Autor Thema: Militär Pz.Kpf.Wg.III Ausf.L - Baulos Oktober 1942  (Gelesen 754 mal)

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Steffen

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Militär Pz.Kpf.Wg.III Ausf.L - Baulos Oktober 1942
« am: 22. Mai 2012, 22:41:06 »
Hallo Leute.

Es ist einige Wochen her, da wartete ich auf Material bei meinem Tiger H2. Also warum nicht mit der Wartezeit etwas Vernünftiges anfangen.
In meinem Bausatzlager lächelte mich der Tamiya Bausatz des Panzer III Ausf.L an. Ein Blick in den Karton machte Lust auf den Bausatz und es entstand der Entschluß damit eine Ausf.L aus dem letzten Produktionsmonat Oktober 1942 vor dem Wechsel auf die Ausf.M zu bauen.
Die Passgenauigkeit ist Tamiya-typisch sehr gut. Aus dem Karton gebaut, wäre man sehr schnell mit dem Modell fertig.
ABER ...
Verglichen mit dem Original fielen mir an einigen Stellen Vereinfachungen bzw. Unterlassungen auf.
Daher wird das hier kein Baubericht im eigentlichen Sinne. Vielmehr zeige ich wo ich was geändert bzw. ergänzt habe.

Neben dem TAMIYA Bausatz kamen diverse übrig gebliebene Teile von DRAGON Bausätzen zum Einsatz - zum Einen weil es nötig war, zum Anderen weil mit die DRAGON Teile einfach nur besser gefielen. So mußte die gesamte Baugruppe der Rohrblende ersetzt werden, da die TAMIYA Teile hier zu schmal waren. Die seitlichen L-förmigen Bleche des Abgas-Leitbleches unter dem Hecküberhang mussten mit DRAGON Teilen ergänzt werden, da TAMIYA sie schlichtweg vergessen hat. Alle anderen DRAGON Teile kamen halt einfach nur wegen der subjektiv besseren Detaillierung zum Einsatz.
Von einem kleinen EDUARD Set, welches eigentlich für das TAMIYA StuG III Ausf.G gedacht ist, wurden die Lüftergitter verwendet. Die Hebehaken auf der Oberwanne stammen vom Voyager Set AP023 "PzKpfw.III Series Hook". Beides sind Notwendigkeiten - denn Lüftergitter fehlen grundsätzlich bei Tamiya und von den insgesamt 6 Hebehaken hat TAMIYA seltsamerweise nur an 2 gedacht ...

Das Alu-Rohr von RB MODEL ist wie für den TAMIYA Bausatz gemacht. Nachdem man beide TAMIYA Rohrhälften verklebt hat und somit nun auch den daran angegossenen Rohrverschluß in einem Stück hat, kann man den Rohrverschluß abtrennen und das Plastik-Rohr weg werfen. Das Alu-Rohr passt ohne jede weitere Arbeit genau an den Rohrverschluß.
Nun wird der Turm nach Bauplan weiter gebaut. Statt der TAMIYA Walzenblende werden einfach nur die DRAGON Teile stumpf auf die TAMIYA Rohrwiege geklebt. Das Alu-Rohr dient dabei als Führung.
















Und nun geht es ins Detail.

Die Auspuffe wurden aufgebohrt. Die Ableitbleche für die warme Abluft der Motorkühlung wurden vor dem Einbau dünner geschliffen um den optischen Eindruck von dünnen Blech zu erzeugen. Dies gilt sowohl für das eigentliche Ableitblech (TAMIYA) als auch für die ergänzten Seitenteile (DRAGON).
Mein gewähltes spätes Ausf.L Baulos besitzt ab Werk eine starre Anhängekupplung für Tankanhänger. Da das nicht im TAMIYA Bausatz vorgesehen war, habe ich die Anhängekupplung aus Plastik Sheet und einem Bolzen aus der Krambox selbst angebaut.


Die Turmstaukiste ist soweit stimmig, ihr fehlten aber die Nieten und die beiden Ösen für die Vorhängeschlösser.
ARCHER hat in seiner Serie der 3D Decals auch ein Set mit schönen Nietenreihen in diversen Abständen und Nietengrößen (ARCHER AR88001). Wichtig für den Auftrag der 3D Decals ist nur ein sehr glatter Untergrund. Den erreichte ich, indem ich EMSAL Boden-Pflege Voll-Glanz an den entsprechenden Stellen mit dem Pinsel aufbrachte und trocknen ließ. Das Zeug gibt es in jeder Drogerie für 3-4€ die Literflasche. Wozu braucht man also dieses übertrieben teure FUTURE, wenn EMSAL für wesentlich weniger Geld den gleichen Job macht.
Für die Ösen der Vorhängeschlösser bewährte sich wieder einmal 0,1mm Kupferlitze.


Jeder Nebelbecher wurde mit zwei Schraubenköpfen (mittels punch & die Set), einem kleinen rechteckigen Stück Plastik Sheet, sowie 0,1mm Kupferlitze verkabelt.


Bei den separat einzuklebenden Scharnieren der Turm-Luken war für ein sauberes Bild etwas Spachtel nötig. TAMIYA hat hier etwas zu viel Spiel gelassen.
Unten im Bild sind die geätzten Hebehaken des frühen Types (geschraubt, späte waren ab der Ausf.M angeschweißt) aus dem VOYAGER Set gut zu sehen.


An den Scharnieren der klappbaren vorderen und hinteren Kotflügel fehlten bei TAMIYA deren Nieten. So kam hier ebenfalls die ARCHER 3D Decals zum Einsatz.
Die vorderen Stücken der Kettenbleche wurden nur aus einem einzigen Grund durch Profilbleche von LIONROAR ersetzt. Auf der rechten Seite war ein Positionierungsloch für die Hupe. Ich wollte ja unbedingt eine sehr späte Ausf.L bauen ... und die hatte eben keine Hupe mehr. Also mußte das Loch der Hupe verschwinden. Nur eine Seite hätte bescheiden ausgesehen, also bekam auch die linke Seite ein geätztes Profilblech.


Die Schottpanzerung von TAMIYA war okay, DRAGON gefiel mir persönlich einen Ticken besser.  Nur deshalb sind an dieser Stelle DRAGON Teile verbaut.
Das MG im Panzermantel ist ein Messingdrehteil von ABER. In der Kugelblende wurde noch die angedeutete Visierbohrung des MG-Schützen vollständig aufgebohrt.


Die gepanzerte Lenkbremsenlüftung (auf dem Bild links neben dem Scheinwerfer) baut TAMIYA aus zwei Bauteilen auf. Leider sind sie voll gegossen. Daher habe ich die jeweils oberen Teile einfach mit einer runden Schlüsselfeile aufgefeilt. Jetzt stimmt das Aussehen mit dem Original überein.


Die Turmhebehaken von Tamiya waren einfach nur grausam. Hier bei meiner sehr späten Ausf.L werden die Turmhebehaken zwar fast von den Nebelkerzen verdeckt, aber an allen früheren Produktionsmonaten der Ausf.L ohne Nebelkerzen wären sie sehr gut zu sehen. Wie auch immer, ich habe hier Turmhebehaken von VOYAGER verbaut. (fragt mich bitte nicht aus welchem Set, ich habe sie hier im Forum mal vor einiger Zeit erworben)


Für eine späte Ausf.L müssen noch zwei 0,6mm Bohrungen für versenkte Schlitzschrauben aufs Turmdach. Das ist hier schon geschehen. Anschließend werden nur noch Schlitze eingeritzt um die Schlitzschrauben darzustellen - hier mittig bei den etwas größeren Bohrungen bereits eingeritzt.
Unten im Bild erkennt man die selbst erstellte versenkte Schweißnaht zur Turmfront. Diese versenkte Schweißnaht sollte umlaufend sein, Tamiya hat sie schlicht vergessen. Um solch eine versenkte Schweißnaht zu erstellen ritzt man etwas kräftiger ein und läßt dünnflüssigen Kleber in diese Ritze fließen. Ein paar Minütchen einwirken lassen und anschließend mit einem geeigneten Werkzeug die Struktur der Schweißnaht eindrücken - bei mir war das eine spitze Pinzette. Fertig ist eine versenkte Schweißnaht.


Oben im Bild, zwischen den Hebehaken, verläuft eine Stoßkante. Mit einem spitzen Skalpell und mit Hilfe eines Stahllineal leicht ritzen und schon ist die Stoßkante vorhanden.
Unten im Bild, unterhalb der Motorwartungs-Luken sollte eine versenkte Schweißnaht sein - bei mir ist sie wie im Bild zu sehen nun vorhanden.


So Freunde. Das war es noch lange nicht. Es werden noch einige Änderungen an der Oberwanne und den Kettenblechen erfolgen. Die Geschichte geht also noch weiter.  ;)

edit : Tippfehler gefunden & korrigiert
« Letzte Änderung: 23. Mai 2012, 11:12:36 von Steffen »

Gordon

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Re: Pz.Kpf.Wg.III Ausf.L - Baulos Oktober 1942
« Antwort #1 am: 22. Mai 2012, 23:02:37 »
Da legst Du aber gleich richtig los.
Macht Spaß Deinen einzelnen Bauschritten zu folgen. Da bleib ich mal am Thema dran!

Grüsse
Bombenmässiger Lieferservice....


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Drache74

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Re: Pz.Kpf.Wg.III Ausf.L - Baulos Oktober 1942
« Antwort #2 am: 22. Mai 2012, 23:55:24 »
Hi,
Super bis jetzt, aber ich habe eine Frage zu dem Vollglanz. Nimmst Du die gelbe Flasche mit der blauen Kappe? Ich hab hier die blaue Flasche mit der roten Kappe, nennt sich "Strapazierglanz". Ist da ein großer Unterschied zu den Mitteln? Vielleicht weiß ja hier jemand Rat.

Ich bin gespannt, wie es weiter geht.

Viele Grüße
Drache74

Steffen

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Re: Pz.Kpf.Wg.III Ausf.L - Baulos Oktober 1942
« Antwort #3 am: 23. Mai 2012, 10:28:46 »
Keine Ahnung wo chemisch der Unterschied zwischen dem Voll-Glanz und dem Strapazier-Glanz liegt. Es eignet sich aber beides super für unsere Zwecke. Von daher ist es egal, welches von Beidem man verwendet.

Steffen

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Re: Pz.Kpf.Wg.III Ausf.L - Baulos Oktober 1942
« Antwort #4 am: 29. Juli 2018, 14:38:43 »
Letzter Baustand Mai 2012 ... Kinder, wie die Zeit vergeht.

Na egal. Irgendwie dachte ich wieder an den III-er. Mal eben nur flugs in den Karton schauen. Und ehe man sich versieht, fummelt man wieder daran herum. :mrgreen:
Ganz schadlos hat der Panzer die Zeit nicht überstanden. An der Turmstaukiste haben sich zwei der ARCHER 3D Nieten spurlos verabschiedet. Und auf dem Wannendach ist einer der geätzten Hebehaken weg gebrochen (aber noch vorhanden). Insgesamt also belanglose Schäden, welche schnell behoben sind.

Was hat man gemacht ?
An der Turmstaukiste wurden aus Plastik Streifen die im Bausatz fehlenden Leisten ergänzt. Am Original waren das hölzerne Leisten, welche beim Turmdrehen den Kontakt zwischen der Funkantenne und der metallenen Turmstaukiste verhinderten.
Auf den Kettenblechen wurden alle Passungen für die Bordwerkzeuge durchgebohrt, um sie mit heiß gezogenem Gußast zu verschließen. Auf dem linken Kettenblech kamen die letzten drei Träger dran. Und die rückwärtige Beleuchtung wurde angeklebt.
Und schließlich wurden auf dem Bug rings um die Wartungsluken der Lenkbremsen nach den Plänen in Panzer Tracts 3-3 Senkbohrungen angebracht. Damit werden die Bohrungen der versenkten Schrauben vom Original simmuliert. Die Wartungsluken selbst erhielten jeweils etwas größere Senkbohrungen, für deren Verriegelungen. TAMIYA hatte diese Merkmale komplett vergessen.