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Modelle und Reviews => Bauberichte => Thema gestartet von: Jensel1964 am 28. April 2017, 23:38:51

Titel: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Jensel1964 am 28. April 2017, 23:38:51
So, dann fange ich mal an….
Dass das Jütland-Diorama nicht ohne Folgen bleiben würde, war ja irgendwie klar. Ich hatte lange nicht mehr so viel Spaß und so wenig Druck im Hobby.
Was sollte aber nun das nächste Thema sein. Folgende Bilder schwebten mir vor:

1. Eine Anlegestelle in Lübeck zur Hansezeit mit einem Schiff, Hafenarbeitern, Seeleuten etc. Ich weiß nicht, ob jemand die „Rungholt-Romane“ von Derek Meister kennt. Eine wirklich tolle Reihe, die aber vor Jahren jäh und (wie ich finde) doof beendet wurde. Das Diorama sollte eine aus diesem Buch angeregte Szene zeigen. Allerdings habe ich nicht genügend Quellenmaterial über die Häuser des 14. Jh. (die Zeit in der Rungholt spielt) gefunden. Und den Bau einer Kogge traue ich mir noch nicht zu. Also: Aufgehoben aber nicht aufgeschoben.

2. Wikinger plündern ein sächsisches Dorf. Auch hier basiert die Idee auf einem Roman. Und natürlich ist sind die Uthred-Romane von Bernhard Cornwell. Aber das war mir zu dicht am letzten Thema und wird etwas verschoben.

3. Ein Gehöft in Island im 10. Jahrhundert. Super Idee, aber wie sah sowas aus und wie soll man eine Landschaft die man nur aus Büchern kennt glaubhaft auf 30/30 cm darstellen?!?! Auch damit werde ich mich später befassen.

Letztendlich habe ich mich für ein Stück Heimatgeschichte entschieden…..und mir damit eine echt große Aufgabe gestellt.

Ich bin in Bargteheide aufgewachsen, einer kleinen Stadt im Kreis Stormarn zwischen Hamburg und Lübeck. Das Gebiet um Bargteheide war schon in der Eisenzeit besiedelt. Infolge der Grenzlage zwischen Slawen und Sachsen erleben die sächsischen Ansiedlungen im Raum des späteren Bargteheide zwischen ca. 800 und ca. 1150 unruhige Zeiten. Im Jahre 1142 beginnt Adolf II. von Schauenburg, Graf von Hollstein und Stormarn damit, Siedler aus Friesland, Westfalen und aus dem Bereich nördlich des Harzes anzuwerben und Siedlungen in Stormarn zu gründen. Wälder wurden gerodet um Ackerland zu gewinnen. Eine dieser Ansiedlungen ist Bargteheide.

Bargteheide war ursprünglich ein Rundangerdorf, d.h. etwa gleich große Parzellen gliederten sich um einen zentralen Platz („Anger“). Das Ackerland wurde gemeinschaftlich bewirtschaftet, während die Höfe selbst den jeweiligen Bewohnern zugeordnet waren. Bargteheide bestand zu Anfang wohl aus 4-6 Hufen (Höfe), die in etwa kreisförmig angeordnet waren. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1314 („brektehegel“ bedeutete ungefähr „umfriedetes Brachland“).

Und nun wird es unsicher: Bargteheide wird sich natürlich weiterentwickelt und vergrößert haben. Besonders die Lage am Handelsweg zwischen den Hafenstädten Hamburg (Elbe-Nordsee) und Lübeck (Trave-Ostsee) und den Aufbau der Hanse wird sich auf die Entwicklung positiv ausgewirkt haben. Bargteheide liegt fast genau zwischen den beiden Hansestädten und wird im 14. Jahrhundert sicherlich auch von den durchreisenden Händlern profitiert haben. Möglicherweise gab es irgendeine Form von Gasthaus. Man wird den Reisenden Proviant verkauft haben. Als Übernachtungsmöglichkeiten boten sich die Klöster in Bad Oldesloe (Nütschau) und Reinfeld an. Aber bestimmt wird man Reisenden, bei Bedarf sicherlich einen Platz in der Scheune angeboten haben.

Wie auch immer ist das das Thema des Dioramas.

Eine Gruppe von Reisenden zieht durch das mittelalterliche Dorf und trifft auf die Bewohner. Zeitlich angesiedelt soll das Diorama um das 14. Jahrhundert sein.
Im Mittelpunkt steht für mich die Frage, wie das Dorf ausgesehen haben mag. Was für Häuser standen da wohl?
Meine erste Idee gibt diese Zeichnung wieder:

(https://abload.de/img/001-idee1uudr.jpg) (http://abload.de/image.php?img=001-idee1uudr.jpg)

Das ist noch sehr grob und quietschebunt, aber der Weg ist klar.

Das wird alles nicht so dramatisch und ich muss mir ernsthaft etwas überlegen, damit das nicht langweilig wird. Denn auf dem ersten Blick hört sich das nicht besonders spannend an. Keine Schlachten, kein Gemetzel…..Aber ich bin sicher, dass mir da noch einiges zu einfallen wird. Ein Markttag wäre eine Idee.

Dankenswerterweise habe ich echt tolle Unterstützung durch die Mitarbeiter des Museums in Bargteheide bekommen. Und allein dadurch stehe ich jetzt unter Zugzwang. Das muss schon richtig gut werden…. :pffft:

Was mir fehlt sind Angaben darüber, wie die Häuser im 14 Jh. wohl ausgesehen haben. Hat da jemand Skizzen oder Zeichnungen?

Ist so ein Brunnen, wie auf dem Bild gezeigt, realistisch?

Ich werde mich erstmal auf die Suche nach passenden Figuren machen.

Ich hoffe, dass die Einleitung jetzt nicht zu langatmig und langweilig war. Und ich hoffe auf Eure Unterstützung und Eure Ideen.

Jens  :winken:
Titel: Re: Dioramenidee "Bargteheide 1364" - Ein Anfang und viele Gedanken
Beitrag von: AnobiumPunctatum am 29. April 2017, 07:44:28
schöne Idee, obwohl ich zugeben muss, dass mir eine Hafenszene besser gefällt.
Ich finde es sehr erfrischend, dass es keinen Schlachtenlärm geben wird. Figuren sollte es reichlich geben. Wenn Du mehr Action möchtest, kannst Du eine Szene vor dem Gasthaus oder einen Handel zeigen.

P.S. ich habe die Zeichnungen nicht vergessen, nur den richtigen Ordner noch nicht gefunden.
Titel: Re: Dioramenidee "Bargteheide 1364" - Ein Anfang und viele Gedanken
Beitrag von: wefalck am 29. April 2017, 11:37:45
Bei solchen szenischen Gestaltungen (es ist wird ja wohl kein Diorama im eigentlichen Sinn, da der Hintergrund, die Kulisse, fehlt) ist die Erzielung optischer Dichte wichtig. Deswegen erscheint mir eine Grundfläche von 30 cm x 30 cm schon recht groß. Darauf werden sich die Figuren und Häuser usw. etwas verlieren.
Titel: Re: Dioramenidee "Bargteheide 1364" - Ein Anfang und viele Gedanken
Beitrag von: Jensel1964 am 29. April 2017, 14:43:07
Ich denke, dass die Abmesungen des Jütland-Dioramas (ich nenne das mal so...Diorama) auch bei diesem Thema eine gute Grundlage bieten. Das sind ca. 30/30 cm.
2-3 Häuser, ein Dorfanger mit einem Brunnen. Der kreuzende Weg, Dorfbewohner und Reisende. Das muss, wie ich bereits erwähnte, natürlich mit irgendeiner Handlung verknüpft sein.
Da ist der Kontrast zwischen den Dorfbewohnern, die den näheren Umkreis ihres Dorf wahrscheinlich nie verlassen werden zu den "Abenteurern, die die Welt sehen". Vielleicht kommen auch ein paar Bewaffnete Reiter, die den Reisenden Schutz bieten. Und vielleicht haben die gefangene Räuber im Schlepptau. Vielleicht ist da auch ein kirchlicher oder weltlicher Würdenträger auf dem Weg nach Lübeck.
Ich bin mir meinen Überlegungen noch nicht fertig und wahrscheinlich wird das auch noch etwas länger andauern.
Wichtig sind erstmal die Häuser.
Ich habe da dieses Haus gefunden:

https://www.fredericus-rex.eu/de/Massstab-1-72-Figuren-Gebaeude-Pflanzen-Fahnen/Gebaeude-1-18/1-72-Mittelalterliche-Gebaeude/Green-Line--GL-QK-001-Mittelalterliches-Bauernhaus--1-72.html

Ob das wohl in das 14. Jahrhundert nach Norddeutschland passt?  Wenn ja, würde ich es als Vorbild/Inspiration für einen Eigenbau nehmen.

Jens  :winken:
Titel: Re: Dioramenidee "Bargteheide 1364" - Ein Anfang und viele Gedanken
Beitrag von: Hans am 29. April 2017, 18:18:39
DIE einzige, allumfassende Bauweise für Mitte des XIV. Jahrhunderts gibts nicht. Eigentlich kommt man nicht darum herum, Grabungsergebnisse der Region zu finden. Fachwerk mit Ausfachung in Lehm, aber auch Ziegel, ist denkbar, Blockbauweise, Fachwerk in Ständerbauweise, Fachwerk auf Holzrahmen, Fachwerk auf gemauertem Fundament. Gibts alles. Eindeckung wie immer in Bretter (wird immer unterschätzt!), Ziegel, Schindel, Stroh (landschaftlich unterschiedlich). Frag mal den Museumsmann nach archäologischen Grundlagen.
Titel: Re: Dioramenidee "Bargteheide 1364" - Ein Anfang und viele Gedanken
Beitrag von: Hans am 29. April 2017, 18:25:16
Ich hab selber nur wenig Literatur aus dieser Zeit und die betrifft Franken und Bayern. Gibt's ein Freilichtmuseum in der Gegend? Und ein preisgünstiger Tipp: https://www.booklooker.de/B%C3%BCcher/Angebote/autor=Karl+Baumgarten&titel=Das+deutsche+Bauernhaus.+Eine+Einf%C3%BChrung+in+seine+Geschichte+vom+9.+bis+zum+19.+Jahrhundert
Titel: Re: Dioramenidee "Bargteheide 1364" - Ein Anfang und viele Gedanken
Beitrag von: wefalck am 29. April 2017, 19:00:37
Landestypisch (zumindest in neuerer Zeit) wäre eine Eindeckung in Reet (Schilf). Das nächste Freilichtmuseum in der Gegend dürfte das in Molfsee bei Kiel sein: http://www.schloss-gottorf.de/molfsee (http://www.schloss-gottorf.de/molfsee)

In den alten Tagen hatte das Altonaer Museum in Hamburg-Altona (http://www.altonaermuseum.de/ (http://www.altonaermuseum.de/)) eine Umfangreiche Ausstellung mit Hausmodellen aus Schleswig-Holstein über die Jahrhunderte. Bei meinem letzten Besuch war diese Abteilung verschwunden. Nachdem, was ich so hörte hat die Direktorin wenig Sinn für Modelle (die Schiffsmodelle z.B. wurden zeitweise in einem Container auf dem Hof gelagert sagten mir Mitarbeiter) und überhaupt Volkskunde ... Trotzdem kann man ja mal in diese Richtung forschen. Das Museum hat früher auch landeskundliche Schriften herausgegeben.

Eine anderer Ort für archäologische Informationen über S-H ist das S-H Landesmuseum (http://www.schloss-gottorf.de/ (http://www.schloss-gottorf.de/)) in Schloß Gottorf bei Schleswig.
Titel: Re: Dioramenidee "Bargteheide 1364" - Ein Anfang und viele Gedanken
Beitrag von: Hans am 29. April 2017, 19:18:24
Gottdorf hat keine Mittelalter-Archäologie, entsprechende Literatur im Shop ist mir auch noch nicht aufgefallen. Höchstens das Landesamt (selbe Adresse) könnte Tipps geben, aber Landesämter sind bürokratielastig und hartleibig. Ich bleib da mal dran.
Titel: Re: Dioramenidee "Bargteheide 1364" - Ein Anfang und viele Gedanken
Beitrag von: Hans am 29. April 2017, 19:27:25
Nicht billig, aber zielführend: http://www.vml.de/d/detail.php?ISBN=978-3-89646-926-7
Titel: Re: Dioramenidee "Bargteheide 1364" - Ein Anfang und viele Gedanken
Beitrag von: Jensel1964 am 29. April 2017, 23:26:06
Vielen Dank für Eure Anregungen, Denkanstöße und Hinweise.   :meister:
Wo fange ich an?
In Kiel-Molfsee gibt es meines Wissens keine Rekonstruktionen von Gebäuden aus dem 14. jh. Die Exponate sind aus ganz S-H zusammengetragen (Abbau und Neuaufbau in Molfsee. Hilfreicher wäre da m.E. ein Besuch in Lütjenburg. Da gibt es neben der Turmhügelburg (gell Hans?) einige Hauskonstruktionen. Ich hatte da schon Kontakt mit einem Mitarbeiter aufgenommen, der mir Pläne der Häuser in Aussicht stellte. Aber leider kam da bisher noch nichts. Allerdings gab er mir einige Anregungen ("Gasthäuser kann man zu der Zeit auf dem Dorf vergessen.")
Meine Hoffnung ist das Stadtarchiv in Bargteheide. Es gibt ein Buch über Bargteheide im frühen Mittelalter. Vielleicht hilft das.
Die sehr nette Mitarbeiterin des Museums sagte, dass alle wichtigen archäologischen Funde aus Bargteheide in Gottorf liegen sollen. Allerdings stammen diese Funde eher aus vorchristlicher Zeit.
Wenn ich eine Idee zur Grundform des Gebäudes habe, werde ich mir mal intensivere Gedanken über die vermutlichen Baustoffe machen. Holz ist m.E. in einem Bereich ein wahrscheinlicher Baustoff (Stichwort: Rodungen). Zumindest in der Neuzeit gab es nahe Bargteheide eine Ziegelei und das entsprechende Grundmaterial. Gut möglich, dass schon in der Hochzeit der "Backsteingotik" Ziegel gebrannt wurden. Aber wurden die für Bauernhäuser verwendet. Ich mutmaße eher, dass diese Steine dann in dir großen Hansestädte als Baumaterial verkauft wurden.

Ich fürchte mal, dass ich den Anspruch eines historisch korrekten und belastbaren Dioramas nicht erfüllen kann. Das wird eher (wie beim Jütland-Diorama) eine "so könnte es ausgesehen haben"-Geschichte.

Ich hab mich nebenbei mal auf der Seite von Fredericus Rex herumgetummelt und Figuren gesucht. Ganz so üppig ist das Angebot für mein Thema nicht. Aus dem Vollen kann ich da nicht schöpfen und ich muss mich mit dem Thema eher an den verfügbaren Figuren orientieren.
Eine Gruppe aus Händlern und bewaffneten Begleitern ist realisierbar. Mit der Dorfbevölkerung muss ich noch mal gucken. Das ist nicht so üppig.

Was für ein langer Anlauf für ein Diorama. Ich hoffe, dass ich die "Nicht historisch interessieren" nicht zu sehr langweile
Und ganz wichtig!!! Christian. Das mit dem Hafen ist ja nur aufgeschoben. Und ich freue mich sehr auf die Zeichnungen.
Jens

Titel: Re: Dioramenidee "Bargteheide 1364" - Ein Anfang und viele Gedanken
Beitrag von: Verwirrt am 12. Mai 2017, 17:48:20
... ist die Erzielung optischer Dichte wichtig. Deswegen erscheint mir eine Grundfläche von 30 cm x 30 cm schon recht groß. Darauf werden sich die Figuren und Häuser usw. etwas verlieren.

Eberhard,

mit dem Flächenmaß sähe ich keine Probleme. Sehr wohl ist die szenische Ausgestaltung, hier stimme ich Dir natürlich zu, wichtig; ich meine aber die Erfahrung gemacht zu haben, daß eine gleichförmige Verteilung von Dingen über die Fläche nicht unbedingt förderlich ist, daß vielmehr der Aufbau von rhythmischer Spannung durch verschieden gewählte Objekt- und Ereignisdichten zu suchen sei und daß in einem solchen Arrangement Freiflächen, wie in der Wirklichkeit auch, dem Auge einen Rastplatz zur wohlgefälligen Entspannung bieten. An anderer Stelle wäre dann entsprechen zu klotzen.

@Jens, wenn ich etwas an Deinem Entwurf kritisieren wollte, dann die Rechtwinkligkeit von Gebäuden und Weg (das braune Band soll ja wohl den Weg bezeichnen) zu den Rändern. Das wirkt meiner Meinung nach gerne etwas unorganisch (sieht man bei vielen Modelleisenbahnen, dort wahrscheinlich, um die immer zu kleinen Flächen besser auszunutzen) wie auch langweilig.

Schönen Gruß

Hans
Titel: Re: Dioramenidee "Bargteheide 1364" - Ein Anfang und viele Gedanken
Beitrag von: Jensel1964 am 12. Mai 2017, 23:16:42
Hi Hans,
vielen Dank für Dein Feedback. Das gibt mir Gelegenheit dieses Thema mal wieder aufzugreifen und einen kurzen Zwischenbericht zu liefern:

Zur Siedlungsstruktur habe ich von einer sehr netten Mitarbeiterin des Bargteheider Museums die Kopie eines Buches zur Geschichte Bargteheides bekommen. Demnach war es wohl so, dass die Neugründung des Dorfes Mitte des 12. Jahrhunderts durch einen Familienverband erfolgte, der sich durch Rodung Ackerflächen erarbeitete. Die Ackerflächen wurden gemeinsam genutzt und in nebeneinander liegende, gleichmäßige Flurstücke unterteilt.
Die Hofflächen (Zu Anfang wohl 4-6 Höfe) waren im Eigentum der Siedler.
Die Höfe waren um die auf einem Hügel stehende Kirche gruppiert. "Hügel", liebe Süddeutsche, sind hier im Norden zwei Lkw-Ladungen Sand aufeinander. :6:
Für mein Diorama wäre es dann sinnvoller, 2-3 Gebäude im Halbkreis anzuordnen. Ich muss man gucken, wie das aussieht.

Zwischenzeitlich habe ich von einem sehr netten Mitarbeiter des Museums in Lütjenburg die Zeichnung eines Bauernhauses bekommen, das als Beispiel für meine Häuser dienen soll. Dazu dann noch die tollen Fotos von Hans (Vielen Dank!!!!!) und dem Baubeginn steht nichts mehr im Wege. Echt klasse!!!!

Und letztendlich habe ich dann noch einen Großeinkauf bei Fredericus Rex gemacht und mir passende Figuren zusammengekauft.
Im nächsten Update gibt es dann auch erste Fotos.

Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit und Eure tollen Hinweise und die Unterstützung,

Jens  :winken:

Titel: Re: Dioramenidee "Bargteheide 1364" - Ein Anfang und viele Gedanken
Beitrag von: Jensel1964 am 14. Juni 2017, 23:09:41
So, damit nun niemand denkt, dass das Projekt eingeschlafen ist, folgt hier nun eine neue Wasserstandsmeldung:
Es geht los!
Die letzten Wochen habe ich mit Lesen, Recherchieren und Einkaufen verbracht.
Gekauft habe ich einige Figurensätze, die mir für die Idee passend erschienen. Ich werde sie in einem der nächsten Updates mal vorstellen.
Auf den Rat von Hans hin, habe ich von Barbara Tuchmann „Der ferne Spiegel“ gelesen und einen schönen Einblick in die Lebenswelt des 14. Jahrhunderts geworfen. Liebe Leser, freut Euch im 21. Jahrhundert zu leben. Das 14. war wirklich nicht so prickelnd. Gut, wenn einem Pest, Krieg, Klimaprobleme und wirre Kriege gefallen, ist das natürlich ganz was anderes.
Und dann habe ich sehr schöne „externe“ Hilfe bekommen. In diesem Fall möchte ich die hilfreichen Köpfe gerne persönlich benennen.
Zunächst wandte ich mich an das Turmhügelburg-Museum in Lütjenburg und bekam von Herrn Klaus Dygutsch nicht nur sehr viel Unterstützung sondern auch die Zeichnung eines Wohn- und Stallgebäudes in Lütjenburg. Die Grundstruktur dieses Gebäudes soll meinen beiden Häusern als Grundlage dienen.
Ein Besuch im Stadtmuseum Bargteheide führte dazu, dass mich Frau Hohn ebenfalls mit Literatur und Ideen versorgte und mir anbot, das Diorama als Exponat im Museum zu platzieren. Was für eine Ehre, wobei….es muss ja auch gut werden.
Letztendlich hat mich die Stadtarchivarin Bargteheides, Frau Ettrich, mit einem extrem hilfreichen Buch versorgt: „700 Jahre Bargteheide – Die frühen Jahrhunderte“ von Günther Bock. Dieses Buch hat einiges Erhellendes zum Thema „Bargteheide im Mittelalter“ beigetragen und meine ursprüngliche Idee komplett über den Haufen geworfen.
Ging ich ursprünglich davon aus, dass auf dem Weg von Hamburg nach Lübeck irgendwann eine kleine Ansiedlung mit Halbwilden bestand, die Reisende mit großen Augen anstarrte , musste ich doch lernen, dass Bargteheide schon damals nicht ganz unbedeutend war. Bargteheide war ein Angerdorf, das sich im Wesentlichen nordwestlich des Handelsweges von Hamburg nach Lübeck erstreckte. Vom Dorf selbst grenzte im Wesentlichen nur der Kirchhof und die Kirche an die Straße an. Um zum Anger (Dorfzentrum) zu kommen, musste man die Straße verlassen. Also war eine Szene „Straße führt durch Dorf“ nicht realistisch. Die Kirche wiederum darzustellen fiel angesichts der Ausmaße (rd. 25/13 m) und der verfügbaren Fläche flach. Also gilt es eine Ecke des Dorfplatzes darzustellen.
Tatsächlich wurde Bargteheide von Reisenden sehr intensiv frequentiert.
Und zu meinem Glück fand ich in der Bargteheide-Chronik den Schlüssel. Mir schwebte ja grundsätzlich immer eine Wirtshausszene vor. Reisende, Einheimische….
Und tatsächlich gibt es eine Schenkungsurkunde aus dem Jahr 1344, in dem eine taberna ipsus ville Berchteheyle mit einer Abgabe von 8 Mark verzeichnet ist. Also gab es in dem von mir betrachteten Zeitraum einen Ort, an dem sich Reisende und Einheimische getroffen haben. Und als Gebäude habe ich eine Abwandlung des Wohn- und Stallgebäudes gewählt. Den Stall habe ich dafür mal kleiner angesetzt. Vielleicht gibt es ja noch einen anderen Ort für die Unterbringung der Pferde.
Als Baumaterial habe ich  Backstein gewählt. Die gesamte „Rente“ des Dorfes belief sich auf 10 Mark. 80 % hiervon entfielen auf den Krug. Insofern wird das ein nicht unerheblicher Wirtschaftsfaktor gewesen sein. Da macht ein Backsteinhaus durchaus Sinn.
Für das Grundgerüst des Gebäudes habe ich die Maße des o.g. Plans des Wohn- und Stallgebäudes abgenommen. Den Stallbereich habe ich dafür weggelassen und die Anzahl der Fenster erhöht, damit etwas mehr Licht in den Schankraum kommt.
So sieht der Grundplan aus:
(https://abload.de/img/001-zeichnungd8uhk.jpg) (http://abload.de/image.php?img=001-zeichnungd8uhk.jpg)
Bei einem Onlinehändler habe ich mir dann Lindenholzprofile unterschiedlicher Stärke bestellt.
Für die Hauptbalken habe ich 3x3 mm-starke Hölzer verwendet. Die schmaleren Balken betsehen aus 1v3 mm starken Hölzern.
Hier einige Fotos vom Bauablauf:
(https://abload.de/img/002-erstebalken2yuj4.jpg) (http://abload.de/image.php?img=002-erstebalken2yuj4.jpg)

Die Giebelwand soll etwas hervorstehen und mit Holz verschalt sein. Hierfür musste ich den Plan etwas verändern. Die oberen Balken an den Längsseiten mussten dafür verlängert und die der Giebelwände entsprechend verkürzt werden. Hierdurch erhalte ich auch eine bessere Verzahnung der Wandteile.
(https://abload.de/img/003-balkenbuu7v.jpg) (http://abload.de/image.php?img=003-balkenbuu7v.jpg)

Dann fing ich an, die Hölzer auf das Blatt zu kleben. Nachteilig ist, dass die Innenwand natürlich durchgehend aus Papier besteht. Aber ich werde die Innenwände dann als verputzt darstellen (übermalen).
(https://abload.de/img/005-aufgeklebt5guti.jpg) (http://abload.de/image.php?img=005-aufgeklebt5guti.jpg)

In meinem letzten Projekt habe ich die Wände als Flechtwerk mit Lehmbewurf dargestellt und Spachtelmasse verwendet. Das erschien mir hier nicht praktikabel. Stattdessen habe ich mich daran erinnert, dass ich ja noch irgendwo wärmehärtendes FIMO hatte. Ich wollte doch mal gucken, ob man das gut in eine Backsteinmauer umwandeln könnte.
Also füllte ich die Zwischenräume der Balken mit Fimo:
(https://abload.de/img/006-mitfimoi5ua0.jpg) (http://abload.de/image.php?img=006-mitfimoi5ua0.jpg)

Und gravierte Fugen ein, um Backsteine darzustellen.
(https://abload.de/img/007-graviertuzum8.jpg) (http://abload.de/image.php?img=007-graviertuzum8.jpg)

(https://abload.de/img/007-graviertdetailbouxw.jpg) (http://abload.de/image.php?img=007-graviertdetailbouxw.jpg)

Ich habe hier nicht so sehr auf die Maßstäblichkeit der Steinreihen geachtet und mehr Wert auf den Eindruck gelegt. Ich bin recht zufrieden damit.
Ein nervöser Moment kam dann noch beim Aushärten der ersten Wand. Ich habe die Teile bei ca. 120°C im Backofen für 20 Minuten gebacken. Und was soll ich sagen? Es hat alles bestens geklappt. Su sah dann die erste Wand aus:
(https://abload.de/img/008-ausgehrtetzxuov.jpg) (http://abload.de/image.php?img=008-ausgehrtetzxuov.jpg)

Mit diesem Erfolgserlebnis im Nacken habe ich dann alle Wände fertiggestellt und eine Probepassung vorgenommen. Und es passt. Der erste Stein ist mir hier vom Herzen gefallen:
(https://abload.de/img/009-probeanpassungy0ucv.jpg) (http://abload.de/image.php?img=009-probeanpassungy0ucv.jpg)

Die nächsten Schritte werden die Bemalung der Backsteine und die Planung der Sparren und Balken sein.
Da kann aber noch etwas dauern.
Ich freue mich über Euer Feedback und Eure Anregungen.  :1:

In diesem Sinne,
Jens  :winken:


Titel: Re: Dioramenidee "Bargteheide 1364" - Ein Anfang und viele Gedanken
Beitrag von: Gilmore am 15. Juni 2017, 11:56:08
Echt klasse, was Du da auf die Beine stellst. Die Recherchearbeit ist wohl gerade bei solchen, in früher Vergangenheit liegenden, Vorbildern sehr interessant.
Frage: Schiebst Du die ganzen Wände mitsamt den Holzleisten in den Backofen oder nur die einzelnen Mauersegmente?


 "...irgendwann eine kleine Ansiedlung mit Halbwilden bestand, die Reisende mit großen Augen anstarrte..." sowas erlebt man teilweise heute noch, wenn man durch kleine, abgelegene Dörfer fährt, die Leute gucken, als hätten sie noch nie im Leben einen Menschen gesehen.  :D
Titel: Re: Dioramenidee "Bargteheide 1364" - Ein Anfang und viele Gedanken
Beitrag von: Skyfox am 15. Juni 2017, 12:24:05
Moin Jens!

Geil, ich freu' mich – das ist so ein baubericht, den ich gemütlich zurückgelehnt genieße und mich an den Handwerkskünsten erfreue!  :P
Du darfst Dir meiner Mitleserschaft sicher sein!  :1:

...Das 14. war wirklich nicht so prickelnd. Gut, wenn einem Pest, Krieg, Klimaprobleme und wirre Kriege gefallen, ist das natürlich ganz was anderes....

 ?( ...und wo ist da noch gleich der Unterschied zu Heute?  :woist:

 :V:
An.D.Y.
Titel: Re: Dioramenidee "Bargteheide 1364" - Ein Anfang und viele Gedanken
Beitrag von: Jensel1964 am 15. Juni 2017, 19:25:55
Danke für Dein Interesse an diesem Projekt.  :D
Das 14. Jahrhundert war schon ganz besonders fürchterlich.
In Teilen Frankreichs sind 2/3 der Bevölkerung umgekommen. Europaweit lag die Sterberate bei ca. 1/3.
Da fehlten dann etliche Bauern die die Felder bestellen konnten, Handwerker zur Weiterverarbeitung etc.
In so einem Fall bricht ein Gemeinwesen gerne mal zusammen (Stichwort: Sicherheit, Hunger etc.).
Die Gesellschaft hat sich durch die Pest nachhaltig geändert.
Stell Dir einfach mal vor, dass heute 1/3 aller Fachkräfte weg wären. Oder jeder 3. Polizist...die Auswirkungen auf das gesellschaftliche Gefüge wären immens.
Und wir leben in Zeiten, in denen wir wissen, warum die Leute sterben, auch wenn wir nichts dagegen tun können (z.B. Ebola). Damals dachte man, dass Gott beschloss, die Welt einfach mal untergehen zu lassen, weil die Menschen eben Sünder sind. Und was wollte man dagegen tun, wenn Gott schlechte Laune hat? Die Verzweiflung kann man sich nur schwer vorstellen....

Und dass man sich mit solchen Dingen beschäftigen "muss" macht die Arbeit an so einem Diorama so spannend. :1:
Jens  :winken:
Titel: Re: Dioramenidee "Bargteheide 1364" - Ein Anfang und viele Gedanken
Beitrag von: eydumpfbacke am 15. Juni 2017, 20:18:39
Da kommt der Architekt im Bauing durch...

oder wie soll ich das titulieren?

Schick... Sieht wie echt aus, wenn die Farbe drauf ist...
Titel: Re: Dioramenidee "Bargteheide 1364" - Ein Anfang und viele Gedanken
Beitrag von: Hans am 15. Juni 2017, 20:19:51
Jens, klasse. Und besonders oberklasse, wie du dich dem Thema und der Zeot näherst!  :klatsch: :klatsch:
Titel: Re: Dioramenidee "Bargteheide 1364" - Ein Anfang und viele Gedanken
Beitrag von: Gilmore am 15. Juni 2017, 21:04:24
Moin Jens!



 ?( ...und wo ist da noch gleich der Unterschied zu Heute?  :woist:

 :V:
An.D.Y.

Heute gibt es Modellbau...
Titel: Re: Dioramenidee "Bargteheide 1364" - Ein Anfang und viele Gedanken
Beitrag von: Skyfox am 15. Juni 2017, 21:55:53
...meine "Frage" sollte eigentlich vor (böser) Ironie nur so triefen – aber lassen wir das...  ;)
Deine Dioramen-Idee und die laufende Umsetzung fasziniert mich ungemein – gerade WEIL Du hier völlig frei scratchst und die handwerkliche Komponente im Vordergrund steht.
DAS ist Modellbau in Reinform!  :P

Titel: Re: Dioramenidee "Bargteheide 1364" - Ein Anfang und viele Gedanken
Beitrag von: Jensel1964 am 15. Juni 2017, 22:03:48
Mein Lieber, die Ironie hab ich wohl verstanden. :1:
Aber gerade weil ich mir diese Frage auch mehrfach gestellt habe, wurde ich so ausführlich.  :D
Jens  :winken:
Titel: Re: Dioramenidee "Bargteheide 1364" - Ein Anfang und viele Gedanken
Beitrag von: Bongolo67 am 16. Juni 2017, 07:15:41
Moin Jens,

wenn Du glaubst, das ließe ich mir entgehen, bist Du schief gewickelt.
Bin angemessen begeistert. :klatsch:

Gruß

Ulf
Titel: Re: Dioramenidee "Bargteheide 1364" - Ein Anfang und viele Gedanken
Beitrag von: Jensel1964 am 16. Juni 2017, 07:31:16
Ich hab grad gesehen,  dass ich auf ein paar Kommentare nicht eingegangen bin.
@Gilmore: Ich habe tatsächlich das gesamte Mauersegment mit FIMO verfüllt (bis auf die Fenster) und dann inkl. Holz in den Ofen gegeben. Das klappte bei rd. 110-120°C  ganz großartig.  :P
@Reinhardt: Ich muss gestehen, dass mir da echt ne Menge Hochbauwissen aus dem Studium fehlt. Da gilt es zu recherchieren und verschollenes Wissen (so es denn jemals existierte :woist:) wiederzuentdecken.
@Hans: Vielen Dank. Wobei man aber sagen muss, dass sich die gute Frau Tuchmann auch sehr gut lesen lässt. Ich hatte lange nicht mehr so viel Spaß mit einem Buch. :1:
@Ulf: Es freut mich besonders, dass Du dabei bist. Mit Deinem "Dann mach doch mal!" zur Jütland-Idee hast das Dioramenbauen bei mir ja ausgelöst. Danke nochmal. :kuss:
Jens  :winken:
Titel: Re: Dioramenidee "Bargteheide 1364" - Ein Anfang und viele Gedanken
Beitrag von: Flugwuzzi am 16. Juni 2017, 07:53:59
Schöner Start.  :P
Toll zu sehen, mit welcher Begeisterung du dich in das Dio-Thema wirfst. Es macht Spaß bei deinen Ideen, Entdeckungen und Umsetzungen als Mitleser dabei zu sein  :1:

Viel Freude und gutes Gelingen.
lg
Walter
Titel: Re: Dioramenidee "Bargteheide 1364" - Ein Anfang und viele Gedanken
Beitrag von: Jensel1964 am 18. Juni 2017, 21:53:38
Hallo Walter. Ich freue mich, dass Du auch mit über die Schulter guckst.  :klatsch:

So, auf geht’s zum 2. Teil.

Ich werde das mit dem Text mal auf das Nötigste beschränken.
Nachdem die Wände fertig waren galt es, glaubwürdig Backsteinmauerwerk darzustellen.

Im ersten Schritt habe ich die Holzteile abgelebt, damit sie beim nachfolgenden Grundieren (Vallejo-Grundierung in weiß) nicht auch überdeckt wurden.

(https://abload.de/img/001-abklebenc7s82.jpg) (http://abload.de/image.php?img=001-abklebenc7s82.jpg)

Mit Grundierung:

(https://abload.de/img/002-grundierenuis5r.jpg) (http://abload.de/image.php?img=002-grundierenuis5r.jpg)

Anschließend habe ich die Steine mit Vallejo Dark Red und Umbra trocken gemalt. Einige Steine habe ich mit Dark Red und Umbra bemalt, um sie etwas hervorzuheben.

(https://abload.de/img/003-trockenmalenpgsfk.jpg) (http://abload.de/image.php?img=003-trockenmalenpgsfk.jpg)

Dann fielen die Masken:
(https://abload.de/img/004-ohnemaskeb4s1m.jpg) (http://abload.de/image.php?img=004-ohnemaskeb4s1m.jpg)


(https://abload.de/img/005-ohnemaskercsca.jpg) (http://abload.de/image.php?img=005-ohnemaskercsca.jpg)


(https://abload.de/img/006-ohnemaskeozs8t.jpg) (http://abload.de/image.php?img=006-ohnemaskeozs8t.jpg)


Mit dem Ergebnis kann ich ganz gut leben. Den Balken würde ich aber trotzdem noch etwas Verwitterung zukommen lassen (graues Washing und hellgraues Aufhellen).

Ich habe mich auch schon mit den nächsten Schritten befasst.
Einfach war der Teil mit den Dachsparren. Die habe ich aus 2x3 mm starken Hölzern zusammengesetzt.
(https://abload.de/img/007-dachsparrenylskk.jpg) (http://abload.de/image.php?img=007-dachsparrenylskk.jpg)

Der komplizierte Teil wird das Reetdach. Ich zermartere mir seit Tagen den Kopf darüber, wie man sowas glaubhaft und Kostengünstig darstellen kann. Der beste Weg wären bestimmt Pinsel, aber das ist mir wirklich zu teuer.
Ich habe mal versucht, einen anderen Weg zu gehen. Wenn man sich hier im Norden mal so die älteren Reetdach ansieht, erkennt man aus einer gewissen Entfernung keine einzelnen Halme. Stattdessen ist das eher so eine bemooste Fläche.
Beim Stöbern in der heimischen Drogerie Müller bin ich (bildlich gesprochen) über ein Knäuel dicker Wolle gestolpert:
(https://abload.de/img/008-strohdach3esx9.jpg) (http://abload.de/image.php?img=008-strohdach3esx9.jpg)
Wenn man die Fäden etwas „aufdröselt“ und mit einer Holzleim-Wasser-Mischung benetzt kommt sowas dabei raus:
(https://abload.de/img/009-strohdachtns2s.jpg) (http://abload.de/image.php?img=009-strohdachtns2s.jpg)
Ich muss mal gucken, ob man daraus nicht ein glaubhaftes Reetdach bauen kann

Tcha, und nun habe ich natürlich noch zwei Fragen an die Experten:
 1. Wie muss man sich ein Wirtshausfenster im 14. Jahrhundert vorstellen? Ich tendiere im Moment zu einem mit Tuch behangenen, unverglastem Fenster, das von außen mit Fensterläden verschlossen werden konnte.

2. Ein Wirtshaus hier im Norden hatte sicherlich eine zentrale Feuerstelle. Aber wie sah es mit einem Rauchabzug aus? Durch das Dach und die Fenster? Es wird ja wohl keinen Schornstein gegeben haben, oder? Ist dann im Dach eine Öffnung zu lassen?

Fragen über Fragen, aber das Projekt geht langsam weiter.
 :1:
Ich danke Euch für Eure Kommentare, Anteilnahme und Verbesserungsvorschläge.

Viele Dank,
Jens  :winken:



 
Titel: Re: Dioramenidee "Bargteheide 1364" - Ein Anfang und viele Gedanken
Beitrag von: bughunter am 19. Juni 2017, 21:03:43
Beim Anblick der weiß/roten Mauer fühle ich mich aus dem tiefen Süden in den Hohen Norden versetzt, ins Alte Land zum Beispiel :P
Das wird was! Herrlich, bei der Entwicklung dabei sein zu dürfen.

Viele Grüße,
Bughunter
Titel: Re: Dioramenidee "Bargteheide 1364" - Ein Anfang und viele Gedanken
Beitrag von: pucki am 20. Juni 2017, 12:38:19
RESPEKT. :klatsch: :klatsch: Ein bisher wirklich tolles Teil.  Ich habe jedenfalls wieder viel gelernt wie man gewisse Sachen darstellt. Dafür meinen Dank.  :winken:

2. Ein Wirtshaus hier im Norden hatte sicherlich eine zentrale Feuerstelle. Aber wie sah es mit einem Rauchabzug aus? Durch das Dach und die Fenster? Es wird ja wohl keinen Schornstein gegeben haben, oder? Ist dann im Dach eine Öffnung zu lassen?

Da irrst du dich.  Die ersten Schornsteine gab es schon zu Römerzeit.  Wieder entdeckt wurde er so um das 10-11 Jahrhundert.
Kannst du sogar bei WIKI nachlesen. 

Was die Bauart angeht. So würde ich zu einen alten Schwenkgrill tendieren.  Also unten eine Stelle mit offener Kohle darüber ein eiserner Grill der an einer Kette befestigt ist. Der Rauchabzug dann durch ein offenen Kamin. Dies hatte in der damaligen Zeit des Effekt das die Räume immer LEICHT verraucht waren. Man ging in den Keller (fungierte bis ins frühe 19. Jahrhundert als Kühlschrank) holte ein Stück Fleisch und schmiss es halt auf den Grill. Wobei sich die Frage stellt, ob du überhaupt eine Inneneinrichtung machen willst.

Echter Rauchabzug durch die Fenster ist Unsinn. Ich bin mir zu 1000% Sicher das es damals schon einen Menge Leute gab die an Rauchvergiftung gestorben sind. Deshalb wäre eine solche Konstruktion ohne Kamin/Offenen Rauchabzug völliger Unsinn.

Gruß

  Pucki




Titel: Re: Dioramenidee "Bargteheide 1364" - Ein Anfang und viele Gedanken
Beitrag von: Gilmore am 20. Juni 2017, 14:10:41
RESPEKT. :klatsch: :klatsch: Ein bisher wirklich tolles Teil.  Ich habe jedenfalls wieder viel gelernt wie man gewisse Sachen darstellt. Dafür meinen Dank.  :winken:

2. Ein Wirtshaus hier im Norden hatte sicherlich eine zentrale Feuerstelle. Aber wie sah es mit einem Rauchabzug aus? Durch das Dach und die Fenster? Es wird ja wohl keinen Schornstein gegeben haben, oder? Ist dann im Dach eine Öffnung zu lassen?


 Also unten eine Stelle mit offener Kohle darüber ein eiserner Grill der an einer Kette befestigt ist.

Gruß

  Pucki

Bezüglich Kohle mal eine Frage: Kannte man in der Region bereits Kohle? Es muß also irgendwo dort auch Kohlevorkommen (ebenerdig, Tagebau) gegeben haben. Oder meintest Du vielleicht Holzkohle?
Vielleicht gehe ich auch von falschen Voraussetzungen aus und Kohle wurde auch damals schon über weite Strecken transportiert (Ruhrgebiet, Schlesien...)
Titel: Re: Dioramenidee "Bargteheide 1364" - Ein Anfang und viele Gedanken
Beitrag von: eydumpfbacke am 20. Juni 2017, 15:03:44
Zu der Zeit wurde nach meiner Einschätzung hauptsächlich mit Holz oder Torf geheizt.
Titel: Re: Dioramenidee "Bargteheide 1364" - Ein Anfang und viele Gedanken
Beitrag von: pucki am 20. Juni 2017, 15:03:53
Jetzt hast du mich aber böse erwischt.  :pffft:

Ich hab über den Begriff Kohle eigentlich nicht wirklich nachgedacht.

Holzkohle wäre aber Historisch in meinen Augen mit Sicherheit kein Fehler. Immerhin gibt es den Beruf des Köhlers schon seit Ewigkeiten. Ist nur in der Neuzeit ausgestorben. Alternativ wären ein paar Holzscheite auch möglich. Wälder gab es ja damals viel mehr als heute.

Gruß

   Pucki
Titel: Re: Dioramenidee "Bargteheide 1364" - Ein Anfang und viele Gedanken
Beitrag von: Gilmore am 20. Juni 2017, 16:34:14
...und dann war da noch der Schwenkgrill mit Kette. Es kann natürlich ein reisender Händler mal dort hin gebracht haben, aber ansonsten müßten die Leute dort das selber schmieden. Und dann zur nächsten Frage: würde ein Holz- oder Torffeuer genügend Hitze erreichen, um darin z. B. eine Kette zu schmieden? Mit Holzkohle könnte es evtl. gehen. 
Titel: Re: Dioramenidee "Bargteheide 1364" - Ein Anfang und viele Gedanken
Beitrag von: pucki am 20. Juni 2017, 16:52:04
 :D Ihr denkt mit den 20 Jahrhundert. Und der DIN-Norm ;)  X(

Hier in diesen Beitrag https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCche (https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCche) unter Schwarzküche ist ein gutes Beispiel.

Ich dachte da eher an ein Stück Metall mit 3 Löchern drin und einer Kette die man von Irgendwo aufgetrieben hat und nicht ein genormtes Gitter.  Damals wurde sehr viel improvisiert. Oder auch ein Kessel wie auf den Foto .

Was die Versorgung der Bürger mit fremden Gütern angeht, so ist war auch kein Problem. Durch die sogenannten "Fahrende Händler" die auf Märkten und in den kleineren Dörfern ihre Waren anboten. Sie leben davon Dinge, die in den Dörfern durch die sie zogen produziert wurden zu kaufen oder zu tauschen und in anderen Dörfern oder auf Märkten teuer zu verkaufen.

Viele dieser Händler reisten auch im Konvoi um gegen Überfälle sicher zu sein und auf festen Routen. Selbst "Bestellungen" waren so möglich. Allerdings nicht wie heute "mit 2 Std. Zustellung" sondern man wartete auch mal ein Jahr.

Gruß

   Pucki
Titel: Re: Dioramenidee "Bargteheide 1364" - Ein Anfang und viele Gedanken
Beitrag von: Gilmore am 20. Juni 2017, 16:53:31
Google war mal wieder freundlich, und ich habe diese Seite gefunden:
http://u01151612502.user.hosting-agency.de/malexwiki/index.php/Kohlef%C3%B6rderung
Titel: Re: Dioramenidee "Bargteheide 1364" - Ein Anfang und viele Gedanken
Beitrag von: f1-bauer am 20. Juni 2017, 17:01:28
Hallo Jens,
ich bin hier natürlich auch (still) dabei. Tolles Thema, sowohl das Thema an sich mit einbeziehen der eigenen Heimat als auch Deine Herangehensweise.

Zum Thema Feuerstelle habe ich mal diesen kurzen Abriss hier gefunden http://www.planet-wissen.de/gesellschaft/wohnen/kuechen/pwiegeschichtedesherdes100.html (http://www.planet-wissen.de/gesellschaft/wohnen/kuechen/pwiegeschichtedesherdes100.html). Ich denke mal, Du kannst hier schon von Holz für das Feuer ausgehen und durchaus auch von einem gemauerten Kamin.

Zum Thema Gebäude aus der Zeit hätte ich auch ein paar Gedanken. Du hast weiter vorne geschrieben, dass in der Gegend um 1050 oder so bewusst Menschen aus verschiedenen Gegenden angesidelt wurden. Da kamen bestimmt mit den Menschen auch die unterschiedlichsten Erfahrungen/Techniken/Stile/Bauweisen zusammen, die dann den örtlichen Gegebenheiten wie Untergrund, Wetter, örtlich vorhandene Materialien etc. angepasst wurden. In Laufe der Jahre wurde bestimmt das eine oder andere wieder verworfen, abgerissen und geändert oder ersetzt. Nicht unbedingt sofort, wenn die Erkenntnis gereift war sondern eher z.B. wegen äußerer Einflüsse wie z.B. notwendige Erweiterung aus Platzbedarf oder Feuer nach Blitzeinschlag. Den einen örtlichen Stil gab es zur Zeit der Gründung des Dorfes wohl noch nicht, eher einen Mix aus Bauweisen und -stilen.

Speziell zum Wirtshaus würde ich annehmen, dass nicht ein Wirt daherkam und sofort einen mächtigen Gasthaus-Neubau in Fachwerk hingestellt hat. Eher wohl erst mal ein Blockhaus mit Gastraum, Küche und ggf. Schlafplätzen in einem Raum. Später wurde dann erweitert, umgebaut, abgerissen und angebaut. Vielleicht wurde aus dem ursprünglichen Block(gast)haus der Stall und daneben, angrenzend oder mit Blockhaus intergriert ein Stein-/Fachwerkhaus gebaut.

Jedenfalls tolle Arbeit bis jetzt  :klatsch: Ich schaue gerne weiter zu.

Gruß
Jürgen  :winken:
Titel: Re: Dioramenidee "Bargteheide 1364" - Ein Anfang und viele Gedanken
Beitrag von: Jensel1964 am 20. Juni 2017, 22:02:01
Hui, hier war heute ja ordentlich was los. Ich freue mich, dass dieses Thema für so viel Diskussionsstoff gesorgt hat.
Ich danke Euch allen vielmals. Wo fange ich an?
@Bughunter:Ich freue mich sehr, dass Dich allein die Wände des Hauses hier in den Norden versetzen. Das ist genau die Zielsetzung meines Dioramas.
@Pucki und Gilmore: Ich fasse Euch da mal zusammen.
Dass es schon sehr lange Schornsteine gab, wusste ich schon. Aber bei der Recherche zu meinem Wikingerdiorama habe ich erfahren, dass die Häuser hier im Norden eher diese Öffnungen im Giebel als Rauchabzug hatten. Wenn ich mir die Rekonstruktionen z.B. in Lütjenburg angucke, haben diese Häuser auch keine Schornsteine. Laut dem Plan, der mir zur Verfügung gestellt wurde, verfügt das Bauernhaus (das soll das zweite Haus auf dem Diorama werden) über eine zentrale, offene Feuerstelle, die mit Steinen eingefasst war. Endgültig von der Idee des Schornsteines angebracht hat mich folgende Wikipedia-Seite zum Thema "Niederdeutsche Hallenhäuser".

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Hallenhaus

Wenn man runterscrollt, findet man im Punkt "Aufteilung/Küche" genau diese oben beschriebene Variante. Demzufolge hatte dieser im 14. Jahhundert verbreitete Haustyp auch eine zentrale Kochstelle und eine Öffnung im Giebel, durch die der Rauch abziehen konnte.
Ein Schornstein findet sich auch hier nicht.
Ich denke, dass ich das so übernehmen werde.
Die Gefahr einer Rauchgasvergiftung, wie sie z.T. auch heute vorkommt (im Winter gab es in Bayern traurige Todesfälle) ist bei diesem sehr offenen Bautyp m.E. zu vernachlässigen. Diese Häuser waren einfach nicht so dicht wie die heutigen Bauten. Der Rauch konnte ungehindert abziehen.
Das Thema "Kohle zum Kochen" können wir hier m.E. auch vergessen. Das wäre viel zu teuer gewesen. Damals hat man aus den Wäldern Bruchholz zum Heizen und Kochen geholt. Holz zu schlagen hätte da gerne mal den Kopf gekostet, wenn man sich vom Waldbesitzer erwischen lies.
Letztendlich wurde zentral auf einer Feuerstelle gekocht und gebraten. Das Rost schwebte dabei von Ketten gehalten über dem Feuer.

@F1-bauer: Danke für die Anregungen. Tatsächlich werden sich die beiden Häuser im Stil etwas unterscheiden. Beim Bauernhaus werde ich mehr Holz und Lehmwände verwenden. Das mit dem unterschiedlichen kulturellen Einfluss ist schon wichtig. Die Siedler kamen z.T. aus Niedersachsen, aus dem Harz und aus den Niederlanden. Die werden sicher ihre eigenen Baugewohnheiten mitgebracht haben.
Der Krug wird sicherlich eine Art von Vorgängerbau gehabt haben. Dass der aus Holz gebaut wurde, ist sehr wahrscheinlich. Aber ich denke mal, dass man das von mir dargestellte Steinhaus als Ersatz für den Vorgängerbau und nicht als Weiterentwicklung gebaut haben wird. Ich unterstelle mal, dass der Aufbau des Kruges, wie von mir dargestellt, dem Aufbau eines normalen Bauernhauses entsprochen haben wird. Warum das Rad neu erfinden, nur weil man statt einer Familie und Tieren Wirtsleute und Gäste unterbringen will? Wahrscheinlich hatten die damaligen Handwerker einen Grundplan (im Kopf), nach dem sie Häuser gebaut haben. Je nach Nutzung wird man von diesem Plan abgewichen haben. Gäste statt Tiere? Kein Problem, dann baut man die Pferche halt um.
Irgendwann wird dann jemand aus Hamburg oder Lübeck die Idee mitgebracht haben, dass man statt Flechtwerk und Lehm ja auch Ziegel (Backstein) nehmen kann. Das kosten vielleicht zu Anfang mehr, hält aber entsprechend länger. Und bei dem Reiseaufkommen zwischen diesen beiden Hansestädten wird sich das gelohnt haben. Tcha, und irgendwann ist der alte Krug dann abgebrannt oder war zu baufällig und wurde durch einen Backsteinbau ersetzt.
Und ja, vielleicht hatte der dann wirklich einen Schornstein. Meiner jetzt mal nicht.  :D

Das war mal wieder eine laaaaaaange Ausführung und ich hoffe, dass ich da nicht zu viel Blödsinn geschrieben/unterstellt habe.  :woist:

Ich bin heute übrigens an einem Reetdachhaus vorbeigekommen und habe Zweifel, ob ich dem mit meiner Wolllösung gerecht werde. Ich muss da mal ein wenig dran rumtesten.

Vielen Dank nochmal für die rege Beteiligung. Das macht mir echt Spaß.
Ich werde den Titel diesey Themas mal ändern bzw. aktualisieren.

Jens  :winken:
Titel: Re: Dioramenidee "Bargteheide 1364" - Ein Anfang und viele Gedanken
Beitrag von: Hans am 20. Juni 2017, 22:26:55
Ich nehme für strohdächer grasmatten für die eisenbahn.
Titel: Re: Dioramenidee "Bargteheide 1364" - Ein Anfang und viele Gedanken
Beitrag von: Jensel1964 am 20. Juni 2017, 23:01:41
Hallo Hans.
Grasmatten? Ich kann mir das grad nicht so richtig gut vorstellen.  :woist:
Hast Du da ein  Foto? Was für Matten nimmst Du?
Ich muss das Rad ja nicht auch neu erfinden.  :D

Jens  :winken:
Titel: Re: Dioramenidee "Bargteheide 1364" - Ein Anfang und viele Gedanken
Beitrag von: Hans am 21. Juni 2017, 00:24:10
Ich verwende ganz normale Gradmatten von der Rolle. Im grösseren Maßstab halt welche mit "langem Gras" oder welche für Spur G oder I.
Man hat bei Strodächern immer die Vorstellung, man sähe den ganzen Halm. Ist aber nicht so. Der untere Halm wird ja vom oberen Halm überdeckt, dachziegelförmig. Das Reet wird befestigt und dann schräg geklopft, es entsteht eine gleichmäßige Fläche. Nur bei stufenweisen Befestigungen (Osteuropa) sieht man an jeder Stufe den ganzen Halm. Verrottungsicherer ist die verdeckte Version.

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/b/ba/Reetdach_P7040064.JPG/800px-Reetdach_P7040064.JPG

Bild 1 unten zeigt ein altes Modell in 1/25 mit ganzen Halmen. Man erkennt zwar, was es sein soll, aber entspricht halt nicht dem Anblick eines "echten" Strohdaches.
Bild 2 zeigt  ein 1/30er Modell mit Langhalmmatte, du siehst es ist einfach aufgeklebt.
Bild 3 zeigt das Dach nach der Lackierung mit verschiedenen Grün-und Brauntönen mit der Airbrush. Pinseln ist mühselig, geht aber auch. Solltest du keine Airbrush haben, nimm Revell Spraydosen zur Grundierung und arbeite mit dem Pinsel nach
Bild 4 ist ein Modell in 1/60 mit einer normalen 08/15-Grasmatte
Leider habe ich keine Fotos der 1/90er Modelle mehr, die entstanden vor der Digitalfotografie...

H.
Titel: Re: Dioramenidee "Bargteheide 1364" - Ein Anfang und viele Gedanken
Beitrag von: Scherfede1965 am 21. Juni 2017, 15:06:50
Möglicherweise könnte man auch Dichtungshanf aus dem Sanitärbereich verwenden,ist dann aber bestimmt ganz schön viel Arbeit.Gruß vom Dirk
Titel: Re: Dioramenidee "Bargteheide 1364" - Ein Anfang und viele Gedanken
Beitrag von: Hans am 21. Juni 2017, 16:54:51
Das erste Bild zeigt Dichtungshanf, zudem ist beim letzten Bild Hanf als Firstabdeckung verwendet worden
Titel: Re: Dioramenidee "Bargteheide 1364" - Ein Anfang und viele Gedanken
Beitrag von: Jensel1964 am 22. Juni 2017, 22:46:49
@Hans: Vielen Dank für die Fotos und die Entscheidungshilfe. Ich denke mal, dass die Wolle in den Fundus meiner Frau wandert, damit sie mir zum Winter ein molliges Mützchen häkelt. Deine Grasmattenvariante, und hier besonders Bild 4, haben mich restlos überzeugt. Ich werde am Montag mal einen Abstecher in den Modellbahnladen in HH-Rahlstedt machen und mal in der Grasmattenabteilung stöbern.
Das mit dem Dichtungshanf ist auch eine gute Idee, Dirk. Ich habe mir direkt mal zwei Gebinde á 200g bestellt. Bei 1,55€/Gebinde konnte ich nicht nein sagen.

Bleibt noch die Fensterfrage? Ich tendiere zu Tuch statt Glas.

Und dann überlege ich, wie ich das Steinfundament darstellen soll. Am Besten wären natürlich Natursteinchen. Aber das wird ne echte Sammelorgie. Mal gucken, was sich beim nächsten Strandbesuch an der Ostsee so finden lässt. Die Idee das Fundament mit FIMO und eingravierten Steinen darzustellen überzeugt mich noch nicht so ganz.
Ich grübel da nochmal drauf rum.

Bis dahin danke ich Euch von Herzen für Eure Anregungen. Das Projekt macht wirklich Spaß.  Nicht zuletzt danm Euch.
Jens
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: Hans am 22. Juni 2017, 22:55:58
Bei Fenstern gibts falls kein Glas: Nix, aber mit Schiebeladen innen.
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: Uwe K. am 23. Juni 2017, 11:03:24
Hat man nicht auch anstatt Glas die Blasen von Tieren verwendet....??
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: wefalck am 23. Juni 2017, 11:03:53
Bin da nicht so der Spezialist, aber es besteht da ein Unterschied in der Technik zwischen Reetdächern (Reet = Schilf) und Strohdächern (Stroh von Getreidepflanzen). Dabei gitb es sicherlich auch noch landschaftliche und zeitliche Unterschiede. Auch gerade die Firstabdeckung ist landschaftlich sehr unterschiedlich.

Wie Strohdächer hergestellt werden kann ich nicht sagen. Es ist aber dabei auch zu bedenken, daß im Mittelalter die Halme deutlich kürzer waren, da auf den Feldern mangels ausreichender Düngung weniger Biomasse erzeugt wurde. Heute versucht man ja die Halmlänge so zu optimieren, daß sich das Getreide gut mit dem Mähdrescher ernten läßt, daß aber andererseits nicht unnötig Biomasse erzeugt wird, für die man keine Verwendung hat.

Untenstehend ein Bild von der Neueindeckung mit Reet eines der Gebäude des Museums in Jork (Altes Land) im Jahr 2002. Das Reet wird in Bündeln angeliefert, diese dann auf die Pfetten ausgelegt und aufgeschnitten. Die Ende der Reethalme werden dann mit einem Spaten-ähnlichen Werkzeug in eine Ebene geklopft und jede Lage an die Pfetten genäht (heute nimmt man dazu verzinkten Eisendraht). Dann kommt die nächste Lage dran, bis zum First. Für die Gestaltung von Firsten, Traufen und Giebelenden gibt es unzählige Möglichkeiten und es werden oft andere Materialien, wie Holz, Grassoden, Dachziegel und heute auch Blech verwendet.

(http://www.wefalck.eu/pers/191502-200.jpg)

Wenn man also die Fläche eines Reetdaches betrachtet, sie man eigentlich gar keine Halme, sondern nur deren offene Enden. Englische Modellbauer verwenden daher für Reetdächer feinporigen Schwamm.
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: f1-bauer am 23. Juni 2017, 12:35:34
Servus Jens,
zum Thema Fenster hätte ich hier mal eine interessante Lektüre http://www.regionalgeschichte.net/bibliothek/glossar/alphabet/f/fenster.html (http://www.regionalgeschichte.net/bibliothek/glossar/alphabet/f/fenster.html), sowohl zum Thema Zweck und Anordnung als auch zum Thema, wie sie verschlossen wurden, wenn (noch) kein Glas, respektive Butzen, verwendet wurde.

Dann habe ich gesehen, dass Du wohl Türen sowohl an der Giebelseite als auch auf den Seiten vorgesehen hast. Anfänglich wurden die Ein-/Ausgänge nur an den Giebelseiten eingebaut, wie auf dem letzten Foto von Hans. Der Grund war: bei einem Dachbrand eines Reet- oder Strohdachs ist zuerst das Material verbrannt, mit dem die Bündel auf das Dach genäht waren (damals z.B. Weidenruten). Dadurch sind die brennenden Bündel vom Dach gerutscht. Lag nun der Ausgang auf der Seite, war der schnell blockiert und die Leute konnten nicht mehr aus dem Haus flüchten. Später (ich weiß nicht, ob schon im 14. Jhd.) haben sie dann einen "Zwerchgiebel" über einen seitlichen Eingang gesetzt, damit im Brandfall brenndes Reet/Stroh nicht vor die Tür fällt.

Siehe z.B. hier https://de.wikipedia.org/wiki/Geesthardenhaus (https://de.wikipedia.org/wiki/Geesthardenhaus) und hier https://de.wikipedia.org/wiki/Uthlandfriesisches_Haus (https://de.wikipedia.org/wiki/Uthlandfriesisches_Haus)

Gruß
Jürgen  :winken:

PS @ wefalck: ich sehe kein Foto, weder per Handy noch per PC  ?(
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: wefalck am 23. Juni 2017, 12:52:28
Uups, hatte den Link vergessen - repariert.

Übrigens, über das vom Dach fallende, brennende Material als Grund für die Zwerchgiebel hatte ich noch nie nachgedacht. Guter Punkt.

Aus dieser Sicht, und nicht nur wegen des besseren Widerstandes gegen Verrottung, macht Draht als Bindematerial in neuerer Zeit Sinn.

Hat man nicht auch in manchen Regionen die Reet- bzw. Strohdächer mit einem Kalkanstrich versehen, um so einen gewissen Schutz gegen Funkenflug zu haben ?
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: Hans am 23. Juni 2017, 13:22:48
Wikingerzeitliche Häuser und Häuser bei uns auch hatten seitliche Türen, darüber laut Pfostenanordnung eine Art Giebel, da die Traufe recht weit herunterging. Ich hab leider kein besseres Modellbild, ist ein Haus aus dem 12. Jahrhundert aus einer mittelfränkischen Siedlung. War ne Sonderausstellung in den 90ern, 1/30.

Für die Deckung mit Stroh gibt es keinerlei Unterschiede zu Reet, die Techniken sind die gleichen. Die Bündel werden entweder bündelweise aufgehnäht oder auch ausgebreitet. Wenn man nicht näht, kommen Längsstangen zum Einsatz, die dann an die Pfetten genagelt (Holznägel) oder auch mit Stroh gebunden werden. Die Firstabdeckung kann mit Brettern, mit quergelegtem Stroh oder mit zerrauftem Stroh erfolgen. Eine typische Befestigung wären die gelenkig befestigten aufgelegten Stangen, die ganz unterschiedliche Längen haben können. Oder Längsstangen. Oder Längsbretter, eines steht am First einfach ein bisschen über.

Was die Länge des Strohs anbelangt: Es gibt da unterschiedliche Sorten (auch alte Sorten). Wir haben unser Haus damals mit langstieligem Roggen gedeckt, Samen aus der wissenschaftlichen "Samenbank". Wir mussten dann halt auf dreimal eindecken, da wir jedesmal nur a) wenig Samen und b) wenig Fläche hatten. Zum Nachbessern des Firstes nach ca 5 Jahren kam dann Reet zum Einsatz (Plattensee), die komplette Neueindeckung dann nach fast 20 Jahren in Reet.  Bild zeigt das Ende der ersten Saison. Haus=urnenfelderzeitlich, 1000 v.Chr.
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: f1-bauer am 23. Juni 2017, 14:27:43
@wefalck: ein Kalkanstrich hat m. E. keine feuerhemmde Wirkung. Ich denke eher, dass es mit der alkalischen Wirkung zu haben könnte, also Vorbeugung gegen Schimmel, Algen, Moos und Bakterien. Aber wegen der alkalischen Wirkung ist ein Kalkanstrich auch eher schädlich für das pflanzliche Material. Mmmh, Pest oder Cholera, ich denke eher nein.

Was die Bindung heutzutage angeht: bei der ganzen Googlerei habe ich irgendwo gelesen, dass die Lübecker Bauordnung dahingehend geändert wurde, dass Reetdächer neuerdings mit verschraubtem V2A-Draht auf Massivholzdach ausgeführt werden müssen. Dadurch brennt das Reet auf dem Dach und rutscht nicht herunter. In Gegenden mit Reetdachhäusern ist auch Feuerwerk verboten.

Achtung: OT
Aus eigener Berufserfahrung kann ich sagen: versicherungstechnisch sind Reetdach-Häuser der Albtraum schlechthin. Bis 1994 mussten die öffentlich-rechlichen Pflicht-, Monopol- oder Bannrechts-Gebäudefeuerversicherer (je Bundesland gab es davon einen) diese Risiken annehmen. Die jeweiligen Gebäude-Feuerversicherer hatten also zwangsläufig alle diese (schlechten) Risken mit allen guten Riskiken im Bestand und konnten mit moderatem Riskozuschlag einen Risikoausgleich mit den guten Risiken (harte Dachung) herstellen. So konnten die Versicherer diese Risken im Eigenbehalt decken, also ohne einen teuren Rückversicherer einschalten zu müssen. Dadurch war der Versicherungsschutz für Häuser mit Reetdach genauso bezahlbar wie für ein Einfamilienhäuschen mit Ziegeldach. Seit dem Wegfall der "Monopole" durch die Einführung des Binnenmarktes ist die Gebäudefeuerversicherung frei im Wettbewerb und viele Versicherer lehnen diese Risiken nun schlicht ab (egal, ob Neuabschluss oder Versichererwechsel) oder nehmen (auch im Bestand durch Änderungskündigung) bis zu 100 % Riskozuschlag im Vergleich zu einem Einfamileinhaus in massivbauweise mit harter Dachung.

Gruß
Jürgen  :winken:
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: wefalck am 23. Juni 2017, 14:42:48
Bezüglich des Kalkanstrichs ware das auch nur eine vage Erinnerung ...

Mir ist gerade aber in Erinnerung gekommen, daß ich dieses nette Heft in meinem Bücherschrank habe:

https://www.abebooks.co.uk/9780852633373/Thatch-Thatching-Shire-album-Jacqueline-0852633378/plp (https://www.abebooks.co.uk/9780852633373/Thatch-Thatching-Shire-album-Jacqueline-0852633378/plp)

(https://pictures.abebooks.com/LAZYLETTERSBOOKS/md/md800793912.jpg)

Der Inhalt betrifft vornehmlich die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts, gibt aber einen guten Einblick in die Technik, die im Süden Englands weit verbreitet war und ist.
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: Hans am 23. Juni 2017, 14:51:11
Es fanden mehrere kontrollierte (und nicht kontrollierte...) Brandversuche an vorgeschichtlichen Häusern statt. Das Problem herabrutschende Bündel wurde nirgends beschrieben. Dabei spielt ggf die "Brandrichtung" eine Rolle, also "Funkenflug" von aussen oder Entzündung von innen. Funkenflug einfacher Holzfeuer von aussen machen gar nix, selber oft "ausprobiert", so ein Funken hat einfach zu wenig Temperatur. Viel gefährlicher ist die Entzündung von innen, der Funken kühlt nicht ab, die Flugstrecke ist geringer. Aber auch hier ist nicht die Deckung so leicht entzündlich, sondern der fette Ruß innen! Ich denke, die rutschenden Deckungen sind ein absolut modernes Versicherungsdenk-Problem und hat nix mit der Bauweise "seitliche Türe" zu tun. Den Giebel braucht man wegen der tief herabgehenden Traufe, die wiederum dem Wandschutz dient.
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: wefalck am 23. Juni 2017, 15:20:38
Und wie sieht das mit dem Funkenflug bzw. mit dem Transport brennenden Materials - über einem lichterloh brennenden Reetdach entsteht ja das Phänomen eines 'Feuersturmes' im Kleinen, durch das brennendes Material über beträchtliche Distanzen transport werden kann. Bei Wald- und Buschbränden ist das ein wesentlicher Mechanismus zu deren sprungartigen Ausbreitung.
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: f1-bauer am 23. Juni 2017, 17:54:39
Ich denke, die rutschenden Deckungen sind ein absolut modernes Versicherungsdenk-Problem und hat nix mit der Bauweise "seitliche Türe" zu tun.

Ich zitiere mal aus der Seite 8 dieses Dokumentes von 2015 https://www.lfs-sh.de/Content/Ausbildung/Documents/LeitfadenReetdachbraende2015.pdf (https://www.lfs-sh.de/Content/Ausbildung/Documents/LeitfadenReetdachbraende2015.pdf) der Landesfeuerwehrschule Schleswig-Holstein, damit Du es nicht ganz lesen musst:

Zitat
Eine unterschiedliche Betrachtung der verschiedenen Standardkonstruktionen
(gemäß Fachregeln für das Dachdeckerhandwerk) ist hinsichtlich des Brandverhaltens nicht notwendig.
Als einzige Ausnahme sind hier allerdings historische Konstruktionen mit brennbarer Bindung (aus Naturfasern z.B. Sisal,
Kokos u.ä.) zu erwähnen. In Folge des Durchbrennens der Bindung ist ein Abrutschen bzw. Abstürzen der Reeteindeckung
zu befürchten, was u.U. zur Brandausbreitung beitragen kann oder genau das Gegenteil bewirkt.

Der Giebel über seitlichen Türen als Schutz vor brennendem Reet wird u.a. für das älteste nachgewiesene Haus auf Föhr von 1617 angegeben. In der Beschreibung zu zwei Bränden in Wyk auf Föhr von 1857 und 1868 wird der Giebel über der Einganstür als Lebensretter für die Bewohner angegeben, die trotz herabfallenden brennendem Reet das Haus unbeschadet verlassen konnten.
https://www.foehr.de/architektur (https://www.foehr.de/architektur).

Ich denke mal, die Autoren (auch bei Wikipedia) haben sich die Erklärung für die Giebel über seitlichen Eingangstüren bei Häusern mit Reetdach nicht aus den Fingern gesogen. Ich denke auch nicht, dass sie es erst 1617 auf Föhr erfunden haben, sondern dass es sich schon lange vorher bewährt hat.

Das Befestigungs-, Binde-, Nahtmaterial für Reet im 14 Jhd. war wohl sicher noch kein Draht. Draht aus Eisen haben sie glaube ich damals eher für Kettenhemden gebraucht. Ausserdem kann ich mir bei allem Witterungsschutzgedanken irgendwie nicht vorstellen, dass sie freiwillig die Wände so niedrig gebaut und die Traufen so tief gezogen haben, dass sie ohne Not einen komplexen Giebel konstruieren mussten, um die Einganstür öffnen zu können. Mannshoch wird es schon gewesen sein, wobei mannshoch damals so um die 160 cm gewesen sein wird.

In verschiedenen Beschreibungen von Feuerwehrleuten zu Brandbekämfungen an brennenden Reetdächern wird regelmäßig erwähnt: Gebäude steht 20 bis 30 Minuten nach Ausbruch des Feuers im Vollbrand. Gebäude kontrolliert abbrennen lassen, Gebäude in der Umgebung schützen, evtl außen liegenden Gastank kühlen. Es kommt vor, dass die Feuerwehr so rechtzeitig eintrifft, dass sie durch abtragen des Dachs den Totalschaden verhinden kann, ist aber selten. Das blöde an den Reetdächern ist, dass das Löschwasser genau so schön außen abläuft wie das Regenwasser. Schaum bringt auch nichts, weil er auf dem Dach klebt und der Sauerstaff trotzdem zum Feuer kommt. Das einzige was helfen würde ist das sündhaft teure Pulverzeug zur Waldbrandbekämfung, das sie am Mittelmeer oder in den USA aus den Löschflugzeugen abwerfen. Das haben die Feuerwehren hier aber selten.

Gruß
Jürgen  :winken:
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: Hans am 23. Juni 2017, 19:31:09
Jürgen, du erfindest grad den ganzen vorgeschichtlichen, frühgeschichtlichen und mittelalterlichen Hausbau neu. Die seitlichen Übergiebelungen gibt es im "Germanischen" Hausbau seit der Eisenzeit, im südlicheren Kulturraum erst ab dem Frühmittelalter. Die tief herabgezogenen Traufseiten sind gesichert, es gibt dazu etliche Indikatoren: Laufhorizonte im Binnenbau, doppelte Wände, zusätzliche Stützreihen, Darstellungen von Häusern, umgefallene Wände. Die Durchschnittsgröße der Menschen liegt bei Männern über alle Zeiten bei 1,75 m, bei Frauen 1,65. Der alte Spruch "früher waren die Leute kleiner" stimmt einfach so nicht, das ist Lehrerwissen aus dem 19. Jhd, die eine Größenzunahme ab dem napoleonischen Zeitalten bis in die industrielle Revolution feststellten. Die Schwankungen sind vorhanden, aber die beziehen sich auf einzelne Abschnitte. Wie auch immer,1,60 m ist kein Indikator für Wandhöhen.
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: Jensel1964 am 23. Juni 2017, 21:45:17
Wow, und da sage noch jemand, dass man im Board nichts lernen kann.  8o
Ich habe mich zwischenzeitlich eher mit profanen Dingen befasst.
Wefalcks Hinweis auf die "engliche Schwammtechnik" hat mich unsere Haushaltsschwämme näher betrachten lassen. Diese gelben Schwämme habe diese grünen Scheuerflächen (Wenn im Topf mal was angebrannt ist). Das sah für mirch irgendwie nach Reetdach aus.

Also habe ich mal nen Versuch unternommen, das Grüne vom Schwamm zu trennen, mit schwarzer Farbe aus der Sprühdose zu lackieren und mit, noch viel zu wenig, brauner Vallejofarbe ("green brown") trockenzumalen. Wie schon gesagt, ist das ein erster Versuch und dummerweise sind die Schwämme für mein Dach etwas zu kurz, aber ich finde, dass die grobe Richtung stimmt, oder?

Hier sind mal die Fotos:

(https://abload.de/img/001-rckseitetopfschwa5hs44.jpg) (http://abload.de/image.php?img=001-rckseitetopfschwa5hs44.jpg)

(https://abload.de/img/002-rckseitetopfschwal3s6l.jpg) (http://abload.de/image.php?img=002-rckseitetopfschwal3s6l.jpg)

(https://abload.de/img/003-schwarzgrundiertedqs9z.jpg) (http://abload.de/image.php?img=003-schwarzgrundiertedqs9z.jpg)

(https://abload.de/img/004-schwarzgrundierte4qso3.jpg) (http://abload.de/image.php?img=004-schwarzgrundierte4qso3.jpg)

(https://abload.de/img/005-schwarzgrundiertei8ss7.jpg) (http://abload.de/image.php?img=005-schwarzgrundiertei8ss7.jpg)

Ich denke, dass das zwar noch weit vom Perfekt-sein entfernt ist, aber das könnte schon was werden.
Trotzdem werde ich mir morgen mal Grasmatten besorgen. Mal gucken, was die so können. 8)

Und nun werde ich mirch dem "Fenster-Link" von Jürgen (f1-bauer---DANKE!!!!) widmen.

Ich freue mich sehr über die regen Diskussionen in diesem Thread, denn das zeigt, dass das Thema offensichtlich nicht nur mich interessiert.

Jens  :winken:
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: Hans am 23. Juni 2017, 22:28:15
Schleifvlies gibts im Baumarkt auch in grösseren Stücken.
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: eydumpfbacke am 23. Juni 2017, 22:40:55
Hallo Jens,

der Schwamm ist zwar eine Idee, aber nach meiner Meinung noch weit von einem Reetdach entfernt.

Reet sind Halme, die in Gruppen gleichgerichtet auf dem Dach angeordnet werden.
Der Schwamm sagt aber Wirrwarr in vielen Richtungen, auch der einzelnen Halme.

Ich glaube, mit Pinseln, die auf der Schrägung platziert werden, bist du dem Reetdach wesentlich näher.

Schau mal das Bild von WeFalck an, dann weißt du, was ich meine.

Apropos Pinsel: Was ist mit den Lasurpinseln, die es günstig im Baumarkt gibt (manchmal auch bei Aldi & Co)
Wäre das nicht eine günstige Alternative?
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: wefalck am 23. Juni 2017, 23:03:26
Also, ich hatte weniger an Fließ gedacht, da ja dieses aus ungeordneten Fasern besteht, sondern an wirklich feinporigen Schwamm, wie z.B. diesen hier: https://www.wohnen.com/reinigung/putzschwamm/a-85040840/ (https://www.wohnen.com/reinigung/putzschwamm/a-85040840/) (leider läßt sich das Bild alleine nicht verlinken).

Oder in dieser Art:

(http://2.bp.blogspot.com/-Riqt5pozKSI/UUZA4u00tRI/AAAAAAAALaA/XQngZ6ZIrUk/s1600/DSC09922.JPG)

Je feiner die Poren, desto besser natürlich.
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: f1-bauer am 24. Juni 2017, 00:06:21
Hans, es liegt mir fern, den vorgeschichtlichen, frühgeschichtlichen und mittelalterlichen Hausbau neu zu erfinden oder zu behaupten, dass der Giebel über traufseitigen Türen wegen herabfallenden brennendem Reet erfunden wurde. Die Erklärung, warum über traufseitigen Türen ein Giebel angebracht wurde, scheint mir aber plausibler als die niedriger Wandhöhe oder die tief herabreichende Traufe, allerdings nicht wegen brennendem Reet alleine.

Möglicherweise war es den Leuten irgendwann zu doof, die Tür nur an der Giebelseite zu haben. Auch gabs zu der Zeit nicht nur weiche Reet- oder Strohdächer, weil Reet bekanntlich nicht überall vorkommt und Stroh auch nicht überall das gelbe vom Ei war. Nur, die Leute haben damals wie heute über Dinge nachgedacht, die sie ärgern oder gefährden und Lösungen gesucht. Möglicherweise hat einer die Tür an die Seite verlegt und sich geärgert, dass ihm jetzt von der Traufe das Regenwasser in den Kragen gelaufen ist oder ihm immer wieder ein Schneebrett auf die Rübe gefallen ist. Lösungsansatz: traufe kürzen und ein waagerechtes Dach über der Tür. Funzt ganz gut, nur das Wasser lief ihm halt jetzt schon weiter vorne von der Dachkante in den Kragen und der schwere Schnee brach das Dach immer wieder ab. Nächster Schritt: spitzes oder rundes Dach über der Tür, so dass Wasser und Schnee nach links und rechts abgelenkt werden. Weitergehende Erkenntnis :8: : was anderswo bei Regen und Schnee funzt, hilft vielleicht auch nebenbei bei herabfallenden brennendem Reetn nachdem leute bei einem brand nicht mehr aus dem Haus kamen. Nur mal so, ganz unwissenschaftlich, als Überlegung.

Gestern noch war die gesamte Wissenschaft der festen Überzeugung, dass der Homo Sapiens 200.000 Jahre auf dem Buckel hat. Heute muss man schlicht 100.000 Jahre dazu rechnen. Morgen ist man vielleicht in der Lage, aus einem versteinerten Fund Genmaterial zu extrahieren und stellt fest: der neue Fund gehört zu einem Homo-Sapiens-nahen Seitenast, der schnell ausgestorben ist, weil die Füße nach hinten zeigten (das war jetzt bewusst überzogen  ;). Jedenfalls wird klar: nicht jede lange währende wissenschaftlich belegte Erkenntnis ist bis alle Tage in Stein gemeisselt.

Noch eins zur Körpergröße - ich bin 1,73 m klein, Tendenz schrumpfend (an einem Türstock im elterlichen Haus kann ich heute noch nachlesen, dass ich mit 16 einhalb mal 1,75 m maß :pffft: ). Auf Burg Prunn im Altmühltal muss ich an jedem Türsturz den Kopf einziehen  :pffft:. Ebenso in fast allen Bauernhäusern im Freilichtmuseum Glentleiten und auch in der Fuggerei. In der steht auch ein Doppelbett von damals mit Wanzenbaldachin. Der ist nicht viel höher als ich und in das Bett würde ich nur diagonal rein passen. Vor 40 Jahren war ich mal im Tower in London. Da war die Sammlung der Rüstungen noch in einem Saal aufgestellt, ca. 30 Stück hinter Panzerglas, fein drapiert um eine Prunkrüstung von Heinrich VIII. Der war deutlich über 1,80 m und galt zu seiner Zeit als Riese. Die Rüstungen drum rum gingen meist bis zur Schulter dieser einen Rüstung  :pffft:.

Mein Onkel (er mißt knapp 1,80 m) hat in den siebzigern in Rottweil, nicht weit weg vom Schwarzen Tor, ein mittelalterliches Haus, so ca. Baujahr 1490, erworben und umgebaut. Im EG kam ein Ladengeschäft für Farben und Malerbedarf und ein Lager rein, im ersten Stock Tapetenraum, Tapetenlager und Büro und oben dann die Wohnung. Die mussten ganz schön tricksen, abstützen und an 40 cm starken Original Eichenbalken rumsägen (natürlich mit Segen von Denkmalschutz und Statiker), um Raumhöhen von knapp 2 m und Türhöhen von 1,90 m zu erreichen.

Ich bin weder Wissenschftler noch Archäologe, aber ich habe Augen im Kopf und kann Größen vergleichen. Ich denke mal, das alles wurde nicht für Kinder so klein gemacht und lässt mir schon einen gewissen Rückschluss zu, wie groß die Menschen vor 700 Jahren so waren.

Gruß
Jürgen  :winken:
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: Hans am 24. Juni 2017, 11:08:15
Jürgen, die Türen orientieren sich an der Innenraumnutzung und an Traditionen. Es gibt da zum Teil recht eigenartige Lösungen, zB Häuser bei denen zwar Vieh eingestallt war, aber ohne eigenen Zugang. Es ist wirklich am besten, man verläßt nur auf die Befunde, bei Überlegungen "die waren doch nicht blöd damals" geht man oft in die Irre.

Homo Sapiens: Der moderne H.S. hat schon immer 300.000 J. auf dem Buckel. Aktuell diskutiert wird ausschließlich die Verbreitung anhand eines marokkanischen Fundes - dar aber eine recht eigenartige Mischung "moderner" und "alter" Merkmale aufweist.

Größe: Die Durchschnittsgröße sind Fakten anhand der Knochenfunde. Kurze Betten haben was mit der Schlafhaltung zu tun, da man damals halb im Sitzen schlief, so wie heute zB bei Krankenhausbetten. Ritterrüstungen wurden Ende des 19. Jhd absichtlich "kurz" montiert, damit es in die Überzeugung passte. Hohe Räume gibts ausser in Repräsentationsbauten erst seit dem Bürgertum des 19.Jhd, ebenso genormte Türhöhen.
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug --- Alles auf Anfang
Beitrag von: Jensel1964 am 30. Juni 2017, 23:39:03
So, und nun mal alles auf Anfang....
Ich habe heute eine sehr nette Mail bekommen, in der ich vom oben erwähnten Mitarbeiter des Museums in Lütjenburg  darauf hingewiesen wurde, dass ich da ein paar entscheidende Fehler gemacht habe.
Zum Einen stimmt die Fachwerkanordnung nicht. Zum Anderen, und das wiegt schwerer, wurden Ziegel zur damaligen Zeit nur bei herrschaftlichen Bauten verwendet wurde. In meinem Fall wäre Weiden- oder Haselnussgeflecht mit Lehm die richtige Wahl gewesen.
Ich werde mir die Wände dann nochmal vornehmen müssen..... :woist:
Vielleicht kann ich die Wände für ein anderes Projekt verwenden.

Jens  :winken:
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: Jensel1964 am 24. Juli 2017, 16:18:07
So, nun werde ich etwas versuchen, was mir ja grundsätzlich schwer fällt: Ich werde mich textlich zurückhalten und die Bilder sprechen lassen.
Wie schon im letzten Lebenszeichen geschrieben, war meine Backsteinhausidee historisch nicht korrekt. Auch war die Anordnung des Fachwerkes z.T. falsch.
Nun erhebe ich nicht den Anspruch, ein historisch bis in die Tiefe richtiges Haus darstellen zu wollen bzw. zu können. Ich werde eher eine möglichst gute Annäherung versuchen.
Insofern habe ich zunächst die Wände etwas überarbeitet und die Wände mittels der FIMO-Methode neu aufgebaut.  Diesmal allerdings verputzt bzw. mit Lehm und Flechtwerk aufgebaut.
Das sah dann so aus:
(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/Bild1.jpg)

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/Bild2.jpg)

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/Bild3.jpg)

Nachdem die Wände fertig waren, habe ich eine erste Stellprobe vorgenommen:

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/Bild4.jpg)

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/Bild5.jpg)

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/Bild6.jpg)

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/Bild7.jpg)

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/Bild8.jpg)

Anschließend begann ich die Teile mit Holzleim zusammenzukleben und die Dachbalken (von denen ich mal ausgehe, dass es sie so gab). Die Innenwände habe ich weiß und den Boden in Lehmbraun bemalt.

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/Bild9.jpg)

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/Bild10.jpg)

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/Bild11.jpg)

Und dann habe ich die Dachsparren provisorisch gesetzt. Sieht gar nicht so übel aus.

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/Bild12.jpg)

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/Bild14.jpg)

Als nächstes werde ich mich mit der Inneneinrichtung (rudimentär gehalten) befassen. Die Innenwände werden wohl aus Holzbrettern bestanden haben. Ob es eine Art Tresen gab? Wahrscheinlich. Wie auch immer. Ich lasse hier meine Fantasie walten.
Aber erstmal geht es in den Urlaub und dann werde ich mich weiter mit diesem Thema befassen. 8)

In diesem Sinne hoffe ich, dass Euch dieser Baubericht gefällt und dass er Euch auch anregt, mal was komplett ohne Bausatz zu bauen. Macht echt Spaß.

Jens  :winken:
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: Puchi am 25. Juli 2017, 07:20:16
Zum Fachlichen werde ich hier eher nichts beitragen können. Aber die Mühe, mit der Du die Recherchen betreibst und versuchst, hier möglichst viel Realismus mit einzubinden, verdient Beifall! :klatsch: :klatsch: :klatsch:

Und die Idee sowieso: :klatsch:

Ich werde hier hochinteressiert mitlesen, da sei Dir versichert, Jens!

Und jetzt erhol Dich schön im Urlaub!


Liebe Grüße,

Karl
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: Wolfgang Meyer am 25. Juli 2017, 11:06:42
Klasse Dioramenbau, ich bleibe da auch dran!

LG Wolfgang
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: Jensel1964 am 26. Juli 2017, 17:45:23
Vielen Dank für Eure positive und aufbauende Resonanz.
Das ist noch ein langer Weg, aber letztendlich denke ich, dass ich das Diorama vielleicht sogar noch in diesem Jahr fertig bekomme...schaun mer mal. :pffft:
Morgen gehts erstmal nach Bella Italia...so ganz ohne Modellbau aber dafür mit leckerem Essen und Vino.
Jens  :winken:
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: Jensel1964 am 26. Juli 2017, 22:43:00
Vielleicht sollte ich etwas zu den weiteren geplanten Schritten sagen.
Die "FIMO-Felder" der Wände habe ich mit weißem Grundierspray von Vallejo aus der Dose besprüht. Nun sollten auch die Farben von Vallejo auf diesen Feldern haften.
Ich bin mir noch etwas unschlüssig ob der richtigen Vorgehensweise. Die Giebelwände werden um eine Balkenlage vor die Erdgeschosswand versetzt aufgebaut . Das ist etwas doof beschrieben, aber anhand der Bilder sieht man, was gemeint ist. Das obere "Dreieck" wird um eine Balkenlänge auskragen. Dieses obere Dreieck werde ich mit Holz und nicht mit verputztem Flechtwerk darstellen. Dafür muss ich hier noch einige Balken und Bretter ergänzen.
Danach werde ich den Fußboden des Obergeschosses und die weiteren Sparren einfügen, die Erdgeschosswände setzen und vielleicht die Unterkonstruktion des Daches herstellen.
Erst wenn das fertig ist, werde ich das ganze Gebäude mit einer dünnen, dunklen Lasur versehen, die Balken hellgrau trockenmalen und den Wandverputz hell malen.
So ist der Plan. Und wie ich mich kenne, werde ich mir in den nächsten zwei Urlaubswochen diese Vorgehensweise wieder und wieder durch den Kopf gehen lassen....und vielleicht alles anders machen. :3:
Und dann ist da noch die Aufgabe der Darstellung des Natursteinfundamentes. Aber da schwebt mir schon was vor....gucken wir mal.... :D
Oder wie man seit einiger Zeit hier im Norden sagt: "Sach ma Brackelmann....das ist doch schon wieder am Arbeiten in Dir, oder?" :3:
Jens  :winken:
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: Jensel1964 am 19. August 2017, 22:52:40
So Kinder, nun setzt Euch mal. Es geht jetzt hier mal weiter. :D

Urlaubs- und Arbeitsbedingt kam ich in den letzten Wochen nur sehr begrenzt zum Bauen. Erst in den letzten Tagen ging es etwas weiter voran.
Im letzten Teil hatte ich mich ja schon mal mit dem Dach und den Dachsparren beschäftigt. Nachdem die Grundkonstruktion soweit klar war, habe ich mich zunächst mit dem Innenraum beschäftigt.
Aus meinem Jütland-Diorama habe ich gelernt, dass es durchaus Sinn macht, zumindest eine rudimentäre Inneneinrichtung darzustellen. Es muss nicht 100%.ig genau sein, Hauptsache man sieht, dass da irgendetwas ist. Insofern habe ich meiner Fantasie freien Lauf gelassen und mal ein paar Tische, Bänke etc. gebaut. Wie wenig davon zu erkennen ist, sehen wir später.

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/101.jpg)

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/102.jpg)

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/103.jpg)

Hier erahnt man, dass zumindest etwas zu erkennen ist. Ein wenig Licht kommt ja ins Haus hinein. An dieser Stelle lasse ich mal den Gedanken zu, dass man das Haus ja hätte beleuchten können.
Neee, lass mal.

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/104.jpg)

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/105.jpg)

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/106.jpg)

Da ich die Giebelwände mit Holz verkleidet werden und jeweils eine Zugangstür erhalten soll, habe ich eine (rein fiktive) Unterkonstruktion bauen müssen. Im Giebel ist übrigens das Rauchabzugsfenster. Wegen der Durchsicht durch die Türen war es auch erforderlich, einen Dachboden einzuziehen.


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/107.jpg)

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/108.jpg)

An dieser Stelle habe ich kurz mal die Dachplatten aus Balsaholz aufgesetzt. Auf dieses soll das (große Angstaufgabe!!!) Reetdach aufgesetzt werden. Fazit: Passt!!!
 
(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/109.jpg)

An den Giebelwänden habe ich dann auch ein wenig filigrane Holzarbeit angebracht. 

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/110.jpg)

Ach so, hier übrigens nochmal der Boden:

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/111.jpg)

Und dies ist ein ganz wesentlicher Arbeitsgang des Baus: Furnier schneiden….macht einen Mörderspaß.

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/112.jpg)

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/113.jpg)

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/114.jpg)

Tcha, und so sieht das Haus nun aus:

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/115.jpg)

Was fehlt ist noch eine Idee für die Türen und das Reetdach. Und dann grübel ich massiv darauf herum, wie ich das Natursteinfundament darstellen könnte. Da habe ich aber schon eine Idee.

Wie immer danke ich Euch für Euer Interesse und hoffe auf Ideen und Anregungen.

Jens   :winken:
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: eydumpfbacke am 19. August 2017, 23:00:09
Und dies ist ein ganz wesentlicher Arbeitsgang des Baus: Furnier schneiden….macht einen Mörderspaß

Warum habe ich jetzt Schwierigkeiten, dir das zu glauben..... :pffft:
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: Jensel1964 am 19. August 2017, 23:41:52
DAS, lieber Reinhardt, weiß ich auch nicht.... :7:
Ne, ehrlich, das ist etwas stupide. Aber das Ergebnis zählt.
Jens  :winken:
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: Puchi am 20. August 2017, 07:26:47
Das mit der Inneneinrichtung ist eine gute Idee, Jens! Man sieht wenigstens etwas "Struktur" im Haus und keinen leeren "Kasten" (Kasten ist jetzt nicht abwertend gemeint). :1:

Viel Spaß beim Bau muss ich Dir, glaube ich, nicht wünschen, denn man merkt dass Du mit Freude an der Sache bist. :P


Liebe Grüße,

Karl
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: Jensel1964 am 21. August 2017, 23:02:14
Vielen, lieben Dank, Karl.
Joah, das macht schon echt Spaß. Zumal dieses Thema ja gewisse Freiheiten lässt.
Im Moment laufen grad die Testreihen zu den Bereichen "Reetdach"  (Grasmatte + Leim = X) und dem Steinfundament. Aber dazu folgt demnächst mehr in diesem Theater.... :1:
LG Jens :winken:
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: coporado am 22. August 2017, 06:16:03
Moin Jens,

ein tolles (weiteres) Projekt in dieser Reihe. Habe das erste schon mit Spannung verfolgt und dieses hier ist nicht minder spannend. Solche Projekte, mit historisch belegtem Hintergrund, haben etwas besonderes und begeistern mich total. Ähnlich geht es mir ja mit meinen Magdeburg Dio´s. Aber genug davon, was ich eigentlich schreiben wollte:

Schau doch bzgl. des Reetdaches mal hier vorbei. Vielleicht als Anregung. Einer unserer Kollegen in der Modellschmiede hat für seine Häuschen Streifen aus Frotteehandtuch verwendet. -->

https://modellschmiede-haemelwerwald.jimdo.com/galerien/strohdachhaus/
https://modellschmiede-haemelwerwald.jimdo.com/galerien/schmiede/

Könnte mir gut vorstellen, dass das für ein Reetdach auch gut geht.

Gruß
Sascha  :winken:
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: Jensel1964 am 23. August 2017, 22:03:44
Weiter gehts...mit ´nem Zwischenergebnis.
@Sascha: Ich hab Deinen Post nicht überlesen. Ich finde Eure Darstellung der Reetdächer sehr schön. Allerdings versuche ich, dem Original etwas näher zu kommen. Dabei nin ich an der Idee von Hans hängen geblieben. Stichwort: Grasmatte.

Ich habe mir kam folgendes Produkt gekauft:

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/501.jpg)

und mit Holzleim auf ein Stück Karton geklebt:

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/502.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/503.jpg)

Ich gebe zu, dass das noch nicht so sehr nach Reetdach aussieht.

Hier sollte Holzleim Abhilfe schaffen. Ich meine, was bei Haaren und Gel funktioniert sollte doch auch eine Grasmatte in Form bringen.Das sah dann so aus:


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/504.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/505.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/506.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/507.jpg)

Ich denke, dass man da nach einer weiteren Lage Holzleim, etwas Stutzen und ein wenig "in die richtige Richtung streichen" noch etwas mehr Reetdach rausholen kann.
Was meint Ihr? Das sieht doch gar nicht soooo schlecht aus, oder?
Ich frage mich, ob ich das alles noch in beige einfärbe und in "Strohgelb" nacharbeite.

Bezüglich des Steinfundamentes gibt es auch schon Testläufe. Hierzu kommt später mehr.... :D

Ich danke Euch für Euer Feedback und Eure Anregungen.

Jens  :winken:
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: eydumpfbacke am 24. August 2017, 05:31:36
Ehrliche Antwort?

Ist mir so jetzt noch zu unruhig in der Oberfläche.

Reet ist gleichmäßiger geschnitten.

Aber du willst ja noch mal ran
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: Jensel1964 am 24. August 2017, 07:46:39
Moin Reinhardt,
Ja, das mit dem Unruhigen muss ich noch irgendwie beseitigen. Ich werde da, wie schon gesagt, mit Holzleim, Druck und Schere nochmal nachhelfen. Ich stelle mal ein Foto vom Ergebnis rein, so es denn "strohdachig" genug aussieht.
So, und nun geht's ab in's Büro..... :D
Jens  :winken:
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: Gilmore am 24. August 2017, 10:19:04
Und wenn mal die eine oder andere Stelle des Daches nicht so optimal gelungen ist, mach da einfach eine Moosnachbildung drauf. Sieht man auf alten Strohdächern hin und wieder.
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: Hans am 24. August 2017, 11:19:11
Eigentlich nehme ich für Stroh/Reetdächer deshalb so gerne Grasmatten, weil es eben eine ruhige Oberfläche ergibt. Ich lackiere die Matte lediglich mit der Airbrush und dem Pinsel. Wenn man sie eben nicht versucht in eine andere Form zu bringen oder zu verkleben, gibt's m.M. nach den "besseren" Effekt. Und die Matte auch eher in der kurzen Version nehmen.
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: Jensel1964 am 24. August 2017, 22:18:33
So, ich habe die Testfläche jetzt nochmal nachbearbeitet. Wenn da jetzt noch ein wenig mehr Ordnung bei der "Halmrichtung" reinkommt (im oberen Bereich) und die Fläche farblich noch etwas nachbehandelt wird, bin ich mit dem Ergebnis absolut zufrieden. Bedenkt bitte auch die "Größe" des Teils. Durch das Makro wird da einiges sichtbar, was mit dem bloßen Auge verborgen bleibt.

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/508.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/509.jpg)


To be continued.... 8)

Jens  :winken:
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: Jensel1964 am 27. August 2017, 22:22:16
Ich weiß, es nervt..... :pffft:

Aber dieses verd.... Reetdach mach mich echt noch fertig. Ich bin Hans´ Hinweis mal gefolgt und weiß jetzt glaube ich, was der richtige Weg wäre.

Ich habe bei dem letzten Versuch mal auf das wilde Einschmieren und in-Form-bringen der Grasmatte verzichtet. Stattdessen habe ich Die Matte mehrfach mit beiger Acrylfarbe aus der Dose eingesprüht. Das sieht nun so aus:

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/510.jpg)

Für meinen Geschmack kommt das dem norddeutschen Reetdach schon näher.
Allerdings muss die Matte kurzhaariger sein, denn von der Seite sieht das so gar nicht nach Reetdach aus:

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/5110.jpg)

Ich muss jetzt mal wieder im Modellbahnladen stöbern, um eine kürzere Matte zu kaufen, die ich dann noch intensiver einsprühe.

Ich hoffe, dass ich mich damit der Dacheindeckung annähre und mich endlich mal mit den anderen Teilen des Dioramas befassen kann. Ich hab vom Reetdach echt die Nase voll... :12:  Und wenn Ihr das jetzt wieder doof findet, gibt´s Schindeln. Nur dass Ihr´s wisst! :3: :3:

Jens  :winken:
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: coporado am 28. August 2017, 06:35:48
Jens damit bist du doch auf einem guten Weg  :P Gut Dach weiterhin  :1:
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: Puchi am 28. August 2017, 07:28:01
Also, ich finde, Du kommst der Sache schon näher, Jens. :1: Kürzere Halme wären sicher noch eine Verbesserung. Vielleicht kannst Du ein Foto von dem Dach mit dem Häuschen zusammen machen, damit man abschätzen kann, wie das mit dem Gebäude zusammen wirkt.

Und verlier wegen dem Reetdach nur nicht die Geduld. Bei jedem Projekt gibt's Durststrecken, wenn was nicht gleich hinhaut. Aber als abgebrühte Modellbauer stehen wir sowas locker durch, oder?! :1:


Liebe Grüße,

Karl
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: Jensel1964 am 07. September 2017, 12:28:43
Nur mal ´ne kurze Wasserstandsmeldung:

Ich bin grad dabei, die Idee mit der kurzen Grasmatte für das gesamte Dach umzusetzen. Wenn es einen wirklich vorzeigbaren Stand gibt, kommen auch wieder Bilder. Versprochen!  :1:

Jens  :winken:
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: Jensel1964 am 09. September 2017, 18:34:01
Weiter geht´s.
Nachdem mich diese ganzen Versuche der Reetdachdarstellung zusehends genervt haben, habe ich beschlossen einen letzten Versuch mit einer kurzen Grasmatte zu machen. Das Probestück sah so aus:

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/601.jpg)

Ich beschloss, damit leben zu können. So habe ich also als Träger für die Grasmatte ein dünnes Balsaholzbrett auf die Dachkonstruktion geklebt.

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/602.jpg)

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/603.jpg)

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/604.jpg)


Danach habe ich die Grasmatte zugeschnitten und auf das Balsaholz geklebt. Das sieht echt gruselig aus… 8o:


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/605.jpg)


Um die Matte zu fixieren habe ich Gummibänder und Kaffeelöffel bzw. kleine Holzbrettchen zum Anpressen verwendet. Letzteres war nicht so schlau, weil sich diese Brettchen in die Matte drückten und leichte Spuren hinterließen. Ein durchgehendes Brett wäre da die bessere Wahl gewesen. Da werde ich das Reet nachmal etwas aufrauhen.

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/606.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/607.jpg)


Nach einer ersten farblichen Vorbehandlung fiel mir ein, dass das Reet ja am unteren Ende des Daches ja in Form von Halmen abschließt. Darum habe ich einen ganz dünnen Streifen der Grasmatte als unteren Abschluss angeklebt:

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/608.jpg)

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/609.jpg)

Und dann wurde es fies. Das ganze schöne Dach und das blanke Holz wurden mit einem grau-braunem Washing versehen. Das Haus ist ja schon etwas älter:

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/610.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/611.jpg)


Anschließend wurde das Dach mit hellem Graubraun trockengemalt. Das ist ein Prozess, den ich noch ein paar Mal durchführen muss, bis das Dach glaubwürdig genug ist. Auch das Holz der Balken und des Giebels wurden entsprechend behandelt.


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/612.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/613.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/614.jpg)

Tcha, und so sieht das Haus jetzt aus. Das heißt FAST, denn zwischenzeitlich habe ich mich noch mit dem Giebel beschäftigt. Das kann so, wie auf den Fotos oben nicht bleiben.

Hierfür habe ich einen Streifen der Grasmatte ausgeschnitten, gefaltet, grundiert und farblich vorbehandelt.

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/615.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/616.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/617.jpg)


Ich muss mir jetzt nochmal was zum Giebel einfallen lassen. Da kommen noch Hölzer drauf, wie ich sie auf einigen Fotos von Rekonstruktionen gesehen habe. Und dann geht e an die Fensterläden und Türen.

Bezüglich der Steinfundamente hab ich auch schon eine Idee, aber dazu später mehr…..

Ich danke Euch für´s „Über die Schulter gucken“ und freue mich auf viele Kommentare und Anregungen.

Jens  :winken:
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: AnobiumPunctatum am 09. September 2017, 19:33:38
Klasse Jens. Das Dach wirkt richtig gut. :klatsch:
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: Hans am 09. September 2017, 19:44:51
Aufnahmen von letzten Mittwoch. In Ribe (DK) verwenden sie auch Grassoden als First, überlappend, ohne Hölzer. Die Grassoden sind schwer genug. Sie wachsen stark ein und bilden ein regelrechtes Biotop mit kleinen Bäumen, Moos und Pilzen.
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: Postbote am 09. September 2017, 21:27:58
Servus Jens,

ich habe von der Materie zwar keine Ahnung, aber was Du hier so vorstellst gefällt mir wirklich gut. :P

Mit schönem Gruß
Christoph
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: bughunter am 09. September 2017, 23:16:04
Jens, Dein Dach ist ein Volltreffer, äh Reetdach :P
Sehr gut gemacht :1:

Viele Grüße,
Bughunter
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: Puchi am 10. September 2017, 06:42:57
Prima Lösung, Jens! :klatsch:

Verglichen mit Hans' Fotos ist Dir die Farbgebung super gelungen! Das gilt ebenso für's Holz. :P


Liebe Grüße,

Karl
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: Jensel1964 am 10. September 2017, 12:02:13
Vielen Dank für die Blumen. Es freut mich, dass Euch meine Reetdachinterpretation gefällt. Ich denke auch, dass ich dem Original zumindest etwas nahe gekommen bin.
Viielen Dank auch für die Fotos aus Ribe, Hans.  :klatsch:
Offenbar hat es der dänische Wettergott sehr gut mir Dir gemeint.
Die Grassodenvariante hat auch was, wird bei mir aber etwas schwer umsetzbar sein. Mein Dachfirst ist eher die eines Reetabschlusses, der mit der Zeit eingewachsen ist. Aber die Idee einen Bewuchs etwas intensiver darzustellen hat schon was. Ich werde mal mit etwas offeneren Augen an den Reetdachhäusern in meinem Dorf vorbeigucken. Wobei die natürlich modern sind.

Vielen Dank nochmal für die motivierenden und inspirierenden Kommentare. :P

Jens
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: Hans am 10. September 2017, 12:53:59
Jens, ist ja nur eine Alternative, halt ohne Holzzeugs. Die modernen Firste mit Reethaufen sind meist in Maschendraht gehüllt, damits nicht auseinanderfliegt. Bei geknickten Reet brauchts halt ohne Draht irgendeine Niederhaltung, deshalb diese ^-Hölzer oder querliegende Langhölzer. Oder auch schlicht einen First aus Brettern.
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: Jensel1964 am 10. September 2017, 13:52:15
Ich weiß, Hans.  :1:
Das ist ja such ne interessante Alternative, die ich beim nächsten Wikingerdiorama ("Schlechte Laune in Hafnarfjördur"....Arbeitstitel :3:) aufgreifen werde. Im Moment hab ich Lust auf so ein Holzgedöns....

Mal in die Runde gefragt: Hat wer ne Idee, wie Scheunen im Mittelalter ausgesehen haben könnten? Irgendwo haben die Reisenden sicher auch ihre Pferde untergestellt....im Moment fällt mir hier nur eine schlichte Holzkonstruktion (Bretterverschlag) neben dem Krug ein

Jens. :winken:
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: Hans am 10. September 2017, 15:03:45
Http://www.modellbaufechner.de/gebaeude.html

Runterscrollen. Der vorschlag von fredericus rex gefällt mir gut.
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: Jensel1964 am 10. September 2017, 22:36:43
Stimmt Hans, der Stall hat schon was. Was meinst Du, ist die Lösung mit den Steinfundamenten auch für den Norden realistisch? Klar, Balken im Boden zu versenken ist nicht zwingend langlebig.
Jens  :winken:
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: Hans am 10. September 2017, 22:59:55
Steinfundamente hinterlassen Spuren, bleiben archäologisch greifbar. Ich kenn deine Befunde ja nicht. Wenn nix da ist, lass sie weg. Mir gefällt eher die halboffene bauweise.
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: coporado am 11. September 2017, 06:30:37
Jens da hat sich die ganze Herumprobiererei doch wirklich gelohnt, tolles Ergebnis!  :P :P :P
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: Jensel1964 am 16. September 2017, 00:40:38
Spät aber es kommt von Herzen:

Vielen Dank Coporado :meister:

Jens  :winken:
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: Jensel1964 am 22. September 2017, 14:49:03
Und weiter im Text.

Das Dach des Hauses ist ja nun so, dass ich mit dem Ergebnis durchaus leben kann und es demnächst an die Feinarbeiten gehen kann. Der First benötigt noch etwas Nacharbeit und auch das Reet selbst ist so noch nicht 100%-ig nach meinem Geschmack. Dann kommen noch die Türen und die Fensterläden. Was ich aber bisher eher stiefmütterlich behandelt habe, ist das Steinfundament.

Hierfür hab ich mir folgende Vorgehensweise ausgedacht:

Am Einfachsten wäre es natürlich, das Fundament durch eine Steinschüttung darzustellen, auf die ich das Haus dann draufsetzen könnte. Allerdings fürchtete ich, keine so gerade Grundfläche zu erhalten, auf der das Haus plan aufliegen würde. Daher habe ich einen anderen Weg beschritten. Im Künstlerbedarfladen (in meinem Fall Boesner) habe ich 3mm starke, mit Pappe kaschierte Schaumstoffplatten gekauft. Der Name will mir grad partout nicht einfallen….Doof :rolleyes:. Auf eine Platte habe ich das Haus selbst geklebt. Darunter kam eine zweite, etwas größere Platte. Den Zwischenraum zwischen den Platten habe ich dann mit einem Skalpell leicht ausgehöhlt und Steine aus dem Modellbahnbedarf (Noch, Preis 1,50 €/Tüte) eingesetzt. Diese Steine habe ich mit einem Wasser / Holzleim – Gemisch benetzt. Nachdem die erste Reihe ausgetrocknet war, habe ich mit den anderen Reihen nach und nach weitergemacht. Mit dem Ergebnis bin ich echt zufrieden, aber seht selbst:

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/701.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/702.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/703.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/704.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/705.jpg)


Jens  :winken:

Edit: Irgendwie scheinen das zu viele Bilder für einen Post gewesen zu sein. Das wurde nicht richtig angezeigt. Ich teile das mal auf...
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: Jensel1964 am 22. September 2017, 14:54:46
Naja, und wo mir Hans schon so eine schöne Vorlage lieferte,  habe ich auch mit dem Stall begonnen. Allerdings bin ich von der Dachform abgewichen und habe mich an heutigen Pferdeunterständen orientiert. Letztendlich wird die Grundidee (Dach, z.T. Seitenwände aber trotzdem belüftet, Pferde dürfen nicht raus) gleich geblieben sein. Ich habe das Alles etwas einfacher, d.h. kostengünstig weil nicht aufwändig konstruiert (bezogen auf das 14. Jh.), gestaltet. So ist zumindest meine Idee.  Trotzdem will ich das Dach mit Holzschindeln eindecken, weil ich mir davon etwas Abwechslung verspreche.

Zur Konstruktion sagen die nächsten Bilder genug aus. Diee Kaffeelöffel sind übrigens nur die Unterkonstruktion für die Holzschindeln. Da kann ich mal die Klappe halten:

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/706.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/707.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/708.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/709.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/710.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/711.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/712.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/713.jpg)


Und nun geht es langsam an die Stellprobe. Wo mag der Stall gestanden haben? Eher dicht beim Haus, oder gegenüber? Wird das Grundstück des Kruges durch einen Zaun oder eine Mauer geschützt worden sein? Letztendlich wurde der Krug auch von wohlhabenden Reisenden besucht und das Problem des Straßenraubes war in Bargteheide durchaus präsent. Diese trieben z.B. im Wunnekenbrook, einem Waldgebiet in der Nähe von Bargteheide, erfolgreich ihr Unwesen. So wurden im Jahr 1349 die Hamburger Bürger Gottfried Sandove und Heinrich Barnvelt auf der Straße zwischen Hamburg und Oldesloe überfallen und ermordet. Jaja, das war eine harte Zeit und unsichere damals.  Was leben wir also in friedlichen Zeiten (Von wegen „Die Welt wird immer unsicherer und gewalttätiger!“).

Aber zurück zum Thema: Ich weiß nicht, ob und wie Gasthäuser damals gesichert waren. Von archäologischen Untersuchungen ist mir nichts bekannt, zumal der Ort Bargteheide an gleicher Stelle weiterbestand und kontinuierlich überbaut und erweitert wurde.

Falls hier jemand eine Idee hat, bin ich für Hinweise echt dankbar.

Meine ersten Stellproben gehen in diese Richtung:

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/714.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/715.jpg)


Ich danke für Euer Interesse und freue mich auf viele Kommentare und Anregungen.

Jens  :winken:
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: f1-bauer am 22. September 2017, 14:56:00
Servus Jens,
was lange währt ....   :klatsch:
Ich finde, das Reet-Dach ist jetzt schon gaaaanz nah dran  :1: ich wüsste nicht, was noch besser geht, vor allem seit dem Live-Erlebnis der Dächer in Haithabu (ok, falsche Zeit aber ich denke mal kein großer Unterschied). 

Der Stall sieht auch gut aus. Hut ab vor Deinen Fähigkeiten. Go Jensel, go ...

Gruß in den Norden
Jürgen  :winken:
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: wefalck am 22. September 2017, 15:03:45
Holzplanken sind teuer, da aufwendig durch Spalten bzw. Sägen herzustellen - ich glaube eher nicht, daß man sie für einen Pferdeunterstand verwendet hätte. Stroh/Reet ist da deutlich billiger und somit wahrscheinlicher.
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: Jensel1964 am 23. September 2017, 23:40:15
@f1-bauer: Vielen Dank! Das ist alles gar nicht soooo kompliziert.  :D

@wefalck: Du hast schon Recht. Ich habe mir das mal durch den Kopf gehen lassen und mich an einer Stroheindeckung probiert. Ich stelle Anfang der Woche mal ein paar Fortos ein.  :1: :1:

Jens  :winken:
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: Hans am 24. September 2017, 10:51:37
Es gibt zB Dürer-Aquarelle, die grosse Scheunen mit Holzbretter-Dächern zeigen. Spaltbretter zB aus Koniferen sind schnell gemacht, Stroh geht ja auch nicht von selber aufs Dach. Lange Planken aus Eiche sind da schon eine andere Sache, ganz klar. Auch Schindeln aus Weichholz gehen razz-fazz.
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: Jensel1964 am 25. September 2017, 21:06:58
Dieses Update wird etwas kürzer, denn eigentlich geht es hier nur um die Eindeckung des Pferdestalls.

Ich habe das Für und Wider einer Schindelabdeckung und einer Stroheindeckung für mich abgewogen und finde beides sinnvoll und nachvollziehbar. Aber dann ist mir eingefallen, dass ich mir ja haufenweise Dichthanf (nein, der ist nicht zum Rauchen!) bestellt habe, der beim Reetdach ja nun nicht zum Einsatz kam. Also werde ich ihn für eine, zugegebenermaßen sehr rustikale, Eindeckung verwenden.
Zur Vorgehensweise: Ich habe den Hanf in ca. gleichlange „Strähnen“ geschnitten und in Reihen auf das Dach geklebt. Darstellen wollte ich ein mit Stroh belegtes Dach und kein enggestuftes, verdichtetes Reetdach.

Nachdem ich das Dach fertig belegt habe, hab ich den Hanf mit stark verdünntem Holzleim getränkt, um zu verhindern, dass die Halme verschwinden. Das sah echt etwas unglücklich aus.
Den oberen Abschluss habe ich mit Holzbrettern belegt.

Dann habe ich das getrocknete Dach mit einem dunklen Washing versehen, weil mir das originale Beige zu neu aussah. Mein Dach soll alt und rottig sein. Spätestens jetzt hat es mich echt gegruselt.
Heute habe ich dann das Stroh und die Wände mit einem sehr hellen Beige und die Wände zusätzlich mit einem hellen Grau aufgehellt.
Im weiteren Baufortschritt werde ich da noch mit etwas grün beigehen. Das kommt aber erst, wenn die Gebäude an ihrem Platz sind und ich weiß, wo Bäume stehen werden.

Und so sieht der Stall jetzt aus:


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/801.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/802.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/803.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/804.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/805.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/806.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/807.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/808.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/809.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/810.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/811.jpg)


Ich danke für Euer Interesse und freue mich auf viele Kommentare und Anregungen.

Jens  :winken:
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: Hans am 25. September 2017, 21:21:03
Jetzt noch Moosbatzen drauf und du hast einen Gewinner.
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: wefalck am 25. September 2017, 21:23:35
In der Tat sehr überzeugend  :P
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: bughunter am 25. September 2017, 22:48:29
Mit einfachen Mitteln hast Du hier gezaubert, Klasse :P

Viele Grüße,
Bughunter
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: Bongolo67 am 26. September 2017, 07:58:22
Wow, klasse! :1: :P
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: Skyfox am 26. September 2017, 09:11:25
Jepp, das passt! Großartig  :klatsch:
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: f1-bauer am 26. September 2017, 13:23:04
Servus Jens,
ich bin ja der Diobauer und Holzalterer unterm Herrn, trotzdem sage ich: der Stall gefällt mir sehr gut  :klatsch:. Ggf. sagt der eine oder andere Holzdarstellungsspezialist "da geht noch was", aber zum "wie" könnte ich jetzt nichts beitragen. Das Dach überzeugt mich jedenfalls und den Stall könnte ich nicht mal annähernd so erschaffen.

Beim lesen ist mir aufgefallen, dass noch was im Raum steht ...
Wird das Grundstück des Kruges durch einen Zaun oder eine Mauer geschützt worden sein?
Ich habe mich da mal ein wenig beschäftigt und ich sage jetzt mal aus dem Bauch (nach der Lektüre einiger Fundstellen im Netz zur Herkunft von Ortsnamen, zu Art und Vorkommen von Einfriedungen usw. und ohne wissenschaftlich-archäoligischen Anspruch, das können dann die Experten übernehmen): das kommt darauf an, wo Dein Dorfkrug letztendlich stehen wird.
Innerhalb einer Ansiedlung waren Einfriedungen einzelner Parzellen mitte des 14. Jhd. wohl eher nicht gebräuchlich. Einzeln stehende Gehöfte im Umfeld einer Ansiedlung schon, auch Kirchen innerhalb einer Ansiedlung, unabhängig davon, ob die Ansiedlung selbst umfriedet war. Der Schutz wurde aber überwiegend um die ganze Ansiedlung errichtet (Wall, Graben, Zaun, Palisaden, Mauer). Erkenntnisse dazu liefern häufig die Ortnamen oder Ortswappen. Du hast es ja auch schon ganz am Anfang erwähnt ...
Zitat
„brektehegel“ bedeutete ungefähr „umfriedetes Brachland“
Deshalb denke ich mal, die ganze Ansiedlung war "eingefriedet". Steht nun Dein Dorfkrug in der Ortsmitte, dann eher kein Zaun drum rum. Steht das Gasthaus eher am Ortsrand, war er wohl mit seinen recht widerstandsfähigen Außenwänden sogar Teil der Ortseinfriedung.

"Na toll", wirst Du jetzt sagen, aber zumindest ist das Thema jetzt mal angesprochen und fördert vielleicht weitere fundierte Erkenntnisse zu Tage   :D

Gruß
Jürgen  :winken:
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: Jensel1964 am 26. September 2017, 21:40:22
Vielen Dank für die Bestätigung, dass ich mit meinem Stall gar nicht so schlecht liege.  :1:
Und ja Hans, da kommt noch Moos drauf. Über die Umsetzung mache ich mir noch mal Gedanken.  :8:

Tcha Jürgen, und mit Deinen wirklich langen (nicht langatmigen! :D) Ausführungen hast Du den Nagel wahrscheinlich auf den Kopf getroffen.  :P
Es ist nicht unwahrscheinlich, dass das ganze Dorf umfriedet war und man die Tore nachts geschlossen hat. Dabei wird es sich natürlich nicht um eine Art Stadtmauer gehandelt haben. Ich denke da eher an eine Palisade, die ungebetene menschliche und tierische Besucher zurückgehalten hat.

Für den Krug selbst wird so eine Umfriedung dann obsolet gewesen sein.  Der Krug wird wahrscheinlich zentral am Dorfanger gelegen haben. Da macht eine Abgrenzung zu den Nachbarn keinen Sinn. Nur die Gemüsegärten wird man mit einem Zaun versehen haben, um z.B. Ziegen und Schafe fernzuhalten.

Ihr seht, dass man sich für so ein Diorama echte Gedanken über die dargestellte Zeit machen muss. Das ist manchmal nicht ganz einfach, macht aber echt Spaß. Ich hoffe nur, dass ich nicht soweit daneben iiege. Aber davor, dass das zu falsch wird bewahrt Ihr mich ja. Und dafür danke ich Eich nochmal vielmals!!! :meister: :meister:

Jens  :winken:

Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: Flugwuzzi am 26. September 2017, 23:08:19
Toll, spannend, interessant, lehrreich und schööööön anszusehen (vor allem der Stall sieht genial aus  :klatsch: :klatsch:) ... summa sumarum, besser als das Kinderüberraschungsei  :P

Ich kenne mich weder in der Zeit noch im Dioramen Bau aus, aber deine Bauberichte lese ich unheimlich gerne  :1:

lg
Walter
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: Hans am 27. September 2017, 11:45:49
Zitat
Ich denke da eher an eine Palisade, die ungebetene menschliche und tierische Besucher zurückgehalten hat.

Sowas zeichnet sich ganz deutlich im arch. Befund ab. Gabs eigentlich im 14. Jhd so nicht, es gab andere Lösungen (feste Häuser, Kirchen etc). Mir wären jetzt da auch keine Darstellungen bekannt, eines Dorfes in Palisaden. Wenn ich mich richtig erinnere, oblag es sogar einer Erlaubnis des Landesherrn, sich zu befestigen.

Zäune innerhalb des Dorfes gabs natürlich, aber halt zur Einzäunung des Viehs und Schutz von speziellen Gärten. Der Krug zB könnte ein paar Schweine gehalten haben zum Eigenverbrauch plus Ziegen, dann gäbs nen Zaun. Keine Stallung, allenfalls ein kleiner Unterstand.
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: coporado am 02. Oktober 2017, 07:30:08
Tolles Ergebnis Jens! Vielen Dank für´s Zeigen und Teilen der Hausmitteltechniken  :P :P :P
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: Jensel1964 am 02. Oktober 2017, 08:46:58
Es tut mir Leid, dass ich erst jetzt antworte, aber Hans' Einwand und eine Mail von Jürgen (F1-Bauer) haben mich dazu gebracht, mich mit der Struktur des Dorfes etwas näher zu befassen. Näheres dazu kommt demnächst in diesem Theater.  Nur soviel vorweg: Das mit der Umzäunung des Dorfes ist nicht wahrscheinlich.
@Walter: Den "Spielberg der Bauberichte" (ein Titel, den Du Dir mit Puchi teilst) unterhalten zu können, macht mich etwas stolz.  :1:
@Coporado: Vielen Dank. Vom vielen "Um die Ecke denken" habe ich schon Nackenschmerzen. Das macht den Spaß am Dioramenbau aus. Aber wem erzähle ich das?  8)

Jens  :winken:
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: Hans am 02. Oktober 2017, 14:21:28
Jens, aktuelle Bilder aus der MA-Gruppe in Bad Windsheim. Noch eine First-Abdeckung und ein Flechtzaum ums Haus.

Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: Jensel1964 am 02. Oktober 2017, 21:34:11
Vielen Dank für die Anregungen, Hans. Ich werde das bei der weiteren Dachbearbeitung im Hinterkopf behalten.  :P :P


So, in diesem Update wird es so richtig theoretisch. Aber als Ergebnis werden ein paar für die Aufstellung des Kruges wichtige Fragen geklärt werden. Versprochen! Trotzdem wird das für die meisten Leser eher langweilig.  :woist:

Die Frage, die es zu klären gilt ist, wie Bargteheide im Mittelalter eigentlich strukturiert war, wie eng die Gebäude beieinander standen und ob die Idee einer vollständigen Umwallung wirklich so unwahrscheinlich ist.
Der folgende Kartenausschnitt ist Teil einer Vermessungskarte aus dem Jahr 1769/70. Die Karte und die nachfolgende Skizze wurde in der von Günther Bock verfassten Festschrift „700 Jahre Bargteheide – Die Frühen Jahrhunderte“ veröffentlicht.  Als Vergleich dazu füge ich einen aktuellen Kartenausschnitt aus Google Maps an. Ich hoffe, dass man die Straßennamen erkennen kann. Die Kirche habe ich hier mit einem roten Kreis markiert.

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/Karte-1.jpg)

Quelle: Günther Bock „700 Jahre Bargteheide – Die Frühen Jahrhunderte“

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/Karte-2.jpg)

Quelle: Günther Bock „700 Jahre Bargteheide – Die Frühen Jahrhunderte“


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/Karte 3.jpg)

Quelle: Google Maps

Die Karte aus dem Jahr 1769/70 ist nicht nach Norden ausgerichtet, Die Nord-Süd-Achse verläuft von links unten (Süd) nach rechts oben (Norden). Bezugspunkt ist die Kirche (Kreisförmiger Kirchhof).

Im oberen Drittel, über der Kirche, verläuft von links (Südwesten) nach rechts (Nordosten) die Straße  von Hamburg nach Lübeck. Die Straße entspricht der Linienführung der Alten Landstraße. An dieser Straße liegen im 18. Jahrhundert einige Höfe, die aber streng genommen noch nicht zum alten Dorf gehören. Das eigentliche Dorf lang weiter östlich, unter der Alten Landstraße.  Bargteheide war von der Form her ein Angerdorf, d.h. die Höfe gruppierten sich (in diesem Fall oval) um einen Dorfplatz. Die obere, westliche Gebäudezeile verlief ungefähr entlang einer Linie Lindenstraße-Hamburger Straße-Am Markt-Lübecker Straße. Diese Straße ist heute noch die bedeutendste Verbindungsstraße von Hamburg nach Lübeck.
Eine alte Wechselstation für Pferde (Utspann) existierte überigens ungefähr an der Abzweigung der heutigen Lindenstraße von der Alten Landstraße. 
Der Anger (Dorfplatz) dehnte sich in Richtung Osten aus. Die östliche Gebäudezeile verlief im Halbrund durch den heutigen Ortskern. Eine dieser Gebäudezeile folgende, durchgehende Straße existiert nicht. Vom Anger aus zweigten die heute noch existenten Verbindungen nach Tremsbüttel und Hammoor ab.

Eine besondere Eigenschaft Bargteheides ist, dass der Ort nicht von Bächen oder Flüssen durchquert wird. Der Wasserversorgung dienten verschiedene Teiche, von denen noch heute einige existierten, und Brunnen.
Aber was hilft mir das jetzt für mein Projekt?!?!

Nun, man erkennt auf der Vermessungskarte aus dem 18 Jahrhundert, dass die Höfe und die zugehörigen Flurstücke recht locker zueinander standen. Es war kein, wie ich zuvor annahm, Dorf mit eng zusammenstehenden Gebäuden. Auf meinem Diorama würde es also keinen Sinn machen, ein weiteres Gebäude zu platzieren.

Weiterhin erkennt man, dass die Ausdehnung des Dorfes schon erheblich war. Diese ganze Fläche mit einer Palisade oder einem Zaun einzufassen wäre ein sehr aufwändiges und unsinniges Unterfangen.

Und zu guter Letzt würde es durchaus Sinn machen, auf dem Diorama einen kleinen Teich zu platzieren. Zur Versorgung der Reisenden und deren Vieh wäre ein Teich m.E. eine große Erleichterung. Auf jeden Fall habe ich Lust, einen Teich zu bauen. Macht bestimmt Spaß.

So, und im nächsten Teil wird wieder gebaut. Versprochen!!! :1: :1:

Jens  :winken:
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: Hans am 02. Oktober 2017, 22:19:02
Teich oder Weiher ist eine sehr gute Idee. Alles andere ist aber Stochern mit langen Stangen im Nebel. Eine Rückprojektion vom 18. ins 14. Jhd ist gaaaaaanz gefährlich. Ohne wirklichen Grabungsbefund hat man ein Problem, da zudem die Kartenzeichnerei erst viel später einsetzt. Fazit: Du kannst nix falsch machen, aber auch nix richtig. Deshalb: Einfach weitermachen.
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: Jensel1964 am 02. Oktober 2017, 22:38:38
Hallo Hans. Mit den Gefahren von Rückprojektionen hast Du natürlich absolut Recht. Vom 21. auf das 18. Jahrhundert zu schließen ist ja ebenso falsch. Allerdings schreibt der Autor, dass die Höfe seit ca. 1490 (also immer noch 150 Jahre nach meinem Diorama) überwiegend ortsfest blieben.
Das mit den archäologischen Funden ist wohl im Falle Bargteheides wegen der ständigen Überbauungen nicht ganz einfach.  :2:

Aber letztendlich ist es aber tatsächlich so, dass ich ein annährend mittelalterliches Haus baue, eine annährend plausible Umgebung darstelle und das Alles "Bargteheide 1348" nenne. Ich könnte auch den Titel "Kleinkummersdorf 1378" wählen und es wäre ebenso richtig wie falsch.  :1:
Im Wesentlichen ist es für mich wichtig, den gedanklichen Bezug zu meiner Heimatstadt herzustellen, mir vorzustellen wie es hätte sein können und das glaubhaft umzusetzen.

Und um das zu erreichen helfen mir solche Kommentare und Hinweise enorm. Vielen Dank dafür! :klatsch: :klatsch:

Jens  :winken:
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: Jensel1964 am 10. Oktober 2017, 21:15:20
So, langsam geht es an´s Eingemachte. Nachdem ich mich bisher nur mit den Gebäuden befasst habe, werde ich mich nun um das Diorama an sich kümmern.
Und so steht am Anfang immer die Stellprobe. Angesichts der beengten Platzverhältnisse (ich baue dieses Diorama wie das Jütland-Diorama in einer Trumpeter Display-Case) werde ich auf einen Teich zugunsten eines Brunnens verzichten.

Hier sind nun die Varianten:

Variante 1

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/Variante 1.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/Variante 1-2.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/Variante 1-3.jpg)


Variante 2

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/Variante 2.jpg)

Variante 3

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/Variante 3.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/Variante 3-1.jpg)


Variante 4

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/Variante 4.jpg)


Ich muss gestehen, dass mir die Varianten 1 und 3 am Besten gefallen.
Wobei die Variante 1 den Vorteil hat, dass der Krug mit der Stirnseite zum Weg zeigt und das ganze Ensemble schräg in der Grundplatte steht. Das sieht etwas „lockerer“ aus.

So, und was meint Ihr? Soll es die Variante 1 sein?

Jens  :winken:
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: Martin. am 10. Oktober 2017, 21:37:22

Also erstmal, sehr schön was du da zauberst!
Schau schon ne ganze zeitlang interessiert zu.

Ich finde Variante 1 am besten und auf Platz 2 die Variante 4.

Gruß
Martin
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: bughunter am 10. Oktober 2017, 21:42:22
Schon bevor ich Deinen Text unter dem letzten Bild gelesen habe, hat mir 1 am Besten gefallen! Sieht locker aus, wohl weil nichts im rechten Winkel ist?

Aber mach, wie es Dir gefällt :1:

Viele Grüße,
Bughunter
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: coporado am 11. Oktober 2017, 06:40:58
Jens mir ist sofort Variante 2 als Favorit ins Auge gesprungen, dicht gefolgt von Variante 1.
Aus "modellbauerischer" Sicht wäre sicher Variante 1 am Besten (interessantere, lockerere Darstellung, da nicht gradlinig). Persönlich finde ich, wären hier 2 Ecken mit "verschenktem" Platz (neben dem Wohnhaus und hinter dem Stall. Auch wenn hier noch Beete, Tierpferch oder was auch immer hinkommt, liegt doch das Hauptaugenmerk vor den Häusern (so hatte ich die Dioidee verstanden). Das wird dann wahrscheinlich auch den Betrachter lenken, sodass ggf. die Sachen hinter den Häusern nicht die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdienen. Das würdest du mMn bei Variante 2 umgehen.

Letztendlich wie Bughunter schon geschrieben hat - mach es wie es dir gefällt. Ich bin gespannt auf die Fortschritte!
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: Puchi am 11. Oktober 2017, 06:51:10
Mein Favorit wäre ebenfalls Variante 1. Wobei ich noch das Gemüsebeet vom Tierbereich abgrenzen würde (Zaun zwischen Haus und Pferch), sonst bleibt am Ende des Tages nicht mehr viel zum Ernten übrig. :D

Wie Du Dich auch entscheidest, das wird ein klasse Dio, Jens. :P :klatsch:


Liebe Grüße,

Karl
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: Hans am 11. Oktober 2017, 12:13:33
Variante 1, die klassische unnd beste.
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: Gilmore am 11. Oktober 2017, 12:22:11
Mir gefällt auch Variante 2 am besten. Eine schräge Aufstellung sieht zwar besser, weil lockerer aus, nimmt aber auf der Grundplatte zuviel Platz weg. Bei Variante 3 ist mir der Brunnen zu dicht am Haus. (wenn man bedenkt, daß der Brunnen auch für Löschwasser im Falle eines Brandes herhalten muß, ist der Brunnen fast direkt unter der Traufe und brennendes Reet fällt ausgerechnet fast genau am Brunnenrand runter.) 
Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: Jensel1964 am 11. Oktober 2017, 22:25:59
Danke, Danke, Danke! Ihr seid echt klasse.  :klatsch: :klatsch:

@Martin, Bughunter, Puchi und Hans: Die Variante 1 ist, wie schon erwähnt, auch meine Lieblingsvariante.

@Coporado: Dein Hinweis mit den verschenkten und versteckten Ecken kann ich gut nachvollziehen. Allerdings liegt für mich darin auch ein Reiz. Meine Idee ist, dass das Augenmerk zunächst auf das Treiben im und um den Krug gelenkt wird. Wenn man sich daran sattgesehen hat, soll es aber noch geug kleine Details entdecken können, die eben zu Anfang noch versteckt sind. Das macht das Diorama nicht so langweilig.

Wichtig ist m.E. auch die Aufstellung des Stalls. Bei Variante 2 ist ein Einblick in den Stall nur sehr schwer möglich, weil der Eingang zum Krug zeigt. Da ist die Aufstellung des Stalls in Variante 1 schon besser.

@Gilmore: Der Hinweis mit dem Brunnen ist gut. Ich werde den Brunnen etwas weiter vom Haus abrücken.

Ich mache mir nochmal Gedanken darüber und präsentiere dann das Endergebnis. :D

Nochmal vielen Dank und bis demnächst,
Jens  :winken:

Titel: Re: Diorama "Bargteheide 1348" -Haus 1: Der Krug
Beitrag von: Jensel1964 am 24. Oktober 2017, 21:42:40
Nachdem ich nach der Stellprobe die voraussichtliche Anordnung der Gebäude festgelegt habe, hätte ich eigentlich mit dem Einbau der Gebäude beginnen können. Aber ein wichtiges Teil fehlte noch: Der Brunnen.

Im Museum in Lütjenburg hat man einen Brunnen aus Feldsteinen rekonstruiert. Mir schwebt da aber eher etwas Hölzernes vor. Aber die Art der Wasserentnahme in Lütjenburg gefällt mir. Beidseitig eine Holzstütze und eine Spindel an der ein Seil befestigt war, mit dem die Eimer hochgezogen werden konnten. Ich bin da vom Vorbild etwas abgewichen und habe eine eigene Idee entwickelt. Es spricht ja nichts dagegen, dass es nicht vielleicht doch solche Konstruktionen gegeben haben könnte.

Die Brunnenoberkante sollte gemäß dem Sachsenspiegel mindestens Kniehoch sein. Diese Regel sollte verhindern, dass man z.B. nachts in den Brunnen fallen könnte. Diesen Aufbau habe ich mit Holzbalken rekonstruiert. Um eine Verschmutzung des Brunnenwassers z.B. durch hineinfallende Tiere zu verhindern, waren die Brunnen abgedeckt und mit einer Luke versehen.

Ich denke, dass die folgenden Bilder den Baufortschritt und die einzelnen Schritte gut dokumentieren....und ich mal die Klappe halten kann.

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1001.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1002.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1003.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1004.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1005.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1006.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1007.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1008.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1009.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1010.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1011.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1012.jpg)


Und wo ich nun schon am Bauen war, habe ich noch die Türen und Fensterläden gebaut und an das Haus geklebt.


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1013.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1014.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1015.jpg)



(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1016.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1017.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1018.jpg)


Und nun kann es endlich an das Diorama gehen…..

Ich danke Euch alle für Eure rege Beteiligung und freue mich darauf, dass sich die Einzelteile nun endlich zu einem Gesamtbild fügen.

Jens  :winken:

Edit hat das doppelte Foto mal entfernt....

P.S.: Ich habe den Titel des Dioramas nochmal endgültig geändert. So sollte es passen.
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Gilmore am 25. Oktober 2017, 00:55:51
Ganz große Klasse bis jetzt, Jens!
Grüße von Jürgen
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: tsurugi am 25. Oktober 2017, 01:03:36
Das alte Holz kommt ja richtig realistisch rüber !
Lohnt sich doch mal  bei anderen Bereichen rein zu schnuppern.
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: darkmoon2010 am 25. Oktober 2017, 06:41:30
Richtig gut was Du hier zeigst  :P
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Puchi am 25. Oktober 2017, 07:02:18
Sehr schöne Details und Fortschritte! :klatsch:

Sehe ich das richtig, dass das Haus eine Länge von gerademal 4 bis 5 cm hat? 8o


Liebe Grüße,

Karl
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Travis am 25. Oktober 2017, 09:16:09
Also, das ist ja nicht nur modellbauerisch interessant, sondern auch geschichtlich...   :woist: :D
Danke für den kleinen Exkurs. Ich denke, hier werde ich ab sofort öfters mal vorbei schauen (auch wenn ich fachlich aber auch so gar nichts zum Thema beitragen kann...)  :1:

Tho :santa:
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Skyfox am 25. Oktober 2017, 10:31:35
Moin!

Ich bin auch immer noch dabei und freue mich über jedes Update hier!  :1:
Das ist für mich wirklich ganz feiner Modellbau, handwerklich erste Sahne – das alte, verwitterte Holz finde ich äußerst gelungen!
Ich kann zwar nichts zum Baubericht beitragen (außer vielleicht meine Bewunderung), aber trotzdem: Danke für die kurzweiligen Erläuterungen.

@Puchi: ich tippe mal auf eine Maßeinteilung in Zoll... :pffft:

 :V:
AnD.Y:
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Ralf_B am 25. Oktober 2017, 11:55:28
Hallo Jens,

was Du hier zauberst, ist der Oberhammer!

 :respekt: :meister: :respekt:

Bin schon sehr auf das Gesamtbild gespannt!

Gruß

Ralf  :winken:
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: f1-bauer am 25. Oktober 2017, 13:00:52
Servus Jens,
ja, ja ich bin hier schon auch dabei  :D. Wie schon persönlich und per anderer Medien geäußert ganz mächtiges Tennis, was Du zeigst  :klatsch: :meister: und  :9:, sowohl der Bau als auch das herangehen ans Thema.

Beim Brunnen muss ich mich jetzt doch mal äußern. Der Bau ist natürlich 1A, nur mir erscheint er schlicht zu groß. Stell mal eine Figur daneben und schau, ob der 1/72er Mensch in der Lage wäre, vom Rand des Brunnes durch vorbeugen an den Eimer in der Mitte zu kommen. Oder soll er dazu auf die Bretter klettern oder eine Stange mit Haken benutzen, um den Eimer zu sich heran zu ziehen?

Auch sehe ich Probleme, die Drehvorrichtung unfallfrei zu bedienen, die sollte m.E. außen vor den Pfosten.

(http://www.turmhuegelburg.de/files/cto_layout/images/der_bau/zeichnungen/Brunnen.jpg)
Quelle: www.turmhuegelburg.de

Gruß
Jürgen  :winken:
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Gilmore am 25. Oktober 2017, 17:01:31
Jürgen, genau das hatte ich auch erst gedacht, wenn einem an dem Kreuz die Hand abrutscht, kriegt man damit ordentlich was auf die Arme. Aber andererseits, wenn eine Kurbel oder jenes Kreuz außerhalb des Pfostens wäre, könnten die Leute dort, sofern sie allein sind, nicht gleichzeitig an der Kurbel drehen und den vollen Eimer annehmen. Mal sehen, was die Fachleute unter uns dazu sagen.
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Hans am 25. Oktober 2017, 17:43:34
Ich kann da auch nur das Foto der Turmhügelburg einfügen. Mehr weiss ich da auch nicht darüber....  8o

(https://abload.de/img/brunnenx3sld.jpg)
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Kobiyashi am 26. Oktober 2017, 12:32:24
Bei der Kurbel außen bräuchte man ja nur ein Seil an der Kurbel, das man am vertikalen Balken einhängen kann z.B. einem Nagel, um die Kurbel zu fixieren. Man müßte nur beachten, wie hoch der höchste Punkt der Kurbel ist, damit sie noch gedreht werden kann. Alternativ könnte auch ein flacher Stein oder ähnliches unter der Kurbel sein, damit auch Frauen und Kinder Wasser holen können.

Bei einem Rad innnen dürfte eine Fixierung ähnlich wie bei dem Steuerrad eines Schiffes funktionieren, also Seil mit dem Balken verbunden und wird an der Speiche eingehängt

Eine Bedienung durch eine Person ist also jeweils möglich. Jedenfalls weiß man, wo der Ausdruck "ist das Kind erst mal in den Brunnen gefallen" herkommt. :D

Eine Holzachse wär wahrscheinlich realistischer, wie auf dem Bild von Hans, aber eigentlich nur eine Kleinigkeit.

Ansonsten Respekt bezüglich Aufwand und Umsetzung.  :klatsch:
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Hans am 26. Oktober 2017, 12:55:29
Zeichnerische Darstellungen von Brunnen aus dem 14. Jhd zeigen kaum Aufspulbalken (?), sondern Räder und das Seil läuft ins off. Aber es gibt kaum Zeichnungen.
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: f1-bauer am 26. Oktober 2017, 14:18:30
Ich denke schon, dass es vordringliches Ziel war, dass eine Person den Brunnen möglichst einfach und kraftsparend bedienen konnte und das wohl auch einigermaßen sicher. Es gibt Darstellungen/Zeichnungen/Fotos verschiedenster Formen der Ziehbrunnen, sehr häufig mit Umlenkrolle und Seil/Kette oder mit Aufspulbalken/-welle/-haspel, die das Seil aufwickelt und außenliegender/m Kurbel, Rad oder einem "Stern", wie Jens ihn zeigt. Leider steht da nur immer "Mittelalter" dabei, kein konkretes Jahrhundert und leider auch keine Angaben, von wann der Brunnen(schacht) ist und von wann der Überbau.

Auf Hansens Bild ist die Kurbel sonderbar geschwungen. Könnte ein Hinweis sein, dass man da an der Kurbel einen Haken eingehängt hat, der wohl am Pfosten befestigt war.
Im Museumsdorf Düppeln ist eine Rekonstruktion eines Brunnen zu sehen, ebenfalls mit Kurbel aussen. Da sind am Aufspulbalken vier Nasen angebracht und am Pfosten ist ein Schieberiegel, der in die Nasen eingreift und so die Welle blockiert http://www.tagesspiegel.de/images/bild-1/12357366/2-format11.jpg (http://www.tagesspiegel.de/images/bild-1/12357366/2-format11.jpg). Ich hoffe/denke, das ist so belegt und nicht aus den Fingern gesogen. Die Methoden, die Welle zu blockieren, waren wohl vielfältig aber m.E. durchaus vorhanden und geläufig. Die Frage ist nur (wie immer), ab wann und wodurch belegt.

Gruß
Jürgen  :winken:
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Hans am 26. Oktober 2017, 14:31:03
Die Frage Kurbel, Vierspeichenhaspel etc hängt einfach von der Tiefe des Brunnens und vom Volumen des Eimers ab, also vom Gewicht des hochzuschaffenden Seils plus Eimer plus Wasser. Für ein 10l-Gefäss in 5 m braucht man keinen Hebel, da reicht das Rad. Bei 20 l und 10 m Tiefe braucht man ne Haspel. Bei 50 m Tiefe braucht es einen Göbel plus Esel.

Der Schwung in der Brunnenkurbel oben hat m.E. nur gestalterischen Zweck. Einhängen muss man da nix, da wird einfach der Eimer rausgestellt.
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: f1-bauer am 26. Oktober 2017, 15:17:18
Das schafft m. E. bei dem Brunnenbeispiel der Turmhügelburg von der Spannweite her nicht mal ein Orang Utang, außen die Kurbel fest zu halten und gleichzeitig in der Mitte den Eimer auf die Abdeckung zu stellen  :pffft:  Also entweder zwei Leute oder eine Vorrichtung zum fixieren der Kurbel.

Gruß
Jürgen  :winken:
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Hans am 26. Oktober 2017, 17:37:47
Ich hab leider kein Detailfoto der Kurbel, aber sie ist wirklich ohne Arretierung. Ich hab den Brunnen auch nur einmal "in action" erlebt und da hat der Typ den Eimer einfach mit der Hand runtergelassen und hochgezogen. Möglicherweise weils tatsächlich unpraktisch ist, diese Konstruktion.
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: f1-bauer am 26. Oktober 2017, 18:28:12
Weil es unpraktisch ist/war könnte ja z.B. damals einer auf die Idee gekommen sein, um den Pfosten ein Seil zu knoten, an das andere Ende ein Stück Holz als Knebel zu knoten und den in die zufällig zu gestalterischen Zwecken schön geschwungene Kurbel einzuhängen. Natürlich, wie immer, rein spekulativ und nicht belegt  :D  Genauso könnte an Jensels Brunnen am Pfosten ein Seil mit einer Schlaufe befestigt sein, um das Rad zu arretieren, nur mal so in den Raum geworfen bzw. um Kobayashis Hinweis aufzugreifen. Seile und Knebel sind leider im laufe der Zeit verottet und können im Grabungsbefund nicht mehr nachgewiesen werden.

Gruß
Jürgen  :winken: 
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Hans am 26. Oktober 2017, 18:42:24
Im Fundgut vielleicht nicht, aber auf bildlichen Darstellungen?
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Hans am 26. Oktober 2017, 19:01:26
https://de.dreamstime.com/lizenzfreie-stockfotografie-ziehbrunnen-image30973337

Scheint im 20 jhd noch in Betrieb gewesen zu sein. Band als Bremse? Ansonsten habe ich trotz intensiver Suche nirgends eine Feststelleinrichtung gefunden.

https://de.dreamstime.com/stockfotografie-ziehbrunnen-image33727552
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: f1-bauer am 26. Oktober 2017, 20:46:05
Bildliche Darstellungen aus dem Mittelalter, die Brunnen zeigen, sind wahrlich rar. Liegt wohl an der Attraktivität des Motivs. Es gibt aber genügend Fotos, die 600 bis 1000 Jahre alte Brunnenschächte zeigen - unabhängig von Alter, Authenzität und Form der sichtbaren Einfassung und des Überbau, was jetzt mal unerheblich sei. Die Schächte sind vom Durchmesser kaum grösser als der Eimer, sprich - so rund zwei oder drei Mal so gross wie der Eimer. Die Einfassung wird auch damals nicht gösser im Durchmesser gewesen sein. Diese schlanken Brunnen brauchen schlicht keine Feststelleinrichtung, weil mit einer Hand die Kurbel, das Rad, das Seil, die Haspel etc.  gehalten und mit der anderen Hand der Eimer auf den Rand gestellt werden konnte/kann.
Der Brunnen der Turmhügelburg ist, warum auch immer, sehr gross im Durchmesser und stellt m. E. eine Ausnahme dar. Da wären wir dann wieder beim Anfang der Diskussion - die schiere Grösse von Jensels Brunnen.
Es ist sicher plausibel, dass man sich zum drehen der Welle auf die Abdeckung stellt, aber halt unpraktisch.

Gruß
Jürgen  :winken:
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Jensel1964 am 26. Oktober 2017, 21:15:14
Ihr Lieben, ich bin von der Anzahl und dem Gehalt der Antworten schier erschlagen.
Besonders freue ich mich darüber, dass Ihr so eifrig über die einzelnen Details und Grundlagen diskutiert und mir Anregungen für das Weiterbauen gebt. Ein besonderer Dank geht hier an Hans und Jürgen (F1-Bauer) auch für die Hilfe via WhatsApp.
 
Vielen, vielen Dank. Ich bin echt überwältigt.
@Puchi: Das waren wirklich Zoll. Das Haus hat Abmessungen von 9 x 13 cm.
....
und nun zum Brunnen.
Ich muss gestehen, dass mich der Hinweis von Jürgen auf das Größenverhältnis zu einer Figur echt erschreckt hat. Ich hab das eher nach Gefühl gemacht.....also habe ich eine Figur ausgepackt.....angehalten ("Im schlimmsten Fall baue ich das Teil halt neu")....uuuund:


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1019.jpg)

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1020.jpg)

Passt. PUH!!!! :6:

Nochmal kurz zu meiner Intention zum Brunnenbau. Ich habe mir zunächst mal vorgestellt, wie ich in dieser Zeit einen Brunnen gebaut hätte. Die Idee neben dem Brunnen, ca. nen halben Meter tiefer und fast zwei Meter vom Eimer weg zu stehen erschien mir wenig praktisch. Zumal in meinem Fall viel Wasser für die zu versorgenden Pferde (eine Tränke kommt noch) und Gäste zu fürdern ist. Bei meiner Konstruktion dreht man "locker" die Kurbel und kann die Hebel mit den Beinen (ich würde es soger mit dem Hintern halten :3: :3:) arretieren, während man das Seil und den Eimer mit dem Arm ranzieht, um ihn auf der Plattform abzustellen. Das stelle ich mir recht praktisch vor. Und wenn es sich als unpraktisch herausstellt, baut mein fiktiver Vorgänger es eben nach ein paar Jahren neu. :3:
Es ist halt ein Vorschlag und ich finde ihn zumindest nicht unplausibel.

Nocjmal vielen Dank, dass Ihr mir einen so schönen Baubericht beschert! Ihr seid wirklich klasse!!!!

Jens  :winken:

Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: coporado am 27. Oktober 2017, 06:21:01
Ich bin von der tollen Recherchearbeit und, Jens, von deiner Brunnenvariante total begeistert  :P :P :P Es ist höchst interessant wie aus einer Idee zum einen ein klasse Modell entsteht und zum anderen ein nicht unerheblicher Anteil historischen Wissens zutage gefördert wird. Genau das macht den Reiz am Modellbau für mich aus...aber egal zurück zum Gasthaus.......

Die Brunnenvariante finde ich durchaus denkbar und auch deine Herleitung dieser Variante klingt absolut schlüssig Jens. Das Holz sieht sehr überzeugend aus, kannst du noch kurz etwas zur Farbwahl sagen?

Ich bleibe gespannt dran  :P
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Jensel1964 am 28. Oktober 2017, 09:57:43
Hi Sascha,
es freut mich, dass Dir der Baubericht gefällt. Der macht mir auch wirklich Spaß. Das ist für mich auch eine lange und spannende Geschichtsstunde.
Zur Farbwahl: Das ist eigentlich ganz simpel. Ich grundiere (was eigentlich überflüssig ist) das Holz mit Tamiya grauer Grundierung aus der Dose. Ich bilde mir ein, dass das die Farben daran hindert vom  Holz aufgesogen zu werden (Schwammeffekt). Einige Bretter helle ich mit Vallejos Iraqui Sand auf, um neues Holz darzustellen. Dann kommt ein dunkles Washing mit sehr flüssiger Vallejo Acrylfarbe. Wenn das ordentlich durchgetrocknet ist, gehe ich mit einem mit weiß aufgehellten Basalt Grau von Vallejo trockenmalend drüber. Und wenn die Holzteile im Diorame platziert wurden, kommen noch ein paar Effekte, wie Moos, feuchtes Holz etc. dazu. Aber da muss ich erstmal den Standort sehen.

Ich hoffe, dass das soweit verständlich war. Letztendlich ist das aber kein Hexenwerk. :D

Jens  :winken:
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Wolfgang Meyer am 28. Oktober 2017, 11:50:41
Hi Jens,

dass wird ein ganz phantastisches Diorama. Und der Baubericht ist wirklich klasse, als Dioramenbauer lernt man immer wieder wenn so genau recherchiert wird. Herzlichen Dank dafür.
Bin gespannt auf alle Fortschritte!

Liebe Grüße,

Wolfgang
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Jensel1964 am 02. November 2017, 22:39:58
Hallo Wolfgang.
Verzeih mir bitte die späte Antwort.  :woist:
Es ehrt mich sehr, dass Dir das Diorama (noch sehr rudimentär) und der Baubericht gefällt.
Das nächste Update steht auch vor der Tür...... :D
Jens  :winken:
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Jensel1964 am 08. November 2017, 21:29:20
Und weiter geht´s…..

Könnt Ihr ein Geheimnis für Euch behalten? Ich bin manchmal ein echter Drückeberger und kneife vor gewissen Aufgaben.  :rolleyes:
In diesem Fall ist es die Angst vor dem „Tatsachen-schaffens“. Alles was ich bisher gemacht habe, konnte ich irgendwie rückgängig machen. Haus versaut….baue ich neu. Brunnen verloren….baue ich neu. Aber jetzt kommt der Punkt, an dem ich mich festlegen muss:

Die einzelnen Elemente (Haus, Stall, Brunnen) werden endgültig mit der Grundplatte verbunden.

Angefangen habe ich mit dem Haus. Hierbei ist zu bedenken, dass ich das Haus ja auf eine Grundplatte geklebt habe, um das Natursteinfundament nachbilden zu können. Diese Platte muss ich nun z.T. in die Grundfläche einbetten. Andernfalls würde das Haus im Verhältnis zur Umgebung auf einer leichten Anhöhe stehen. Also habe ich die Außenabmessungen des Hauses auf der Grundplatte eingezeichnet, diesen Bereich ausgeschnitten und das Haus mit Sekundenkleber befestigt. Nun ist nur noch das Steinfundament erkennbar.

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1201.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1202.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1204.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1205.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1207.jpg)


Im Vergleich zum Stall und dem Brunnen sieht das ganz gut aus. Ich hab die Lage zueinander übrigens nochmal etwas verändert. Das gefällt mir ganz gut so.

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1203.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1205.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1221.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1222.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1223.jpg)


Dann habe ich auch den Brunnen endgültig fixiert. Das eigentliche Brunnenloch habe ich mit Steinen umfasst. Ich stelle mir vor, dass der Brunnen selbst (Geländeoberkante bis ständigem Grundwasserspiegel) so hergestellt wurde. Ich meine mich zu erinnern, dass der Grundwasserstand im Bargteheide recht hoch war. Ich hatte da mal ein Projekt (Straßenbau und Kanalplanung), bei dem ein Bodengutachten gemacht wurde. Ich gucke morgen mal im Büro. Hierbei ist zu bedenken, dass die Felder und Wiesen in den letzten Jahrhunderten erheblich drainiert (Entwässert) wurden, was zu einem tieferen Grundwasserspiegel führte.

Ich zeige Euch besser mal die Bilder. Die sind selbsterklärend. In der Brunnensohle habe ich Vallejo StillWater geschüttet, damit ein wenig nach Wasser aussieht. Ich hätte da aber auch Glanzlack nehmen können.

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1208.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1209.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1210.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1211.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1213.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1214.jpg)


Und letztendlich habe ich dann auch noch ein paar Eimer gebaut. Zur Vorgehensweise:

-   Schaschlik-Spieß ausgebohrt
-   Bohrung nach und nach erweitert
-   aus Draht Henkel gebogen
-   Ringe gemalt (im Original wohl Band?) und Henkel angebracht.

Und wieder ein paar Bilder:

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1215.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1216.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1217.jpg)

Nicht alle Eimer sind wirklich brauchbar geworden (siehe Kreuz)  :woist:

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1218.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1219.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1220.jpg)


Und nun kann es WIRKLICH endlich an das Diorama gehen….. :pffft:

Ich überlege noch, wie wohl der Weg ausgesehen haben mag. Sicherlich unbefestigt und stark zerfahren und uneben.

Vielen Dank für Eure rege Beteiligung.

Jens  :winken:
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: eydumpfbacke am 08. November 2017, 21:33:50
 :P :P :P :P :P :P :P :klatsch: :klatsch:
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Gilmore am 08. November 2017, 22:19:44
Die Sache mit den Eimern ist ja irre! Aber der Effekt ist sehr realistisch. Sieht sehr echt aus.  :respekt: :respekt: :respekt: :P :P :P
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: coporado am 09. November 2017, 06:46:58
Moin Jens,

toll das es hier weitergeht und toll wie es hier weitergeht  :P :P :P

Aber jetzt kommt der Punkt, an dem ich mich festlegen muss:


Das kann ich zu 100% bestätigen  :1:, man baut und baut und baut und irgendwann wäre der Punkt da es zu verewigen, aber man "traut" sich nicht und baut und baut und baut ggf. noch mehr drumherum. Hat man den Schritt des "Verewigens" aber erstmal gemacht, geht es befreit weiter  :D

So jetzt aber zum Dio - wenn ich die Aufteilung jetzt so sehe, gefällt mir das sehr gut und man kann die von mir "befürchteten" "toten Ecken" prima für Details nutzen  :P Die Idee für die Eimer ist klasse  :P :P :P

Sind die Steine des Fundamentes am Haus noch nass vom Kleber oder sollen die etwas nass wirken? Wie bringst du den "Bodenbelag" an der Grenze zum bereits verklebten Haus auf?
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: f1-bauer am 09. November 2017, 12:50:10
Servus Jens,
mir gefällt die Aufteilung auch sehr gut. Ein Stall bedeutet ja zwangsläufig "Dreck und Gestank" und so zieht der Mief nicht direkt in die Gaststube  :P . Ich bin gespannt, wie es weiter geht.

Eine Anmerkung hätte ich aber doch, und zwar zur Höhe des Wasserspiegels im Brunnen. Wenn der Grundwasserspiegel tatsächlich so hoch läge wäre das Gelände sumpfig und ich bezweifle, ob sich da jemand angesiedelt hätte  :pffft:  Die Menschen damals haben sicher gerne einen hohen Grundwasserspiegel genutzt und dort einfache Gruben-/Muldenbrunnen angelegt. Die finden sich aber häufig in Geländesenken. Ich rege daher an, hier Logik vor Optik walten zu lassen und den Wasserspiegel abzusenken (sprich bis auf einen kleinen glänzenden Kern, der die Tiefe des Wasserspiegels optisch vorgaukelt, das Wassers matt dunkel zu überpinseln), auch in Hinblick auf Deinen tollen Brunnenüberbau mit Ziehmechanismus, der bei einem so flachen Brunnen überflüssig wäre  :pffft:

Wieso kommmt der Spielverderber jetzt wieder damit an? Weil der Spielverderber soeben diese wissenschaftliche Abhandlung über den "Mittelalterlichen Brunnenbau im ländlichen Siedlungswesen Deutschlands" gefunden hat http://www.ruralia.cz/sites/default/files/doc/pdf/20_Biermann.pdf (http://www.ruralia.cz/sites/default/files/doc/pdf/20_Biermann.pdf). Hochinteressante Lektüre (mit Zeichnungen von archäologischen Befunden der verschiedenen Brunnentypen) über die Mühen und Methoden, wie sie vom 8. Jhd. bis zum 16. Jhd. Brunnen gebaut haben - ausgehölte Baumstämme oder Fässer als Brunnenschacht  8o  :8: , gewaltige trichterförmige Erdbewegungen (Teufung), die später um den befestigeten Brunnenschacht wieder zugeschüttet wurden  8o  :8:. Auch der damalige rechtliche Aspekt (erster Ansatz einer Gefährdungshaftung des Brunnenbetreibers mit Pflicht zur kniehohen Einfassung) wird beleuchtet (Sachsenspiegel, Landrecht). Hattest Du glaube ich weiter vorne schon genannt.

Die Eimer finde ich genial gelöst  :klatsch:. Es wurden auch Schöpfeimer aus Ton verwendet, weil die leeren Holzeimer häufig zu leicht waren, um den Wasserspiegel zu durchdringen. Sie haben dann einen Stein in den Holzeimer gelegt. Wurde alles bei Grabungen in alten Brunnen vorgefunden, vgl. obige Abhandlung.

Gruß
Jürgen  :winken:
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Jensel1964 am 09. November 2017, 20:58:12
@eydumpfbacke und Gilmore: Vielen Dank für das (z.T. nonverbale) Lob, Reinhardt und Jürgen.
@coporado: Ich kann mir bei einem so begnadeten Dioramenbauer wie Dir sehr gut vorstellen, dass Du meinen "Eiertanz" nachvollziehen kannst.  :1:
Die Steine sind nicht nass, sondern originale Ministeinchen mit einer sehr glatten Oberfläche. Die Glänzen halt von selbst, was definitiv nicht so bleiben wird.  Und da kommen wir auch schon zur nächsten Frage und meinem "Problem". Ich hab heute recht lange über das weitere Vorgehen nachgegrübelt. Ich muss die Fläche etwas angleichen. Das betrifft
--- den Anschluss an das Steinfundament (Höher an den Türen, ebene im Gartenbereich),
---den Fußboden des Stalls (Der muss noch abnehmbar sein, um die Tiere einzusetzen und den Fußboden zu beschmoddern)
---und die Umgebung des Brunnens( feucht und matschig).

Ich denke da an folgende Vorgehensweise:
1. Zunächst Spachtelmasse verwenden, wo das Gelände Struktur bekommen soll (Brunnen, Weg, Hausumgebung, Stall).
2. Da wo das Gelände flach bleibt, großflächig Holzleim auftragen weil
3. alles mit feinem Vogelsand (durch ein Teesieb) bestreut wird.

Das Gute ist, dass man den Vogelsand mit den Fingern "profilieren" kann.
Wenn das durchgetrocknet ist, kann man entweder nochmal mit Leim und Sand nacharbeiten oder direkt Farbe auftragen.
Das muss aber in einem Rutsch und am Besten auf der Terasse erfolgen, um eine durchgehende, homogene Fläche zu erzeugen.
Und vor diesem "großen Rutsch" habe ich echt Respekt.....keine Angst, aber Respekt. :D Ich nehme mir das mal für das Wochenende vor.

@f1-bauer: Jürgen, da haben wir die gleichen Quellen gefunden.  8) Aus dem Text habe ich den Hinweis auf den Sachsenspiegel und der Kniehöhe.
Ich habe mal im Büro die Baugrundgutachten durchwühlt und tatsächlich ein Profil gefunden, dass sich nur wenige hundert Meter von meinem (fiktiven) Gasthausstandort befindet. Demnach stehen ab einer eine Tiefe von 2-3 m Schluff und Ton (undurchlässige Böden) an. Der Grundwasserstand (bzw, Schichtenwasserstand) wurde bei ca. 2,70 m angetroffen. Das Regenwasser versickert also (vereinfacht gesagt) und steht auf einer undurchlässigen Schicht. Bei einer etwas weiter entfernten Bohrung war die undurchlässige Schicht ca. 1,00 m dick und das Grundwasser pendelt sich über der undurchlässigen Schicht ein. Ich bin jetzt kein Baugrundexperte, aber wenn man die Drainierung (Trockenlegung) der Böden im Laufe der Jahrhunderte und die zusätzlichen Ablagerungen auf den Flächen berücksichtigt, wird der Grundwasserstand höher gewesen sein. Ich rate mal: 2,00 m unter der Geländeoberkante traf man Wasser an. Um das Wasser unterirdisch zu speichern, grub man etwas tiefer in die undirchlässigen Schichten und setzte darüber, in die durchlässigen Schichten, Ringe aus Steinen. Von oben, und jetzt kommen wir zum Schluss für den Brunnen, sah man wahrscheinlich wenig vom Wasserspiegel. Das passt mir dem Brunnen, so wie er jetzt aussah.
....
....
ist das noch Modellbau?  8o
Ich fürchtem, dass ich mt diesen Detailüberlegungen etwas nerve.  :rolleyes: Aber nun wisst Ihr zumindest, mit was ich mich beim Bau dieses Dioramas beschäftige und warum das Alles so lange dauert. :3: :3: :3:

In diesem Sinne Danke für Eure Geduld,
Jens  :winken:
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: f1-bauer am 10. November 2017, 11:01:44
Von oben, und jetzt kommen wir zum Schluss für den Brunnen, sah man wahrscheinlich wenig vom Wasserspiegel. Das passt mir dem Brunnen, so wie er jetzt aussah.

Servus Jens,
ich glaube, wir missverstehen uns. Du hast das Stillwater auch zwischen den Steinen der Schachteinfassung, zumindest glitzert es da. Das erweckt zumindest bei mir den Eindruck, als stünde der Wasserspiegel Oberkante Schachtrand. Ich hab mal ein Foto von dir geklaut und bearbeitet.
 [ You are not allowed to view attachments ]
Einfach das Stillwater im Bereich ausserhalb des gelben Kringel und vor allem zwischen den Steinen dunkel matt pinseln, dann sieht es m.E. mehr nach Brunnenschacht mit Wasserstand in 2 m Tiefe aus, wenn der Betrachter des Dio von (schräg) oben in den Brunnen schaut.

Gruß
Jürgen  :winken:
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Wolfgang Meyer am 10. November 2017, 11:04:09
Hallo Jens,

genau dafür machen wir es doch, den Bau historischer Dioramen. Was wäre der Bau ohne die gründliche Recherche und ausschweifende Diskussionen. Es würde nur halb so viel Spass machen.
Dass ist doch toll mit dem Brunnenbau, wo sich so einige Hobbyfreunde Gedanken machen. Jetzt beschäftige ich mich auch gedanklich damit!

Klasse! Bitte alle so weitermachen!

Liebe Grüße,

Wolfgang
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Jensel1964 am 14. November 2017, 20:34:39
Ich hätte Euch zwei fast vergessen, sorry. :woist:
@F1-Bauer: Jetzt weiß ich was Du meinst. Ich habe die Steine matt übergemalt und den Glanz genommen. Es sieht jetzt realistischer aus, weil nur im Schecht selbst ein wenig "Wasser" zu erahnen ist. Beim nächsten Update kommt da mal ein besseres Foto.

@Wolfgang: Danke für die Aufmunterung. Ich stimme Dir da vollkommen zu. So wie sich die Bf109-Bauer über jedes einzelne Detail Gedanken machen, sollten wir natürlich auch die einzelnen Lösungsansätze diskutieren und zu (hoffentlich) realistischen Ergebnissen führen.

Achtung Spoileralarm: Mit dem nächsten Update könnte es etwas länger dauern, aber ich bin grad dabei, sinnvoll Farbe zu verteilen. 
Jens  :winken:
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: AnobiumPunctatum am 15. November 2017, 07:32:05
Jens, Deine Eimer gefallen mir nicht. :2:
Warum machst Du sie nicht aus Papier? Da bekommst Du sehr einfach eine dünne Wand hin. Die Eisenbänder kannst Du mit schwarz gefärbten Papier nachbilden. Ansonsten wir Dein Dio richtig prima
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Jensel1964 am 15. November 2017, 21:45:05
Hi Christian,
ja, die Eimer aus Papier herzustellen wäre auch eine Idee, aber bei der "Größe" sehen die Holzteile im Original nicht soooo übel aus. Ich werde aber mal eine Probestück ausprobieren. Ich müsste das mal am PC zeichnen, ausdrucken und kleben.

Jens  :winken:
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: AnobiumPunctatum am 16. November 2017, 06:29:42
Hi Jens,

anbei der Link zum Download eines Schiffgeschützes. Da ist ein kleiner Eimer bei, den Du vielleicht als Grundlage verwenden kannst:
Klick mich (http://tcfgaming.com/index.php/terrain-and-scenery/naval-cannon/)
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Jensel1964 am 16. November 2017, 06:50:32
Wow, das sieht ja echt klasse aus, vielen Dank für den Link!!  :P :P
Ich werd mir das mal näher angucken und austesten.
Jens  :winken:
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: wefalck am 16. November 2017, 13:54:55
Ich persönlich hätte die Eimer auf der Drehbank hergestellt und dann die einzelnen 'Dauben' graviert. So man keine Drehbank hat, kann man das auch mit der Handbohrmaschine machen. Bei der Kleinheit der Eimer braucht man Buchsbaum oder ein ähnlich dichtes Holz, sonst zerbröselt es beim Ausdrehen. So man kein Buchsbaum hat, nimmt man besser Polystyrol oder Plexiglas. Aushöhlen kann man die Teile mit Bohrern oder Fräsern, die man mit einem Stiftenklöbchen/Nadelhalter hält.

Zu dieser Zeit dürften die Eimer, wie die Fässer, durch halbierte Haselnuß- oder Weidenzweige zusammengehalten worden sein. Da Eisen relativ teuer war, dürften sie auch eher einen Henkel aus Pflanzenfasern gehabt haben. Die Windungen aus Haselnußgerten kann man durch Kupferdraht darstellen, der etwas flachgeklopft wurde.
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Gilmore am 16. November 2017, 17:18:34
Jens, vielleicht kannst Du die Eimer ja nur oben leicht mit einem größeren Bohrer anbohren, damit der Rand nicht so dickwandig aussieht.
Die Henkel werden wohl, wie wefalk schon schrieb, vermutlich aus geflochtenen Weidenzweigen o. ä. gewesen sein, kannst Du aber einfach so lassen, nur bräunlich statt schwarz bemalen, würde bei der Kleinheit der Teile vielleicht schon reichen.
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Jensel1964 am 22. November 2017, 21:47:09
Uuuuund weiter geht´s.
Das Eimerthema habe ich erstmal nach hinten gestellt. Ich denke, dass meine Variante mit dem bloßen Auge ganz gut wirken könnte. Aber ich werde trotzdem mal ein paar Alternativen austesten. Spätestens dann, wenn ich mich mit den Möbeln befasse.

Was ist zwischenzeitlich passiert?

Zunächst einmal habe ich mich des Brunnens nochmal angenommen. Jürgen (F1-Bauer) hatte mit seinem Einwand schon Recht.  Das sah so aus, als ob das Wasser ungefähr in Höhe des Geländes stehen würde. Ich habe die Steine etwas trocken übergemalt und mur in der Mitte etwas „Feuchtigkeit“ gelassen. So ganz ohne Wasser wollte ich den Brunnen nicht lassen. Streng genommen ist das auch noch zu viel, aber gerade noch vertretbar…..


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1401.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1402.jpg)


Danach habe ich mich für eine finale Gebäudeanordnung entschieden und die Grundlage des Geländes fertiggestellt. Dabei bin ich folgendermaßen vorgegangen:

Als Erstes habe ich den Bereich um das Gebäude herum mit Strukturpaste (gibt’s bei Müller) verfüllt. Danach habe ich die Paste großflächig mit dem Spachtel verteilt.


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1403.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1410.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1404.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1405.jpg)


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(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1407.jpg)


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(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1411.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1412.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1413.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1414.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1415.jpg)


In die noch feuchte Masse habe ich auf dem Weg Fahrspuren angedeutet und um den Brunnen und den Stall herum Fuß- und Hufspuren angedeutet. Da werde ich im weiteren Verlauf noch etwas feuchten Matsch und Pfützen darstellen. Ich muss mal gucken, wie mir das gelingt….

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1416.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1417.jpg)


So, und nun gibt es eine kurze Pause bis zur Farbe. Das werden sonst zu viele Fotos in diesem Post.

….ich gebe ab zur Werbung…. :D

Jens   :winken:
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Jensel1964 am 22. November 2017, 21:56:49
…und weiter im Text….
Und dann habe ich mit Vallejo Iraqui Sand und anderen Brauntönen Farbe auf die Flächen gebracht (Grundfarbe - dunkle, stark verdünnte Farbe drüber – helle Trockenmalung).

Mit den Hufspuren bin ich absolut unzufrieden, da muss ich noch mal ran. Das sieht aus, als ob da Riesenschweine durchgetobt wären. :5: :5:

Bis auf die bereits erwähnten Spuren, sieht das gar nicht so übel aus. OK, ohne Grünzeug könnte das auch ein Wüstendiorama sein und ich könnte glaubhaft Kamele unterbringen.  :3:
Aber das wird sich noch ändern. Versprochen! Auch mein Herumgesaue am Haus (Farbspritzer) werde ich noch ausbessern. :woist:

Hier sind nun die Fotos:
 
(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1418.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1419.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1420.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1421.jpg)



(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1422.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1423.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1424.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1425.jpg)


Und nun muss/darf/will ich mich mit dem Thema „Landwirtschaft im Mittelalter“ beschäftigen.

Folgende Fragen gilt es zu beantworten:

Was haben die Menschen damals in Gemüsegärten angepflanzt?

Wie muss man sich einen Obstgarten vorstellen? Apfelbaum, Birnbaum, Johannisbeersträucher?

Ist es realistisch, dass auf dem Feld vor dem Weg Ackerfurchen und sprießendes Grünzeug zu finden ist?

Oder kommt da eine Kuhweide hin?

In welcher Jahreszeit soll das alles eigentlich spielen?

Ihr seht: Fragen über Fragen und tausend Gründe über Details nachzudenken. Und das macht Spaß, dauert aber seine Zeit.

Ich freue mich auf Eure Kommentare und danke Euch gleichzeitig für Eure Unterstützung. :kuss:

Jens  :winken:
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: wefalck am 22. November 2017, 22:23:27
Hans weiß das vielleicht aus dem Ärmel, aber ich würde mir mal die verschiedenen Wikipedia-Artikel über die Kulturpflanzen ansehen. Äpfel und Birnen sind wohl ok für diesen Zeitraum, auch wenn die Früchte kleiner als die heutigen gewesen sein dürften. Bei Johannisbeeren bin ich mir nicht so sicher. Brombeeren und Hagebutten wurden auch zum Schutz rings um Dörfer und Höfe angepflanzt (daher kommt wohl auch der Name Hagebutte, da mit ihr eingehegt wurde) - das Dornengestrüpp erschwerte Dieben, Räubern und anderem Viechzeug das Eindringen. Neben den heute üblichen Kulturpflanzen wurden damals auch noch diverse andere angepflanzt, die heute mangels Ertragsstärke oder Nährwert weitgehend verschwunden sind - allerdings kann man sich da etwas am Angebot von Reformhäusern und ähnlichen Läden orientieren.

Kartoffeln, Tomaten und Mais würde ich dagegen weglassen  :D 
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Jensel1964 am 22. November 2017, 22:29:18
Danke für die Info  :P
Das mit der Hagebutte und den Brombeeren ist eine gute Idee. Ich grübel da mal drauf rum....

Hmmm, soll ich denn auch das Schild "Kaffee 2 Witten -Draußen nur Kännchen!" weglassen...schade. :3:

Jens  :winken:
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Hans am 22. November 2017, 22:44:54
Ich kann da nix dazu beitragen.....war für mich noch kein Thema
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: wefalck am 22. November 2017, 22:48:51
Ach so, ja, auch eine Raucherecke brauchst Du nicht ...
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Gilmore am 23. November 2017, 11:03:21
Davon verstehe ich natürlich auch nicht viel, aber Kartoffeln dürfen auf keinen Fall dahin, die gab es zu der Zeit noch nur auf dem amerikanischen Kontinent.
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: f1-bauer am 23. November 2017, 15:31:18
Wow, sieht das alles gut aus  :klatsch:. Das Dach des Gasthauses ist erste Sahne geworden (das Haus natürlich auch) und der Stall  :klatsch:
Der Brunnen samt Wasserstand sieht jetzt sehr realistisch aus  :klatsch:

Bei den ersten Bildern dachte ich, super  :P, Winterlandschaft hat was. Hättest Du schon so lassen können  :D.
Mit Farbe gefällt es mir natürlich auch sehr gut. Mit den Hufspuren hast Du Recht  :1: 

Wie schon weiter vorne festgestellt war der Anger eher eine Dorfweide für Kleinvieh, sprich Enten, Gänse, Hühner, Ziegen, die da tagsüber frei laufen durften und über Nacht wieder in die jeweiligen Ställe getrieben wurden. Acker wohl eher nicht.

Was den mittelalterlichen Garten anbelangt habe ich hier was gefunden http://www.tandaradey.de/garten.htm (http://www.tandaradey.de/garten.htm), gleich der erste Abschnitt "Der Garten der Germanen". Ist vergleichbar mit dem klassischen Bauerngarten, wie er auch heute noch anzutreffen ist. Also ein Viertel-Mix aus Gemüse, Kräutern/Heilpflanzen, Obst (da eigentlich nur der "Holzapfel" als Baum und Beeren aus der Umgebung) und Blumen. Die damaligen Pflanzen-Arten stehen in dem Text. Ebenso lebende Einfriedungen für den Garten, wenn es kein Staketenzaun war. Sehr oft war z.B. eine Eibe als "Schreckpflanze" für böse Geister im Garten.

Gruß
Jürgen  :winken:
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Hans am 23. November 2017, 19:40:23
Ich würde mich bei der Landwirtschaft sehr zurückhalten. Ein bisschen weiss ich natürlich schon, aber ich würde es mich selber nicht trauen, verbindlich umzusetzen - ohne weitere Literatur.

Im 14. Jhd. dürfte die Umwandlung von Weideland in Ackerflächen zur Städteversorgung weiter fortgeschritten sein. Allerdings war der landwirtschaftliche Niedergang ziemlich einschneidend, die allgemeine Krise dürfte sich bemerkbar gemacht haben. Die konkrete Ausrichtung dürfte stark von den Anforderungen des Grundherren abhängig gewesen sein, die Bauern selber hatten oft nur Interesse an Eigenversorgung.

Ernsthafte, zu teure Literatur nur für ein Dio wäre:

https://www.amazon.de/Deutsche-Agrargeschichte-Mittelalter-Mittelalters-Jahrhundert/dp/3800130920/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1511460222&sr=1-1&keywords=Deutsche+Agrargeschichte+im+Mittelalter%3A+Deutsche+Agrargeschichte+des+Mittelalters.+9.+bis+15+Jahrhundert


Von Obstgärten und Weidewiesen würde ich absehen, die dürften nach meiner beschränkten Meinung nach später gekommen sein. Es dürfte damals ein Mischgelände gewesen sein, Schweine, Ziegen etc wurden zur Weide in den Wald getrieben. Obstwirtschaft war beschränkt, kann aber keine arch. Daten dafür liefern. Ich würde es schlicht machen und bei Äpfeln belassen und die als grob angelegte Streuobstwiese anlegen.

Fahrspuren im Weg wären ok, wg. geringer Traglasten aber gering ausgeprägt.

My 2 äpfelchen.

H.
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Flugwuzzi am 23. November 2017, 20:51:26
Bei den ersten Bildern dachte ich, super  :P, Winterlandschaft hat was. Hättest Du schon so lassen können  :D.

Mir gings genauso  :1: als Winterszene würde das auch gut aussehen.

Im Ernst, toll was du hier auf die Beine stellst.  :klatsch: :klatsch:
Ich kann zu deinen Fragen leider gar nix sinnvolles beitragen, aber ich genieße jedes Update das du machst  :P

lg
Walter
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Jensel1964 am 23. November 2017, 22:09:34
Vielen Dank für Euer Feedback, Ihr Lieben.  :meister:
Kein Scherz: An die Winterlandschaft habe ich auch gedacht.  Das hätte schon was. Beim nächsten Mal.  :6:
Ich werde jetzt erstmal Eure Anregungen und Links prüfen und abwägen und dann im nächsten Update etwas näher auf die Landwirtschaft eingehen.
Das wird wahrscheinlich wieder so ein "Laber-Update", aber es soll ja alles seine Richtigkeit haben und plausibel sein, nicht wahr. :woist:

Nochmal vielen Dank. Ich finde es echt beeindruckend, wie Ihr Euch in dieses Diorama einbringt und fleißig schreibt. :kuss:

Jens  :winken:
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Wolfgang Meyer am 23. November 2017, 22:15:34
Danke, durch die ganzen Diskussionen gibt es immer gute Tipps.

Das Buch über die Agrarwirtschaft im Mittelalter habe ich mir gerade bestellt. Jens, wenn ich die konkreten Passagen gelesen habe, gebe ich hier Bescheid!

Danke Hans!

Liebe Grüße,

Wolfgang
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Puchi am 24. November 2017, 06:47:32
Fachlich halte ich mich hier mangels entsprechenden Wissens zurück, aber ich kann sagen, dass das schon sehr, sehr gut aussieht, Jens. :klatsch:

Und die regen Diskussionen sind das Salz in der Suppe!


Liebe Grüße,

Karl
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Jensel1964 am 04. Dezember 2017, 21:18:30
Also denkt jetzt bitte nicht, dass dieser Baubericht nicht weitergeht.
Ich habe im Moment nur ziemlich viel um die Ohren und komme einfach nicht dazu, mich mit diesem Thema intensiv genug zu beschäftigen. Da sind fiese Zahnprobleme, zwei Besprechungen von Schiffsmodellen, Weihnachtsgeschenke vorbereiten (Fotobuch...psssst ;)) usw.

@Puchi: Vielen Dank, Karl. Ich freue mich auch darüber, dass hier so ein kleiner historischer Zirkel entstanden ist. Macht ja nicht dümmer, oder? :D :D

Zum Thema Landwirtschaft habe ich leider nur einen kurzen Zwischenstand:

Für Bargteheide ist dokumentiert, dass die einzelnen Höfe im 14. Jahrhundert Abgaben an den Grundherren zu entrichten hatten. Um das Geld für diese Angaben zu verdienen, wurde Getreide angebaut und entweder verkauft oder direkt an den Grundherren abgeliefert (Sorry, aber ich bin mir nicht sicher, wie das im Detail lief).
Und was da so im Gemüsegarten wuchs, muss ich nochmal näher durchleuchten.
Dazu komme ich dann später....nach dem Fotobuch (Wie gesagt: Pssssst :pffft:).

Jens

Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: bughunter am 04. Dezember 2017, 21:24:38
Keine Panik - in der Ruhe liegt die Kraft. Irgendwie ist das Gut Zeit in der Adventszeit besonders knapp :pffft:

Viel Erfolg beim F..b.. (Pssst) :woist:
Bughunter
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: wefalck am 04. Dezember 2017, 21:32:20
.... Zum Thema Landwirtschaft habe ich leider nur einen kurzen Zwischenstand:

Für Bargteheide ist dokumentiert, dass die einzelnen Höfe im 14. Jahrhundert Abgaben an den Grundherren zu entrichten hatten. Um das Geld für diese Angaben zu verdienen, wurde Getreide angebaut und entweder verkauft oder direkt an den Grundherren abgeliefert (Sorry, aber ich bin mir nicht sicher, wie das im Detail lief). ...

Die Bauern hatten den 'Zehnt' (oder auch mehr) des Ertrages an die Grundherren (meist in Naturalien) abzuliefern, d.h. zu einem bestimmten Tag mußten sie sich mit dem Getreide, anderen Produkten, (Schlacht)vieh, usw. in der Burg oder dem Kloster einfinden. Daneben mußten sie auch Spanndienste o.ä. leisten, d.h. sie mußten zum Arbeitseinsatz mit ihren Zugtieren und Wagen (falls vorhanden) erscheinen. Diese Dienste wurden vorzugsweise zu Zeiten geleistet an denen nicht auf den Feldern gearbeitet werden mußte - in Kriegs- und Krisenzeiten konnte das auch anders sein. Darüberhinaus mußten Dörfer u.U. auch ein oder mehrere Leute als Kriegsknechte stellen, falls sie sich davon nicht freikaufen konnten.

Unter dem Strich wurden die meisten Abgaben (Steuern) bis in das 17. Jh. in Naturalien und Dienstleistungen entrichtet. Bargeld gab es nur wenig im Umlauf, jedenfalls nicht auf dem 'platten Land'. Die Grundherren brauchten ja auch die Naturalien, da man seinerzeit ja nicht einfach in den Supermarkt gehen konnte ...  :pffft:
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Jensel1964 am 14. Dezember 2017, 22:37:54
Es ist einige Zeit vergangen seit dem letzten Update. Und so richtig viel hat sich nicht getan.   :woist:

Letztendlich habe ich mich immer mehr über die fiesen, unbefriedigenden Fußspuren geärgert. Alo bin ich über die Oberfläche nochmal drüber gegangen. Ich habe dafür die Spachtelmasse mit Weißleim, Wasser und Farbe (Schwarz und Braun) gemischt. Die Idee dahinter war, eine ganz dünne, schwarzbraune Schicht aufzutragen und die Spuren einzuarbeiten. Das klappte alles ganz gut….bis auf die Farbe. Das matschig flüssige Grau war erschreckend.  8o

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1501.jpg)


Dir Fuß- und Wagenspuren (diesmal nicht so tief) habe ich mit zwei Zahnstochern nachgebildet. Das sieht gar nicht soooo übel aus....wenn es erstmal getrocknet ist. 


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1502.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1503.jpg)


Und dann hatten wir ja noch das Thema mit der Landwirtschaft des Mittelalters. Nach dem was ich gelesen habe und was auch zum Hinweis wefalck passt, haben die Bauern Getreide angepflanzt, um die Abgaben an ihren Grundherren zu bezahlen. Ich nehme mal an, dass das Sommergetreide (im frühen Mittelalter wohl besonders Roggen) im Herbst und das Wintergetreide im Frühjahr ausgesät wurde. Vorher wurde das Feld gepflügt.
Im Mittelalter wurden weiterhin Gemüsesorten wie Kohl, Lauch, Zwiebeln, Rüben angepflanzt und vor Allem im September und Oktober geerntet. Auch das Obst wurde (und wird) zu dieser Zeit reif.
Ich denke mal, dass es für das Diorama am „unterhaltsamsten“ ist, wenn ich als Jahreszeit den Herbst wähle. Da gibt es einfach am meisten darzustellen.
Daher, und hierhin führt uns dieser kleine Exkurs, habe ich gegenüber dem Krug ein frisch gepflügtes Feld dargestellt.

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1504.jpg)


In dieser grauen Pampe sieht das echt fies aus, oder? :2:

Darum bin ich über die Fläche mit einem extrem dunklen Braunton drüber gegangen, den ich mit helleren Brauntönen aufgehellt habe. Ganz dunkel sind dabei der Weg und der Bereich um den Brunnen geblieben. Hier werde ich später noch etwas Glanz auftragen, um dem Matsch feucht darzustellen.
Und so sieht das Ganze jetzt aus:

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1505.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1506.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1507.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1508.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1509.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1510.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1511.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1512.jpg)

What´s next?

Ich muss mich endlich mit dem endgültigen Aussehen des Reetdaches beschäftigen. Das liegt mir etwas quer im Magen.
Und dann kommt der lustige Teil: Die Zäune und das Grünzeug. Darauf freue ich mich wirklich. So sehr, dass ich mich mit dem Begrünen echt zügeln muss.

Jens  :winken:
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: coporado am 15. Dezember 2017, 06:28:29
Moin Jens,

auf den ersten Bildern dachte ich ach du sch.... was für eine Pampe und wie soll da jemals ein gescheiter Untergrund bei rauskommen. Ich hätte nur anhand der Bilder nicht erwartet, das so etwas wie Fußspuren, Ackerfurchen usw. damit zustande kommen bzw. diese in "Form" bleiben bis zum Auftrocknen.
Aber du hast mich eines besseren belehrt und das sieht saugut aus!  Welche Art Spachtel hast du verwendet und in welcher Konsistenz war deine angemischte Masse? Auf den ersten Bildern sah es sehr flüssig aus.

Die Farbtöne wirken/ sehen passend aus, auch wenn ich das Gefühl habe, das die Beleuchtung oder die Belichtung auf den Bildern nicht ganz optimal ist und der "echte" Farbton nicht rüberkommt.

Schöner Fortschritt und bin gespannt auf das nächste Update mit Zäunen und Grünzeug - by the way wenn du die Zäune baust, bitte ordentlich Fotos vom Bau machen und einstellen und vom Rest natürlich auch.
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Jensel1964 am 17. Dezember 2017, 16:30:19
Hi Sascha, erstmal vielen Dank für die Blumen. Ich bin mit dem Resultat auch echt zufrieden.
Den Spachtel siehst Du in Antwort #166, Den gibt es in der Drogerie Müller in verschiedenen Konsistenzen. So ein Becher kostet rd. 12 €. Das Gute an dem Zeug ist, dass er nach dem Trocknen noch leicht flexibel bleibt.
Für den letzten Schritt hatte er die leicht flüssige Konsistenz von Quark oder besser Skyr.

Jens  :winken:
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Wolfgang Meyer am 17. Dezember 2017, 19:33:01
Hallo Jens,

schön, dass es hier weitergeht. Ich habe mir gerade mal die Strukturpaste mit Sand bestellt. Mal testen!
Ich hatte mir ja vor längerer Zeit das vorgeschlagene Buch über die „Deutsche Agrargeschichte des Mittelalters, 9. bis 15. Jahrhunderts“ bestellt. Das Buch hatte ich auch schon am nächsten Tag und ich kann es für Interessierte nur empfehlen. Es ist methodisch aufgebaut und gut strukturiert.
Dazu ist es sehr komplex, 368 Seiten stark und behandelt sogar die landwirtschaftliche Nutzung durch den „Deutschen Orden“, was meinem Projekt auch zugute kam.

Zu deinen Forschungen ist eigentlich nicht vieles hinzuzufügen. Es gab die Dreifelderwirtschaft mit Getreideanbau, was bei der Größe deines Dioramas aber eigentlich nicht zum Tragen kommt. Viel wichtiger ist der Nutzgarten, den fast jeder Haushalt hatte, auch sogar in den Städten.
Gemüse kannst du alles verwenden, was im 1/72er Diorama ja auch nicht spezifisch dargestellt werden muss. Obstbäume hatten auch viele, hier waren Kirsche, Pflaumen, Äpfel und Birnen die wichtigsten Obstsorten. Dazu gab es noch Walnuss und Haselnuss.

Die Viehhaltung war auch wichtig, ab dem 12.Jahrhundert wurde die Schafhaltung immer wichtiger und verbreitete sich immer mehr. Rindvieh, Schweine und Federvieh waren natürlich auch verbreitet.

Schon vor dem 12. Jahrhundert löste das Pferd den Ochsen als Zugtier ab. Natürlich gab es noch beide Varianten.

Das waren so die wichtigsten Merkmale zu deinem Diorama, die ich dem Buch entnehmen konnte.
Wer sich wissenschaftlich diesem Thema nähern möchte, dem kann ich das Buch nur wärmstens empfehlen.

Liebe Grüße,

Wolfgang
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Jensel1964 am 20. Dezember 2017, 21:36:37
Hi Wolfgang,

danke für Deine Hinweise. Ich werde dem mal folgen und bin auch schon fleißig am "Bepflanzen".
Das Buch hört sich wirklich gut an. Vielleicht schlage ich da auch nochmal zu.

Viele Grüße und ein schönes Weihnachtsfest,
Jens  :winken:
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: bughunter am 21. Dezember 2017, 21:06:27
Danke für das Zuschauendürfen, wie sich mit Struktur und Farbe das Dio entwickelt, wirklich faszinierend :P

Frohes Fest,
Bughunter
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Puchi am 22. Dezember 2017, 07:33:56
Gelungen, Jens! :P Wenn die Bodenfläche nichts wird, nützen die schönsten Häuschen nix. Da habe ich jetzt aber absolut keine Bedenken! Prima!


Liebe Grüße und schöne Weihnachten,

Karl
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Uwe K. am 22. Dezember 2017, 08:48:27
War bis jetzt eher stiller Mitleser, aber nun muss ich doch mal sagen
wie toll ich dieses Dio jetzt schon finde.
Einfach genial!!
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Jensel1964 am 28. Dezember 2017, 22:26:13
@Bughunter, Karl und Uwe: Vielen Dank für die Aufmunterung.  :meister: :kuss:

Ich war übrigens nicht faul.....

Denn beevor das Jahr endet, will ich doch nochmal ein letztes Update 2017 einstellen.

Ich habe mich, wie ja bereits angekündigt, mit dem Grünzeug befasst. Dabei galt es auch, sich für eine Jahreszeit festzulegen. Ich wollte Felder mit sprießenden Roggenähren und Gärten mit einer gewissen Begrünung darstellen. Insofern habe ich mich doch nicht für den Herbst sondern für den Frühsommer entschieden. Das Gemüse wuchs prächtig und die Kornähren zeigten sich. Ich bin nun wahrlich kein Gartenexperte, aber das sollte schon irgendwie passen.

Um die Weidenflechtzäune gerade setzen zu können, hab ich die Gartenfläche erneut mit der „grauen Pampe“ bestrichen. Die Herstellung der Zäune hatte ich (glaube ich zumindest) im Jütland-Diorama beschrieben. Zusammengefasst ging das so: In ein Kunststoffgitter wird mit der Nadel ein Faden eingeflochten. Das fertige „Stickwerk“ habe ich dann grundiert und in hellbraun bemalt.

Das Grünzeug selbst habe ich aus dem Sortiment von NOCH (Modellbahnbedarf) genommen.

Die Dornenhecke habe ich aus kleinen Ästchen und Naturmaterialbüschen aus dem Modellbahnbedarf gebaut.

Weiterhin habe ich aus dünnen Furnierbrettchen einen Tisch und Bänke gebaut. Die Anordnung der Tische und Bänke ist noch provisorisch.

Letztendlich hab ich das Reetdach noch etwas bemoost und den First optimiert. Die Fäden werden noch gekürzt und sollen die Befestigung der Hölzer im Reet darstellen. Mit der Reetabdeckung des Firsts bin ich nicht so zufrieden. Ich hätte den Rand etwas mehr ausfransen sollen. Aber das Zeug ist nun knüppelhart und kann nicht mehr geändert werden. Naja, nächstes Mal.  :woist:

Aber genug geredet, hier sind die Fotos:


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1601.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1602.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1603.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1604.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1605.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1606.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1607.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1608.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1609.jpg)

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1610.jpg)


Nun muss ich mich mit der weiteren Begrünung und Ausgestaltung befassen. Das wird etwas dauern, denn ich muss mir über jede kleine Ecke Gedanken machen. Aber genau das macht ja den Spaß bei einem solchen Diorama aus.

Und nun wünsche ich Euch allen ein glückliches und erfolgreiches neues Jahr. :tröt:
Mir hat 2017 mit Euch allen viel Spaß gemacht. Vielen Dank dafür. :1:


Jens  :winken:
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: coporado am 29. Dezember 2017, 06:40:05
Moin Jens,

schön das es noch ein Update vor dem Jahreswechsel gibt ...und das kann sich mal wieder sehen lassen, großartig wie dein Dio wächst und gedeiht  :P :P :P

Der Weidenzaun 1a - ich muss gleich mal in dein Jütland- Dio abbiegen und mir nochmal genau anschauen wie du den gebaut hast.

Noch 1-2 Anregungen/ Ideen:
Beim Gemüse könntest du vielleicht noch den ein oder anderen kleinen Farbtupfer setzen und die ersten kleinen "Früchte" darstellen (je nachdem was es für Gemüse ist).

Als ich auf dem 3ten Bild, mit dem Tisch und den Bänken, das Holz im Hintergrund so gesehen habe, sah das so herrlich nach Baustelle aus. Da kam mir die Idee: Vielleicht könnte man am Gasthaus um die Ecke einen Tisch oder Bank (oder Beides) platzieren, welche sich gerade in der Reparatur befinden. Ein bisschen Holz hier und da, ein bisschen Werkzeug.....

Ich wünsche dir auch einen guten Rutsch ins neue Jahr und freue mich auf 2018 und natürlich Updates hier  :P :winken:
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Jensel1964 am 29. Dezember 2017, 17:12:35
Hi Sascha,
erstmal vielen Dank für Dein Lob.   :)
Über die Farbtupfer im Gemüsebeet hatte ich mir auch schon Gedanken gemacht, aber mit Lauch, Kohl und Gurkrn ist da wenig Farbe reinzubringen. Und Tomaten fallen ja wie weiterboben geschrieben ganz weg.
Ich kau da nochmal ein wenig drauf herum.... :1:

Dass Du das  mit der Baustelle schreibst ist witzig, den genau den Gedanken hatte ich auch schon. Allerdings weniger hinsichtlich des Möbelbaus. Ich dachte da eher an einen neuen Schuppen. Mal gucken was daraus wird.... :pffft:

Jens  :winken:
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Gilmore am 29. Dezember 2017, 17:33:02
Jens, ich glaube, noch ein weiteres Gebäude würde dem Dio nicht unbedingt guttun. Höchstens am Rand eine kleine Ecke des Schuppens. Ist aber nur meine Meinung, vielleicht sieht es, wenn man das Dio vor sich hat, anders aus, aber ich fürchte, es würde sonst doch ein wenig zu überladen wirken.
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Jensel1964 am 01. Januar 2018, 22:59:29
Hi Jürgen. Ich hatte auch nicht an ein ganzes Haus gedacht.  Mir schwebte da eher ein kleiner Verschlag vor.
Aber so weit bin ich noch nicht. Im Moment bin ich noch fleißig beim Begrünen. Das zieht sich alles noch ein wenig.....
Jens  :winken:
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Tendertaucher am 28. Januar 2018, 13:42:08
Wegen der Farbtupfer im Beet:
Wie wäre es mit welkem Laub oder einer abgestorbenen Pflanze? Vielleicht ein paar späte Beeren oder Pilze (was so im Herbst halt möglich ist)?
Oder Du bastelst noch ein wenig Unkraut mit hinein. Im Moment sieht das Beet nämlich noch etwas "zu sauber" aus, finde ich.
Ansonsten finde ich das Dio klasse.  :P Der frisch gepflügte Acker sieht so richtig schön matschig aus.

Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Jensel1964 am 28. Januar 2018, 14:00:58
@Tendertaucher: Vielen Dank für das Lob. Das mit den Farbtupfern kommt noch. Altes Laub und Unkraut sind da schon gute Ansätze. Ich habe mir grad von NOCH Gartenobst gekauft, von dem ich aber wohl nur die Erdbeeren benutzen kann. Rhabarber gab es bei uns damals noch nicht. Soll mir recht sein. Ich mag das Zeug eh nicht.... :3:

Es ist hier ein wenig ruhiger geworden, weil ich erstmal zwei andere Projekte abschließen wollte und ich auch privat Einiges (possitives) um die Ohren habe.
Aber ich denke mal, dass es hier demnächt weiter geht.

Jens  :winken:
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Jensel1964 am 01. Februar 2018, 22:15:54
Und hier ist nun das erste Update 2018.
Erwartet bitte nicht zu viel. Ich bewege mich hier sozusagen auf Zehenspitzen zum Ziel.
Ich möchte Euch aber erstmal an meinen Gedanken zum Thema „Gemüsegarten“ teilhaben lassen.
Ich nehme mal an, dass die Menschen des 14. Jahrhunderts jeden verfügbaren Quadratmeter ihrer Grundstücke sinnvoll genutzt haben werden. Und sinnvoll war gewiss die Nutzung zum Anbau von Nahrungsmitteln. In den kurzen Perioden der Saat und Erntezeit wird man bestrebt gewesen sein, so viel Lebensmittel wie möglich zu generieren, um den Winter durchstehen zu können. Zumal der 10. Teil der Ernte ja dem Grundherren übergeben werden musste. Ich denke mal, dass der Besitzer des Gasthauses ähnlich gehandelt haben wird. Er wird zudem der Notwendigkeit gegenüber gestanden haben, dass er nicht nur sich und seine Familie durch den Winter bringen musste, sondern auch seinen Gästen (natürlich gegen Geld) etwas auf den Tisch stellen musste.
Also: Keine bunte Blumenwiese, sondern Gärten und Ställe.
Ich habe mich, wie im letzten Update gezeigt, zunächst für ein reines Gemüsebeet mit Lauch und Rüben entschieden. Dazu habe ich ein NOCH-Set mit Gartenobst (Wilder Wein, Rhabarber und Erdbeeren) gekauft. Hiervon passten aber leider nur die Erdbeeren in die Zeit und in den Norden Rhabarber kam später (17. Jh., glaube ich) und mit dem Weinanbau fängt man erst jetzt wieder an (Kein Scherz: Ein paar Abenteurer bauen seit 2016/17 Wein an. Name: „Schatoh Feldmark“).
Hinter dem Haus habe ich ein paar Bohnen angepflanzt. Bohnenmus, Getreidebrei und ein paar Eier, dazu etwas Ziegenmilch und für die höheren Gäste etwas Schweinefleisch.
Was nun noch fehlt, sind also ein bis zwei Apfelbäume,  ein Hühnerstall und ein Platz für Ziegen und Schweine.
Mir stellt sich nun die Frage, wie so ein Hühnerstall ausgesehen haben mag. Ich habe auf zeitgenössischen Bildern (Zeichnungen) verschiedene Varianten gesehen. Das reichte von Korbgeflechten bis zu kleinen Holzställen. Die ersteren haben den Vorteil, dass sie ganz ohne teure Nägel angefertigt werden konnten. Aber ich habe Lust, einen kleinen Hühnerstall aus Holz zu bauen. Vielleicht lässt sich sowas ja auch mit Holzdübeln anfertigen.  Die Idee ist, einen Teil mit Flechtzäunen abzutrennen (auf dem letzten Bild die Fläche des Holzteils), in dem die Hühner frei laufen konnten. Nachts konnte sich das Federvieh in den Stall zurückziehen und war vor Füchsen und Mardern sicher.

Und dann habe ich mich noch mit dem etwas unbefriedigenden Dachfirst befasst. Ich habe die zu gerade abgeschnittene Kante mit "Rasenstreifen" etwas ungerader gestaltet und ein paar Pflanzen ergänzt. Ich denke, dass das jetzt etwas besser aussieht.

Aber genug geredet, hier sind die Fotos:

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1701.jpg)

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1702.jpg)

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1703.jpg)

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1704.jpg)

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1705.jpg)

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1706.jpg)

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1707.jpg)

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1708.jpg)

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1709.jpg)

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1710.jpg)

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1711.jpg)

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1712.jpg)

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1713.jpg)

Als nächstes werde ich mich mit dem Hühnerstall und dem Pferdestall beschäftigen. Dann kommen ein paar Bäume und letztendlich die Figuren. Aber das ist noch ein langer Weg.
Ich danke Euch für Eure Aufmerksamkeit und Eure vielen, guten Ratschläge.

Jens  :winken:
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: bughunter am 01. Februar 2018, 22:38:14
Nicht nur ein fettes :respekt: für Deinen Modellbau, sondern auch nochmal eins :respekt: für die Gedanken und Nachforschungen.
Du kannst zwar mangels Info kein Original nachbauen, aber Du checkst wirklich jedes Detail auf Plausibilität :P
Das Dio ist jetzt schon beeindruckend - ich bin gespannt, wie es am Ende wirkt!

Viele Grüße,
Bughunter
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Uwe K. am 01. Februar 2018, 23:56:35
Einfach nur wunderschön!
Ich liebe solche Dios mit vielen Details.
Absolut top!
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: coporado am 02. Februar 2018, 06:37:42
Moin Jens,

kann mich Bughunter und Uwe nur anschließen, grandiose Arbeit mit richtig "Tiefgang", große Klasse  :klatsch:

Der Nahrungsanbau geht super voran, durch die Erdbeeren sind jetzt ja auch ein paar Farbtupfer mit reingekommen und die Bäume lockern das auch nochmal etwas mit auf  :P
Apropos Bäume - könntest du hier nicht noch den ein oder anderen Apfel (?) dranhängen? Allerdings ist es fraglich ob das im Frühsommer tatsächlich Farbe reinbringen würde, vielleicht eine leicht angerötete Seite  :6:

Und die "Baustelle" (Holz) zwischen Haus und Brunnen ist immer noch da, das ist ein Zeichen, Jens  :14:



Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: AnobiumPunctatum am 02. Februar 2018, 08:18:57
Wunderschönes Modell, Jens.
Ich freue mich schon auf die Figuren, die der Szene erst das Leben einhauchen.
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Sergent am 02. Februar 2018, 09:58:59
Ein sehr schönes Diorama. Ich freue mich schon auf die Figuren.
Idee zum Hühnerstall: http://www.brandenburg1260.de/gefluegel.html
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Hans am 02. Februar 2018, 10:41:50
Tja...ich weiss nicht so recht, wie ich es sagen soll....Stangenbohnen stammen aus Amerika.....
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Sergent am 02. Februar 2018, 11:11:04
Im Mittelalter wurden ehe die Sau- bzw. Ackerbohne verwendet und die wachsen nicht an Stangen.
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Puchi am 02. Februar 2018, 13:30:53
Sieht echt prima aus, Jens! Bis auf eine Kleinigkeit: die Stangen des Spaliers sehen zu gleichmäßig aus. Ich denke, dass da eher unbearbeitetes Holz (Äste etc.) verwendet wurden. Auf den Fotos macht es aber eher den Eindruck, als seien es Vierkanthölzer (besonders auf dem 5. Bild von oben). Mag sein, dass da aber das Foto täuscht.

Ansonsten aber: :klatsch: Das Dio hat unheimlich an Tiefe und Leben gewonnen. :P


Liebe Grüße,

Karl
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Jensel1964 am 02. Februar 2018, 17:29:05
Nur damit das klar ist: Mein nächstes Diorama spielt irgendwann NACH der Entdeckung Amerikas..... :5:

Aber vielen, vielen Dank für den Hinweis Hans. Die Bohnen sind weg und das Feld ist wieder frei. :D

Ich danke Euch vielmals für das Lob!  :meister: :meister:

@Bughunter: Ich bin auch mal gespannt, wie das alles aussieht, wenn es fertig ist.  :1:

@Uwe K: Auch Dir vielen Dank. Es freut mich, wenn das "3D-Suchbild" Freude bereitet. Ich muss mir noch ein paar Gimmicks einfallen lassen. 8)

@Coporado:  Ein Lob von einem Dioramenmeister ehrt mich besonders. Das mit der Baustelle behalte ich im Hinterkopf. Versprochen!!!!  :P

@Hans: Wie Du sowas sagen sollst? Einfach frei heraus, denn jetzt kann ich noch was ändern. Danke für's Aufpassen. :meister:

@Sergent: Ich werde jetzt erstmal "Saubohnen" googeln..... Die Seite mit der mittelalterlichen Geflügelhaltung habe ich auch gefunden. Es geht wohl doch in die Richtung "Flechtwerk".... :1:

@AP: Vor den Figuren habe ich nen Megabammel.....damit steht und fällt ja alles.  :rolleyes:

@Puchi: Das mit den Vierkanthölzern hat sich ja zugunsten der Saubohne erledigt. Die Stangen waren gelaserte Holzteile. Das sieht im Original nicht sooooo schlecht aus. Aber grundsätzlich kann das Diorama ja nur was werden, wenn Du mir über die Schulter guckst..... :kuss:

Ich werde mich dann mal auf die Bohnenrecherche begeben. Aber soll ich Euch was sagen? Das macht echt Spaß. Ihr seid echt ganz große Klasse!!!!!  :P
Jens  :winken:
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Wolfgang Meyer am 02. Februar 2018, 22:34:54
Klasse Diorama, Jens!

Das ist das Schöne an solch einem Forum! Wenn man es richtig machen möchte, ist es immer gut wenn es aufmerksame Hobbykollegen gibt. Ich bin auch immer froh über solch konstruktive Kritik!
Bin gespannt auf die Fortschritte und die Figuren!

LG Wolfgang
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Hans am 02. Februar 2018, 23:06:20
Zitat
Einfach frei heraus,
Ja, aber ich war so spät dran......
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: f1-bauer am 03. Februar 2018, 11:38:40
Servus Jens,
ich bin nach wie vor begeistert  :klatsch:. Du hast ja nen grünen Daumen  :D  ... es wächst und gedeiht  :klatsch:. Das Dach sieht jetzt etwas verwildert aus, aber ich finds gut. Die Holzbaustelle hat was - bleibt das?

Das mit den Stangenbohnen wäre ja fast schief gegangen  8o - gut, dass hier alle so auf Dich und dein Dio aufpassen  :P :klatsch: Bin dann mal auf die Saubohnen gespannt  :1:.

Die Saubohne heisst auch Ackerbohne oder Schweinsbohne oder Dicke Bohne - hin und wieder auch Puffbohne  - wenn Du die pflanzt musst du auch das Etablissement umbenennen  :7:
B.t.w. - Die Puffbohne wurde durch den Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt e.V. (VEN) zum Gemüse des Jahres 1998/1999 gewählt.
Der Klugschiss stammt aus Wikipedia.

Weiter gutes gelingen, ich bleib dran

Gruß in den Norden
Jürgen  :winken:
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: pucki am 04. Februar 2018, 16:03:19
Einfach fast perfekt.  :klatsch: :winken: :klatsch:

Ich wünschte ich könnte auch so was. Das meine ich ganz ehrlich.

Aber etwas meckern muss ich doch.  Das Holz was da hinter den Haus liegt, passt absolut nicht ins Bild. Das ist viel zu sauber und industriell. Fällt mir sofort ins Auge. Aber ich denke eh, das du das noch behandeln willst. Cool wären sogar ein paar Zuckerkrümel als Pilzersatz. ;)

Aber mach ruhig weiter. Ich freue mich auf neue Bilder die ich bewundern kann. Vielleicht darf ich ja selbst ein paar machen, wenn du nach Wilmsdorf kommst, und das Teil mitbringst. Dann würde ich aber dringend empfehlen es unter die Haube zu setzen.

Gruß

   Pucki
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Jensel1964 am 05. Februar 2018, 20:08:07
@Jürgen: Vielen Dank. Tcha, das mit den Bohnen ist leider in die Hose gegangen. Ich werde das Feld jetzt anderweitig nutzen. Aber das dokumentiere ich später noch genauer.  Die Holzbaustelle ist eigentlich nur das Zwischenlager meiner Baumaterialien.  ;)
@Pucki: Dir auch vielen Dank. Das ist alles gar nicht so schwierig.
Ich werde wohl etwas in Richtung "Baustelle" darstellen, aber das braucht noch etwas. Und ich denke schon, dass da etwas frisches Holz zu sehen sein wird.
Mit Wilnsdorf wird es leider nichts. Sorry.

Bis zum nächsten Update wird es ein wenig dauern. Ich bin grad nicht so kreativ.  Mit schwerem Herzen baut sich's schlecht. :2:

Jens  :winken:
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Sergent am 05. Februar 2018, 20:25:28
Du hättest natürlich die Stangen auch lassen können und sagen, es ist Hopfen. Das würde zum Bierbrauen und damit auch zum Gasthaus passen ;). Aber weg ist nunmal weg. Bin gespannt auf die Fortschritte.
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Hans am 05. Februar 2018, 21:00:42
Zitat
es ist Hopfen

Wir schreiben das Jahr 1348 und Hopfen wurde eher als eine Art Medikament eingesetzt. Der Hopfen als Bitterstoff für Bier kam grad er gaaanz langsam auf. Das man alles mögliche ins Bier gab, erklärt sich durch den Regelungsbedarf, der zum Reinheitsgebot führte - viel viel später. Und zudem war Bier gar nicht das Standardgetränk umd die Zeit, es war Wein. Wein an kurzen Rebstöcken ginge tatsächlich.
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: bughunter am 05. Februar 2018, 21:44:42
Mit Wilnsdorf wird es leider nichts. Sorry.
Schade. :(

Bughunter :winken:
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Sergent am 05. Februar 2018, 23:47:21
@ Hans: Danke! Man lernt immer noch dazu!
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Jensel1964 am 06. Februar 2018, 06:56:00
Ich hätte auch erwartet, dass die Leute hier im Norden eher Bier als Wein getrunken haben. Letzteres musste ja über weite Strecken über Land oder direkt via Schiff aus Hamburg transportiert werden.
Ich forsche da nochmal nach. Aber die Bepflanzung geht jetzt eher von der Bohne zur Rübe. Die gibt es nämlich als Lasercut-Pflanzen. Ich will da jetzt nicht irgendein unidentifizierbares Grünzeug hinpflanzen und es Bohne nennen. Bohnenpflanzen (außer die Stockbohnen) gibt es leider nicht. Wo doch der Rest im Garten erkennbare Formen hat, soll dieses Beet auch irgendwie "definierbar" sein.
Jens  :winken:
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: eydumpfbacke am 06. Februar 2018, 07:48:43
Jetzt machen wir uns schon Gedanken, welche Nutzpflanzen im Jahre 1348 auf den Höfen angebaut wurden  8o
Wozu der Modellbau doch einen treibt  :7:
Wenigstens ist das erworbene Wissen nicht unnütz  :7: :6:
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: wefalck am 06. Februar 2018, 09:19:00
Einen 'Grand Cru' haben die Gäste sicher nicht bekommen  8o  Es wurden aber sicher seinerzeit auch andere vergorene Getränke genossen, als da sind Met, Beerenweine, usw.
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Jensel1964 am 06. Februar 2018, 09:39:51
@Reinhard: Es erstaunt mich auch manchmal, wohin mich dieser Baubericht führt. Aber ich finde es spannend, Neues zu lernen und sich mal Gedanken darum zu machen, wie unsere Vorfahren gelebt haben. Und ein Flugzeugbauer macht sich ja auch Gedanken über Rostschutzanstriche 1944/45 ein Schiffbauer über die Breite einen Wasserpasses oder ein Jeep-Bauer über Ösen an den Reifen ;). Das macht unser Hobby für mich aus: Handwerklich arbeiten, Tüfteln und Dazulernen. Und mit Euren berechtigten Fragen und Einwänden helft Ihr mir bei meinem Projekt. :1:
@Wefalck: In Lübeck oder Hamburg werden die Kaufleute sicherlich auch gute Tropfen genossen haben. Aber klar, Met oder irgendwelchen vergorenen Stimmungsaufheller werden die Leute hier sicherlich auch genossen haben.  :D
Jens  :winken:
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: wefalck am 06. Februar 2018, 10:10:44
Das Problem bis zur Erfindung der Eisenbahn war der Überlandtransport von schweren oder Massengütern. Deswegen wurden auch kleine Fließgewässer genutzt - oder die Leute auf dem 'platten Land' hatten eben kaum Zugang zu bestimmten Waren.

Die Hansestädte transportierten offenbar seit langem Weinfässer als 'Beifang' auf den Schiffen, die Salz aus Frankreich und von der Iberischen Halbinsel für die Heringskonservierung holten. Die eingesalzenen Heringe und Stockfische wurden dann wieder als Fastenspeise im Süden verkauft. Der Hamburger und Lübecker 'Rotspon', durch die dortigen Handelshäuser ausgebaute Bordeaux-Weine, sind ja noch heute bekannt.
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Hans am 06. Februar 2018, 11:27:56
Weinbau fand praktisch überall statt, auch in Gegenden, an die man heute gar nicht als Weinbaugebiet kennt. Irgendwas mit Südlage reichte. Auch im tiefsten Bayern. Das Tagesgetränk war Wasser (bis ins 19. Jhd), die kaputten Wasserflaschen und Stöpsel finden sich sehr häufig auf den Äckern. Und eben verdünnter (!) Wein. Der angebaute Wein lieferte kleine Reben, stocksauer, aber verdünnt war er trinkbar. Praktisch fast eine "römische" Tradition. Gewürzweine gabs allerdings nicht, da fehlt der Nachweis - so wie er auch für Beerenweine fehlt, es sind einfach keine Gärgefässe da aus der Zeit.
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: wefalck am 06. Februar 2018, 11:40:25
"Irgendwas mit Südlage reichte." - Bahndamm Schattenseite ...  :rolleyes:

Woran erkennt man (mittelalterliche) Gärgefäße speziell ? Muß ja eigentlich nur etwas mit Stopfen/Deckel sein, damit da keine fremden Bakterien eingetragen werden und sich der Alkohol nicht davonmacht.
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Hans am 06. Februar 2018, 13:21:58
Im Prinzip ja. Aber wie gesagt, wie sind Mitte des 14. Jhd. Also ein Gefäß mit Stopfen und Überdruckregulierung, in vernünftiger Größe. Und Überresten an den Scherben. Oder Treber(? weiss nicht wie das heisst bei Obst)-Rückständen in den Abfallgruben. Oder mönchische Rezepte. Ich lass mich da gerne eines Gegenteils belehren, aber mit Fund, bitte.

Was die Anbaustellen anbelangt: Jede Menge an Befunden vorhanden, von der Karte bis zum Rebenrest.
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: wefalck am 06. Februar 2018, 13:38:56
Frei nach Karl Popper: die Abwesenheit von Fundstücken beweist nicht, daß es etwas nicht gab - umgekehrt beweisen Fundstücke die Existenz bestimmter Dinge zu einer bestimmten Zeit, wobei wir allerdings nicht immer sicher sein können, daß diese so verwendet wurden, wie wir uns da heute denken.

Aber eine interessante Frage: seit wann wurde eigentlich Schnaps hergestellt ? Seit wann kennt man das Destillieren ? Glas-Retorten hätte man vermutlich bereits in römicher Zeit herstellen können. Hhhm, 'googeln' macht schlauer: http://www.spirituosen-verband.de/genuss/geschichte/ (http://www.spirituosen-verband.de/genuss/geschichte/).
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Hans am 06. Februar 2018, 19:06:54
"Destillieren" kennt man seit der Altsteinzeit. Die Gewinnung von Pech und Holzteer ist eine Destillation. Entsalzung von Wasser kannte man seit den Griechen. Diese wären technisch auch in der Lage gewesen, Destillationsanlagen zu bauen, die zB Ethanol erzeugen hätten können. Haben sie aber nicht. Die ersten Berichte von Ethanol scheinen bei den Spätest-Griechen in Byzanz aufgetaucht zu sein, mit "Export" dann nach Italien. Aber nix vor dem Hochmittelalter. Wann dann gebrannte Schnäpse bei Volk ankamen - keine Ahnung.
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: wefalck am 06. Februar 2018, 19:11:07
Ja die Ethanol-Destillation ist ja nicht so ganz ohne, da kommt es auf genaue Temperaturführung an, sonst kann das ins Auge gehen - im wahrsten Sinn des Wortes  8o
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Lars am 07. Februar 2018, 23:39:31
Es mag recht banal klingen, aber zum von Dir gewählten Zeitpunkt galt Hamburg als „Brauhaus der Hanse“. Mit Bier liegst Du also garnicht so falsch...
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Jensel1964 am 13. Februar 2018, 22:06:56
Und weiter geht´s.  :D
Diesmal gibt es ein paar Outtakes…Dinge, die nicht gelungen sind, nicht im Diorama bleiben aber zumindest mal dokumentiert werden sollten. :woist:

Aber zunächst einmal gehe ich kurz noch auf das Thema Lebensmittel und Getränke ein. Nachdem was ich so alles im Netz gefunden habe, war tatsächlich Wasser das A und O beim Durstlöschen. Sicherlich werden aber auch Ziegenmilch und verschiedene alkoholische Getränke (Honigwein/Met, Bier und Wein) eine Rolle gespielt haben. Honigwein wird sicher auf den Höfen erzeugt worden sein. Bier und Wein werden auf dem Landweg über den Handelsweg von Hamburg nach Lübeck (über Oldesloe) nach Bargteheide gekommen sein.
Die Umsätze des Kruges müssen nicht schlecht gewesen sein, denn einer Abgabenliste aus dieser Zeit ist zu entnehmen, dass der Krug jährlich 8 Mark an Abgaben leisten musste. Die anderen Bauernstellen lagen zwischen 6 und 7 Schillinge (1 Lübsche Mark entsprach 16 Schillinge). Das bedeutet für mich, dass die Umsätze des Kruges ungefähr dem 18-fachen einer einfachen Hofstelle entsprochen haben müssen. Da ist bestimmt der eine oder andere Schilling für ein Fass Bier oder Wein drin gewesen. Also: Da müssen ein paar leere Fässer herumstehen.

Die Bohnen habe ich übrigens gegen Rüben ersetzt. Geeignete Saubohnenimitate fand ich leider nicht. Und Rüben gehen immer….ich HASSE übrigens Steckrüben!!!  :12:


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1806.jpg)

Und so sieht der Hof jetzt aus:

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1803.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1804.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1805.jpg)


Bezüglich des Hühnerstalls habe ich mit gedacht, dass Eier eine wichtige Zutat zu den angebotenen Gerichten gewesen sein werden und dementsprechend wertvoll gewesen sein müssen. Diese und die zugehörigen Hühner galt es vor Wüchsen, Mardern und langen Fingern zu schützen. Wäre ich der Gastwirt gewesen, hätte ich einen stabilen Hühnerstall gebaut und kein Flechtwerk verwendet. Meine Version des Hühnerstalls finde ich allerdings nicht gelungen. Die sieht schon arg herzlos zusammengekloppt aus. Nene, das passt nicht in das Bargteheide des 14. Jahrhunderts.  :2: :] :]

Da muss ich nochmal ran.

Aber ich wollte Euch doch zumindest mal einen meiner Fehlschläge zu zeigen:  :pffft:

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1801.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1802.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1807.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1808.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1809.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1810.jpg)


Letztendlich habe ich eine Stellprobe mit den Pferden von NOCH gemacht. Ich denke, dass ich die Pferde selbst nochmal farblich überarbeiten werde. So sehen die zu spielzeughaft aus.

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1811.jpg)

Als nächstes kommen nun der Hühnerstall 2.0 und die Belebung des Pferdestalls inkl. des näheren Umfeldes.

Ich habe übrigens gelesen, dass auf der Straße von Hamburg nach Lübeck und damit auch in Bargteheide Ritter nebst ihren Knappen keine Seltenheit waren. Da könnte man doch mal…… 8)

Ich danke Euch für Eure Aufmerksamkeit und Eure vielen, guten Ratschläge.

Jens  :winken:
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Jensel1964 am 26. Februar 2018, 21:40:07
Nachdem das letzte Update etwas unspektakulär war, wird sich in diesem Teil wesentlich mehr tun.

Zunächst habe ich mir den Hühnerstall nochmal vorgenommen und dabei gleichzeitig das Thema „Baustelle“ zur Brust genommen. Der Wirt unseres Kruges hat beschlossen, seinen Hühnern etwas mehr  Komfort und Sicherheit zu gewähren und dabei gleichzeitig seine Erträge zu steigern. So ganz fertig ist er aber noch nicht geworden. So muss er sich noch mit der Tür beschäftigen. Auch das Dach ist noch nicht ganz fertig, aber zumindest  haben wir jetzt einen Einblick in den Hühnerstall:

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1901.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1902.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1903.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1904.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1909.jpg)


Und dann habe ich das ganze Ensemble („Wat ne gewählte Ausdrucksweise“) mit zwei Überdachungen ergänzt, denn angesichts der dunklen Innenräume wird man viele Arbeiten nach außen verlegt haben. Zur Art der „Arbeiten“ komme ich später noch….in einem der nächsten Updates. Hier habe ich mich für ein mit Stroh gedecktes Dach und einen mit Schindeln eingedeckten Unterstand entschieden. Das sollte etwas aufgelockerter aussehen.


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1905.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1906.jpg)


Und weil ich grad so in Fahrt war, habe ich noch zwei kleine Bänke gezimmert:


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1907.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1908.jpg)


Und dann kamen noch ein paar Bäume und Gartenwerkzeuge (von Preiser) dazu. Ich überlege, ob ich neben den Brunnen noch einen kleinen Baum setze, aber ich denke dass das zu viel wäre. Büsche kommen aber auf jeden Fall noch dazu.
Und so sieht der Krug heute aus:

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1910.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1911.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1912.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1913.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1914.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1915.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/1916.jpg)

Was kommt als nächstes? Ich werde mich um die Figuren und diverse Kleinigkeiten kümmern und mir eine plausible Geschichte einfallen lassen.

Ich danke Euch für Eure Aufmerksamkeit.
Jens  :winken:
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: coporado am 27. Februar 2018, 06:15:32
Moin Jens,

wunderbares Update  :P :P :P Der Hühnerstall sieht super aus, noch ein bissl Stroh rein und das Federvieh hat eine gemütliche Stube  :P Auch die anderen Sachen sind dir wieder super gelungen.

Der Wirt hat jetzt einen Außenbereich, sind das hier die Anfänge der Biergärten???  :6:

Frage zur "Baustelle" am Hühnerstall: Die Böcke auf denen der Balken neben dem Hühnerstall liegt, dienen die als Stütze bei der Bearbeitung des Balkens? Wenn dem so ist, würde ich ggf. noch einen dritten Fuß ergänzen. Sobald der Balken bspw. durchgesägt ist, kippen die Dinger um. Oder wurden die Böcke in den Boden gerammt? 

Ich bin auf die weitere Geschichte und die Fortschritte gespannt  :P
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Jensel1964 am 27. Februar 2018, 07:55:24
Hi Sascha.
Vielen Dank für das Lob und die konstruktiven Hinweise. :P
 Mit dem Holzbock hab ich ja echt nen Bock geschossen. Du hast vollkommen Recht, da muss ich nochmal ran. :3: :1:

Bezüglich des "Biergartenvorläufers":  Das ist eine von den Ecken, in denen ich noch etwas Besonderes vorhabe. Mehr dazu in einem der nächsten Updates. :6:


Jens  :winken:
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Puchi am 27. Februar 2018, 10:02:46
Na, da gibt's ja dann bei der Familie Jensel demnächst frische Eier aus dem Nest zum Frühstück. :6:

Ich finde das Dio äußerst stimmungsvoll und wunderschön noch dazu. :1:

Den Baum neben dem Brunnen würde ich persönlich weglassen, ich sehe den offenen Platz um den Brunnen als schönen Kontrast zu den Bäumen am Rande des Dio's. Aber schaumamal womit Du noch das Dio bereicherst.


Liebe Grüße,

Karl
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: f1-bauer am 27. Februar 2018, 10:09:51
Servus Jens,
erster Eindruck: sieht alles sehr gut ung glaubhaft aus  :P. Handwerklich super, die Alterung der Hölzer ist fein, die Bauten  :P, der Hühnerstall gefällt mir jetzt besser (hast wohl die Seite hier gefunden http://www.brandenburg1260.de/gefluegel.html (http://www.brandenburg1260.de/gefluegel.html)), die Bepflanzung usw. ist sehr schön. Die beiden Überdachungen machen auch viel aus und gefallen mir gut. Trotzdem störte mich beim betrachten der Bilder dauernd was unterschwellig. Nach vier mal anschauen der Bilder weiß ich es jetzt - es ist die Rückwand vom Pferdestall. Der Stall zeigt an drei Seiten tolle mittelalterliche Zimmermannskunst, aber bei der Rückwand hatte der Zimmerer wohl ein zwei Met zu viel  ;).

Du hast Dir sicher was dabei gedacht - Auflockerung, Rückwand ist wurscht, so genau gings damals dann auch wieder nicht - sieht aber trotzdem komisch aus. Vor allem, dass einige Bretter oben vor dem Balken aufhören und in der Luft hängen. Der kleinste Windhauch kann einige Bretter lösen und wegpusten. Sorry, ist wohl zu spät, ist mir aber jetzt erst aufgefallen.

Gruß
Jürgen  :winken:
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: HI-Lok am 27. Februar 2018, 19:23:38
Moin Jens,
Sehr schön zu betrachten, was Du in Deinem stillen Kämmerlein so zurecht bastelst.
Bin sehr gespannt auf den endgültigen Zustand irgendwann beim Stammtisch zu betrachten.
Nach dem Hinweis von Jürgen habe ich mir den Pferdestall auch angesehen und ich denke, dass das Dach ein wenig mehr über die Wand heraus ragen müsste, das es so ziemlich rein regnen würde.
Die Alterung des Holzes ist sehr gelungen!
Gruß
Marcel
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Flugwuzzi am 27. Februar 2018, 20:45:12
Hi Jens,
der Hühnerstall 2.0 ist dir wirklich gut gelungen. Dem Federvieh wirds dort bestimmt gefallen.  :klatsch: :klatsch:
Die Liebe die du in die ganzen, kleinen Details steckst sieht man dem Diorama an und es gefällt mir schon jetzt richtig gut.

Ich freu mich schon auf weitere, kreative "Kleinigkeiten" von dir  :1:
lg
Walter
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Jensel1964 am 08. März 2018, 18:39:24
Ich muss dringend Abbitte leisten, denn ich hätte schon viel früher antworten sollen. Mea Culpa. :woist:

@Flugwuzzi: Vielen Dank. Diese "Kleinigkeiten" kosten echt Zeit.....aber dazu später mehr.

@Puchi: Den Baum werde ich tatsächlich weglassen, denn der würde nicht stimmig wirken. Allerdings werde ich die fraie Kante , gegenüber vom Haus mit einer Gebüschbepflanzung versehen. Das sieht mir noch zu....offen aus. :rolleyes:

@ HI-Lok und Jürgen: Jaja, das mit dem Pferdestall ist so eine Sache. Ich wollte den etwas "provisorisch" wirken lassen, weil es ja ein reiner Zweckbau ist. Allerdings stimmt es natürlich, dass er sinnvoll wirken muss. Und dieser freie Abschluss mit der Möglichkeit des Reinregnens geht gar nicht. Ich habe da etwas nachgearbeitet und werde das beim nächsten Update zeigen. Im Moment ist aber Ruhe im Mittelalter weil ich a). an einigen Details feile und b). ein kleines Entspannungsprojekt (heimlich, still und leise), sozusagen als "Fingerübung", dazwischen geschoben habe.

Danke für Eure Hinweise. :P :P
Jens  :winken:
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Jensel1964 am 12. Juni 2018, 22:13:23
Hui, lasst mich bitte erstmal kurz den Staub von diesem Baubericht wegpusten…. 8o

Es ist ja nicht so, dass ich untätig war, aber irgendwie hatte ich so gar keine Lust, etwas zu schreiben. Aber letztendlich will ich hier ja auch mal zum Ende kommen. Ich muss mal gucken, wie ich die ganzen Fotos und Themen in 1-2 Updates zusammenfasse.

Das wird alles sehr Bilderlastig. Textlich werde ich mich mal auf das Nötigste beschränken.

Zunächst einmal habe ich mich um den Pferdestall gekümmert. Da gab es ja was am Dachabschluss zu nörgeln. Das habe ich dann mal so behoben:

1. Holz ergänzt

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/2001.jpg)

2. Grau bemalt

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/2002.jpg)

3. Mit Hellgrau/Weiß aufgehellt

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/2003.jpg)


Ich denke, dass ich damit leben kann.


Tcha, und dann begann der Teil mit den Figuren. Ich habe mich im Vorwege mit einigen Zinnfiguren von Valdemar und Resinfiguren von Nikolai eingedeckt. Beide Hersteller liefern hervorragende Figuren, allerdings liegen die Resinfiguren von Nikolai wegen der filigranen Gesichter (Die gucken einen an!!!) etwas vorn. Die Szenerie sollte von reisenden Mönchen (Valdemar), Waffenknechten (Valdemar) als Begleitung und den Wirtsleuten (Nikolai) dominiert werden. Ich zeige Euch mal ein paar von den Figuren. Das sind letztendlich die, die einen Platz auf dem Diorama finden. Das soll ja nicht zu überladen sein.

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/2101.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/2103.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/2104.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/2106.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/2107.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/2108.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/2109.jpg)


Die Waffen musste ich übrigens nachbearbeiten, weil die Stiele aus Zinnguss einfach zu dick und zu waren:

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/2102.jpg)

Und hier sind die Wirtsleute:

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/2110.jpg)

Und bis Ende der Woche kommt dann auch schon der nächste Teil.

Ich danke Euch für Eure Aufmerksamkeit und die konstruktiven Kommentare.

Jens  :winken:
 
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Ralf S. am 13. Juni 2018, 08:33:28
 :P  Für mich persönlich unerreichbare Modellbauqualität - Wahnsinn -

Dennoch schaue ich gerne bei dir zu.

Bei den Figuren fällt mir auf das es alles "stehende" sind, fehlt dir da nicht noch die ein oder andere "Sitzende" Beteiligung?

Gruß, Ralf
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: HKT am 13. Juni 2018, 09:29:51
Klasse, Jens!

Gibt mir auch ein paar Anregungen für "Bedburg".




LG
--
Ralf
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: wefalck am 13. Juni 2018, 10:16:39
Inzwischen sollte ja schon fast Erntezeit sein in dem Gemüsegarten ...
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Kobiyashi am 13. Juni 2018, 10:31:56
Hat die bewaffnete Begleitung der Mönche einen tieferen Sinn? Vielleicht transportieren die Mönche ja eine wertvolle Reliquie, dass den Geleitschutz rechtfertigt.  ;)
Hast du schon eine Vorstellung, wie das zahlenmäßige Verhältnis zwischen Wachen und Mönchen aussehen wird.

Gruß
Thomas
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Uwe B. am 13. Juni 2018, 15:33:11
Hallo Jens,

das sieht doch alles schon ganz prima aus!  :P :P :P

Bin gespannt, wie es am Ende aussieht, wenn die ganzen Figuren ihren endgültigen Platz gefunden haben. Aber da kannst Du ja noch schön mit "rumspielen". Ich find, das macht immer mit am meisten Spaß, das ausprobierende Positionieren der Figuren.

Und wegen des Schreibens des Bauberichts kann ich Dein Dilemma gut nachvollziehen. Sowas kostet halt Zeit, und wenn man es ordentlich machen will, so wie Du, dann eben noch mehr Zeit. Und die fehlt dann beim eigentlichen Basteln und Bemalen; ich schreib grad auch 'nen BB. 
 :pffft:

LG - Uwe   :winken:
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Jensel1964 am 13. Juni 2018, 21:29:50
Vielen Dank für Euer Feedback.
@Ralf S.: Vielen Dank. Leider sind da wirklich nur stehende Figuren. Ich muss mal gucken, ob da noch ein paar sitzende Gasthausbesucher hinzukommen.

@Ralf: Ich würde mich freuen, wenn Dich das Diorama inspiriert. Dafür macht man solche Bauberichte ja, nicht wahr? :1:

@Wefalck: Wenn ich mir noch etwas Zeit lasse, kann ich das ganze Diorama mir Schnee vollpudern.... :3:

@Thomas: Im folgenden Update werden Deine Fragen z.T. beantwortet. Ich habe mir Deinen Hinweis aber zu Herzen genommen und drei der "Wachen" als eigenständige Reisende umdefiniert. Aber dazu später mehr.

@Uwe: Ja,das mit den Bauberichten ist immer etwas komisch. Man gibt sich tierisch Mühe und findet dann oft, dass es zu wenig honoriert wird (das ist hier ausdrücklich NICHT der Fall!). Aber wenn man sich dann hinterfragt, ob man sich selbst oft genug in Bauberichte einbringt stellt man oft fest, dass man auch nur zu den schweigenden Lesern und Bewunderern gehört. Man kann manchmal einfach nichts Sinnvolles zum Thema beitragen.
Mein "Problem" in letzter Zeit ist, dass ich beruflich zu viele Berichte schreibe (heute: Beschreibung der Neuordnung einer Gewässereinleitung und einer geplanten Reinigungsanlage für die Regenentwässerung einer Autobahn....."Vom Schacht XY läuft eine Leitung DN500 mit einem Sohlgefälle......"). Wenn man zu viel solcher Sachen schreibt, hat man keine Lust, abends auch noch was zu schreiben. :rolleyes:

So, und gleich kommt das nächste kurze Update.

Jens  :winken:
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Jensel1964 am 13. Juni 2018, 21:45:48
Wo ich schon mal dabei bin zu schreiben, gehe ich gleich das nächste Update an.

Das ist ja auch ganz undramatisch.

Ich habe mir u.a. den Ochsenkarren von Valdemar gekauft, um dem Thema „Transport“ im Mittelalter etwas entgegen zu kommen. Allerdings war das Diorama mit den ganzen Figuren so voll, dass ich auf den Ochsenkarren ganz verzichten wollte. Aber dazu später mehr.
Zunächst habe ich die an den Wagenboden angegossene Achse abgetrennt und gegen eine Achse aus einem Messingstab und einer Führung aus Ätzteilresten versehen. Das sieht man natürlich nicht mehr, aber ich weiß dass es da ist.

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/2121.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/2122.jpg)


Zusammen mit ebenfalls aus dem Hause Valdemar stammenden Fässern habe ich den Wagen dann in der Grundierung grau – Braun – Grau/Weiß – Reihenfolge bemalt.

Das sieht nun so aus:

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/2111.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/2112.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/2113.jpg)


Und dann kam der Spaßig-Kreative Teil: Das Platzieren der Figuren und entwickeln der Geschichte.

Ich sage noch nicht worum es geht und zeige zunächst nur die Figurengruppen.
Das sind
 - der Wirt und seine Familie,
 - ein kirchlicher Würdenträger, sein Bruder in Christi und zwei Waffenknechte,
 - ein Ritter und seine beiden Geährten auf dem Weg nach Lübeck.

Die Handlung gibt es im Galeriebeitrag.


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/2114.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/2115.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/2116.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/2117.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/2122.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/2123.jpg)


Auf den folgenden beiden Fotos habe ich mal den Wagen mit integriert. Allerdings bin ich mir nicht sicher, was ein einzelner, unbeladener Wagen vor einem Gasthaus zu suchen hatte.

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/2118.jpg)


(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/2119.jpg)

Was nun noch fehlt sind diverse kleine Details. Das kann noch etwas dauern.

Trotzdem nähere ich mich mit Riesenschritten dem Ende.
Ich danke Euch für Eure Aufmerksamkeit.

Jens  :winken:
 
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: bughunter am 13. Juni 2018, 22:14:48
Da hoffe ich doch, daß Du das mit Schnee nicht wahr machst und wir dieses Dio noch vor dem Winter in der Galerie finden! Schön, daß es weitergeht, und dann gleich so :P

Mein "Problem" in letzter Zeit ist, dass ich beruflich zu viele Berichte schreibe
Das macht es nicht einfacher. Ich versuche, die Bauberichte als willkommene Abwechslung nach einer Bauphase zu sehen, das ist dann eine andere Tätigkeit und man läßt die Dinge nochmal Revue passieren - dabei fallen einem dann schon manche Dinge auf oder ein, die man noch verbessern könnte. Wenn die dann noch gut ankommen und gern gelesen werden, umso besser.

Das sieht man natürlich nicht mehr, aber ich weiß dass es da ist.
Schwerster AMS-Verdacht! Also weiter so :P

Viele Grüße,
Bughunter
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: coporado am 14. Juni 2018, 06:32:27
Moin Jens,

schöne Updates die du hier zeigst  :P und das du beruflich zuviele Berichte schreibst, merkt man hier überhaupt nicht. Vielleicht bist du hier nur etwas aus der Übung  :6:

Was den Wagen angeht, ich finde den klasse und der passt auch irgendwie gut auf´s Dio. Vielleicht greifst du den Gedanken von Ralf S. auf und platzierst noch ein paar sitzende Figuren vor dem Gasthaus, das könnte dann der Bierlieferant sein, der gerade seine Lieferung verkostet  :P

Ich freue mich schon auf´s "Finale"  :1:
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Hans am 14. Juni 2018, 10:57:54
Bei den Makros deiner Figuren erkennt man mal wieder, das dasselbige der Feind des Modellbauers ist. Und man erkennt vor allen Dingen nicht, wie die Farbkombinationen und der Malstil sich so perfekt in dein Dio einfügen. Super.
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Fumator am 14. Juni 2018, 15:50:43
An dieser Stelle stark off topic, aber wenn Du bei dem link

https://ms-plueth.de/detail/index/sArticle/35078

"crusaders ship" eingibst, erscheint die Zvezda Kogge für 25,-€.
Nur als Anregung für Dein nächstes Projekt im Sinne Deines ersten Beitrags in diesem Thread.

Gruß Axel


Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Jensel1964 am 17. Juni 2018, 22:48:04
@Bughunter: Tcha, das mit dem AMS ist schon fies. Ich musste mich schon zwingen, die Spitfire von Revell nur aus der Box zu bauen....mit etwas Draht am Fahrwerk.....nur ganz wenig, Herr Doktor..... :15:

@Coporado: Ja, das mit den sitzenden Figuren hätte was. Ich muss eh mal wieder was bei Fredericus Rex  bestellen. Daswas jetzt kommt, d.h. diese kleinen Ausstattungsgegenstände, nehmen echt Zeit in Anspruch. Das ist jetzt die Kür.  Das Wesentliche ist fertig und platziert und nun kommen die "Fingerübungen". 8)

@Hans: Vielen Dank, Dein Lob ehrt mich. Tatsächlich sieht das Alles mit bloßem Auge viel besser aus.das Makro ist wirklich fies und ungerecht..... :rolleyes:

@Fumator: Die Revell Kogge habe ich sogar auf Lager, aber das nächste Diorama wird noch etwas Zeit und Gehirnschmalz in Anspruch nehmen. Mal gucken was es wird. Es gab da, die älteren Nordlichter werden es vielleicht kennen, eine Fernsehserie auf dem NDR "Onkel Bräsig"....hört sich wie Kika an, spielt aber tatsächlich Mitte des 19. Jahhunderts. Eine Geschichte aus dieser Zeit hätte auch mal was......

Jens  :winken:
EDITH hat den Handlungszeitraum der Serie korrigiert.
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: AnobiumPunctatum am 18. Juni 2018, 06:15:38
Lass die Finger von der Kreuzfahrer Kogge oder der Revell Kogge. Bei dem Modell stimmt einfach die Form nicht. Bei den Angaben zum Maßstab habe ich auch meine Zweifel. Für ein Dio solltest Du ein Modell scratch, vielleicht auf Vorlage eines Papierbausatzes bauen.

Das Dio sieht prima aus.
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: wefalck am 18. Juni 2018, 09:21:26
Wenn's ein Koggen-Bausatz sein soll, ist der von Artitec wohl besser.

'Onkel Bräsig' ist eine Figur die von Fritz Reuter kreiert wurde. Seine Romane, z.B. 'Ut mine Stromtid', sind im Mecklenburg in der ersten Hälfte des 19. Jh. angesiedelt und ursprünglich in Mecklenburger Platt geschrieben. Habe eine ganze Sammlung von meinem Vater geerbt - ist aber sehr mühsam zu lesen, wenn man nicht aus der Gegend kommt. Es gibt aber auch hochdeutsche Übertragungen.
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: mm am 18. Juni 2018, 21:33:51
Was mir ja enorm gefällt ist das lebhafte hier. Spitzenwerk bis jetzt, da macht das lesen und gucken Spaß

Gruß Tom
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Jensel1964 am 10. Juli 2018, 22:02:05
@AnobiumPunctatum: Wo Du recht hast....ich hab mir das Teil (liegt auf dem Dachboden) angeguckt und....neeee... :2:
@Wefalck: Ich hab grad das Sonderheft der "Militär und Geschichte" über Moltke gelesen und interessiere mich zunehmend für das 19. Jahrhundert. Vielleicht wäre die hochdeutsche Übertragung von "Onkel Bräsig" mal ne schöne Urlaubslektüre....
@mm: Vielen Dank, Tom. Ich hoffe mal, dass ich die Lebhaftigkeit etwas hoch halten kann.....aber das nächste Update wird eher etwas langweilig. Säcke, Fässer und ein Ochse. Mal ehrlich!!!

Jens  :winken:
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Jensel1964 am 10. Juli 2018, 22:03:09
Und weiter geht´s.
Ich habe die wenige Zeit, die mir für das Thema Modellbau bleibt (bei 28-30°C in den letzten Wochen denke ich an alles, aber nicht an Modellbau) mal für die Bemalung der Fässer und Säcke von Valdemar genutzt. Dummerweise habe ich die Fotos der einzelnen Arbeitsschritte aus Versehen gelöscht….so bleibt nur das Ergebnis. Und ich danke, dass das soweit ok ist.

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/2201.jpg)

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/2202.jpg)

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/2203.jpg)

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/2207.jpg)

Und auch der Ochse zum Ochsenkarren hat noch ne Chance bekommen. Auch mit diesem Vieh kann ich leben. Im Makro sieht das etwas arg tupfig aus (Seurat läßt grüßen), aber mit dem bloßen Auge ist es ok.

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/2204.jpg)

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/2205.jpg)

(http://www.glorreiche10.de/jens/Modelboard/Bargteheide/2206.jpg)

Und nun steigen auch die Chancen, dem Ochsenkarren eine aktivere Rolle zukommen zu lassen. Er könnte ja Stroh, Bauholz oder sogar Ziegel transportieren. Ich erinnere mich, dass es in meiner Kindheit eine Ziegelei in der Nähe von Bargteheide gab. Warum sollen die Ziegel der Backsteinbauten in Lübeck oder Hamburg nicht auch hier in der Nähe produziert worden sein?
Mal gucken.

Ich danke Euch für Eure Aufmerksamkeit.

Jens  :winken:
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Wolfgang Meyer am 10. Juli 2018, 22:39:40
Hallo Jens,

sieht alles klasse aus! Ich würde mir auf dem Boden des Hofes noch etwas mehr unregelmäßiges kurzes Gras wünschen, das würde die geraden Kanten wegnehmen.

Liebe Grüße, Wolfgang
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Puchi am 11. Juli 2018, 07:39:40
Sieht alles äußerst gelungen aus, Jens! :klatsch: :P

Dem Ochsen würde ich tatsächlich was Schweres anhängen. Von der Pose her wirkt er auf mich als würde er eine beträchtliche Last durch tiefen Morast ziehen.


Liebe Grüße,

Karl
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Gilmore am 11. Juli 2018, 17:04:43

Dem Ochsen würde ich tatsächlich was Schweres anhängen. Von der Pose her wirkt er auf mich als würde er eine beträchtliche Last durch tiefen Morast ziehen.


Liebe Grüße,

Karl

Häng dem Ochsen doch einfach den Wagen an, der da steht! Und dann noch ordentlich Ladung drauf, für mehr Gewicht!

Und wie schon Wolfgang schrieb, noch einige Stellen mit Gras versehen. Überall, wo nicht immer wieder herumgetrampelt wird, würde Gras wachsen, auch beim Brunnen unmittelbar um die Kanten herum.
Gruß
Jürgen
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: mm am 11. Juli 2018, 17:31:28
Auch mit diesem Vieh kann ich leben. Im Makro sieht das etwas arg tupfig aus (Seurat läßt grüßen), aber mit dem bloßen Auge ist es ok.


Tja unser aller Feind. Der Satz davor zeichnet es aber aus.
Was ich selbst bemerke, das Fotografieren deckt Dinge auf die man in Real ganz anders aufnimmt, die Kamera ist halt gnadenlos.
Und zudem verfälscht sie den Crop aus dem Gemenge heraus, weil das Auge die Gesamtheit erfasst, das sollte man beim betrachten von Bildern immer im Hinterkopf halten.
Außerdem ist es schwer ein Diorama zu fotografieren.

Ich bleibe beim großen Kino was Du uns hier zeigst.

Gruß Tom
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: bughunter am 11. Juli 2018, 22:22:55
Und immer wieder schöne Details :P Das wird dadurch lebendig aussehen, bin schon gespannt.

Viele Grüße,
Bughunter
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: pucki am 12. Juli 2018, 19:45:25
Naja. Der Ochse und der Wagen passen doch gut zusammen.  So ein Wagen war damals bei vielen so was wie heute das Familienauto. Allerdings hatten die wenigsten meines Wissens nach, das Geld für ein Pferd. Diese Ochsen waren preiswerter, stärker und vor alles kostengünstiger im Unterhalt. Hafer war meist teurer und das haben die Leute damals selbst gegessen (Als Haferbrot nicht pur ;) ). Im Grunde genommen wie heute. Alle finden Ferraris toll und fahren ein preiswerten Asiaten ;)

Immerhin brauchte so eine Unterkunft auch Brennstoff und ähnliches. Und Holz ist schwer.

Ich persönlich hätte mich eher gewundert, wenn da KEIN Wagen herumstehen würde. Ist aber nur meine Meinung. Ich finde das Dio. auch so megagoil  :klatsch: :klatsch: :klatsch:

Gruß

   Pucki
Titel: Re: Diorama "Gasthaus in Bargteheide im Jahre 1348"
Beitrag von: Jensel1964 am 13. Juli 2018, 21:17:10
@Wolfgang: Mit dem Gras gebe ich Dir vollkommen recht. Das sieht schon ein wenig arg zertrampelt aus und zumindest am Brunnen würde etwas Grün wuchern. :1:
@Karl: Dass der arme Ochse den schweren Wagen vor dem Stall ziehen muss steht schon fest. Die gehören ja ohnehin zusammen. Ich weiß nur nicht recht, wie ich das ganze Gespann noch auf der Fläche unterbringen soll, ohne dass es überladen aussieht. Du siehst, mein Lieber, es gibt immer was zum Grübeln. :3: Es freut mich wirklich sehr, dass Du mir über die Schulter guckst.
@mm: Ich kann Dir da nur beipflichten, Tom. Maxim ist da sehr konsequent und zeigt kaum Nahaufnahmen, die man nicht auch mit dem bloßen Auge sehen würde. Es freut mich sehr, dass Dir mein Werk gefällt.
@Bughunter: Danke für die Blumen, mein Bester. Rate mal wie gespannt ich auf das fertige "Werk" bin....
@Pucki: Vieken Dank. Zum Ochse und Wagen-Thema siehe oben. Die sollen auch zusammen passen. :D

Ich hoffe, dass es hier demnächst mal weiter geht. Aber ich bin zumindest gedanklich immer am weiterbauen ("Man könnte ja...") :3:
Jens  :winken: