Autor Thema:  Das kleine MB-Lexikon  (Gelesen 23082 mal)

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Abrams

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Das kleine MB-Lexikon
« Antwort #15 am: 19. August 2003, 19:31:14 »
Set=setting solution
Flüssigkeit, die unter das Decal gepinselt wird.
Durch das wegtrocknen der Flüssigkeit, wird das Decal an die Modelloberfläche gedrückt.

Sol= solvent solution
Weichmacher. Wird auf das Decal gepinselt.
Das Sol macht das Decal so weich, dass es eine lapprige Masse wird(decal nicht berühren!). Dadurch legt sich auch das dickste und zäheste Decal in die Gravuren.  
Anschließend wirkt das Sol wie ein Spannlack und glättet das Decal wieder.


Set und Sol werden meist in Verbindung miteinander genutzt.


P.S.: Ich hab alle wichtigen Begriffe in den einzelnen Beiträgen fett gemacht.

Gast

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Das kleine MB-Lexikon
« Antwort #16 am: 19. August 2003, 20:50:13 »
Scale-Effect oder Maßstab-Effekt:  

Ein wichtiger Punkt, der die Bestimmung von Farbtönen an/bei Modellen einschränkt, ist der so genannte Maßstabs- oder Scale-Effect. Ein Modell reflektiert aufgrund seiner geringeren Größe eine wesentlich geringere Menge Licht als das Original. Ein Modell, welches „nur“ in den Originalfarben bemalt wurde, wirkt daher immer zu dunkel. Um dem entgegenzuwirken, mischt man – abhängig vom Maßstab des Modells - der Farbe einen entsprechend hohen Anteil Weiß bei. Allerdings scheiden sich auch an diesem Thema einmal mehr die Geister:

In den USA und auf dem europäischen Festland scheint sich eher die „amerikanische Formel“ durchgesetzt zu haben, währen die Modellbauer in England und einigen anderen Ländern – hauptsächlich des Commonwealth – eher die „britische Methode“ nach Ian Huntley bevorzugen.

„amerikanische Formel“:  

Maßstab : Zwei = % des Zugabeanteils Weiß zur Basisfarbe

Beispiele:

72:2 = +36% Zugabe Weiß zur Basisfarbe (Maßstab 1:72)
32:2 = +16% Zugabe Weiß zur Basisfarbe (Maßstab 1:32).

Der Nachteil dieser Formel ist, dass sie bei sehr großen (1:24) bzw. kleinen Maßstäben (1:144 und kleiner) nicht mehr sauber anwendbar ist. Ab etwa 1:24 kann auf ein Aufhellen gänzlich verzichtet werden.

Die o. a. „Formel“ wird in vielen Publikationen veröffentlicht (siehe auch: The Official Monogram Painting Guide to German Aircraft).


„britische Methode“:  

1:32   +   7% Weiss
1:48   + 10% Weiss
1:72   + 15% Weiss
1:144 + 23% Weiss

(Ian Huntley - Scale Aircraft modelling Vol. 5 / Nr. 10)


Beide Methoden haben den entscheidenden Nachteil, dass sie nicht für Primärfarben anwendbar sind. Diese müssen mit helleren Farbtönen der Primärfarbe aufgehellt werden – ansonsten wird aus einem Hinomaru ein rosa Sonnenrad... :13:



Gelegentlich wird noch von einer dritten Methode/Variante gesprochen. Diese scheint allerdings nicht viel mehr als ein Kompromiss zwischen den beiden oben genannten Methoden zu sein:

Hinzufügen eines prozentualen Anteils Weiss zu der Gesamtmenge der jeweils verwendeten Basisfarbe:

1:32 = 15%
1:48 = 25%
1:72 = 30%



naja - wer's braucht .... :D

neolithikus

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Re: Das kleine MB-Lexikon
« Antwort #17 am: 14. Februar 2008, 09:45:57 »
kaltwalzen = Vorbiegen von Polystyrol-Flachprofilen durch kalten Druck

 - meine seit langen bewährte Methode, um Polystyrol-Flachprofile bereits vor Beginn des Klebens mit der benötigten Biegung zu versehen.
(Im Schiffsmodellbau z.B. bei gebogenen Schanzkleidern, Splitterschutz um Geschützstände und ähnlichem).

Man nehme: das benötigte Flachprofil, ein dickes Stück Pappe (z.B. die Rückseite eines Schreibblocks), und eine harte Walze*.

Das Flachprofil einfach auf die Pappe legen und mit gehörigem Druck mit der Walze darüberrollen. Je nach Druck und Durchmesser der Walze entsteht eine Biegung mit mehr oder weniger Radius. Mehrfaches Rollen ist kein Problem. Unmittelbar nach dem Walzen kommt es zu einer leichten Rückbiegung - anschliessend biegt sich das Profil nur noch sehr langsam zurück. Man hat auf alle Fälle genug Zeit sein Teil in Ruhe mit Polystyrol-Kleber zu verkleben und für das Aushärten des Klebers reicht es auch.
Vorteil - man muss die Krümmung nicht gewaltsam halten und es besteht keine Gefahr, dass das Profil gerade-schnappt und dabei den Kleber auf dem Modell verteilt.

*) Als Walze benutze ich persönlich die glatten hinteren Enden des HSS-Bohrersatzes meiner Bohrmaschine, da hat man gleich ein schönes Sortiment an verschiedenen Durchmessern. (Sie eignen sich auch als Schablone zum Biegen von PE-Teilen.)

Ich habe diese Methode hier etwas "ausgewalzt", da sie anscheinend relativ unbekannt ist.
gruss neolithikus  :winken:

HeiHee

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Re: Das kleine MB-Lexikon
« Antwort #18 am: 23. April 2008, 13:46:59 »
Ich probier's auch mal...

Resin (engl.)=Harz

Definition:
a) any of various solid or semisolid amorphous fusible flammable natural organic substances that are usually transparent or translucent and yellowish to brown, are formed especially in plant secretions, are soluble in organic solvents (as ether) but not in water, are electrical nonconductors, and are used chiefly in varnishes, printing inks, plastics, and sizes and in medicine

b) any of a large class of synthetic products that have some of the physical properties of natural resins but are different chemically and are used chiefly in plastics

c) any of various products made from a natural resin or a natural polymer

(Merriam-Webster English Dictionary)

Übersetzung:
a) Jede von verschiedenen festen oder halbfesten amorphen schmelzbaren brennbaren natürlichen organischen Substanzen meist tranparent oder transluszent gelblich bis braun, speziell entstanden in pflanzlichen Sekreten, lösbar in organischen Lösungsmitteln (Äther, etc.) aber nicht in Wasser, elektrische Nichtleiter, hauptsächlich genutzt in Lacken, Druckfarben, Plastik und ähnlichem und Medizin.

b) Jegliches einer großen Klasse von synthetischen Produkten, welche einige der Eigenschaften von natürlichen Harzen besitzen sich aber chemisch unterscheiden, verwendet meist in Plastik.

c) Jegliches Produkt hergestellt aus natürlichem Harz oder Polymer.

Wie zu sehen, ist resin im Englischen nicht genauer definiert - es umfaßt alle Sorten von Plastik, Thermoplaste und Duroplaste. Daher neige ich dazu, bei dem Wort "Resin" auch zu sagen welcher...

Wird im Modellbau von Resin geredet, ist meist die 2K-Gießvariante PU-Harz (Polyurethan) oder die 2K-Laminier-/Klebevariante Epoxydharz gemeint.
« Letzte Änderung: 08. Mai 2008, 08:17:53 von HeiHee »
I've seen things you people wouldn't believe. Attack ships on fire off the shoulder of Orion. I watched C-beams glitter in the dark near the Tannhauser gate. All those moments will be lost in time like tears in rain.

Zwoelfer

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Re: Das kleine MB-Lexikon
« Antwort #19 am: 30. Mai 2014, 08:44:18 »


Q-Tipp  Wattestäbchen zum " normalerweise " Ohren reinigen. Wird im Modellbau für viele Arbeiten genutzt.

Überschüßige Flüssigkeiten aufnehmen beim Anbringen von Decals und andrücken der Decals

Glattziehen von Spachtelmasse ( mit div. Flüssigkeiten wie Airbrushclean )

Aufbringen von Pigmenten

Polieren von Alcladfarben



Have a nice day,


Zwoelfer

es werde Modell

Gilmore

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Re: Das kleine MB-Lexikon
« Antwort #20 am: 30. Mai 2014, 17:17:52 »
Bin soeben auf diesen Thread gestoßen. Viele Begriffe sind noch nicht erwähnt. Könnte man z.B. "Micro Mesh" (o.ä.) erläutern? Davon lese ich immer wieder, habe aber keine Ahnung, was das ist.

Ich möchte hier aber selber noch etwas beitragen:
Modelliermasse (z.B. Milliput) 2-Komponenten-Modelliermasse, wobei zwei Knetmassen miteinander verknetet werden. Anschließend können damit größere Ausbesserungen vorgenommen werden, da 2-K.-M. im Ggs. zu lösemittelhaltigen Spachtelmassen beim Härten nicht schrumpfen. Der "Schwund", der manchmal auch nach Wochen noch fortschreitet, ist der Grund, daß 1-Komponentenmasse nur für dünne Klebefugen etc. geeignet ist.
Milliput läßt sich nach einigen Stunden naß schleifen, sägen, bohren u.a. zerspanend bearbeiten.
Man sollte das ganze Leben nicht so ernst nehmen, man kommt da sowieso nicht lebend raus.

Warlock

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Re: Das kleine MB-Lexikon
« Antwort #21 am: 30. Mai 2014, 17:34:21 »
Micro Mesh

gepolstertes Schleifleinen das es in Körnungen von 1.500 bis 12.000 gibt.
Seht gut geeignet zum allgemeinen Schleifen als auch zum Polieren von Klarsichteile.

Siehe auch :
Website des Herstellers : http://www.micro-mesh.de/
[size=7.5pt]MB-Portfolio[/size]

Reveller

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Re: Das kleine MB-Lexikon
« Antwort #22 am: 08. Mai 2015, 20:51:22 »
Coole Idee, dann trage ich auch mal meinen Teil dazu bei:

3M Lapping Film:

Feinstschleifwerkzeug zum Schärfen von Klingen oder Glätten des Lackes über 12.000er Micro Mesh.

3M Lapping Film besitzt eine feine Oberfläche, die Hauptsächlich zum schärfen von Schneidwerkzeug genutzt wird. Hierbei muss der Film mit Wasser benetzt werden, damit dieser nicht beschädigt und somit unbrauchbar wird. Nun wird die Klinge in einer Richtung über den 3M Lapping Film gezogen und somit die Klinge geschärft.

Der 3M Lapping Film besteht aus einer dünnen Kunststoffschicht und kann darüber Hinaus auch für Lacke eingesetzt werden. Will man eine Astrein-pervers-glatte Oberfläche, wo nur via Microskop schleifriefen zu sehen sind, so kann man nach dem MicroMesh 12.000 noch den 3M Lapping film benutzen.

Hier der Link zum Kauf. Der Herr Schrägle hat mir diesen Film kostenlos zum ausprobieren zukommen lassen als Probestück, 3 Sorten - grob, mittel, fein. Habe es selbst schon ausprobiert, damjt gehe noch die kleinsten Kratzer raus und die Lackoberfläche sieht perfekt aus.

http://www.schleifartikel.com/shop/article_501/3M-Lapping-Film-Set%2C-108-x-139-mm.html?sessid=NB58FKgxv5B5C5Uguol7SFRm3oqOg73PX5Gt3almiPEYydWUL3nEykPHvrDClmBU&shop_param=cid%3D11%26aid%3D501%26

LG
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