Autor Thema:  Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug  (Gelesen 5218 mal)

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Gilmore

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Re: Dioramenidee "Bargteheide 1364" - Ein Anfang und viele Gedanken
« Antwort #30 am: 20. Juni 2017, 16:34:14 »
...und dann war da noch der Schwenkgrill mit Kette. Es kann natürlich ein reisender Händler mal dort hin gebracht haben, aber ansonsten müßten die Leute dort das selber schmieden. Und dann zur nächsten Frage: würde ein Holz- oder Torffeuer genügend Hitze erreichen, um darin z. B. eine Kette zu schmieden? Mit Holzkohle könnte es evtl. gehen. 
Man sollte das ganze Leben nicht so ernst nehmen, man kommt da sowieso nicht lebend raus.

pucki

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Re: Dioramenidee "Bargteheide 1364" - Ein Anfang und viele Gedanken
« Antwort #31 am: 20. Juni 2017, 16:52:04 »
 :D Ihr denkt mit den 20 Jahrhundert. Und der DIN-Norm ;)  X(

Hier in diesen Beitrag https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCche unter Schwarzküche ist ein gutes Beispiel.

Ich dachte da eher an ein Stück Metall mit 3 Löchern drin und einer Kette die man von Irgendwo aufgetrieben hat und nicht ein genormtes Gitter.  Damals wurde sehr viel improvisiert. Oder auch ein Kessel wie auf den Foto .

Was die Versorgung der Bürger mit fremden Gütern angeht, so ist war auch kein Problem. Durch die sogenannten "Fahrende Händler" die auf Märkten und in den kleineren Dörfern ihre Waren anboten. Sie leben davon Dinge, die in den Dörfern durch die sie zogen produziert wurden zu kaufen oder zu tauschen und in anderen Dörfern oder auf Märkten teuer zu verkaufen.

Viele dieser Händler reisten auch im Konvoi um gegen Überfälle sicher zu sein und auf festen Routen. Selbst "Bestellungen" waren so möglich. Allerdings nicht wie heute "mit 2 Std. Zustellung" sondern man wartete auch mal ein Jahr.

Gruß

   Pucki
Ich bin PucKi, ein älterer Mann und überzeugter Single, der immer noch versucht ein perfektes Modell zu bauen.

Gilmore

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Re: Dioramenidee "Bargteheide 1364" - Ein Anfang und viele Gedanken
« Antwort #32 am: 20. Juni 2017, 16:53:31 »
Google war mal wieder freundlich, und ich habe diese Seite gefunden:
http://u01151612502.user.hosting-agency.de/malexwiki/index.php/Kohlef%C3%B6rderung
Man sollte das ganze Leben nicht so ernst nehmen, man kommt da sowieso nicht lebend raus.

f1-bauer

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Re: Dioramenidee "Bargteheide 1364" - Ein Anfang und viele Gedanken
« Antwort #33 am: 20. Juni 2017, 17:01:28 »
Hallo Jens,
ich bin hier natürlich auch (still) dabei. Tolles Thema, sowohl das Thema an sich mit einbeziehen der eigenen Heimat als auch Deine Herangehensweise.

Zum Thema Feuerstelle habe ich mal diesen kurzen Abriss hier gefunden http://www.planet-wissen.de/gesellschaft/wohnen/kuechen/pwiegeschichtedesherdes100.html. Ich denke mal, Du kannst hier schon von Holz für das Feuer ausgehen und durchaus auch von einem gemauerten Kamin.

Zum Thema Gebäude aus der Zeit hätte ich auch ein paar Gedanken. Du hast weiter vorne geschrieben, dass in der Gegend um 1050 oder so bewusst Menschen aus verschiedenen Gegenden angesidelt wurden. Da kamen bestimmt mit den Menschen auch die unterschiedlichsten Erfahrungen/Techniken/Stile/Bauweisen zusammen, die dann den örtlichen Gegebenheiten wie Untergrund, Wetter, örtlich vorhandene Materialien etc. angepasst wurden. In Laufe der Jahre wurde bestimmt das eine oder andere wieder verworfen, abgerissen und geändert oder ersetzt. Nicht unbedingt sofort, wenn die Erkenntnis gereift war sondern eher z.B. wegen äußerer Einflüsse wie z.B. notwendige Erweiterung aus Platzbedarf oder Feuer nach Blitzeinschlag. Den einen örtlichen Stil gab es zur Zeit der Gründung des Dorfes wohl noch nicht, eher einen Mix aus Bauweisen und -stilen.

Speziell zum Wirtshaus würde ich annehmen, dass nicht ein Wirt daherkam und sofort einen mächtigen Gasthaus-Neubau in Fachwerk hingestellt hat. Eher wohl erst mal ein Blockhaus mit Gastraum, Küche und ggf. Schlafplätzen in einem Raum. Später wurde dann erweitert, umgebaut, abgerissen und angebaut. Vielleicht wurde aus dem ursprünglichen Block(gast)haus der Stall und daneben, angrenzend oder mit Blockhaus intergriert ein Stein-/Fachwerkhaus gebaut.

Jedenfalls tolle Arbeit bis jetzt  :klatsch: Ich schaue gerne weiter zu.

Gruß
Jürgen  :winken:

Jensel1964

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Re: Dioramenidee "Bargteheide 1364" - Ein Anfang und viele Gedanken
« Antwort #34 am: 20. Juni 2017, 22:02:01 »
Hui, hier war heute ja ordentlich was los. Ich freue mich, dass dieses Thema für so viel Diskussionsstoff gesorgt hat.
Ich danke Euch allen vielmals. Wo fange ich an?
@Bughunter:Ich freue mich sehr, dass Dich allein die Wände des Hauses hier in den Norden versetzen. Das ist genau die Zielsetzung meines Dioramas.
@Pucki und Gilmore: Ich fasse Euch da mal zusammen.
Dass es schon sehr lange Schornsteine gab, wusste ich schon. Aber bei der Recherche zu meinem Wikingerdiorama habe ich erfahren, dass die Häuser hier im Norden eher diese Öffnungen im Giebel als Rauchabzug hatten. Wenn ich mir die Rekonstruktionen z.B. in Lütjenburg angucke, haben diese Häuser auch keine Schornsteine. Laut dem Plan, der mir zur Verfügung gestellt wurde, verfügt das Bauernhaus (das soll das zweite Haus auf dem Diorama werden) über eine zentrale, offene Feuerstelle, die mit Steinen eingefasst war. Endgültig von der Idee des Schornsteines angebracht hat mich folgende Wikipedia-Seite zum Thema "Niederdeutsche Hallenhäuser".

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Hallenhaus

Wenn man runterscrollt, findet man im Punkt "Aufteilung/Küche" genau diese oben beschriebene Variante. Demzufolge hatte dieser im 14. Jahhundert verbreitete Haustyp auch eine zentrale Kochstelle und eine Öffnung im Giebel, durch die der Rauch abziehen konnte.
Ein Schornstein findet sich auch hier nicht.
Ich denke, dass ich das so übernehmen werde.
Die Gefahr einer Rauchgasvergiftung, wie sie z.T. auch heute vorkommt (im Winter gab es in Bayern traurige Todesfälle) ist bei diesem sehr offenen Bautyp m.E. zu vernachlässigen. Diese Häuser waren einfach nicht so dicht wie die heutigen Bauten. Der Rauch konnte ungehindert abziehen.
Das Thema "Kohle zum Kochen" können wir hier m.E. auch vergessen. Das wäre viel zu teuer gewesen. Damals hat man aus den Wäldern Bruchholz zum Heizen und Kochen geholt. Holz zu schlagen hätte da gerne mal den Kopf gekostet, wenn man sich vom Waldbesitzer erwischen lies.
Letztendlich wurde zentral auf einer Feuerstelle gekocht und gebraten. Das Rost schwebte dabei von Ketten gehalten über dem Feuer.

@F1-bauer: Danke für die Anregungen. Tatsächlich werden sich die beiden Häuser im Stil etwas unterscheiden. Beim Bauernhaus werde ich mehr Holz und Lehmwände verwenden. Das mit dem unterschiedlichen kulturellen Einfluss ist schon wichtig. Die Siedler kamen z.T. aus Niedersachsen, aus dem Harz und aus den Niederlanden. Die werden sicher ihre eigenen Baugewohnheiten mitgebracht haben.
Der Krug wird sicherlich eine Art von Vorgängerbau gehabt haben. Dass der aus Holz gebaut wurde, ist sehr wahrscheinlich. Aber ich denke mal, dass man das von mir dargestellte Steinhaus als Ersatz für den Vorgängerbau und nicht als Weiterentwicklung gebaut haben wird. Ich unterstelle mal, dass der Aufbau des Kruges, wie von mir dargestellt, dem Aufbau eines normalen Bauernhauses entsprochen haben wird. Warum das Rad neu erfinden, nur weil man statt einer Familie und Tieren Wirtsleute und Gäste unterbringen will? Wahrscheinlich hatten die damaligen Handwerker einen Grundplan (im Kopf), nach dem sie Häuser gebaut haben. Je nach Nutzung wird man von diesem Plan abgewichen haben. Gäste statt Tiere? Kein Problem, dann baut man die Pferche halt um.
Irgendwann wird dann jemand aus Hamburg oder Lübeck die Idee mitgebracht haben, dass man statt Flechtwerk und Lehm ja auch Ziegel (Backstein) nehmen kann. Das kosten vielleicht zu Anfang mehr, hält aber entsprechend länger. Und bei dem Reiseaufkommen zwischen diesen beiden Hansestädten wird sich das gelohnt haben. Tcha, und irgendwann ist der alte Krug dann abgebrannt oder war zu baufällig und wurde durch einen Backsteinbau ersetzt.
Und ja, vielleicht hatte der dann wirklich einen Schornstein. Meiner jetzt mal nicht.  :D

Das war mal wieder eine laaaaaaange Ausführung und ich hoffe, dass ich da nicht zu viel Blödsinn geschrieben/unterstellt habe.  :woist:

Ich bin heute übrigens an einem Reetdachhaus vorbeigekommen und habe Zweifel, ob ich dem mit meiner Wolllösung gerecht werde. Ich muss da mal ein wenig dran rumtesten.

Vielen Dank nochmal für die rege Beteiligung. Das macht mir echt Spaß.
Ich werde den Titel diesey Themas mal ändern bzw. aktualisieren.

Jens  :winken:

Hans

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Re: Dioramenidee "Bargteheide 1364" - Ein Anfang und viele Gedanken
« Antwort #35 am: 20. Juni 2017, 22:26:55 »
Ich nehme für strohdächer grasmatten für die eisenbahn.
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Jensel1964

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Re: Dioramenidee "Bargteheide 1364" - Ein Anfang und viele Gedanken
« Antwort #36 am: 20. Juni 2017, 23:01:41 »
Hallo Hans.
Grasmatten? Ich kann mir das grad nicht so richtig gut vorstellen.  :woist:
Hast Du da ein  Foto? Was für Matten nimmst Du?
Ich muss das Rad ja nicht auch neu erfinden.  :D

Jens  :winken:

Hans

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Re: Dioramenidee "Bargteheide 1364" - Ein Anfang und viele Gedanken
« Antwort #37 am: 21. Juni 2017, 00:24:10 »
Ich verwende ganz normale Gradmatten von der Rolle. Im grösseren Maßstab halt welche mit "langem Gras" oder welche für Spur G oder I.
Man hat bei Strodächern immer die Vorstellung, man sähe den ganzen Halm. Ist aber nicht so. Der untere Halm wird ja vom oberen Halm überdeckt, dachziegelförmig. Das Reet wird befestigt und dann schräg geklopft, es entsteht eine gleichmäßige Fläche. Nur bei stufenweisen Befestigungen (Osteuropa) sieht man an jeder Stufe den ganzen Halm. Verrottungsicherer ist die verdeckte Version.

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/b/ba/Reetdach_P7040064.JPG/800px-Reetdach_P7040064.JPG

Bild 1 unten zeigt ein altes Modell in 1/25 mit ganzen Halmen. Man erkennt zwar, was es sein soll, aber entspricht halt nicht dem Anblick eines "echten" Strohdaches.
Bild 2 zeigt  ein 1/30er Modell mit Langhalmmatte, du siehst es ist einfach aufgeklebt.
Bild 3 zeigt das Dach nach der Lackierung mit verschiedenen Grün-und Brauntönen mit der Airbrush. Pinseln ist mühselig, geht aber auch. Solltest du keine Airbrush haben, nimm Revell Spraydosen zur Grundierung und arbeite mit dem Pinsel nach
Bild 4 ist ein Modell in 1/60 mit einer normalen 08/15-Grasmatte
Leider habe ich keine Fotos der 1/90er Modelle mehr, die entstanden vor der Digitalfotografie...

H.
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Re: Dioramenidee "Bargteheide 1364" - Ein Anfang und viele Gedanken
« Antwort #38 am: 21. Juni 2017, 15:06:50 »
Möglicherweise könnte man auch Dichtungshanf aus dem Sanitärbereich verwenden,ist dann aber bestimmt ganz schön viel Arbeit.Gruß vom Dirk

Hans

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Re: Dioramenidee "Bargteheide 1364" - Ein Anfang und viele Gedanken
« Antwort #39 am: 21. Juni 2017, 16:54:51 »
Das erste Bild zeigt Dichtungshanf, zudem ist beim letzten Bild Hanf als Firstabdeckung verwendet worden
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Jensel1964

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Re: Dioramenidee "Bargteheide 1364" - Ein Anfang und viele Gedanken
« Antwort #40 am: 22. Juni 2017, 22:46:49 »
@Hans: Vielen Dank für die Fotos und die Entscheidungshilfe. Ich denke mal, dass die Wolle in den Fundus meiner Frau wandert, damit sie mir zum Winter ein molliges Mützchen häkelt. Deine Grasmattenvariante, und hier besonders Bild 4, haben mich restlos überzeugt. Ich werde am Montag mal einen Abstecher in den Modellbahnladen in HH-Rahlstedt machen und mal in der Grasmattenabteilung stöbern.
Das mit dem Dichtungshanf ist auch eine gute Idee, Dirk. Ich habe mir direkt mal zwei Gebinde á 200g bestellt. Bei 1,55€/Gebinde konnte ich nicht nein sagen.

Bleibt noch die Fensterfrage? Ich tendiere zu Tuch statt Glas.

Und dann überlege ich, wie ich das Steinfundament darstellen soll. Am Besten wären natürlich Natursteinchen. Aber das wird ne echte Sammelorgie. Mal gucken, was sich beim nächsten Strandbesuch an der Ostsee so finden lässt. Die Idee das Fundament mit FIMO und eingravierten Steinen darzustellen überzeugt mich noch nicht so ganz.
Ich grübel da nochmal drauf rum.

Bis dahin danke ich Euch von Herzen für Eure Anregungen. Das Projekt macht wirklich Spaß.  Nicht zuletzt danm Euch.
Jens

Hans

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Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
« Antwort #41 am: 22. Juni 2017, 22:55:58 »
Bei Fenstern gibts falls kein Glas: Nix, aber mit Schiebeladen innen.
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Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
« Antwort #42 am: 23. Juni 2017, 11:03:24 »
Hat man nicht auch anstatt Glas die Blasen von Tieren verwendet....??

wefalck

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Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
« Antwort #43 am: 23. Juni 2017, 11:03:53 »
Bin da nicht so der Spezialist, aber es besteht da ein Unterschied in der Technik zwischen Reetdächern (Reet = Schilf) und Strohdächern (Stroh von Getreidepflanzen). Dabei gitb es sicherlich auch noch landschaftliche und zeitliche Unterschiede. Auch gerade die Firstabdeckung ist landschaftlich sehr unterschiedlich.

Wie Strohdächer hergestellt werden kann ich nicht sagen. Es ist aber dabei auch zu bedenken, daß im Mittelalter die Halme deutlich kürzer waren, da auf den Feldern mangels ausreichender Düngung weniger Biomasse erzeugt wurde. Heute versucht man ja die Halmlänge so zu optimieren, daß sich das Getreide gut mit dem Mähdrescher ernten läßt, daß aber andererseits nicht unnötig Biomasse erzeugt wird, für die man keine Verwendung hat.

Untenstehend ein Bild von der Neueindeckung mit Reet eines der Gebäude des Museums in Jork (Altes Land) im Jahr 2002. Das Reet wird in Bündeln angeliefert, diese dann auf die Pfetten ausgelegt und aufgeschnitten. Die Ende der Reethalme werden dann mit einem Spaten-ähnlichen Werkzeug in eine Ebene geklopft und jede Lage an die Pfetten genäht (heute nimmt man dazu verzinkten Eisendraht). Dann kommt die nächste Lage dran, bis zum First. Für die Gestaltung von Firsten, Traufen und Giebelenden gibt es unzählige Möglichkeiten und es werden oft andere Materialien, wie Holz, Grassoden, Dachziegel und heute auch Blech verwendet.



Wenn man also die Fläche eines Reetdaches betrachtet, sie man eigentlich gar keine Halme, sondern nur deren offene Enden. Englische Modellbauer verwenden daher für Reetdächer feinporigen Schwamm.
« Letzte Änderung: 23. Juni 2017, 12:48:24 von wefalck »

f1-bauer

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Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
« Antwort #44 am: 23. Juni 2017, 12:35:34 »
Servus Jens,
zum Thema Fenster hätte ich hier mal eine interessante Lektüre http://www.regionalgeschichte.net/bibliothek/glossar/alphabet/f/fenster.html, sowohl zum Thema Zweck und Anordnung als auch zum Thema, wie sie verschlossen wurden, wenn (noch) kein Glas, respektive Butzen, verwendet wurde.

Dann habe ich gesehen, dass Du wohl Türen sowohl an der Giebelseite als auch auf den Seiten vorgesehen hast. Anfänglich wurden die Ein-/Ausgänge nur an den Giebelseiten eingebaut, wie auf dem letzten Foto von Hans. Der Grund war: bei einem Dachbrand eines Reet- oder Strohdachs ist zuerst das Material verbrannt, mit dem die Bündel auf das Dach genäht waren (damals z.B. Weidenruten). Dadurch sind die brennenden Bündel vom Dach gerutscht. Lag nun der Ausgang auf der Seite, war der schnell blockiert und die Leute konnten nicht mehr aus dem Haus flüchten. Später (ich weiß nicht, ob schon im 14. Jhd.) haben sie dann einen "Zwerchgiebel" über einen seitlichen Eingang gesetzt, damit im Brandfall brenndes Reet/Stroh nicht vor die Tür fällt.

Siehe z.B. hier https://de.wikipedia.org/wiki/Geesthardenhaus und hier https://de.wikipedia.org/wiki/Uthlandfriesisches_Haus

Gruß
Jürgen  :winken:

PS @ wefalck: ich sehe kein Foto, weder per Handy noch per PC  ?(
« Letzte Änderung: 23. Juni 2017, 12:38:19 von f1-bauer »