Autor Thema: Zivilfahrzeuge Ferrari 250 GTO 1964 (MFH 1/12)  (Gelesen 6953 mal)

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Splunge

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Zivilfahrzeuge Ferrari 250 GTO 1964 (MFH 1/12)
« am: 16. September 2015, 20:30:01 »
Hallo zusammen,

nachdem ich genötigt motiviert wurde doch einen Baubericht zum MFH Ferrari 250 GTO von 1964 in 1:12 zu erstellen, will ich diesem Wunsch natürlich gerne nachkommen.

Wie schon erwähnt kann es allerdings sein, dass sich der Baubericht aus Zeitgründen etwas in die Länge zieht. Außerdem habe ich aus dem ersten Bauabschnitt (Motor) nicht allzu viele Fotos.

Im Folgenden werde ich die in den letzten neun Monaten erledigten Arbeiten und deren Ergebnisse Stück für Stück und etwas zeitversetzt aufbereiten. Dann geht’s „Live“ mit der Bodengruppe, etc. weiter.

Gebaut wird übrigens die Version A, also Startnummer 25, gefahren von Ireland/Maggs bei den 24h von Scarthe. Gereizt hat mich dabei die Maranello Concessionaires Lackierung.

Angefangen wird, wie in der Bauanleitung vorgesehen, mit dem Motor. Das Besondere an diesem Bausatz: die Zylinder, Kurbelwelle, Ventile, Nockenwelle etc. sind alle einzeln dargestellt. Bis auf die Ventile ist das auch alles beweglich und mit einander gekoppelt - wenn man nicht an der falschen Stelle einen(!) Tropfen Sekundenkleber zu viel hinterlässt. -> Lektion gelernt...). Schade, dass man später nichts mehr davon hat, es sei denn man stellt den geöffneten Motor in einem Werkstattdiorama dar.








Für mich waren die "unsichtbaren" Teile eine gute Übung, um mich mit den Materialien meines ersten Multimedia-Kits anzufreunden. Und ich muss sagen, mit Metall zu arbeiten macht mir persönlich mehr Spaß, als mit Kunststoff. Es ist zwar mehr Aufwand die Teile zu säubern, zu entgraten etc. aber der große Vorteil ist, dass eben nur Metall wie echtes Metall aussieht. Gerade beim Motor ein nicht unwesentlicher Vorteil.

Zur Alterung des Motors habe ich die Metallteile zunächst mit Armour Wash von Citadel bepinselt. Nach dem Trocknen wurde das Ganze mit feinen Handschleifvlies gereinigt, so dass nur noch an den Innenkanten und Fugen „Schmutzreste“ übrig geblieben sind. Das Metall wird dadurch insgesamt auch ein wenig dunkler.


Der reine Motorblock bringt schon mal 238g auf die Waage. Kein Wunder, ist ja auch quasi massives Metall.


Zum Abschluss noch ein Bild vom Motor mit Ventildeckeln und ein paar Anbauteilen:

Der daneben liegende Topf muss zweimal verbaut werden (links und rechts), lag dem Bausatz aber nur einmal bei. Dafür hatte ich ein Teil der Aufhängung zuviel. Im dritten Versuch über mehrere Monate und mit diesem Foto im Anhang hat Hiro san dann endlich auf meine E-Mail reagiert. Das fehlende Teil war darauf hin innerhalb von einer Woche da.

mumm

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Re: Ferrari 250 GTO 1964 (MFH 1/12)
« Antwort #1 am: 16. September 2015, 21:14:39 »
Astrein, hat das Nörgeln doch Früchte getragen  :D

Auch wenn ich nix zu deinem Bau oder geschichtlichen Hintergründen beitragen kann, ich schaue trotzdem zu  :1:

Der Motor macht schonmal ein schönes Bild, womit hast du die Ventildeckel gemacht? Microballs?

Peter  :winken:

ron_killings

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Re: Ferrari 250 GTO 1964 (MFH 1/12)
« Antwort #2 am: 16. September 2015, 21:26:20 »
Cool, da bleib ich dran!

 :winken:
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Re: Ferrari 250 GTO 1964 (MFH 1/12)
« Antwort #3 am: 17. September 2015, 06:03:29 »
Oh jeah!!  :9: :9: :9:

Ein 1:12 MFH Full Detail ist immer eine geile Sache.

Und der Motor schaut echt top aus.  :klatsch:
Nur die Ventildeckel hätte ich klassisch rot gemacht.

Und die beweglichen Teile sind ja mal ein Krachen. Bei meinem MP4/4 waren die Zylinder  (6 an der Zahl) auch beweglich.
Aber was sich hier alles bewegt ist der Knaller.

Was das Gewicht angeht, sind die Dinger echt schwer. Ich musste meinen F1 Renner auch auf extra Stützen stellen. Da er so schwer ist das sich die Dreieckslenker verbiegen würden. Wenn das bei dem hier auch so ist, empfehle ich dir da aber andere Teile zu nehmen als die vom originalen Bausatz. Die waren bei mir dicke, klobige Metallteile. Ich habe stattdessen transparenten Acrystab passen auf Länge geschnitten. Ist etwas dezenter.

Was den Service von Hiro angeht kann ich nur gutes berichten. Auf die ersten Emails gibt es immer rasch eine Antwort und die fehlenden oder versauten Teile sind nach einer Woche da.
Da sie aber in letzter Zeit ein paar Email Probleme haben, lag das sicher daran.

Ich freue mich sehr auf die nächsten Bilder.  :1:

Gruß
Martin
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Re: Ferrari 250 GTO 1964 (MFH 1/12)
« Antwort #4 am: 17. September 2015, 06:18:32 »
Sehr schön das du nun einen Bericht machst.
Sind schon klasse teile diese MFH Bausätze.
Den 67er GTO hatte ich auch mal gekauft,aber nach Abwägung meines Lagers wieder weiterverkauft.
Da ich mehr auf ein wenig Jüngere Renner stehe habe ich mich davon getrennt.
Aber trotzdem schaue ich hier begeistert zu.Ich bin noch immer unschlüssig ob und wann ich mich an meinen ersten MFH wagen soll.Da schwingt viel Respekt mit bei mir.
Also,hau rein und mache einen tollen GTO draus!  :klatsch: :klatsch:
gruss Christian

Travis

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Re: Ferrari 250 GTO 1964 (MFH 1/12)
« Antwort #5 am: 17. September 2015, 08:14:20 »
Ich staune hier nur und freue mich über jedes weitere Update... auch wenn's mal wieder ein bißchen länger dauert!  ;)

Echt beeindruckend!  :1:

Tho :santa:
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Splunge

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Re: Ferrari 250 GTO 1964 (MFH 1/12)
« Antwort #6 am: 17. September 2015, 08:58:32 »
Danke fürs Interesse! Bisher ist das Gezeigte ja noch recht unspektakulär.

Der Motor macht schonmal ein schönes Bild, womit hast du die Ventildeckel gemacht? Microballs?
War nicht nötig, das Weißmetall hatte bereits die entsprechende Struktur. Ich habe lediglich eine dünne Schicht Mattschwarz drübergesprüht
Mit Microballs stehe ich sowieso noch ein wenig auf Kriegsfuß. Mir ist noch nicht ganz klar, wie man sie richtig anwendet. Oberfläche lackieren, im noch feuchten Zustand in Microballs tunken und anschließend nochmal überlackieren?

Nur die Ventildeckel hätte ich klassisch rot gemacht.
Waren rote Ventildeckel zu der Zeit nicht eher eine Besonderheit des Testarossa (italienisch für "roter Kopf")? Alle Referenzbilder die ich gefunden habe zeigen einen schwarzen Ventildeckel, so wie es auch in der Bauanleitung steht.
Mein Vater meinte noch, ich solle doch den Ferrari-Schriftzug blank machen. Aber auch das konnte ich nur auf wenigen Fotos finden. Von daher bleibt alles schwarz.

Gruß
Bernd

mumm

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Re: Ferrari 250 GTO 1964 (MFH 1/12)
« Antwort #7 am: 17. September 2015, 09:50:04 »
Oberfläche lackieren, im noch feuchten Zustand in Microballs tunken und anschließend nochmal überlackieren?

Genau so mache ich das, lasse die Teile ein wenig in den Balls stehen und schüttle überflüssige ab, danach nochmal Farbe drüberhauchen.

Peter  :winken:

bughunter

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Re: Ferrari 250 GTO 1964 (MFH 1/12)
« Antwort #8 am: 17. September 2015, 10:31:57 »
Autos sind zwar nicht mein Metier, aber dieses tolle Modell muß ich doch mal im Auge behalten. Faszinierend diese Metallkits, und wenn es dazu noch so toll verarbeitet ist :P

Viele Grüße,
Bughunter

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Deshalb baue ich lieber verkleinerte Originale.

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Re: Ferrari 250 GTO 1964 (MFH 1/12)
« Antwort #9 am: 17. September 2015, 11:28:14 »
Waren rote Ventildeckel zu der Zeit nicht eher eine Besonderheit des Testarossa (italienisch für "roter Kopf")? Alle Referenzbilder die ich gefunden habe zeigen einen schwarzen Ventildeckel, so wie es auch in der Bauanleitung steht.
Mein Vater meinte noch, ich solle doch den Ferrari-Schriftzug blank machen. Aber auch das konnte ich nur auf wenigen Fotos finden. Von daher bleibt alles schwarz.

Wieder was gelernt. Ich hätte jetzt gedacht die waren schon immer rot. Aber wenn das im original nicht so war, dann natürlich auch nicht beim Modell.

Zu deiner Frage mit den Microballons.

Als Haftanstrich nehme ich immer Emaile Farbe. Die steht etwas länger nass. Man kann aber bestimmt auch jede andere Farbe nehmen.
Dann ordentlich die Ballons rauf. Lieber mehr als weniger. Dann vorsichtig den Überschuss abklopfen.
Ich lasse die Sache dann einen Tag trocknen. Dann gehe ich nochmal vorsichtig mit einem Pinsel rüber um die letzten losen Teile runter zu bekommen.
Und dann wird die entsprechende Farbe gebrusht. Und fertig ist die Sache.

Gruß
Martin 
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Re: Ferrari 250 GTO 1964 (MFH 1/12)
« Antwort #10 am: 17. September 2015, 11:34:16 »
Wow, der Motor ist der Hammer! Eigentlich viel zu schade das alles unter dem Ventildeckel zu verstecken.  ;(

Da wäre eine Reparaturszene angebracht, also alles noch mal zurück  :7:


 :P :P  :winken: Jonns


Splunge

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Re: Ferrari 250 GTO 1964 (MFH 1/12)
« Antwort #11 am: 17. September 2015, 23:43:40 »
So, weiter geht's mit dem Motörchen.

Die Rückstellfedern am Vergaser sind im Bausatz mit Fotoätzteilen realisiert, oder sagen wir besser „angedeutet“. Diese habe ich wie folgt modifiziert: ein dünnes Metallröhrchen wird an der Stelle der „Feder“ über das Fotoätzteil geschoben und das obere Ende des Fotoätzteils um 90° verdreht. Das Metallröhrchen habe ich unter Drehung mittels Schleifpapier mit leichten Riefen versehen, um die Windungen der Feder zu imitieren. Leider habe ich erst später per Zufall einen Anbieter für Federstangen in passender Größe gefunden. Da war es leider schon zu spät. Geht aber auch und sieht meiner Meinung nach immer besser aus als die Bausatzvorgaben.


Die am Fotoätzteil vorhandene „Sechskantschraube“ habe ich weggeschliffen und an ihrer Stelle ein Loch gebohrt (verdammt, ist das PE-Zeug hart und rutschig...). Dort hinein kommt dann eine brünierte Messingschraube mit Unterlegscheibe.


Bei den Vergasern habe ich mich lange mit der Länge der Röhrchen in der Mitte der Ansaugtrichter beschäftigt. Der Bausatz gibt vor, dass die Röhrchen bis knapp unter die Oberkante der „Trompeten“ gehen. Auch diverse (renommierte?) Modellbauer haben es so dargestellt. Allerdings kann ich das an Hand von Originalbildern nicht nachvollziehen. Ganz im Gegenteil. Wenn man sich z.B. mal die Anleitung zum GTO Motorbausatz von Autograph anschaut, dann befindet sich auf der Titelseite ein Top-Down Foto von einem Originalmotor. Dort ist ziemlich deutlich zu erkennen, dass die Öffnung nur ein klein wenig aus dem Boden der Ansaugtrichter herausragt.
 
Dementsprechend habe ich die Röhrchen gekürzt. Da mir eines der Röhrchen auf nimmer Wiedersehen von der Pinzette gesprungen ist, habe ich die Gelegenheit genutzt und die beigelegten Röhrchen durch wesentlich dünnwandigere zu ersetzen. Am oberen Ende habe ich den Innendurchmesser zusätzlich noch von 0,6mm auf 0,7mm aufgebohrt (der Aussendurchmesser ist 0,8mm).


Was mit leider missraten ist, und dafür könnte ich mich ohrfeigen, ist die Ausrichtung der Ansaugtrichter. Die sind nicht alle 100%ig gerade zueinander ausgerichtet. Mal schauen, ob ich das noch korrigieren kann, ohne noch mehr Schaden anzurichten. Morgen wollte ich einen Versuch unternehmen die betroffenen Ansaugtrichter nochmal zu lösen. Das wird schwierig werden, da sie ja durch das Röhrchen in der Mitte zusätzlich verklebt sind. Ausserdem ist der Motor inzwischen komplett montiert. Ich trau mich gar nicht ein Bild vom jetzigen Zustand zu zeigen...


Splunge

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Re: Ferrari 250 GTO 1964 (MFH 1/12)
« Antwort #12 am: 18. September 2015, 08:40:59 »
Die Schieflage der Ansaugtrichter hat mir keine Ruhe gelassen. Heute morgen habe ich versucht die Ansaugtrichter vom Vergaser zu lösen. Mit Hilfe einer kleinen Spitzzange, deren Backen ich mit Latexmilch als Schutz überzogen hab, konnte ich sie tatsächlich lösen.
Komplett entfernt habe ich sie noch nicht, aber es reicht, um sie neu auszurichten. Heute Abend werde ich hoffentlich genug Ruhe dafür haben.

pixar1744

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Re: Ferrari 250 GTO 1964 (MFH 1/12)
« Antwort #13 am: 18. September 2015, 11:38:43 »
Servus,
da bleibe ich auf jeden Fall auch dran, toll!. mein 1:24er revell GTO wartet auch noch auf die Fertigstellung.

war auf jeden fall ne sehr gute Entscheidung die Rohre nochmal abzumachen. bei nem Bausatz um die 600-700 Euro oder noch mehr und vor allem in dieser Größe sollte schon alles sitzen. Ich bin auf das Endergebnis sehr sehr gespannt
weiter so  :klatsch: der Motor sieht schon mal sehr geil aus!

Beste Grüße
Seb

Der Autobastler

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Re: Ferrari 250 GTO 1964 (MFH 1/12)
« Antwort #14 am: 18. September 2015, 12:12:37 »
Gut das du an die Ansaugtrichter nocheinmal ran gehst. Wenn die nichr ordentlich zueinander ausgerichtet sind, fällt das sofrt auf wenn man die Motorhaube auf macht. Und das wäre bei dem Preis am Ende mehr als ärgerlich.

Zu deinem kleinen Federproblem.
Du kannst doch so eine Feder auch ganz leicht selber machen.

Einfach einen entsprechend dicken Draht nehmen und um z. B. einen entsprechend dicken Bohrer wickeln. So mache ich das immer.
Sollte der Abstand der Windungen nicht gleich sein, kann man das relativ leicht korrigieren wenn der Draht noch um den Bohrer gewickelt ist.

Gruß
Martin
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