Autor Thema: Flugzeuge Sopwith Pup, Eduard 1:48 - Update 7.4.2017 Finale - Fertig!  (Gelesen 7362 mal)

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bughunter

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Flugzeuge Sopwith Pup, Eduard 1:48 - Update 7.4.2017 Finale - Fertig!
« am: 02. Januar 2017, 15:39:21 »
Vickers-Lauf

Heute beschreibe ich mal die Lötarbeiten an dem Vickers-Bausatz von Part. Die Sopwith Pup war mit einem solchen MG bewaffnet.

Aufgrund Eures Interesses, z.B. hier:
Oh Mann was für eine Fummelei !
Würde gerne sehen wie Du das baust.
und PNs, in denen ich noch gebeten wurde, etwas zum Löten zu schreiben, etwas ausführlicher.


Diese schaftlosen Bohrer benötige ich zum Bau, eher nicht zum bohren (da sind sie mies), aber die Schäfte ...



Für den Mantel habe ich die Variante mit Schlitzen vorn und hinten gewählt. Auf vielen Fotos der Pup kann man nichts erkennen, aber im WD Special sind bei der N6181, die es werden soll, vorn und hinten Schlitze eingezeichnet.
Über einem 2,1mm Bohrer gerollt habe ich die Naht verlötet:



Auf die Front kommt noch Teil 14 als Verstärkung auf den Mantel.



Auch mit der Holzklammer gehalten von vorn verlötet (hatte ein Bild vergessen, das hier wird eine andere Variante):



Das Frontteil aufzulöten war irgendwie zu schwierig. Habe Teilchen verbruzzelt dabei, weil der Verstärkungsring wieder aufging ....
Beim Löten geht es in der Regel "nur" um eine vernünftige Fixierung, bis das Lot wieder erstarrt ist. Hier hatte ich erst spät die passende Idee :8: , bei der der 2,8mm Bohrer zum Einsatz kommt. In ein Holz ein Loch bohren, bei dem ein Segment außerhalb des Rands ist.
Frontteil innen verzinnen, mit Lötlack "aufkleben" und einschieben. Dann kann man das Segment (schnell!) verlöten. Das Holz und Bohrerschaft halten den Rest in Position.
Warnung! Nicht drehen, sondern mit einer Skalpellklinge herausschieben und in neuer Position wieder einschieben, bis es rundherum verlötet ist.



Nach versäubern der Lötstelle sieht es gut aus:



Für das Heck braucht man ein zweites, kleineres Loch, da hier keine Verstärkung auf dem Mantel ist. Das ist schwieriger zu löten, da man keinen Bohrerschaft in den Mantel zu Kühlung der anderen Lötstellen stecken kann. Schnell gelötet geht es aber.



Den Lauf habe ich nicht aus "plastic rod" wie vorgeschlagen, sondern aus 0,6mm Messingrohr gemacht. Dieses hat einen Innendurchmesser von 0,4mm, dafür wird nun der 0,4mm Bohrer aus dem ersten Foto benötigt.
Teil 17a ist die Mündungsfront mit einem 0,4mm Loch. Kopfüber auf das Holz gelegt, den 0,4mm Bohrerschaft durch in ein 0,4mm Loch im Holz, Rohr aufstecken und verlöten.



Weiterhin gehört Teil 17 zur Mündung, wofür sich eine 1,1mm Bohrer als perfekt rausgestellt hat - rollen ...



... und die Naht verlöten.



Die Teilchen verklebe ich aber, da löte ich nicht mehr dran rum! :2:



Von unten ist es nicht so schön, aber das zeigt ja später zum Rumpf und ist nicht sichtbar.



Die andere Seite gefällt mir aber und sieht mit den offenen Schlitzen sehr realistisch aus.



Final habe ich dann noch die innere Rundung des Fadenkreuzes verzinnt und wieder in dem 2,8mm Holzloch auf das Segment gelötet.



Ob ich den Verschlußkasten nehme, weiß ich noch nicht, gelötet habe ich einen.



Der ist noch auf beiden Seiten mit Ätzteilen aufzudoppeln, aber das Resinteil aus dem Kit sieht eventuell mehr nach 3D aus.



Noch zwei Anmerkungen:
- das Messing von Part ist schon sehr weich, glühen ist nicht notwendig
- wenn man Teile auf einem Bohrerschaft gelötet hat, ist es in der Regel gut mit Kolophonium verklebt. Nicht mit Gewalt entfernen, sondern die Teile mit Spiritus "runterwaschen"
 
Dieser Bausatz ist wirklich eine Herausforderung. Habe auch was versaut, aber wenn ich noch zwei Vickers für die Sopwith Dolphin herausbekomme (mit anderen Teilen vorn und anderen Mänteln), wäre ich zufrieden.
Fällt das noch in die Kategorie Flugzeuge oder ist das schon Funktionsmodellbau? :6:

Viele Grüße,
Bughunter
« Letzte Änderung: 07. April 2017, 23:35:12 von bughunter »
Meine Motivation und ich leben zur Zeit getrennt.

Wikipedia sagt: "Ein Modell ist ein vereinfachtes Abbild der Wirklichkeit."
Deshalb baue ich lieber verkleinerte Originale.

dafi

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Re: Sopwith Pup, Eduard 1:48 - Start 2.1.2017 Vickers-Lauf
« Antwort #1 am: 02. Januar 2017, 15:57:26 »
Wenn der Verschlussbolzen beweglich ist, fällt das unter "Waffengesetz"

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Re: Sopwith Pup, Eduard 1:48 - Start 2.1.2017 Vickers-Lauf
« Antwort #2 am: 02. Januar 2017, 17:55:09 »
 8o DAS ist ätzend .... unglaublich in welcher Winzigkeit sich da die Löterei ab spielt.  :respekt:

Deine Hilfestellungen und workarounds sind jedenfalls genial  :klatsch: :klatsch:

lg
Walter
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AnobiumPunctatum

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Re: Sopwith Pup, Eduard 1:48 - Start 2.1.2017 Vickers-Lauf
« Antwort #3 am: 02. Januar 2017, 18:18:57 »
Oh Mann  8o . Bloß gut, dass ich für meine Sloop nicht ganz so filigrane Teile benötige.
Obwohl, so eine voll funktionsfähige Kettenpumpe in 1/32 hat schon etwas. Und wenn das Dafi, so etwas in 1/100 baut ... :pffft:
:winken:  Christian

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Hans

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Re: Sopwith Pup, Eduard 1:48 - Start 2.1.2017 Vickers-Lauf
« Antwort #4 am: 02. Januar 2017, 18:39:07 »
Irre. Ich sag nur GasPatch.  :D
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bughunter

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Re: Sopwith Pup, Eduard 1:48 - Start 2.1.2017 Vickers-Lauf
« Antwort #5 am: 02. Januar 2017, 19:12:58 »
Danke Euch :winken:

Yep Hans, da gibt es viele Varianten, eine Packung mit einem Paar habe ich im Lager:


Die Mäntel sind im Gegensatz zur geätzten Variante geschlossen:



Das Ätzset hatte ich bereits vorher im Lager, jetzt wollte ich es auch benutzen (und schauen, ob ich damit zurechtkomme).
Werde noch versuchen, die Ätzteile trotz Löten zu brünieren.

Viele Grüße,
Bughunter
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HI-Lok

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Re: Sopwith Pup, Eduard 1:48 - Start 2.1.2017 Vickers-Lauf
« Antwort #6 am: 02. Januar 2017, 20:29:08 »
 :meister: :meister: :meister: :respekt:
Mehr geht nicht.

Scale35

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Re: Sopwith Pup, Eduard 1:48 - Start 2.1.2017 Vickers-Lauf
« Antwort #7 am: 02. Januar 2017, 21:52:34 »
Wie schaut denn Dein Setup zum löten aus?

springbank

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Re: Sopwith Pup, Eduard 1:48 - Start 2.1.2017 Vickers-Lauf
« Antwort #8 am: 02. Januar 2017, 22:07:15 »
Moin,

Das geht ja wieder ab wie am Fliessband bei bughunters...
Und das in absoluter Edelmanufaktur-Qualität. Abonniert :P

Gruß
Daniel

bughunter

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Re: Sopwith Pup, Eduard 1:48 - Start 2.1.2017 Vickers-Lauf
« Antwort #9 am: 02. Januar 2017, 22:16:46 »
Das ist immer noch der gleiche 20W Lötkolben mit echter Kupferspitze aus dem Baumarkt, mit dem ich schon die ersten Stripdowns gelötet habe.


Inzwischen habe ich aber einen neuen (gleichen) Reservelötkolben in der Schublade.

Flussmittel ist in Spiritus aufgelöstes Kolophonium (erhältlich im Musikladen). Hab da noch ein bald 50 Jahre altes Döschen mit Bröckchen, das reicht noch ewig.


Normales Lötzinn (60% Zinn, 38 Blei und 2% Kupfer).

Viele Grüße,
Bughunter
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Puchi

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Re: Sopwith Pup, Eduard 1:48 - Start 2.1.2017 Vickers-Lauf
« Antwort #10 am: 03. Januar 2017, 07:24:29 »
Es riecht wieder nach Lötzinn! :D

Man muss ja die Winzlinge einmal live sehen, da haut's Dir den Vogel raus (...wie Frank sagen würde).

Klasse Arbeit wieder einmal, mit einfallsreichen Arbeitshilfen! :klatsch:


Liebe Grüße,

Karl
Es gibt eine grundlegende und sehr wertvolle Aussage in der Wissenschaft, sie ist ein Zeichen von Weisheit und lautet: Ich weiß es nicht. (Data in TNG/"Illusion oder Wirklichkeit")


matz

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Re: Sopwith Pup, Eduard 1:48 - Start 2.1.2017 Vickers-Lauf
« Antwort #11 am: 03. Januar 2017, 10:35:26 »
Bruzzel.... Das gehört in einen eigenen Baubericht  :D

Toll wie Du uns Deine Tipps und Tricks vermittelst.
Bin schon auf der Suche nach funktionsfähiger .303 er Munition in 1/48 damit wir das
Ding bei Gelegenheit mal ausprobieren können.  ;)

matz
Wer aufhört, besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein.
(Philip Rosenthal, Unternehmer, *1916 +2001)

Hans

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Re: Sopwith Pup, Eduard 1:48 - Start 2.1.2017 Vickers-Lauf
« Antwort #12 am: 03. Januar 2017, 11:01:18 »
Hast du es schon mal mit Niedrigtemperaturlot und einem regelbaren Lötkolben versucht? Das heizt das ganze Bauteil nicht sofort wieder durch und gefährdet die anderen Lotstellen. Man gewinnt ein bisschen Zeit.
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bughunter

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Sopwith Pup, Eduard 1:48 - Start 3.1.2017 Vickers-Lauf
« Antwort #13 am: 03. Januar 2017, 11:13:29 »
Schön, die Gemeinde wieder versammelt zu sehen  :winken:

So ein Niedrigtemperaturlot habe ich noch nicht in den Fingern gehabt.
Ich löte mit hoher Wärmezufuhr auch schnell, um die aktuelle Lötstelle zu erhitzen, ohne das ganze Teil bis zur Schmelze der anderen Lötstellen durchzuwärmen. Eine Frage des Timings und der Übung (fast 40 Jahre :D)

Inzwischen habe ich noch was für ein Update zusammen ...

Viele Grüße,
Bughunter
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bughunter

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Sopwith Pup, Eduard 1:48 - Update 3.1.2017 Cockpit
« Antwort #14 am: 03. Januar 2017, 11:19:41 »
Schöner Wohnen


Scheinbar ist es vor lauter Löterei ja fast untergegangen, um was es hier eigentlich geht. Dieser Baubericht verfolgt das Ziel, aus dem Oldtimerkit 8011 von Eduard aus dem Jahr 1995 eine Sopwith Pup zu bauen. Den Bausatz habe ich hier im MB gezeigt.

Neben der Anleitung wird mich diese feine Broschüre mit vielen Informationen versorgen. Im Gegensatz zur Standardreihe enthält dieses Special vier Seiten mit Detail-Farbfotos und vier Seiten farbiger Bemalungen, neben den üblichen Fotos und Plänen in 1:48 und 1:72.

Quelle: windsockdatafilespecials.co.uk


Aus 6 Teilen habe ich das Innengerüst geformt und gelötet:



Die Teile haben schöne Details, z.B. ist hier oben mittig ein ausgefräster Holzbalken nachgebildet:



Das äußere Lattengerüst, ähnlich wie bei der Sopwith Camel, liegt hinten flach auf und erhält die Form vorn durch einen eingelöteten Ätzteilbogen. Dadurch ergibt sich ein Abstand zum Verspannungskreuz.


Für die Pedale habe ich vorn ein 0,6mm Röhrchen eingelötet:



Der Pedalbalken mit den Fußbändern erhielt einen 0,4mm Zapfen. Die passenden Löcher waren bereits geätzt.



Den verlöteten Sitz lackiere ich getrennt vom Innenraum und klebe ihn später ein.



Für den Abschluß des Vickers-MG ist bei Eduard eine spezielle Halterung dabei, die gleichzeitig die Frontscheibenhalterung und Kopfstütze darstellt. Diese habe ich auf einem Holzrest so verlötet, daß es keinen Konflikt mit dem Fenster aus Acetatfolie geben wird.



So verlängert es das Vickers. Für die umlaufende Kopfstütze aus Leder werde ich Miliput o.ä. in Form bringen müssen, da nichts enthalten ist.



Ein paar Schalter und Hebel ergänzen und die Lackierung des Cockpits kann beginnen, um die Teile anschließend mit Ölfarben holzfarben zu gestalten.


Viele Grüße,
Bughunter
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