Autor Thema:  Umbauteile durch Rapid Prototyping?  (Gelesen 1673 mal)

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padebigoru

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Umbauteile durch Rapid Prototyping?
« am: 24. November 2013, 12:25:59 »
Wie  sind eigentlich die Aussichten, durch 3D-Druck zu Umbauteilen für Wunschmodelle zu kommen?

(1) Was mir durch den Kopf  geht, sind nicht zuletzt Staffel- und Gruppenkabinen für Feuerwehrfahrzeuge:
- Henschel HS 100 (z.B. Fahrzeuge der Fw Kassel)
- die erste MAN-Kurzhauberkabine (z.B. Fahrzeuge der Fw Berlin)
- Krupp Mustang, Tiger  (z.B. Fahrzeuge der Fw Essen)
Die drei Feuerwehren nenne ich nur als Beispiele für Orte, wo sowas nicht nur als exotisches Einzelstück vorhanden war.

(2) Kabinen von Firmen, die heute nicht mehr existieren, z.B. Bachert, Metz.  Als Beispiel fällt mir die  Staffelkabine ein, mit sehr stark gerundeter hinterer Dachpartie, die Metz baute. Grund dafür war, daß sich die Aufricht-Drehkränze damaliger vollmechanischer Leitern und die Kabinenrückseite nicht im Wege sein durften.

(3) Feuerwehren in der Omnibus-Bauform. Originale gab es nicht nur als TLF, sondern auch als LF von Magirus und Metz. Als Modell aber nur den Nachkriegs-Schmalhauber von Magirus.

(4) Fahrzeuge, die so in D praktisch nicht anzutreffen waren. Beispiel – die schweren Mercedes-Kurzhauber mit langer Fernverkehrkabine. Originale sind wohl nur Franz Meersdonk  mal bei der Fahrt durch irgendeine Wüste begegnet.

(5) Alle möglichen Einzelstücke, Kleinstserien und außerdeutsche Exoten:
- Postbusse aus dem deutschen Alpenraum auf Basis der mittelschweren Mercedes-Kurzhauber
- die lateinamerikanischen Versionen der mittelschweren Mercedes-Kurzhauber mit wulstigem Vollplastik-Doppelscheinwerfer-Kühlergrill als Laster, vor allem aber als bunt bemalte Busse
- Büssing "Deckslader“ mit Unterflurkabine
- Laster z.B. aus der brasilianischen VW-Produktion, die immer noch die mehr oder weniger heftig modifizierte VW-LT-Hütte, schon für die MAN/VW-Kooperation benutzt, als Fahrerhaus haben (die kleineren Brüder von Schucos "VW Constellation")

(6) Das eine oder andere Wundertier aus Benelux oder Frankreich. Aus den 1950ern und nachfolgenden Jahrzehnten gibt es Bilder von maßgeschneiderten französischen Lieferwagen und Lastern, die man eigentlich nicht für möglich gehalten hätte (siehe die Hefte von „Charge Utile.“). Aber auch serienmäßige Fz, die es, zumindest in 1/87 nie zum Modell geschafft haben. Berliet Stradair ist ein Beispiel. Ein aktuelles der Renault Midlum, der zumindest mit der langen Fw-Kabine einfach unglaublich häßlich und zerklüftet aussieht.

Falls nun wieder auf juristische Probleme hingewiesen wird, muß ich das natürlich akzeptieren. Aber einige solche Exoten gab es ja z.B. bei MEK und anderen Kleinserienherstellern, bzw. es gibt sie immer noch. Vor allem aber denke ich an die hohe Zeit der Teile aus klarem Vollguß-Gießharz in den 1970er/80er Jahren. Da wurde eine ganze Menge der von mir genannten Bauteile schon einmal angeboten. Hat das keinen Einfluß auf irgendeine heutige Rechtslage?

Hans

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Re: Umbauteile durch Rapid Prototyping?
« Antwort #1 am: 24. November 2013, 12:37:35 »
Was soll man denn dazu sagen, wie soll man bei sowas die Aussichten einschätzen? 3D-Druck ist ja kein Wundermittel, es bedarf zu allererst mal eine Menge an Computerarbeit. Der Druck selber ist allenfalls ein Kostenfaktor zusätzlich. Ob die klassischen Umbauteilehersteller umschwenken, muss man sehen, man braucht einfach ein völlig anderes Know-How. Und die Mustermodellbauer zB die ich kenne, die verziehen alle das Gesicht bei dem Gedanken, sich vor einem Bildschirm setzen zu müssen.

An Ideen mangelt es sicherlich nicht, grad als Nürnberger hätte ich da auch 3 Dutzend Ideen zu MAN-Hauber-Kabinen. Wie gesagt, wie gross die Schnittmenge zwischen 3D-Grafikfähigen und Feuerwehrinteressierten ist, who knows.

H
Poly(1-phenylethan-1,2-diyl) makes it all

padebigoru

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Re: Umbauteile durch Rapid Prototyping?
« Antwort #2 am: 24. November 2013, 12:43:32 »
Darauf hoffe ich eben, daß unter den MBlern jemand sein könnte "who knows".

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Re: Umbauteile durch Rapid Prototyping?
« Antwort #3 am: 27. April 2017, 12:00:11 »
Hallo,

falls die Anfrage noch aktuell sein sollte - von welchem Massstab reden wir? Können Vorlagen (idealerweise 3D-Dateien) geliefert werden?
Wenn eine komplette Konstruktion erwartet wird, wird das entweder sehr teuer oder nicht realisierbar. Mir jedenfalls würde wegen eigener Projekte die Zeit fehlen für Dritte diese ganze Arbeit zu machen...

Grüße Frank

padebigoru

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Re: Umbauteile durch Rapid Prototyping?
« Antwort #4 am: 28. April 2017, 12:14:25 »
Wie in meinem Eröffnungsbeitrag gesagt: 1:87.

Punkt 4 hat sich ja unterdessen erledigt -> Brekina. Vorlagen/Dateien kann ich nicht liefern, dazu fehlen mir neben entsprechender Software auch die Fähigkeiten. Mittlerweile findet man ja eine Anzahl von Laster-Exoten bei Shapeways, aber leider zu geschätzt 90% von Ami-Vorbildern. Europäische Ware nur wenig und wenn, dann meist in Maßstäben wie 1:160, 1:220 oder gar 1:700. Anbieter deutscher Exoten aus der Adenauer/Kiesinger- bzw. Brandt/Schmidt-Epoche quasi Fehlanzeige.