Autor Thema:  Zweifarblackierung fehlgeschlagen...  (Gelesen 1494 mal)

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Zweifarblackierung fehlgeschlagen...
« am: 04. April 2005, 09:53:59 »
Problem!!
Siehe Bilder..




Das Modell ist der Shell Porsche 962 von Tamiya. Lackiert wurde mit Tamiya Sprühlack zuerst in Gelb, dann mit den beiliegenden Schablonen abgeklebt und vorsichtig rot drüber gesprüht.
Das Ergebnis ist leider absolut unbefriedigend. Die unscharfen Kanten auf den Lackflächen bekomme ich ja noch in den Griff, aber wie schaffe ich es, die Klarsichtteile der Frontscheibe und der Scheinwerferabdeckungen (beides fest in die Rohkarosserie integriert) wieder sauber zu bekommen?
Habe schon mit Tamiya-Verdünnung und vorsichtigem Schleifen versucht, aber geht beides nicht sonderlich gut.
Die einzige Lösung wäre komplettes Entlacken mit Bremsflüssigkeit, aber dann fehlen mir die Schablonen für eine erneute Lackierung und ich weiß auch nicht, ob das dann besser klappt...

Irgendwelche Tips, was man da noch machen kann?

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Gut lackiert ist besser als schlecht poliert...:)

Oliver

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Zweifarblackierung fehlgeschlagen...
« Antwort #1 am: 04. April 2005, 10:32:13 »
Da würde ich erst mal von allen Seiten Fotos machen, auf denen man später gut erkennen kann, wo die Trennlinien der 2 Farben auf der Karosserie verlaufen um beim Neulackieren markante Anhaltspunkte zu haben an denen man sich orientieren kann. Du kannst auch jetzt Folie aufs Modell kleben und die Rundungen auf die Folie übertragen als Hilfe bei der Neuanfertigung von den Lackierschablonen.  Die Karosserie dann eben entlacken und reinigen.

Zitat
aber wie schaffe ich es, die Klarsichtteile der Frontscheibe und der Scheinwerferabdeckungen (beides fest in die Rohkarosserie integriert) wieder sauber zu bekommen?


Ich gehe mal davon aus, dass die ganze Karossrie ein Klarsichtteil ist. Dann würde ich Dir raten, alle Bereiche, die klar bleiben sollen (Scheiben, Scheinwerfer etc.) von innen und außen abzukleben, damit nicht wieder Sprühnebel von innen auf die Fläche gelangen kann.

Gruß
Oliver

Arrow

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Zweifarblackierung fehlgeschlagen...
« Antwort #2 am: 04. April 2005, 10:41:33 »
Nein, die Grundfarbe der Karosserie ist weiß.
Tamiya hat aber bereits die Klarsichtkomponenten in einem 2K-Verfahren miteingespritzt, was ich persönlich eher für nachteilig halte (wie man auf den Bildern sieht). Einem ungeübten oder hastigen Bastler passiert dann genau das, was eigentlich nicht sein sollte. Könnte man die Scheiben wie gewohnt später erst einpassen, hätten wir den ganzen Schlamassel nicht.

Das mit den Schablonen ist nicht so einfach, weil die Decals später teilweise 100-prozentig in diese vorgegebenen Rundungen eingepasst werden müssen.
Auch ist es schwer, bestimmte Anhaltspunkte als Referenzmaße für die Lage der Schablonen festzulegen, da keine Symmetrie besteht.

arrow 8o
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Wolf

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Zweifarblackierung fehlgeschlagen...
« Antwort #3 am: 04. April 2005, 11:00:36 »
Das Problem scheint mir weniger die Vorgehensweise von Tamiya zu sein, als vielmehr unsauberes arbeiten. Wie man sieht, ist ja auch von innen Sprühnebel auf die Scheiben geraten. Das heißt, es wurde nicht sauber genug abgeklebt und zum anderen mit viel zuviel Farbe gearbeitet. Desshalb auch die unsauberen Stellen mit Farbunterlaufungen an den Farbtrennstellen.
Was ich nicht ganz verstehe ist, dass sich die Farben nicht mehr lösen lassen. zumindest die Tamiya Acrylfarben sollten sich mit Brennspiritus oder ähnlichem entfernen lassen. Oder wurden Tamiya Lexanfarben verwendet?
Wer Future hat, hat noch lange keine Zukunft

daniel

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Zweifarblackierung fehlgeschlagen...
« Antwort #4 am: 04. April 2005, 16:51:30 »
ja ich glaube das modell ist reif für die tonne....mit lösungsmitteln an den klarsichtteilen rumfummel wird eher dazu führen das diese "milchig" werden, was nicht zu reparieren ist. vielleicht bremsflüssigkeit versuchen und wenns nicht geht neuen kit kaufen...

was ich mir angewöhnt habe ist das ich erstmal jede art von masken kopiere für den fall der fälle....

ich glaube du bekommst den sprühnebel von den glasteilen nicht weg weil du auf der falschen seite hantierst...kann es sein das der nebel auf der innenseite ist ...mich würde wundern wie der unter die maskierfolie kommt?!?

naja viel erfolg, aber wie gesagt 20€ fürn neune kit sind bestimmt besser angelegt als die ganze zeit und stress die eine wiederbelegung des kits erfordern..


daniel

Messias

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Zweifarblackierung fehlgeschlagen...
« Antwort #5 am: 04. April 2005, 16:55:06 »
also wenn du die Karosserie so lassen willst und nur die Klarsichtteile sauber machen.

dann nimm mal 7%igen Natronlauge, evtl auch 8% viele wattestäbchen und viel zeit.

Das geht schon weg, musst halt sehr genau fahren, damit die karosserie nicht mit weggeht und das dauert ziemlich lange, da du es ja nicht einwirken lassen kannst.

wenn dir die Konturen der rot-gelben karosserie auch nicht gefallen, dann mach das was oliver und wolf gesagt haben.


Dominik

SDR1

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Zweifarblackierung fehlgeschlagen...
« Antwort #6 am: 04. April 2005, 18:29:14 »
die einfachste möglichkeit den sprühnebel wieder zu entfernen ist polieren. ich hab bis jetzt gute erfahrungen mit einem simplen baumwollhandtuch gemacht. das tuch sollte aber nicht mit weichspüler behandelt worden sein. das handtuch um den finger wickeln und mit kreisenden bewegungen über die stellen rubbeln. das ganze dauert zwar ewig lange und nervt spätesens nach 10 min aber man kann zwischendurch gemütlich nen bier dabei trinken.

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Zweifarblackierung fehlgeschlagen...
« Antwort #7 am: 05. April 2005, 12:38:57 »
Ein Bier dabei trinken? Mit welcher Hand?
Mit einem Strohhalm könnte es vielleicht gehen...

Ja, die Kritik in den vorherigen Beiträgen ist sicherlich verdient. Ich habe zu hastig und unsauber gearbeitet. Zudem war dies das erste Mal, dass ich derartige Maskierfolien benutzt habe. Ich war der Meinung, die würden besser haften, aber wie man sieht, hätte ich sie wohl noch intensiver andrücken und beim Sprühen von den Kanten weghalten müssen.
Leider habe ich auch die Konsistenz der Tamiya Sprühlacke unterschätzt. Das Zeug ist wie Wasser, es deckt erst nach mehrmaligem Übersprühen richtig und das war der Fehler. Statt in mehreren Durchgängen dünn zu übernebeln, wollte ich gleich beim ersten Mal eine deckende Oberfläche erreichen und habe zu lange draufgehalten.
Der gelbe Nebel ist natürlich von innen auf den Teilen. Auch hier habe ich blöderweise wieder zu unkonzentriert und blauäugig gearbeitet.

Anfängerfehler, die mir eigentlich nicht mehr passieren sollten.

Ich schätze aber mal, mit Bremsflüssigkeit kriege ich das Zeug wieder runter.
Muss halt sehen, wie ich dann die Konturen beim Neulackieren wieder hinbekomme.

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Hans

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Zweifarblackierung fehlgeschlagen...
« Antwort #8 am: 05. April 2005, 14:00:48 »
Ich würde wirklich polieren, bevor ich alles wegätzen würde. Mit 1200er Papier nass die groben Sachen wegmachen und dann lospolieren. Was ich sehr empfehlen kann ist die Politur, die man bei BMW als Politur für die Plastikheckscheiben des 3er Cabrios und des Z3 verkauft.

H.
Poly(1-phenylethan-1,2-diyl) makes it all

Stealth

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Zweifarblackierung fehlgeschlagen...
« Antwort #9 am: 05. April 2005, 15:38:42 »
Hi,

die Scheiben solltest du mit DISPLEX wieder sauber bekommen, ist eine Politur für Handy Displays.....

Gruß

Stealth
Im Bau : Ford Capri DRM 1:12

Arne

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Zweifarblackierung fehlgeschlagen...
« Antwort #10 am: 05. April 2005, 16:35:08 »
Der Tip mit dem 1200er Schleifpapier ist gut, 1000er reicht auch.
Erst mal schön gleichmässige und nass die Klarsichtteile blind schleifen, bis alle Farbe weg ist.
Nun polieren :
Baumwolltuch, Wattestächen - oder auch die Proxon mit Polieraufsatz ( so ein Stoff/Vlies Aufsatz, weis nun nicht, wie ich das richtig nennen soll).
Poliermittel dazu :
Brauchst Du gar nix zu kaufen - haste nämlich als ordentlicher Mensch schon ewig zu Hause : Zahnpasta ! Marke : vollkommen Wurscht.
Jawoll - damit kann alles polieren, da Zahnpasta nämlich nix anderes als ein Poliermittel ist. ( mit dem man auch alles polieren kann !)
Dazu schön mit Wasser arbeiten ! - das Plaste darf nicht anschmelzen.
So wird es garantiert mit ein wenig Geduld sauberer und klarer, als es je war.

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Zweifarblackierung fehlgeschlagen...
« Antwort #11 am: 06. April 2005, 16:06:49 »
Na, das sind doch sehr brauchbare Vorschläge, die mich motivieren, das Modell wieder anzupacken. Vielen Dank dafür !!!

Kann ein paar Tage dauern, aber ich werde gerne berichten, was daraus geworden ist.
Am besten wird sein, wenn ich die lackierten Karosserieflächen mit Klebeband vor dem Polieren schütze. Sonst habe ich am Ende noch ungewollte Farbstellen wegpoliert.

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MichaelKroeger

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Zweifarblackierung fehlgeschlagen...
« Antwort #12 am: 07. Mai 2005, 14:31:34 »
Hallo!

Bremsfluessigkeit!!!??? :7:

Besorg dir Druck und Lackentferner DLE90 von LUX Modellbau, das ist ein Superzeug zum entlacken, auch auf Klaren teilen, beseitigt nur den Lack und greift garantiert das Kunstoff nicht an!
Einfach auf einen Lappen geben und den lack abwischen, wenn er alt und dick ist öfters versuchen!
Hab das zeug bei meinem örtlichen Modellbauhändler gekauft 100ml für 10Euro, wo es das im netz zu bestellen gibt weiß ich nicht! Ich habe es aber schon gesehen!!!
Nimpex, Automobil Miniaturen oder so!
Gruß
Michael

daniel

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Zweifarblackierung fehlgeschlagen...
« Antwort #13 am: 09. Mai 2005, 10:53:16 »
tja Michael....

Bremsflüssigkeit ist um einiges billiger und effektiver...

und man spart sich das rumgematsche mit dem Lappen

ich habe mir für kleine geld nen Liter Bremsflüssigkeit gekauft und brauche einfach meine "versauten" modelle paar stunden reinzulegen und unter klarem wasser abspülen und fertig, wie neu !

und kann die Flüssigkeit noch viele wiederverwenden....also vergiss dein "Lux" zeugs das habe ich früher auch benutzt...


daniel

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Zweifarblackierung fehlgeschlagen...
« Antwort #14 am: 09. Mai 2005, 12:23:02 »
Na, nu streitet euch mal nicht...

Jeder hat sicherlich seine Methode, die ihm persönlich am geeignetsten erscheint.
Bremsflüssigkeit ist auf jeden Fall sehr wirkungsvoll, aber sie hat auch den Nachteil, dass man sie nicht auf begrenzten Flächen einsetzen kann.
Entweder der Lack geht komplett ab oder eben gar nicht.
Vielleicht ist da dieses LUX-Zeugs etwas flexibler, wenn man die nicht zu entlackenden Flächen schützt und dann mit einem Lappen nur die misslungenen Bereiche behandelt.
Ich werd´s  auf jeden Fall mal ausprobieren, auch wenn es teuer ist.

arrow :O
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