Autor Thema:  Holzwürmer: Jolie Brise 1/48 von Artesania Latina - Teile 1 - 14  (Gelesen 39888 mal)

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hwe

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Baubericht,  Teil EINS

Hallo miteinander!

Ich habe mir kurz vor Weihnachten (2007) einen Bausatz der Jolie Brise gekauft. - Die Bausatzbesprechung dazu habe ich bereits hier eingestellt (siehe auch meinen Footer, oder hier: Bausatzbesprechung Jolie Brise (Nachtrag: Schade. Der Bausatz ist einerseits nicht mehr erhältlich, andererseits wurde die Bausatzbesprechung hier entsorgt.)  ).

Daher will ich nicht viele Worte über die Jolie Brise an sich verwenden, sondern mehr über die Intention und das Vorgehen.

Ich habe mir die Jolie Brise gezielt im Laden ausgesucht, als ein Bausatz, der möglichst viel Holz und wenig Giessteile enthält. Der viele Details besitzt und möglichst hochwertig ist. Der einerseits gut bezahlbar ist und allgemein für Einsteiger auch gut geeignet ist.

Er sollte wenig Takelage besitzen und einen einfach zu bauenden Rumpf. - Ein paar Kanonen hätte ich auch schön gefunden, doch leider waren die anderen Bausätze, die ich im Laden zur Auswahl hatte und die preislich in Frage kamen und Kanonen besaßen, mit vielen merkwürdigen und häßlichen Gußteilen geradezu gespickt. So waren zum Beispiel die Beiboote aus Metall gegossen, oder die Seitentaschen, oder der komplette Heckspiegel. - Ich sah keine Notwendigkeit, diese Teile aus Metall zu giessen, und ich fand sie qualitativ eher minderwertig. Und so blieb am Ende nur die Jolie Brise, die ich zuerst, wegen des Deckelbildes eher als eine Art "Fischkutter" einstufte (womit ich gründlich falsch lag!), denn als irgendwas anderes.

Meine späteren Recherchen haben ein ganz anderes Bild des Schiffes ergeben, aber das kam, wie gesagt, erst später. - Wer mehr wissen will, wird hiermit wieder auf die Bausatzvorstellung verwiesen. (Die leider nicht mehr existiert.)


Weiter im Text. - Ziel meines Bauberichtes ist es, einen Einsteigerbausatz, wirklich Schritt für Schritt (und ich meine wirklich fast jeden einzelnen Schritt!) zu bauen und meine Vorgehensweise dabei möglichst so zu dokumentieren, daß auch tatsächlich jeder Einsteiger das Modell nach meinem Baubericht genauso bauen kann, wie ich es getan habe. - Kommentare sind, wie immer erwünscht. - Viel Spaß dabei und jetzt geht es auch sofort los!

------------------------
Baubericht:

Auf dem ersten Bild kann man recht gut erkennen, wie stark sich das Holz für die Spanten bereits verzogen hatte. Man kann das ganz gut an der Schattenbildung unter dem Holz auf der Tischplatte erkennen. Ich schätze mal, dass das so zwei bis drei Millimeter waren. Das ist für meinen Geschmack grenzwertig. Wenn ich ein Schiff von Scratch baue, ist so etwas für mich Müll. Ich hätte den Bausatz daraufhin gerne wieder zurück in den Laden gebracht.

Aber da ich hier Einsteigerprobleme simulieren möchte und ein Einsteiger vielleicht beim Kauf auch nicht auf so etwas achtet und sich hinterher vielleicht nicht traut, das verzogene Holz wieder in den Laden zurück zu bringen, habe ich quasi die Zähne zusammengebissen und beschlossen, trotzdem mit dem vorhandenen Material weiter zu machen.



Auch auf diesem Bild kann man den Verzug, diesmal des falschen Kiels, erkennen. - Eigentlich ein Grund, den Kiel aus Multiplex neu zu machen. Dieser Kiel ist aus billigem Pappelsperrholz. Erst Multiplex verzieht sich nicht mehr!



Alle Bauteile des Bausatzes sind "ausgestanzt". - Das hat beim herausbrechen mitunter den kleinen Nachteil, daß Teile herausbrechen und entweder am Rest, oder am Bauteil hängen bleiben.
Bleiben sie am Rest hängen, wie hier bei Bauteil 13, dem Heckspiegel, so ist das etwas ärgerlich, da das Sperrholz delaminiert ist. - Trotzdem kann man das schnell flicken. - Kein allzu großer Beinbruch.



Hier noch ein Beispiel an einem Spant...



...und hier noch am falschen Kiel.



So sieht Bauteil 13 nach dem ersten Flicken aus. Dazu habe ich einfach das herausgebrochene Stück vom Rest getrennt und anschliessen mit etwas Ponal in der Lücke wieder festgeklebt. - Das ging sogar ohne Schraubwingen, Pressen und viel Tamtam. Einfach ein Tropfen Leim, Stück in die Lücke drücken, überschüssigen Leim abwischen, fertig. - Wirklich kein Beinbruch!



Hier habe ich die Spanten und den falschen Kiel einmal probehalber, ohne jegliche Bearbeitung zusammen gesteckt. Ein Foto von der Seite...



Und eines von oben. - Einfach mal um ein Gefühl für das Modell zu erhalten.



Dabei fällt bereits auf, dass die Spanten nicht wirklich gerade sind und unbearbeitet auch nicht rechtwinklig auf dem falschen Kiel sitzen wollen. Man versuche einmal, auf den folgenden Fotos rechte Winkel zu finden... ...hier nicht...



...hier auch nicht...



...aber hier gibt es mal ein paar!



Etwas frustriert wollte ich nun feststellen, wie arg mich denn nun der Verzug des Kiels trifft, oder ob er doch ausreichend gerade ist. Hier das erste Foto dazu, mit einem Stahllineal neben der Kiellinie. Hier habe ich das Lineal parallel im Bugbereich angelegt. Das Heck wäre, bei geradem Kiel, direkt neben dem Lineal gewesen...




Und hier noch ein Foto dazu. Dabei habe ich "gemittelt". Jetzt hat man im Bug und im Heck etwa gleich viel Abweichung.



Frustrierend, nicht wahr? - Eines dürfte bei diesem Anblick klar sein: Ohne eine Helling geht das hier garnicht!

Damit mache ich Schluß für heute. Im nächsten Teil gehe ich auf "verputzen", das Ruder, den richtigen Kiel und ein paar Vorbereitungen ein. Im übernächsten Teil baue ich dann die Helling.

So viel sei noch dazu gesagt, ich habe bereits jetzt einen Berg von Fotos, aber ich werde alles schön peu a peu auf euch loslassen, damit ihr auch was zu lesen und zu schreiben habt.

Ich hoffe, der Baubericht macht euch so viel Spaß, wie mir das bauen!

Ciao,

HWE
 :mariinee:

FSC_Zombie

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Holzwürmer: Jolie Brise 1/48 von Artesania Latina - Teile 1 - 14
« Antwort #1 am: 10. Januar 2007, 00:54:57 »
@hwe:

Danke für den Baubericht. Klar macht der Baubericht Spaß. Ich persönlich kann da viel lernen bevor ich mich an mein erstes Holzmodell wage.
Mir fehlt bei den meisten Bauberichten immer eine ins Detail gehehende Vorstellung der Bauschritte auch wenns kleine banale Dinge sind. Aber grad die haben es in sich für ein Neuling.
Viele Bauberichte laufen in dem Schema ab dass das Spantgerüst oder wie das heist zusammemn gesetzt wurde und im nächsten Bauschritt sind schon die sämtliche Leisten dran. Nicht unbedingt eine große Hilfe für Einsteiger.
Aber Du willst ja genau dokumentieren, daher werd ich besonders aufmerksam den Baubericht verfolgen.

Gruß Zombie
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Merkabach

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Holzwürmer: Jolie Brise 1/48 von Artesania Latina - Teile 1 - 14
« Antwort #2 am: 10. Januar 2007, 05:35:30 »
Schick schick!

Toller Anfang hoffe es geht weiter so dann wirds doch interessant. Bin gespannt wie gut Du den Verzug hinbekommst?

Bleibe auf jeden Fall dran.

The Gunslinger

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Holzwürmer: Jolie Brise 1/48 von Artesania Latina - Teile 1 - 14
« Antwort #3 am: 10. Januar 2007, 06:02:03 »
Morgen ,

freut micht denn Bau eines Holzmodells von Anfang an sehen zu können ,
irgendwann bau ich sicher auch in Holz . Da passt es ganz gut gleich zu sehen
worauf man von Beginn an achten sollte , und wo die Tücken im Detail liegen .
Allerdings steigt die Versuchung natürlich auch  ;)  .

Ich weiss natürlich nicht wie es bei teureren Bausätzen aussieht aber wenn man das
so sieht hab ich den Eindruck ds sich der günstige Preis doch arg auf die Qualität des
verwendeten Holzes auswirkt . Aber ich denke das ist auf ner Heling wieder gerade zu kriegen .

Ich bleib hier auf jedenfall dran  :)

Mfg Thomas :winken:

PS : viele Bilder und Schritt für Schritt Erklärung find ich klasse , weiter so  :P
zur Zeit in Arbeit :
1:200 Trumpeter Sovremenny + WEM Ätzteilsatz
Baubericht   Stand 3.6.07

112

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Holzwürmer: Jolie Brise 1/48 von Artesania Latina - Teile 1 - 14
« Antwort #4 am: 10. Januar 2007, 07:13:24 »
@ hwe

schön, daß Du uns so früh daran teilhaben läßt und daß Du auch das zeigst, was viele Bausätze an Anfangsproblemen so mitbringen (Ausmerzung inbegriffen).

Freue mich schon auf die Fortsetzungen, denn wir werden hier ja jetzt richtig verwöhnt. Deine Jolie Brise und die Triton von Christian.

Michael

Dannebrog

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Holzwürmer: Jolie Brise 1/48 von Artesania Latina - Teile 1 - 14
« Antwort #5 am: 10. Januar 2007, 08:52:45 »
Ich sag mal nichts und schau nur zu...   ;)
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AnobiumPunctatum

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Holzwürmer: Jolie Brise 1/48 von Artesania Latina - Teile 1 - 14
« Antwort #6 am: 10. Januar 2007, 09:03:23 »
Moin Herbert,

prima, dass Du uns auch einen Bericht gönnst.  :P

Wenn ich mir Dein Holz ansehe, kommen mir die Tränen. Da bekomme ich im Baumarkt ja schon eine bessere Qualität  :2: Bei der Holzqualität sind mir die Preise für die Baukästen einfach zu hoch. Mit welchen Material wird später beplankt?
Deine Bilder zeigen sehr schön, wie wichtig eine vernünftige Helling beim Bau eines Rumpfes ist  :P

@Michael

Nur mit dem kleinen Unterschied, dass Herberts Jolie Brise schon die Segel gesetzt hat, während ich immer noch an Spanten oder Decksbalken schnitze ;)
:winken:  Christian

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ironduke

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Holzwürmer: Jolie Brise 1/48 von Artesania Latina - Teile 1 - 14
« Antwort #7 am: 10. Januar 2007, 11:45:08 »
super Holzwurmbauberichte :9:  :9:  :9:

Mit den Holzrestern würde ich empfehlen: Mit einen Stemmeisen (oder was auch immer so eine Scheide hat)

und einem beherzten Hammerschlag lässt sich das das "Rausbrechen" verhindern  :winken:

jaerschen

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Holzwürmer: Jolie Brise 1/48 von Artesania Latina - Teile 1 - 14
« Antwort #8 am: 10. Januar 2007, 12:25:38 »
Hallo Herbert,
echt genial dein Baubericht. Kann mich meinen Vorrednern nur anschließen.
Gefällt mir sehr gut wie du den Bericht gestaltest.
Ihr habt hat recht, für das gebotene Material ist der Bausatz total überteuert

Gruß
Jürgen :winken:
Gruß
Jürgen :winken:


Im Bau:
HMS Triton 1773 1/48

hwe

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« Antwort #9 am: 10. Januar 2007, 15:34:28 »
Hallo liebe Holzwürmer!

Ich freue mich sehr, dass der Bericht so gut angenommen wird!  :D

Ich hatte anfangs ein wenig die Befürchtung, dass der Tenor lauten würde: "Boooaah, ist das langweilig! - Du fängst ja bei Adam und Eva an und das ist doch alles selbstverständlich...", und so weiter. - Dem ist ja nun nicht so und so habe ich das Gefühl, doch ein bisschen in eine "Marktlücke" gestossen zu sein.  :)

Kleine Info am Rande: Ich habe derzeit bereits über 150 Fotos gemacht, die ich hier alle präsentieren möchte. Ihr seht, ihr habt noch einiges vor euch!  X(

@FSC_Zombie: Mir ging es früher als Einsteiger genauso. Die meisten Anleitungen fangen damit an, dass das Spantgerüst bereits "steht". - Aber wie kommt man da hin?
Und wie komme ich an eine passende Helling? - In den wenigsten Anleitungen findet man Hinweise zum Bau einer Helling. - Das will ich hier mal schön dokumentieren. Also: tapfer weiterlesen!  :1:

@Merkabach: Bei 150 bereits gemachten Fotos könnte ich dir jetzt einfach das Ergebnis meiner Bemühungen verraten. - Mach' ich aber nicht, um noch ein bisschen die Spannung zu erhöhen.   :pffft: Ansonsten: Es soll genauso weitergehen!  :baby:

@Gunslinger: Freut mich, dass dir der Bericht gefällt. Genau das will ich ja damit erreichen, dass Leute wie du sehen, dass es gar nicht so schwer ist, ein schönes Schiffsmodell aus Holz hinzubekommen.
Was die Holzqualität angeht... naja. Die Spanten und der Kiel aus dem billigen Pappelsperrholz sind schon Schrott. Aber genau dieses Zeug wird gerne als "Modellbau-Sperrholz" verkauft. Hintergrund: Es ist leicht (Flugmodellbau) und billig in der Herstellung (nicht so aufwendig wie Multiplex, weil weniger Lagen und billigeres Holz). Und da es ja von anderen Modellbauern (Flugzeuge, Funktionsmodellbau) auch anstandslos gekauft wird, hat es sich den Namen redlich verdient. Beim Funktionsmodellbau sind krumme Spanten nicht so dramatisch. - Da klebt man mit ein bischen Epoxy halt noch was dran, spachtelt ein wenig, Farbe drüber und gut ist's! - Für einen ernsthaften historisch korrekten Schiffsmodellbau ist das aber nicht zu gebrauchen, ausser zum unterfüttern von gewissen Stellen...
Multiplex wurde übrigens bei der "President" (siehe anderer Baubericht hier im Board, nicht von mir - Ironduke?) verwendet. - Ich vermute, deren Kiel ist schön gerade. - Nachteil: Das Schiff selbst ist ein reines Phantasieprodukt. Schade um das gute Holz!  ;(
Jedenfalls würde ich mich freuen, wenn ich den einen oder anderen hier mit dem Baubericht zum bauen anstiften kann.  :6:

@112: Jupp. Ich werde mir Mühe geben, wirklich von Anfang an und in jedem Detail jeden Fehler, jedes Missgeschick und seine Behebung zu zeigen. Ich fühle mich geehrt, dass Du meine Jolie Brise auf eine Stufe mit Christians Triton stellst!  :meister:

@Dannebrog: Du bist ja der, der damals gesagt hat: "Helling? - Brauch' ich nicht!" - Erinnere ich mich richtig? - Dann schau' mal weiter zu! - Viel Spass dabei!  :6:

@br06 (aka Christian): Freut mich, dass der Baubericht sogar dir gefällt! :-) Bei der Holzqualität hast Du sicher Recht. Da gibt es beim Baumarkt gleichwertiges. Aus was die Planken sind, kann ich dir aus dem Kopf leider gerade nicht sagen. Aber das heisst auch garnichts, denn wenn es mich zu sehr stört, zaudere ich nicht und besorge mir einfach anderes Holz.  8)
Das mit der Helling war mir ein besonderes Anliegen. - Ich vermute mal, es hat mittlerweile jeder hier mitbekommen, dass ich immer auf dem Thema "Helling" herumreite. - Hier hatte ich endlich mal die Gelegenheit zu zeigen, was mit einer Helling geht und wofür sie taugt. - Übrigens: Meine Jolie Brise hat noch keine Segel gesetzt...  :6:

@ironduke: Stemmeisen wäre eine Möglichkeit gewesen. - Ein scharfes Messer (Bastelmesser oder Cutter) hätte es aber auch schon getan. - Ich hatte nur keine Lust, die Ränder alle abzufahren und ich vermute mal, die meisten Einsteiger sind auch zu ungeduldig und brechen ihre Teile genauso heraus, mit demselben Ergebnis. - Also zeige ich das, was einem Einsteiger meistens auch begegnet. - Damit sehen hier auch alle die Nachteile dieser Aktion und können es selbst besser machen. - Freut mich, dass auch dir der Bericht gefällt.  :P

@jaerschen: Hallo Jürgen, freut mich, dass auch dir der Baubericht gefällt! Das Material für den Kiel und die Spanten war Schrott, aber der Rest scheint mir zu taugen (einigermassen jedenfalls). Ich werde das vielleicht im Verlauf des Bauberichts korrigieren, falls notwendig.  :1:

@All: Wie gesagt, euer positives Feedback gibt mir einen kleinen "Schubs" und so werde ich recht bald den zweiten und dritten Teil folgen lassen, denke ich. - Den zweiten Teil vielleicht sogar schon heute Abend. - Mal sehen, wie ich Zeit habe.  :rolleyes:

Eine andere gute Lösung für das Kielproblem wäre gewesen, den falschen Kiel und die Spanten auf 4 mm Multiplex abzupausen und auszusägen. - Das Problem dabei wäre gewesen, dass das Original-Material 3,8 mm stark ist, ich also 0,2 mm hätte abschleifen müssen. - Nachdem ich derzeit noch nicht das notwendige Werkzeug dafür habe, habe ich das ausgelassen. Weiterhin hätte ich eigentlich einen Spantriss und genaue Zeichnungen für den Kiel benötigt. - Hier wurde bei dem Bausatz gespart. - Teile nachmachen ist also schwierig. - Nachdem ich das aber bereits von anderen Bausätzen her kenne, habe ich mir bereits vor langer Zeit angewöhnt, alle Bauteile auf weisses Papier abzupausen. - Die passen dann zwar nicht unbedingt 100% haben aber dafür meistens etwas Rand, der sowieso gut ist. - Abschleifen funktioniert bekanntlich besser als "dranschleifen"...

Im dritten Teil nehme ich dann den Kampf mit dem Bananenkiel auf!  :aerger:

Ciao,

HWE
 :mariinee:

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« Antwort #10 am: 10. Januar 2007, 16:17:41 »
Das hast Du richtig in Erinnerung. Aber in diesem Falle eine Helling nicht nur sinnvoll, sondern zwingend notwendig.  :1: Ich bin ja durchaus lernfähig und nie zu stolz zuzugeben, wenn ich mich mal geirrt habe...  :6:
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« Antwort #11 am: 10. Januar 2007, 16:38:36 »
Zitat
Original von Dannebrog
Das hast Du richtig in Erinnerung. Aber in diesem Falle eine Helling nicht nur sinnvoll, sondern zwingend notwendig.  :1: Ich bin ja durchaus lernfähig und nie zu stolz zuzugeben, wenn ich mich mal geirrt habe...  :6:


Hallo Dannebrog,

freut mich, dass du mir in diesem Falle zustimmst, dass eine Helling sogar notwendig ist. Leider sind meine Erfahrungen mit den (zwei) Billing Boats Bausätzen, die ich bisher in die Finger bekommen habe, ziemlich ähnlich, wie bei der Jolie Brise. - Soll heissen: Das Sperrholz war ebenfalls ähnliches Pappelsperrholz und ein Hinweis auf eine Helling fand man nur irgendwo in einem Nebensatz, beziehungsweise bestand aus ganzen 2 mitgelieferten Holzleisten (2 x 3mm) und einem kleinen Brettchen (ca. 3 x 5 cm) mit einem Schlitz (stand quer zum Kiel) um den Kiel senkrecht zu halten. - Bevor du dazu etwas schreibst, warte ab, was ich mit der Jolie Brise getrieben habe!  :6:

Ciao,

HWE
 :mariinee:

Dannebrog

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« Antwort #12 am: 10. Januar 2007, 16:44:55 »
Übrigens: BANANENKIEL...  :7:  :7:  :7:  Ich schmeiss mich weg... *Tränenwegwisch*  :D  :D  :D Sorry, ich wollte nicht spammen, aber der war wirklich zu köstlich!
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« Antwort #13 am: 10. Januar 2007, 23:32:27 »
Hallo zusammen!

Nachdem der erste Teil so gut angekommen ist, hier gleich der zweite Teil...

Nachdem das letzte Foto etwas unscharf war, hier noch einmal das Heck mit dem Lineal...



...und hier der Bugbereich...



...und hier einfach noch einmal die Schiffsmitte.



Eine meiner ersten Ideen zum Bananenkiel war, dass man ihn vielleicht durch anfeuchten und Druck
wieder in eine gerade Form zwingen könnte. Um diese Möglichkeit mal anzutesten habe ich den dicken
Metall-Winkel, den ihr schon auf den Fotos im Hintergrund gesehen habt, auf den Kiel gestellt um ihn
runter zu drücken. - Mit mäßigem Erfolg, wie auf dem nächsten Foto zu sehen ist. Es exisitiert immer noch
ein Luftspalt. Einen größeren Druck wollte ich nicht ausüben, da man sonst Gefahr läuft, dass es
irgendwann wiederdie alte Form annimmt, wenn man nicht entsprechende Maßnahmen ergreift.



Auf dem nächsten Bild möchte ich zeigen, wieso ich als nächsten Schritt alle Bauteile mit 400er Sandpapier
"entgratet"/verschliffen habe. - Nicht wirklich genug um Material abzunehmen, aber wenigstens um die
Kanten zu glätten. Die Teile fassen sich einfach besser an, sind glatter, und man läuft nicht Gefahr, sich
dauernd kleine Splitter einzureissen. - Oben ein geglätteter Spant, unten ein noch roher Spant. - Alle Teile
so zu verschleifen kostet Zeit, sicher. - Aber es lohnt sich durchaus. Das Finish ist einfach professioneller.



Hier mal ein Gruppenbild mit Kiel. - Der von aussen anzusetzende Kiel ist zweiteilig und Vor- und
Achtersteven werden auch noch angesetzt. - Das Material ist massives Ramin. Dahinter liegt das noch
unbearbeitete Ruderblatt (schön eckig) und dahinter das Deck aus 1,2 mm Sperrholz. Aus demselben
dünnen Sperrholz sind die Einsätze für den Boden, der später durch die Oberlichter zu sehen sein soll.

Die Spanten sind "geputzt" und wieder zusammengesteckt, zusammen mit zwei der drei Böden. - Diese
Böden sollen den Kiel vermutlich ein wenig stabilisieren. - Zu wenig.

Man beachte die kleinen rechteckigen Löcher im Deck im Bug und im Heckbereich. Sie passen zusammen
mit kleinen "Nasen", die sich auf der Oberseite des falschen Kiels befinden. Damit ist sichergestellt, dass
das Deck genau da aufgesetzt wird, wo es hingehört. - Das ist gut durchdacht.



Noch einmal im Detail das Ruder und der Kiel. Das Teil rechts ist bereits geputzt, das Teil links und das
Ruder noch nicht.



Der ungeputzte Achtersteven.



Hier sieht man noch einmal sehr schön die Laschungen zwisschen den einzelnen Kielteilen und dem
Vorsteven. Ich finde das sehr schön!



Hier habe ich das Ruder mal in das Ramin zurück gesteckt, wo ich herausgelöst habe. Hintergrund: Ich
habe das Ruder bereits weitgehend verschliffen (Oberes Ende zum Rundholz gemacht, Vorderkante
abgerundet und das Blatt zum Ende hin dünner geschliffen) und wollte, vor allem beim runden Teil oben,
überprüfen, ob ich nicht zu viel Material weggenommen habe. - Das Ruder sollte, direkt von oben
betrachtet, seinen "Ursprungsort" nach wie vor voll ausfüllen. - Keine Luftspalten!



Das ganze nochmal um 180 Grad gedreht. - Man sollte frisch bearbeitete Teile immer wieder mal um 180
Grad drehen, wo es möglich ist. Nur so sieht man Lücken und unsymmetrische Bearbeitungen, die
meistens einen Fehler darstellen.



Auf dem folgenden Bild sieht man gut, wie mir die Abrundung im vorderen Teil des Ruders gelungen ist.



Wie ich bereits vorher schrieb, habe ich mir den Bausatz kurz vor Weihnachten gekauft. Um etwas
weihnachtliche Atmosphäre aufkommen zu lassen und weil ich ein großer Fan von Rudolf, dem rotnasigen
Rentier bin, habe ich die Nase der Jolie Brise einfach mal rot angemalt:



Und weil es so schön war, noch ein Foto aus einem anderen Winkel...



Und nochmal von noch weiter vorne... Ganz von vorne mag ich das rot aber nicht sehen. Dafür sieht man,
dass ich mir Mühe gegeben habe, schön sauber zu arbeiten, so dass die Vorderseite keine Farbe
abbekommt. - Die rote Farbe habe ich auf beiden Seiten, rechts und links aufgetragen.



Was die rote Farbe soll, erzähle ich beim nächsten Bericht. Da geht es dann dem Bananenkiel auf die Pelle.

Damit ist der zweite Teil hier zu Ende.

Wie man sieht, habe ich noch kein einziges Teil geleimt. Dafür schon viel geschliffen, bevor irgendwas
anderes passiert ist. - Bauschritt 1 der Fotoanleitung ist noch nicht einmal begonnen. - Da kann man mal
schön sehen, was Bauanleitungen so alles auslassen.

Dann bis zum nächsten Beitrag.

Ciao,

HWE
 :mariinee:

Marcus.K.

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« Antwort #14 am: 11. Januar 2007, 00:18:29 »
Wow, dafür sieht man hier mal was! Irre gut - werde ich mir bestimmt auch lokal abspeichern. Damit ich - wenn ich dann in ein paar Jahren doch mal auf Holz umsteige (geil eigentlich!), gleich sehe, wie man´s richtig macht. Tolle Arbeit - super Bericht!
 :meister:  :klatsch:  :meister:  :klatsch:  :meister:  :klatsch: