Autor Thema:  Großdiorama "Teutonic Order 1329"  (Gelesen 33119 mal)

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Wolfgang Meyer

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Re: Bauten der Backsteingotik
« Antwort #15 am: 08. September 2014, 15:23:07 »
Hallo Marcel,

ja danke, die Knarr wollte ich auf jeden Fall dabei haben. "Medievalmodellship" haben jedenfalls noch eine Reihe schöner Schiffe (siehe mein vorheriger Link, dann auf Shop gehen).
Die sind natürlich wirklich sehr teuer, alle aus dem 3-D Drucker. Aber ich denke, dass ihr mir soweit helfen könnt, dass wir später authentische Schiffe im Hafen liegen haben.

Schöne Grüße,

Wolfgang

AnobiumPunctatum

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Re: Bauten der Backsteingotik
« Antwort #16 am: 08. September 2014, 20:31:17 »
Hallo Wolfgang,

die Valdemar Modelle habe ich noch nicht live gesehen. Daher ist die Beurteilung schwierig. Auf den ersten blick stimmen die Proportionen.
Wenn ihr Euch mit dem thema intensiver beschäftigen wollt, müsst ihr erst einmal Euer Thema genauer spezfizieren. Ich muss mal schauen. Irgendwann hatte das DSM eine Monografie zum Thema herausgebracht. Mit einer oder zwei Koggen ist es bei einem solchen Dio nicht getan. Damit das Dio lebendig wird, müsst ihr Leichter, Küstenfahrzeuge und kleine Ruderboote haben

Wo soll das Dio angesiedelt werden? Nordeuropa, Südeuropa, Mittelmeerraum? Wenn Nordeuropa, dann ist wichtig zu wissen ob das Dio in Deutschland oder im ehem. Wikinger dominierten Raum spielt. Je nachdem müsst ihr den Schwerpunkt der Schiffe anders setzen. Um welche Zeit soll das Dio spielen. Gab es schon ein Heckruder oder sind frühe Koggen mit Seitenruder richtiger?
Wie bei der Kleidung gab es auch bei Schiffen eine kontinuierliche Weiterentwicklung.

Die große Nef, auf die Marcel hingewiesen hat,  ist nur bis etwa 1100 und etwas später zu gebrauchen. Danach wurde sie durch Weiterentwicklungen mit Kastellen (Stichwort: Nef de cinque ports) abgelöst. Ab spätestens 1400 sind auch kraweel gebaute Schiffe erforderlich ...

Das Thema ist also sehr vielschichtig. Da ich mich die letzten Jahre fast ausschließlich mit englischem Schiffbau des 18. Jh, beschäftigt habe, hat meine Bibliothek da größere Lücken
:winken:  Christian

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Wolfgang Meyer

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Re: Bauten der Backsteingotik
« Antwort #17 am: 09. September 2014, 07:57:18 »
Guten Morgen Christian,

ja genau, dass sind auch alles die Punkte die uns durch den Kopf gehen. Wir haben uns ja mit den Architekturmodellen ja schon fast festgelegt. Angesiedelt werden soll die Szenerie im norddeutschen/polnischen Raum im Bereich der Ostseeküste.
Da wir keinen realen alten Hafen mit einer Stadt nachbauen, sondern eine fiktive Stadt bauen, sind wir natürlich sehr viel freier. Was aber natürlich nicht den Zeitpunkt den wir darstellen möchten betrifft. Hier muss alles stimmen, Architektur, Schiffe und natürlich das Aussehen der Bevölkerung, dass muss alles in die selbe Zeitschiene passen.
Natürlich möchten wir auch verschiedene Schiffe in verschiedenen Größen dabei haben. Diese Dioramen leben immer von den vielschichtigen kleinen Szenen, die man darstellt. Wir haben auch beschlossen das Diorama von allen Seiten einsehbar zu bauen, also freistehend. Wir haben im Oktober ein Treffen in unserem Museum, wo wir mit den bereits vorhanden Modellen eine Probeaufstellung machen und den Rest des Szenarios sowie den Platzbedarf festlegen werden. Wenn wir den genauen Zeitpunkt der Darstellung wissen, können wir auch in die Details gehen.

Danke schon mal vorab für eure Hilfe.

Schöne Grüße,

Wolfgang


Bradhower

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Re: Bauten der Backsteingotik
« Antwort #19 am: 09. September 2014, 17:14:27 »
Hallo Wolfgang,

das scheinen mir die Modelle von medievalships.com zu sein, vor allem das Flussboot kommt mir sehr bekannt vor. Zur Qualität und Authentizität findest du auf www.modellmarine.de ein paar Informationen. Generell wirken die Modelle aber schon stimmig, die Quellenlage ist eh recht dünn (von der Kogge mal abgesehen), daher würde ich bei einem mittelalterlichen Hafen, zum einen zeitgenössische Darstellungen zu Rate ziehen und im Endeffekt auf einen stimmigen Gesamteindruck setzen. Eventuell wäre an dieser Stelle auch ein wenig Recherche in ehemaligen Städten der Hanse angesagt. Hamburg hat in dieser Hinsicht ja einige Museen zu bieten. Ich war erst vor zwei Wochen im Internationalen Maritimen Museum in Hamburg und da gibt es schon ein paar interessante Modelle und zeitgenössische Darstellungen für euer Projekt. Bremerhaven sollte an dieser Stelle auch nicht ausgelassen werden, dort gibt es ja noch ein paar Koggen-Überreste ;)

Grüße Marcel

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AnobiumPunctatum

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Re: Bauten der Backsteingotik
« Antwort #20 am: 09. September 2014, 18:03:40 »
Bremerhaven sollte an dieser Stelle auch nicht ausgelassen werden, dort gibt es ja noch ein paar Koggen-Überreste ;)
:12: :5: Koggenüberreste schreibt der Banause  :5:  :12:
:winken:  Christian

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Re: Bauten der Backsteingotik
« Antwort #21 am: 09. September 2014, 18:27:30 »
gut erhaltene Relikte einer längst vergangenen Epoche, die quasi noch seetauglich wären, wären sie nicht so wasserdurchlässig.... Besser!?  :6:
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Wolfgang Meyer

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Re: Bauten der Backsteingotik
« Antwort #22 am: 09. September 2014, 19:41:19 »
Wir haben die Zvezda-Kogge und die Revell-Kogge beide im Fundus und beide ungebaut. Muss man außer den Veränderungen der Beplankung des Decks noch weitere Veränderungen vornehmen? Für welchen Zeitraum könnte man die Schiffe dann verwenden?

Grüße, Wolfgang

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Re: Bauten der Backsteingotik
« Antwort #23 am: 09. September 2014, 20:25:44 »
Zvezda Kogge und Revell Kogge sind identisch. Wenn Du ein historisch korrektes modell bauen möchtest, musst Du den Rumpf ändern. Die Form passt, wenn man den Bremer Fund zugrunde legt, überhaupt nicht.

Es gibt einen Papierbausatz der Elbinger Kogge, welcher deutlich besser gelungen ist. Auf dieser grundlage ein Koggemodell zu entwerfen wird deutlich besser.
:winken:  Christian

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Re: Bauten der Backsteingotik
« Antwort #24 am: 09. September 2014, 21:20:07 »
Danke für die Einschätzung, da kommt dann ja noch ein gewaltiges Stück Arbeit auf uns zu.

LG Wolfgang

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Re: Bauten der Backsteingotik
« Antwort #25 am: 29. September 2014, 16:54:02 »
Wir werden die Szenerie um das Jahr 1400 ansiedeln. Dazukommen wird noch ein Rathaus und ein mittelalterlicher Marktplatz mit viel Leben. Wir haben uns auch verständigt, dass wir teilweise Gebäude die am Plattenrand liegen aufgerissen zeigen. So können wir das Leben in den Gebäuden auch schön darstellen.
Darüberhinaus haben wir noch Alex Gussev aus Moskau für unser Projekt gewinnen können, er gehört ab jetzt mit zu unserem Dioramenbauteam. Da brauchen wir uns um die passenden noch fehlenden Figuren auch nicht mehr zu sorgen.

http://www.alexminiatures.com

Wir treffen uns Anfang November in unserem Museum und legen die endgültigen Proportionen des Dioramas fest, es wird wohl ungefähr 3x4 Meter groß werden.

Schöne Grüße,

Wolfgang

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Re: Bauten der Backsteingotik
« Antwort #26 am: 17. Oktober 2014, 17:20:35 »
Ich habe gerade unsäglich viel Material von Torsten über die Architektur der Backsteingotik bekommen. Da kann man fast alles authentisch nachbauen. Da ist die Größe jeglicher verwendeter Backsteine bekannt und aus welchem Ziegeleibereich sie stammten.
Zum Schiffsbau gibt es auch gute Neuigkeiten.
Bei uns im Burgenverein haben wir ja auch einen Historiker der an der Uni Aachen im Bereich der historischen Schifffahrt lehrt. Von ihm stammen auch die Aufmasszeichnungen die für den Bau der mittelalterlichen Schiffe im Hafen von Akkon verwendet wurden. Dieses Diorama ist im Maßstab 1/25, wie alle Werke des Burgenvereins, entstanden. Das Mittelalter beim historischen Schiffsbau ist übrigens sein Spezialgebiet. Da hätte ich auch früher dran denken können.

Hier der Link zu den Schiffen:


http://www.burgenkunde.de/index/index_ger6.html


Für ein anderes Projekt des Burgenvereins wird jetzt die „Bremer Kogge“ vermessen, geplant und konstruiert, allerdings in dem größeren Maßstab 1/25. Da kann ich mich mit dem 1/72er Maßstab natürlich schön dranhängen.

Nach eingehenden Gesprächen werden wir den darzustellenden Zeitraum ca. 50 bis 100 Jahre nach vorn verlegen und das Diorama in der Zeitspanne von 1300 bis 1350 ansiedeln.. Da kann man bei der bisher bestehenden Figurenvielfalt wesentlich mehr Figuren verwenden.
Auch war hier die Hochzeit des „Deutschen Orden“, mit dem Bau der imposanten Backsteinbauten. Wir haben schon viele schöne Ideen im Kopf. Es bleibt dabei, Anfang November treffen wir uns in unserem Museum, planen das Szenario, legen die Grundfläche fest und bauen schon den Tisch mit den Platten.
Danach können wir sofort loslegen.

Schöne Grüße,

Wolfgang

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Re: Bauten der Backsteingotik
« Antwort #27 am: 17. Oktober 2014, 17:24:24 »
Hallo Wolfgang,

für das Projekt wünsche ich gutes Gelingen und ich freue mich auf die Updates :)

Danke auch für den tollen Link  :P

Grüße Marcel
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Re: Bauten der Backsteingotik
« Antwort #28 am: 17. Oktober 2014, 19:39:55 »
Hallo Wolfgang,

kannst Du mich bitte bei der Kogge auf dem laufenden halten. Ein Modell einer kogge steht auch noch auf meiner Wunschliste. Es wäre interessant zu erfahren, ob es neue Erkenntnisse im vergleich zu den Publikationen und plänen des Bremer Fundes gibt. nach meiner Einschätzung fehlt bei der Bremer Kogge das Vorkastell.
:winken:  Christian

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Re: Bauten der Backsteingotik
« Antwort #29 am: 17. Oktober 2014, 20:13:37 »
Hallo Marcel/Christian,

danke für die guten Wünsche. Ich halte euch hier natürlich auf dem Laufenden. Das ist auch für mich spannend.
Ich weiß wenn der Burgenverein solch ein Projekt angeht, wird es immer bis ins Kleinste recherchiert und wissenschaftlich
abgesichert.

Schöne Grüße,

Wolfgang