Autor Thema:  Bessere Bilder. Aber wie?  (Gelesen 44191 mal)

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MichaR

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Bessere Bilder. Aber wie?
« am: 07. April 2008, 16:00:31 »
Hallo zusammen,

da in letzter Zeit viel über Bildqualität und benötigtes Zubehör diskutiert wird, möchte ich mal ein Experiment wagen. Die meisten Erfahrungen die ich hier einbringen möchte beruhen auf meine Anfangszeiten als Hobbyfotograf. Wo das Geld für so etwas wie Hintergrundständer einfach nicht da war, geschweige für einen 400Ws-Blitz.

Ich will keine Anleitung geben im Stil Schritt1, Schritt2,…oder mach das genau so.
Auch Kaufberatung will ich hier weniger eingehen. Natürlich werden Fotos mit einem Einsteigerblitzset für 2000€ und 1500€ SLR etwas besser. Wenn man weiß wie man damit umgeht. ;)

Ich möchte hier viel mehr zeigen, wie sich das Ergebnis ändert, wenn man nur kleine Dinge beachtet, anders macht oder doch mal etwas Geld sinnvoll investiert. Anhand von bewusst "falsch" aufgenommenen Bildern sollen sich Unterschiede zeigen.

Das MINI-MINI-FOTOSTUDIO:


Heute möchte ich ein Bild eines Fertigmodells machen, welches ich extra gewählt habe, damit Fragen oder Anregungen nicht das Modell betreffen. Auf Bildbearbeitung oder Schleppen von Technik hab ich heute keine Lust. Manuelle Einstellungen? Nee nee, lassen wir mal die Automatik machen.

Der Himmel ist bedeckt, also perfektes Licht um die Sonne als Beleuchtung zu nutzen. Draußen ist es mir aber zu kalt, um dort Bilder zu machen. Da mach ich mich doch lieber am Esstisch breit. Das Fenster ist an der gegenüberliegenden Wand, dadurch hab ich kein direktes Licht was übertriebene Schatten werfen kann.

So, mein aufwendiger Aufbau.  :D Den Hintergrund bildet ein Fotokarton, den man in jeder Schreibwarenabteilung für 2-3€ erhält.


Modell drauf. Und los geht’s. Blitz brauch ich nicht, ich will ja das natürliche Licht nutzen.
Ich versuch die Kamera während der Aufnahme still zuhalten.


Mmhhh, gar nicht mal schlecht. Aber ganz schön unscharf. Noch ruhiger halten, krieg ich so nicht hin. Stativ hab ich gerade im Keller, und ich wollte doch nicht schleppen.

Also doch blitzen. Blitz ausgeklappt und knips.


Auwei, da sah die Wackelaufnahme doch besser aus. Da geht’s anscheinend doch nur mit „Profigeräten“. Dann greifen wir doch mal in die Technikabteilung, um den Aufsteckblitz rauszuholen. Hat mich bei ebay schließlich 80 Taler gekostet. Den brauch ich immer für Familienfeiern, damit keine roten Augen entstehen.


Drauf damit und knips.


Und besser? Ich glaub nicht.  ?(
Jetzt ist guter Rat teuer. Im Fotozubehör gibt es Aufsteckdiffuser für Blitzgeräte, die versprechen das Licht weicher zu machen. Kosten 30-70 €.
Quelle: Brenner Foto Versand

Mmhhh, extra für 1 Bild soetwas bestellen. Brauch nicht nachdenken gibt’s für mein Blitzgerät eh nicht. Als Modellbauer kann man doch auch was basteln. Ich hab aber keine Zeit.
Taschentuch und Gummi klingt doch auch interessant.


Das Tempo als großen Sack geformt und festgeschnürt sieht das so aus.


Und bitte lächeln.


Etwas dunkler, aber nicht mehr so hart. Könnte es am PC noch aufhellen. Das mach ich aber nicht a) sieht es doch interessant aus b) würde es gegen die Spielregel meines Beitrages verstoßen.

Wenn das so gut am Aufsteckblitz funktioniert. Was ist dann mit dem internen Blitz. Das befestigen ist zwar umständlicher, aber es geht.


Ähnliches Resultat. Aber entspricht leider nicht der Vorstellung die ich anfangs anstrebte.
Das schön weiche Sonnenlicht sollte das Ziel sein. Dieses verdankt unter anderen Reflexionen seine Weichheit  z.B. Wände. Meinen Aufsteckblitz kann ich schwenken. Den Blitz mal in Richtung Zimmerdecke und abwarten was passiert.




Edit:09.04.
Wollte diesen Beitrag noch etwas ergänzen.

Nicht jeder hat das Glück eine Kamera zu besitzen zu dem ein passender Blitz angeboten wird. Daher hab ich noch mal im Keller gekramt und alte Erinnerungsstücke gefunden. Unter anderem einen Blitz mit Slave-Funktion, was für so ziemlich alle Digitalkameras geeignet ist. Einzigste Voraussetzung: Kamera muss einen eingebauten Blitz haben.




Dieser Blitz löst aus wenn der kamerainterne Blitz auslöst. Vorsicht: Gefahr Doppelschatten.
Mal ein Testbild.


Sieht auch nicht anders aus als mit eingebauten Blitz. Schwenkbar ist der auch nicht, um indirekt über die Decke zu Blitzen. Was soll das also!? Der Vorteil ist, dass man nicht gezwungen ist ihn an der Kamera zu befestigen. Zum Beispiel kann es doch mal interessant sein von der Seite zu blitzen.


Natürlich kann man ihn auch einfach auf den Tisch legen, und so die Decke anblitzen. Um die Gefahr des Doppelschattens zu vermindern kann man den internen Blitz mit Papier abdecken oder Papierklebeband abkleben. Hier mal ein Bild eines alten Blitzgerätes, welches ich mal zum Auslösen benutzt habe.



Wer ein günstiges schwenkbares Slaveblitzgerät sucht, wird bei Pearl fündig. Set-Preis 40€

So ich hoffe dem ein oder anderen hat mein kleiner "Tagebucheintrag" geholfen oder zumindest die Augen geöffnet für Fehler die mal nicht an der Kamera liegen. :D

Resonanz wäre toll. Nicht dass ich das für mich allein geschrieben habe. Sollte es Interesse geben, kann ich die Serie weiterführen.

Summe der technischen Ausrüstung: 300€
Digicam: UVP 499€ Nach Produktionsende der Straßenpreis ca. 250€ Bei ebay erhalten für 220€
Blitzgerät: UVP 149€ Nach Produktionende der Straßenpreis ca. 110€ Bei ebay erhalten für 80€
Das sind in meinen Augen aber Ausgaben die sich auch außerhalb des Modellbaus rechnen. Eine Kamera ist nie verkehrt und ein Aufsteckblitz bei Feierlichkeiten&Co immer von Vorteil. Es wird auch preiswerter gehen, ich benutze aber die Cam auch noch zusätzlich beruflich. Daher muß sie Eigenschaften besitzen, die man extra bezahlt.

Gruß
Micha

P.S. Es wurden kein zusätzlichen Hilfsmittel, z.B. Aufheller, DBV,... verwendet.
« Letzte Änderung: 09. April 2008, 16:19:17 von MichaR »

kaewwantha

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Re: Bessere Bilder. Aber wie?
« Antwort #1 am: 07. April 2008, 18:03:30 »
Hallo Micha,
da hast Du einen sehr interresanten Bericht verfasst.
Ich hoffe Du machst damit weiter.

Erdinger

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Re: Bessere Bilder. Aber wie?
« Antwort #2 am: 07. April 2008, 20:10:08 »
Toller Beitrag! Danke für die Mühe, die du dir damit gemacht hast!! Habe mit großem Interesse gelesen.  :P
Grüße!
Thomas 
____________________________________________________


Chefmechaniker

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Re: Bessere Bilder. Aber wie?
« Antwort #3 am: 07. April 2008, 20:21:31 »
Seht Interressant, dein Tagebuch... :klatsch:

Währe nett wenn es weitergeführt würde,
den,
ich bekomm es nie hin, richtig schöne Bilder herzustellen,
entweder hab ich zuviel oder zuwenig Licht... *dummi*



Nochwas zu Modell, den hab ich auch, nur ohne Bordsteinschäden an den Felgen X(


Gruß
Stephan :winken:

starship24

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Re: Bessere Bilder. Aber wie?
« Antwort #4 am: 07. April 2008, 20:23:22 »
Sehr gute Demonstration!  :P Eine Weiterführung des Themas wäre super. MfG Jörg.  :winken:

Weme65

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  • Werner M.
Re: Bessere Bilder. Aber wie?
« Antwort #5 am: 07. April 2008, 21:44:23 »
hallo,
ich schließe mich meinen vorrednern (schreibern) an.
Sehr interessant und hilfreich :8:. Eine weiterführung wäre toll.
gruß Werner
Unterfranke

MichaR

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Re: Bessere Bilder. Aber wie?
« Antwort #6 am: 08. April 2008, 17:17:24 »
Da anscheinend doch Interesse besteht, hab ich mich heute mal in meinen Büro/Bastelzimmer umgeschaut was man noch so zum Fotografieren benutzen kann. Eigentlich ist ja alles was irgendwie Licht macht geeignet. Sogar Taschenlampen. Kein Witz, Bilder hab ich in einer Fotozeitschrift gesehen. Sollte ich vielleicht mal testen. Komisch. Jahrelang bau ich meine Technikabteilung mit immer leistungsstärkeren Blitzgeräten aus. Und nun sowas.

Achso, fast vergessen. Da es Beschwerden über den Zustand meines Ferraris gab :winken:, kommen heute andere zum Einsatz.

Die "Hab ich auch"-Variante

Als erstes hab ich mir mal die Arbeitsleuchte vorgenommen, die auch viele Modellbauer zuhause haben. Die Leistung der Röhren ist verdammt niedrig, was ein Freihandfoto fast unmöglich macht. Beim Blick durch den Sucher und mit an den Körper gepressten Armen wird die Kamera gleich viel ruhiger. Oder Ellenbogen auf Tisch oder Stuhllehne abstützen. Bloß nicht wie manche fotografieren, Kamera 1 Meter vom Körper weg haltend. Das Ding beißt nicht.



Preise:
Kamera: s. oben (dürften so ziemlich alle funktionieren, die auch unter normalen Bedingungen gute Fotos machen)
Arbeitsleuchte: 50€ (bei pearl)


Die Pfennigfuchser-Variante


Mmmhhhh was geht noch preiswerter und hat eigentlich jeder? Meine kleine Halogenschreibtischlampe mit satten 20Watt ist doch mal eine Herausforderung. Die wird nie benutzt da der Schattenwurf zu hart ist und der Schatten meiner eigenen Finger beim Basteln stört.

Wer sich mal Profizubehör z.B. eine Softbox oder Lichtzelt angesehen hat, wird festgestellt haben, dass vor dem Licht ein weißer Stoff gespannt ist um das Licht weicher zu machen. Stoff kommt bei meiner Funzel nicht in Frage. Ein Blatt Papier? Noch zu dick. Die Lösung: Transparentpapier oder weißes Butterbrotpapier.



Links: Bei direkter Beleuchtung des Modells sind die Schatten erwartungsgemäß viel zu scharf. Rechts: Mit Transparentpapier schon viel besser. Der Schatten des Flügels ist nicht mehr messerscharf.



Spätestens jetzt brauch man ein stabiles Stativ. Eine Hand am Auslöser, eine Hand hält das Papier in etwas größeren Abstand vor die Lampe. Wäre zu empfehlen das Transparentpapier auf einen Rahmen zu spannen z.B. ein alter Bilderrahmen. Oder man baut sich ein Lichtzelt aus Butterbrotpapier. :D

Oft hört man die Frage „Wie viele Lampen brauche ich denn?“ Ich stelle einfach mal folgende Frage in den Raum. Wie viele Sonnen haben wir zur Beleuchtung? :pffft: Nun werden manche sagen „Mein Fotograf an der Ecke hat doch auch so viele Lampen.“ Erstmal mit einem Licht richtig umgehen können. Und das ist das Hauptlicht. Alle Anderen sind, sagen wir mal Specialeffect.

So ein Beispiel folgt jetzt. Dunkles Modell, dunkler Hintergrund. Das Modell droht rechts abzusaufen. Also sind Specialeffects notwendig.



Bloß nicht noch eine Schreibtischlampe von der anderen Seite. Ergebnis wären 2 Schatten. Natürlicher wirkt eine dezente Aufhellung wie im rechten Bild. Wer auf die Frontscheibe achtet, erkennt den Trick sofort. Ein weißes Blatt Papier wirft genug Licht zurück um die Ecke aufzuhellen. Alufolie oder diese silbernen Frostschutzmatten für Autoscheiben würden dort noch stärker aufhellen.

Preise:
Kamera: s. oben (dürften so ziemlich alle funktionieren, die auch unter normalen Bedingungen gute Fotos machen)
Stativ: bei ebay ab 16.99€ (meins war ein Geschenk eines Hobbyfilmers, der sein Hobby aufgab; sehr stabiles Teil)
Schreibtischlampe: 5€
Papier: paar Cent

Heute sind zwar keine Fotos entstanden die ich mir an die Wand hängen würde, aber ich glaube dass sie ganz gut zeigen, dass man auch mit kleinen Mitteln und einpaar Tricks brauchbare Bilder machen kann. Beim nächsten mal gehe ich in den Baumarkt und zersäge meinen Regenschirm.


Gruß
Micha

Wie immer keine Bildnachbearbeitung oder technische Hilfsmittel, welche nicht im Beitrag erwähnt wurden. Außer dem Stativ für die Bilder der beiden BMWs.

Cool Hand

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Re: Bessere Bilder. Aber wie?
« Antwort #7 am: 08. April 2008, 18:50:07 »
Gute Tipps.

Aber: Wo ist das Problem mit Fotos ohne Blitz? Bessere Digicams haben mittlerweile Verwacklungschutz. ;)

panzerchen

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Re: Bessere Bilder. Aber wie?
« Antwort #8 am: 08. April 2008, 22:10:02 »
Es hat eben nicht Jeder "bessere" Digicams ( oder gar "noch bessere" ).

Wolf

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Re: Bessere Bilder. Aber wie?
« Antwort #9 am: 08. April 2008, 22:34:18 »
sehr interessanter Bericht.....vielen Dank dafür. Bestätigt einiges was ich schon selber herausexperimentiert habe...
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Thorsten_Wieking

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Re: Bessere Bilder. Aber wie?
« Antwort #10 am: 08. April 2008, 23:18:14 »
Gute Tipps.

Aber: Wo ist das Problem mit Fotos ohne Blitz? Bessere Digicams haben mittlerweile Verwacklungschutz. ;)

Mhhh, mit inzwischen der dritten Digicam (Casio QV-3500, Olympus Camedia C-300, aktuell Canon PowerShot A510) seit 2002 habe ich das Feature wohl jedesmal verpaßt. ;-)
Aber..... geht mit höherer Belichtungszeit nicht der ISO-Wert hoch und produziert mehr Bildrauschen? Oder bin ich da vollkommen auf dem falschen Dampfer?

Gruß
Thorsten

P.S.: Nein, ich bin kein Digicam-Killer, sind alle noch funktionsfähig. Die ersten beiden hatten wir im Büro und sagten mir zu, die dritte war ein Spontankauf auf der Suche nach einer kleineren Kamera.
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Re: Bessere Bilder. Aber wie?
« Antwort #11 am: 08. April 2008, 23:30:16 »

Aber..... geht mit höherer Belichtungszeit nicht der ISO-Wert hoch und produziert mehr Bildrauschen? Oder bin ich da vollkommen auf dem falschen Dampfer?


das hat direkt nichts miteinander zu tun. Mit höherer ISO-Zahl wird zwar die Belichtungszeit kürzer, was verwackler vermeidet, dafür gibts ein Bildrauschen. Das fällt vor allem in dunklen Zonen auf. ISO-Zahl lasse ich deshalb immer auf dem Minimum, ausser zB in dunklen Räumen ohne Stativ. Beispiel Touristenaufnahmen in dunklen Kirchen.

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Hans

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Re: Bessere Bilder. Aber wie?
« Antwort #12 am: 08. April 2008, 23:34:10 »
Zitat
Aber..... geht mit höherer Belichtungszeit nicht der ISO-Wert hoch und produziert mehr Bildrauschen? Oder bin ich da vollkommen auf dem falschen Dampfer?

Ganz begreif ich das jetzt nicht, Thorsten. Ich sags mal so: In der guten alten Analogzeit war der ISO-Wert je eine Eigenschaft des Films. Man stellte die Kamera dann entsprechend ein, die Einstellung war dann fix. Alles andere regelte man über Belichtungszeit und Blende.

Bei den Digis gibts tatsächlich meist eine Automatik, die aber die 'dritte' Rolle spielen sollte. Soll heissen, sollten die Möglichkeiten der Blende und der Zeit nicht mehr ausreichen, dann erst rauf mit der 'Film'-Empfindlichkeit. Bei Vollautomatik. Normalerweise kann man diese Automatik aber ein oder ausschaltem, soll heissen, wie anno letztes Jahrhundert, den ISO-Wert fixieren.

Jetzt hängt es halt ab, über welche Programme deine Kamera ansonsten verfügt. Am meiner SLR kann ich Vollautomatik, Zeit- , Blenden-, aber auch ausschließlich ISO-Automatik einstellen. Dann wähle ich Blende UND Zeit vor und die Kamera reguliert sich nur über den ISO-Wert. Was immer das für einen Sinn macht... :D

Bei 'normalen' Digis geht das aber meist nicht. Man hat ja Glück, wenn man eine hat, die über Zeit- und/oder Blendenautomatik verfügt. Ist ja für die Modellfotografie nicht ganz unwichtig, dass man die Blende wg. der Schärfentiefe vorwählen kann und die Kamera dann die Zeit nachfährt - und erst wenn die nicht mehr ausreicht, ggf die Empfindlichkeit rauffährt. Mit entsprechend gekörntem Ergebnis.

Was das, was du wissen wolltest?

H
Poly(1-phenylethan-1,2-diyl) makes it all

MichaR

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Re: Bessere Bilder. Aber wie?
« Antwort #13 am: 09. April 2008, 10:04:50 »
Eigentlich sind alle Fragen geklärt, aber ich schreib trotzdem einpaar Zeilen zum ISO-Wert.

Digi-Cams sind nunmal für den "Normalbürger" gebaut, der meist kein Stativ besitzt. Ab einer Belichtung von ca 1/30 wird es schwer verwacklungsfreie Bilder zu machen. Also muß die Automatik gegensteuern und die Empfindlichkeit des Chips erhöhen, also mehr Strom. Je höher der Strom, desto mehr stören sich die CCD-Zellen gegenseitig, durch Induktion.
Je mehr MP und um so kleiner die Baugröße des Chips um so schlimmer wird das Rauschen. Damals haben viele dumm aus der Wäsche geguckt, als ihre 8MP-Cam schlechter Bilder machte als eine 5MP. 8o Klar mußten schließlich 8 Millionen Sensoren auf den gleichen Platz den zuvor 5 Millionen hatten.

Bei jeder Digi-Cam die ich besaß, vom 180DM Gerät bis zum 1500€ Allrounder, konnte ich auch im Automatik-Modus über das Menü die ISO-Empfindlichkeit festlegen. Ist immer das erste was ich noch einem Neukauf mache.

Gruß
Micha

HeiHee

  • Erstmalgucken
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Re: Bessere Bilder. Aber wie?
« Antwort #14 am: 09. April 2008, 20:48:29 »
Daß Digikams mit höheren Pixelzahlen zum Bildrauschen neigen (und das bei gleichbleibenden Objektiv), dem stimme ich zu - aber bei dem Grund muß ich widersprechen!

Die Pixel stören sich nicht gegenseitig durch Induktion, daß ist falsch. Licht erzeugt auf dem CCD (Charge Coupled Device) eine Ladung - je kleiner die Fläche, desto niedriger. Jedes elektronische Bauteil hat aber physikalisch bedingt ein Grundrauschen. Bei hohen Pixelzahlen entsteht ein Bildsignal, daß nicht weit weg ist von diesem sogenannten Schwarzrauschen. Der Verstärker für die Digitalisierung kann dabei nicht von Rauschen und Bildsignal unterscheiden und behandelt beides gleich.
Die ISO-Einstellung der Digikam ändert die Verstärkung, simuliert also eine andere Filmempfindlichkeit, verstärkt aber auch das Rauschen...
Wenn noch ein digitales Zoom oder ein digitaler Bildstabilisator dazukommen (beide rechnen die Bilder nur um), wird das Bild nur noch schlechter.

Das ist wie im Radio: leisen Mittelwellensender suchen und dann die Lautstärke hochdrehen - was hört ihr dann?

Die Regeln für die Filmfotografie gelten durchaus noch: Ein präzises lichtstarkes Objektiv ist durch Nichts zu ersetzten!
I've seen things you people wouldn't believe. Attack ships on fire off the shoulder of Orion. I watched C-beams glitter in the dark near the Tannhauser gate. All those moments will be lost in time like tears in rain.