Autor Thema:  Löten statt Kleben  (Gelesen 46136 mal)

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Re: Löten statt Kleben
« Antwort #45 am: 25. September 2010, 16:31:27 »
Hallo Takage, verkleinere bitte deine Bilder, sowohl Bildergröße als auch Dateigröße, wie von Erdinger schon geschrieben,800x600 und 100kb. Die Ladezeit ist eindeutig zu lang.

Was das Löten anbelangt, wie hat mein Ausbilder immer gesagt? Das Lot muss am Werkstück schmelzen und nicht am Lötkolben, bzw. in der Flamme, wenn man mit einer Flamme lötet. Also wie schon geschrieben du hast zu wenig Wärme in das Werkstück gebracht.

Nicht aufgeben, wird schon.
Gruß aus Hamburg
Rolf Karotka
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Michael

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Re: Löten statt Kleben
« Antwort #46 am: 25. September 2010, 20:26:48 »
@Erdinger

Die drei eben gezeigten Teile sind nun verlötet. Dazu stecke ich die betreffenden Teile zusammen, trage etwas Lötwasser in die Naht und lege dann mit einer Pinzette passend zugeschnittene Stücke Elektroniklot direkt an die Verbindungsstelle.   Für weiterführende Hilfe im Unterthema Löten wäre ich dankbar!

Lot in die Naht legen? Nur die Fläche die sich berührt benötigt eine dünne Schicht Lötzinn, alles was außerhalb dieser Fläche ist, ist unnötig.


"Mein Lötkolben ist auf 350 Grad eingestellt, dennoch zerfließt das Lot nur wenn ich die Spitze des Lötkolbens direkt an das Lot halte."

dann sind die Bauteile nicht heiß genug.

"Ein Erhitzen des Bleches von der Außenseite macht die Teile zwar sauheiß, aber das Lot schmilzt nicht..."

gleiche Antwort :1: Du mußt nicht auf die Aussenseite, aber nahe der Lötstelle, die Löttemperatur soll man dort haben wo man Lötet.
Dein Lötkolben braucht eine gewisse Zeit bis er auf Temperatur ist, und dies geschieht mit Strom. Und nur durch die Berührung mit dem Lötkolben geht die Wärme in das zu lötende Blech. Und das geht nich ruck zuck. Je näher die wärmequelle an der Lötstelle um so schneller wird es da heiß genug.
Ich hab keine Macken! Das sind Special-Effects.

Takage

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Re: Löten statt Kleben
« Antwort #47 am: 25. September 2010, 23:41:03 »
Hi

Hab mir jetzt so einen Lötkolben noch zusätzlich gekauft der für so Platten geeignet ist. Ist halt 80W und wird 430° heiß. Bei mir wird das Blech aber so leicht rötliche , ist das normal? Zu heiß kann es ja nicht sein, da das noch passiert BEVOR das Lot flüssig wird (an der Stelle direkt in der nähe des Kolben)

Michael

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Re: Löten statt Kleben
« Antwort #48 am: 26. September 2010, 00:18:02 »
Es verfärbt sich rötlich, ist schon ok
Ich hab keine Macken! Das sind Special-Effects.

Takage

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Re: Löten statt Kleben
« Antwort #49 am: 26. September 2010, 01:01:38 »
Es verfärbt sich rötlich, ist schon ok

Wie bekomme ich es denn wieder hin das es dann so schön wieder messing artig glänzt?

standart2k

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Re: Löten statt Kleben
« Antwort #50 am: 26. September 2010, 09:35:47 »
Ich hab so ein ähnliches Problem. Hab gestern endlich angefangen, die ersten Teile zu verlöten. Hab dabei den Kolben auf Anschlag hochgedreht und einige Minuten auf die Bodenplatte gehalten. Das einzigste, was passiert ist, ist, dass das Lötwasser verdampft ist. Als ich dann mit einem kleinen Stück lötzinn direkt auf die Spitze gegangen bin, ist das natürlich sofort geschmolzen und ich konnte dann unter Zuhilfenahme von Lötwasser das Lötzinn die Kante der beiden Bleche quasi "entlangziehen". Aber nur durch erhitzen der Bauteile krieg ich das Zinn nicht flüssig. Ich denke mal, dass das Löten selber von der Temperatur her funktioniert hat. Allerdings hab ich so meine Zweifel, ob das Lötzinn dadurch, das ich es nur an der Kante enlanggezogen habe auch wirklich unter die Bauteile gekommen ist und nicht nur an den Rand und somit die Verbindung auf Dauer nicht fest bleibt.





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Michael

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Re: Löten statt Kleben
« Antwort #51 am: 26. September 2010, 10:00:37 »
Es verfärbt sich rötlich, ist schon ok

Wie bekomme ich es denn wieder hin das es dann so schön wieder messing artig glänzt?

 8o
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Michael

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Re: Löten statt Kleben
« Antwort #52 am: 26. September 2010, 10:34:02 »
@Standart2K

Warum lötest Du es überhaupt dort in der Ecke? Geh doch mal von der anderen Seite ran. Ich habe alle Teile durch die kleinen Löcher verlötet, selbst wenn der Stift drinsteckt ist noch genug Platz das Zinn durchfließen kann. Und nicht soviel Lot.

Mit dem Lot was manche hier in die Nase eines Bausatzes packen damit es kein Tailsitter wird kann man fast die ganze Stuka löten.
Löten hat nichts mit Schweißen zu tun, es braucht keine Kehlnähte :2:
Genaugenommen müssen die zu verbindenden Teile auf ganzer Fläche aufsitzen und es darf so gut wie kein Spalt sein.

Die Bauteile sollen sich unter Zuhilfenahme des Zinns verbinden, die Atome des Zinns vermischen sich mit den Atomen des Messing, zwar nur am Rand aber soviel das es hält.
Und je mehr Lot dazwischen ist um so weniger hält es. Das sieht man daran wie leicht es sich verbiegen läßt.

Ich benutze zum Löten  1mm Radiolot von Conrad "S-Sn60Pb40" 60% Zinn und 40% Blei. Je mehr Blei im Lot um so besser fließt es.
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standart2k

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Re: Löten statt Kleben
« Antwort #53 am: 26. September 2010, 10:58:54 »
@ Michael

Ok, danke für die Hilfe. Werd's dann mal von der anderen Seite versuchen und hoffen, das es klappt.

Ein Teil hat sich nach leichten biegen eh schon wieder gelöst. Werd jetzt erstmal alles abschleifen und dann nochmal anfangen.
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Erdinger

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Re: Löten statt Kleben
« Antwort #54 am: 26. September 2010, 11:01:07 »
Lot in die Naht legen? Nur die Fläche die sich berührt benötigt eine dünne Schicht Lötzinn, alles was außerhalb dieser Fläche ist, ist unnötig.
Nur dass die Teile zueinander leider keine Schmatzpassung haben, und ich mir halt Gedanken mache ob eine dünne Verzinnung der Kontaktflächen beim Verlöten eine spaltfüllende haltbare Verbindung ergibt.  ?(

Zitat
"Mein Lötkolben ist auf 350 Grad eingestellt, dennoch zerfließt das Lot nur wenn ich die Spitze des Lötkolbens direkt an das Lot halte."
dann sind die Bauteile nicht heiß genug.
Ich habe mir eben eine etwas größere Lötspitze bestellt, in der Hoffnung durch die größere Fläche etwas mehr Hitze ans Messing zu bekommen.
Dennoch: wenn ich den Lötkolben auf höchster Stufe (regelbar bis 450 Grad...) auf das Messing halte und warte ob (und wann...) das Lot sich verflüssigt, dann lösen sich doch auch benachbarte bereits angebrachte Verbindungen, da Messing die Hitze ja nicht nur an die zu lötende Stelle leitet, oder?

Zitat
"Ein Erhitzen des Bleches von der Außenseite macht die Teile zwar sauheiß, aber das Lot schmilzt nicht..."
gleiche Antwort :1: Du mußt nicht auf die Aussenseite, aber nahe der Lötstelle, die Löttemperatur soll man dort haben wo man Lötet.
Dein Lötkolben braucht eine gewisse Zeit bis er auf Temperatur ist, und dies geschieht mit Strom. Und nur durch die Berührung mit dem Lötkolben geht die Wärme in das zu lötende Blech. Und das geht nich ruck zuck. Je näher die wärmequelle an der Lötstelle um so schneller wird es da heiß genug.
Ich lasse meiner Lötstation durchaus ihre Zeit um aufzuheizen, so bis zu 5-10 Minuten. Das sollte wohl reichen, denke ich.
Wie lange ungefähr hältst du deine Lötspitze bei welcher Temperatur an das Metall bis die Verbindung sitzt? Nur dass ich einen Anhaltswert habe ob ich mir ein Brötchen für Zwischendurch an den Arbeitsplatz lege...  :rolleyes:

Mein Lot: S-Pb60Sn40 (Bastlerlot). Das würde bedeuten ich habe 60% Blei im Lot, sollte also doch ganz gut verlaufen, oder?

Danke dass du uns hier so geduldig mit deinen Ratschlägen weiterhilfst!  :P
Grüße!
Thomas 
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Re: Löten statt Kleben
« Antwort #55 am: 26. September 2010, 11:20:33 »
@ Michael

Ok, danke für die Hilfe. Werd's dann mal von der anderen Seite versuchen und hoffen, das es klappt.

Ein Teil hat sich nach leichten biegen eh schon wieder gelöst. Werd jetzt erstmal alles abschleifen und dann nochmal anfangen.
Ja, weil das Zinn zu weich ist deshalb kannst Du es biegen, man kann auch die Teile erhitzen und das überschüssige Lot abbürsten.
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Re: Löten statt Kleben
« Antwort #56 am: 26. September 2010, 11:34:31 »
Hab jetzt mal an beiden Bodenplatten ( Hab mir sicherheitshalber die ersten beiden Ausgaben auch am Kiosk geholt) wo schon eine Wand dran ist, alles überschüssige Lot weggeschliefen und -gekratzt. Bei einer hält die Seite ziemlich fest, bei der anderen ist nur das eine Ende der Seite etwas "beweglicher".
Na ja, Übung macht den Meister.
Im Bau:
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Michael

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Re: Löten statt Kleben
« Antwort #57 am: 26. September 2010, 12:25:26 »

Nur dass die Teile zueinander leider keine Schmatzpassung haben, und ich mir halt Gedanken mache ob eine dünne Verzinnung der Kontaktflächen beim Verlöten eine spaltfüllende haltbare Verbindung ergibt.  ?(


Ich habe mir eben eine etwas größere Lötspitze bestellt, in der Hoffnung durch die größere Fläche etwas mehr Hitze ans Messing zu bekommen.
Dennoch: wenn ich den Lötkolben auf höchster Stufe (regelbar bis 450 Grad...) auf das Messing halte und warte ob (und wann...) das Lot sich verflüssigt, dann lösen sich doch auch benachbarte bereits angebrachte Verbindungen, da Messing die Hitze ja nicht nur an die zu lötende Stelle leitet, oder?


Wie lange ungefähr hältst du deine Lötspitze bei welcher Temperatur an das Metall bis die Verbindung sitzt? Nur dass ich einen Anhaltswert habe ob ich mir ein Brötchen für Zwischendurch an den Arbeitsplatz lege...  :rolleyes:

Mein Lot: S-Pb60Sn40 (Bastlerlot). Das würde bedeuten ich habe 60% Blei im Lot, sollte also doch ganz gut verlaufen, oder?

Danke dass du uns hier so geduldig mit deinen Ratschlägen weiterhilfst!  :P

Zu 1, Ein Spalt ist nicht immer unumgänglich, die Spanten hatten ja diese eingefräste Vertiefungen, sind aber kaum der Rede wert.
        Es gibt ja noch genügend andere Flächen die Press aufeinander stehen.

Zu 2  Das kannst Du verhindern indem Du ein nasses Tuch Dir in die nähe legst und benachbarte Lötstellen ab und zu einfach mal abtupfst.
        Dadurch sinkt die Temperatur an der schon gelöteten Stelle. Und bei Teilen die ohne Löten miteinander fixiert sind  ist selbst das unnötig.

Zu 3  Ich schalte meinen Lötkolben ein, wenn dann alle Teile fixiert sind die ich Löten möchte, hat er genug Temperatur.
        Nach 2-3 min. , dann ist die Stelle zum Löten warm genug.
        Dann nehm ich etwas Lötzinn mit dem Kolben auf( ein Kügelchen von ca.2 mm Durchmesser) und bringe es an die zu lötende Stelle.
        Der Lötkolben bleibt dann an der zu lötenden Stelle solange bis das Lot die Teile verbindet.
        
Ich werde beim nächstenmal versuchen Bilder während des Lötens zu machen


Ich nehm alles was der Kolben an Wärme hergibt, 58 Watt schätze mal um die 400Grad. Je mehr ich einsetzen kann um so schneller kann ich Löten.
Hier im Forum gibt es viel zu Lernen, auch für mich. Somit ist es eine Selbstverständlichkeit auch etwas zurückzugeben, wenn ich es kann :1:
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Re: Löten statt Kleben
« Antwort #58 am: 26. September 2010, 12:33:59 »
Also meine Lötstation bringt laut Aufdruck 900° Fahrenheit, umgerechnet also ca. 480°C. Hat bei mir gestern wie gesagt nicht gereicht, die Teile auf Temp zu bringen. War aber vermutlich zu kurz dran. Egal, werd nachher weiterprobieren. Ist ja auch das erste Mal, das ich mit der Station und Lötzinn von der Spule löte. Bis jetzt hab ich bei den normalen Fotoätzbögen von Eduard, Aber und Co. einfach immer etwas Lötpaste aufgetragen, das ganz kurz unter die Gaslötflamme gehalten und gut wars.
Im Bau:
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Erdinger

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Re: Löten statt Kleben
« Antwort #59 am: 26. September 2010, 12:40:43 »
...etwas Lötpaste aufgetragen, das ganz kurz unter die Gaslötflamme gehalten und gut wars.
So habe ich an der Stuka die ersten Gehversuche an den Spanten und Rippen gemacht. Teile zusammenstecken, Lötpaste drauf, und Feuer!  :D

@ Michael:
Danke für deine Ausführungen, das machts schon etwas klarer. Wenn du allerdings die Mühe nicht scheust und uns eine Bilderstrecke einstellen könntest wäre das toll.  :P
Grüße!
Thomas 
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