Autor Thema:  Ätzteile selber herstellen?  (Gelesen 1209 mal)

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BR03 1010-2

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Ätzteile selber herstellen?
« am: 10. August 2017, 21:06:54 »
Hallo,

ich bin zwar neu hier im Forum, jedoch baue ich schon Seit vielen Jahren Modelle. Ich bevorzuge gerade in letzter Zeit Dampflokbausätze in praktisch jedem Maßstab. Momentan versuche ich die Revell BR01 in eine DR BR 01.5 umzubauen. Das wird zwar wahnsinnig viel Arbeit (Wenn es überhaupt funktioniert wie ich mir das denke), aber dafür ist ein Hobby ja auch irgendwie da. Da es von der Lok kaum gute und erschwingliche Teile gibt (bsp. Weinert), wollte ich mich mal an Ätzteilen versuchen. Dazu habe ich aber noch ein paar Fragen:

Ich habe mir jetzt erstmal auf Conrad ein Paar Sachen zusammen gestellt. Meine erste Frage wäre jetzt, ob diese "Teile" und Chemikalien überhaupt zusammen passen?

Eisen(III)-Chlorid: https://www.conrad.de/de/eisen-3-chlorid-bungard-fe3cl-inhalt-1-l-530736.html?sc.ref=Search%20Results
Messing mit Fotobeschichtung: https://www.conrad.de/de/messing-blech-fotobeschichtet-negativ-messing-l-x-b-x-h-215-x-145-x-03-mm-bungard-271003145-inhalt-1-st-529060.html
Negativ-Entwickler: https://www.conrad.de/de/entwickler-negativ-bungard-revelateur-de-negatif-poudre-10g-inhalt-10-g-529052.html


Nun zu meiner zweiten Frage: Kann man die Messingplatte mit der bedruckten Folie in die Sonne legen? Ich habe da mal was von gelesen, jedoch ohne jegliche Belichtungszeit. Wie lange dauert sowas dann? Ich habe persönlich kein Problem damit das spätere Ätzteil Stundenlang in die Sonne zu legen. Mit UV Lampen will ich eigentlich gar nicht erst anfangen, da es erstmal sowieso nur ein kleiner, kostengünstiger Test werden sollte.

Und nun zur letzten Frage:  Wie oft kann man diesen 1Liter Negativ-Entwickler benutzen? Von der Analog-Fotografie kenne ich es so, dass man entweder das Zeug als 1-mal Entwickler verdünnt oder als mehrfach Entwickler. Geht sowas hier auch? Oder kann ich den nur für ein Bauteil verwenden?

Vielleicht kann mir ja jemand meine Fragen beantworten. Vielen Dank schon mal im Voraus.

LG BR03 1010-2

Universalniet

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Re: Ätzteile selber herstellen?
« Antwort #1 am: 10. August 2017, 22:26:15 »
Ich habe mal kurz drübergeschaut.

Ich selber benutze ebenfalls Eisen-III-Chlorid. Als Entwickler Ätznatron nach Massgabe des Fotolacks den ich verwende um das Messingblech zu beschichten.

Entwickler: Bei mir reichen 3g für 500 ml. Das hält ein paar Entwicklungen, kann aber nicht lange gelagert werden.
Ätznatron (falls das der Entwickler ist) ist aber sehr günstig. Schau mal bei Amazon. Da kriegst Du 1000g für 5€.

Das Blech mit 0.3mm ist eher stark. Willst Du beidseitig ätzen?

Wenn Du etwas englisch kannst, dann schau dieses Video an:

https://youtu.be/NntLi4KcLlI

UV Belichtung. Die Sonne ist viel zu ungenau. ichhabe eine Testreihe gemacht um nicht zu stark zu belichten. In 30 sec Intervallen. DerSpielraum ist nicht besonders groß .....
aber wenn man das richtige Geräte nimmt ist das nicht teuer. Da kannst Du der Damenwelt danken:

UV Lampe



pucki

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Re: Ätzteile selber herstellen?
« Antwort #2 am: 11. August 2017, 15:38:13 »
Mal eine dumme Frage.

Wieso benutzt ihr das miese Eisen-III-Chlorid. ?? Ich ätze seit einiger Zeit wieder meine Platinen selbst und benutze dazu Natriumpersulfat. Geht hervorragend. Und ist mit weniger Nebenwirkungen ausgestattet.

Dann hätte ich noch eine 2. Frage.  Wie verhindert ihr die Unterätzung. Bei meinen Platinen sind es ja "nur" 35 mü die da weg müssen, da ist das Risiko ziemlich niedrig.

Gruß

   Pucki
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Re: Ätzteile selber herstellen?
« Antwort #3 am: 11. August 2017, 21:41:50 »
Geringere Ätzgeschwindigkeit ist für Anfänger besser zu kontrollieren. Außerdem schon in flüssiger Form erhältlich.

Bei 0.1 bzw. 0.2mm dicken Blechen habe ich keine ernsthaften Probleme mit Unterätzungen gehabt.

pucki

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Re: Ätzteile selber herstellen?
« Antwort #4 am: 13. August 2017, 16:59:09 »
Bei 0.1 bzw. 0.2mm dicken Blechen habe ich keine ernsthaften Probleme mit Unterätzungen gehabt.

Hast du vielleicht auch ein Link zu einer Quelle wo es so dünne Bleche gibt. Die die ich gefunden habe sind wesentlich dicker.

VIELEN DANK.

Gruß

    Pucki
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jaykay

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Re: Ätzteile selber herstellen?
« Antwort #6 am: 13. August 2017, 18:13:29 »
 
Beschichtete Bleche aus Messing oder Neusilber bekommt man bei Saemann oder auch Conrad. Dasselbe gilt für die Verbrauchsmaterialien.
Ich ätze seit jeher mit Natriumpersulfat. Zu schnell/unkontrollierbar ist das beim besten Willen nicht. Geschwindigkeit ist eher Trumpf, weil das zu weniger Unterätzung führt. Außerdem wird rs nicht so trüb wie Eisenchlorid und man sieht die Teile besser in der Brühe.


BR03 1010-2

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Re: Ätzteile selber herstellen?
« Antwort #7 am: 14. August 2017, 21:24:28 »

Universalniet

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Re: Ätzteile selber herstellen?
« Antwort #8 am: 15. August 2017, 08:46:50 »
Ich verwende das Gerät. Es arbeitet zuverlässig und hat absolut genug UV Strahlung zur Belichtung (Soll ja auch UV Kleber und Lack härten).

Praktisch ist der Timer.
Ich weiss nicht ob das Bungard Material von der Wellenlänge her passt, da ich den CRC Lack zum selberbeschichten verwende.
Da es aber kurzwelliger ist als die Angabe bei Bungard, sollte das eigentlich klappen.

pucki

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Re: Ätzteile selber herstellen?
« Antwort #9 am: 15. August 2017, 17:18:03 »
Naja. Das HELLAS Teil von Bungard arbeitet lt. PDF zwischen 360-400 nm. Das Amazon Teil mit 365 nm.  Also locker gesehen alles im selben Wellenbereich.

Ich empfehle bei Neukauf und erster Belichtung die 5 mm Methode. (Zahlen drauf machen auf eine Folie, und alle 10 sek. 5 mm mehr zum belichten freigeben. Danach entwickeln und gegebenenfalls ätzen. Dann weiß man perfekt wie lange man belichten muss. ) Bei diesen Gerät ist auch der Abstand zum Objekt zu messen und dann beibehalten.


Ich möchte mich deshalb mal für BEIDE Links bedanken. Da ich z.Z. mit einer zweckentfremdeten Lampe aus einen anderen Wellenbereich belichte (min. 30-40 min bei 300 Watt ;) ) ist das Teil von Amazon eine prima Alternative für nur 20 Euro.

Allerdings habe ich noch nie durchgeätzt. Meine Erfahrungen in den Bereich beziehen sich auf das erstellen von Platinen (Steuerverteilungsplatine für ein Modellauto akt.).

@ Universalniet

Dir besonders DANKE, auf Metallfolien wäre ich nie gekommen in den Zusammenhang. Ich hab immer nach "dünnen Blechen" gesucht.

Eine Frage noch.  Spritzt Ihr die Folien mit den Belichterzeug ("Positiv 20") an oder nutzt jemand diese neue Folientechnik. ?

Gruß

  Pucki
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Universalniet

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Re: Ätzteile selber herstellen?
« Antwort #10 am: 15. August 2017, 20:38:02 »

MNGL

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Re: Ätzteile selber herstellen?
« Antwort #11 am: 16. August 2017, 14:33:46 »
Hat von Euch schon mal jemand das Toner-Transferverfahren ausprobiert?
Hört sich vielversprechend an und man spart den kompletten Beschichtungs-, Belichtungs- und Entwicklungsprozess.
Ausserdem, falls der Transfer nicht auf Anhieb klappt, hat man ausser einem Stück Papier und dem minimalen Toner nichts verbraten und kann wieder von vorn beginnen.

Will ich bald mal ausprobieren. Allerdings für eine kleine Elektronik-Leiterplatte, die ich rekonstruieren will. Weil durchgebrannte Leiterbahn, die momentan pragmatisch mit einem Stück Draht geflickt ist.

Haben nur momentan kein Bügeleisen mehr im Haushalt. LOL.

Viele Grüße
Martin

pucki

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Re: Ätzteile selber herstellen?
« Antwort #12 am: 16. August 2017, 17:38:58 »
Hat von Euch schon mal jemand das Toner-Transferverfahren ausprobiert?
Hört sich vielversprechend an und man spart den kompletten Beschichtungs-, Belichtungs- und Entwicklungsprozess.

Naja, ich hab es mal bei einen Freund gesehen. Es funktioniert aber die Schärfe lässt sehr zu wünschen übrig. Hier in den Link wo das Verfahren erklärt wird, https://www.mikrocontroller.net/articles/Platinenherstellung_mit_der_Tonertransfermethode ist ein Foto. Die Qualität der Platine dort und die bei meine Freund war gleich. Die Kanten sind "fransig" und unscharf.

Für meine feine Elektronik wo ich Bauteile von ca 2-3 mm verlöte (SMD) ist das zu unsauber.

Ich mache es so. Ich erstelle für jedes Objekt ein A4 Bogen. Sollte das Objekt mehrfach GRADE darauf passen dann erstelle ich es auch mehrfach.

Da ich leider kein Laserdrucker habe, muss ich dann in die Stadt und lasse mir das in einen Druckshop ausdrucken. Kostet mich auf erstklassige dickere Folie mit top Toner 2 Euro. Tintenstrahlfolie ist Mist. Die ist zu rau und die Tinte in meinen Augen nicht deckend. Ich benutze KEINEN "Tonerverdichter" oder sonstiges Zeug dann mehr.

Zu Hause schneide ich dann das Objekt so eng wie möglich aus und belichte es.
Dann Entwickeln. Zum Entwickler : Der Entwickler kostet fast gar nix. Mit meiner 2 Dose für ca. 4 Euro komme ich vermutlich 20 Jahre aus da ich nur 10 g auf 1 Liter Wasser benötige. Den da ->  https://www.conrad.de/de/entwickler-positiv-bungard-72122-inhalt-250-g-527882.html

Will ich bald mal ausprobieren. Allerdings für eine kleine Elektronik-Leiterplatte, die ich rekonstruieren will. Weil durchgebrannte Leiterbahn, die momentan pragmatisch mit einem Stück Draht geflickt ist.

Wieso malst du sie nicht einfach neu.  Silberleitstift und fertig ist ;)

Gruß

   Pucki
 
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MNGL

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Re: Ätzteile selber herstellen?
« Antwort #13 am: 16. August 2017, 19:25:55 »
Interessant,

danke für den Link. Und ich hätte gedacht, die Konturenschärfe auf dem Foto wäre gut.

Universalniet,
wie bekommst Du diese aufgerollte Folie nach dem Abrollen eben?

Viele Grüße
Martin

Universalniet

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Re: Ätzteile selber herstellen?
« Antwort #14 am: 17. August 2017, 09:52:55 »
Zum Belichten lege ich die eh unter eine Glasplatte mit der Folie.
Sie kommt aber sehr eben von der Rolle, sprich sie hat nur eine kleine Krümmung. Hat bei meinen (zugegebenermaßen kleinen) Ätzteilen keine "Rolle"  :D gespielt.