Autor Thema: Schiffe Panzerkanonenboot S.M.S. WESPE in 1:160  (Gelesen 13951 mal)

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maxim

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Schiffe Re: Panzerkanonenboot S.M.S. WESPE in 1:160
« Antwort #45 am: 15. Juli 2015, 07:30:53 »
Wie immer beeindruckend und interessant! Und dann fast wie beim Original gebaut - abgesehen von den haufenweise Nieten.
Im Bau: Geschützte Kreuzer USS Olympia (WSW) und USS Raleigh (Modelkrak)

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Re: Panzerkanonenboot S.M.S. WESPE in 1:160
« Antwort #46 am: 15. Juli 2015, 08:11:15 »
Beeindruckend....einfach unglaublich....musst Du die Kanone nicht nach dem Bau wieder demilitarisieren, um dem Kriegswaffenkontrollgesetz genüge zu tun?  :7:

Nö, im Ernst - das ist mehr als nur beeindruckend...das ist fantastisch! Ich bleibe dran!

Mit den besten Grüßen,
Andreas
Als der Herr am siebten Tag über die Erde wandelte und Sein Werk betrachtete, stellte Er fest, dass die Steine zu weich geraten waren. Darauf schuf Er den Panzergrenadier.

wefalck

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Re: Panzerkanonenboot S.M.S. WESPE in 1:160
« Antwort #47 am: 01. Januar 2017, 20:18:17 »
Nachdem wir hoffentlich alle, ohne zu schlittern, in das Neue Jahr gerutscht sind sowie das Projekt der Mikro-Fräsmaschine erfolgreich abgeschlossen wurde, soll hier nun nach langer Pause weitergehen.

Ich habe zuerst einmal einen Blick in die Schachtel mit den bisher produzierten Einzelteilen geworfen, um meiner Erinnerung nachzuhelfen:



Auch das Lesen des eigenen Bauberichtes ist eine gute Hilfe dabei, an die bisherigen Fortschritte anzuknüpfen. Es gibt dann hoffentlich bald von konkreten Fortschritten zu berichten ...
« Letzte Änderung: 04. Januar 2017, 23:35:46 von wefalck »

Bohemund

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Re: Panzerkanonenboot S.M.S. WESPE in 1:160
« Antwort #48 am: 01. Januar 2017, 21:12:14 »
Sehr schön, da freue ich mich drauf. Deine Arbeiten sind wirklich Schmuckstücke.

wefalck

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Re: Panzerkanonenboot S.M.S. WESPE in 1:160
« Antwort #49 am: 03. Januar 2017, 23:49:54 »
Danke für die aufmunternden Worte !

******************************

Für die Höhenrichtmaschine hatte ich schon vor langem Zahnräder geschnitten. Ein Problem in dieser Größe ist die Zahnform. Selbst in Damenarbanduhren wären die Zähne größer. Ich habe zwar verschiedene Zahnradfräser aus der Uhrenindustrie, aber die waren immer noch zu grob. Ich mußte deswegen mit einem Linsenfräser mogeln, was aber wohl kaum sehen wird.


Teilkopf auf der Uhrmacherfräsmaschine

Zum Fräsen wurde ein Stück Rundmessing in einer Spannzange im Teilkopf gespannt. Seit die Bilder gemacht wurden habe ich aber eine verbesserte Version des Teilkopfes für die Fräsmaschine aus einem alten Reitstock einer Uhrmacherdrehmaschine gebaut.


Zahnradrohling im Werden

Von dieser gezahnten Rundstange werden nun zwei Scheiben abgesägt, die auf der Drehbank weiterbearbeitet werden.

So sehen die Zahnradrohlinge nach dem Abschneiden, aber noch vor der weiteren Bearbeitung aus:


Zahnradrohlinge

Das größte Zahnrad hat einen Durchmesser von knapp 4 mm. Bei einem Modul von ca. 0,06 beträgt die Zahnweite ca. 0,1 mm. Beim Original sah das so aus:


Geschützexerzieren aus S.M.S. WESPE(?)

Bei den russischen Klonen des Geschützes auf der heute finnischen Festung Suomenlinna vor Helsinki sah die Höhenrichtmaschine sehr ähnlich aus:


Antrieb der Höhenrichtmaschine

Auf der Innenseite der Wange der Oberlafette griff ein Ritzel in einen Zahnbogen ein, der am Geschützrohr angeschraubt war.


Zahnbogen-Richtmaschine

Fortsetzung folgt ...

Universalniet

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Re: Panzerkanonenboot S.M.S. WESPE in 1:160
« Antwort #50 am: 04. Januar 2017, 10:28:51 »
 8o 8o 8o

Vollkommen überzeugend .....
Jetzt muss ich erst mal googlen, was ein Linsenfräser ist.

wefalck

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Re: Panzerkanonenboot S.M.S. WESPE in 1:160
« Antwort #51 am: 04. Januar 2017, 23:38:01 »
Um einmal etwas anderes, als die Mikro-Arbeiten auf der Drehbank zu machen und etwas wachsen zu sehen habe ich mich jetzt einmal mit dem Oberlicht über der Offiziersmesse im Heck des Schiffes beschäftigt.


Oberlicht über der Offiziersmesse (Laverrenz)

Wie die anderen Oberlichte, so wurde auch dieses um einen kleinen Plexiglas-Block herum konstruiert, der auf Maß gefräst und dann poliert wurde.




Fräsen des Plexiglas-Blocks
 
Die Schreinerarbeiten wurden durch verschiedene Lagen von 0,4 mm dickem Pertinax dargestellt. Um die Kanten rechtwinklig zu schleifen kam die kürzlich konstruierte Mikro-Schleifmaschine und der Handschleifer zum Einsatz.


Schleifen der Kanten mit der Mikro-Schleifmaschine

Auf der ‘richtigen’ WESPE konnte das Oberteil des Oberlichtes abgehoben werden. Die Einfassung der Decksöffnung war außen mit einem halbrunden Profil versehen, wie man auf der Photographie erkennen kann. Ich benötigte daher ein halbrundes Profil mit einem Durchmesser von 0,4 mm. Zu diesem Zweck habe ich kurze Stücke von 0,4 mm Kupferdraht auf ein zuvor in situ plangefrästes Stück Aluminium geklebt und den Draht auf gleichmäßig die halbe Dicke abgefräst. Die 45° Gehrungen für die Ecken wurden auf der Mikro-Schleifmaschine mit einer speziellen Halterung für die Drähte hergestellt


Fräsen halbrunder Profile aus 0,4 mm Kupferdraht


Anschleifen von 45° Gehrungen an die 0,4 mm Kupferprofile

So wirklich zufrieden bin ich nicht mit dem Endresultat nach der Montage. Andererseits mißt das Skylight aber auch nur 7 mm by 8 mm. Vielleicht mache ich noch einen Versuch mit selbstgeätzten Teilen (die ich aber erst noch produzieren müßte).


Das Oberlicht vor der Bemalung (die Nahaufnahme ist unerbittlich ...)


Demnächst mehr in diesem Theater ...

wefalck

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Re: Panzerkanonenboot S.M.S. WESPE in 1:160
« Antwort #52 am: 10. Januar 2017, 22:27:50 »
Ich habe mich jetzt wieder mit dem Rumpf und den Aufbauten beschäftigt. Alle Oberflächen, die im Original Bleche waren werden mit einer dünnen Schicht Pertinax überzogen. Die Öffnungen für Bullaugen und ähnliches werden (mit einigen Ausnahmen) zuvor eingebracht. Auf diese Weise wurde die Barbette ausgebaut und das Deckshaus kaschiert.


Deckshaus mit Pertinax überzogen, vor der weiteren Detaillierung

Die Decks waren überwiegend beplattet und mit Ölfarbe beschichtet, der Sand und Zement beigemischt war. Dies diente einerseits als Korrosionsschutz und erhöhte andereseits deren Rutschfestigkeit. Manche Modelle zeigen, entsprechend dem Plan von Wolfgang Bohlayer, einen Holzbelag. Inzwischen ist aber auf Grund neuerer Erkenntnisse klar, daß dem nicht so war. Offenbar wurde auch kein Linoleum verwendet, wie sich aus zeitgenössischen Photos erkennen läßt.




Gravieren der Beplattungsstöße und der Plankenfugen

Das Modell strebt eine Darstellung des Originalzustandes zum Zeitpunkt der ersten Indienststellung an. Daher wurde die Beplattung durch feine Gravuren auf einer dünne Pertinax-Platte dargestellt. Alle metallenen Decks werden auf diese Weise dargestellt. Ausnahmen sind das Backdeck sowie Teile des Barbetten-Decks. Diese waren über dem eisernen Deck beplankt, vermutlich um Beschädigungen durch die Ankerketten und die Handhabung der Geschosse zu vermeiden. Die Beplankung der Back war strahlenförmig angelegt. Vermutlich hielt dieses Muster der Druckbelastung beim Schuß besser Stand, als das übliche Muster mit Nähten parallel zur Kiellinie. Dies Plankenfugen wurden ebenso durch eine leichte Gravur angedeutet. In Wirklichkeit wären die Fugen durch die Kalfaterung mehr oder weniger in einer Ebene mit der Oberkante der Planken. Je nach Temperatur und Feuchtigkeit der Planken wölbt sich Kalfaterung leicht auf oder zieht sich ein. Die Gravierung läßt aber das Deck lebendiger erscheinen.


Graviertes Achterdeck und Backdeck-Beplankung

Fortsetzung folgt ...

bughunter

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Re: Panzerkanonenboot S.M.S. WESPE in 1:160
« Antwort #53 am: 11. Januar 2017, 19:25:03 »
Sauber gemacht :P
So richtig Klasse finde ich aber die Zahnräder der Höhenrichtmaschine! Könnten einer Uhr entsprungen sein :1:

Das Boot wird richtig schick!

Viele Grüße,
Bughunter

Wikipedia sagt: "Ein Modell ist ein vereinfachtes Abbild der Wirklichkeit."
Deshalb baue ich lieber verkleinerte Originale.

Peter76

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Re: Panzerkanonenboot S.M.S. WESPE in 1:160
« Antwort #54 am: 12. Januar 2017, 07:42:02 »
sher beeindruckend!  :1:

Grüße
Peter

wefalck

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Re: Panzerkanonenboot S.M.S. WESPE in 1:160
« Antwort #55 am: 14. Januar 2017, 21:58:30 »
Danke !

*********

Der Boden der Barbette ist teilweise beplankt, wahrscheinlich um das Panzerstahl-Deck darunter vor Beschädigungen zu schützen, die bei der Handhabung der schweren Granaten entstehen könnten. Das Stahldeck darunter und außerhalb der Barbette ist leicht geneigt, um auftreffende feindliche Geschosse von den Munitionsräumen abzulenken. Innerhalb der Barbette ist der geneigte Boden mit Holz aufgefüllt.






Auschnitte aus drei zeitgenössichen Zeichungen der Barbette

Die Interpretation der auf den Zeichnungen dargestellten Elemente ist nicht immer ganz einfach. Immerhin kann man einen Niedergang in Back erkennen, in der sich die Mannschaftsquartiere befinden. Unter der Back befindet sich auch die lange Handkurbel für die Seitenrichtmaschine des Geschützes. Dann erkennt man noch eine rechteckige Decksöffnung für die Geschoßaufgabe aus dem Geschoßraum, sowie eine runde für die Pulveraufgabe aus dem darunterliegenden Pulvermagazin. Die Niedergänge waren offenbar mit eisernen Rosten oder Grätings abgedeckt. Dann erkennt man noch eine Decksöffnung mit einem doppelten Klappdeckel, die nach der handschritlichen Notiz auf einer anderen Zeichnung ein Mannloch ist, das Zugang zum Vorraum des Geschoßraumes gewährt. Wie hoch der Rahmen um das Mannloch ist, wissen wir nicht, da es keine Seitenansicht davon gibt. Weiterhin erkennbar sind Racks für fünf Bereitschafts- oder Übungsgranaten. Es gibt noch andere Rack-ähnliche Strukturen, deren Funktion nicht klar ist. Vielleicht dienen sie zum Stauen für Werkzeuge für die Geschosse o.ä. Leider gibt es keine photographischen Aufnahmen, die da Klarheit verschaffen könnten. Eine Treppe gewährt Zugang zur Barbette von der Brücke aus. Zwei senkrechte Leitern ermöglichen den Zugang von der Back aus.


Die Barbette mit den verschiedenen Niedergängen usw.

Der Boden der Barbette, der offenbar keinen Sprung hatte, wurde aus zwei Schichten von Pertinax aufgebaut, die die Beplattung bzw. Beplankung darstellen. In die entsprechenden Schichten wurden die Plattenstöße bzw. Plankennähte eingraviert.




Fräsen und Koordinatenbohren auf der neuen Mikro-Fräsmaschine

Der Bau der verschiedenen Niedergänge gab Gelegenheit die neue Mikro-Fräsmaschine auszuprobieren. Das Mannloch zum Geschoßraum wurde aus einem kleinen Plexiglas-Blöckchen gefräst. Die Maschine wurde auch dazu benutzt die Löcher in dem seitlichen Rack in gerader Linie und gleichmäßigem Abstand einzubringen.


Sammlung von Niedergängen für die Barbette (die Grätings müssen noch gerichtet werden)

Fortsetzung folgt ...
« Letzte Änderung: 14. Januar 2017, 22:34:44 von wefalck »

bughunter

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Re: Panzerkanonenboot S.M.S. WESPE in 1:160
« Antwort #56 am: 14. Januar 2017, 22:31:02 »
Bin gespannt, wie das dann lackiert aussehen wird, bestimmt beeindruckend :P
Da das Boot ja nicht allzu groß ist und schon einiges gebaut ist, ergibt das einen guten Baufortschritt.

Die macht bestimmt am Ende bestimmt auch Bumms, oder eher RrrrrUms! :D

Viele Grüße,
Bughunter

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Re: Panzerkanonenboot S.M.S. WESPE in 1:160
« Antwort #57 am: 15. Januar 2017, 19:27:44 »
Du näherst Dich zurecht der 10000er Marke.
Modellbaukrimi pur.

wefalck

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Re: Panzerkanonenboot S.M.S. WESPE in 1:160
« Antwort #58 am: 22. Dezember 2017, 16:03:42 »
Seit dem letzten Beitrag ist nun schon fast ein Jahr vergangen. Es war ein geschäftlich anspruchsvolles Jahr mit häufigen Unterbrechungen durch Dienstreisen, aber auch Abschweifungen in den Werkzeugbau sowie in häusliche Renovierungsarbeiten. Manchmal war man dann einfach zu müde, um sich mit den Miniaturarbeiten auseinanderzusetzen. Kleine Fortschritte, aber mehr nach Art einer Springprozession – zwei vor und einen zurück, hat es aber doch gegeben. Ich habe sowohl mit den Möglichkeiten der verfügbaren Materialien, als auch mit meinen eigenen Fähigkeiten gekämpft. Der Maßstab 1:160 ist halt doch klein, vorallem wenn man die Ambition hat, die gleichen Details wie z.B. im Maßstab 1:100 oder sogar 1:50 wiederzugeben. Einer dieser Kämpfe betraf Treppen und Niedergänge, über die ich im nächsten Beitrag berichten werde.
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Das Oberlicht für die Offiziersmesse, das in einem der vorangegangen Beiträge gezeigt wurde hat mir nicht wirklich gefallen. Es war nicht so sauber, wie ich mir das vorgestellt hatte. Ich hatte es um einen Plexiglas-Kern herum mit Schichten von Hartpapier aufgebaut. Die Halbrundstäbe des Schreinerwerks waren durch 0,4 mm dicke Kupferdrähte imitiert worden, die auf die Hälfte abgefräst worden waren. All das führte zur reichlichen Verwendung von Cyanoacrylat-Klebstoff, der nicht einer meiner Lieblingswerkstoffe ist und mit dessen Anwendung ich immer auf Kriegsfuß stehe.


Fräsarbeiten am Oberlicht der Offiziersmesse

Mir kam aber dann der Gedanke, daß man ja die Oberlichte, anstatt sie in Schichten aufzubauen, auch aus einem Plexiglas-Klötzchen fräsen könnte. Man muß nur, wie bei einer Skulptur, strategisch planen und sich von den äußerten Schichten nach innen vorarbeiten (das erinnert mich an den Witz von der älteren Dame, die auf einer Ausstellung einen Bildhauer fragte, ob es schwierig sei einen Löwen zu meißeln. Der Bildhauer antwortete: eigentlich nicht, man nimmt einen großen Marmorblock und schlägt alles weg, was nicht nach Löwe aussieht ...). Die im Original gehobelten Profile wurden als rechteckige Leisten stehen gelassen und wurden dann mit einer Mikro-Ziehklinge abgerundet. Die Ziehklinge besteht aus einem Stück Rasierklinge in die das Profil auf der Fräsmaschine mit einer Trennscheibe eingearbeitet wurde. Die Ziehklinge wird dazu in einem Nadelhalter gehalten. 


Mikro-Ziehklinge für halbrunde Profile

Täfelungen können auf diese Weise nur bedingt hergestellt werden, da man ja keine scharfen Innenecken fräsen kann. Ich habe also die Rahmen in einer Richtung stehen gelassen und sie in der anderen Richtung durch Polystyrol-Streifen ergänzt. Ich bin eigentlich auch kein so großer Liebhaber von Polystyrol, da es durch den Verlust der Weichmacher im Laufe der Jahre versprödet. Polystyrol hat aber den Vorteil, daß man es sauber und praktisch unsichtbar mit Plexiglas oder mit sich selbst durch den Auftrag von Dichlormethan ‘verschweißen’ kann.

Versuch die Deckel der Oberlichte herauszufräsen

Die nächste Herausforderung waren die Abdeckgitter der Deckel der Oberlichte, die zum Schut der Glasscheiben entweder in die Rahmen eingelassen oder auf diese (klappbar) aufgelegt waren. Die bronzenen oder messingnen Stäbe der Gitter haben einen Durchmesser von unter einem Zentimeter, was dann im Maßstab 1:160 einen Durchmesser von ungefähr 0,05 mm ergibt. Der dünnste messingfarbene Draht, den ich seinerzeit finden konnte hatte aber 0,1 mm Durchmesser, so daß ich etwas übermaßstäblich bin. Kürzlich bin ich auf Molybden-Drähte aufmerksam geworden, die eine dunkel-goldene Farbe haben. Diese Drähte werden bis zu einem Durchmesser bis hinunter zu 0,02 mm verkauft und sind leicht zu haben (siehe die bekannte E-Bucht). Der Grund ist, daß sie bei der Reparatur von beschädigten ‘Smart-Phones’ zur Trennung der Glasscheibe vom LCD-Display verwendet. Die Klebung wird dabei mit dem Draht durchtrennt. Ich habe mit diesen Drähten noch nicht praktisch gearbeitet, weiß also nicht, wie gut sie sich schneiden lassen, da sie ja sehr reißfest sind.


Goldfarbener Molybden-Draht

Ich habe verschieden Methoden zum Bau der Rahmen der Oberlichtdeckel und zum Einhalten des gleichmäßigen Abstandes der Stäbe erprobt. Der erste Versuch bestand darin, den Rahmen aus einem dünnen Stück Plexiglas zu fräsen. Mit einem spitzen Gravierfräser wurden Rinnen zum Einlegen der Drähte gefräst. Das Problem bestand aber darin, die Innenkanten und –ecken wirklich sauber und gerade zu bekommen.

Fräsen von Rinnen für die Stäbe der Schutzgitter


Einkleben der Drähte in die Rahmen

Als nächstes habe ich versucht, die Rahmen vorbildähnlich zu konstruieren. In dünne Polystyrol-Streifen von 0,5 mm x 1,0 mm Querschnitt wurden in die schmale Seite Bohrungen für die Drähte in gleichmäßigem Abstand eingebracht. Es erwieß sich aber als schwierig, die vier Rahmenteile anschließend sauber genug zusammenzusetzen.


Bohren der Rahmen für die Drähte

Am Ende habe ich die Rahmen aus 0,25 mm dickem Polystyrol mit Übermaß auf die Plexiglas-Kerne aufgeklebt. Die Klötzen wurden dann auf dem kippbaren Schraubstock der Mikro-Fräse so ausgerichtet, daß die Rillen für die Drähte in situ gefräst werden konnten. Das Einlegen der Drähte war aber dann ein nervenaufreibendes Geduldsspiel, das eine so ruhige Hand erforderte, daß ich immer nur drei oder vier Drähte pro Abend geschafft habe.


Aus Einzelteilen zusammengesetze Rahmen für die Deckel


Fräsen der Rillen für die Drähte in situ

Darüber wurde eine weitere Lage von 0,25 mm dicken Polystyrol-Streifen geklebt. Da die Gesamtdicke aber nur 0,4 mm bedragen sollte, wurden diese wiederum in situ entsprechend heruntergefräst. Der Überstand auf allen Seiten wurde beschnitten bzw. beigeschliffen und die Kanten mit der Ziehklinge verrundet.


Schleifen der Deckel in situ

Soweit das Oberlicht der Kombüse. Das der Offiziersmesse hatte ein aufgelegtes Gitter, für das ich bereits einen Rahmen geätzt hatte.


Die fertigen Oberlichte für die Kombüse (links) und die Offiziersmesse (rechts) (right)

Fortsetzung folgt .... hoffentlich bald ...

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Re: Panzerkanonenboot S.M.S. WESPE in 1:160
« Antwort #59 am: 22. Dezember 2017, 18:41:46 »
Meisterhaft .....