Autor Thema:  Hintergrund: Darstellung "leuchtenden" Weltraums mit Foliendruck und Lampe?  (Gelesen 8111 mal)

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Tigerzivi

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Hallo zusammen,

sicherlich ein etwas unglücklicher Titel für diesen Thread aber was besseres fiel mir dazu nicht ein.

Ich überlege eine Weltraumszene mit beleuchtetem Sternenhintergrund aufzupeppen. In der Theorie stelle ich mir da folgende Lösung vor:
Ich drucke auf bedruckbarer Overhead-Folie den gewünschten Sternenhintergrund samt Planet oder Nebel aus und beleuchte das von hinten durch Milchglas.

In der Praxis befürchte ich allerdings, dass das schwarz des Weltraum ebenfalls leuchten wird... und bevor ich mir jetzt extra die bedruckbare Folie bestelle.
Hat vielleicht jemand eine bessere Idee?

Danke & Gruß
Jan  :winken:
« Letzte Änderung: 20. Mai 2014, 19:09:58 von Tigerzivi »

Marco Scheloske

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Ja, da leuchtet das schwarz auch, so deckend ist das normalerweise nämlich nicht.
Gruß aus MG und "Just glue it!"
Marco (Triliance.de), "The Baseman"


Tomwilberg

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Hi,
Möglicherweise hast Du einen falschen Eindruck davon, was man da oben sehen kann und was nicht.
Ein planetarer Nebel sieht mit blossem Auge aus wie ein verwaschener Fleck, nur knapp heller, als der Hintergrund.
Diese wunderschönen Bilder, die man so aus den Medien kennt, sind  das Ergebnis von Langzeitbelchtungen, starken Filtern und der Kombinatione mehrerer unterschiedlicher Aufnahmen.

Ich empfehle Dir, mal selbst einen Blick durch ein Astro-Fernrohr zu werfen, um mal einen guten Eindruck zu erhalten, wie so etwas aussieht.

Zum Hintergrund: Pappe, schwarz. Auf der Rückseite kaschiert mit Alufolie. Löcher unterschiedlichen Durchmessers, aber immer relativ klein. Und dann halt von hinten beleuchtet. Wenn Du eine Vorlage brauchst, kannst Du ja ein Astrofoto oder einen Himmelsatlas nehmen.

Farben nimmt man da oben mit blossem Auge nicht wahr.


Viele Grüsse
Thomas

Tigerzivi

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Danke für Eure Antworten.
Mein Anspruch ist es nicht, einen realistischen Sternenhimmel wiederzugeben, sondern vielmehr einen ansprechenden Hintergrund für Sonden- und Satellitenmodelle zu erhalten, idealerweise mit den Objekten, die Sie beobachten.

Habe selbt zahllose Stunden vorm - bzw. hinterm - Teleskop gesessen und weiß, wie die Nebel (von der Erde aus) in Natura aussehen  :1:

Aber ich glaube, ich stell das Thema erstmal zurück und verwende einen Fotoausdruck.

Gruß Jan  :winken:

Tomwilberg

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Hi,

ich habe früher im Astro-Shop des Planetariums Hamburg Großdias von entsprechenden Motiven kaufen können - weil: Solche Bilder habe ich in den 80igern auch gemacht   :winken:

Die Dinger waren zum Teil knapp A3 groß, kamen aus den USA und waren gedruckt. Ich weiss nicht, ob man mit einem Tintenpisser so eine Dichte hinbekommt. Möglicherweise geht es mit einem Laserdrucker.

Der Aufbau für das Foto war:
Dunkler Raum. - Dia am Lichtkasten (dimmbar, mit Diffusor dazwischen) - Objekt mit etwas Abstand davor, mit Spot angestrahlt, zweiter Spot von der anderen Seite, Dimmbar.

Hat natprlich nichts mit der Realitätzu tun, aber entspricht unseren durch Genuß dutzender von Hollywoodfilmen entwickelten Sehgewohnheiten....  Aaber das kennst Du ja.  ;-)

Viele Grüße
Thomas

tomato_007

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Man könnte auch mehrere Folien drucken, hintereinander legen und damit die Dichte erhöhen.
Eine weitere Möglichkeit für die hintere Lage wäre eine Inkjetfolie für pigmentierte Tinten (Reprofilm). Damit können Dichten bis 4 erzielt werden.
Gruß,
Thomas

Tomwilberg

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:-)

Ich glaube, diese Diskussion kenne ich schon seit den ausgehenden Siebzigern...   :winken:


Das ganz grosse Thema im Hintergrund ist das Kontrastverhältnis da draussen. Es sieht da eben
nicht so aus, wie Du das von Star Trek Voyager her kennst,  ein paar Sternchen, ein paar planetare
Nebel und schick inszenierte Filamente, die in allen Farben leuchten.
Tatsächlich hast Du da oben schwarz - richtig tiefes schwarz - und extrem weisse Lichtpunkte.
Nur einige wenige von denen haben eine so intensive farbliche Abweichung, dass Du die wahrnehmen
kannst.

Damals (also Ende der 70iger) haben wir (Astronomieverein in Hamburg) das so gemacht, dass wir ein
Trägermaterial genommen haben (die Präsentationspappen mit PU-Füllung in 3mm gehen gut - gibt's
im Künstlerbedarf), so groß wie möglich (DIN A2). Die wurde mindestens auf einer Seite mit stabiler
Alufolie beklebt (Sprühkleber hilft) um vollkommen Lichtdicht zu werden. Die andere Seite wird mit schwarzer
Plakafarbe in mehreren Schichten mattschwarz gemalt. Dann geht es an's Sterne setzen: mit einer
Sternenkarte daneben haben wir mit unterschiedlichen Bohrers (0,4mm, 0,7mm 1mm 1,3mm 1,5mm)
passende Löcher gesetzt.

Zur Aufnahme wurde rundherum um die Pappe noch abgedeckt, das Modell in Szene gesetzt
(Baustrahler mit eng begrenztem Strahlengang) und mehrere Scheinwerfer von hinten gegen die Pappe.
Diffuses Licht, wie wir das von der Erde gewöhnt sind, ist eigentlich fehl am Platz.


Viele Grüße
Thomas