Autor Thema:  E-50  (Gelesen 640 mal)

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toppertino

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E-50
« am: 16. August 2017, 21:17:27 »
Kurze Frage:
Ist die Bewaffnung vom E-50 nicht bissl dünne? Hauptwaffe u Koax-MG...das war's? Kein Funker-MG (Kugelblende) oder Kommandanten-MG?
Was mir auch aufgefallen ist, ist der "starre" Winkelspiegel für den Fahrer. Warum nicht mehr schwenkbar?
Das alles zusammen kommt mir reichlich rückschrittlich vor für eine Neuentwicklung.  :rolleyes:

hein52

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Re: E-50
« Antwort #1 am: 17. August 2017, 19:38:28 »
In Panzer Tracts (Paper Panzers) ist die Seitenansicht der Wanne des E 50 abgebildet. Es sieht tatsächlich so aus, als ob kein Funker-MG vogesehen gewesen wäre. In der kurzen Beschreibung dazu wird nicht darauf eingegangen, welcher Turm Verwendung finden sollte. Der Hauptvorteil der Neuentwicklung sollte wohl in der Verwendung standardisierter Bauteile für E 50/E 75 liegen.

Gruß Heiner

toppertino

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Re: E-50
« Antwort #2 am: 17. August 2017, 21:30:25 »
Standardisierung u Vereinheitlichung ist schon klar und auch logisch. Aber wegen irgendwas muss das MG ja auf der Strecke geblieben sein...und der drehbare Winkelspiegel auch.
Wem tut denn das MG bei der Standardisierung weh?

jackrabbit

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Re: E-50
« Antwort #3 am: 17. August 2017, 22:03:51 »
Hallo,

Wem tut denn das MG bei der Standardisierung weh?l

Ein MG in der Bugplatte ist eine Schwachstelle in der Konstruktion und/oder ein höherer Aufwand bei der Produktion.

Mal davon abgesehen, dass es nur beim Entwurf des Paper-Panzers nicht vorgesehen war.
Es hätte also ggf. ab der ersten Serie gefordert/ eingebaut sein können.
Boah, jetzt muss man sich schon mit so 'nem fiktiven Kram ernsthaft auseinandersetzen.  :rolleyes:

Grüsse

f1-bauer

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Re: E-50
« Antwort #4 am: 17. August 2017, 23:29:12 »
... eine Neuentwicklung.  :rolleyes: ...
... die weder abgeschlossen war noch zu ende gedacht war noch auch nur annähernd zur Produktion anstand. Daher ist es m. E. müssig, über die Basis zu philosophieren, die dem Bausatz zu Grunde liegt.

Wie es hätte ausgehen können kannst Du dir am Leo 1 und anderen Entwicklungen der 60er und 70iger anschauen, auch in Frankreich. Da sind wesentliche Ideen aus der Entwicklung der E-Fahrzeuge eingeflossen.

Gruß
Jürgen  :winken:

IronCross

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Re: E-50
« Antwort #5 am: 17. August 2017, 23:36:44 »
Ob Du Dich ernsthaft damit auseinandersetzen mußt bleibt doch Dir überlassen!!!
Sollte da bei Dir aber ein kleines "Charakterproblem" vorliegen, hab ich natürlich nix gesagt.. trinken

 :winken:

toppertino

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Re: E-50
« Antwort #6 am: 18. August 2017, 10:03:52 »
Jungs, lasst gut sein.
Ich sollte nem Kumpel eigentlich nur ne Hilfestellung beim Bau seines E-50 von Trumpeter geben (Lackierung und mal "drüberschauen"). Da ist mir ist mir das Ganze aufgefallen und ich war neugierig.
Aber nun ist's mir auch egal. Also nix für ungut.

jackrabbit

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Re: E-50
« Antwort #7 am: 18. August 2017, 10:13:02 »
@IronCross

Hallo,

Ob Du Dich ernsthaft damit auseinandersetzen mußt bleibt doch Dir überlassen!!!
Sollte da bei Dir aber ein kleines "Charakterproblem" vorliegen, hab ich natürlich nix gesagt.. trinken

meine letzte Äußerung war nur als Spaß gemeint, ansonsten hätte ich nicht ernsthaft auf die Frage geantwortet,
als einziger bisher übrigens.

Deine "Anfeindung" nehme ich Dir persönlich übel.

Grüsse



Steffen

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Re: E-50
« Antwort #8 am: 18. August 2017, 10:35:49 »
Um mal auf das eigentliche Thema zurück zu kommen.

1. Flugabwehr-MG auf der Kommandantenkuppel
Diese Waffe war nicht zur Nahverteidigung, sondern wirklich zur Fliegerabwehr gedacht. Jedoch wurde das in der Praxis so gut wie nie genutzt. Welcher Kommandant ist auch so lebensmüde sich einem anfliegenden Tiefflieger offen und ungeschützt in der Kuppel entgegenzustellen ? Also weg damit.

2. Bug-MG
Vorbei die Zeiten, als Infanterie frontal auf Panzer zu stürmte. Welche Infanterie wird einem Panzer gefährlich ? Nur die mit Panzerabwehrwaffen. Und diese werden üblicherweise aus dem Hinterhalt eingesetzt. Da hilft auch ein Bug-MG nicht. Zudem, wie jackrabbit schon sagte, ist ein Bug-Mg a) ein höherer Produktionsaufwand und b) eine Schwächung der Panzerplatte. Also auch hier ; weg damit.

3. drehbarer Fahrer-Winkelspiegel.
Man machte sich Gedanken über rationalere Fertigung, Produktionsvereinfachungen um Material zu sparen und den Ausstoß zu erhöhen. In diesem Gedanken wurde in der Rüstungsproduktion Vieles vereinfacht. Und da ein Panzerfahrer nach den Weisungen des Kommandanten fahren sollte, genügt ein rudimentärer Ausblick nach vorn.

Das ganze Konzept der E Panzer bestand darin zu standardisieren, zu vereinfachen. Die deutsche Führung war sich durchaus bewußt, dass es viel zu viele Panzertypen gab, was die Logistik nicht eben einfach machte (auch mit Auge auf Ersatzteilversorgung). Aber typisch deutsch, schoß man über das Ziel hinaus ... E10, E25, E-50, E-75 und E-100. Fünf verschiedene Gewichtsklassen mit jeweils eigenen Entwürfen. Wobei eigentlich nur E-50 und E-75 stark miteinander vereinheitlicht wurden. Inwiefern nun aber diese fünf neuen Klassen eine Verbesserung der vorherigen Panzervielfalt sein sollte ... da wurde das Pferd von hinten aufgezäumt.
« Letzte Änderung: 18. August 2017, 10:38:19 von Steffen »

f1-bauer

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Re: E-50
« Antwort #9 am: 18. August 2017, 13:09:49 »
Zitat
Also weg damit.
Na ja, Steffen, so einfach ist es dann auch wieder nicht.
Das MG am SpPz 2  Luchs ab 1976 war z.B. schon immer ein reines Fla-MG mit Richtgriff und Fernauslösung anstelle Schulterstütze. Es konnte sowohl manuell (durch lebensmüden Kommandanten bei offener Luke  8o weil Panzeraufklärer ganz harte Jungs sind) als auch, mit der 20mm BMK synchronisiert, bei geschlossener Luke durch den Richtschützen oder Kommandanten gerichtet und bedient werden (Weicheimethode). An der Zieloptik gab es eine Umschaltung für BMK oder Fla-MG. An der MG-Lafette war dafür ein Höhenichtmotor mit Getriebe angebracht. Die Stromversorgung ging per Kabel, das durch eine ABC-Dichte Ausparung in der Luke nach draußen führte. Die Waffensynchro einrichten war Job des Richtschützen, immer ein mächtiges Gefummel und daher bei richtschützen sehr unbeliebt  :rolleyes:. Ich weiß das, ich war in Putlos beim Fla-Schiessen dabei. Das Turm MG konnte auch nur bedingt (wegen Entfernung, da wegen der Fla-Lafette nur geringe negative Richtung möglich) gegen Weichziele eingesetzt werden. Weichziele sind ja nicht nur Infantrie. Wie es sich bei Leopard und Co. verhält weiß ich nicht, daher sage ich da auch nichts. Unsere M48A2GA2 beim PzAufklBtl 4 hatten jedenfalls neben dem Blenden-MG auch ein Turm-MG mit Schulterstütze und Ringlafette.

Das Kugelblenden-MG im Bug wich m.E. dem MG in der Kanonenblende nicht nur wegen der Schwächung der Panzerung oder der Komplexität des Einbaus. Als Koax-MG ist es platzsparend an der Hauptwaffe verbaut, durch die Kanonenblende bestens geschützt und kann durch den Richtschützen bedient und mit dem Turm und der Zieloptik gerichtet werden. Einsatzziel ist hier wieder nicht unbedingt anstürmende Infantrie sondern eben Weichziele generell, also auch ungepanzerte Fahrzeuge, versteckte Schützen, MG-Nester etc., die so aus dem Schutz des Panzers angegeangen werden können. Lieber erst mal ein paar Feuerstöße mit dem MG gemacht als eine Granate verschwendet. Erst wenn das MG nicht ausreicht kann man dann mit der dicken Wumme hinterher gehen, weil das Ziel ja schon eingerichtet ist.

Die festen Winkelspiegel haben den Vorteil, dass ich als Fahrer nur den Kopf von einem zum nächsten Spiegel bewegen muss, anstelle mit den Händen einen Winkelspiegel zu bewegen. Die drei Spiegel für den Fahrer von z.B. Luchs, Leo 1 und frühe Leo 2 bieten z.B. dast 180 ° Sicht. Die neueren haben glaube ich ohnehin nur noch Kameras und Monitor anstelle Winkelspiegel.

Ob und inwiefern diese ganzen Überlegungen schon bei den E-Fahrzeugen gamacht wurden und wie reif diese Überlgungen waren ist m. E. Spekulation. Weil es der Bausatzhersteller auch nicht besser weiß, hat er es so umgesetzt wie er es gemacht hat. Daher sind m.E. Spekulationen zum Bausatz genauso müssig, wie mit Gewalt einen MG-Starrenden Igel daraus zu machen.

Klar ist m. E. nur, dass die Ingenieure der deutschen Rüstungsindustrie ab dem 8. Mai 45 sicher keinen kollektiven Gedächtnisverlust oder Gehirnschwund erlitten haben. Die meisten Ingenieure der einschlägigen Industrieunternehmen haben halt, als es wieder erlaubt war, 10 oder 15 Jahre älter und reifer geworden, nicht bei Null angefangen sondern wohl einfach da weiterentwickelt, wo sie bei den E-Fahrzeugen aufgehört hatten. Natürlich unter Berücksichtigung moderner Erkenntnisse, Entwicklungen, Materialien, Fertigungsmethoden etc.

Gruß
Jürgen  :winken: 
« Letzte Änderung: 18. August 2017, 13:13:54 von f1-bauer »