Autor Thema: Sonstiges Unten am Fluss - Jütland um 900 n.Chr. - 1:72 --- FERTIG!!!!!!!!!!!!!!!!  (Gelesen 13514 mal)

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Der Hoff

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Sonstiges Re: Plan/Skizze eines nordeuropäischen Hauses 9.-10. Jh. gesucht
« Antwort #30 am: 16. Oktober 2016, 22:59:59 »
Ich sag mal so, 2 Meter Hohe Türen????? Wofür? Und Türen waren teuer, da gilt, umso kleiner umso billiger. Und damals hatte man keine xxl Couchen die durch die Türen mussten. Ich lehn mich mal sehr aus der Tür und sag, ein Loch mit Vorhang würd auch gehn  :pffft: War wahrscheinlich nicht so, aber vielleicht gabs damals schon komische Kauze  :6:
Normen gabs bei den Maßen sicher nicht. Vor allem nich im Privatbau... versuch mal ein Bauernhaus aus den 80ern  des 20 Jahrhunderts zu renovieren..... Ich kann nur einen Helm empfehlen, sonst tut der Kopf sehr weh beim gegen die Wand schlagen....
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Jensel1964

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Re: Plan/Skizze eines nordeuropäischen Hauses 9.-10. Jh. gesucht
« Antwort #31 am: 16. Oktober 2016, 23:16:34 »
Das mit den Türen stimmt wohl. Aber ich stell nochmal ein Foto inkl. 1:72-Däne ein. Es ist sichergestellt, dass sich der Kollege zumindest ansatzweise den Kopf stößt.  :6:
Ansonsten ändere ich die Türschwelle..... :pffft:

Jens

Hans

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Re: Plan/Skizze eines nordeuropäischen Hauses 9.-10. Jh. gesucht
« Antwort #32 am: 16. Oktober 2016, 23:29:36 »
Weshalb ist eine 170 cm tür billiger als eine 200 cm Tür? Keinen Primitivsmus bitte. "Ordentliche" Türblätter gibts seit der Steinzeit, sogar welche aus einer einzigen Holzplatte!
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Fumator

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Re: Plan/Skizze eines nordeuropäischen Hauses 9.-10. Jh. gesucht
« Antwort #33 am: 17. Oktober 2016, 01:00:00 »
Niedrige Türen bedeuten auch, daß sich ein Eindringling beim Betreten des Hauses bücken muß. Für den Verteidiger ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Ob das hier relevant ist, weiß ich nicht, aber die Polizei soll damals nicht allzu gut gewesen sein...

Gruß Axel

Hans

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Re: Plan/Skizze eines nordeuropäischen Hauses 9.-10. Jh. gesucht
« Antwort #34 am: 17. Oktober 2016, 08:03:55 »
Genau. Sieht man an jeder Burg.  :D :D
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Der Hoff

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Re: Plan/Skizze eines nordeuropäischen Hauses 9.-10. Jh. gesucht
« Antwort #35 am: 17. Oktober 2016, 22:46:02 »
Aber da ist oft ein Graben davor  :6:

Es gab immer schon Türen. Gute, schlechte und in allen Größen und zu jeder Zeit. Ich möchte hier den alten Handwerkern auch nicht unterstellen auf primitiven Level gearbeitet zu haben, haben sie nicht.

Aber zum Thema Türen hab ich mal was echt interessantes gelesen. Finde ich das Buch? Nein.... Werd es aber noch finden und nochmals nachlesen damit ich hier auch keinen Blödsinn schreib.

Aber der Unterschied zwischen 170cm und 200cm sind 30cm. Kann man also schon am Material sparen. Was auch noch ein Vorteil an einer kleineren Hausöffnung ist, im Winter entweicht weniger Wärme nach draußen.   
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Hans

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Re: Plan/Skizze eines nordeuropäischen Hauses 9.-10. Jh. gesucht
« Antwort #36 am: 17. Oktober 2016, 23:15:16 »
DIe Häuser hatten keine Decken. Qualm und Wärme gingen ins Dach. DIe Türhöhe ist beim Wärmehaushalt irrelevant. Es gibt wirklich keinen plausiblen Grund, die Türen so zu bauen, dass man sich bücken muss. Ich kenne auch keinen einzigen Rekonstruktionsvorschlag und oder Nachbauten in Europa, der dies vorsieht.
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Jensel1964

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Re: Plan/Skizze eines nordeuropäischen Hauses 9.-10. Jh. gesucht
« Antwort #37 am: 17. Oktober 2016, 23:36:48 »
Ich denke auch, dass weder Materialersparnis (Loch kostet nix) noch der Wärmeverlust (oben im  First sieht man den Abzug)  Einfluss auf die Türgröße haben.
Die Türhöhe wird sich eher an der Größe der Bewohner orientiert haben. Mal ehrlich: wer stößt sich schon gerne den Kopf, wenn er metseelig heim kommt?
Also ist die Frage, wie groß der gemeine Däne damals war?
Jens

Hans

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Re: Plan/Skizze eines nordeuropäischen Hauses 9.-10. Jh. gesucht
« Antwort #38 am: 17. Oktober 2016, 23:39:44 »
Der Durchschnitt liegt bei 175 cm
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Jensel1964

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Re: Plan/Skizze eines nordeuropäischen Hauses 9.-10. Jh. gesucht
« Antwort #39 am: 18. Oktober 2016, 23:20:48 »
Hab grad nochmal nachgemessen. Die Türhöhe sind 2 cm....das macht, wenn ich nicht völlig quer liege, 1,44 m Das ist eher etwas wenig. Aber ich lasse das jetzt so.

Was wäre denn eine sinnige Wahl der Dacheindeckung? Ich tendiere zu Stroh. Was meint Ihr?

Jens  :winken:

Hans

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Re: Plan/Skizze eines nordeuropäischen Hauses 9.-10. Jh. gesucht
« Antwort #40 am: 19. Oktober 2016, 10:35:12 »
Ich bau z.Zt ja auch eins und hab mich da auch für Reet entschieden. In 72 ist der Unterschied zwischen Stroh und Reet eh nicht zu sehen...  :D. Was man aber immer nicht vergessen sollte, sind die Möglichkeiten, mit Holz und /oder Rinde zu decken.
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Hans

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Re: Plan/Skizze eines nordeuropäischen Hauses 9.-10. Jh. gesucht
« Antwort #41 am: 19. Oktober 2016, 20:39:03 »
Hier mal die grundsätzlichen Möglichkeiten für ein "nordisches" Haus dieses Zeitraums. Alle Bilder meine.

1.) Reet/Stroh, stufenweise. Vorteil: Weniger Material Nachteil: Halme rotten früher, da in Länge nass.

2) Reet/Stroh, geklopft. Der Klassiker. Vorteil: Haltbar. Nachteil: Mehr Material, Klopfaufwand.

3.) Torf/Gras auf Holzunterkonstruktion.  Kann ich nicht bewerten, nie so eins gebaut

4) Schindeln oder Verbretterung. Wer gegen die Verbrettung das Argument vorbringt, das wäre nicht dicht: Wer Schiffe dicht bringt, schafft das auch mit Brettern. Nut und Feder zudem bekannt. Stosskanten können auch abgedeckt werden.

5) ohne Bild: Rindenbahnen. Geht gut und ist "Abfall" bei der Holzproduktion.

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Jensel1964

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Re: Plan/Skizze eines nordeuropäischen Hauses 9.-10. Jh. gesucht
« Antwort #42 am: 19. Oktober 2016, 23:02:23 »
Erstmal vielen Dank für die Bilder, Hans. Das ist sehr inspirierend. Ich denke, dass bei meiner 45° Dachneigung ein Grasdach (Torfdach) wegfällt. Die Neigung ist, wie auf Deinen Fotos zu sehen, viel flacher (ca. 15-30°).
Für mein Haus bietet sich die Variante 1 oder eben 4 an.
Die Holzeindeckung hatte ich mir immer eher als kleinformatige Schindeln vorgestellt und das aufgrund des Aufwandes (für die damaligen Hausbauer) verworfen. Aber diese "geneigte Wand" herzustellen, stellt für ein Schiffsbauervolk sicher kein Problem dar.
Wie muss man sich das im Original vorstellen?
Auf den Dachbalken wird zunächst eine Holzlage (um 90° gedreht) aufgebracht. Danach folgt eine wiederum um 90° gedrehte Lage. Vorteil: das Regenwasser fließt in Plankenrichtung ab und bleibt nicht in Fugen stehen.
Auf dem Foto sieht es so aus, als ob da noch Querbretter angebracht wurden, mit denen die Hauptplankenlage fixiert wird. Stimmt das?
Ich werde mal versuchen, das umzusetzen und stelle (wenn es recht ist) ein paar Fotos ein.
Vielen Dank nochmal Hans.
Jens  :winken:

Hans

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Re: Plan/Skizze eines nordeuropäischen Hauses 9.-10. Jh. gesucht
« Antwort #43 am: 19. Oktober 2016, 23:08:37 »
Bei der "Plankendeckung" brauchts halt einen first. Ob man unten noch eine Querleiste aufbrungt, scheint mir Geschmackssache. Dürer zeigt sie bei seinen Bretterdächern nicht. Schindeln sind übrigens nicht weniger Aufwand als Stroh bündeln und aufnähen.
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Gilmore

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Re: Plan/Skizze eines nordeuropäischen Hauses 9.-10. Jh. gesucht
« Antwort #44 am: 20. Oktober 2016, 11:43:44 »
Moin Jens, das seh ich ja jetzt erst. Leider habe ich nicht viel dazu beizutragen, was die von Dir angepeilte Epoche angeht, aber was die damals verwendeten Baumaterialien angeht, da wird man das genommen haben, was in der näheren Umgebung zu finden war. Wo sandiger oder felsiger Boden ist, wird man keinen Lehm verwendet haben. Und Reet für die Bedachung nur dann, wenn sumpfiges Gelände in der Nähe ist (was an einem Fluß meist auch zu finden ist).
Jedenfalls ein tolles Projekt, sehr interessant, da bleib ich dran.
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