Autor Thema: Militär Entwicklungsfahrzeug E-10 "Hetzer"  (Gelesen 2469 mal)

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Steffen

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Militär Entwicklungsfahrzeug E-10 "Hetzer"
« am: 14. Dezember 2010, 11:33:28 »
Hallo Freunde.

Den E-10 habe ich mehr oder weniger nebenbei gebaut. Der Bau geht recht schnell von der Hand und ist -bis auf zwei Ausnahmen- an zwei Nachmittagen erledigt. Wirklich zeitintensiv wird dann der Bau der Einzelgliederkette. Da ich mich, um den Plänen von H.L. Doyle zu entsprechen, für die im Bausatz "späte Kette" genannte EGK entschieden habe - waren sage und schreibe fünf lange Abende nötig um die einzelnen Kettenglieder zu versäubern. Es waren zwar nur zwei Angußstellen pro Kettenglied zu versäubern, aber dafür glänzte jedes Kettenglied zusätzlich mit zwei erhabenen oder versenkten Auswurfmarken auf der Rollfläche der Laufrollen. Also galt es hier viel zu verspachteln und zu verschleifen.
Die zweite Ausnahme welche den Bau über die zwei Tage hinaus trieb war das MG. Das MG selbst war schön gestaltet, aber die Lafettierung war mir persönlich arg zu grob dargestellt. Mit Hilfe von Detailaufnahmen des Originals an Panzerjäger 38(t) und Plastik Sheet wurde ordentlich nachdetailliert.

Noch ein kurzes Wort zum Vorbild, bevor es an die Bilder des Modelles geht. Der Name "Hetzer" wurde tatsächlich für das E-10 Projekt vergeben, nicht an den Jagdpanzer 38(t). Die allgemeinhin bekannte Bezeichnung "Hetzer" wurde erst nach dem Krieg für den Jagdpanzer 38(t) verwendet. Wie es dazu kam entzieht sich allerdings meiner Kenntnis.

Meine Interpretation des Projektes E-10. Ich habe das Modell bewußt etwas "kahl" gehalten um nahe an den Plänen von H.L. Doyle zu bleiben. Mir gefällt einfach auch die Optik.


Vorn an den Spannrollen würden vier der acht Radspeichen gemäß Doyle's Plänen entfernt. Mir persönlich gefallen die Spannräder mit vier Radspeichen auch besser als mit acht. Die gewählten Triebräder, laut Trumpeter Bauplan "späte Triebräder", entsprechen ebenfalls den Plänen von H.L. Doyle.


Trotz aller "Kahlheit" mußten wenigstens ein paar Sächelchen ans Heck. Wie man sieht habe ich es vollkommen umgestaltet und mich nicht an Trumpeters Bauplan gehalten. Der Feuerlöscher ist von Dragon. Der Holzklotz kommt aus einem Set von Artisan Mori, befestigt mit Halterungen aus Teelicht-Alu. Die Heckplatten-Scharniere erhielten größere Schraubenköpfe, welche mittels dem Punch & Die Set aus 0,5mm Plastik Sheet entstanden.


Der noch leere Antennensockel erhält eine aus Messing gedrehte 2m Stabantenne. Das Tape hält die Kette zusammen, sie ist an einigen Stellen ohne Kleber zusammengesteckt um sie für das Lackieren abnehmen zu können.


An der Frontplatte wurde die Aufnahme für den Notek-Scheinwerfer des Bausatzes verspachtelt. Stattdessen wird noch ein Bosch-Scheinwerfer in Fahrtrichtung links neben den Fahrer-Optiken angebracht. Die Hebeösen an der Bugplatte erhielten ebenfalls größere Schraubenköpfe.


Die Aufnahmen für die Rohrwiege, links und rechts der Öffnung, wurden mit 0,2mm Plastik Sheet aufgefüttert. Denn die Rohrwiege hatte einfach zu viel Spiel. Oben erkennt man noch die etwas aufgebohrte Öffnung der Richtoptik, das Bausatzteil war hier schlicht voll gegossen.


Für die Hauptwaffe verwendete ich ein Set von armorscale für den Jagdpanzer 38(t). Es besteht aus gedrehtem Alu-Rohr, äußerer Rohrblende und innerer Rohrblende in Resin. Die äußere armorscale Rohrblende habe ich nicht verwendet. Die innere armorscale Rohrblende ist nötig um die Verbindung zwischen Alu-Rohr und Trumpeter Rohrwiege zu schaffen. Die innere Rohrblende von armorscale passt ohne jegliche Anpassungsarbeiten perfekt auf den rechteckigen Zapfen der Trumpeter Rohrwiege.
Das Rohr sollte beweglich bleiben. Also habe ich mit Gußast-Resten ein Gegengewicht an die Rückseite der Rohrwiege gebastelt (hier auch das Gewicht der äußeren Rohrblende einplanen! ). Es sieht nicht unbedingt elegant aus, aber es erfüllt seinen Zweck und ist im Panzer 'eh unsichtbar.




Vom Bausatz-MG blieb nicht viel übrig. Das gedrehte Messing-Rohr kommt von RB Model mit einem Korn aus dem Rest einer Ätzplatine (ihr wißt schon: Kimme & Korn zum Zielen) und der Rest entstand aus 0,2mm und 0,5mm Plastik Sheet.




« Letzte Änderung: 13. Juni 2012, 20:05:04 von Warlock »

Peter Knaul

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Re: Entwicklungsfahrzeug E-10 "Hetzer"
« Antwort #1 am: 14. Dezember 2010, 11:38:57 »
 :klatsch: :klatsch:
zweifelsfrei ein schönes Modell!

Gruß
Peter

Erdinger

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Re: Entwicklungsfahrzeug E-10 "Hetzer"
« Antwort #2 am: 14. Dezember 2010, 20:35:23 »
Ja wunderbar! Das du diesen Flachmann ohne den aktuell modischen Ätzteil-Overkill mit vielen Hausmittelchen einfach hältst gefällt mir gut! Ich hatte schon fast vergessen dass man fehlende Teile wie die Dach-MG-Blende tatsächlich selber fertigen kann! Stark! Mir gefällt deine Herangehensweise, ich kuck zu!  :P
Grüße!
Thomas 
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Universalniet

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Re: Entwicklungsfahrzeug E-10 "Hetzer"
« Antwort #3 am: 14. Dezember 2010, 21:46:36 »
...
Stark! Mir gefällt deine Herangehensweise, ich kuck zu!  :P

Ich auch! :winken:

Graf Spee

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Re: Entwicklungsfahrzeug E-10 "Hetzer"
« Antwort #4 am: 14. Dezember 2010, 22:04:36 »
Lässt sich schon mal interessant an :1:
Da werde ich Dir dann auch mal "über-die-Schulter" gucken...

:winken:
Handle nur nach derjenigen Maxime,
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dass sie ein allgemeines Gesetz werde.



Dannebrog

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Re: Entwicklungsfahrzeug E-10 "Hetzer"
« Antwort #5 am: 15. Dezember 2010, 09:28:35 »
Bin zwar kein Panzerle Bauer, aber Deine Art zu arbeiten gefällt mir.  :P Deshalb schau ich auch zu!  :1:
Mit besten Empfehlungen vom Mike!
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Steffen

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Re: Entwicklungsfahrzeug E-10 "Hetzer"
« Antwort #6 am: 15. Dezember 2010, 10:43:00 »
Danke euch für euren Zuspruch.  :)

Thomas, ich versuche immer so viel wie möglich selbst zu detaillieren. Zum Einen macht mir das gehörigen Spaß, zum Anderen schont das den Geldbeutel und zum Dritten sind Ätzteile nicht immer eine Verbesserung.  ;)

Ricit

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Re: Entwicklungsfahrzeug E-10 "Hetzer"
« Antwort #7 am: 15. Dezember 2010, 19:38:28 »
AHA eine E-10
Also das Modell macht schon einiges her muss ich mal sagen auch wenn mir die E-25 vom Aussehen besser gefällt, die Idee mit dem Gegengewicht ist klasse und werde sie spontan für meinen Jagdpanther übernehmen DANKE :D.
Das mit der Namens verteilung ist mir neu und ich werds mir merken meinen Jagdpanzer 38(t) auch nur noch so zu nennen, nee Scherz aber denoch gut zu wissen.
Wechle Farbgebung soll das gute Stück den bekommen, ist ja schließlich nie gebaut wurden?

 :winken:

Steffen

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Re: Entwicklungsfahrzeug E-10 "Hetzer"
« Antwort #8 am: 16. Dezember 2010, 10:27:50 »
Hallo Ricit.

Übernimmt die Idee mit dem Gegengewicht ruhig für deine Modelle. Sich Tricks von Anderen abschauen zu können ist schließlich auch Sinn & Zweck eines Forums.  ;)
Ab 20. Dezember 1944 wurde Dunkelgrün RAL 6003 als Grundfarbe für alle deutsche Fahrzeuge standartisiert. Das wird auch die Grundfarbe meines E-10. Was das Tarnmuster über der Grundfarbe angeht habe ich noch keine Vorstellung, ich denke das wird kurzfristig beim Lackieren entschieden.

Ach ja, noch ein Wort zum nie gebauten E-10 : Nach Nachkriegsverhören des Oberbaurat Kniekamp (Wa Prüf 6) waren die Pläne für den E-10 im Sommer 1944 fertig und es wurde ein Auftrag über den Bau von drei Versuchsfahrzeugen an Magirus gegeben. Diese drei Exemplare wurden in Schlesien gebaut und dort unfertig von den Sowjets aufgefunden. (kein Hirngespinst, sondern reale Tatsache ! )

Steffen

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Re: Entwicklungsfahrzeug E-10 "Hetzer"
« Antwort #9 am: 29. Juli 2018, 14:44:47 »
... grundiert mit dem hellgrauen Vallejo Primer. Ich wollte noch einen Bosch-Scheinwerfer neben der Fahrer-Optik ankleben - ratet mal was ich vor dem Grundieren vergessen habe.