Autor Thema: Dioramen DEBELLARE SVPERBOS – Boudicca-Aufstand, Britannien, 61 n. Chr. – 1:32 (54 mm)  (Gelesen 3770 mal)

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Uwe B.

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Liebe Modellboard-Freunde,

mit diesem Baubericht möchte ich Euch mein Römerdiorama vorstellen, von dem Ihr einen kleinen Ausschnitt vielleicht schon kennt, da ich ihn schon seit vielen Jahren als mein ständiges Avatar verwende.



Doch zuvor ein paar Infos zur Historie, das folgende habe ich größtenteils aus dem Gedächtnis und aus "einigen" der im Laufe der Jahre zusammen getragenen Bücher zum Thema "Römisches Militär" niedergeschrieben. Dabei geben diese Inhalte den ungefähren Stand der Jahre bis 1995 wieder. In der Zwischenzeit hat es sicher neue Forschungsergebnisse gegeben. Wer neueres dazu beitragen kann, lade ich gerne ein, darüber zu diskutieren.   :)

Wem das Folgende zuviel Text ist, einfach nach unten scrollen, Punkt 3. Entstehung des Dioramas und Vorlagebild   8)


1. Historischer Hintergrund (kurzer Abriss)

Im Jahre 61 n. Chr. erhoben sich verschiedene Stämme im Südosten Britanniens unter der Führung der Königin der Icener, Boudicca (andere antike Schreibweisen: Bondicca, Boadicea), gegen die seit dem Jahre 43 n. Chr. bestehende römische Fremdherrschaft. Auslöser war der Tod ihres Gatten und vormaligen Königs der Icener, Prasutagus, der testamentarisch sein Erbe zwischen seiner Witwe und dem römischen Kaiser Nero aufgeteilt hatte. Auf Veranlassung des römischen Procurators, eines gewissen (aber gewissenlosen)  Catus Decianus, wurde das Testament für Null und nichtig erklärt, die dagegen aufbegehrende Königin Boudicca ausgepeitscht und ihre beiden Töchter vergewaltigt.

Dem nun folgenden Aufstand der auf diese Weise und auch zuvor wiederholt gedemütigten Icener schlossen sich auch bald der benachbarte Stamm der Trinovanten sowie weitere kleinere, namentlich nicht benannte Stämme an. Als erstes zog das vereinigte Heer (Stärke lt. Wiki ca. 80.000) in südlicher Richtung gegen die unbefestigte und lediglich von 200 schlecht ausgerüsteten Soldaten verteidigte römische Veteranen-Kolonie und zu dieser Zeit wichtigste Stadt der Provinz, Camulodunum (heute Colchester), tötete die gesamte Bevölkerung und brannte die Stadt bis auf die Grundmauern nieder.

Zur besseren Übersicht hier eine feine Karte über den Verlauf der Ereignisse aus Wikipedia.de:


Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Boudicca-Aufstand#cite_ref-7

Die einzige in der Nähe stehende römische Legion war Legio IX Hispana, die berühmte 9., deren späterer Untergang (in Britannien?) bis auf den heutigen Tag zu zahlreichen Theorien und zu dem bekannten und verfilmten Roman von Rosemary Sutcliffe „Der Adler der 9. Legion“ geführt hat. Unter ihrem Kommandeur Quintus Petilius Cerealis eilte sie den Aufständischen entgegen und wurde vermutlich auf dem Marsch von Boudicca’s Armee unter schweren Verlusten zurück geschlagen; die Überlebenden zogen sich fluchtartig  in nördlicher Richtung in das bei Longthorpe vermutete Standlager zurück. Dass die Römer am verwundbarsten waren, wenn sie sich (möglicherweise auch noch in bewaldetem Terrain) auf dem Marsch befanden, ist ja spätestens seit der Niederlage unter Varus im sog. Teutoburger Wald bekannt.

Grund für die schwache römische Militärpräsenz im Aufstandsgebiet war die Tatsache, dass der eigentliche Befehlshaber und Gouverneur der Provinz, Gaius Suetonius Paulinus, zu diesem Zeitpunkt weit nordwestlich dieser Ereignisse mit der Masse von 2 Legionen (Legiones XIV Gemina und XX Valeria ) sowie Auxiliar- (Hilfs-) Truppen, insgesamt ca. 10.000 Mann, auf der Insel Mona (heute Anglesey) die keltischen Priester, die Druiden, bekämpfte und besiegte, um ihren Einfluss auf die einheimische Bevölkerung, der in der Vergangenheit immer wieder zu Unruhen und Aufständen geführt hatte, ein für alle mal zu beenden.

Als er Nachricht über die Rebellion erhielt, beorderte Paulinus seine Truppen auf der Stelle entlang der heute als Watling Street bekannten Römerstraße in Richtung Londinium (London), das nach seinen Informationen nächstes Ziel von Boudicca’s Heer war. Er selbst eilte mit Teilen seiner Reiterei den Truppen voraus und erreichte Londinium noch vor Eintreffen der Aufständischen. Schnell erkannte er, dass die ebenfalls unbefestigte Stadt nicht zu verteidigen war und ritt mit seiner Eskorte wieder zurück, seinen anmarschierenden Truppen entgegen. Wer von der Bevölkerung sich ihm anschließen wollte (und konnte!) zog mit ihm.

Boudicca’s Aufständische zerstörten und verbrannten Londinium wie zuvor Camulodunum und ermordeten die hilflose Zivilbevölkerung, um ihren Rachedurst angesichts der in der Vergangenheit erlittenen Schmähungen und Kränkungen zu stillen. Anschließend setzten sie Paulinus auf der Watling Street in nordwestlicher Richtung nach. Auf diesem Wege erlitt die Stadt Verulamium (St. Albans) das gleiche Schicksal wie zuvor Camulodunum und Londinium. Insgesamt sollen ca. 70.000 Menschen umgekommen sein.

Paulinus war sich im klaren, dass es irgendwo zwischen seinem aus nordwestlicher Richtung heran marschierendem Heer und den Insurgenten, die ihn mit schwerem, beutebeladenem Tross von Südosten kommend deutlich langsamer verfolgten, an der Watling Street zu einer Entscheidungsschlacht kommen musste. Er nutzte seinen Vorsprung, um ein für sein zahlenmäßig deutlich unterlegenes Heer (ca. 1 zu 8 ) geeignetes Schlachtfeld zu finden.

Wahrscheinlich wählte er einen Platz in der Nähe der Ortschaft Manduessedum (= Platz der Streitwagen, die die britannischen Kelten tatsächlich noch benutzten, heute Mancetter) aus. Dieser Ort ist zwischenzeitlich durch die Archäologie dort wohl auch gefunden worden; ich kann mich zumindest an eine Dokumentation erinnern, in der dies gut begründet und durch einige Funde belegt werden konnte. Dort fand er abseits der Straße ein leicht ansteigendes Gelände, dass durch Wälder hufeisenförmig geschützt war und für die Römer so die Gefahr einer Umzingelung ausschloss. Nach vorn war das Schlachtfeld eng genug, so dass die Römer mit ihrer vergleichsweise geringen Anzahl eine robuste Schlachtordnung aufstellen konnten.

Über diese Ereignisse liegen uns heute in schriftlicher Form nur zwei Quellen vor. Die erste war der römische Historiker Publius Cornelius Tacitus, dessen Schwiegervater und späterer Gouverneur der Provinz, Gnaeus Iulius Agricola, als junger Tribun wohl Teilnehmer der Schlacht war und ihn so mit Informationen aus erster Hand versorgen konnte. Der zweite Berichterstatter war der Schriftsteller Cassius Dio, der allerdings erst im Jahre 163, also über 100 Jahre später geboren wurde.


2. Die Schlacht an der Watling Street

Über die Schlacht ist nur relativ wenig überliefert. Paulinus stellte seine knapp 2 Legionen (XIV. und XX.) am oberen Ende des ansteigenden Geländes und im Zentrum seiner Schlachtordnung auf, seine Hilfstruppen speziell die Kavallerie auf beiden Flügeln, wie es gängige römische Praxis war. Die Aufständischen verteilten sich am unteren Ende des durch Wälder begrenzten Schlachtfeldes und waren sich ihres Sieges über das zahlenmäßig deutlich unterlegene Heer sicher. Daher machten sie sich auch keine Gedanken, dass  ihr Troß, voll beladen mit Beute und Familienangehörigen, (vermutlich entlang der Watling Street) hinter ihnen auffuhr. Die nachfolgende Illustration der Ausgangslage kommt den antiken Beschreibungen m. E. recht nahe:


Quelle: https://i.pinimg.com/originals/07/50/b3/0750b3e724a45d26078d6bdd1e26f1eb.png

Für die Römer war es eine Lage, in der sie nur siegen oder sterben konnten, an Flucht war kaum zu denken. Zu dieser schwierigen Situation paßt übrigens noch, dass Paulinus eigentlich auch noch nach der 4. zu dieser Zeit in Britannien stationierten Legion geschickt hatte, nämlich der Legio II Augusta in Isca Domnoniorum (Exeter). Der dort kommandierende Praefectus Castrorum (Lagerbefehlshaber) namens Poenius Postumus weigerte sich jedoch aus heute nicht mehr bekannten Gründen, dem Befehl seines Gouverneurs und Oberbefehlshabers Folge zu leisten. Eigentlich ein ungeheurer Vorgang; von Legio IX Hispana konnte Paulinus ebenfalls keine Hilfe erwarten, diese war ja, wie oben geschildert, bereits in der Frühphase des Aufstands arg zerrupft worden und hatte sich wohl in ihrem Standlager verschanzt.

Über die Schlacht berichten Tacitus und Cassius Dio relativ wenig. Nach den üblichen Ansprachen der Feldherren, Boudicca auf der einen, Paulinus auf der anderen Seite, setzte sich das gewaltige keltische Heer hangaufwärts in Bewegung, wobei es sich wegen des engen Defilées nicht voll entfalten konnte und von den Legionären, nachdem sie erst mal auf Wurfweite heran gekommen waren, mit zwei Salven ihrer Pila (Pilum = Wurfspieß, wovon jeder Legionär normalerweise 2 mit sich führte) empfangen wurden. Nachdem sie auf diese Weise bereits schwere Verluste bei den Britanniern verursacht hatten und erste Angriffe an ihrer dichten Schildmauer gescheitert waren, setzten sich die Römer unter Bildung mehrerer Keile hangabwärts in Bewegung und drängten die Kelten in Richtung ihres eigenen Trosses, der diesen so zur Falle wurde, zurück. Bei dem anschließenden Gemetzel sollen rund 80.000 Kelten, nicht nur Krieger, sondern auch deren Angehörige im Tross, ums Leben gekommen sein. Bei 400 gefallenen Römern und einer in etwa gleich hohen Anzahl Verwundeter.

Bei allen vorgenannten Zahlen sollte man berücksichtigen, dass die Geschichte in diesem Fall vom Sieger geschrieben wurde und die Kelten noch keine schriftliche Überlieferung pflegten. Etwas Skepsis erscheint also angebracht. Auf jeden Fall war der römische Sieg durchschlagend und vollständig. Legio XIV Gemina erhielt zusätzlich die ehrenden Beinamen Martia Victrix ("kriegerisch" und "siegreich"), die 20. durfte sich künftig Legio XX Valeria Victrix nennen. Poenius Postumus, der Paulinus die Unterstützung durch Legio II Augusta verweigert hatte, entzog sich einer wahrscheinlich unweigerlich erfolgten Bestrafung, indem er sich in sein Schwert stürzte. Paulinus selbst, der in der Folge allzu harsch mit der verbliebenen Bevölkerung der beteiligten Stämme umsprang, wurde kurz darauf als Gouverneur abgelöst.

Die Spur Boudicca's und ihrer beiden Töchter hat sich verloren, nach den in diesem Punkt divergierenden o. g. römischen Historikern soll sie sich entweder kurz nach der Schlacht das Leben genommen haben oder schwer erkrankt (oder verwundet?) verstorben sein. In diesem Zusammenhang wird auch immer wieder das Grab einer vornehmen keltischen Dame in Birdlip (ca. 100 km südwestlich von Mancetter) erwähnt, das zentral zwischen zwei weiteren Frauengräbern gefunden wurde:

http://www.ancient-origins.net/history-famous-people/celtic-birdlip-grave-final-resting-place-queen-boudicca-003099

Wie schon oben erwähnt, ist das zuvor zusammen gefaßte lediglich der bis ca. 1995 für mich zugänglich publizierte Forschungsstand. Inzwischen finden sich Zweifel an dieser Darstellung der Ereignisse, z. B. am Ritt des Paulinus nach Londinium. Nach zwei Jahren als Gouverneur sollte er den Verteidigungszustand dieser wichtigen Provinzstadt gut genug gekannt und sich nicht der erhöhten Gefährdung in feindlicher Umgebung ausgesetzt haben. So gibt es die Theorie, dass er dort sein gesamtes Heer bereits dabei gehabt und die Entscheidungsschlacht folglich an anderer Stelle stattgefunden habe. Auch wird angezweifelt, dass sich Legio IX Hispana aus eigenem Antrieb und ohne den strikten Befehl des Gouverneurs zum Entsatz von Camulodunum aufgemacht habe.

Wer Lust hat, sich das zuvor erzählte mal in einer Dokumentation mit m. E. ganz ordentlichen Spielszenen (Boudicca ist allerdings vielleicht etwas zu "sportlich"  :D :pffft:  dargestellt) von History Channel anzuschauen, dem empfehle ich folgenden Doku-Film, Beschreibung der Schlacht in etwa nach 1 Stunde:




3. Entstehung des Dioramas und Vorlagebild



Und spätestens hier werdet Ihr Euch fragen, warum dies unter Bauberichte erscheint, da es sich ja um ein offensichtlich fertiges Diorama handelt. Die Fotos entstanden kurz nach Fertigstellung (1997 -2000) und zeigen insgesamt 25 Figuren (davon 5 Berittene). Im Laufe der Jahre verstaubte die ganze Szene etwas und etliche Teile brachen ab, so verschwand zum Beispiel der Arm des Tribunen im Vordergrund, der ein erbeutetes keltisches Feldzeichen in die Höhe reckt, vollständig und mußte neu aufgebaut werden.

Ende letzten Jahres fiel mir auf, dass ich eigentlich kaum irgendwas Vollständiges vorzuweisen hatte und so entstand der Wunsch, mein bis dahin erfolgreichstes Diorama wieder zu beleben. Es gibt aber kaum etwas unbefriedigenderes für einen Modellbauer, als alte Sachen zu reparieren, wenn man sich doch lieber ganz neuen Projekten zuwenden würde.

Aus diesem Grund nahm ich mir vor, weitere 3 - 5 Figuren in das Dio aufzunehmen. Erstens, um mir mit etwas neuem einen gewissen Anreiz zu schaffen und zweitens um die freien Räume im Vordergrund noch mit etwas "Battlefield debris" zu bedecken. So war mir beispielsweise aufgefallen, dass die dort liegenden gefallenen oder verwundeten 7 Britannier nur 3 Schilde und 2 Schwerter dabei hatten. Bei einer antiken Schlacht mit dem Kampf Mann gegen Mann auf derart engem Raum kann man sich das dabei entstandene Durcheinander nicht groß genug vorstellen. Außerdem schwebt mir noch vor, auch den bislang völlig schnörkellosen Sockel noch etwas zu romanisieren, aber davon später mehr.

Dieser Baubericht gliedert sich also in zwei Teile, zunächst werde ich mit nachfolgenden Updates die Figuren einzeln vorstellen mit Fotos aus den Jahren 1997 - 2000, die deren Bau dokumentieren. Dabei ist die Qualität der Bilder nicht überragend, sie wurden damals zunächst entsprechend meiner bescheidenen Fotografierfähigkeiten mit einer Spiegelreflexkamera aufgenommen, die Papierabzüge dann mit damaligen Möglichkeiten eingescannt und digitalisiert. Zuletzt werde ich dann über den in diesem Jahr (2018) bereits stattgefundenen und aktuell noch vorzunehmenden Baufortschritt bei Reparatur und Ergänzung berichten.
 
Zunächst an dieser Stelle das Bild des bekannten Malers für Osprey, Concord, u. a., Angus McBride, das mir seinerzeit als Vorlage und Inspiration für mein Diorama gedient hatte:


Quelle: https://i.pinimg.com/736x/77/97/a7/7797a783b1658dadbde6f242709e31d4--roman-britain-roman-legion.jpg
Aus der Concord-Publikation "Imperial Rome at War" (Concord Fighting Men 6002) by Martin Windrow (Author) und Angus McBride (Illustrator)



Das Grundmuster der nach Abwehr des letzten keltischen Angriffs erschöpften Römer habe ich übernommen. Die Haltung der im Hintergrund anreitenden Kavallerie ist fast 1:1 übertragen, sie erhalten ihren Angriffsbefehl aber nicht von dem auf dem Gemälde im Mittelpunkt mit erhobenem Arm nach vorne weisenden Centurio, sondern durch den Feldherrn selbst, den ich hinten rechts hinzu gefügt habe.

Überhaupt sind auf dem Vorlagegemälde ganz andere Truppenkörper abgebildet, nämlich Angehörige eines (hispanischen) Auxiliums (Hilfstruppe), einer Cohors Equitata, d. h. einer teilweise berittenen Kohorte. Normalerweise unterschieden die Römer strikt zwischen Infanterie- und Kavallerieeinheiten, wovon diese teilberittenen Einheiten eine Ausnahme bildeten. So tragen hier Reiter und Fußsoldaten auch sehr ähnliche Ausrüstung. Außerdem hat McBride hier eine ganz andere, nicht näher beschriebene Schlacht dargestellt, zur Bildüberschrift gehört lediglich die Information "Northern Britain, ca. 118 AD". Zu diesem Zeitpunkt paßt auch die Ausrüstung der Auxiliarsoldaten, insbesondere ihre Bronzehelme, die schon die für das 2. Jhdt. typische kreuzförmige Verstärkung auf der Helmkalotte zeigen.

Des weiteren schreibt der Author, dass das im Gemälde abgebildete Schildzeichen von der Trajanssäule in Rom stamme, und darauf sowohl von Fußsoldaten als auch von Reitern getragen würde, was auf eine Cohors Equitata schließen lasse. Das von dem erschöpften Feldzeichenträger gehaltene Feldzeichen sei von einer asturischen Kohorte übernommen; vermutlich von einem Grabstein, obwohl dies im Text nicht erwähnt wird. Eine solche Einheit, Cohors Secunda Asturum Equitata (2. teilberittene asturische Kohorte), sei zum fraglichen Zeitpunkt (ca. 118 n. Chr.) in Britannien stationiert gewesen. Wobei laut einer (im Text nicht genannten) Referenz schwarze Bekleidung für diese Region in Spanien typisch gewesen sei, weshalb sich Author und Illustrator entschieden hätten, die Auxiliarsoldaten auf diesem Gemälde in schwarzen Tuniken abzubilden.
 
Bei meinem Diorama stehen jedoch die Legionäre im Mittelpunkt, erkennbar an ihrer typischen Lorica Segmentata, das ist ein moderner Begriff und bedeutet soviel wie Segment- oder Schienenpanzer, und an ihren großen rechteckigen Scuta, von Scutum = Schild. Allerdings war das Erscheinungsbild der Legionäre nicht so einheitlich, wie hier dargestellt oder wie es die Bildtafeln der Trajanssäule in Rom suggerieren. Getragen wurden auch Schuppen- (Lorica Squamata oder Plumata) sowie Kettenpanzer (Lorica Hamata), letzterer hier vom Centurio, der Schuppenpanzer vom daneben knieenden Optio, Stellvertreter des Centurios.

Wegen eines griffigen Dioramen-Titels hatte ich mich damals mit Prof. Wilfried Stroh in Verbindung gesetzt, einem angesehenen Kenner der lateinischen Sprache und klassischem Philologen, der ja u. v. a. durch seine publizistische Zusammenarbeit mit dem Historiker und Experimentalarchäologen Marcus Junkelmann bekannt geworden ist. Er riet mir bei einem freundlichem Telefonat zu dem von mir auch übernommenem Schlußwort eines bekannten Vergil-Zitats ("Debellare Superbos"), das streng genommen mit "Überziehe die Hochmütigen mit Krieg" aber auch mit "schlage(t) die Aufständischen" übersetzt werden kann. Auf dem letzten Foto dieses Beitrags steht noch fälschlich "Debellate" - mein Fehler (am Telefon verhört  :D), wird bei evtl. Neukonzeption des Sockels noch geändert.

So  :pffft: - das war zunächst mein - zugegebenermaßen textlastiger - Einstieg in diesen BB, weitere Teile sollen folgen. Ich muss aber noch einige Bilder "abloaden" und modellboard-fähig (Größe, Maße) machen ...

Wird fortgesetzt

LG - Uwe  :winken:
« Letzte Änderung: 23. Juli 2018, 23:42:16 von Uwe B. »
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mumm

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Hi Uwe,

schön das du dein Dio hier vorstellst und besten Dank für den historischen Abriß  :klatsch:
Die Sendung auf History über Boudica habe ich gesehen, sehr interessant.

Dein Dio durfte ich ja schon live bewundern, was ich mich immer noch frage ist wie man die Hosen der Gallier so akkurat bemalen kann?
Auf jeden Fall freue ich mich hier weiter still zuschauen zu können...

Peter  :winken:

Uwe B.

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Hallo Peter,

schönen Dank für Dein Statement und fein, dass Dir der - wohl doch etwas zu ausführliche  :rolleyes: - Beitrag gefallen hat. Mit den Karomustern der Kelten ist es gar nicht so schlimm. Soo akkurat sind die nämlich auch nicht gemalt, es ist nur so dass sich das Auge des Betrachters gerne täuschen läßt. ;)

Denke, wir sehen uns morgen spätestens am Gildetisch - freu mich schon. :)

LG - Uwe   :winken:
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Ich mich auch  :klatsch:

Flugwuzzi

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Sehr interessantes Projekt  :P
Die Bemalung der Figuren ist toll gemacht und die Platzierungen sind gut gewählt  :klatsch: :klatsch:

Obwohl ich "Leichen"-Darstellungen auf Dioramen eigentlich nicht mag, finde ich deine Darstellung der Toten und Verletzten gut gelungen. Mit Fingerspitzengefühl und ohne unnötige, eklige Effekthascherei.  :P Der Schrecken so einer Schlacht kommt trotzdem sehr gut herüber.

lg
Walter
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Drache74

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Hallo Uwe,

seh rschönes Dio. Ich bin auf weiteres gespannt, da mich die römische Zeitepoche auch interessiert. Die Doku mit Boudicca habe ich auch gesehen, die lief in einer Serie mit andern bekannten Persönlichkeiten.

Wer ist denn der Hersteller der Figuren, oder wurde der genannt und ich hab es überlesen?

Viele Grüße
Drache74

Hans

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Obacht, nicht weiterlesen, wer nicht empfindlich ist wg. des historische Backgrounds. Die figürliche Arbeit ist perfekt, da gibts gar nix zu sagen. Wirklich preiswürdig!

Die Römer sind auch ganz gut, sie passen allerdings eher in das frühe 2.Jahrhundert, für die Mitte des ersten müsste man ein paar Kleinigkeiten anpassen, die aber für den Gesamteindruck nicht bedeutsam sind.

Die Kelten sind aber die übliche Katastrophe. Ein wilder Mix aus Mythos und völlig falschem Zeitrahmen. So von 300 vChr bis an die Zeitwende, zudem kontinentalkeltisch, dazu südalpine Stücke und gallische. Furchtbar. Auch das mit den Karos vergesst mal ganz schnell — das erwähnen die Geschichtschreiber nur ein — zweimal und stimmt nur für wenige Zeiten. In der Mitte des ersten Jahrhunderts wäre ein britischer Kampf—Kelte nicht von einem römischen Auxiliar zu unterscheiden gewesen, wobei es für inselkeltische Funde sehr wenige gibt. Das Barbarenimage reicht da nicht. Das ist aber immer so,wenn Römer gegen Kelten gezeigt werden. Es gibt einfach viel zu wenige passende Kelten. Was ganz gut ginge, wäre die Mittellatenezeit, da stimmen viele der Schemata. Das ist so 300 bis 150 vor Chr, da braucht man aber ganz andere, republikanische Römer und für die frühe Phase welche, die fast griechisch aussehn. Will man römische Kämpfe machen, dann am besten Römer gegen Römer. Gabs dauernd. Sorry. Aber gerad wenn so ein umfassender historischer Hintergrund geliefert wird, muss das jetzt sein. Und natürlich: Die Zeichnungen und der Film sind völliges Fantasy. Ausser das die Fürstin der Iceni eine Frau war, aber viel viel älter als immer gezeigt. Und ohne Tattoos.
« Letzte Änderung: 29. April 2018, 17:47:11 von Hans »
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Uwe B.

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Flugwuzzi schrieb:
Zitat
Sehr interessantes Projekt   
Die Bemalung der Figuren ist toll gemacht und die Platzierungen sind gut gewählt   

Obwohl ich "Leichen"-Darstellungen auf Dioramen eigentlich nicht mag, finde ich deine Darstellung der Toten und Verletzten gut gelungen. Mit Fingerspitzengefühl und ohne unnötige, eklige Effekthascherei.   Der Schrecken so einer Schlacht kommt trotzdem sehr gut herüber.

Hallo Walter,

herzlichen Dank für Dein Lob und ich gebe Dir recht, die Darstellung von Gefallenen und/oder Verwundeten ist immer eine Gratwanderung, der ich mir damals auch voll bewusst war. Ich hatte schon von meinem Naturell her überhaupt nicht in Erwägung gezogen, die Betroffenen irgendwie entstellt, übertrieben blutig oder eklig darzustellen. Auf dem Vorlagebild von McBride findet ja vorne rechts auch irgendeine Aktion statt, die ich nicht übernommen habe, da ich  bewusst auf unmittelbare Gewaltdarstellungen verzichten wollte. Wenn der Schrecken der - kurz davor statt gefundenen - Schlacht trotzdem gut herüber gekommen ist, wie Du schriebst, ist das Ziel auch so erreicht.

LG - Uwe   :winken:
« Letzte Änderung: 29. April 2018, 13:20:01 von Uwe B. »
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Drache74 schrieb:
Zitat
Hallo Uwe,

sehr schönes Dio. Ich bin auf weiteres gespannt, da mich die römische Zeitepoche auch interessiert. Die Doku mit Boudicca habe ich auch gesehen, die lief in einer Serie mit andern bekannten Persönlichkeiten.

Wer ist denn der Hersteller der Figuren, oder wurde der genannt und ich hab es überlesen?

Hallo Drache74,

dankeschön und prima, dass wir da gemeinsame Interessen haben. Und nein, da hast Du nichts überlesen. Die Figuren waren damaliger State-of-Art  (New Hope, Andrea, usw.) und/oder selbst komplett erstellte oder umgebaute Plastik-Soldaten z. B. des Deutschen Afrikakorps; die eignen sich nämlich wegen der kurzen und  tunica-ähnlich weit ausgeschnittenen Hosen besonders gut zum Umbau in Römer. Heute gibt es mittlerweile noch schönere (und teurere  8) ) Figuren.

Bei meinem Baubericht, den ich demnächst noch nachreichen möchte, werde ich auf einzelne Figuren, ihren Ursprung und eventuellen Umbau noch eingehen.

LG - Uwe   :winken:
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Hallo Hans,

Du schriebst:
Zitat
Obacht, nur weiterlesen, wer nicht empfindlich ist wg. des historischen Backgrounds. Die figürliche Arbeit ist perfekt, da gibts gar nix zu sagen. Wirklich preiswürdig!
Herzlichen Dank für Dein Lob bezüglich der Figuren, mehr kann man nicht erwarten, aus Deiner "Feder" freut mich das besonders.  :)

Zitat
Die Römer sind auch ganz gut, sie passen allerdings eher in das frühe 2.Jahrhundert, für die Mitte des ersten müsste man ein paar Kleinigkeiten anpassen, die aber für den Gesamteindruck nicht bedeutsam sind.
Eigentlich hatte ich streng darauf geachtet, dass Ausrüstung und Bewaffnung sowohl der Legionäre als auch der Auxiliare ungefähr in die zweite Hälfte des 1. Jahrhunderts n. Chr. passen würden. Die Segmentpanzer sind mindestens seit der Varusschlacht (im Jahre 9) nachweisbar, auch die stark gewölbten Rechteck-Scuta sollten passen. Kurz nach der Zeitenwende sollen sie ja noch stumpfoval (d. h. mit oben und unten gerade abgeschnittenen Kanten) und noch früher, z. B. zur Zeit Cäsars, länglich oval gewesen sein.

Die Gladii (für die anderen: von Gladius = Schwert) waren um das Jahr 60 herum vom Typus Pompeji, d. h. mit parallelen Kanten, die älteren vom Typ Mainz oder Fulham (d. h. mit grundsätzlich breiterer Klinge, die sich in der Mitte verjüngte und nach unten zur Schneide hin wieder säbelartig verbreiterte) werden aber, soweit verfügbar, wohl auch noch in Gebrauch gewesen sein.

Die Helme der Legionäre und des Centurios sind in meinem Dio durchgängig vom damals üblichen Typus Weisenau (im angelsächsischen Sprachraum nach Henry Russell Robinson als "Imperial Gallic" bzw. "Imperial Italic" bezeichnet), dabei habe ich versucht, unterschiedliche Einzeltypen darzustellen, um nicht eine zu große Uniformität zu betonen.

Hierauf und auch auf die Reiterhelme möchte ich aber noch im einzelnen eingehen, wenn ich im noch nachzureichenden Baubericht den Bau oder Umbau der einzelnen Figuren beschreibe. Ich bin wirklich neugierig, welche Details ("Kleinigkeiten") der Ausrüstung Du zeitlich eher ins 2. Jahrhundert verorten würdest.  8o

Zitat
Die Kelten sind aber die übliche Katastrophe.
Gott sei dank, wenn's üblich ist, steh ich damit wohl nicht allein.  :6:

Zitat
Ein wilder Mix aus Mythos und völlig falschem Zeitrahmen. So von 300 vChr bis an die Zeitwende, zudem kontinentalkeltisch, dazu südalpine Stücke und gallische. Furchtbar. Auch das mit den Karos vergesst mal ganz schnell — das erwähnen die Geschichtschreiber nur ein — zweimal und stimmt nur für wenige Zeiten. In der Mitte des ersten Jahrhunderts wäre ein britischer Kampf—Kelte nicht von einem römischen Auxiliar zu unterscheiden gewesen, wobei es für inselkeltische Funde sehr wenige gibt. Das Barbarenimage reicht da nicht. Das ist aber immer so,wenn Römer gegen Kelten gezeigt werden. Es gibt einfach viel zu wenige passende Kelten. Was ganz gut ginge, wäre die Mittellatenezeit, da stimmen viele der Schemata.
Sorry, habe mich bei der Gestaltung der Briten an die mir seinerzeit zur Verfügung stehenden Vorlagen in meinen Osprey- bzw. Concordpublikationen gehalten. Einige Sujets sogar versucht, 1:1 zu übernehmen. Hatte eigentlich gedacht, dass die dortigen Rechercheure gründlichere Arbeit geleistet hätten. Darüber kann ich nicht groß diskutieren, dazu fehlen mir einfach die Grundlage und Deine speziellen Kenntnisse.

Zitat
Das ist so 300 bis 150 vor Chr, da braucht man aber ganz andere, republikanische Römer und für die frühe Phase welche, die fast griechisch aussehn.
Stimmt, ist mir bekannt.

Zitat
Will man römische Kämpfe machen, dann am besten Römer gegen Römer. Gabs dauernd. Sorry.
Stimmt leider, ich kenne aber keine statistische Erhebungen darüber, ob die Römer öfter in Bürgerkriege gegen andere Römer verwickelt gewesen wären als in Kriege gegen fremde Völker. Die Frage stellte sich mir aber ohnehin nicht, da ich ja dieses eine Ereignis (ohne Bürgerkriegshintergrund) im Auge hatte.

Zitat
Aber gerad wenn so ein umfassender historischer Hintergrund geliefert wird, muss das jetzt sein. Und natürlich: Die Zeichnungen und der Film sind völliges Fantasy. Ausser das die Fürstin der Iceni eine Frau war, aber viel viel älter als immer gezeigt. Und ohne Tattoos.
Bei den beiden Zeichnungen ist mir nicht klar, worauf Du Dich da in Bezug auf Fantasy beziehst. Beim Film, der die
überlieferten Ereignisse inhaltlich und auch die Bekleidung/Ausrüstung der Legionäre m. E. gut wiedergibt, bin ich vollkommen bei Dir, was die Darstellung der Boudicca betrifft. Hier stand für die Filmemacher offensichtlich das Motto "Sex sells" im Vordergrund - insofern bezogen auf die Hauptdarstellerin: Fantasy !!!

Auf jeden Fall danke ich Dir für Dein Interesse und Deine engagierten Anmerkungen.  :P

LG - Uwe   :winken:
« Letzte Änderung: 30. April 2018, 23:57:22 von Uwe B. »
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coporado

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Moin Uwe,

schön das es von dir hier was "Neues" gibt! Komme jetzt auch endlich mal dazu hier etwas zu schreiben und nicht nur zu lesen. Wunderbares Dio (das ich schon live bewundern durfte) und noch mit (doppelt) historischem Hintergrund, genau mein Ding!

Zur Epoche kann ich wenig bis nix beitragen, doch interessiert mich auch dieser Teil der Geschichte und ich habe schon höchst interessiert deine geschichtliche Abhandlung - und die darauf startende Diskussion - gelesen. Finde ich immer klasse, wenn neben dem Modellbau an sich auch noch etwas geschichtliche Aufarbeitung/ Diskussion stattfindet  :P

Ich bin gespannt dabei und freue mich auf den BB!

P.S. Schon in den ersten Zeilen dieses BB, merkt man das dieses Dio mit allem was dazu gehört genau dein Ding ist  :1: :P

LG
Sascha
Gruß
Sascha  :winken:

Visit http://modellschmiede-haemelwerwald.jimdo.com/

...und weißt du keinen Rat, nimm Draht!

Uwe B.

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Coporado schrieb:
Zitat
Moin Uwe,

schön das es von dir hier was "Neues" gibt! Komme jetzt auch endlich mal dazu hier etwas zu schreiben und nicht nur zu lesen. Wunderbares Dio (das ich schon live bewundern durfte) und noch mit (doppelt) historischem Hintergrund, genau mein Ding!
Hallo Sascha,

dank Dir für Deine freundlichen Worte. Wenn Du mit (doppelt) historischem Hintergrund die Geschichte des Dioramas meinst (zusätzlich zum historischen Abriß), dann bin ich ja froh, dass dies so aufgenommen wird. Mich persönlich interessieren solche Geschichtchen am Rande zwar auch immer, wenn sie von anderen Modellbauern zum besten gegeben werden, bin mir aber umgekehrt nicht so sicher.

Zitat
Zur Epoche kann ich wenig bis nix beitragen, doch interessiert mich auch dieser Teil der Geschichte und ich habe schon höchst interessiert deine geschichtliche Abhandlung - und die darauf startende Diskussion - gelesen. Finde ich immer klasse, wenn neben dem Modellbau an sich auch noch etwas geschichtliche Aufarbeitung/ Diskussion stattfindet  :P
Ich bin auch schon gespannt, wie es mit der Diskussion weiter geht.

Zitat
P.S. Schon in den ersten Zeilen dieses BB, merkt man das dieses Dio mit allem was dazu gehört genau dein Ding ist  :1: :P
Du hast mich durchschaut  :D  Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich als Kind und auch später am liebsten immer die großen Monumentalschinken (Quo Vadis, Cleopatra, usw.) im Fernsehen gesehen habe und so schon früh infiziert wurde. ;)

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Hans

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Zitat
Ausrüstung Du zeitlich eher ins 2. Jahrhundert

Die Fotos sind recht klein, da wäre eine Vorstellung der Einzelfiguren sinnvoll. Was auch so auffällt ist der Ribchester-Helm und der Bogenschütze. Die hamatischen Schützen sind später datiert, die syrischen noch viel später - folgt man den Grabsteinen. Beim Rest gehts um Trageweisen von Gurten, Doppelgurten etc.
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Uwe K.

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Wow, was für ein Knaller - bin schwer begeistert und warte ungeduldig auf mehr!!

Uwe B.

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Hallo MB-Freunde,

Hans schrieb zum Thema "Ausrüstung (der Römer) zeitlich eher ins 2. Jahrhundert":
Zitat
Die Fotos sind recht klein, da wäre eine Vorstellung der Einzelfiguren sinnvoll. Was auch so auffällt ist der Ribchester-Helm und der Bogenschütze. Die hamatischen Schützen sind später datiert, die syrischen noch viel später - folgt man den Grabsteinen. Beim Rest gehts um Trageweisen von Gurten, Doppelgurten etc.

Hallo Hans,
mit den hamitischen Bogenschützen (aus der Stadt Hama am Orontes in Nordsyrien) hast Du recht. Hab ich wohl damals nicht gut genug recherchiert. Sie tauchen zwar in einigen Illustrationen schön und exotisch auf, aber erst im Zusammenhang mit dem Hadrianswall im frühen 2. Jahrhundert n. Chr. Ich wollte damals noch einen exotischen Touch in die Szene einbringen - im Moment überlege ich gerade, ob und wie (??? er ist nämlich mit Kupferdraht und Sekundenkleber fest eingestiftet) ich ihn aus dem Diorama wieder heraus kriege, ohne ihn zu beschädigen. Könnten diese syrischen Bogenschützen nicht vielleicht doch schon vorher da gewesen sein (ohne epigraphischen Hinweis)?  :pffft:  Zum Thema fand ich noch eine informative Quelle im Netz (wohl von einem Reenactor geschrieben):

http://www.romanarmy.net/images/Pages/Military/hamians.htm

Beim Helm von Trimontium (Newstead - der zur gleichen Kategorie gehörende Helm von Ribchester mit seinen kleinen Mauern und Türmchen war mir damals zu schwierig, ihn nachzubauen  ;) ) und den kreuzweise getragenen Doppelgurten der Auxiliarsoldaten bin ich mir aber ziemlich sicher, dass diese auch bereits bzw. noch in der Mitte des 1. Jhdt. n. Chr. getragen wurden. Ich werde Deinen Vorschlag befolgen und die Soldaten einzeln vorstellen, so wie ich es in kürzerer Form ohnehin vorhatte. Das heißt, jetzt mit folgenden Angaben:
 
  • ursprüngliche Figur vor der Bemalung oder dem Umbau, unter Angabe des Herstellers, soweit noch erinnerlich
  • fertige Figur im Diorama
  • entsprechendes Vorbild im Gemälde von McBride
  • verwendete originale Ausrüstungsteile

Auf diese Weise könnte sich der BB ganz schön ziehen ...  :pffft:


Uwe K. schrieb:
Zitat
Wow, was für ein Knaller - bin schwer begeistert und warte ungeduldig auf mehr!!

Hallo Uwe,
freut mich besonders, dass ich Dich ausgewiesenermaßen versierten Dioramenbauer und Figurenbemaler ebenfalls für das Dio interessieren konnte. Als Vorschau schon mal ein Auschnitt aus dem Diorama, altes Foto von 2000, das den römischen Feldherrn (gleichzeitig mein Avatar) zeigt; demnächst kommen aber bessere Bilder:



LG - Uwe  :winken:

« Letzte Änderung: 04. Mai 2018, 23:21:55 von Uwe B. »
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