Autor Thema:  E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell  (Gelesen 30088 mal)

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Bongolo67

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Hallo liebe Modellbaukollegen!

Mit diesem Beitrag gebe ich mir selbst den Startschuss für ein großes Projekt, das mir sehr am Herzen liegt.

1952 schreibt der ehemalige Wehrmachtssoldat Walter Düpmann einen Roman mit dem Titel "Einen bessern findst du nicht", in dem er seine Erlebnisse während des Krieges beschreibt und verarbeitet. Der Roman wird in der Zeitschrift "Revue" auszugsweise vorab veröffentlicht und erscheint anschließend im Münchner Kindler Verlag. Das Buch sorgt im damaligen Nachkriegsdeutschland für einiges Aufsehen, weil es eines der ersten literarischen Werke ist, in dem der Zweite Weltkrieg aus der Sicht eines unmittelbar Beteiligten geschildert wird. In den Jahren zuvor waren die Deutschen in Ost und West mehrheitlich mit dem Überleben im physischen Sinne beschäftigt. Viele Kriegsteilnehmer, u.a. in Jugoslawien und der Sowjetunion sind noch nicht einmal aus der Gefangenschaft zurückgekehrt.
Der Roman ist nicht im wörtlichen Sinne autobiographisch, beruht aber nach Angaben des Autors in allen wesentlichen Teilen auf selbst Erlebtem. Er setzt sich in überaus kritischer Art und Weise mit dem Krieg und dem NS-Regime auseinander. (Eine Zusammenfassung findet Ihr weiter unten)
Weil er einige damals noch lebende Personen in sehr schlechtem Licht schildert, rät ihm der Verlag, das Buch nicht unter seinem echten Namen zu veröffentlichen. So erscheint die Erstausgabe und einige weitere Auflagen nur mit *** anstelle des Verfassers. Spätere Auflagen erscheinen unter dem Pseudonym "Andreas Engermann".
Heute ist dieses Buch weitgehend in Vergessenheit geraten. Nicht so bei mir.

In den späten 60ern wurde eine Lizenzausgabe für den Deutschen Bücherbund aufgelegt. Meine Eltern bestellten diese Ausgabe, lasen sie und fortan fristete dieses Buch sein Dasein in unserem Wohnzimmer-Bücherregal - bis ich es 1979 im Alter von zwölf Jahren in die Hand nahm und selbst las.
Ich war von der ersten Seite an beeindruckt von der lebendigen bildhaften Ausdrucksweise des Autors (die für mich auf Augenhöhe mit Erich Maria Remarque liegt) und zunehmend wurde ich auch durch den Inhalt seiner Schilderungen in Bann geschlagen, wenn ich damals auch noch beileibe nicht alles verstand, was er da schrieb. Ich möchte im Nachhinein fast behaupten das war ein bisschen viel für einen Jungen meines Alters, denn dieses Buch hat mich zeitlebens nicht mehr losgelassen und ich habe es im Laufe der Jahre mehrere Dutzend Male gelesen und kenne es eigentlich von der ersten bis zur letzten Seite auswendig. Manchen passiert so was mit "Herr der Ringe", bei mir war es eben "Einen bessern findst du nicht".

Dieses Buch machte es mir erstmals möglich, ansatzweise nachzuvollziehen, was meine Großväter in diesem Krieg erlebt haben mochten. Von da an entwickelte ich ein für mein Alter sehr ungewöhnliches Interesse für die Geschichte des III. Reiches und des 2. Weltkrieges. Ein Interesse, das bis heute anhält und sich in meinen modellbauerischen Vorlieben auch in gewissem Sinne widerspiegelt.

Seit etlichen Jahren trage ich mich mit dem Gedanken, Modelle, Vignetten, Dioramen und Figuren zu bauen, zu denen mich Szenen dieses Buches inspiriert haben. Seit ich vor etwa zwei Jahren wieder intensiver in den Modellbau eingestiegen bin, drängten sich diese Gedanken immer mehr in den Vordergrund und ich begann, mir immer konkreter zu überlegen, wie sich das in die Tat umsetzen ließe. Parallel dazu begann ich, passende Bausätze zu sammeln.
Der Wiedereinstieg in den Modellbau fiel in Etwa mit der Anmeldung hier im Modellboard zusammen. Für mich war klar, dass ich nicht einfach nur diese Modelle bauen wollte, sondern auch erklären, was mich dazu inspiriert hat. Mit anderen Worten ich muss in einem öffentlichen Forum, das der deutschen Rechtssprechung unterliegt, in größerem Umfang zitieren. Da es sich z.T. um Passagen in Länge einiger Buchseiten handelt, wollte ich gern sichergehen, dass ich dazu die Genehmigung des Rechteinhabers hätte.

Ich hatte zuvor schon durch Recherchen herausgefunden, dass sich hinter "Andreas Engermann" Walter Düpmann verbirgt und dass er als Autor und Lehrer in Baden-Württemberg lebte. Ein Todesdatum war nicht verzeichnet, jedoch musste ich 2011 bei einem Geburtsjahr 1919 davon ausgehen, dass der Autor inzwischen verstorben war. Also machte ich mich auf die Suche nach dem derzeitigen Rechteinhaber.
Ich will Euch nicht mit Einzelheiten langweilen. Es endete jedenfalls vor einigen Tagen damit, dass ich mit dem Sohn des Autors ein langes Telefonat geführt habe - ein für mich sehr bewegender Moment! - in dessen Verlauf er mir erklärte, dass sein Vater 1995 verstorben sei, er selbst der Rechtsnachfolger und Besitzer der Autorenrechte an dem Buch sei und schließlich, dass er keine Einwände gegen mein Vorhaben hätte.
Seit heute halte ich diese Genehmigung in schriftlicher Form in den Händen, wofür ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bedanken möchte! Dem Modellboard-Team, für dessen Unterstützung während der "Findungsphase" ich mich ebenfalls ganz ganz herzlich bedanken möchte, liegt der entsprechende Text vor und damit kann es jetzt endlich losgehen!

Ich stelle mir das so vor, dass ich in diesem Thread jedes Teilprojekt einmal beschreibe und von hier aus auf die dazugehörigen Bauberichte und Galerieeinträge verlinke.

Ich werde mit einigen kleineren Sachen anfangen, sozusagen als Fingerübung und allmählich zu den anspruchsvolleren Dioramen übergehen. Das große Problem bei diesem Projekt sind die Figuren. Es reicht mir nicht, einfach Figuren auszusuchen, die in Etwa zum Modell passen. Sie sollen die im Buch beschriebene Handlung darstellen und einen Wiedererkennungswert haben. Ich bin schon lange auf der Suche, aber weder im PS- noch im Resinbereich gibt es viele Figuren, die auf Anhieb passen würden. Das heißt ich werde viele davon selbst modellieren müssen und betrete damit absolutes Neuland... Nun ja, man wächst ja bekanntlich mit seinen Aufgaben!

Ich hoffe sehr, dass ich Euch mit diesem Beitrag nicht gelangweilt sondern Euer Interesse geweckt habe und dass Ihr meine Motivation nachvollziehen könnt.
Ihr seid alle herzlich eingeladen, mich auf diesem Weg zu begleiten. :winken:

Über Eure Resonanz und vielleicht weitergehende Fragen zu diesem Vorhaben würde ich mich sehr sehr freuen!

Bis hierhin erstmal

Gruß

Ulf
« Letzte Änderung: 27. September 2012, 12:31:31 von Bongolo67 »
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Warlock

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Re: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
« Antwort #1 am: 10. Juni 2012, 00:39:14 »
Da bin ich nun echt mal gespannt.  8o

Ich hatte auch schon überlegt "Szenen" aus dem Buch "Liberation Road" in einem oder mehreren Dios zu verarbeiten, aber irgendwie kommen ja dann doch immer andere Ideen und Projekte dazwischen. Deshalb bin ich um so gespannter wie Du den Spagat zwischen Literatur und Modellbau angehst.
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cookiemonster

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Re: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
« Antwort #2 am: 10. Juni 2012, 01:02:11 »
DAs hört sich interessant an Ulf.
Ich werde deinen Bericht mit großem interesse verfolgen.

tigrazor2012

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Re: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
« Antwort #3 am: 10. Juni 2012, 01:23:14 »
Das erinnert mich schwer an mein eigenes gescheitertes Projekt, die Ju52, mit der mein Opa irrtümlicherweise über Böhmen abgeschossen wurde, im Modell darzustellen. 7 Tage Fussmarsch nach Hause, dann gings direkt an die Westfront...  :rolleyes: Letzlich an mangelnden Modellbaukenntnissen und fehlendem Recherchematerial gescheitert. Ich war damals.... ääääh... 15 (?!). So ein persönlicher Bezug - direkt oder indirekt - verleiht dem Ganzen doch einen etwas aussagekräftigeren Charakter! Ich bin mal sehr gespannt jedenfalls, was Du hier so aus dem Modellbau-Hut zauberst, Ulf!

 :winken:

fellfrosch79

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Re: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
« Antwort #4 am: 10. Juni 2012, 09:59:39 »
Moin,

verfolge dieses Projekt schon ein paar Tage hinter den Kulissen und ich finde die Idee echt super :P
Ich bin echt gespannt was uns da erwartet :1:

:winken:
Einer der mehr Ahnung hatte als ich sagte mal: Manchmal verspeist man den Bären, und manchmal wird man eben vom Bären verspeist.

Jensel1964

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Re: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
« Antwort #5 am: 10. Juni 2012, 10:53:27 »
Hallo Ulf.

Du hattest mir auf dem vorletzten Stammtischtreffen von Deinem Plan erzählt und ich fand die Idee schon damals sehr interessant.
Du langweilst überhaupt nicht mit Deinem "Intro".
Im Gegenteil. Es ist gut mal in die Gedanken und Motive, die hinter so einem Projekt stecken schauen zu können.

Modellbau ist eben nicht nur "auspacken-kleben-lackieren-fertig". Es geht vor allem bei Dios darum, eine Zeit, einen Ort und eine Handlung darzustellen. Eben fast wie in einem "Kurzroman".
Und wer Dich kennt weiß, dass Du Lichtjahre davon entfernt bist, die NS-Zeit oder Opas Wehrmacht verherrlichen zu wollen (Bitte keine Diskussion zu diesem Thema. Das hatten wir schon ausreichend an anderer Stelle. :2:)

Insofern freue ich mich auf Dein Projekt und werde es mit großem Interesse verfolgen. Das wird bestimmt ein echter Hingucker! :klatsch: :klatsch:

 :winken: Jens

Bono1975

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Re: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
« Antwort #6 am: 10. Juni 2012, 11:09:45 »
Hi Ulf,

eigentlich bin ich ja hier eher der stille Mitleser, aber zu diesem Projekt möchte ich Dir gratulieren!
Ich kenne diese Faszination die von Büchern ausgehen kann (hatte ich zuletzt bei "Im Sturm" von Tom Clancy), aber der persönliche Bezug fehlte bei mir bisher. Umso interessanter finde ich Dein Projekt!
Deine penible Vorarbeit bezüglich der Rechte finde ich übrigens äußerst bemerkenswert, diese Gedanken machen sich heutzutage leider Gottes immer weniger Leute. Alleine schon diese überlegte Vorarbeit lässt bei Deinem Projekt auf Großes hoffen!

Ich bin dabei!

Beste Grüße aus Bochum,

Marcus
Derzeit in Arbeit:
A-10 Thunderbolt II (Revell, 1:72)
F7F-Tigercat (Fly-Modell, 1:33)

Graf Spee

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Re: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
« Antwort #7 am: 10. Juni 2012, 11:21:36 »
Ich muss gestehen, dass ich seit der ersten Erwähnung auf dem Stammtisch schon drauf warte, dass es losgeht :pffft:

Insofern: Super, dass es nun losgeht. :P :9:
Ich bin schon auf die ersten Modelle gespannt. :1:

Was das Buch anbelangt:
Ich habe es mir bei Amazon letzte Woche auf Ulf´s Empfehlung hin erstmal selbst besorgt.
Und in 2 Tagen durchgelesen, ach was: verschlungen.
Ich kann es nur empfehlen :P

:winken:
They say the world was comming to an end. Well... ...it was by our own hand.
Turned out the world kept turning,


Only we ended...

Skyfox

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Re: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
« Antwort #8 am: 10. Juni 2012, 12:33:00 »
Moin Ulf!

Langweilig? Mit Sicherheit nicht - im Gegenteil.
Danke für das "Intro" zu Deinem, meiner bescheidenen Meinung nach, sehr ambitionierten Projekt von dem Du auf dem Stammtisch erzählt hast.
Ich bin sehr gespannt darauf, was uns hier erwartet, zumal die Umsetzung von Buchvorlagen Sicherlich noch eine Stufe weiter geht als die einer Fotovorlage.
Mal sehen ob mich das inspiriert, eine bestimmte Szene aus dem Buch "Er flog an meiner Seite" von Erwin Morzfeld umzusetzen - dieses Buch habe ich (komischerweise auch als 12-jähriger) geschenkt bekommen und seither X-mal gelesen...

Ich wünsche viel Glück!
 :winken:
Skyfox
« Letzte Änderung: 10. Juni 2012, 12:39:03 von skyfox »
MBSTHH 
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Spritti Mattlack

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Re: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
« Antwort #9 am: 10. Juni 2012, 12:57:20 »
Das beschriebene Buch werde ich mir auch einmal zulegen. Und ich nehme es mir fest vor, es auch zu lesen. Die Thematik interessiert mich nämlich auch.

Das ist als eine Art Ritterschlag zu bewerten, Ulf. ;) :D

Dann mach mal toh, min jong......
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Bongolo67

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Re: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
« Antwort #10 am: 10. Juni 2012, 13:18:45 »
Schönen Dank Leute! :winken:

Ich freue mich über Euer Interesse und hoffe sehr, das im Laufe des Projektes auch rechtfertigen zu können. Es ist ja nicht so, dass die Dioramen, die mir vorschweben, per se sensationell oder sonstwie spektakulär werden sollen, sondern deren Gesamtzusammenhang macht das Ganze für mich zu einer Herzensangelegenheit.

@Warlock, tigrazor & skyfox: ich kann Euch nur raten, diese Ideen, die Ihr Drei beschrieben habt, umzusetzen! Ihr werdet vermutlich selbst staunen, was so ein Vorhaben für Energie freisetzen kann! Skyfox, mit 12 ist man für so etwas offenbar besonders empfänglich... und den Morzfeld kenne ich auch sehr gut :P. Ist ganz ähnlich, nur bei de Fliegers.

@Bono1975: Danke, dass Du für diese Idee Deinen Status als stiller Mitleser temporär vergessen hast! ;)

@Graf Spee: freut mich mächtig, dass es Dir offenbar ebenfalls gefallen hat, überhaupt imponiert es mir sehr, dass Du aufgrund meiner Beschreibungen einfach mal losgehst und Dir das Werk besorgst. :P

@Spritti Mattlack: das mit dem Ritterschlag ist mir durchaus bewusst, weiß ich doch, dass Du einer derjenigen bist, die nicht leicht zu beeindrucken sind! ;) Matzes Empfehlung macht mir Mut, dass es Dir vielleicht auch gefällt.

Wer übrigens noch Interesse an diesem Buch hat, es ist nicht nur über Amazon beziehbar. Da gibt es auch noch das "Zentrale Verzeichnis antiquarischer Bücher", ZVAB, guckt Ihr hier.

Gruß

Ulf
« Letzte Änderung: 11. Juni 2012, 00:08:29 von Bongolo67 »
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Bongolo67

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Re: "Einen bessern findst du nicht" - der Roman in Kürze
« Antwort #11 am: 10. Juni 2012, 13:19:23 »
"Einen bessern findst du nicht" Zusammenfassung

Der Titel des Buches ist die zweite Zeile aus dem Lied "Ich hatt' einen Kameraden".

Die Handlung beginnt unmittelbar vor Beginn des Polenfeldzuges. Der Erzähler beschreibt die sieben Kameraden seines Infanterie-Zuges und sich selbst. Die acht Männer sind keine Freiwilligen sondern wurden eingezogen. Sie gehören nicht zu den Jugendjahrgängen, denn alle haben Zivilberufe und z.T. Familie. Die Ausbildungszeit wird nicht geschildert, lediglich ein paar Episoden angerissen.

Während des Polenfeldzuges zieht die Infanterie meist "nur" in endlosen Märschen den motorisierten Truppen hinterher. Die unklaren Frontlinien des schnellen Vorstoßes bringen aber auch einmal unvermuteten Beschuss durch polnische Feldartillerie und ein erstes Gefecht, ausgerechnet bei Nacht, gegen ein polnisches Regiment mit sich. Der Erzähler belauscht auf dem Feldflugplatz einer Stuka-Staffel eine Auseinandersetzung zwischen Piloten und erlebt mit, wie aus einem Kofferradio die Übertragung eines Choralgesangs ertönt und jemand kurz bevor die Motoren der Bomber angeworfen werden feststellt, dass es sich um den Sender Warschau handelt - dem Angriffsziel der Staffel.
Die Männer des Zuges hören in Bromberg von den Greueln gegen die deutschstämmige Zivilbevölkerung und erleben am Ende des Feldzuges eine erste - noch friedliche - Begegnung mit sowjetischen Truppen.
In Königsberg geraten sie in eine völlig außer Rand und Band geratene Siegesfeier in der Stadt. Eingebettet in die Schilderungen aus Polen sind noch einige weitere Episoden ohne direkten Zusammenhang miteinander.

Das nächste Kapitel springt übergangslos zum sog. "Sitzkrieg" am Westwall. Es wird ein Spähtruppunternehmen geschildert, bei dem ein Kriegsberichterstatter durch eine außergewöhnliche Aktion auffällt, die dem Regiment den ersten französischen Kriegsgefangenen einbringt. Eine Predigt aus einem Feldgottesdienst sorgt unter den Männern für eine theologische Diskussion. Danach kommt der Erzähler mit einer Gelbsucht ins Lazarett, kurz nach der Besetzung von Dänemark und Norwegen. Im Lazarett beschreibt ein Kamerad den Untergang des Kreuzers "Blücher" im Oslofjord und wie er diesen überlebt hat. Schließlich, begünstigt durch eine kleine glückliche Fügung, kommt der Erzähler wieder zu seiner Einheit zurück, um am Westfeldzug teilzunehmen. Nachdem zunächst lediglich gefangene Belgier zu bewachen sind, von denen einer den Fallschirmjäger-Handstreich auf das Fort Eben-Emael beschreibt, wird die Einheit nach Frankreich in Richtung Westen in Marsch gesetzt. Die Perspektive der Infanteristen ist ähnlich wie in Polen: Märsche und gelegentliche Gefechte mit eingekesselten französischen Truppen, die einen Ausbruchsversuch wagen. Die Geschwindigkeit des Vormarsches wirkt geradezu berauschend auf die Männer. Dabei kommt es zu einer Begegnung mit französischen Flüchtlingen, die für beide Seiten nicht einfach ist.
Unmittelbar vor der Kapitulation Frankreichs verliert der Zug den ersten Mann bei einer nächtlichen Bombardierung des Schulgebäudes, in dem der Zug untergebracht ist und wo die Männer unvorsichtigerweise ein großes Feuer im Hof entzündet haben.

Bei der Wachtruppe in Paris wird ein gemeinsamer Ausgang der Männer beschrieben, der in einer kleinen Bar endet. Ein Sanitäter, der Bruder des gefallenen Kameraden, taucht auf, lässt sich den Hergang des Todes seines Bruders schildern und erzählt seinerseits eine Anekdote aus seinem Lazarett.

Damit ist der "gemütliche Teil" des Buches vorbei. Die Handlung springt über Nord-Norwegen in die finnischen Urwälder Kareliens. Der Erzähler ist mit fünf der Kameraden seines Zuges zu Panzerjägern ausgebildet worden. Sie werden angeführt von dem blutjungen Leutnant Schleiermacher. Die Einheit ist motorisiert und mit 3,7cm-Pak-Geschützen ausgerüstet. Die Älteren spüren, dass etwas in der Luft liegt. Der junge Leutnant weiß es: der Angriff auf Russland steht bevor. Als er es bekannt gibt herrscht große Betroffenheit, denn die Division zu der die Panzerjägerkompanie gehört, ist nicht fertig ausgebildet und als vollmotorisierte Einheit in den finnischen Wäldern völlig deplatziert.
Als das "Unternehmen Barbarossa" beginnt, gerät der Angriff im äußersten Norden folgerichtig zu einem totalen Desaster. Zum ersten Mal wird massive Kritik an der unfähigen Führung laut. Die Ereignisse gipfeln in einer Massenpanik des Regiments, die auf einer Falschmeldung über angreifende russische Panzer beruht.
Bei dieser Panik zeichnet sich Schleiermachers Einheit durch entschlossenes Handeln aus, jedoch müssen die Männer das völlige Versagen ihrer höheren Offiziere miterleben. Dies führt in der Folge groteskerweise nicht dazu, dass die Offiziere bestraft werden, sondern dass Leutnant Schleiermacher, zusammen mit dem Erzähler als seinem persönlichen Melder und seinen Kameraden zur Infanterie versetzt wird.
Dort werden sie auf ein Himmelfahrtskommando geschickt, in dem es darum geht, als Spähtrupp zu einem in den Wäldern abgeschnittenen Bataillon durchzustoßen. Sie schaffen den Durchbruch und erleben in dieser Einheit höllische Kämpfe. Am Ende wird der völlig erschöpft eingeschlafene Erzähler von seinen Kameraden für tot gehalten und zurückgelassen. Mit knapper Not entkommt er unmittelbar unter den Augen der russischen Soldaten und gelangt zu seiner Einheit zurück. Die Teilnahme an diesem Einsatz führt beim Erzähler und seinen Kameraden zu Beförderungen und Auszeichnungen. Der Erzähler wird zum Unteroffizier befördert und erhält das EK I und EK II.
Danach springt die Handlung unvermittelt in den Winter '41-'42 und zu einer denkwürdigen Weihnachts- und Silvesterfeier. Im Frühjahr geht jedoch das Grauen der Waldkämpfe von Neuem los. Der Erzähler wird verwundet und mit einem abenteuerlichen Transport per LKW durch die Wälder zurück nach Deutschland gebracht. Seine Kameraden aus Polen und Frankreich muss er zurücklassen.

Er landet in einer Panzerjäger-Ausbildungsabteilung in Holland. Die Überraschung ist groß, als sich herausstellt, dass Leutnant Schleiermacher, inzwischen Oberleutnant, die Ausbildungskompanie kommandiert. Die beiden Männer sind im Laufe der Zeit enge Freunde geworden. An dieser Stelle gibt der Erzähler dem Leser seinen angeblichen Vornamen preis, Erasmus, was ihn einige Überwindung kostet. Erasmus beschreibt die schikanöse und realitätsferne Ausbildung der Panzerjägerrekruten und wie die verhassten Schleifer von Oberleutnant Schleiermacher fertiggemacht und Stück für Stück an die Front abgeschoben werden. Nach einiger Zeit wird die Etappe für die beiden Männer dennoch unerträglich und sie melden sich zum Fronteinsatz nach Russland an den Mittelabschnitt.

An der Ostfront des Jahres '43 übernimmt Oberleutnant Schleiermacher den Befehl über eine total improvisierte Panzerjägerkompanie, die mit 5cm-, 7,5cm- und 8,8cm-Geschützen und einigen "selbsgebastelten" 5cm-Paks auf 1to-Zugmaschinen ausgerüstet ist. Der Oberleutnant hat nur wenig Zeit, sich mit seiner Kompanie vertraut zu machen. Bald schon gerät die Einheit zusammen mit der Infanteriedivison, der sie angehört, in die höllischen Materialschlachten und Rückzugskämpfe. Die Beschreibungen dieser Ereignisse erstrecken sich über viele Seiten des Buches und sollen hier nicht im Einzelnen wiedergegeben werden. Am Ende werden Erasmus und der Oberleutnant durch einen Granateinschlag verwundet und in der Folge getrennt.

Aus der darauffolgenden Lazarettzeit werden die überraschende Begegnung mit einem seiner früheren Kameraden, der eigene Erlebnisse zum Besten gibt, und eine weitere theologische Episode beschrieben. Außerdem denkt er intensiv über Oberleutnant Schleiermacher und sein Verhältnis zu ihm nach und beschließt, alle Hebel in Bewegung zu setzen, um wieder zu ihm zu kommen, denn..."einen besseren konnte ich nicht finden als ihn!"

Er kommt tatsächlich zu seiner Einheit und zu Oberleutnant Schleiermacher zurück. Die improvisierte Panzerjägerkompanie, deren Männer im Feuer zusammengeschweißt wurden wird jedoch kurz danach aufgelöst. Eine neue Division wird aufgestellt, zu der eine ordnungsgemäße Panzerjägerabteilung gehört, deren eine Kompanie von Schleiermacher geführt wird. In dieser Aufstellung wird die Division nach Slowenien verlegt und gerät in Partisanenkämpfe. Von dort aus geht es weiter nach Ungarn, wo in verzweifelten Abwehrkämpfen gegen die sowjetischen Truppen die letzten Reserven verheizt werden. Es werden einige sehr bittere Episoden geschildert und die Division wird im Laufe der Ereignisse weiter in die Slowakei, um den Aufstand der Slowaken niederzuschlagen, und wieder an die Ostfront gespült, wo sie bis auf ein letztes Häuflein zusammenschmilzt.

In einem Sperrauftrag zur Deckung des Rückzuges geht das letzte Geschütz verloren. Erasmus kann sich zum Gefechtsstand der Einheit durchschlagen, doch Oberleutnant Schleiermacher taucht dort nicht auf. Für den Fall des Falles haben die beiden Männer verabredet, sich jedes Jahr zu einem bestimmten Termin in Passau zu treffen. Auch dort erscheint Schleiermacher niemals.
« Letzte Änderung: 12. Juni 2012, 13:13:37 von Bongolo67 »
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Re: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
« Antwort #12 am: 10. Juni 2012, 13:19:51 »
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« Letzte Änderung: 31. Oktober 2016, 00:02:53 von Bongolo67 »
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Re: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
« Antwort #13 am: 10. Juni 2012, 21:51:32 »
Hallo Ulf,

Dein Projekt kenne ich ja nun schon seit einigen Monaten, und da ich ungefähr eine Ahnung habe was für Szenen Dir das vorschweben ziehe ich hier formell vor den den Hut!   :respekt:

Viel Glück und ich werde Dich jede Minute begleiten!!!!  :winken:

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Re: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
« Antwort #14 am: 10. Juni 2012, 22:10:46 »
Hi Ulf,

ich bin ja auch mal gespannt, was Du zeigen wirst. Aber darf man erfahren was es eigentlich genau werden soll? Oder hab ich in Deinem Intro was überlesen? Ein paar wissen ja anscheinend schon, um was es genau geht.

Viele Grüße und schon mal viel Erfolg
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