Autor Thema:  Wie sah die Uniform des Piloten des "Storchs" bei der Gran-Sasso-Operation aus?  (Gelesen 1547 mal)

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Uwe B.

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Hi Marc,

Unternehmen "Panzerfaust", 15. Oktober 1944, Budapest.:


Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Unternehmen_Panzerfaust

Mischungsverhältnis weißes Milliput möglichst 1:1, es muß wirklich gut durchgeknetet und vermischt werden, mißlingt mir aber oft auch, und dann wird es einfach nicht hart. Anmodellieren am besten mit leicht angefeuchteten Hilfsmitteln mit Zahnstochern oder Fingerspitzen. Milliput gilt vielen Modellbauern aber inzwischen als nicht mehr up-to-date und es werden andere wie Magic Sculpt bevorzugt. Ich habe aber noch alte Reste, die auf Ihre Verarbeitung warten ...  :rolleyes: :pffft:

Wie es bei mir weitergeht? Wenn ich das wüßte, eigentlich restauriere ich gerade eine 15 Jahre alte Vignette (http://modellboard.net/index.php?topic=42318.0). Aber allein das gedankliche Beschäftigen mit dem Dio "Panzerfaust", bei dem ein vor ca. 40 Jahren gebauter Tiger II und ein VW-Kübel sowie etliche angefangene Figuren auf ihre Einarbeitung auf eine Dio-Grundfläche warten, erzeugt bei mir schon wieder so ein unheilvolles Kribbeln ..., dass ich fast befürchte, dass ich wieder auf dieses andere, unfertige Projekt umswitche und es mit der Restaurierung von "Gladiator" (siehe letzten Link) auch erst mal wieder nichts wird. ...

LG - Uwe
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MauzeTung

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Mensch Uwe,

Dein letzter Beitrag haut mir förmlich die Luft aus den Lungen, weil ich sowohl Dein Budapest-Dio (jetzt, wo ich das Vorbildfoto sehe, erkenne ich erst richtig, was Du da zuwege gebracht hast!) als auch Deine Gladiatoren-Szene mit sabberndem Mund und mit der Nase am Monitor klebend bestaune! Man möge mir deshalb meine Wortwahl verzeihen, aber Du baust einfach nur saugeiles Zeugs!!!  :1: :1: :1: :1: :D

Meine Güte, wenn ich irgendwann mal auf der Hälfte des modellbauerischen Weges angelangt bist, den Du schon lange erreicht hast, dann wäre ich mehr als zufrieden! Du hast hier sehr anschaulich und auf höchstem Niveau gezeigt, das Modellbau eine wundervolle Mischung aus herausragenden handwerklichen Fertigkeiten, einer Menge kreativer Phantasie und vor allem dem Willen, dass alles ganz wunderbar zu verbinden, sein kann!

Vielen Dank fürs Zeigen Deiner Werke, ich freue mich sehr darüber, dass es Menschen wie Dich gibt, die so etwas tolles erschaffen können!  :1:

Viele Grüße
Marc

f1-bauer

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... das Unternehmen "Eiche" war wohl eines der am besten fotografisch dokumentierten im ganzen 2. WK.

Stimmt. Sucht man im Bundesarchiv nach "Unternehmen Eiche" + "1943" kommen 13 Fotos, sucht man hingegen nach "Gran Sasso" + "1943" kommen 123 Fotos  8o

Zitat
Es macht uns einfach Spaß, sich bei so einer Ausgangslage durch das vorhandene Fotomaterial zu arbeiten und ich denke, da geht es ... Jürgen ... bestimmt genau so
Absolut zutreffend  :1:

Zu Uwes Figuren (und allen anderen, wie z.B. die von Dir Marc oder Gareth, Ulf, Hans und, und, und ...) : ich kann mich da nur wiederholen. Ich finde das absolut Klasse wie Ihr die Figuren umbaut, modelliert und bemalt und tolle Dios (Kunstwerke) entstehen lasst. Ich bin an der Ecke eher talentfrei, darum beschränke ich mich auf kleine Dinge in 1/72 und lasse es sonst.

Gruß
Jürgen  :winken:
« Letzte Änderung: 25. November 2016, 09:39:11 von f1-bauer »

MauzeTung

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Hallo an euch alle,

ich habe mich jetzt nochmal ganz gemütlich und entspannt bei einer leckeren Tasse Tee (Urlaubstag sei Dank!  :3:) durch die von euch verlinkten Bilder durchgearbeitet und ich bin voll und ganz Uwes Meinung bzgl. folgender Uniformierung von Hpt. Gerlach:

 "...ergibt die Pilotenfigur einen dioramentechnisch reizvollen, vermutlich völlig unvorschriftsmäßigen Mix aus Springerhelm, beiger Tropenfeldbluse Luftwaffe mit Koppel, luftwaffenblauer Reithose und schwarzen Reitstiefeln."

Aufgefallen ist mir ebenfalls, dass in der von Uwe erwähnten Fotostrecke (http://www.hna.de/kassel/mussolini-fieseler-storch-befreit-zweiter-weltkrieg-2921510.html) die Bilder 4 und 16 meiner Meinung nach gleich sind und sich nur durch die Vergrößerung (Bild 4 Nahaufnahme, Bild 16 weiter weg) unterscheiden.

Ebenfalls interessant ist die von Jürgen erwähnte Feststellung, dass Otto S. den Flug stehend mitgemacht hat. Lag es daran, dass er aufgrund seiner Körpergröße nicht wirklich gut auf den kleinen Sitz des MG-Schützen passte oder sollte er vielleicht (nach Anweisung des Piloten) aufgrund seiner nach vorne gebückten Haltung seinen Schwerpunkt möglichst in Flugzeugmitte verlagern? Wohl schwer zu sagen und wohl eher eine "Luxus-Fragestellung".

Ich gebe auch nach Durchlesen der Kurz-Biographie von Otto S. auf Wikipedia Jürgen mit seiner Aussage (..."Vielleicht hat er (Otto S.) sich gedacht, falls es schief geht lieber gleich mit der Maschine abstürzen, als dem Führer von der gescheiterten Mission berichten müssen und sich dann erschiessen.") mehr als recht, denn wie man mittlerweile weiß, war die Stimmung des sogenannten "Führers" durchaus abhängig von Tageslaune und aktueller Frontlage und genauso hoch, wie man beim Verrückten in seiner Gunst steigen konnte, war die andere Richtung ebenfalls recht extrem.

Auf jeden Fall ist die "Einstiegsszene" in den Storch der für mich modellbautechnisch interessanteste Teil dieses Unternehmens und ich werde mir auf jeden Fall den empfohlenen Dragon-Bausatz für den Otto-Kopf besorgen... mal sehen, was daraus entsteht!

Das einzige, was mir noch recht viel Nachdenken bereitet, ist die doch recht große Spannweite des Storchs, die je nach Betrachtung eines möglichen Dios den Großteil der Figuren (die ja eher unter den Flügeln stehen) verdecken würde. Da wüsste ich jetzt noch nicht, wie ich sowohl den Storch als auch die Figuren ansprechend in Szene setzen könnte. Eventuell den rechten Flügel des Storchs kürzen? Sieht vielleicht auch etwas komisch aus... oder die ganze Guppe in Bewegung auf den Storch zugehend? Ich bin mir nicht sicher...

Falls jemand diesbezüglich eine Idee hätte, würde ich mich sehr über Vorschläge freuen!  :1:

Viele Grüße
Marc

Hans

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Ach ja, noch was: Bei Dio bevorzugt den 1/35er Storch nehmen und nicht den 1/32er. Man merkt es grad bei Figuren dann halt doch. Ein 35er war glaubich dieser Tage auch im Marktplatz.
H
Poly(1-phenylethan-1,2-diyl) makes it all

MauzeTung

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Hallo Hans,

dank eines sehr netten Angebots von Jackrabbit habe ich seit gestern den Tristar-Storch in 1/35 als Grundlage!  :1:

Viele Grüße
Marc

f1-bauer

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Servus Marc,
wenn ich das richtig sehe hat der Storch immer nur zwei Sitze. Bei der Version ohne MG hat der hintere Sitz eine starre Lehne, bei der Version mit MG kann beim hinteren Sitz die Lehne umgeklappt werden. Der zweite Insasse saß dann auf einem runden (ggf. drehbaren?) Polster, welches an der Rückenlehne befestigt war. Einen eigenen (dritten) Sitz für einen eigenen MG-Schützen sehe ich nicht. Ich habe zwar als Grundlage nur dieses Modellfoto gefunden http://www.super-hobby.de/products/item_name-1144108.html (vgl. auch Baustufe 4 in der Bauanleitung), ich glaube aber nicht, dass Tamiya sich das aus den Rippen gesaugt hat. Es gibt dazu sicher belastbare Original-Referenzen, die ich nur nicht finde bzw. habe.

Also egal, wer da als zweiter Passagier mitflog, ob ein General, Mussolini oder ein Soldat als Beobachter, der musste auch das MG bedienen, wenn es drauf ankam. Insofern konnte Otto S. m. E. gar nirgends anders hin als hinter Mussolini und musste seinen gewaltigen Körper auch nach vorne über Mussolini hinweg falten. In dem Storch war auch kein MG und keine Lafette an Bord weil für die Aktion überflüssig. Nur deshalb hatte Otto S. da überhaupt Platz. Das steht so in dem Bericht im Allbuch, den jackrabbit verlinkt hat.

Gruß
Jürgen  :winken:

Edit hat Recht geschrieben.
« Letzte Änderung: 26. November 2016, 12:35:08 von f1-bauer »

Uwe B.

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Noch einmal off-topic  an Marc und Jürgen,

meinen allerherzlichsten für Eure freundlichen Worte und das Lob. Ich habe mich wirklich richtig, richtig darüber gefreut.  :D   Aber ich sehe mich hier im Forum nur als kleines Licht. Hier gibt es wohl Hunderte von Modellbaufreunden, die qualitativ mindestens gleichartiges und größeres geleistet haben. Und auf jeden Fall mehr vollständige Projekte  :pffft:  Und Ihr selbst habt es doch auch schon oft genug bewiesen, dass Ihr’s mehr als drauf habt (Marc mit seinen „handgeschnitzten“  Figuren des Kamelreiters und den italienischen Kameraden auf dem Saharianna, zuletzt die beiden deutschen Patrouillenreiter und Jürgen mit seinem fulminanten Follow-me-Jeep).

Zum Thema: ich finde es toll, was Jürgen zum Fieseler Storch und zur Unterbringung Skorzeny's heraus gefunden hat. Seine Vermutung, Skorzeny habe die ganze Zeit stehen müssen, deckt sich mit den Fotos von vor dem Start, wo er immer leicht vorgebeugt steht und sich mit den Händen am Rohrgestänge festhält. In seiner Biografie "Meine Kommandounternehmen", die ich vor einiger Zeit mal in Händen hatte, hat Skorzeny sich dazu leider nicht weiter ausgelassen, dort wird nur summarisch aus der Sicht seines engsten Mitarbeiters Karl Radl über den Start der Maschine berichtet.

Das mit dem "Flügel stutzen" ist sicher eine Option, um das Dio nicht zu groß werden zu lassen. Vielleicht wäre es reizvoll, Mussolini beim Einsteigen in die Maschine zu zeigen. Das böte Gelegenheit, andere Beteiligte darzustellen, in diesem Fall z. B. Otto Schwerdt, der, nach Verlassen des Hotels, Mussolini als eine Art Leibwächter nicht mehr von der Seite wich und auf einem Foto aus dem nachfolgenden Link wohl der Mann ist, der dem befreiten Diktator in die Maschine hilft. Gerlach und Skorzeny sind da vielleicht auch noch draussen, ich vermute, dass zumindest der Pilot als letzter einstieg.


Grafikadresse: http://digilander.libero.it/lacorsainfinita/schede/mussolinicampoimperatore1.jpg
Quelle:            http://forum.axishistory.com/viewtopic.php?t=131415

Am Heck der Maschine könnten noch einige der anderen bekannten Beteiligten stehen, die ja insgesamt ein recht bunter Haufen waren.

LG - Uwe   :winken:
« Letzte Änderung: 19. Juni 2017, 23:38:47 von Uwe B. »
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f1-bauer

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Ich nochmal, zum Thema Präsentation, hatte ich übersehen  :pffft:

Ich würde die Flügel nicht stutzen. Soll das Dio nur in die Vitrine oder ggf. auch auf eine Ausstellung? Eigentlich egal. Ich würde den Sockel etwas kleiner als die Maschine aber dafür höher machen (15 cm?). Wenn das Dio in der Vitrine steht, so auf 1,50 m Höhe, dann kann der Betrachter im Stehen den Gesamtüberlick geniessen und muss sich nur leicht vorbeugen, um das Geschehen unter der Tragfläche zu sehen. Auf einer Ausstellung dito, wenn das ganze Dio etwas erhöht auf dem Tisch steht. Ich habe schon öfter gestutze Modelle ohne Abschluss dahinter auf Dios gesehen, gefällt mir nicht.

Zu Skorzenys möglichen Überlegungen zu den ggf. fatalen Folgen nach einer gescheiterten Mission: die hat er wohl angestellt, aber sicher nicht vordergründig. Da standen wohl andere Dinge im Focus. Der Auftrag zur Befreiung ging ja wohl direkt vom Führer an General Student, also an die Elite-Einheit Fallschirmjäger der Luftwaffe. Der wiederum beauftragte Major Mors und der wieder Lt. v. Berleppsch mit der Planung und Durchführung. Die Fallschirmjäger durften ja nach dem Kreta-Desater auf direkten Führer-Befehl nicht mehr für große Unternehmen eingesetzt werden. Nur noch als speziell ausgebildete Elite-Soldaten für Kommando-Unternehmen. Daher lag auf der Hand, dass Himmler und Co. zunächst aussen vor waren und m. E. deshalb eifersüchtig wurden. Skorzeny und seine handvoll Elite-Schergen kamen ja auf dringende Empfehlung ( :aerger:) Himmlers an Student ins Spiel, wegen der großen Erfahrung von Otto S. bei Kommando-Unternehmen.
S
Mors und v. Berleppsch waren auf dem Berg nicht vor Ort (die kamen erst nach dem Handstreich per Seilbahn oben an), daher war Skorzeny der ranghöchste vor Ort. Also war klar, dass er als Repräsentant des Regimes Mussolini persönlich "befreit". Deshalb hat er sich wohl kurzfristig entschieden, mit in den Storch zu klettern. Er hatte dadurch einen Zeitvorsprung vor Student, die gelungene Mission zu melden, weil im zweiten Transport, mit der HE111 nach Wien, die notwendige Funkausstattung zur Verfügung stand. Mors hatte ja kein Flugzeug zur Verfügung und musste auf dem Lanweg weiter. Erst dann konnte er an Student melden. Der wiederum ist erst verspätet zum Führer vorgedrungen. Auf dem Flug Skorzenys in der HE111 fiel wohleiniges an Bord aus, auch der Funk. Sie mussten nach Sicht fliegen und kamen erst stark verspätet in der Dunkelheit in Wien an. Trotzdem konnte Skorzeny Himmler erreichen, der wiederum direkt dem Führer berichtete, bevor Student an den Führer melden konnte. Somit war Himmlers Elite-Bande fein raus, Skorzeny weiter en vogue und Student blieb nur noch der Detailbericht. Bemerkenswert noch: sie haben erst nach dessen Ankunft in Wien ein Hotelzimmer für Mussolini gesucht, weil wegen der Verspätung alle vom scheitern der Mission ausgegangen sind.

Das ist eine kurze Zusammenfassung der Berichte, die ich im Netz gefunden habe, u. a. Wikipedia und Allbuch.

Gruß
Jürgen  :winken:

PS. Danke Uwe für den "fulminanten Jeep", ich werd ja gleich rot  :O
Edit hat Recht geschrieben
« Letzte Änderung: 26. November 2016, 20:06:22 von f1-bauer »

MauzeTung

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Moin Jürgen,

vielen Dank für Deine Meinung bzgl. der Diorama-Idee, ich bin ebenfalls noch am überlegen, wie ich das sowohl von der Figurenaufstellung als auch von der ganzen Präsentation am besten bewerkstelligen könnte. Manchmal kommt ja dann die für einen optimale Lösung ganz spontan... und die modellbauerische Lösungsfindung als solches ist für mich auch immer wieder etwas, was mir (im Nachhinein  :3:) große Freude bereitet... aber wem sage ich das (Stichwort: Lego als dritte Hand)!  :3: :D

Übrigens finde ich es sehr interessant, dass wir bei der Würdigung bzgl. der Gewichtung (nicht die physische, sondern bezogen auf die Planung und Ausführung des Unternehmens) von "Oberbefreier" Otto S. und seinen "Elite-Kumpels" exakt die gleiche Meinung haben. Und wer sich die Mühe macht und sich näher mit der Materie beschäftigt, dürfte das dann mit Sicherheit wohl auch so sehen. Zumindest bei mir wurde diese Bildungslücke durch diese Diskussion hier nachhaltig geschlossen - vorher hatte ich da eine deutlich andere Vorstellung über das "Unternehmen Eiche".

Von daher finde ich (das muß ich einfach mal kurz erwähnen) gerade den historischen Modellbau als Grund, sich für geschichtliche (komplexe) Hintergründe zu interessieren und das damit verbundene Engagement, sich tiefer mit dieser Materie zu befassen, eine wunderbare Motivation und hat bei mir schon so manches Mal frischen Wind ins Oberstübchen gebracht!  :3: :3:

Nochmal vielen Dank an Dich und alle anderen, die hier mit sehr tiefgehenden und hochinteressanten Informationen und Erklärungen für Erkenntnis gesorgt haben!  :1:

Viele Grüße
Marc



Pewi

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Moin, moin,

ich bin erst jetzt auf den Thread gestoßen und sehr beindruckt. Immer wieder erstaunlich, was sich alles im Netz findet und welche Künstler es in der Modellbauszene gibt.

Ich möchte zum Thema eine Anekdote beisteuern:

Bekanntlich hatte die Befreiung Mussolinis nicht die Wirkung, die sich Hitler und die übrige NS-Führung versprochen hatte. Laut dem Tagebuch des "Deutschen Bevollmächtigten Generals in Kroatien", Edmund Glaise von Horstenau, kursierte daher im Herbst 1943 in Wien folgender Witz:

Skorzeny wolle sich noch das Eichenlaub zum Ritterkreuz verdienen, daher habe er Hitler versprochen, den "Duce" wieder ins von den Alliierten kontrollierte Italien zurückzubringen!

Grüße :winken:
PeWi

MauzeTung

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 :3: :3: :3:

Danke dafür!  :D

Uwe B.

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Hallo Marc,

ich habe mir - angeregt durch diesen Thread und weil ich es schon früher auf dem Zettel hatte - das nachfolgende Buch bestellt: "Fallschirmjager: Storming the Gran Sasso: The Liberation of Mussolini by German Parachutists on 12th September 1943 (aus der Serie: Wars and Battles) " von Óscar González López - u. a. hier neu für günstige 6,26 EUR zu bekommen:

https://www.amazon.de/Fallschirmjager-Liberation-Mussolini-September-Parachutists/dp/8496935000/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1482169806&sr=8-1&keywords=storming+gran+sasso

Das Heft entspricht in Stil, Format und Aufmachung der berühmten Osprey-Serie, über die wohl die meisten Militär-Modellbauer irgendwann mal gestolpert sind. Es enthält allerdings nur 1 ganzseitige Farbabbildung (die selbe wie auf dem Cover) und eine doppelseitige Farb-Profilzeichnung von Gerlachs Fieseler Storch (Kennung S J + LL) und eine kleinere eines der am Gran Sasso gelandeten Lastensegler mit der Kennung LC + 1 - 8. Der Text ist in englischer Sprache.

Das Heft enthält viele Bilder, wovon man naturgemäß die meisten schon aus dem Netz kennt. Aber ein ganzseitiges ist dabei, das mir völlig unbekannt war, und Gerlach und Skorzeny nebeneinander stehend mit allen Uniformdetails zeigt. Könnte also für Dich interessant sein.

Für mich war auch neu (bzw. ich hatte es nicht beachtet), dass Skorzeny zu Beginn der Aktion eine ziemlich großformatige Munitionstasche, nämlich die für die MP 28 (https://de.wikipedia.org/wiki/MP28) trug, die ich zunächst für eine Offiziersmeldetasche gehalten hatte. Bei genauerer Betrachtung anderer Bilder fiel mir auf, dass die Mitglieder seiner Truppe (XX-Sonderverband z. b. V, Friedenthal), die an der Aktion teilnahmen, soweit ersichtlich, alle die gleichen MP 28-Munitaschen mitführten, so dass man davon ausgehen kann, dass sie auch alle damit und nicht mit der normalen Maschinenpistole MP38 bzw. MP40 bewaffnet waren. Skorzeny und seine Leute trugen auch alle neben ihren LW-Tropenuniformen den normalen Stahlhelm mit Luftwaffenadler und nicht den Fallschirmspringerhelm.

Angesichts des günstigen Preises kann ich Dir dies Büchlein nur empfehlen. Kann zum Inhalt noch nicht viel sagen, da ich gerade erst angefangen habe, es zu lesen - scheint aber auf den ersten Blick gut recherchiert zu sein (diese Aussage aber ohne Gewähr), zumindest sind die Bildunterschriften sehr aussagefähig, nach Möglichkeit werden alle auf den Bildern, soweit bekannt, benannt.

Eine Korrektur bzgl. des vorher hier gesagten kann ich auch noch beisteuern: Oberleutnant von Berlepsch war von Beginn an als Führer seiner Kompanie mit oben auf dem Berg (saß im 5. Lastensegler) er war nicht beim Kommandeur des FJ-Lehrbataillons, Major Mors, bei der Aktion unten an der Seilbahn-Talstation. Er ist der große schlanke Offizier mit Knochensack, Schirmmütze und Monokel, den man gelegentlich auf Fotos sieht. Bekannt sind einige Fotos, wo er mit Handschlag seinen Kommandeur, Major Mors, und Oblt. Schulze oben auf dem Berg begrüßt und noch einmal persönlich die gelungene Aktion meldet, z. B.:


Grafikadresse: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/14/Bundesarchiv_Bild_101I-567-1503C-22%2C_Gran_Sasso%2C_Major_Mors%2C_Oberleutnant_Berlepsch.jpg
Quelle:             https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundesarchiv_Bild_101I-567-1503C-22,_Gran_Sasso,_Major_Mors,_Oberleutnant_Berlepsch.jpg

Skorzeny saß wohl mit dem italienischen General Soleti in Lastensegler Nr. 3, sein Adjutant Karl Radl in Nr. 4 (mit ihnen die Soldaten ihres XX-Sonderkommandos) und sie kamen offenbar als erste vor dem Hotel herunter, weil Lastensegler Nr. 1 und 2, deren Fallschirmjäger-Besatzungen eigentlich als erste landen und mit sMG's die Landung der weiteren Segler sichern sollten, die Aktion vorher abbrachen.

LG - Uwe   :winken:
« Letzte Änderung: 19. Juni 2017, 23:42:19 von Uwe B. »
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Uwe B.

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Hallo MB-Freunde,

Zitat
ich schrieb: Skorzeny saß wohl mit dem italienischen General Soleti in Lastensegler Nr. 3, sein Adjutant Karl Radl in Nr. 4 (mit ihnen die Soldaten ihres XX-Sonderkommandos) und sie kamen offenbar als erste vor dem Hotel herunter, weil Lastensegler Nr. 1 und 2, deren Fallschirmjäger-Besatzungen eigentlich als erste landen und mit sMG's die Landung der weiteren Segler sichern sollten, die Aktion vorher abbrachen.

Und schon muß ich meine o. a. Aussage nach einem ersten Anlesen des von mir im vorherigen Beitrag erwähnten Buchs relativieren. Die obige Aufstellung basiert auf der Darstellung Skorzenys, der von ursprünglich 12 geplanten Lastenseglern (LS) ausgeht und sich und Radl in LS 3 und 4 platziert.

Laut der Darstellung von Óscar González López, der sich im wesentlichen auf Aussagen von Teilnehmern aus Reihen des Fallschirmjägerregiments 7 (FJR 7) beruft, kamen am 12. September statt der geplanten 12 von vornherein lediglich 10 Lastensegler (mit 10 Henschel HS 126 als Schleppflugzeugen) am Absprunghafen Pratica di Mare an. Diese flogen in 3 aufeinander folgenden Ketten à 3 LS in Richtung Gran Sasso. Der 10. LS flog als Einzelflieger am Ende der Formation.

Skorzeny saß dabei im führenden LS der 2. Kette, also LS Nr. 4, sein Adjutant Karl Radl in LS Nr. 5. Weil er vor dem Ausklinken der LS mehr Höhe gewinnen wollte und um den Zeitplan besser einhalten zu können (man war 3 Minuten zu früh!), ließ der verantwortliche Offizier im allerersten Schleppflugzeug, Hptm. Langguth, eine Rechtskurve fliegen, was von den beiden Schleppflugzeugen seiner 1. Kette auch nachvollzogen wurde.

Die Piloten der nachfolgenden 2 Ketten mit LS 4 bis 6, 7 bis 9 und des Einzelfliegers mit LS 10 am Schluß sind dieses Manöver jedoch mißverständlicherweise nicht mitgeflogen (es bestand angeblich keine Sprechfunkverbindung), sondern hielten weiter auf den Zielpunkt zu. Erst dadurch geriet LS Nr. 4 mit Skorzeny an Bord in die führende Position (gefolgt von Nr. 5 mit Radl), weshalb er auch als erster am Hotel landete und wohl auch als erster bei Mussolini war.

Gleichzeitig landete durch dieses Manöver Oblt. Baron von Berlepsch, Chef der auf dem Luftweg transportierten 1. Kompanie (1./FJR 7) und laut ursprünglicher Planung Kommandierender bei der Luftlandeoperation, der daher konsequenterweiser in einem der Lastensegler der 1. Kette saß, erst später auf dem Gran Sasso, als Skorzeny bereits Fakten geschaffen hatte; Major Mors, Kommandeur des I./FJR 7 (1. Bataillon), dem ja die Gesamtleitung und Planung der gesamten Operation oblag, leitete zu diesem Zeitpunkt mit dem Rest des Bataillons die Aktion unten an der Seilbahn-Talstation.

Ich hoffe, ich habe den englischen Text zutreffend und nicht zu umständlich zusammen gefaßt. Aber ich wollte noch aufzeigen, dass unser Wissen über die Aktion letztendlich nur auf den Berichten der daran Beteiligten fußt, die in wichtigen Details voneinander abweichen.

LG - Uwe   :winken:
« Letzte Änderung: 19. Juni 2017, 23:43:29 von Uwe B. »
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