Autor Thema:  Rundreise zu den Museumsschiffen und Museen der Ostküste  (Gelesen 420 mal)

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maxim

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Christoph, Daniel, Roland und ich sind 2,5 Wochen an der Ostküste gereist, um dort möglichst viele Museumsschiffe und Museen anzuschauen. Unsere Reise ging von New York, nach Windsor Locks, Groton, Fall River, Boston, Quincy, Albany, Buffalo, Wilmington, Norfolk, Washington, Baltimore, Camden und Philadelphia - über 4000 km Fahrt.

Wir landeten in New York. Dort konnten wir noch die Lenkwaffenkreuzer USS Monterey und USS San Jacinto der Ticonderoga-Klasse sehen, die wegen der Fleetweek in New York waren - oder zumindest die, die gerade ihre Reisepässe dabei hatten. Die Wache war da sehr strickt. Für die mit Pass gab es eine Führung - die anderen konnten sich nur das Elend von Brooklyn anschauen.



Am nächsten Tag ging es zum Intrepid Sea, Air & Space Museum in Manhattan. Auf dem Weg konnte man noch einen Küstenwachkutter, die USCGC Hamilton der Legend-Klasse, sehen.



Das Museum selbst ist überwiegend auf dem Flugzeugträger USS Intrepid (CV-11) der Essex-Klasse untergebracht, der überwiegend gut erhalten ist. Auf dem Flugdeck und im Hangar sind zahlreiche Flugzeuge ausgestellt. Auf dem hinteren Teil des Flugdecks befindet sich ein gewaltiger Hangar, in dem das Space Shuttle Enterprise untergebracht ist - und der die Form des Schiffs ganz schon verschandelt.















Daneben liegt noch das U-Boot USS Growler (SSG-577), das entworfen worden war, um Regulus-Marschflugkörper zu verfeuern.



Danach ging es nach Nord-Westen weiter zum New England Air Museum in Windsor Locks. Das Museum hat drei große Hangars und ein Freigelände. Die Flugzeuge in den Hangars sind überwiegend gut erhalten, teilweise ist es aber etwas dunkel und eng. Die Flugzeuge im Freien sind leider überwiegend in einem sehr schlechten Zustand.



















Von dort es war es nicht so weit bis hin zur Küste, zum Submarine Force Library and Museum in Groton - neben einer der U-Boot-Basen der US Navy gelegen. Beim Museum liegt die USS Nautilus, das erste atom-getriebene U-Boot der US Navy - sehr gut erhalten. Überraschend ist, wie viel Platz diese innen im Vergleich zu allen anderen U-Booten hat, die ich bisher gesehen hatte. Beim Museum liegen auch noch ein paar Kleinst-U-Boote, die japanische HA-8 und die US-amerikanische X-1, und diverse andere Relikte, u.a. der Turm der USS George Washington.  Das Museum ist relativ klein, hat aber einige interessante Ausstellungsstücke, diverse Modelle und erklärt die Technik ausführlich - und der Eintritt ist frei, wie bei allen Museen der US Navy.











Etwas weiter an der Küste liegt Fall River, wo sich Battle Cove befindet. Hier findet man eine große Sammlung an Museumsschiffen und im angeschlossenen Maritime Museum sowie an Bord der Schiffe finden sich auch eine größere Sammlung an Schiffsmodellen.

Man kann dort das Schlachtschiff USS Massachusetts (BB-59) der South Dakota-Klasse, den Zerstörer Joseph P. Kennedy, Jr. (DD-850) der Gearing-Klasse (FRAM-Umbau), das U-Boot Lionfish (SS-298) der Balao-Klasse (im praktisch ursprünglichen Zustand) sowie die Schnellboote PT-617 und PT-796 besichtigen. Dazu findet man Flugkörperkorvette Hiddensee hier, die ehemalige Rudolf Egelhofer der Volksmarine (Projekt 1241.1,  NATO: Tarantul-II).

















« Letzte Änderung: 18. Juni 2017, 22:40:16 von maxim »
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maxim

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Re: Rundreise zu den Museumsschiffen und Museen der Ostküste
« Antwort #1 am: 18. Juni 2017, 22:32:29 »
Von Fall River ging es weiter nach Norden nach Boston, genauer zum Charlestown Navy Yard (Boston National Historical Park). Dort kann man die Fregatte USS Constitution besichtigen - die aber gerade im Dock lag. Die Bewaffnung und viele Spieren und alle Rahe lagen an Land. Das Schiff dürfte im Laufe des Jahres wieder in voller Pracht zu besichtigen sein, ist aber soweit man sehen kann in einem sehr guten Zustand. Im Museum daneben kann man auch einige sehr gute Modelle der Fregatte sehen. Direkt daneben liegt der Zerstörer Cassin Young (DD-793) der Fletcher-Klasse. Das Schiff ist teilweise in den Zustand des Zweiten Weltkriegs zurück gebaut und ist sehr gut erhalten - wahrscheinlich das am besten erhaltene Schiff, was wir auf der Reise gesehen haben. Der Eintritt für beide Schiffe und das Museum ist frei - für den Unterhalt kommen die US Navy und die Nationalparkverwaltung sowie Spenden auf. Man sieht hier sehr gut, was mit staatlichen Mittel im Gegensatz zu den privaten Museen möglich ist - wenn genügend Geld fließt.















Mit der Fähre sind wir von der Innenstadt zum Charlestown Navy Yard noch an einer Station der US Coast Guard vorbei gefahren, u.a. waren dort die beiden Kutter USCGC Seneca und USCGC Escanaba der Bear/Famous-Klasse.





Von Boston ging es etwas nach Südosten, nach Quincy, wo der Schwere Kreuzer USS Salem (CA-139) der Des Moines-Klasse liegt - der letzte seiner Art! Er kann nur am Wochenende besichtigt werden, was man bei einer Tour entsprechend einplanen muss. Das Schiff ist insgesamt in keinem guten Zustand, allerdings ist dafür vieles original und nicht für Touristen verändert worden. Die Freiwilligen an Bord sind auch sehr hilfsbereit und zeigen einem meist nicht zugängliche Bereiche, z.B. war die Salem das einzige Schiff, von dem wir einen kompletten Maschinen- und Kesselraum auf allen Ebenen besichtigen konnten. An Bord befinden sich auch einige Ausstellungen, man kann einiges an Modellen und Fotos sehen.











Von der Küste ging es dann weit nach Westen. Auf dem Weg haben wir in Albany den Geleitzerstörer Slater (DE-766) der Cannon-Klasse besichtigt. Das Schiff ist besonders, da es in einem mehrfarbigen Tarnschema gestrichen ist. Man sieht, dass die Leute dort sehr viel Arbeit in die Erhaltung des Schiffs stecken. Viele Teile sind wieder beweglich und relativ vollständig (auch wenn man später an Museumsstücken in Washington gesehen hat, wie viele Kleinteile z.B. an den Flak fehlten). Man kann das Schiff nur im Rahmen einer Führung besichtigen, aber man sieht trotzdem sehr viel.









Noch weiter nach Westen ging es nach Buffalo (nahe der Niagarafälle), wo der Buffalo and Erie County Naval & Military Park sich befindet. Dort liegen der Lenkwaffenkreuzer Little Rock (CG-4; inzwischen auch der letzte seiner Art), ein umgebauter Leichter Kreuzer der Cleveland-Klasse, der Zerstörer The Sullivans (DD-537) der Fletcher-Klasse (modernisiert, teilweise in einem komischen Mischzustand) und das U-Boot USS Croaker (SSK-246) der Gato-Klasse (umgebaut zum Hunter Killer). Es gibt auch ein Museum mit einigen großen Ausstellungsstücken (Flugzeuge, Schwimmpanzer, ein Schnellboot) und einigen sehr guten Schiffsmodellen (insbesondere der Coast Guard). An Bord der Schiffe, insbesondere der  Little Rock, finden sich viele weitere gute Schiffsmodelle. Die Schiffe sind nicht so gut erhalten und teilweise sehr seltsam angestrichen, man kann aber relativ viel besichtigen.





















Das war etwa Halbzeit, danach ging es nach Süden - aber dazu später.
« Letzte Änderung: 18. Juni 2017, 22:43:16 von maxim »
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USronald

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Re: Rundreise zu den Museumsschiffen und Museen der Ostküste
« Antwort #2 am: 19. Juni 2017, 09:07:42 »
Super! Mochte auch noch mal die seite Amerika besuchen. Ihr geht noch zur Iowa's?
Gruss, Ronald

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maxim

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Re: Rundreise zu den Museumsschiffen und Museen der Ostküste
« Antwort #3 am: 19. Juni 2017, 09:11:36 »
Genau, die Wisconsin in Norfolk und die New Jersey in Camden standen auch noch auf dem Programm.
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USronald

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Re: Rundreise zu den Museumsschiffen und Museen der Ostküste
« Antwort #4 am: 19. Juni 2017, 09:12:34 »
Top! Ich verfolge :)
Gruss, Ronald

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Re: Rundreise zu den Museumsschiffen und Museen der Ostküste
« Antwort #5 am: 19. Juni 2017, 19:09:19 »
Wie schon erwähnt, ging es dann von Buffalo etwa 1200 km nach Süden nach Wilmington, North Carolina, wo uns das erste Mal eine furchtbare schwüle Hitze begegnete. Dort haben wir die USS North Carolina (BB-55) angeschaut. Das Schiff war eines von zwei Schiffen, das mit einem mehrfarbigen Tarnanstrich versehen war. Es wird relativ gut in Schuss gehalten, ist aber relativ stark umgebaut, um es für Touristen leicht zugänglich zu machen, z.B. wurden große Eingänge in die Barbetten geschnitten. Das Schiff soll man auf einer Tour besichtigen - was zumindest den Vorteil hat, dass man nicht so leicht etwas übersieht (wie auf der Massachusetts). Im Gegensatz zu vielen anderen Museumsschiffen gibt es an Bord keine Ausstellungen oder Schiffsmodelle. Das Schiff liegt in einem sumpfigen Gelände, in dem es auch Alligatoren geben soll (habe leider keine gesehen), so dass man es nicht von allen Seiten sehen kann - aber es wird aktuell ein Kofferdamm gebaut, auf dem man in Zukunft um das Schiff laufen können werden wird.





















Auf der anderen Seite des Fear River lag der Küstenwachkutter USCGC Diligence der Reliance-Klasse:





Das war unserer südlichster Punkt, danach ging es wieder nach Norden.
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Re: Rundreise zu den Museumsschiffen und Museen der Ostküste
« Antwort #6 am: 19. Juni 2017, 19:31:20 »
Nächstes Ziel war Norfolk - der größte Stützpunkt der US Navy. Zuerst ging es aber zum Nauticus. Dort liegt das Schlachtschiff Wisconsin (BB-64) der Iowa-Klasse. Man kann ein Kombi-Ticket für das Schiff und eine Hafenrundfahrt zum Stützpunkt kaufen.

Die Wisconsin ist gut erhalten, aber etwas seltsam angestrichen - anscheinend ist sie auch von der Charge Hazegrey betroffen, die etwas seltsam alterte.











Im Nauticus daneben gibt es das Hampton Roads Naval Museum, ein Museum der US Navy mit freien Eintritt und vielen tollen Modellen, die die Geschichte der US Navy von dem Unabhängigkeitskrieg bis zum Kalten Krieg zeigen. Natürlich gibt es auch etwas über den Bürgerkrieg, da hier das Gefecht zwischen USS Monitor und CSS Virginia statt gefunden hat.












Im Nauticus gab es auch eine Ausstellung über die "Great White Fleet", die US Navy zu Beginn des 20. Jahrhunderts.






Danach ging es zur Hafenrundfahrt. Man sieht einige Werften, eine Küstenwachstation, Container-Terminals, ein Kohle-Terminal (ein Schatten seiner eigenen Vergangenheit) und natürlich die Basis der US Navy. Da am folgenden Wochenende Hafentag war, waren auch einige Windjammer im Hafen.










Und dann natürlich die Schiffe der US Navy selbst (nur eine sehr kleine Auswahl von Schiffen):














Es waren drei Träger im Hafen: Gerald R. Ford (CVN-78, das erste Schiff seiner Klasse) sowie Dwight D. Eisenhower (CVN-69) und George Washington (CVN-73)











Danach ging es nach Washington, DC...
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