Autor Thema: Funktionsmodellbau Bell 47D/ H-13D (Eigenentwicklung 3D Druck / 1:32 )  (Gelesen 3054 mal)

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vandragon

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Funktionsmodellbau Bell 47D/ H-13D (Eigenentwicklung 3D Druck / 1:32 )
« am: 24. April 2014, 15:14:05 »
Da ich so langsam mit der Konstruktion durch bin, kann ich auch mal was zeigen. Der Rumpf wird fast komplett aus dem 3D Drucker kommen (leider nicht mein eigener) daher hoffe ich das ich trotzdem den Baubericht hier belassen darf.

Nach dem ich mit der Bell 407 fertig war, wollte ich wegen Zeitmangel ein Überschaubares Projekt umsetzen um einen noch einfacher verbaubaren Rumpf zu entwickeln. Da ich durch die Aerospatiale SA 315B Lama sehr gute Erfahrungswerte hinsichtlich des 3D Druckes eines Gitterrohr Rahmens gemacht hatte, fiel die Wahl auf die Bell 47D. Die Struktur ähnelt sich und sah auch erst einmal nicht sonderlich kompliziert aus.

Der Anfang bedeutet wie immer bei einem neuen Projekt, Informationen sammeln. Leider besitze ich keine wirklich sehr gute Riss Zeichnung von der 47, also muss ich mich auf das verlassen was mir das Internet so anbietet. Des Weiteren fließt ebenfalls der Plastikbausatz von MRC als Grundlage mit in die Planung ein. Da haben sich aber schon wieder Abweichungen abgezeichnet, dass dieser wirklich eher eine grobe Grundlage darstellt.

Der Rumpf, wenn man das noch so nennen kann, wird im Maßstab 1:32 entwickelt, da bereits mein Schweizer 300C und auch die SA-315b in dieser Größe entstanden sind. Des Weiteren bekomme ich damit ein wenig mehr Luft um den Blade mCPX BL sauber unterzubringen.

Als erstes habe ich den Gitterrohrrahmen gezeichnet, da ich somit erst einmal die Notwendigen Platzverhältnisse klären konnte. Als nächstes folgte die Kanzel. Hier entscheid sich ja endgültig ob der mCPX überhaupt vernünftig rein geht oder nicht. Dazu wurde nach einer virtuellen Anprobe auch gleich die Notwendigen freischnitte gemacht.

Fortsetzung folgt...
« Letzte Änderung: 29. April 2014, 09:32:08 von vandragon »

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Re: Bell 47D/ H-13D (Eigenentwicklung / 1:32 )
« Antwort #1 am: 24. April 2014, 16:02:13 »
Ob das Ding nun von nem Hersteller oder aus dem Drucker kommt ist doch egal, letztendlich hast du ihn selbst konstruiert. Also zeigen. ;) Sehr genial, das schaue ich mir weiter an.
Gruß aus Hamburg
Rolf Karotka
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bughunter

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Re: Bell 47D/ H-13D (Eigenentwicklung / 1:32 )
« Antwort #2 am: 24. April 2014, 21:16:46 »
Heisses Teil! Helifliegen ist ja auch so ein Hobby von mir, für 3D reicht es nicht, Nasenschweben schon, also eher Kampfschweber :D , da könnte man bei den kleinen Zwergen hier glatt auf den  Geschmack kommen!
Die Zeichnung schaut schon mal toll aus, ich bin echt gespannt, wie der mal wird.
Viele Grüße,
Bughunter

Wikipedia sagt: "Ein Modell ist ein vereinfachtes Abbild der Wirklichkeit."
Deshalb baue ich lieber verkleinerte Originale.

vandragon

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Re: Bell 47D/ H-13D (Eigenentwicklung / 1:32 )
« Antwort #3 am: 25. April 2014, 10:44:00 »
@Rolle danke für Deine Ansicht :)

@bughunter fliege selber auch kein 3D. Bin ich zu doof dafür oder mir fehlt einfach die Reaktion. Ich habe auch erst mit den kleinen Stubenfliegen angefangen Heli zu fliegen und da es für diese damals keine gescheiten Rümpfe gab, hieß es wieder, selbst ist der Mann oder die Frau :)

Ich will mal kurz auf den Bausatz von MRC eingehen.


Wie immer macht der eigentlich einen guten Eindruck und die Details sind auch mehr als ausreichend. Aber auch hier liegt der Fehler im Detail. Als erstes muss ich auch selbst eingestehen, dass es mir nicht leicht fällt eine einheitliche Linie bei der Bell47 Reihe zu finden. Das hängt aber auch daran, dass mir die nötigen Unterlagen fehlen. Ich wollte wie schon am Anfang geschrieben, denn Aufwand auch nicht ins unermessliche treiben. Also hatte ich gehofft einfach den Bausatz von MRC als Vorlage zu nehmen. Beim Vergleich von Bilder, war ich mir aber nicht mehr sicher ob dieser wirklich korrekt umgesetzt wurde.


Die Charakteristische Frontlinie ist mir bei MRC zu geschwunden und das sowohl von Vorne als auch von unten. Des Weiteren scheint mir auch die Seitenlinie der Kanzel irgendwie nicht stimmig.
Also entschied ich mich einfach für die ältere Version der D mit dem steileren Glasfisch. Das hat auch noch dem Vorteil, dass Hinterzüge beim Tiefziehen weniger Problematisch sein sollten (hoffe ich)



MauzeTung

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Re: Bell 47D/ H-13D (Eigenentwicklung / 1:32 )
« Antwort #4 am: 27. April 2014, 16:20:29 »
Hallo Vandragon,

super, das ist ja in ganz geniales Projekt, was Du da am laufen hast, da bleibe ich auf jeden Fall höchst interessiert dabei! :)

Darf ich Dich an dieser Stelle mal kurz fragen, mit welchem Programm Du die 3D-Teile entwirfst? Das sieht ja echt nicht schlecht aus!

Viele Grüße
Marc



vandragon

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Re: Bell 47D/ H-13D (Eigenentwicklung / 1:32 )
« Antwort #5 am: 28. April 2014, 11:22:30 »
@MauzeTung danke und ich gebe mir Mühe ein paar Einblicke in den Gesamtprozess zu geben. Natürlich darf man Fragen welches Programm ich nehme :) Ich benutze dazu Blender ist ja mehr als ausreichend für meine Art der Entwicklung in diesem Größenbereich. CAD Programme sind natürlich um einiges genauer und wären auch bestimmt die bessere Wahl, aber ich komme mit meiner Art gut zurecht :)

So mal weiter im Text:

Wenn man ein Rumpfmodell entwickelt, dann muss man sich ja an einige Vorgaben halten. Das wichtigste dabei ist natürlich die Mechanik, die sollte selbst verständlicherweise rein passen.

Wenn man am Rechner konstruiert, hat man den Vorteil, dass man einfach ein virtuelles Modell zur Hand nehmen kann. Diese hilft dann ungemein beim weiteren Aufbau des eigentlichen Modelles. Somit sollte es später keine Überraschungen geben.



Sobald der virtuelle mCPX in Position gebracht ist, werden die entsprechenden Steck und Halteverbindungen gezeichnet. Da die Mechanik später reibungslos ein und ausgebaut werden soll, muss beim Tank ein wenig getrickst werden. Bei der Bell 47D sitzt der ja quer über den Rahmen und würde somit einen unkomplizierten Einbau erschweren. Also wird dieser mittels Einschnitten soweit präpariert, bis das Gestänge sauber läuft und der Tank nach oben hin sauber entfernbar ist. Später wird alles mittels 3mm Magneten am Platz gehalten.





Nach den Schritten werden noch einzelne Kleinigkeiten erstellt, damit sich zum Schluss ein rundes Bild ergibt. Soweit wäre der Rumpf eigentlich fertig.


von hinten


Als nächstes wird alles für den 3D Druck vorbereitet...

vandragon

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Re: Bell 47D/ H-13D (Eigenentwicklung / 1:32 )
« Antwort #6 am: 28. April 2014, 14:35:48 »
Weiter geht’s ….

Das 3D Modell wurde wie schon geschrieben für den 3D Druck aufbereitet. Das heißt im Folgenden, die Wandstärke muss bei meinem gewählten Material welches im SLS (Selektives Lasersintern) verfahren verarbeitet wird, auf eine Wandstärke von ~1mm achten. Da im Nachgang die gedruckten Objekte noch einmal mechanisch nachbearbeitet werden, sollten die zu druckenden Objekte eine minimal dickere Wandstärke aufweisen.
Es gibt zwar Skripte die da sehr behilflich sind aber trotzdem muss man öfters noch manuell ran um Feinheiten nachzubessern.

Zum Schluss kommt ein Knäul der Objekte dabei heraus, welche so beim Dienstleister hochgeladen werden kann. (Letzter Stand 24.04.2014)



Da die aktuellen Teile noch im Druck sind, mache ich mal mit den ersten Testdruckteilen weiter :) Wenn man genau hinschaut erkennt man auch, dass an den neuen Teilen (welche gerade im Druck sind) doch noch einige Änderungen vorgenommen wurden. Da passte noch einiges nicht so richtig was die Proportionen anging.

Es dauerte ungefähr zwei bis maximal drei Wochen bis die Teile gedruckt wieder bei mir auf dem Tisch lagen. Alles mal schön ausgebreitet.



Auf dem Bild fehlen natürlich noch ein paar Teile und Details. Trotzdem konnte so schon mal ein grober überblick gewonnen werden ob alles passen könnten. Noch ein paar Teilemakros.

Gitterrohrrahmen + Tank


Kanzel


Heckrotorhalter


Als nächstes folgt dann das Probe zusammen stecken …

Dannebrog

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Re: Bell 47D/ H-13D (Eigenentwicklung / 1:32 )
« Antwort #7 am: 28. April 2014, 16:39:26 »
Was für ein cooles Projekt.  :P  Ich schaue gerne zu!
Mit besten Empfehlungen vom Mike!
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vandragon

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Re: Bell 47D/ H-13D (Eigenentwicklung 3D Druck / 1:32 )
« Antwort #8 am: 29. April 2014, 09:31:45 »
@Dannebrog dann erst einmal herzlich Willkommen :)


Da meine ursprüngliche Absicht bei der Entwicklung dieses Rumpfes in der Einfachheit lag, sollte jetzt alles soweit schnell Zusammen gefügt sein. Natürlich darf man bei 3D gedruckten Teilen jetzt nicht erwarten, dass die Oberfläche glatt ist wie ein Kinderpopo und daher muss man an der einen oder anderen Stelle etwas abtragen, damit die Steckverbindungen sauber passen. Dann musste noch die Kanzel passend ausgeschnitten werden und konnte danach direkt Probe sitzen.



Sah doch schon mal alles vielversprechend aus. Ich musste auch gleich mal eine Probestellung mit der Bell407 machen. Ist ja der gleiche Maßstab :)



Da bekommt man wenigsten Mal ein Gefühl dafür wie die Größenverhältnisse sind. Die 47D ist doch größer als man denkt, aber eben auch nur durch den sehr langen Heckausleger. Die Kabine ist dafür beengt aber Zweckmäßig.
Der Rest des Zusammenbaus ist dann auch Recht schnell erledigt. Wenn man mal die Kanzel aus der Zeitrechnung mit raus nimmt, dann ist alles in guten 10 Minuten verbaut. Am längsten dauert es eben da noch das Kabel nach hinten zu ziehen.
Was ich bei der ersten Zeichnung noch nicht mit umgesetzt hatte, war der Akkuhalter. Daher opferte ich ein altes Gestell aus dem Zubehörhandel vom mCPX und nutze nur dessen Halter. Dieser wurde einfach in der Kanzel angeleimt.



Die Kanzel bekam noch 2 Magneten verpasst welche einfach von Teilen eines Aktendullis als Gegenstück gehalten werden.

So damit war alles fertig für den ersten Testflug.



Da ich leider nicht über so viel Platz verfüge, erfolgte der Erstflug auf dem Boden. Ist nicht gerade die beste Flugeinlage aber sie zeigt trotzdem sehr gut, er fliegt :) und ich muss einfach mehr trainieren :D



Soweit war ich erst einmal zufrieden. Eigentlich hätte ich jetzt alles mit Farbe versehen können und fertig aber ich musste unbedingt noch mal das Gesamtergebnis mit Originalbilder vergleichen. Tja, dabei merkte ich dann, dass mir ein deutlicher Fehler unterlaufen ist. Die Proportionen stimmten einfach nicht so richtig. Vor allem die Frontansicht überzeugt mich nun gar nicht mehr, viel zu geschwungen. Also habe ich alles noch mal auf Anfang gestellt und die neuen Erkenntnisse in das Modell welches ich von Anfang an Euch gezeigt habe, einfließen lassen.
Jetzt warte ich auf die neuen Teile…

Da es aber trotzdem zu Schade um das bereits vorhandene Model wäre, kommt doch noch ein wenig Farbe ins Spiel :) ...
« Letzte Änderung: 29. April 2014, 10:13:28 von vandragon »

vandragon

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Re: Bell 47D/ H-13D (Eigenentwicklung 3D Druck / 1:32 )
« Antwort #9 am: 30. April 2014, 10:43:10 »
Der Sinn eines Prototypen bestimmt ja immer darin, zu sehen ob die Entwickelten Bauteile auch Ihre vorgesehene Funktionalität erfüllen. Eigentlich war das mit dem nackigen Modell schon soweit erfüllt. Alle Notwendigen Änderungen oder fehlenden Teile sind in die aktuelle Version eingeflossen.
Da es aber doch immer eine Weile dauert bis die aktuellen Teile vom Dienstleister wieder bei mir eintreffen, habe ich halt Angefangen ein paar Dinge zu ergänzen. Da es aber trotzdem nur der fehlerhafte Prototyp ist, habe ich nicht sehr viel Zeit damit verbracht die Druckteile nachzubearbeiten. Also sind noch einige raue Stellen und Unebenheiten vorhanden.

Auf die Tankattrappe wurde einfach ein paar Alustreifen geklebt, das wirkt einfach etwas plastischer.Die Tankleitung ist dann einfach noch ein kleiner Akzent. Die Heckfinne war noch eines der größeren Teile, welche so an dem blanken Prototypen nicht vorhanden war. Für das Gesamtbild ist sie aber unentbehrlich. Aus einem dünnen Plastiksheet Streifen ist so etwas dann auch recht schnell hergestellt. Die einfache Motorattrappe hat dann ebenfalls noch ihren Weg an das Modell gefunden. Mit ein bisschen Farbe versehen, dient Sie als kleine Verblendung vor der Mechanik.

Des Weiteren wurden ein paar Decals gezeichnet, angelehnt an die Chilenische Variante. Gedruckt und geliefert wie immer vom Druckeronkel.

Ich bin mit dem Ergebnis eigentlich Recht zufrieden, dafür dass es „nur“ der nicht ganz korrekte Prototyp ist.

Bilder sagen wie immer mehr als tausend Worte, also lasst die Bilder sprechen :)











So das war es erst einmal von mir, hier geht es weiter sobald die endgültigen Teile da sind und dann baue ich die Medical Version der ARMY.



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Re: Bell 47D/ H-13D (Eigenentwicklung 3D Druck / 1:32 )
« Antwort #10 am: 30. April 2014, 12:56:42 »
Na, auch als Prototyp macht der doch was her, gerade mit der Farbe drauf. Ganz schön stabil diese gedruckten Teile, sah der kleine Crash doch recht spektakulär aus.
Gruß aus Hamburg
Rolf Karotka
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Re: Bell 47D/ H-13D (Eigenentwicklung 3D Druck / 1:32 )
« Antwort #11 am: 30. April 2014, 15:58:32 »
 8o ... da kann ich nur sagen KLASSE GEMACHT  :klatsch:

3Drucken an sich ist ja nicht besonders anspruchsvoll  ;) sondern die ganze CAD Arbeit ist der Knackpunkt an der Sache. Und das sieht bei dir schon echdt fein aus. Dass der Heli tatsächlicht fliegt ist natürlich obercool !


lg
Walter
MACHEN ist wie WOLLEN ... nur viel besser!

tsurugi

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Re: Bell 47D/ H-13D (Eigenentwicklung 3D Druck / 1:32 )
« Antwort #12 am: 30. April 2014, 16:33:03 »
Das ist ja der Hammer was man mit den 3D- Druck für Möglichkeien hat !
Leider habe ich von CAD überhaupt keine Ahnung.

Ralf_B

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Re: Bell 47D/ H-13D (Eigenentwicklung 3D Druck / 1:32 )
« Antwort #13 am: 30. April 2014, 17:42:42 »
Ich finde es auch absolut beeindruckend was Du hier machst. Sogar den Sound Deiner Bell!  :6: :6:

Den Bausatz, wenn es ihn mal zu kaufen gibt, könnte man sogar als Grundlage für ein Standmodell in 1:32 nehmen...

Große Klasse!

Gruß Ralf  :winken:

knightofthesky

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Re: Bell 47D/ H-13D (Eigenentwicklung 3D Druck / 1:32 )
« Antwort #14 am: 01. Mai 2014, 12:03:52 »
Klasse!!!  :P