich mir schon die Einhell zulegen...
bei uns im Baumarkt, steht ne Rotwerk, aber die ist mir zu teuer, (530€)  und die soll auch nicht so gut sein,
keine Rundlaufgenauigkeit ect..., habe ich mal im www gelesen

Gruß
Stephan  :winken:


Ach ja, SORRY Burkardt
Super Link, dankeschön!!!  :kuss:
« Letzte Änderung: 29. August 2008, 19:37:20 von Chefmechaniker »

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Re: Welche Drehmaschine? oder Erfahrungsbericht der Einhell BT-ML 300
« Antwort #11 am: 29. August 2008, 23:00:43 »
Rundlaufgenauigkeit muß aber nicht unbedingt ein Mangel an Qualität bedeuten. Im Hobbybereich ist das auch nicht so wichtig. Du drehst ja das Teil perfekt Rund....das Einzige was dann nicht mehr genau zu deinem Werkstück passt ist der Rest der am Ende im Futter übrig bleibt. Eine mangelnde Rundlaufgenauigkeit ist meist erst ausschlaggebend wenn du ein Teil von zwei Seiten bearbeitest. In diesen Bereichen ist aber dann auch wieder ein Hartbackenfutter nicht die Lösung....hier wäre dann wieder ein Futter mit ausgedrehten Backen von Nöten und wenn dann dort und......... :D


Du merkst es ist nicht so einfach ;)....Wofür möchtest du die Maschine überhaupt nutzen? Mit ein wenig Improvisation und Erfahrung kann man sogar mit den billigsten Zeug noch was anfangen.

Update 30.12.2013 A6 Intruder + A6m5 Zero "Wonsan" + U-VIIC...

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Re: Welche Drehmaschine? oder Erfahrungsbericht der Einhell BT-ML 300
« Antwort #12 am: 30. August 2008, 09:17:56 »
Du merkst es ist nicht so einfach ;)....Wofür möchtest du die Maschine überhaupt nutzen?

Wohl wahr, wohl wahr!
Hauptsächlich für die Herstellung, von Schalter, Dämpfer, Feuerlöscher, und und und...................
halt was man alles Drehen und Bauen kann an Automobilmodellen!

Und dann evtl. ein paar Teile für mein 1/1 Fahrzeug, also Hülsen für Uniball Aufnahme, Dremomenstütze,
Radlagerwerkzeug, was halt anfällt.

Ausserdem hab ich Lust, den umgang der Drehmaschine zu lernen, kann ja nicht schaden...


Gruß
Stephan  :winken:

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Re: Welche Drehmaschine? oder Erfahrungsbericht der Einhell BT-ML 300
« Antwort #13 am: 30. August 2008, 16:17:35 »
Ach ja, eine frage fällt mir da noch ein...
Welche Maschine ist den neuer?
Meine mal gelesen zu haben die BT-ML 300 währe der Nachfolger der MTB 3000.
ABER, warum kostet dann die 3000 mehr als die 300?

Gruß
Stephan  :winken:

TheSaint

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Re: Welche Drehmaschine? oder Erfahrungsbericht der Einhell BT-ML 300
« Antwort #14 am: 30. August 2008, 17:23:19 »
Also ich habe die Einhell MTB 3000 und kann dir nur sagen, wenn du nicht das doppelte Ausgeben willst und nur "kleine" Teile für den Modellbau drehen willst ist die Maschine vollkommen ausreichend. Und ich als Elektroniker bin auch nichts besseres gewohnt  :D :D :D. Spaß bei Seite natürlich gibt es, vorallem bei der Verarbeitung ganz klar Mängel. Ich habe zum Beispiel noch nie so schlechte Schrauben gesehen, da würden sich Leute die Industriemaschinen gewohnt sind, nicht länger als 3min. mit abgeben... ;)
Aber darum geht es ja nicht, denn für unsere Anspruche reicht es locker...

Was du aber aufjeden Fall machen solltest, wenn du dich für die Maschine entscheidest, die komplette Maschine auseinander nehmen, alles säubern, Grate entfernen und vernünftig einstellen. Das was du geboten bekommst, wenn du die Maschine auspackst, lässt dich nämlich an dem Kauf zweifeln. Aber sobald du dich damit auseinandersetzt, wirst du schnell merken, was du machen kannst um gute Ergebnisse zu erzielen. Ich hab das auch hinbekommen, obwohl ich vorher noch nie mit einer Drehbank gearbeitet habe.

Hier ist noch ein Link zu AF.com, wo die Maschine auseinander genommen wird und entsprechend "getunt" wird. http://www.automotiveforums.com/vbulletin/showthread.php?t=761102, kannst ja mal reinschauen, ist ganz interessant.

2 Bilder von meiner Einhell, hatte ich glaube ich auch in meinem McLaren Thread gepostet.



 :winken:

« Letzte Änderung: 30. August 2008, 17:26:45 von TheSaint »