Autor Thema:  Anfängermodell Teil 2: FW 190 F-8 1:48  (Gelesen 66525 mal)

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Dude

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Anfängermodell Teil 2: FW 190 F-8 1:48
« Antwort #30 am: 21. September 2005, 19:35:29 »
Weiter gehts mit unserem Cockpit. Um das Cockpit für das Ölfarbenwashing vorzubereiten, hab ich es gestern abend noch schnell mit glänzendem Klarlack von Gunze lackiert. Der Gunze- Klarlack ist mein Lieblingsklarlack: sehr angenehm zu lackieren und vor allem auch wirklich richtig schön glatt und glänzend! Verdünnen kann man ihn einfach mit handelsüblichem Spiritus. Für das Cockpit habe ich mit etwa 50% Spiritus verdünnt und bei etwa 0,8 bis 1 Bar gespritzt.



Glänzender Klarlack schluckt immer einiges an Kontrasten, aber keine Angst- mit dem abschließenden Mattlacküberzug kommt alles wieder in Butter!;)

Washing- ein Begriff, den man in letzter Zeit ziemlich häufig hört und liest. Dabei geht es um nix anderse, als eine stark verdünnte Farbbrühe auf ein Bauteil aufzutragen, um dessen Strukturen zu betonen. Durch die Kapillarwirkung fließt die verdünnte Farbe an Kanten entlang und gibt erhabenen Elementen größere optische Tiefe. Vorraussetzung ist nur halt eben eine schön glatte Oberfläche, denn auf einer matten Oberfläche kann die Farbe natürlich nicht so schön vorankriechen.

Verdünnt wird die Ölfarbe mit Terpentin. Einfach ein wenig Farbe aus der Tube in unser Toffifee- Mischtöpfchen geben, etwas Terpentin hinzu und umrühren...



Was wir erreichen wollen ist weniger eine verdünnte Farbe, sonder vielmehr eine Tinte, besser gesagt eine Lasur, die den Untergrund noch durchschimmern lässt. Nicht irritieren lassen: der Pinsel hat von Haus aus schwarze Haare!:D

Jetzt wird diese schwarze Farblasur vorsichtig mit dem Pinsel auf die Cockpitflächen aufgebracht und verteilt. Besonderes Augenmerk wird dabei auf versenkte Details gelegt sowie darauf, dass die hervorstehenden Details wie Knöpfe, Schalter usw. schön umrissen werden. Faustregel: hervorstehende Details sollten heller, Vertiefungen dunkler betont werden - dadurch wirkt das Ganze plastischer.



Das Bild zeigt die linke Seitenkonsole; den Rest bekomm ich noch nicht anständig fotografiert, weil alles noch so spiegelt...mehr nach dem Mattlack!

Hier gilt wieder einmal: oft ist weniger mehr! lieber mehrmals mit stark verdünnten Farbschichten arbeiten, als alles mit dicker schwarzer Farbe einzuschmieren. Wie stark man Details auf diese Weise betont, ist jedoch nicht zuletzt Geschmackssache - jeder, wie er mag!;) Bevor es mit dem Klarlacküberzug weitergeht, sollte man der Ölfarbe einen guten Tag zum Trocknen geben...morgen geht es also weiter!

 :winken:
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Steffen

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Anfängermodell Teil 2: FW 190 F-8 1:48
« Antwort #31 am: 21. September 2005, 19:54:48 »
Was das Ölfarbwashing angeht, vielleicht noch eine klitzkleine Ergänzung.

Stark verdünnt heisst  hier, anders als z. B. beim Verdünnen von Acryl- oder Enamelfarben zum Lackieren, wirklich stark verdünnt. Selbst habe ich bisher ca. 1 - 5 % Farbe auf 99 - 95% Shellsol verdünnt. Shellsol übrigens funktioniert zum Verdünnen von Ölfarbe mindestens genauso gut wie Terpentin, ist aber natürlich schwerer zu beschaffen. Hat aber den nicht zu unterschätzenden Vorteil, das es geruchsmäßig so gut wie nicht wahrnehmbar ist.

Spritti :winken:

PS  Steffen, ich möchte hier lediglich ergänzen. Nicht das du annimmst, ich will dir hier deinen tollen Baubericht "zerschiessen".
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Dude

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« Antwort #32 am: 21. September 2005, 20:00:46 »
Ulf, im Gegenteil! Ich kann gar nicht oft genug betonen, dass viele Wege nach Rom führen und Ergänzungen von allen Seiten her mehr als willkommen sind! :1:  :P

Blöde Frage: Was is´n Shellsol?
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Steffen

De Sejener

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« Antwort #33 am: 21. September 2005, 20:19:24 »
Die blödeste Frage ist wohl (meistens ;) ) die, die nicht gestellt wird.

Shellsol (Besser Shellsol T) ist ein Lösemittel u. a. für Ölfarben. Hier mal ein Link (mit Link)
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Wolf

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« Antwort #34 am: 21. September 2005, 20:47:30 »
EIn anderes geruchsarmes bzw. fast geruchloses Mittel ist Low Odour von Daler Rowney. Sollte es in jedem besseren Laden für Künstlerbedarf geben
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Hajo L.

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Anfängermodell Teil 2: FW 190 F-8 1:48
« Antwort #35 am: 22. September 2005, 01:12:56 »
Muss es zum Washen Ölfarbe sein? Ich benutze immer gerne Acryl, manchmal auch stark verdünnte Email-Farbe...


HAJO
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« Antwort #36 am: 22. September 2005, 07:10:29 »
Naja, ganz klares Jein!;) Wenn Du nur Strukturen oder Panellines betonen willst, funktioniert auch ein Acrylwashing ganz wunderbar; keine Frage! Die Ölfarben haben den Vorteil, dass man mit ihnen darüber hinaus auch interessante Filter- und Schatteneffekte erzielen kann, weil sie viel weichere Farbübergänge ermöglichen als Enamels oder Acrylfarben.

Nicht zuletzt ists aber auch eine Frage des Klarlackuntergrundes: auf Acrylklarlack gehört ein Öl- oder Enamelwashing; auf Enamelklarlack zu Sicherheit lieber Acrylfarben verwenden, damit die Lösungsmittel der Washings nicht den jeweiligen Glanzlack wieder anlösen...

@Spritti: Liest sich ja ganz gut, das Zeugs...und teuer ist es eigentlich auch nicht. Mein Citrusterpentin geht nämlich langsam zur Neige und ein neuer Verdünner, der nicht soo nach WC- Stein riecht wie der alte, käme mir ganz gelegen!:D
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KlausH

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« Antwort #37 am: 22. September 2005, 07:24:11 »
Hey Dude,

jetzt muß ich mich endlich auch mal zu Wort melden. Um nicht lange rumzulabern: Genialer Baubericht!!! Auch wenn ich wohl nie einen Flieger bauen werde, macht es doch Riesenspaß, deinen detailierten Beschreibungen zu folgen; genau die Art von Beiträgen, die ich so sehr schätze! :P

Und lernen kann man ohnehin nie genug. Also: Mach bitte genau so weiter, ich als bekennender Nichtflieger oute mich hiermit als begeisterten Leser eines Fliegerbauberichts! :D

Schöne Grüße
Klaus

Burkhardt

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« Antwort #38 am: 22. September 2005, 08:00:55 »
Löle,

wie der Klaus schon sagt GENIAL der Baubericht :klatsch:  :klatsch:


Ich als nicht Ölfarbenwasher hätte da noch eine frage zu dem wie beim Washing!

Zitat
vorsichtig mit dem Pinsel auf die Cockpitflächen aufgebracht und verteilt


Wird da schon gleich mit etwas geschick versucht nur die entsprechenden stellen zu treffen? Oder eher Großflächig? Und wie wird das vieleicht nachgewischt um überschüssige farbe zu entfernen?



Gruß
Burkhardt

Dannebrog

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« Antwort #39 am: 22. September 2005, 09:55:58 »
Das mit dem Nachwischen hab ich mich auch schon gefragt. Ich meine, die Farbe bleibt ja nicht ´automatisch´ an Vertiefungen, Ritzen und Rändern haften, oder???  ?(  Auf den restlichen, glatten Flächen dürfte sie ja beim großflächigen Auftrag auch haften bleiben... Und wenn man diese dann wegwischt, ruiniert man dabei nicht den bereits lackierten Untergrund?

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« Antwort #40 am: 22. September 2005, 11:23:19 »
Das aufgetragene Gemisch ist wirklich sehr stark verdünnt. So stark, das das Sammeln in Fugen, Kanten, Ecken etc. ( und evtl. wiederholtem Auftrag) schon nötig ist, um den gewünschten Effekt zu
erzielen.

Überschüssige Ölfarbe einfach mit einem sauberen, trockenen Pinsel aufnehmen.

Übrigens nicht auf meinem Mist gewachsen, sondern nach Rat von Hans probiert. Das klappt.

Einfach mal ausprobieren. Die "Zutaten" kosten nicht die Welt.

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Wolf

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« Antwort #41 am: 22. September 2005, 20:47:47 »
@Dannebrog: wenn man wieder an bestimmten Stellen abwischen muss ruiniert man in der Regel nicht den usprünglichen farbigen Untergrund. das ist ja das was Dude geschrieben hat. Man nimmt zum Washing eine "Artfremde" Farben. Z.B. als Untergrundfarbe Acryl und zum Washing eben Ölfarbe. dadurch wird verhindert, dass die Untergrundfarbe angegriffen wird, da ja die Acrylfarbe nicht vom Terpentin gelöst wird. Kritischer ist ein Ölwashing auf Enamelfarben, wenn man nicht vorsichtig arbeitet, da es hier zum anlösen kommen kann. Genauso wenn man auf vormaliger Acryllackierung ein Washing mit Acrylfarben macht.
Wie gesagt, Dude hat es schon weiter oben erwähnt.
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« Antwort #42 am: 22. September 2005, 21:40:24 »
lustiger weiße muß ich erst mal was melden:


erstmal find ich den thread namen n bissl verfehlt...-nenn es doch lieber fortgeschrittenen baubericht. ist nur ein vorschlag(soll niemanden böse auf das gehör shlagen!!!!!!!!!)-ich fände den namen angebrachter, den die leutz die nach dem anfänger modell1(was top war :P ) gebaut haben sind bestimmt eher scharf drauf das ganze noch zu verbessern und washing und etc. gehören ja nun doch in eine gehobeneren liga wie ein anfänger modell.(wie schon gesagt nur ein vorschlag meiner seit´s)



und noch einwas habe ich zum washing: ich bevorzuge washing mit normalen wasserfarben...-die bauteile z.B. mit schwarz komplett einfärben, trocknen lassen und dann mit einen feuchten lappen (bei kleinteilen Q-tip) abwischen-meiner ,,anfänger" meinung nach macht das sich ganz gut....-und zwar aus folgenden grund: wasserfarbe ist billiger, leicht zu verarbeiten und bei fehlern leicht wieder abzuwischen (solange die fläche ordentlich versiegelt ist)

-bin gespant was ihr zu den wasserfarben zu sagen habt-man lernt ja bekanntlich nie aus :D

Update 30.12.2013 A6 Intruder + A6m5 Zero "Wonsan" + U-VIIC...

Dannebrog

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« Antwort #43 am: 23. September 2005, 09:13:18 »
@ Wolf und Spritti: das macht Sinn!  :P Jetzt hab ich auch kapiert wie´s gemeint war, steht ja eigentlich alles so in Dudes Bericht - muss man halt nur mal genauer lesen...  :D

Trotzdem danke Jungs!  :P  Es schadet ja nicht nochmal nachzufragen...
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« Antwort #44 am: 24. September 2005, 14:39:13 »
@StiftRoyal: Ehrlich gesagt, verstehe ich Deinen Einwand nicht so ganz. Wie man das Ganze nun nennt, ist doch wirklich nebensächlichst. Hier gehts doch darum, das normale Zusammenkleben und bepinseln eines Modells ein wenig fortzuführen; warum beispielsweise ein Washing dabei nichts zu suchen haben sollte, erschließt sich mir nicht. Ist doch nun wirklich keine Kunst und die Effekte, die man damit erzielen kann sind recht beachtlich. Ausserdem kann doch jeder selber entscheiden, was er an seinem Modell wie umsetzt oder  einfach auslässt. Es gibt doch keine to- do- Liste, die jeder beim Bauen abhaken muss. Und hier mach ich lieber ein wenig zu viel als zu wenig.;)

Wasserfarben- Washings haben durchaus ihre Vorteile und man kann damit auch sehr schöne Ergebnisse erzielen - nur, dass man damit auch wieder nur recht harte Farbabgrenzungen erreicht und keine Farbübergänge wie mit Ölfarben. Von der Verarbeitung her sind sie sicherlich mit am benutzerfreundlichsten, was die Kosten angeht, würde ich das mal nicht sooooo spontan unterschreiben; Ölfarben sind letztlich weitaus billiger und ergiebiger als man denken sollte.


Viel hab ich heute nicht anzubieten; das Cockpit hat lediglich eine Lage Mattlack von Xtracrylix bekommen, so dass die Schattierungen, die das Ölwashing hervorgerufen hat, nun auch auf den Fotos besser zu erkennen sind.



Wovon man natürlich mal wieder nix sieht, ist die "Instrumentenverglasung". Nachdem der Mattlacküberzug durchgetrocknet war, habe ich mit einem Zahnstocher als Pinselersatz und etwas Glanzlack die Instrumentenverglasungen auf dem Brett und der Borduhr in der rechten Seitenkonsole nachgeahmt.  Keine große Sache, nur halt, dass es dort jetz schön glasig vor sich hin glänzt.



 :winken:
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