Autor Thema:  Brauche Tipps zu meinem selbstgebauten Sumpfboot  (Gelesen 3246 mal)

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Rheinländer

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Brauche Tipps zu meinem selbstgebauten Sumpfboot
« am: 28. September 2015, 18:42:05 »
Als mein RC Flieger unreparabel abgestürtzt ist habe ich mit den Ersatzteilen ein Sumpfboot aus Styrudor XPS gebaut.
Das Ding sieht ganz gut aus, lässt sich gut lenken und erreicht ein ansehnliches Tempo.
Das einzige Problem ist, dass er ab ein bestimmtes Tempo (Gashebel Mitte) unwirkürlich zur Seite wegdrifftet und somit keine gerade Linie fährt.
Ich habe Fotos angehangen, auf dem Ihr das Boot sehen könnt.
Hat vielleicht jemand einen Tipp woran das liegen könnte und wie ich dieses Fehlverhalten beheben kann?
Besten Dank schon mal im Voraus :-)

ralph21075

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Re: Brauche Tipps zu meinem selbstgebauten Sumpfboot
« Antwort #1 am: 28. September 2015, 20:49:20 »
Vermutlich wird die Rumpfform dieses Wegdriften verursachen. Das Boot bräuchte in meinen Augen eine Führung durchs Wasser, ein Schwert, ein Kiel.. in grade Linie der Wirkrichtung des Motors. Aber das ist eine Laien-Meinung...  :woist:

 :winken:

Tolles Teil!

bughunter

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Re: Brauche Tipps zu meinem selbstgebauten Sumpfboot
« Antwort #2 am: 28. September 2015, 20:59:55 »
Ein Kiel wäre ja wegen des Tiefgangs kontrproduktiv, aber wie wäre es mit mehreren Leitstreifen (mini-Kiele) von vorn nach hinten?
Aber ob man dann noch um die Kurve kommt?

Viele Grüße,
Bughunter

Wikipedia sagt: "Ein Modell ist ein vereinfachtes Abbild der Wirklichkeit."
Deshalb baue ich lieber verkleinerte Originale.

Hans

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Re: Brauche Tipps zu meinem selbstgebauten Sumpfboot
« Antwort #3 am: 28. September 2015, 21:17:29 »
Googel mal nach Airboat RC plans.

Airboats sind flach unten, keine Kiele, keine Leisten, nix. Ich vermute du hast ein aerodynamisches Problem oder ein Drehmomentproblem. Eine ad-hoc-Lösung wirds da nicht geben.
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Rheinländer

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Re: Brauche Tipps zu meinem selbstgebauten Sumpfboot
« Antwort #4 am: 28. September 2015, 23:57:12 »
Danke für die Tipps!

Hans, meinst du das Drehmoment des Propellers oder das, welches auf die ganze Konstruktion ausgeübt wird?


tengel

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Re: Brauche Tipps zu meinem selbstgebauten Sumpfboot
« Antwort #5 am: 29. September 2015, 08:00:40 »
Steht der Motor gerade auf der Mittellinie des Bootes ( von oben gesehen) ?
Im Flieger wird der Motor leicht schräg zur Längsachse eingebaut um den Drehmomentzug auszugleichen.
Best Regards
Torsten
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Heavensgate

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Re: Brauche Tipps zu meinem selbstgebauten Sumpfboot
« Antwort #6 am: 29. September 2015, 08:12:09 »
Wie schwer ist das Teil? Denke der Rumpf ist sehr leicht und die Steuerteile sind ungleich verteilt (Der Empfänger sitzt mehr Rechts). Ist das Boot genau austariert? Wenn es Rechts schwerer ist als Links, zieht es zur Seite. Je höher der Speed, desto schneller zieht es weg. Das wäre so ein Gedanke von mir, was mir aufgefallen ist.


 :winken: Jonns

Rheinländer

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Re: Brauche Tipps zu meinem selbstgebauten Sumpfboot
« Antwort #7 am: 29. September 2015, 09:43:44 »
Das Boot wiegt 715 g und der Sender ja nur wenige Gramm. Ob das ins Gewicht fällt?
Ich vermute mittlerweile auch, dass es ein Drehmoment Problem ist, aber wie behben...?

ralph21075

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Re: Brauche Tipps zu meinem selbstgebauten Sumpfboot
« Antwort #8 am: 29. September 2015, 10:06:36 »
Experimentieren.. vielleicht am Heck ein kleines Schwert mit ganz leichtem Anstellwinkel gegen die Ablenkung, das den Vogel bei höherer Geschwindigkeit auf Kurs hält. Bricht es denn immer zur gleichen Seite aus?

jackrabbit

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Re: Brauche Tipps zu meinem selbstgebauten Sumpfboot
« Antwort #9 am: 29. September 2015, 10:56:34 »
Hallo,

ab einer bestimmten Geschwindigkeit wird der Rumpf deines Bootes "aufschwimmen" und die Führung verlieren,
da der Boden unten ganz flach/eben ist. Vermutlich wird das Boot dadurch instabil und driftet beliebig zur Seite.
Der Antrieb ist ja hinten und oben - da dort die Schubkraft ansetzt, brauchst Du schon eine Führung.

Ich würde es mit Leitstreifen bzw. Leitkielen zur Führung oder auch einer anderen Rumpfform versuchen.
Bei der Rumpfform mehr ausrunden, die Stufe vorne entfernen, so dass mehr eine typische Bootsform entsteht,
die es ja nicht von ungefähr gibt. Und:  "Länge läuft." - hingegen ist dein Rumpf kurz, breit und mit ebenen Boden.

Grüsse



pucki

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Re: Brauche Tipps zu meinem selbstgebauten Sumpfboot
« Antwort #10 am: 29. September 2015, 11:05:59 »
Mögliche Fehlerquellen.

1. ) Ist das Lenkschwert (das hinter der Luftschraube) PERFEKT zur Mittelachse der Luftschraube ausgerichtet ? Je nach Umdrehung der Luftschraube können da einige Millimeter Abweichung den Luftstrom und das Fahrverhalten gravierend verändern.

2.) Hast du das Teil das ganze Schiff überhaupt "ausgewuchtet". ?
Also GENAU auf der Mittelachse. Wenn das auf der einen Seite auch nur minimal schwerer ist wie auf der anderen Seite musst du immer gegensteuern. Das ist genau das selbe als wenn du ein Transporter fährst der nur auf einer Seite beladen ist.

Erkennen kannst du das Problem wenn das Schiff fast immer nur zu einer Seite ausbricht.  Dies gilt allerdings nur wenn es keine Beweglichen Teile an Board gibt, und das Lenkschwert (das hinter den Propeller) PERFEKT zur Mittelachse ausgerichtet ist.

Im Angelbedarf oder im Fachhandel für RC-Modellbau gibt es Gewichte aller Art die so Probleme ausgleichen. Selbst ein nicht ausgewuchteter Propeller kann schon Probleme machen.

Grundsätzlich gilt. Je perfekter es ausbalanciert ist, desto einfacher kann man es steuern.  (Kleiner Hinweis : Ein Unterwasserschwert hat als Hauptjob ein Gegenpol zu schaffen damit das Schiff nicht umkippt (Im Klartext : Den Schwerpunkt des Schiffes zu verlagern). Bei den Segelboot eines Bekannten von mit, ist dieses Schwert sogar mit feuchten Sand gefüllt, damit ein bisschen Wind in den Segeln das Schiff nicht umkippen lässt.  Versuch mal in ein Ruderboot aufzustehen, dann wisst ihr was ich meine ;)

Ein Kiel braucht ein Schiff nur, damit es eine Wasserverdrängung erzeugen kann (Es ist einfacher ein Schnitzel mit der scharfen Seite des Messer zu schneiden ;) ) . Dieses "Schiff" hat aber fast keine Tieflage und braucht deshalb kein Kiel. Schiffe diese Bauart haben meist nur eine "Kiel ähnliche Führungslinie die genau in der Mitte liegt"

Das Teilchen was hier gebaut wird, ist eine Art Sumpfboot. https://de.wikipedia.org/wiki/Sumpfboot

*Edit* Bei genauer Betrachtung der Fotos würde ich fast vermuten das das Teil in Fahrrichtung RECHTS ausbricht. Das ist nicht 50:50 geraten, sondern auf dieser Seite ist ein Extragewicht (vermutlich der Empfänger keine Ahnung).

Gruß

   Pucki
« Letzte Änderung: 29. September 2015, 11:11:20 von pucki »
Ich bin PucKi, ein älterer Mann und überzeugter Single, der immer noch versucht ein perfektes Modell zu bauen.

Rheinländer

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Re: Brauche Tipps zu meinem selbstgebauten Sumpfboot
« Antwort #11 am: 29. September 2015, 16:09:18 »
Vielen Dank für alle Tipps.

Ich habe es mit 2 kleinen Keilen versucht. Das Boot fuhr gerade, liess sich aber nicht mehr so gut manövrieren. Am ende ist es umgekippt, aber die Elektronik hat es Goot sein Dank überlebt.

Ich werde einfach, wie es pucki vorschlägt, ein längeres bauen und zusehen, dass ich die Gewichte symmetrisch verteile.

Eine Frage bleibt noch. Ich habe die Lenkschwerter ziemlich nah bei einander gleich hinter dem Propeler positioniert. Ist das ein Nachteil??
Die meisten Sumpfboote habe 2 Lenkschwerter parallel weit auseinander positioniert.

Gruß

pucki

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Re: Brauche Tipps zu meinem selbstgebauten Sumpfboot
« Antwort #12 am: 30. September 2015, 05:18:42 »
Hast du ein Ventilator. ?

Deine Luftschraube und ein Ventilator sind GENAU das selbe.
 
Bewege mal deine Hand vor einen Ventilator oder halt deiner Luftschraube. Du wirst merken das der Luftstrom sich vom Mittelpunkt nach Außen GRAVIEREND verändert.
Deshalb habe ich auch geschrieben das das Lenkschwert perfekt zur Mittelachse gesetzt werden soll. Wenn du 2 Luftschwerter hast, musst du beide in gleichen Abstand zum Mittelpunkt der Luftschraube bauen.

Ich gebe zu das ich mich zu wenig mit Aerodynamik auskennt um zu sagen ob 2 Lenkschwerter besser sind als 1. Ich denke aber da ein Lenkschwert genau in der Mitte sein muss, und es deshalb relativ wenig Luftstrom abbekommt, man 2 Lenkschwerter nimmt um den Luftstrom der Schraube besser auszunutzen (Ist aber nur eine Vermutung.  Da müssen dann richtige Experten ran. kein kleiner Pucki ;) Ich habe mein bisschen Wissen nur aus der Erfahrung das ich vor ca. 15-20 Jahren mal ein Bekannten zugeschaut habe wie der ein ähnliches Teil gebaut hat.

Ach ja. Von der Länge des Teils habe ich nie etwas gesagt.

Nur von einer perfekten Achse. Mein Tipp. Zeichne genau in der Mitte des Rumpfes eine Linie. Und achte darauf das das Zentrum der Luftschraube genau auf diesen Linie ist. Dann nur noch dafür sorgen das das Gewicht auf beiden Seiten gleich ist. (Notfalls halt ausgleichen).

Wie wichtig eine gute ausgewuchtete Luftschraube ist, kannst du mal hier nachlesen. http://modellfluginfo.de/Modellflugzeug/Blog/Propeller-auswuchten.php
Flugzeug oder Luftboot ist völlig unwichtig.

Gruß

   Pucki
Ich bin PucKi, ein älterer Mann und überzeugter Single, der immer noch versucht ein perfektes Modell zu bauen.

wefalck

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Re: Brauche Tipps zu meinem selbstgebauten Sumpfboot
« Antwort #13 am: 18. Oktober 2015, 12:04:31 »
Der Abstrom eines Propellers ist nur dann ideal-rotationssymetrisch, wenn sich keinerlei Hindernisse seitlich davon befinden. Da ja bei einem Propellerboot der Rumpf und dann die Wasserfläche den Abstrom nach unten begrenzen, wird er zu einer Art Ellipse oder Dreieck mit runden Ecken zusammengedrückt. Der Luftstrom ist ja auch nicht laminar und achsparallel mit dem Propeller, sondern spiralförmig. Auf diesen Luftwirbel wirken z.B. bei einem Flugzeug in der Luft auf allen Seiten die gleichen Reibungs- und Scherkräfte. Bei einem Propellerboot treten an der Unterseite des Luftstrom größere Reibungskräfte auf, als an der Oberseite. Alles das führt zu einer Ablenkung des Luftstroms, auf die das Boot mit einer Drift in die entgegengesetzte Richtung reagiert (das ist ürbigens auch bei schraubengetriebenen Schiffen so). Die Abdrift hängt von der Geschwindigkeit des Luftstromes ab und ist bei höherer Geschwindigkeit größer.

Soweit die Theorie. Ich habe mit ferngelenkten Modellen keine praktische Erfahrung, meine aber zu Wissen, daß es bei manchen Fernsteuerungsanlagen eine (dynamische) Trimmöglichkeit für Ruder gibt. Ansonsten könnte man dem Ruder vorn vorneherein eine gewisse Trimm geben, entegen der man geringen Geschwindigkeiten steuern muß - bei höheren Geschwindigkeiten würde das Boot dann bei neutraler Ruderlage geradeaus laufen. Als dritte Möglichkeit könnte man die Achse des Motors leicht drehen, um so die Trimm zu erzeugen (was hier aber wegen des festen Einbaus wohl nicht mehr geht).

Alles oben gesagte gilt natürlich für eine absolut symmetrische Rumpfform die auf eine absolut horizontale Schwimmlage hin austariert ist. Auch der Antrieb muß genau in der Mittellinie liegen. In der modellbauerischen Praxis dürfte das schwer zu realisieren sein, so daß man wahrscheinlich mit einer Rudertrimmung arbeiten muß.