Autor Thema:  Dioramentrilogie WWII  (Gelesen 1985 mal)

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Wolfgang Meyer

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Dioramentrilogie WWII
« am: 05. Juni 2017, 17:35:46 »


Neben unserer Dioramentrilogie zur Völkerschlacht bei Leipzig 1813 möchten wir auch zur Geschichte des 2. Weltkrieges eine Trilogie von Dioramen kreieren.
Dabei wollen wir aber keine Kampfhandlungen zeigen, uns kommt es in erster Linie auf den Dioramenbau mit den historisch korrekten Figuren, bzw. ihrer Ausrüstung und Bewaffnung sowie der Gestaltung des jeweiligen Einsatzgebietes an.
Wieso 2. Weltkrieg? Wir haben uns lange gegen den Dioramenbau dieser Epoche gesträubt. Aber durch Arbeiten verschiedenster Hobbyfreunde haben wir die Erkenntnis gewonnen, dass dieses Thema nichts mit Militarismus zu tun haben muss.
Es ist einfach für unser Land und für die ganze Welt eine einschneidende Epoche gewesen, die viel Leid gebracht und Wesentliches in unserem Leben verändert hat. So soll sie es auch wert sein, einen Platz in unserem Dioramenmuseum zu bekommen.

Es ist beim Dioramenbau zum 2. Weltkrieg natürlich vorteilhaft, dass es zu allen Armeen schon hervorragende Figuren im Maßstab 1/72 sowie praktisch alle Ausrüstung und Fahrzeuge in diesem Maßstab gibt und diese nicht extra hergestellt werden müssen. Da wir alle unsere Projekte selbst finanzieren, ist es schon günstig dass nicht noch extra Modellierkosten auf uns zu kommen.
So haben wir uns für die hervorragenden AB-Figuren, bzw. für ausgewählte Figuren von Jörg Schmäling (Art-Miniaturen) entschieden.


Neben unserem Diorama „Süditalien“, welches kurz vor der Fertigstellung steht, möchten wir gerne zwei weitere Dioramen zum 2. Weltkrieg bauen. Beim Diorama „Süditalien“ werden in erster Linie deutsche Truppen, neben italienischen Soldaten und Zivilisten in Szene gesetzt. Hier steht dann auch beim Diorama der Bau des italienischen Dorfes im Mittelpunkt.

Das zweite Diorama wird sich mit dem Feldzug in Nordafrika beschäftigen.

„Nordafrika 1943“

Hier werden wir den Rückzug des deutschen Afrikakorps und den Vormarsch der US-Armee in den Mittelpunkt stellen. Auch hier kommt es uns in erster Linie auf Architektur und Landschaftsbau an, der dieses Mal ganz anders sein wird.
Die Figuren, Fahrzeuge und Ausrüstung zu diesem Diorama sind alle schon bestellt. Dieses Diorama wird auch zur nächsten DIORAMICA  im November 2018 fertig gestellt sein.

Das dritte Diorama handelt von den Kämpfen um Kreta im Mai 1941.

„Kreta 1941“

Hier gibt es auch schon fast alle Figuren. Hier möchten wir gerne britische und griechische Truppen bzw. deutsche Fallschirmjäger bei ihrem Einsatz zeigen. Auch diese Figuren und Fahrzeuge inklusive Lastensegler sind alle schon geordert. Auch dieses dritte Diorama wird zur nächsten DIORAMICA zu sehen sein.

Alle drei Dioramen zum 2. Weltkrieg werden in der Größe 1,20 Meter x 1,60 Meter gefertigt. Wir haben uns auf dieses Maß bei unseren zukünftigen Dioramen geeinigt, da diese dann noch gut in unserem Anhänger zu transportieren sind und wir sie dann auf externen Ausstellungen zeigen können. Sie sind von der Größe noch so klein, dass man alle Details erkennen kann aber auch so groß, dass man komplexe Zusammenhänge im Diorama darstellen kann.

Wir werden wie immer über die Baufortschritte berichten. Betrachten kann man die Dioramen dann bei uns im Museum bzw. bei der 2. DIORAMICA, die am 17.11.2018 und am 18.11.2018 in unserem Dioramenmuseum in Hann. Münden stattfindet.

Nach diesem Ausflug in den Dioramenbau zum 2. Weltkrieg werden wir uns wieder unseren bevorzugten historischen Themen zuwenden. Parallel laufen natürlich die Bauarbeiten zu unseren Großdioramen „Teutonic Order 1329“, French Indian War“, „Scottish Highlands 1743“ sowie „Donauübergang 1809“ weiter.
Diese werden auch spätestens zur nächsten DIORAMICA fertig sein.

Die Fortschritte beim Bau aller Dioramen werden wir nicht nur auf unserer Vereinsseite zeigen, wir möchten sie wie immer auch hier im Forum präsentieren. Für Tipps wie wir es besser machen können, sind wir immer dankbar.


Liebe Grüße,

Patrick & Wolfgang

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Bromex

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Re: Dioramentrilogie WWII
« Antwort #1 am: 05. Juni 2017, 22:31:52 »
Hallöle.
Ich hab mir mal Eure Seite angeguckt. Das Dio "Italien" is schön gemacht.
Die Flussherstellung hier im Board hab ich teilweise interessiert mitverfolgt
Ich hätte da nur einige Anmerkungen:
-Marschband: Die Abstände der Fahrzeuge an sich sind zu gering, und gerade beim Brückenübergang, gerade mit schweren Fahrzeugen.
( OK, ist vielleicht dem eingeschränkten Raum geschuldet. )
-Die gepanzerte Flak auf der Zugangsseite. Standort schlecht da Sektor zur Tieffliegerabwehr zu begrenzt, und die bösen Ami's sicherlich den Fluß entlangkommen. Da brauch der Richtschütze nicht mal dran zu denken, das Ziel aufzunehmen.
-MG-Trupp auf dem Dach ? Wenn der Übergang durch ne sicher tagelang ausgebaute Stellung an der Brücke direkt gesichert ist, brauch man doch keinen "sturmbereiten" MG-Trupp auf irgendwelchen Dächern, die könnten da auch entspannt in Stellung liegen, oder ein Beobachte mit Funk würde es auch tun. Dafür steht ja die 8,8 direkt an der Brücke. Die reicht problemlösend weiter als das MG-42
-Pak und 8,8cm auf nicht mal 20m Abstand verbaut ? Ein Leckerbissen für jeden Richtschützen. MIt Brisanzgranate schön mittig, fallen gleich beide Spritzen aus.
( Wie gesagt, schön gemacht, die Anmerkungen nur mal so ein bisschen aus taktischer Sicht und nicht böse gemeint )

In diesem Sinne
Tschaudi
Red Bull verleiht Flügel, Green Bull verteilt Prügel !

VoodooRacer

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Re: Dioramentrilogie WWII
« Antwort #2 am: 06. Juni 2017, 09:39:38 »
Ich finde es einfach nur toll, wenn man Modellbau und Geschichte in Museumsarbeiten so erfolgreich und gut kombinieren kann… :P

Was mich persönlich abschrecken würde, wären die enormen Ausmaße der Dioramen. Das würde bei mir wohl Ewigkeiten dauern (außer man macht so was beruflich). Ich denke aber auch, dass man bei diesen Größen einen gesunden Kompromiss zwischen Detaillierung und Zweckmäßigkeit eingehen muss, ansonsten verliert man sich im Detail mit dem Endresultat, dass man nie fertig wird und der spätere Betrachter hier eh visuell überfordert wäre. Dieser würde diese ganzen Details gar nicht mehr wahrnehmen…

Ich habe mir auch mal das Italien-Dio angeschaut. Die vom Vorsprecher erwähnten Punkte kann man durchaus so sehen, aber es geht auch darum, ein gewisses Maximum auf einen beschränkten Raum darzustellen. Da sind wir dann wieder bei dem schon erwähnten Kompromiss, den ich hier auch nicht als störend empfinde…

Was mir eher auffällt: mir erscheinen die Uniformen der Figuren zum Teil zu dunkel. Ich hätte diese alleine durch den Maßstabs-Effekt um einiges heller gestaltet…

Zum anderen würde ich mir überlegen, alles (also Dio, Fahrzeuge und Figuren) zum Abschluss der Arbeiten mit einem „Tamiya-Buff“ dezent (!) einzunebeln, bzw. einzustauben. Mir fällt dabei immer wieder auf, dass anschließend alles (also Figuren, Modell und Dio) besser zusammen harmonieren und verschmelzen. Ansonsten wirkt es eher immer ein wenig „aufgesetzt“…

Es ist nicht unlogisch, dass man sich bei Militär-Geschichte auch mit dem zweiten Weltkrieg beschäftigt, doch bin ich zu diesem Thema mittlerweile ein wenig müde. Man sieht es gerade im Modellbau einfach zu viel...

Habt ihr eigentliche keine Planungen zum „Great War“? Gerade hier würde sich mit Sicherheit Tolles darstellen lassen. Wenn ich da nur an die Festungswerke denke (Alpen oder Verdun), bzw. an die typischen post-apokalyptischen Landschaften der damaligen West-Front… ;)

Im Bau (natürlich 1:72)    
- im 28mm-Figurenbereich: "Return of the living dead"-Diorama...

napoleonpati

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Re: Dioramentrilogie WWII
« Antwort #3 am: 06. Juni 2017, 21:20:16 »
Natürlich habt ihr in vielen Dingen recht.
Ich habe aber versucht den Dioramenbau in den Vordergrund zu rücken.
Taktisch kann auf dieser Größe vieles nicht den realen Umständen entsprechen.
Abstände der Geschütze, der Panzer usw.

Das Diorama wäre sonst ziemlich leer geworden  :3:

Es geht immer nur um Kompromisse die (uns) nicht zu sehr weh tun.

Die Figuren sind im Original viel heller, ich habe zu viel Kunstlicht bei den Aufnahmen genommen.
Auch die Verschmutzung der Fahrzeuge ist stärker als hier ersichtlich.

Dieses Thema ist für uns sehr schwer, da in der WWII Epoche sehr viele Experten und Künstler unterwegs sind.
Wir haben versucht das Gesamtdiorama wirken zu lassen und nicht den Fahrzeugmodellbau.
Hier gibt es doch versehentlich versiertere Modellbauer.

Danke für eure Anmerkungen



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mhase

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Re: Dioramentrilogie WWII
« Antwort #4 am: 22. Juni 2017, 21:41:20 »
Hallo die Herren Dioramenmeister,

ich verfolge euere Dioramenbauten immer mit sehr großem Interesse obwohl - oder vor allem weil - ich mich weder mit der jeweiligen Epoche auskenne, aber eueren Stil Dioramen zu bauen sehr lehreich und gut finde. Die Dioramen wirken für mich immer sehr stimmig und ich werde versuchen, nächstes Jahr zur Dioramica zu fahren um mir das mal im Original anzusehen.

Dafür interessiert mich themenmäßig die Triloge 2. WK, die ihr aufgegriffen habt,  umso mehr und dabei besonders auch die Geschehnisse in Nordafrika bis hin zum Rückzug an der Italienfront. Das war ja nach den Anfangserfolgen der Wehrmacht in Nordafrika ebenfalls nur eine gigantische Rückzugs- und Abwehr"schlacht" mit vereinzelten Erfolgen und hat bis heute - m.E. nach fälschlich den Ruf, eher der "saubere" Kriegsschauplatz gewesen zu sein. Vielleicht interessieren sich deshalb viele Modellbauer gerade dafür.

Und desdhalb erlaube ich mir, hier einzuhaken. 1943 war ja kurz nach der Landung der Alliierten in Sizilien und auf dem Festland (September 1943). Weit waren die Allierten da noch nicht gekommen, wenn man sich die Jahreszeit auf dem Diorama ansieht.
Ob hier PzKw VI - vulgo Tiger I, dazu noch mit Stahllaufrollen und dem vor allem bei der SS typischen Dreifarbanstrich im Einsatz waren, dazu noch Panther wage ich echt zu bezweifeln. In Italien waren zum Einen die Truppen stationiert, die an sich nach Nordafrika hätten gehen sollen und dann eben die, die hastig nach dem "Seitenwechsel" der italienischen Regierung in Norditalien im Einsatz waren. Auch halte ich die Frabgebung der Uniformen für nicht sonderlich authentisch, diese entspricht eher dem Standard aus der Zeit 1939 bis 1941/42. In Italien war vornehmlich die "Tropenuniform" ausgegeben,d azu die LW-Uniformen, da ja dort die LW-Felddivision HG im Einsatz war.

Geht eigentlich der Weg der Truppen zurück? Die fahren ja in Richtung Rom, wenn der Wegweiser stimmt.... dann kommen sie aber aus dem Norden, weit hinter der Front

Es wäre schade, wenn die von euch so konsequent geforderte Authentizität hier leiden würde.

Gruß

Michael

Uwe K.

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Re: Dioramentrilogie WWII
« Antwort #5 am: 23. Juni 2017, 12:46:59 »
Bravo, Herr VoodooRacer!!
Die letzte Bemerkung über die Epoche des WK I kann ich so nur voll
unterschreiben.
Das wären mal Dios die sich echt von schon gesehenem abheben würden!!

napoleonpati

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Re: Dioramentrilogie WWII
« Antwort #6 am: 24. Juni 2017, 17:32:32 »
Hallo Michael,

ich wusste das ich mich mit dem Thema WWII in ein Wespennest begebe  :3:
Daher hatte ich beschlossen etwas relativ Fiktives zu bauen.
Ich wollte mich gerade nicht festlegen mit "Sizilien", "Siegfriedlinie" usw.
Die wahnsinnig große Menge an verschiedensten Recherchenunterlagen, gerade was Uniformierung und
Panzertarnungen betrifft, hat alles nicht einfacher gemacht. Tausend verschiedene Aussagen.
Auch musste ich mit den AB Figuren klar kommen, gerade was die Uniformierung betrifft.

Hier meine typischen Ausreden ( toll durchdacht ) :3: :3:

Deutsche Einheit kommt frisch aus Frankreich ( eine der 2 verlegten Divisionen ), daher keine Tropenuniform hell.

Panzer fahren in einen dichten Kolonne, da zu dieser Zeit völlige deutsche Lufthoheit besteht. ( belegt durch meine 2 Messerschmitts über dem Diorama )

Und eins muss ich mal zu den tausenden verschiedenen im Netz gezeigten Tarnanstrichen sagen.
In den hunderten Bildbänden und den hunderten Videos sind Tarnanstriche sehr sehr rar gesät.
Entweder ware wohl keine Zeit für den Anstrich damals vorhanden oder die Verluste sind zu schnell eingetreten.

Ich habe den Tarnanstrich gewählt, da ich zum ersten Mal meine Airbruch benutzen wollte. Das war der Grund :3:

Und jetzt meine letzte Ausrede für kleinere Fehler.
Für kleine 2qm Dioramen haben wir nicht mehr als 3-4 Monate Zeit.

Schön wenn es euch trotzdem gefällt.

coporado

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Re: Dioramentrilogie WWII
« Antwort #7 am: 14. Juli 2017, 08:02:35 »
Moinsen,

ich bin (bautechnisch) auch gerade in Italien 1943 unterwegs. Suche schon seit Tagen möglichst farbige Bilder oder auch historisch belegte Texte für die Wegweiser von damals. Habe gesehen, dass ihr welche auf eurem Italien- Dio stehen habt.

Sind die Schilder historisch korrekt? Sofern ja könntet ihr davon mal eine Nahaufnahme machen oder, sofern vorhanden, mir einen Link schicken eurer Recherchequelle?

Besten Dank vorab!

Gruß
Sascha  :winken:
Gruß
Sascha  :winken:

Visit http://modellschmiede-haemelwerwald.jimdo.com/

...und weißt du keinen Rat, nimm Draht!

napoleonpati

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Re: Dioramentrilogie WWII
« Antwort #8 am: 14. Juli 2017, 15:02:52 »
Hallo Sascha,
die Wegweiser habe ich mir aus alten WWII-Dokus bei Youtube abgesehen.
Eins ist sicher, du kannst machen was du willst, es gibt Millionen von Möglichkeiten.
Es war nichts standardisiert. Kein TÜV oder Behörde :3: :3: :3: