Autor Thema:  Zugkraft von H0e-Lokomotiven  (Gelesen 4008 mal)

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achimdd

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Zugkraft von H0e-Lokomotiven
« am: 23. Januar 2010, 20:43:40 »
Est mal Hallo
Ich habe eine H0e- Anlage im Bau mit einer Steigung unter 3% und mußte
leider feststellen das die Lok's große Schwierigkeiten haben, unter anderem
die BR 99 4652 von Roco. Meine Frage hat sich schon mal jemand mit Haftreifen
bei H0e beschäftigt.

Gruß Achim

heavytank

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Re: Zugkraft von H0e-Lokomotiven
« Antwort #1 am: 23. Januar 2010, 23:48:51 »
:-D
Tja, was soll ich sagen, entweder die Lok hat Haftreifen, oder nicht.
Nachträglich Haftgummis aufziehen geht nicht. Es sei denn, Du baust die Achse aus, drehst eine passende Nut in die Lauffläche und ziehst einen passenden Reifen auf.
Was anderes geht nicht!

Federl

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Re: Zugkraft von H0e-Lokomotiven
« Antwort #2 am: 24. Januar 2010, 03:19:52 »
Hallo achimdd,

vorausschicken muss ich, dass ich zwar H0-Märklin-Fan bin und damit zwangsläufig keine Ahnung von Rocco H0e haben kann. Dennoch möchte ich einige Überlegungen zu Deiner Frage beitragen:

1. Ich finde Deine Erfahrung mit der Zugkraft Deiner Loks erstaunlich. Bisher war ich immer der Annahme, dass die Rocco-Lokomotiven die beste Zugkraft haben.
2. Allgemein nimmt man an, dass bei Märklin H0 die Belastungsgrenzr bei nicht ganz 4% liegt. Solche Rampen  sollten für Zuggrößen im üblichen Rahmen unseres Hobbies liegen. Von daher stellt sich Dein Problem also etwas ungewöhnlich dar. Leider hast Du in Deiner Anfrage aber nicht erwähnt, welche Zugleistung Du von Deiner Lok erwartest; mit anderen Worten, wieviele Waggons welcher Art und welcher Beladung Du Deiner Lok zumutest und sie damit möglicherweise übeforderst. Schau Dir also Deine Züge unter diesem Aspekt nochmals genauer an.
3. Ich gehe jetzt davon aus, dass Deine Loks auch tatsächlich Haftreiben haben (Wenn nicht, siehe obigen Beitrag von heavytank.) Wenn dem so ist, solltest Du prüfen, in welchem Zustand sich die Haftringe befinden. Sie können, bei hoher Belastung mit der Zeit ausleiern (weil die Dehnungsgrenze überschritten wird) und am Rad tritt Schlupf auf. D.h., der Reifen rutscht am Rad und kann damit nur noch einen Teil der Drehbewegung auf die Schiene bringen. Haftreifen bestehen meines Wissens aus Gummi. Gummi ändert - unter dem Einfluss von Temperatur und chemischen Einwirkungen seine Eigenschaften. Er kann verhärten und damit sinkt die Haftung sowohl am Rad wie auch an der Schiene. Die Treibräder schleudern also innerhalb des Gummis und an der Schiene. Und schon wieder hast Du einen Leistungsverlust (Schwund). Dann heisst es: Haftreifen auswechseln.
4. Es kann aber auch sein, dass Du Öl auf den Schienen und/oder unter den Haftreifen hast. Dadurch wird die Haftreibung zwischen Schiene und Treibrad (egal ob mit oder ohne Gummi) vermindert. Das gilt schon für den geringsten Ölfilm der zwangsläufig entsteht, sobald Du geöltes Material über die Strecke schickst. Andere Flüssigkeiten hätten ähnliche Wirkung, aber ich gehe davon aus, dass Deine Anlage trocken ist- Dann heißt es Schienen entölen und dafür gäbe es Reinigungswagen, falls Du mit einem Wischlappen nicht überall auf der Strecke an die Schienenoberflächen herankommst. Vermutlich hilft auch ein Hauch Feuerzeugbenzin oder sowas auf dem Lappen. Dann siehst Du schon auf dem Lappen, was sich auf der Lauffläche so alles angesammelt hat. Diese Prozedur sollte man übrigens ebenfalls vorbeugend hin und wieder durchführen. Und die benutzten Haftreifen kannst Du - falls sich auf dem Lappen dunkle Striche zeigen - ohne Bedenken wegwerfen und durch neue ersetzen (dazu siehe oben unter 'Einwirkungen'). Und wenn Du Dein rollendes Material mal ölen solltest, schau mal bitte, ob Du nicht was besseres zum Schmieren findest als ordinäres Öl. Da soll es inzwischen die tolltsten Sachen geben, die nicht mehr weggeschleudert werden und obendrein besser wirken.

Viel Erfolg beim Aufspüren und Beheben Deines Problems. Wäre ja noch schöner, wenn Du Deinen Zügen nicht das Kraxeln beibringen könntest!
Modellbahnmurkser: Märklin H0; viel Landschaft, lange Paradestrecken: ein wenig Stadt, ein wenig Dorf mit Landwirtschaft; Industrie und viel Leben