Autor Thema:  Verdünnung für Acrylfarben  (Gelesen 19334 mal)

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dieri

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Verdünnung für Acrylfarben
« am: 04. Dezember 2008, 22:58:53 »
Ein ständiges Thema ist offensichtlich die optimale Verdünnung für Acrylfarben. Nach meinen bisherigen Erfahrungen scheinen ja wohl die meisten Kollegen/innen mit Universal- bzw. Nitro- verdünnung, mit Isopropanolalkohol und Leitungs- oder destilliertem Wasser zu experimentierenr Das optimale Mischungsverhältnis dieser drei Bestandteile scheint ja alchemistenartig als tieferes Geheimnis gehütet zu werden. Da in der Tat die Literpreise für die genannten Ingredienzen in der Spitze nur etwa 25 % der hochgerechneten Literpreise etwa von Tamiya thinner betragen, ist das Thema vor allem durch Kostensenkungsbestrebungen bestimmt.
Wo zum Teufel noch mal ist denn da unter uns ein Apotheker oder ein Chemiker ,der das "Geheimnis" einer optimalen Acrylverdünnung lüften könnte, ohne dass gleich der Produktname eines einschlägig bekannten Herstellers als Referenz herhalten müsste. Also liebe professionell vorbelasteten Hobbyfreunde schüttelt mal Eure Reagenzgläser, die Gemeinde wäre Euch für die Ergebnisse sicher dankbar.
dieri

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Re: Verdünnung für Acrylfarben
« Antwort #1 am: 04. Dezember 2008, 23:14:30 »
Also ich verwende immer den passenden Orginalverdünner der jeweiligen Farbe. Zum Reinigen der Airbrush oder Pinsel die etwas günstigere Version (Spiritus; Isopropanol oder Nitroverdünnung). Ich kann den falschen Geiz bei Verwendung von Alternativen zu Verdünnern nicht verstehen. Da werden Unsummen an Zurüstteilen und sonst noch was ausgegeben. Nur bei solchen Sachen wie Orginalverdünnern, bricht der totale Geiz durch. So eine Flasche an Orginalverdünner reicht bei mir ein Ewigkeit. Für mich stellt sich daher nicht die Frage nach einer anderen Geiz ist geil Sache nicht. Ich habe deshalb auch nicht Probleme das mir eine Billigvariantenverdünnung die Farbe versaut. :1: So ist das.

Gruß Maeks :woist:

Wolf

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Re: Verdünnung für Acrylfarben
« Antwort #2 am: 04. Dezember 2008, 23:37:22 »
Ich sehe es wie Maeks.

Hier noch mal meine Meinung etwas ausführlicher: http://home.arcor.de/wolfgang-henrich/verduenn.html
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Hans

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Re: Verdünnung für Acrylfarben
« Antwort #3 am: 05. Dezember 2008, 00:23:37 »
Sic est!
Es gibt DIE Verdünnung für Acrylfarben schon einmal gar nicht, da jede Acrylfarbe im Detail anders eingestellt ist. Es gibt einmal die beiden grossen Gruppen der wasserbasierten Acryls, das sind Revell, Humbrol, Vallejo, LifeColor, Xtracrylics, Games Workshop. Die verdünnt man mit dem Originalverdünner, dem jeweiligen. Revell empfiehlt Wasser. Ein guter Ersatz für den Originalverdünner ist Sidolin (gleichwohl: Ausprobieren!). Gut geht auch Revell Aqua Clean, durchaus mit Wasser verdünnt. Aber wie gesagt, als Notlösung. Zum Einstellen der Spritzfähigkeit ist immer der Originalverdünner zu bevorzugen.

Bei den alkoholbasierten Farben Tamiya und MrHobby/Gunze entweder Tamiya X20A oder der Gunze-Verdünner. Die beiden Verdünner gehen beide gleich gut für beide Farben. Reinigen etc mit jedem Alkohol, egal ob Ethanol/Spiritus, oder irgendein Propanol (meist Iso-Propanol).  Wie schon gesagt, DAS Wundermittel das für alle passt, gibts nicht.
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Der Lingener

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Re: Verdünnung für Acrylfarben
« Antwort #4 am: 05. Dezember 2008, 14:37:13 »
Moin ihr Lieben,
Äußerung zurückgezogen - Sorry!
Michael
« Letzte Änderung: 05. Dezember 2008, 14:39:25 von Der Lingener »
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Re: Verdünnung für Acrylfarben
« Antwort #5 am: 05. Dezember 2008, 15:53:39 »
Ich kann mich meinen Vorpostern nur anschließen. Am Besten fährt man mit den jeweiligen Originalverdünnern. Nachdem ich eh nur 2-3 Modelle im Jahr fertig bekomme ist der Kostenfaktor in diesem Fall für mich völlig nebensächlich!

 :winken:
Walter
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Re: Verdünnung für Acrylfarben
« Antwort #6 am: 06. Dezember 2008, 16:45:03 »
Hallo dieri!

Persönlich benutze ich keine Original Verdünnungen mehr,weniger aus Kostengründen,sondern weil es bei mir mit denen nicht gut klappt.

Im Prinzip benutze ich nur Gunze,Hansa Airbruschfarben und Revell Aqua.
Die Gunze Farben reagieren prima auf Isopropanol und verzeihen eine Menge. Zum Beispiel wenn man zu stark oder zu schwach verdünnt.
Ausnahmen sind allerdings Gunze Polier Farben,da hatte ich mir extra die originale Verdünnung gekauft und es hat gar nicht funktioniert.

Durch Probieren mit Isopropanol bin ich zu einem recht guten Ergebnis gekommen.
Die Hansa Farben verdünne ich mit Sidolin,allerdings nicht 50/50 sondern immer mit "einem Schuss",weil diese Farben eigentlich schon verdünnt sind.

Bei Revell war ich fast soweit sie in die Tonne zu treten,bis ich eine Mischung aus Wasser und Sidolin fand die passte.
Allerdings habe ich bei Revell bisher auch nur die Metall Töne ausprobiert,mag seien das die "normalen" Farben anders regieren.

Abschließend denke ich wird Dir hier jeder einen anderen Tipp geben. In den letzten Jahren gab es hier so viele Misch-und-Verarbeitungs Tipps,dass jeder nur durch eigenes Probieren zu seinem optimalen Verhältnis zu Farbe und welchem Verdünner auch immer kommt.

Wie gesagt,es ist nicht unbedingt eine Frage des Geldes oder des Geizes,da hilft nur probieren,
J. :winken:

Lichtbringer

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Re: Verdünnung für Acrylfarben
« Antwort #7 am: 06. Dezember 2008, 19:27:57 »
Hier Tamiya-Acryls, werden mit Isopropanol aus der Apotheke nebenan verdünnt.
Ich wüßte nicht was daran schlechter funktionieren soll als beim Originalverdünner.

Oft sind es mehr die Unterschiede was dem jeweiligen Modellbauer "liegt" und gut von der Hand geht, als wirklich die Mittel selber. Ähnliches ist auch bei den Pistolen und bei den Mischverhältnissen zu beobachten.

Hans

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Re: Verdünnung für Acrylfarben
« Antwort #8 am: 07. Dezember 2008, 00:05:24 »
Zu Tamiya (auch: Gunze) und IPA: Es geht  auch mit Ethanol....
Für flächige Lackierungen und grössere Maßstabe nehm ich Spiritus und gut ist.
Der Vorteil des Originalverdünners liegt ausschließlich bei feinen und feinsten Flecken und Linien - wenn man seine Airbrush bereits voll ausgereitzt hat. Wenn du mal eine italienische Tarnung in 1/72, einen Tiger in HO oder eine Flecktarnung einer 109 in 1/144 vor dir hast, bist du um jede Weichheit im Tarnverlauf dankbar.

Tamiya X20A bzw der Originalverdünner von Gunze ist eine Mischung aus Wasser und Alkoholen plus Irgendwas. Alleine ein Anteil an Butanol (höherwertigerer Alkohol) verlängert die Verdunstungszeit des Lösungsmittel und macht die Lackierung um den Hauch weicher, der beim kleineren Maßstab einen Sinn macht.

Man erreicht dies auch mit IPA (verdunstet auch etwas langsamer als Ethanol) plus irgendeinen Acryl-Verzögerer. Viele Wege führen nach Rom. Aber wenns einen einfachen und schnelleren Weg gibt, der dann halt Autobahngebühren kostet...  :6:

H
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tsurugi

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Re: Verdünnung für Acrylfarben
« Antwort #9 am: 07. Dezember 2008, 01:35:39 »
Hallo, meine Erfahrung mit Tamiya und Gunze sind das beide gut auf Isopro.... reagieren.
Ich nehme den 70%igen aus der Apotheke.
Bei Tamiya ist die Fläche nachher etwas "pickelig" was sich aber mit etwas Schleifvlies sehr leicht glätten lässt.
Bei Gunze gibt es keine Probleme wogegen ich bei Agama Farben das Problem habe das die Farbe schnelldie Airbrushdüse verstopft.
Da müsste ich mal die originale Agamaverdünnung testen die ich allerdings etwas teuer finde.

Gruss

Markus

Wolf

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Re: Verdünnung für Acrylfarben
« Antwort #10 am: 07. Dezember 2008, 12:27:36 »
So ein bisschen habe ich den EIndruck dass man meint es wäre behauptet worden Iso oder Spiritus gehen nicht richtig. Dem ist aber mitnichten so. Natürlich gehen diese Produkte in der Regel problemlos und mit ordentlichen Ergebnissen. Wenn man aber das letzte Quentchen an Oberflächenqualität oder Spritzverhalten aus der Farbe herausholen möchte (Anwendungsfälle von Hans beschrieben), dann sind die Originalverdünner zu den Farben in der Regel die bessere Wahl. Ob die 10 Cent Mehrkosten pro Modell einem das Wert sind, muss jeder selber für sich entscheiden.
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Lichtbringer

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Re: Verdünnung für Acrylfarben
« Antwort #11 am: 07. Dezember 2008, 15:23:14 »
Ach so, nur für den letzten Kick. Nun, solange ich selber noch Fehler an der AB mache, solange reicht mir dann auch in Zukunft das Iso - eben solange bis es bei mir dann die letzten 5% zur Geltung bringen könnte.

Es geht nicht um den Preisunterschied - Tamiya Original müßte ich bestellen, das hochprozentige Iso bekomme ich in der Apotheke direkt neben meinem Büro. Ist bequem.

Hinzu kommt das ich ein Zeug für alles will, für Verdünnen und Reinigen. Zumindest für die 90% meiner Lackierungen, eben die mit den Tamiya-Acryls. Spiritus riecht mir zu stark, der Originalverdünner wäre mir zum Reinigen der Gerätschaften zu teuer (da geht bei mir schonmal ein Liter pro Halbjahr durch) - Iso kann eben beides und ist vor Ort verfügbar.  :1:

In meiner Lackierkabine steht schon genug Geraffel rum. Abgefüllte Gläser (wegen Platzersparnis zu den großen Flaschen/Dosen) mit Future, Glänzer, Iso sauber zum verdünnen und AB reinigen, Iso schmutzig zum Pinselauswaschen, Terpentin sauber zum Verdünnen, Terpentin schmutzig zum Pinselauswaschen. Dazu noch das Werkzeug, die verschiedenen Lackierständer, ....

Ist halt Bequemlichkeit - und da die Ergebnisse sich nicht verstecken müssen ... never change a running Team.  ;)

Wolf

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Re: Verdünnung für Acrylfarben
« Antwort #12 am: 07. Dezember 2008, 17:39:48 »
@Lichtbringer: Das ist schon richtig was du im letzten Satz schreibst. Vielleicht neigt man einfach immer alles zu sehr auf seine Sicht zu beziehen. Ich würde auch nicht auf die Idee kommen jemand zum Produkt X oder Y bekehren zu wollen.

Ich reize meine AB bestimmt auch nicht bis zum letzten Quentchen aus. Aber auch ohne dieses Quentchen meine ich mit der Tamiya Verdünnung bessere Ergebnisse zu erzielen. Auf die Idee die AB damit zu reinigen würde ich auch nie kommen. Dazu benutze ich entweder geruchsarmen AHK Spiritus....oder neuerdings Alcool Menager Parfume. Den habe ich mir aus meinem letzten Frankreich Urlaub mitgebracht und der hat so eine leichte Apfelnote :D
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Marco Scheloske

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Re: Verdünnung für Acrylfarben
« Antwort #13 am: 07. Dezember 2008, 21:13:07 »
Ausnahmen sind allerdings Gunze Polier Farben,da hatte ich mir extra die originale Verdünnung gekauft und es hat gar nicht funktioniert.

Uhm - sind die nicht schon sprühfertig verdünnt? Dann wirds mit zusätzlichem Verdünner natürlich ZU dünn.
Gruß aus MG und "Just glue it!"
Marco (Triliance.de), "The Baseman"


Lichtbringer

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Re: Verdünnung für Acrylfarben
« Antwort #14 am: 07. Dezember 2008, 22:07:25 »
oder neuerdings Alcool Menager Parfume. Den habe ich mir aus meinem letzten Frankreich Urlaub mitgebracht und der hat so eine leichte Apfelnote :D

Jetzt bin ich neidisch.  :D