Autor Thema: Schiffe Baubericht "HMS Free Spirit"  (Gelesen 88462 mal)

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Bradhower

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Schiffe Baubericht "HMS Free Spirit"
« am: 30. Dezember 2009, 20:06:34 »
Hallo,

nun habe ich endlich ein wenig Zeit gefunden, um mal ein paar Bilder von meinem Schiffmodell zu machen. Die Bilder sind leider mit der Handykamera aufgenommen worden, weil meine Digi-Cam seit meinem Umzug im Sommer verschollen ist...  :8: Daher ist die Qualität der Bilder nicht die Optimalste, dass Wesentliche sollte man allerdings doch erkennen...  :D

Als Inspirationsgrundlage dient mir in erster Linie ein alter Modellkatalog von Steingraeber (Katalog Nr. 19 (1989) und natürlich einige googeleien im Internet. Das Modell an sich wird dabei kein orginalgetreuer Nachbau eines historischen Schiffes, sondern ist in erster Linie eine komplette in Eigeninterpretation, unter zur Hilfename von Bildern aus dem Netz und besagten Katalog. Was dabei herauskommen soll ist eine 3-mastige Fregatte mit zwei Kanonendecks (die Anzahl der Geschütze schwankt aktuell noch ein wenig mindestens 10 - max. 20 Kanonen auf jeder Seite). Die Maße des Rumpfes liegt dabei aktuell bei 70 cm (Länge), 16 cm (Breite) und 14 cm (Höhe). Als ergeiziges Ziel habe ich mir dabei gesetzt das Ober- und Unterdeck möglichst authentisch darzustellen. Ich hoffe sehr das es mir gelingt  :1:

Als Werkzeuge stehen mir aktuell eine Stichsäge und die klassische Laubsäge zur Verfügung, deswegen verzeiht mir, wenn die Spanten auf den Bildern stellenweise noch etwas ungenau aussehen. Hier wird noch fleißig geschmirgelt  :D

Aber nun denn... lange Rede - kurzer Sinn; hier sind ein paar Fotos und noch einmal Entschuldigung für die schlechte Qualität:

Zunächst kommt ein Bild zum ausgesägten Kiel:



und hier ein Bild mit dem ersten Spanten:



bei den Spanten musste ich viel experimentieren, da ich Anfangs nicht die optimale Breite hatte. So sah der Rumpf in der Mitte aus wie ein plattgetretener Flunder  :pffft:

inzwischen habe ich allerdings die richtige Größe gefunden und die Spanten neu ausgesägt (aktuell 3) - geleimt ist natürlich noch nichts:




hier noch einmal die Ansicht von schräg-oben:



und von der Seite:



und hier nocheinmal der ganze Arbeitsplatz, jetzt am Wochenende erhält die Werkbank noch einen Anbau in Form einer 2-Meter langen Arbeitsplatte  :)



und hier sind auch schon ein paar Zubehörteile, die ich mir bereits zugelegt habe:



So viel zum aktuellen Arbeitsstand. Über Anregungen und Kritik freue ich mich natürlich. Aber seit mit der Kritik bitte gnädig, denn ich fuchse mich mit diesem durchaus ergeizigen Projekt erst wieder in die Materie hinein und werde sicherlich noch die eine oder andere Überraschung erleben :D

Gruß
der Bradhower
« Letzte Änderung: 20. November 2011, 11:52:43 von Bradhower »
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hwe

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Re: Erste Bilder zu meiner Fregatte
« Antwort #1 am: 30. Dezember 2009, 21:10:39 »
Hallo Bradhower!

zunächst einmal ein ganz herzliches "Willkommen" hier bei den "Holzwürmern"!

Zunächst auch mal meinen Respekt, was dein Projekt angeht! - Da hast Du dir einen ordentlichen Brocken vorgenommen!

Und da habe ich auch schon ein paar Fragen (auch wenn das jetzt keine bestimmte Fregatte sein soll):

- Aus welcher Zeit soll sie ungefähr sein?
- Welche Nationalität?

Und ein paar wohlmeinende Hinweise...

Ich kann verstehen, daß Du dich als Anfänger nicht gerne der Kritik aussetzen möchtest. - Schon gar nicht, weil Du etwas nicht "historisch korrekt" gemacht hast. - Eben weil Du dich in dieser Zeit gar nicht auskennst (nicht kennen kannst, schließlich lebst Du hier und heute, oder? ;) ).
Trotzdem, oder gerade weil Du aber so ein großes Modell bauen willst, will ich dir gerne ein paar Punkte zum Nachdenken geben.

Ein großes Modell (70 cm Rumpflänge ist nachher mindestens ein Meter lang, plus Vitrine ca. 1,20-1,30 m. - So viel Platz! - Und der wird dann später Jahre und Jahrzehnte von diesem Schiff beansprucht.
Da würde ich mir schon Gedanken dazu machen, ob es sich nicht vielleicht doch lohnt, dieses Modell dann besonders gut zu machen...

Also vielleicht doch historisch korrekt, damit man sich später nicht dafür schämt?

Aber wenn Du dich mit "historisch korrekt" nicht so gut auskennst, so kann man das doch lernen. - Oder sich hier im Forum beraten lassen. - Das klappt aber nur, wenn man erst fragt und dann baut und nicht anders herum...

Und wenn man einen "Erstling" baut, dann vielleicht doch lieber erstmal etwas kleines? - Dann kann man das auch mal "verhauen" und schnell wieder neu machen und es kostet dann auch nicht so viel Zeit und Geld, es wieder neu zu machen, als bei einem großen Modell. - Bei einem kleinen Modell kann man die ganzen Fertigkeiten, die man für ein großes Schiff braucht, erstmal im kleinen üben und erlernen und "verfeinern". - Um so mehr man vorher übt, um so besser wird dann später das große Modell!

Und noch ein Hinweis. Es haben sich schon sehr, sehr viele Modellbauer an großen Schiffen übernommen. - Na klar, macht ein Schiff mit vielen Kanonen viel her! - Aber jemand, der ein großes Schiff gut bauen will (wirklich sehr gut) der braucht dafür unter Umständen auch schon mal 13 Jahre oder so. - Hast Du dir das auch für deinen Erstling so vorgestellt? - Ich glaube nicht...
Dazu kommen die "Quälereien". - Zum Beispiel ein Schiffsgeschütz. - Je nach Maßstab besteht alleine die Lafette aus etwa 20 Teilen (oder mehr). Dabei habe ich noch nicht einmal das Brocktau und die Taljen dazu gezählt und die Kanone selbst fehlt auch noch. - Baut man ein Schiff mit 100 Geschützen, so sind das dann "mal eben" über 2000 Teile, nur für die Geschütze! - Gut, deine "Fregatte" soll wohl etwas kleiner sein, aber bei 40 Geschützen sind das immer noch über 800 Teile.
Da braucht man viel Geduld und Zeit, denn erfahrungsgemäß baut man das eine oder andere Mal auch Mist und dann muss man Teile wegwerfen. Also 900 bis 1000 Teile könnten das schon werden.

Oder macht es vielleicht doch Sinn, erstmal ein wesentlich kleineres Schiff zu bauen?

Das hätte zum Beispiel den netten Nebeneffekt, dass man einen anderen Maßstab bauen kann. - Zum Beispiel 1/48, 1/32 oder gar 1/20 oder so. - Da sind die Teile noch richtig schön groß und man kann besser an ihnen Arbeiten. - Kleine Fehler fallen weniger auf, weil sie eben auch kleiner sind... - Und eine Kleine Kanone (4- oder 6-Pfünder zum Beispiel) sieht in 1/20 richtig beeindruckend aus, weil sie da schon wieder relativ groß ist (eben wie 12- oder 18-Pfünder in 1/48 oder wie 36-Pfünder in 1/100).

Es gibt auch tolle Pläne von bewaffneten Kriegsschaluppen, Kanonenbooten und so weiter. - In 1/20 sind die toll anzusehen! - Es gibt viele tolle Details, riesige Kanonen und es ist relativ leicht zu bauen, auch wenn man dicke Finger hat...

Pläne findest Du überall im Internet. - Auch gute und historisch "korrekte". - Es gibt also kaum einen Grund, warum man das nicht machen sollte.

Auf der anderen Seite produzierst Du einen großen Haufen historischen Schrott, bei dem jeder Fachmann später einfach den Weg zum Wertstoffhof empfehlen wird, wenn es Dich mal nicht mehr gibt.
Ein "Leben nach dem Tod" gibt es nur für historisch brauchbare Modelle.

Also ich würde mir das wirklich nochmal überlegen, ob so ein "Monster" wirklich sein muß... - Aus meiner Sicht gibt es keinen einzigen guten Grund, der *dafür* spricht.

Nichtsdestotrotz, wenn Du weiterbaust, werde ich deinen Bau gerne aufmerksam betrachten und mit meinen Kommentaren begleiten.

Auf jeden Fall viel Spaß und Erfolg bei deinem Projekt! - Denn das ist auf jeden Fall immer noch die Hauptsache!

Ciao,

HWE

xeononym

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Re: Erste Bilder zu meiner Fregatte
« Antwort #2 am: 30. Dezember 2009, 21:38:15 »
Kommt ja am Ende schon fast an eine Dora ran hehe... bin mal gespannt wie sich deine Fregatte entwickelt, werde das auch verfolgen. :)

Gruss Christian 

Bradhower

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Re: Erste Bilder zu meiner Fregatte
« Antwort #3 am: 30. Dezember 2009, 22:52:12 »
Hallo HWE,

vielen Dank für die ausführliche Antwort und die berichtigten Ratschläge  :1:

zu deinen Fragen:

- Die Epoche dieser Fregatte soll in der Zeit des großen Napoelons angesiedelt sein. Außerdem soll sich später das Schiff im Gefechtszustand befinden.
- Was die Nationalität betrifft, sollte es eine Fregatte der Royal Navy werden, zu mindestens was die Besatzung und Beflaggung betrifft. Bei weiteren markanten Details, wie bspw. die Heckausführung, mache ich mich schlau und erarbeite in passenden Momenten Umsetzungsmöglichkeiten.  :8: Wenn du an dieser Stelle eine Internetseite mit historischen Schiffsplänen kennst zur Ideensammlung, wäre das super. Ich habe zwar schon ein paar schöne Ansichten gefunden. Aber Quellen kann man ja bekanntlich nie genug haben.    :D

Was deine Hinweise betrifft – muss ich an dieser Stelle anmerken, dass ich kein reiner „Neueinsteiger“ bin. Vom Schoner über ein Motorboot, bis hin zum Zerstörer aus dem 2 WK. habe ich schon ein paar Modelle in meiner Vita stehen (auf Wunsch kann ich mal ein paar Fotos einstellen). Also ein blutiger "Erstling" bin ich in dieser Hinsicht nicht und daher kann ich den Gesamtumfang meines Projektes schon ein wenig beurteilen bzw. einschätzen, was ich verwirklichen kann und was nicht. Das einzige Manko, dass ich zur Zeit habe ist, dass ich einfach etwas aus der Übung bin, weil ich mich jahrelang überhaupt nicht mit dem Modellbau mehr beschäftigt habe und stellenweise noch ein wenig Nachholbedarf besitze, um dieses gewisse „Feingefühl“ wieder zu entwickeln. Deswegen geht es mir manchmal so, wie einem der gerade Windows 7 auf seinem Rechner installiert hat und vorher jahrelang mit Windows 98 gearbeitet hat :rolleyes:
Außerdem gibt es natürlich dann auch noch die Freundin, Familie, Freunde, den Job und nebenbei habe ich noch ein Studium in der Endphase am Laufen - was den Zeitplan von ca. 1 Jahr sicherlich noch torpedieren wird und als unbekannter "Risikofaktor" für das Gesamtprojekt gelten könnte.  :rolleyes:

Mein persönliches Maßstabsintervall liegt übrigens bei 1:72 bis 1:35. Alles was kleiner oder größer ist, ist irgendwie nicht mein Ding. Wobei ich es großartig finde, wenn jemand jenseits der 1:100 tolle Modelle entwickelt, mir fehlt für diesen „Nanobereich“ einfach der letzte Funke an Feinmotorik.  :P

Was das "historisch korrekt" betrifft, ist das sicherlich das Schwierigste an einem Modell, wenn nicht sogar mangels Zeitzeugenerfahrung ein Ding der Unmöglichkeit. Aber dabei steht eigentlich die Frage im Raume, wo das "historisch korrekt" bei einem Modell beginnen soll!? Wenn man es genau nimmt, müsste Planke für Planke und Spante für Spante "historisch korrekt" gefertigt werden. Mir persönlich reicht es, wenn das Schiff ein "stimmiges" Gesamtbild ergibt bzw. ergeben wird. Denn in erster Linie baue ich so ein Modell für mich und nicht nach irgendwelchen Beurteilungskriterien zukünftiger Betrachter, diejenigen die ein Modell zu schätzen wissen und/oder mitbekommen haben, wie viel Arbeit darin steckt, werden es eines Tages vielleicht in Ehre halten und wenn nicht, dann geht das Schiff halt mit seinem Kapitän unter… :D

Was die Zubehörteile betrifft, wie bspw. Geschütze, fehlen mir in dieser Hinsicht teilweise die passenden Werkzeuge, um so etwas in Eigenarbeit zu fertigen. Von daher habe ich, sicherlich zum Ärgernis eines manchen Modellbauers hier, einen schönen Onlineshop entdeckt (siehe Link hierzu auch unter dem Thread „Links“), der einige vorgefertigte Zubehörteile für stellenweise kleines Geld anbietet.  :) Von daher sollte ich hier bestimmt ein paar Jahre an Zeitaufwand einsparen können.  :D Was sich dann anders nicht auftreiben lässt, werde ich dann in Eigenarbeit entwickeln, wie bspw. später die Inneneinrichtung für die Kapitänskajüte, die man durch die Heckfenster sehen soll  :1:.

Das Einzige, wo ich wirklich Respekt bei meinen Vorhaben habe, ist die spätere Takellage und in absehbarer Zeit die Beplankung, wobei ich hier seit jeher das Problem mit eindringenden Badewannenwasser habe :8:

Aber natürlich freue ich mich darauf regelmäßig Tipps, Kritik und Ratschläge hier zu bekommen und manche Fragen werde ich sicherlich auch zwischendurch mal haben.  :6:

Schöne Grüße
Bradhower
« Letzte Änderung: 30. Dezember 2009, 23:30:42 von Bradhower »
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valbrad

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Re: Erste Bilder zu meiner Fregatte
« Antwort #4 am: 30. Dezember 2009, 23:21:56 »
Ahoy

Also ich finde die Idee zu deinen "eigenst entworfenen" Schiff total gut!
Vertrete da voll und ganz deine Meinung, dass der Bau Spaß machen soll, und dass man für sich und nicht für andere baut.. Wenn es andere begeistern kann um so schöner, wenn nicht hatte man trotzdem seinen Spaß ;)

Ich werde das hier auf jeden Fall verfolgen und ich denke du solltest einfach so weiterbauen wie Du es für richtig hälst, auch wenn das nicht umbedingt "historisch korrekt" ist :6:

LG Valbrad

AnobiumPunctatum

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Re: Erste Bilder zu meiner Fregatte
« Antwort #5 am: 31. Dezember 2009, 08:44:06 »
Zitat
Als Inspirationsgrundlage dient mir in erster Linie ein alter Modellkatalog von Steingraeber (Katalog Nr. 19 (1989) und natürlich einige googeleien im Internet. Das Modell an sich wird dabei kein orginalgetreuer Nachbau eines historischen Schiffes, sondern ist in erster Linie eine komplette in Eigeninterpretation, unter zur Hilfename von Bildern aus dem Netz und besagten Katalog. Was dabei herauskommen soll ist eine 3-mastige Fregatte mit zwei Kanonendecks (die Anzahl der Geschütze schwankt aktuell noch ein wenig mindestens 10 - max. 20 Kanonen auf jeder Seite). Die Maße des Rumpfes liegt dabei aktuell bei 70 cm (Länge), 16 cm (Breite) und 14 cm (Höhe). Als ergeiziges Ziel habe ich mir dabei gesetzt das Ober- und Unterdeck möglichst authentisch darzustellen. Ich hoffe sehr das es mir gelingt

Hmm, ich kann mich mit Deinem Vorhaben nicht wirklich anfreunden.

Was Du beschreibst, klingt nach einem Linienschiff und nicht nach einer Fregatte. Eine typische englische Fregatte zur Zeit der napoleonischen Kriege hatte ein durchgehendes Kanonendeck und auf Vor- und Achterdeck noch ein paar Geschütze (zu dieser Epoche min. auf der Back Karronaden). Für die Anzahl der vorgesehenen Geschütze ist der Rumpf in 1/72 viel zu lang.

Warum machst Du es Dir so unnötig schwer? Für wirklich kleines Geld bekommst Du ordentliche Pläne bzw. auch einen Papierbogen einer englischen Fregatte, die vieles was Du mühsam selber entwickeln musst, z.B. eine glaubwürdige Form des Rumpfes, schon liefern. Die Spanten sind schon vorgezeichnet, ...

Bei gleichem Bastelspaß bekommst Du so zumindest ein vorbildorientiertes Modell und kein Phantasieprodukt. Bei einem Phantasieschiff und sei es noch so gut gebaut, besteht immer die Gefahr, dass es belächelt wird. Der Wert der Arbeit wird mit Sicherheit nicht gewürdigt.

Zitat
Was das "historisch korrekt" betrifft, ist das sicherlich das Schwierigste an einem Modell, wenn nicht sogar mangels Zeitzeugenerfahrung ein Ding der Unmöglichkeit. Aber dabei steht eigentlich die Frage im Raume, wo das "historisch korrekt" bei einem Modell beginnen soll!? Wenn man es genau nimmt, müsste Planke für Planke und Spante für Spante "historisch korrekt" gefertigt werden

Warum nicht. Es gibt genug Vorbilder, für die sich ausreichend Planmaterial erhalten hat, um so zu bauen. Bei einem POB Projekt, wie Deinem, sieht man die SPanten allerdings nicht. Außer bei klinkergebauten Schiffen besteht nicht die Notwendigkeit die Plankenanzahl einzuhalten, viel wichtiger ist eine historsich plausible Plankenbreite und eine korrekte Umsetzung der Verjüngung an Bug und Heck.

Wenn Du am Bau Deines Modells Freude hast, ist trotzdem alles in Ordnung. Nur sei nicht enttäuscht, wenn Betrachter Deines Werks, das Modell mit anderen AUgen sehen und an anderen Maßstäben messen.

Just my 2 Cents.
:winken:  Christian

In der Werft:Papegojan, 1/72 von Shipyard

"Behandle jedes Bauteil, als ob es ein eigenes Modell ist; auf diese Weise wirst Du mehr Modelle an einem Tag als andere in ihrem Leben fertig stellen."

Bradhower

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Re: Erste Bilder zu meiner Fregatte
« Antwort #6 am: 31. Dezember 2009, 11:14:58 »
Guten Morgen AnobiumPunctatum,

mir ist es durchaus bewusst, dass es viel einfachere Wege gibt. Die man bei dem Bau eines Schiffes beschreiten kann. Ich habe mich allerdings bewusst für diesen Weg entschieden und suche die Herausforderung. Ansonsten hätte ich mir auch einen Revell-Baukasten kaufen können, um diesen fleißig zusammenzukleben. Aber so etwas verliert bei mir schnell seinen Reiz. Gleiches gilt für irgendwelche Bausätze, wo Spanten, Decks & Co. schon vorgezeichnet sind. Das sorgt zwar dafür dass alles „historisch korrekt“ abläuft. Aber so lässt man sich auch unweigerlich in eine Richtung drängen, wie das Schiff später unbedingt aussehen sollte. Mir gefällt es aber lieber, dass ich meinen Vorstellungen unter der Einbeziehung historischer Informationen freien Lauf lasse.  :1:

Kanonen wird das Schiff von daher genug haben, dass Unterdeck wird dabei ein durchgehendes Kanonendeck sein, dass ist defintiv so geplant. Ebenso wird es auch Geschütze auf dem Vorder- und Achterdeck und Karronaden an selbigen geben. Ich hätte sicherlich bei meinen Beitrag dieses und andere Details noch lang und breit ausführen können, was ich wo und wann und in welcher Form plane und umsetzen möchte.  8) Ich präsentiere meine Ideen aber lieber nach und nach. Dies führt sicherlich zu einigen Ungereimtheiten und potentiellen Missverstehen beim lesen dieses Berichts. Das Risiko gehe ich dabei aber lieber ein, als später schreiben zu müssen, was alles nicht geklappt hat.  :pffft: Das Ziel habe ich ausgegeben, ein paar Wegmarken genannt und in dieser Form möchte ich es erreichen. Der Weg dahin, Ideen und Probleme möchte ich hier gerne präsentieren. Wenn das Projekt dabei belächelt wird oder die Nachwelt es eines Tages nicht ausreichend würdigt, interessiert mich das herzlich wenig. Ich baue das Schiff in erster Linie für mich und nicht für irgendwelche Modellbauexperten und Historiker. Mag sein, dass diejenigen das Vorhaben schon nach ein paar Bildern als gescheitert abtun, weil sie dabei aus ihren unendlichen Erfahrungsschatz schöpfen können. Denn nichts anderes lese ich aus Zeilen heraus, aber das spornt eher an.  :D :D :D

Ich denke das hier ist ein Forum für den Modellbau und die Definition des Wortes „Modellbau“ bietet reichlich Interpretationsspielraum, mindestens genauso viel, wie man den Schreibenden und Modellbauenden hier seine Freiheiten lassen sollte. Tipps, Tricks und Ratschläge nehme ich dabei gerne an, wenn es um das Modell geht. Wenn man einen Modellbauer allerdings in eine komplett andere Richtung drängen möchte, damit es den Idealvorstellungen der „alten Modellbauhasen“ besser entspricht, die offensichtlich viel Wert auf Risikominimierung und Korrektheit legen, dann ist der Sinn und Zweck dieses Forums hier eher zweifelhafter Natur.  :12:

An letzter Stelle sei daher noch einmal angemerkt, dass ich mir durchaus im Klaren darüber bin, dass mein Modellbauvorhaben scheitern kann. Einige Spanten mussten auch schon daran glauben, dass bleibt bei einer Eigenentwicklung nicht aus. Aber solange ich mir keine Finger absäge, das Holz mir ausgeht oder plötzlich doch entdecke das mein Modell ein besserer Schuhkarton wird, bin ich mit Feuereifer bei der Sache und freue mich weiterhin über jede Form von Posts zu meinem Modell.  :1:

Viele Grüße und einen guten Rutsch
wünscht der Bradhower

P.S. @Valbrad: Vielen Dank für den Post  :D
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Re: Erste Bilder zu meiner Fregatte
« Antwort #7 am: 31. Dezember 2009, 16:23:03 »
Hallo Brad,

Guten Morgen AnobiumPunctatum,

mir ist es durchaus bewusst, dass es viel einfachere Wege gibt. Die man bei dem Bau eines Schiffes beschreiten kann. Ich habe mich allerdings bewusst für diesen Weg entschieden und suche die Herausforderung.
Komisch. - Ich habe eher den Eindruck, daß Du das Gegenteil von dem tust, was Du hier schreibst. - Es ist eine sehr große Herausforderung, ein Schiff historisch möglichst korrekt zu bauen (Ich spreche aus Erfahrung, weil ich selbst gerade versuche ein Schiff, daß sogar einigermaßen gut belegt ist, zu rekonstruieren. Und selbst da stellt sich die Frage: "War es geklinkert, oder kraweel beplankt?" - Eine eindeutige Antwort gibt es in dem Fall nicht... Obwohl es Pläne vom NMM gibt und 3 zeitgenössische Bilder). - Ein Phantasieschiff zu bauen stellt nur Ansprüche an die handwerklichen Fähigkeiten. - Ja, natürlich wird dabei auch deine Kreativität dabei gefordert. - Das begrüße ich auch ausdrücklich! - Aber es ist so, dass man bereits bei dem Versuch, ein Schiff historisch möglichst korrekt zu bauen, ohne Ende auf Hindernisse stößt, die einerseits nach einer sauberen Recherche und letzten Endes doch auf eine kreative Lösung des jeweiligen Problems hinaus laufen. - Der Unterschied zwischen deinem Modell und einem historisch gut recherchierten Modell ist der, dass jeder, der sich mit der Materie nur ein kleines bisschen auskennt, sofort sehen wird, dass ob es sich um ein Phantasieschiff handelt, oder nicht. Und ein Phantasieschiff, so Leid es mir tut, reizt mich nur dann, wenn es so richtig phantastisch ist. - Also zum Beispiel die "Black Pearl" aus Fluch der Karibik, oder eine komplette Eigenerfindung mit einer kleinen Geschichte dazu (vielleicht?). - Ein Pseudo-Schiff aus einer Pseudo-Epoche, ohne jeden Hintergrund, ist für mich einfach nur eine Katastrophe und uninteressant. - Schade um die darauf verschwendete Bauzeit!
Zitat
Ansonsten hätte ich mir auch einen Revell-Baukasten kaufen können, um diesen fleißig zusammenzukleben.
Äh, entschuldige bitte, aber die käuflich erhältlichen Bausätze strotzen in den meisten Fällen nur so von Fehlern und sind leider gar nicht gut recherchiert. - Es ist tatsächlich eine große Herausforderung, aus diesen Kisten etwas zu machen, daß dem historischen Vorbild einigermaßen nahe kommt...
Zitat
Aber so etwas verliert bei mir schnell seinen Reiz. Gleiches gilt für irgendwelche Bausätze, wo Spanten, Decks & Co. schon vorgezeichnet sind. Das sorgt zwar dafür dass alles „historisch korrekt“ abläuft.
Auch da muss ich dich leider enttäuschen. Auch die meisten käuflich erhältlichen Holzbausätze sind, unter Betrachtung der historischen Korrektheit, meistens eher schlechter als besser.
Ich erwarte von dir nicht, daß Du einfach einen Bausatz zusammenklatschst. - Das wäre wirklich einfach. - Aber wenn Du eine echte Herausforderung suchst, dann versuche doch mal ein Schiff historisch korrekt zu rekonstruieren und zu bauen.
Das ist um Längen anspruchsvoller als du jetzt auch nur im entferntesten ahnst!
Zitat
Aber so lässt man sich auch unweigerlich in eine Richtung drängen, wie das Schiff später unbedingt aussehen sollte. Mir gefällt es aber lieber, dass ich meinen Vorstellungen unter der Einbeziehung historischer Informationen freien Lauf lasse.  :1:
Okay, da hast Du mich! - Ein Schiff, daß wirklich nach einem historischen Vorbild sauber gebaut wurde, sieht natürlich aus, wie das historische Vorbild. - Und ist entsprechend wertvoll, wenn es auch noch gut gebaut wurde.

Ein Phantasieschiff zu bauen ("unter Einbeziehung historischer Informationen" kannst Du dir dabei sparen, das ist und bleibt ein Phantasieschiff! - Vielleicht kann man das noch bezeichnen, als "angelehnt an eine bestimmte Epoche oder einen bestimmten Schiffstyp...". - Aber wenn man mir so ein Schiff und ein historisch sauber gebautes Modell in 1:20 von einem Kanonenboot vor die Nase hält, bin ich nach maximal 5 Minuten mit dem Phantasieteil "fertig". - Während ich mir einen ganzen Abend (und mehr) dieses Kanonenboot anschauen würde. - Vollkommen egal, wie groß das Phantasieschiff ist und wieviele Kanonen es hat und ob eine Beleuchtung darin ist, oder nicht. - Ein historisch korrekt gebautes Modell erhält von mir automatisch zehnmal mehr Aufmerksamkeit.
Zitat
Kanonen wird das Schiff von daher genug haben, dass Unterdeck wird dabei ein durchgehendes Kanonendeck sein, dass ist defintiv so geplant. Ebenso wird es auch Geschütze auf dem Vorder- und Achterdeck und Karronaden an selbigen geben. Ich hätte sicherlich bei meinen Beitrag dieses und andere Details noch lang und breit ausführen können, was ich wo und wann und in welcher Form plane und umsetzen möchte.  8) Ich präsentiere meine Ideen aber lieber nach und nach. Dies führt sicherlich zu einigen Ungereimtheiten und potentiellen Missverstehen beim lesen dieses Berichts. Das Risiko gehe ich dabei aber lieber ein, als später schreiben zu müssen, was alles nicht geklappt hat.  :pffft:
Schade. Auch damit machst du einen taktischen Fehler. - Du baust was vor dich hin, stellst es dann vor, dann "zerreissen" es die Leute und du bist entweder sauer, oder musst es noch einmal bauen.
Anstatt zuerst einen Vorschlag zu machen und zu fragen, sich die guten Tipps abzuholen und es dann sofort besser zu machen, als wenn Du es alleine gemacht hättest.
Auf die zweite Art bist du schneller fertig, hast weniger Ärger und das Ergebnis ist um längen besser. - Deine Entscheidung!
Zitat
Das Ziel habe ich ausgegeben, ein paar Wegmarken genannt und in dieser Form möchte ich es erreichen. Der Weg dahin, Ideen und Probleme möchte ich hier gerne präsentieren. Wenn das Projekt dabei belächelt wird oder die Nachwelt es eines Tages nicht ausreichend würdigt, interessiert mich das herzlich wenig. Ich baue das Schiff in erster Linie für mich und nicht für irgendwelche Modellbauexperten und Historiker. Mag sein, dass diejenigen das Vorhaben schon nach ein paar Bildern als gescheitert abtun, weil sie dabei aus ihren unendlichen Erfahrungsschatz schöpfen können. Denn nichts anderes lese ich aus Zeilen heraus, aber das spornt eher an.  :D :D :D
Schade, daß Du unbedingt mit dem Kopf durch die Wand willst!

Aber verrate mir doch mal, wie ich dir Tipps geben soll, bei einem Phantasieschiff?

Da gibt es keine Regeln!

Du baust es sowieso, wie Du willst und wie du lustig bist. - Du musst niemanden fragen. - Du kannst auch niemanden so richtig fragen, denn es kann dir niemand zu etwas raten. - Es ist ja sowieso alles deine eigene Phantasie!

Ich vermute mal, du bist einfach nur unsicher und fühlst dich von Anfang an "unterlegen" gegenüber den Erfahreneren hier im Forum. - Das musst Du aber nicht! - Jeder einzelne von uns hat mal genauso klein angefangen und NICHTS gewusst.
Das mussten wir auch alle erstmal lernen. - Du stehst einfach nur auf einer andern Sprosse derselben Leiter. - Und es ist doch nur gut, wenn dir diejenigen, die weiter oben auf der Leiter stehen, sagen können, welche Sprossen morsch sind und wo welche fehlen und welche gut halten, oder?

Wie gesagt, wenn Du dir deine eigene Leiter baust, können wir dir keine Tipps dazu geben. - Wir stehen nämlich auf einer anderen...
Zitat
Ich denke das hier ist ein Forum für den Modellbau und die Definition des Wortes „Modellbau“ bietet reichlich Interpretationsspielraum, mindestens genauso viel, wie man den Schreibenden und Modellbauenden hier seine Freiheiten lassen sollte. Tipps, Tricks und Ratschläge nehme ich dabei gerne an, wenn es um das Modell geht. Wenn man einen Modellbauer allerdings in eine komplett andere Richtung drängen möchte, damit es den Idealvorstellungen der „alten Modellbauhasen“ besser entspricht, die offensichtlich viel Wert auf Risikominimierung und Korrektheit legen, dann ist der Sinn und Zweck dieses Forums hier eher zweifelhafter Natur.  :12:
Ich will dich nicht drängen. - Bau' dein Modell! - Lass' deiner Phantasie freien Lauf! - Wenn es wirklich ein ausgefallenes Kunstwerk wird, werden es vielleicht auch spätere Generationen zu schätzen wissen.
So wie in der Malerei neue Kunststile erfunden werden. - Zum Beispiel ein Picasso gegen einen Rembrandt. - Wenn Du einen "Picasso" unter den Schiffsmodellen schaffen willst, nur zu! - Ich lasse mich gerne positiv überraschen!

Allerdings ist der Schiffsbau von Hause aus leider doch eher so "konserativ", daß die meisten Interessenten schon das Schiff als solches wieder erkennen wollen und es auch schwimmen könne sollte (sonst wäre es ein Auto, Motorrad, Flugzeug, Hubschrauber, UFo, whatever...). - Und im nächsten Schritt möchte ich, wenn irgendwo "Cutty Sark" an einem Modell steht, auch nicht eine "Santa Maria" sehen. - Irgendwie möchte ich, daß das Modell, was ich da sehe, auch möglichst mit dem historischen Vorbild übereinstimmt. - Tut mir sehr Leid aber in dieser Hinsicht bin ich einfach etwas altmodisch.

Ich möchte aber auch nicht, dass auf meiner Pizza "Analogkäse" oder "Formschinken" zu finden sind... - Vielleicht siehst Du das ja auch anders?

Egal.

Dieses Forum lässt Dir die freie Wahl! - Du kannst bauen, was immer du willst. - Aber Du kannst niemanden dazu zwingen, dein Phantasiemodell toll zu finden. - Genausowenig, wie wir dich dazu zwingen können, etwas anderes zu bauen.

Die Bauentscheidung triffst Du ganz alleine selbst!

Alles, was ich tue, ist dir ein paar Denkanstöße zu geben, ob sich dein Vorhaben auch wirklich lohnt.
Zitat
An letzter Stelle sei daher noch einmal angemerkt, dass ich mir durchaus im Klaren darüber bin, dass mein Modellbauvorhaben scheitern kann.
Nö, kann es eigentlich nicht.

Warum nicht?

Na, weil es ein Phantasieschiff ist!

Da kannst Du jederzeit beschließen: "Das gehört einfach so!"

Deswegen ist ein historisch korrekt gebautes Schiff eine viel größere Herausforderung, denn da ist ein Fehler ein Fehler und bleibt ein Fehler. - So lange, bis man ihn korrigiert. - Wegreden, wie bei einem Phantasiemodell, kann man ihn nicht.
Das ist vieeeel härter!

Und deswegen kann man da auch scheitern. - Bei einem Phantasieschiff kann man nicht scheitern. - Im schlimmsten Fall sieht es einfach nur Schei..e aus.

Zitat
Einige Spanten mussten auch schon daran glauben, dass bleibt bei einer Eigenentwicklung nicht aus. Aber solange ich mir keine Finger absäge, das Holz mir ausgeht oder plötzlich doch entdecke das mein Modell ein besserer Schuhkarton wird, bin ich mit Feuereifer bei der Sache und freue mich weiterhin über jede Form von Posts zu meinem Modell.  :1:

Viele Grüße und einen guten Rutsch
wünscht der Bradhower

P.S. @Valbrad: Vielen Dank für den Post  :D
So, ich hoffe, Du bist mir deswegen jetzt nicht böse. - Du stellst halt einfach ein paar Behauptungen in den Raum, von denen ich meine, daß sie nicht stimmen. - Aber so ist das im Leben. - Wir sind nie alle einer Meinung. - Und das ist auch gut so, denn sonst würde es keinen Fortschritt geben.
Du hast deine Meinung geäußert, ich habe meine Meinung geäußert. - Mehr ist nicht passiert.

Ich hoffe, du lässt dir meine Argumente nochmal ganz ruhig und sachlich durch den Kopf gehen. - Vielleicht überdenkst Du dein Vorhaben ja doch nochmal.

Wenn nicht, auch gut! - Wie ich schon schrieb: Deine Entscheidung!

Ich bin neugierig, was das wird. Und werde fleissig mitlesen. - Aber, wie gesagt, Hilfe kann dir keiner geben. - Einmal, weil es ein Phantasieschiff ist und zum anderen, weil Du zuerst bauen und dann fragen willst.
Deswegen kannst Du im Prinzip auch einfach nur die Fotos einstellen. - Wir können deine Ergebnisse sowieso nur einfach "hinnehmen".
Wenn Du im Forum aber ein "Mit-einander" erwartest und möchtest, dann musst Du uns auch die Chance dazu geben.

In diesem Sinne auf jeden Fall noch ein frohes und gesundes und erfolgreiches neues Jahr!

 
Ciao,

HWE

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Re: Erste Bilder zu meiner Fregatte
« Antwort #8 am: 31. Dezember 2009, 16:48:27 »
Hallo Brad,

Hallo HWE,

vielen Dank für die ausführliche Antwort und die berichtigten Ratschläge  :1:
Gern geschehen! :)
Zitat
zu deinen Fragen:

- Die Epoche dieser Fregatte soll in der Zeit des großen Napoelons angesiedelt sein. Außerdem soll sich später das Schiff im Gefechtszustand befinden.
- Was die Nationalität betrifft, sollte es eine Fregatte der Royal Navy werden, zu mindestens was die Besatzung und Beflaggung betrifft. Bei weiteren markanten Details, wie bspw. die Heckausführung, mache ich mich schlau und erarbeite in passenden Momenten Umsetzungsmöglichkeiten.  :8: Wenn du an dieser Stelle eine Internetseite mit historischen Schiffsplänen kennst zur Ideensammlung, wäre das super. Ich habe zwar schon ein paar schöne Ansichten gefunden. Aber Quellen kann man ja bekanntlich nie genug haben.    :D
Okay, also eine Fregatte um 1800. Eher britisch. - Hmmmm.
Ich würde, unter den gegebenen Umständen dann zum Erwerb eines AOTS-Bandes raten (HMS DIANA, HMS PANDORA),  oder wenn die Quelle noch besser sein darf, zum Erwerb der Monographie der "La Venus" aus dem ANCRE-Verlag. - Das ist dann aber "leider" eine französische Fregatte, aber im Prinzip "die Mutter aller Fregatten" um 1800. - Die Pläne, die in letzterer Monographie beigelegt sind, sind in 1/72, was dir entgegen kommen dürfte.
Zitat
Was deine Hinweise betrifft – muss ich an dieser Stelle anmerken, dass ich kein reiner „Neueinsteiger“ bin. Vom Schoner über ein Motorboot, bis hin zum Zerstörer aus dem 2 WK. habe ich schon ein paar Modelle in meiner Vita stehen (auf Wunsch kann ich mal ein paar Fotos einstellen). Also ein blutiger "Erstling" bin ich in dieser Hinsicht nicht und daher kann ich den Gesamtumfang meines Projektes schon ein wenig beurteilen bzw. einschätzen, was ich verwirklichen kann und was nicht. Das einzige Manko, dass ich zur Zeit habe ist, dass ich einfach etwas aus der Übung bin, weil ich mich jahrelang überhaupt nicht mit dem Modellbau mehr beschäftigt habe und stellenweise noch ein wenig Nachholbedarf besitze, um dieses gewisse „Feingefühl“ wieder zu entwickeln. Deswegen geht es mir manchmal so, wie einem der gerade Windows 7 auf seinem Rechner installiert hat und vorher jahrelang mit Windows 98 gearbeitet hat :rolleyes:
Außerdem gibt es natürlich dann auch noch die Freundin, Familie, Freunde, den Job und nebenbei habe ich noch ein Studium in der Endphase am Laufen - was den Zeitplan von ca. 1 Jahr sicherlich noch torpedieren wird und als unbekannter "Risikofaktor" für das Gesamtprojekt gelten könnte.  :rolleyes:
Jep, das sind alles erschwerende Faktoren. Aber warum sollte es dir anders gehen, als uns anderen auch? ;)
Zitat
Mein persönliches Maßstabsintervall liegt übrigens bei 1:72 bis 1:35. Alles was kleiner oder größer ist, ist irgendwie nicht mein Ding. Wobei ich es großartig finde, wenn jemand jenseits der 1:100 tolle Modelle entwickelt, mir fehlt für diesen „Nanobereich“ einfach der letzte Funke an Feinmotorik.  :P
Ob "Nano", oder nicht, muss jeder für sich selbst entscheiden. - Holger (HWB) und Lars (Maxim) haben da sicher eine andere Meinung dazu. ;)
Zitat
Was das "historisch korrekt" betrifft, ist das sicherlich das Schwierigste an einem Modell, wenn nicht sogar mangels Zeitzeugenerfahrung ein Ding der Unmöglichkeit. Aber dabei steht eigentlich die Frage im Raume, wo das "historisch korrekt" bei einem Modell beginnen soll!? Wenn man es genau nimmt, müsste Planke für Planke und Spante für Spante "historisch korrekt" gefertigt werden. Mir persönlich reicht es, wenn das Schiff ein "stimmiges" Gesamtbild ergibt bzw. ergeben wird. Denn in erster Linie baue ich so ein Modell für mich und nicht nach irgendwelchen Beurteilungskriterien zukünftiger Betrachter, diejenigen die ein Modell zu schätzen wissen und/oder mitbekommen haben, wie viel Arbeit darin steckt, werden es eines Tages vielleicht in Ehre halten und wenn nicht, dann geht das Schiff halt mit seinem Kapitän unter… :D
Erfahrungsgemäß wird bei einem Phantasieschiff wohl eher das letztere der Fall sein. - Schau' dir doch mal die aktuellen Reality-Soaps im Fernsehen an, wo die Leute ihren alten Trödel loswerden wollen und sich viel Geld erhoffen.
Da kommt dann ein Profi, wirft einen - mehr oder weniger - langen Blick auf das Modell. - Wenn das erkennbar eine gute Arbeit und historisch korrekt ist, hat es gute Chancen, doch noch weitergegeben zu werden. - Wenn nicht: Ab in den Kamin damit!
Zitat
Was die Zubehörteile betrifft, wie bspw. Geschütze, fehlen mir in dieser Hinsicht teilweise die passenden Werkzeuge, um so etwas in Eigenarbeit zu fertigen. Von daher habe ich, sicherlich zum Ärgernis eines manchen Modellbauers hier, einen schönen Onlineshop entdeckt (siehe Link hierzu auch unter dem Thread „Links“), der einige vorgefertigte Zubehörteile für stellenweise kleines Geld anbietet.  :) Von daher sollte ich hier bestimmt ein paar Jahre an Zeitaufwand einsparen können.  :D Was sich dann anders nicht auftreiben lässt, werde ich dann in Eigenarbeit entwickeln, wie bspw. später die Inneneinrichtung für die Kapitänskajüte, die man durch die Heckfenster sehen soll  :1:.

Das Einzige, wo ich wirklich Respekt bei meinen Vorhaben habe, ist die spätere Takellage und in absehbarer Zeit die Beplankung, wobei ich hier seit jeher das Problem mit eindringenden Badewannenwasser habe :8:
Heißer Tipp von mir an Dich: besorg' dir einfach mal den einen Band von Philip Reed und zwar: http://www.amazon.de/Historischer-Schiffsmodellbau-Schritt-f%C3%BCr-gezeigt/dp/3881807241/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1262274361&sr=1-1

Der ist nicht teuer und da ist eine große Fülle von Tipps darin, wie man auch mit einfachen Mitteln tolle Ergebnisse erzielen kann. - Ein kleiner Ansporn für Dich!
Zitat
Aber natürlich freue ich mich darauf regelmäßig Tipps, Kritik und Ratschläge hier zu bekommen und manche Fragen werde ich sicherlich auch zwischendurch mal haben.  :6:

Schöne Grüße
Bradhower

Das richtige beplanken bringen wir dir schon auch noch bei, wenn Du uns die Chance dazu lässt! ;)

Ciao,

HWE

Bradhower

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Re: Erste Bilder zu meiner Fregatte
« Antwort #9 am: 31. Dezember 2009, 18:47:59 »
Hallo HWE,

Zitat
Ich habe eher den Eindruck, daß Du das Gegenteil von dem tust, was Du hier schreibst. - Es ist eine sehr große Herausforderung, ein Schiff historisch möglichst korrekt zu bauen

ich merke schon - ich hätte nicht so unüberlegt das Wort "historisch korrekt" in meinen Eingangsthread verwenden sollen - das wird mir jetzt hier zum Verhängnis  ;)

Ich baue einfach ein Schiff, dass an jene Epoche angelehnt sein soll. Es ist kein Nachbau eines aus jenerzeit berühmten Schiffes. Ich orientiere mich an alten Modellen, Bildern, Plänen, etc. und suche mir dann das Passende daraus zusammen, für die besagte Eigenkreation. Deswegen bitte dieses Wort "historisch korrekt" nicht zu verbissen sehen. Ich bin geschichtlich nicht auf den Kopf gefallen und bin auch nicht eines Morgens aufgewacht und habe mich dazu entschlossen mit dem Modellbau anzufangen, so dass die Gefahr blindlings ins Unglück zu laufen hier eher gering ist :) Das Schiff soll einfach historische Elemente besitzen und einen stimmigen Gesamteindruck ergeben. Was heißen soll, dass ich auf das Vierlingsflakgeschütz im Mastkorb wahrscheinlich verzichten werde  :D

Zitat
Und ein Phantasieschiff, so Leid es mir tut, reizt mich nur dann, wenn es so richtig phantastisch ist. - Also zum Beispiel die "Black Pearl" aus Fluch der Karibik, oder eine komplette Eigenerfindung mit einer kleinen Geschichte dazu (vielleicht?). - Ein Pseudo-Schiff aus einer Pseudo-Epoche, ohne jeden Hintergrund, ist für mich einfach nur eine Katastrophe und uninteressant. - Schade um die darauf verschwendete Bauzeit!

Warum die Antwort nicht gleich - damit sind die Fronten ja klar.  ;) Ich halte es für keine verschwendete Bauzeit, geschweige denn für eine Katastrophe. Denn ich baue dieses Schiff ja nicht für dich HWE oder bist du der Nabel des Modellbaus, an dem sich jeder zu messen hat? Für mich ist der Bau dieses Schiffes ein Hobby, ein Zeitvertreib und eine willkommene Abwechslung im Alltag. Wenn es dabei nicht jedermann Geschmack trifft, dann kann er es dir gerne gleichtun und es sagen, damit habe ich kein Problem. Was mir sogar lieber ist, als falsche Begeisterung.  :12:

Zitat
Ich erwarte von dir nicht, daß Du einfach einen Bausatz zusammenklatschst. - Das wäre wirklich einfach. - Aber wenn Du eine echte Herausforderung suchst, dann versuche doch mal ein Schiff historisch korrekt zu rekonstruieren und zu bauen.
Das ist um Längen anspruchsvoller als du jetzt auch nur im entferntesten ahnst!

Die Herausforderung ein Schiff möglichst korrekt darzustellen ist sicherlich eine Interessante Sache und ich finde es großartig, was es hier teilweise für tolle Modelle gibt - da verbeuge ich mich vor. Aber ich kann nur im Rahmen meiner materiellen und technischen Möglichkeiten ein Schiff konstruieren und daraus versuchen das Beste zu machen.  :) Außerdem ein Modellbaukasten und selbst wenn er historisch nicht korrekt ist, hat für mich schlichtweg keinen großen und vorallem dauerhaften Reiz.  :rolleyes:

Zitat
Aber wenn man mir so ein Schiff und ein historisch sauber gebautes Modell in 1:20 von einem Kanonenboot vor die Nase hält, bin ich nach maximal 5 Minuten mit dem Phantasieteil "fertig". - Während ich mir einen ganzen Abend (und mehr) dieses Kanonenboot anschauen würde. - Vollkommen egal, wie groß das Phantasieschiff ist und wieviele Kanonen es hat und ob eine Beleuchtung darin ist, oder nicht. - Ein historisch korrekt gebautes Modell erhält von mir automatisch zehnmal mehr Aufmerksamkeit.

5 Minuten Aufmerksamkeit, sind immerhin 5 Minuten Aufmerksamkeit.  :D :D :D Aber da ist auch wieder der Punkt, dass ich mit meinen Modell(en) keinen Modellbauexperten beeindrucken möchte. Oder in tagelang an mein Modell binden möchte.

Zitat
Schade. Auch damit machst du einen taktischen Fehler. - Du baust was vor dich hin, stellst es dann vor, dann "zerreissen" es die Leute und du bist entweder sauer, oder musst es noch einmal bauen.

Es gibt sicherlich Wichtigeres im Leben, als wenn das eigene Modell verrissen wird. Aber auch aus einem Verriss ziehe ich lehrreiche Informationen, denn sollte mir dieses Modell zu MEINER Zufriedenheit gelingen, ist das nächste sicherlich nicht fern und gut gemeinte Ratschläge haben immer ein Plätzchen frei im Hinterkopf.  :1: Sauer werde ich höchstens wenn die Kritik mir nicht konstruktiv genug oder zu überheblich daherkommt.  :5:

Zitat
Anstatt zuerst einen Vorschlag zu machen und zu fragen, sich die guten Tipps abzuholen und es dann sofort besser zu machen, als wenn Du es alleine gemacht hättest.


Grundsätzlich bin ich ein Mensch der sich die Dinge lieber selber erschließt und erarbeitet bevor er fragt. Wenn dann trotzdem mal Fragen aufkommen melde ich mich sicherlich. Für mich ist das hier ein Forum zum Austauschen und Präsentieren von Modellen und kein betreuter Modellbauclub, wo man für jeden Schritt erst um Erlaubnis fragen muss.

Zitat
Auf die zweite Art bist du schneller fertig, hast weniger Ärger und das Ergebnis ist um längen besser. - Deine Entscheidung!

Um Schnelligkeit geht es mir nicht, ich habe einen Zeitplan, dass ist klar. Aber an dem bin ich nicht auf Gedei und Verderb gebunden. Und wie sich das mit dem „Ärger“ entwickelt werde ich hier sicherlich die Kritiker zwischendurch füttern dürfen…  :D

Zitat
Schade, daß Du unbedingt mit dem Kopf durch die Wand willst!

Der Punkt geht an dich – wenn ich mir was in den Kopf setze dann verbeiße ich mich durchaus mal in eine Sache und versuche sie besonders gut zu machen.

Zitat
Aber verrate mir doch mal, wie ich dir Tipps geben soll, bei einem Phantasieschiff?

Ich baue ja keinen komplett neuen Schiffstyp. Die Grundform und die Aufbauten werden schon zu erkennen sein. So frage ich mich zum Beispiel seit einigen Tagen, was die optimalste Möglichkeit ist, so einen Schiffsrumpf wasserdicht zu bekommen. Ich persönlich überlege dabei, ob ich die Schiffsinnenwände vielleicht mit Silikon aus dem Baumarkt abdichten soll. Bei früheren Modellen habe ich Bitum verwendet. Gab nur leider immer eine große Sauerei. Hier einen guten Tipp mit Umsetzungsmöglichkeiten zu bekommen, würde mir sehr weiterhelfen. Außerdem überlege ich den Rumpf später von außen doppelt zu beplanken. Erst mit Funierplatten und dann quer mit Funierleisten, um diesen schönen (das Wort historisch nenne ich jetzt mal nicht) „stimmigen“ Look zu bekommen. Meine Sorge ist dabei, dass dies eventuell zu Instabilität an den Nahtstellen am Bug und Heck führen könnte. Genauso bin ich am überlegen, wo bei einem Schlachtschiff aus jener Epoche eigentlich das Steuerrad war. Der Klassiker ist ja hinten auf dem Achterdeck. Aber ich habe auch schon Schiffe gesehen, wo das Steuerrad sich mehr im Mittelteil oder auch unter Deck befand.

Also an Fragen und Wünschen nach hilfreichen Tipps sollte es selbst bei meinem Fantasieschiff nicht mangeln.

Zitat
Ich vermute mal, du bist einfach nur unsicher und fühlst dich von Anfang an "unterlegen" gegenüber den Erfahreneren hier im Forum. - Das musst Du aber nicht! - Jeder einzelne von uns hat mal genauso klein angefangen und NICHTS gewusst.

Ich denke ich kann meine Position in der Nahrungskette des Modellbaus schon gut einschätzen. Deswegen bin ich eher ein wenig irritiert, wie sich die „Oberen“ Verhalten. Wenn sich einer der „Unteren“ auf der Leiter etwas querstellt und nicht erst mit haufenweise Hintergrundinformationen, Fragen, „Erlaubnisanträgen“ und Bauplänen aufwartet, sondern gleich mal etwas präsentiert und sich Ehrgeizige, für manche vielleicht unrealistische Ziele steckt.  :D

Zitat
Das mussten wir auch alle erstmal lernen. - Du stehst einfach nur auf einer andern Sprosse derselben Leiter. - Und es ist doch nur gut, wenn dir diejenigen, die weiter oben auf der Leiter stehen, sagen können, welche Sprossen morsch sind und wo welche fehlen und welche gut halten, oder?

Darunter verstehe ich Tipps zum Modell oder meinen Fragen weiter oben. Aber nicht eine Generalkritik an meinem Gesamtvorhaben, bzw. die voreilige Aussage von Desinteresse.  :2:

Zitat
Ich will dich nicht drängen. - Bau' dein Modell! - Lass' deiner Phantasie freien Lauf! - Wenn es wirklich ein ausgefallenes Kunstwerk wird, werden es vielleicht auch spätere Generationen zu schätzen wissen.
So wie in der Malerei neue Kunststile erfunden werden. - Zum Beispiel ein Picasso gegen einen Rembrandt. - Wenn Du einen "Picasso" unter den Schiffsmodellen schaffen willst, nur zu! - Ich lasse mich gerne positiv überraschen!

Da ist es schon wieder – dieser leichte Hauch von Überheblichkeit…  ;)(was ich aber auch jetzt nicht Negativ auslegen möchte, denn jeder der Erfolg hat neigt sicherlich leicht dazu). Aber auch hier wird eigentlich mal wieder eine Kluft von Missverständnissen offenbart. Denn wie bereits, nun schon dreimal geschrieben, habe ich es nicht vor, das mein Schiff eines Tages von der Nachwelt bewundert wird, die Personen die es im Hier und Jetzt in Augenschein nehmen, reichen mir Voll und Ganz. Ich denke Picasso hat seinerzeit so ähnlich gedacht… :pffft:

Zitat
Allerdings ist der Schiffsbau von Hause aus leider doch eher so "konserativ", daß die meisten Interessenten schon das Schiff als solches wieder erkennen wollen und es auch schwimmen könne sollte (sonst wäre es ein Auto, Motorrad, Flugzeug, Hubschrauber, UFo, whatever...). - Und im nächsten Schritt möchte ich, wenn irgendwo "Cutty Sark" an einem Modell steht, auch nicht eine "Santa Maria" sehen. - Irgendwie möchte ich, daß das Modell, was ich da sehe, auch möglichst mit dem historischen Vorbild übereinstimmt. - Tut mir sehr Leid aber in dieser Hinsicht bin ich einfach etwas altmodisch.

Um diese Enttäuschung von vornherein im Keim zu ersticken, baue ich auch kein Schiffsmodell originalgetreu nach. Denn wenn ich im Museum so ein Modell sehe, dann begeistert mich dieses an sich, egal ob es jetzt dem Original 1:1 entspricht oder einfach nur ein schönes Modell geworden ist.

Zitat
Ich möchte aber auch nicht, dass auf meiner Pizza "Analogkäse" oder "Formschinken" zu finden sind... - Vielleicht siehst Du das ja auch anders?

Na das ist den meisten sicherlich erst wirklich bewusst geworden, als es in den Medien die Runde machte. Trotzdem habe ich vorher Pizza aus der Tiefkühltruhe gegessen und ertappe ich selbst nach diesem „Miniskandal“ wie ich mir weiterhin, an schönen Fussballsamstagen eine Pizza reinpfeife. :14:

Zitat
Dieses Forum lässt Dir die freie Wahl! - Du kannst bauen, was immer du willst. - Aber Du kannst niemanden dazu zwingen, dein Phantasiemodell toll zu finden. - Genausowenig, wie wir dich dazu zwingen können, etwas anderes zu bauen.

Die Bauentscheidung triffst Du ganz alleine selbst!

Alles, was ich tue, ist dir ein paar Denkanstöße zu geben, ob sich dein Vorhaben auch wirklich lohnt.

Ich habe nichts gegen Denkanstöße, aber noch mehr mag ich Diskussionen, wie diese hier  

Zitat
Na, weil es ein Phantasieschiff ist!

Da kannst Du jederzeit beschließen: "Das gehört einfach so!"

Deswegen ist ein historisch korrekt gebautes Schiff eine viel größere Herausforderung, denn da ist ein Fehler ein Fehler und bleibt ein Fehler. - So lange, bis man ihn korrigiert. - Wegreden, wie bei einem Phantasiemodell, kann man ihn nicht.
Das ist vieeeel härter!

Und deswegen kann man da auch scheitern. - Bei einem Phantasieschiff kann man nicht scheitern. - Im schlimmsten Fall sieht es einfach nur Schei..e aus.

Ich persönlich halte beide Bauvariationen für anspruchsvoll und herausfordernd und den Satz „das ist einfach so“ wirst du bei meinem Modell nicht hören. Deswegen, die einzige wirklich ernsthafte Sorge ist, dass es wirklich „Sche…e“ aussieht. Aber ich hoffe das werde ich dann vorher erkennen, bevor ich Bilder hier poste.

Zitat
Du hast deine Meinung geäußert, ich habe meine Meinung geäußert. - Mehr ist nicht passiert.

Ich habe damit auch kein Problem. Denn wie bereits gesagt, es ist ein Hobby und ein Zeitvertreib für mich, wo sich die o. g. „Verbissenheit“ erst zeigt, wenn ich am Modell am werkeln bin und meine Ideen versuche umzusetzen. Aber insgesamt sehe ich die Sache mit der nötigen Entspannung und mag es, wenn man hier ein wenig diskutieren darf und sei es schon über den Grundsatz dieses Modellbauvorhabens.  :DDamit ist ja schon mehr Aufmerksamkeit hier erreicht als ich mir je vorher gedacht hätte. Und wie gesagt, wenn ich eine Frage habe, dann stelle ich sie zeitnah. Wenn ich Fotos hier reinstelle und jemanden etwas auffällt was gut oder schlecht ist, dann freue ich mich auf Hinweise und Tipps. Ich will hier keinen vor vollendete Tatsachen setzen, so dass er nur Daumen hoch oder runter zeigen kann. Aber ein bisschen mehr Vorlaufzeit sollte mir schon gegönnt sein, bevor man schon voreilig sein Desinteresse bekundet und das gesamte Vorhaben schon zum Scheitern verdammen möchte, weil es den eigenen oder branchenüblichen Idealvorstellungen weniger entsprechen mag.

Von daher: Friede-Freude-Eierkuchen und ein schönes neues Jahr.  :winken:

Grüße
Bradhower
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Re: Erste Bilder zu meiner Fregatte
« Antwort #10 am: 31. Dezember 2009, 19:04:34 »
Mensch, da ist man noch am kommentieren, des letzten Kommentars und da kommt schon wieder was Neues…. ;)
Da sind auf jedenfall mal seeeeeeeeeeehr hilfreiche Tipps. Vielen Dank. Denn irgendwie ist es gar nicht so einfach Modellelemente, Pläne und Zeichnungen von britischen Schiffen aus jener Epoche zu finden, als von den Franzosen – hier haben die  irgendwie doch klar die Oberhand. Aber eigentlich sind die Schiffe der großen Seenationen aus jener Zeit ja schon sehr ähnlich in ihrer Grundform.

Zitat
Erfahrungsgemäß wird bei einem Phantasieschiff wohl eher das letztere der Fall sein. - Schau' dir doch mal die aktuellen Reality-Soaps im Fernsehen an, wo die Leute ihren alten Trödel loswerden wollen und sich viel Geld erhoffen.
Da kommt dann ein Profi, wirft einen - mehr oder weniger - langen Blick auf das Modell. - Wenn das erkennbar eine gute Arbeit und historisch korrekt ist, hat es gute Chancen, doch noch weitergegeben zu werden. - Wenn nicht: Ab in den Kamin damit!

Als Student der Medienwissenschaften wurden mir zum Glück im Studium die Augen geöffnet, was diese Reality-Soaps betrifft ;)
Um dem Kamin zu entgehen habe ich von einem Bekannten einen ordentlichen Schwung Mahagonileisten für mein Schiff bekommen. Damit erhoffe ich mir mein Modell zumindestens materialtechnisch aufwerten zu können, damit es bei Ebay eines Tages heißt „Segelschiff aus Edelholz an Selbstabholer zu verkaufen – Unikat, sehr edel, echte Rarität“ :D

Zitat
Das richtige beplanken bringen wir dir schon auch noch bei, wenn Du uns die Chance dazu lässt!   
Siehe hierzu auch meinen vorangegangenes Kommentar und ich freue mich schon auf die Ratschläge :)
Grüße
Bradhower

P.S: Das Buch habe ich mir auch gleich mal bei Amazon bestellt :)
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Re: Erste Bilder zu meiner Fregatte
« Antwort #11 am: 31. Dezember 2009, 19:22:21 »
Hallo Bradhower !
Also ich find die idee nicht schlecht und bin mal gespannt was du da so zusammenbaust.
Ich bau ja eigentlich auch ein fantasieschiff die Soleil Royal hat es so auch nicht gegeben aber sie macht mir trotzdem spass obwohl es mich schön reitzen würde wie sie wirklich aussah aber das werden wir wahrscheinlich nie erfahren.
Also viel spass beim bau.
mfg Christian
« Letzte Änderung: 01. Januar 2010, 11:34:36 von JollyRoger »
Im Bau: Le soleil Royal

AnobiumPunctatum

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Re: Erste Bilder zu meiner Fregatte
« Antwort #12 am: 01. Januar 2010, 10:07:24 »
Zitat
Da sind auf jedenfall mal seeeeeeeeeeehr hilfreiche Tipps. Vielen Dank. Denn irgendwie ist es gar nicht so einfach Modellelemente, Pläne und Zeichnungen von britischen Schiffen aus jener Epoche zu finden, als von den Franzosen – hier haben die  irgendwie doch klar die Oberhand.
Bücher über englische Schiffe gibt es reichlich. Das reicht locker für mehr als einen Regalmeter. Leider ist einiges nur noch antiquarisch und z.T. sehr teuer. Schau mal bei www.modellmarine.de vorbei, da habe ich einiges vorgesetellt.
Eine sehr gute Webseite hat das National Maritime Museum Der Link verweist auf die Plansammlung.

Zitat
Aber eigentlich sind die Schiffe der großen Seenationen aus jener Zeit ja schon sehr ähnlich in ihrer Grundform.
Das gilt aber wirklich nur sehr sehr oberflächlich. Die Konstuktionsprinzipien englischer und französischer Schiffe sind völlig unterschiedlich. Man kann bei verschiedenen Schiffen sogar die Klasse, zu der sie gehören, erkennen.
Für mich sehen die modernen Blechbüchsen auch alle gleich aus, trotzdem gibt es eine Menge Unterschiede, die Fachleute erkennen können.
:winken:  Christian

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Re: Erste Bilder zu meiner Fregatte
« Antwort #13 am: 01. Januar 2010, 16:42:52 »
@JollyRoger:
Schön zu wissen, dass noch andere Fantasie-Schiff-Bauer gibt...  ;) :D Gibt es denn hier auch einen Baubericht zu der Soleil Royal? Bei meinem Schiff überlege ich aktuell ob ich ihm den Namen "Syren" geben soll, in Anlehnung an Szenen aus dem Film "Master and Commander", wo die britische Fregatte "Surprise" kurzweilig den Fantasienamen "Syren" erhielt und einen auf Walfänger machte, um den Feind zu täuschen...  ;)

@AnobiumPunctatum:
Bei modellmarine.de habe ich schon mal herumgestöbert und den interessanten Baubericht zur HMS Triton gelesen. So in der Art stelle ich mir meine Fregatte auch vor. Allerdings werde ich bei dem Bau des Rumpfes nicht so mit der Detailverliebtheit zu Werke gehen können. Alleine schon, weil ich an die dort genannten Bauhölzer nur schwer drankomme und mir auch teilweise die richtigen Werkzeuge und Maschinen fehlen - zumindestens mittelfristig. Aber auf lange Sicht hin, ist so ein Modell schon ein guter Ansporn...  :6:

Die Internetseite ist auf jedenfall super - vielen Dank. Einige Baupläne bestätigen mich dabei, dass ich mit meinem Bauvorhaben und den vorher schon gesammelten Informationen auf den richtigen Weg bin, auch wenn dieser noch sehr lang ist.  :6:
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Re: Erste Bilder zu meiner Fregatte
« Antwort #14 am: 01. Januar 2010, 22:18:50 »
@JollyRoger:
Schön zu wissen, dass noch andere Fantasie-Schiff-Bauer gibt...  ;) :D Gibt es denn hier auch einen Baubericht zu der Soleil Royal?
Hallo Bradhower!
Guckst du hier:http://www.modellboard.net/index.php?topic=24946.0



Auf Modellmarine hast du ausgerechnet den Baubericht von unserem Anobi gelesen wird ihn freun :D
mfg Christian

PS: Was meine Soleil angeht hat es das Schiff zumindest gegeben und jeder der die Soleil baut muß mit dieser variante leben oder eben so wie ich versuchen sie etwas zu korriegieren aber es bleibt irgendwie immer eine Fantasierekonstruktion.

Was den Namen deines Schiffes angeht würde ich einen anderen nehmen da deines dann immer mit der Syren aus MaC verglichen wird.
« Letzte Änderung: 01. Januar 2010, 22:21:25 von JollyRoger »
Im Bau: Le soleil Royal