Autor Thema:  Beplankung/Rumpfverstärkung  (Gelesen 11876 mal)

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Shipbuilder

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Beplankung/Rumpfverstärkung
« Antwort #15 am: 11. Januar 2007, 10:43:45 »
Hallo Bismarckianer,

wenn ihr eueren Rumpf fertig beplankt habt, empfehle ich euch, ihn innen mit einer Lage GFK zu stützen. Das kann 80g oder 110g Gewebe sein. Warum? Durch das Harz verklebt ihr die a) Spanten mit der Beplankung, b) die Beplankung untereiander, c) stabilisiert die Beplankung auf Schubkräfte in Richtung Mittschiffs und d) schützt das Innere des Rumpfes gegen Feuchtigkeit und Nässe und amit den Rumpf vor Verzug.

Dann würde ich den Rumpf aussen schleifen, kontrollieren, eventuelle Dellen ausspachteln, schleifen kontrollieren bis alles Strakt. Um jetzt nicht die Breite des Schiffsrumpfes unnötig zu verändern würde ich ein 25g Glasgewebe aussen auflaminieren. Wenig Harz und das Gewebe gut andrücken, eventuell zu viel aufgetragenes Harz mit trockenem Pinsel vorsichtig abnehmen. Dieses leichte Gewebe lässt sich faltenfrei fast um jede Krümmung legen.

Um nun die Aussenseite glatt zu bekommen den Rumpf mit Feinspachtel überziehen, vorsichtig schleifen und mit Spritzspachtel das Finish geben. Bisher habe ich mit dieser Methode äußerst leichte und stabile Rümpfe gebaut, die eine perfekt glatte Oberfläche haben. Die Detailierung ist dann eine wahre Freude!

Noch kurz was zu CFK. Kohlefasern sind elektrisch leitend und schirmen somit dass Innere eures Modells perfekt ab. Das bedeutet, dass wenn ihr euer Modell fernsteuern möchtet, die Empfangsantenne außerhalb des Rumpf verlegt werden muß! Ich würde aber alleine schon aus Kostengründen von der Verwendung von Kohlefaserlaminaten im Schiffsmodellbau abraten. Meiner Meinung nach ist das rausgeschmissenes Geld.

Hoffe euch ein wenig geholfen zu haben

Viele Grüße
Shipbuilder

MarkusB

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Beplankung/Rumpfverstärkung
« Antwort #16 am: 11. Januar 2007, 14:11:34 »
Zitat
Original von Alti Noch eine Frage an die Profischiffsbauer. Wenn ich meinen Schiffen eine GFK-Rüstung verpasse, sollte ich doch auf die Mullbindenaktion verzichten können .....


Ja.

Zitat
Original von Alti.... oder hat es neben Stabilität und Dichtung noch andere Zwecke?


Zur Stabilität trägt imho der Vorschlag von Amati gar nichts bei, da der Holzleim dafür für nicht geeignet ist. Der Rumpf wird dadurch dichter.

MarkusB

  • Gast
Beplankung/Rumpfverstärkung
« Antwort #17 am: 11. Januar 2007, 14:25:22 »
Zitat
Original von Shipbuilder .... snip .... Ich würde aber alleine schon aus Kostengründen von der Verwendung von Kohlefaserlaminaten im Schiffsmodellbau abraten. Meiner Meinung nach ist das rausgeschmissenes Geld.


Das eine Verwendung von CFK-Laminaten für die Bismarck übertrieben ist, dem kann ich voll und ganz zustimmen. Aber Pauschal von CFK im Schiffsmodellbau abzuraten, finde ich nicht ok. Ich denke da nur z.B. an Powerboote, bei denen die Verwendung von CFK-Gewebe bzw. Aramid/CFK-Mischgewebe der Standard ist. Ich werde z.B. meinen Rumpf mit GFK-Gewebe sowohl innen als auch aussen laminieren, werde aber zusätzlich in die Ecken von den Leisen/Spanten und Leisten/Bodenplatte noch zusätzlich CFK-Rovings einlaminieren. Bevor ich aussen das Laminat auftrage, werde ich noch zusätzlich den Rumpf von aussen mit G4 konservieren.

Shipbuilder

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Beplankung/Rumpfverstärkung
« Antwort #18 am: 11. Januar 2007, 15:19:24 »
Hallo MarkusB,

leider habe ich nicht verstanden, für was man CFK im Schiffsmodellbau benötigt. Ebenso ist mir vollkommen unklar, warum du an deiner Bismarck neben einem GFK-Laminat CFK-Roverings zusätzlich einlaminieren willst. Bitte verstehe mich nicht falsch, ich meine das nicht böse oder sarkastisch, mir ist in der Tat nicht eingängig warum GFK nicht ausreichen soll.

Ich habe vor mehreren Jahrzehnten Statik studiert und einen Abschluß als Dilp. Ing gemacht. Da haben wir natürlich besonders die verschiedenen Spannungen in diversen Bauteilen untersucht. Wenn ich mir jetzt ein Modellrumpf z.B. der Bismark in 1:200 anschaue und hier nur mal überschlägig mögliche Torsionen und Biegespannungen reche, ist selbst ein reiner Holzrumpf (Voraussetzung er ist gut verarbeitet) absolut stabil (Torsions- und Biegesteif). So stabil, dass man sogar die Spanten entfernen könnte ohne die Stabilität zu beeinträchtigen. Mit meiner etwas ausführlichen Erklärung wollte ich nur klar machen, warum ich bisher keinen Sinn in der Verwendung von CFK im Schiffsmodellbau sehe. Aber Statik ist die Lehre vom Gleichgewicht. vielleicht übersehe ich hier wirklich etwas.

Also bitte diese Frage nicht als Provokation ansehen, ich weiß es wirklich nicht besser.

Vielen Dank und beste Grüße

Shipbuilder

MarkusB

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Beplankung/Rumpfverstärkung
« Antwort #19 am: 11. Januar 2007, 16:32:02 »
Zitat
Original von Shipbuilder Also bitte diese Frage nicht als Provokation ansehen, ich weiß es wirklich nicht besser.


Nene, passt schon.

Zitat
Original von Shipbuilder leider habe ich nicht verstanden, für was man CFK im Schiffsmodellbau benötigt.


Für Boote wie die Bismarck ist CFK-Laminat unsinnig, kein Widerspruch. Bei Booten, die Geschwindigkeiten von mehr als 100 km/h und mehr erreichen (160 km/h in der Spitze) macht das aber Sinn. Um die Festigkeit von CFK zu erreichen müsste ich, um eine vergleichbare Festigkeit zu erreichen, wesentlich mehr GFK verwenden. Was nur unnötig das Gewicht erhöht.

Zitat
Original von Shipbuilder Ebenso ist mir vollkommen unklar, warum du an deiner Bismarck neben einem GFK-Laminat CFK-Roverings zusätzlich einlaminieren willst. Bitte verstehe mich nicht falsch, ich meine das nicht böse oder sarkastisch, mir ist in der Tat nicht eingängig warum GFK nicht ausreichen soll.


Ist wahrscheinlich nur übertriebenes Sicherheitsdenken. Zusätzlich möchte ich einfach eine Sicherheit haben, falls ich beim schleifen der Beplankung zu viel Holz entferne. Aber deine Vorgehensweise reicht vollkommen. Ich wollte nur vorstellen, wie ich es mache.

Shipbuilder

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Beplankung/Rumpfverstärkung
« Antwort #20 am: 11. Januar 2007, 18:55:55 »
Hallo MarkusB,

vielen Dank für deine Antwort. Das mit den 160km/h-Booten habe ich natürlich nicht in meine Überlegungen einbezogen. Da gebe ich dir völlig recht, dass CFK hier ein durchaus interessanter Werkstoff ist. Naja, das kommt davon wenn man nur Modellschiffe baut, deren Vorbild nicht jünger als 100 Jahre sind.  ;)

In diesem Sinne

Frohes Laminieren

Gruß
Shipbuilder

Alti

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Beplankung/Rumpfverstärkung
« Antwort #21 am: 16. Januar 2007, 09:37:36 »
Wie laminiert ihr denn die bereiche zwischen den ersten 3 Spanten am Bug? Da gibt es ja überhaupt keine Chance eine Fasermatte oder ein Mullgewebe unterzubringen?

Jörgi

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Beplankung/Rumpfverstärkung
« Antwort #22 am: 16. Januar 2007, 12:18:38 »
Lies doch mal den Baubericht von uman. Bzw., das was MarkusB zu diesem Thema gepostet hat.

Gruß Jörg

body

  • Gast
Beplankung/Rumpfverstärkung
« Antwort #23 am: 31. Januar 2007, 10:19:12 »
guten morgen die herren modellbauprofis,

hab da mal ne frage!! reicht es aus wenn ich den rumpf der bismarck nach dem ersten beplanken innen mit epoxyd-harz bestreiche und diesen schritt außen nach der zweiten beplankung wiederhole?? hab da jetzt viel von gfk und cfk gelesen!! wäre nett wenn mir da jemand der wesentlich mehr erfahrung hat als ich weiterhelfen könnnte!!

danke und gruß :mariinee:

body

Tormentor

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Beplankung/Rumpfverstärkung
« Antwort #24 am: 31. Januar 2007, 10:59:48 »
Entscheidend für die Antwort ist die Frage nach der Zukunft deiner Bismarck, soll sie schwimmen oder als Vitrinenqueen ihr Dasein frissten ?

 :winken:

body

  • Gast
Beplankung/Rumpfverstärkung
« Antwort #25 am: 31. Januar 2007, 12:46:21 »
Zitat
Entscheidend für die Antwort ist die Frage nach der Zukunft deiner Bismarck, soll sie schwimmen oder als Vitrinenqueen ihr Dasein frissten


sie soll eigentlich schon auf "große" fahrt gehen!!

MarkusB

  • Gast
Beplankung/Rumpfverstärkung
« Antwort #26 am: 31. Januar 2007, 13:38:35 »
Hallo body,

egal ob Vitrine oder große Fahrt, du solltest den Rumpf vor Umwelteinflüssen (Temperatur und Luftfeuchtigkeit) schützen. Epoxyharz ist da nur bedingt zu empfehlen, ich empfehle dazu G4 (Polyurethanharz) oder ein ähnliches Produkt. Das zieht wesentlich tiefer ins Holz ein.

G4 Datenblatt

Verdünnen nur mit Originalverdünnung.

Zu beziehen über Baumärkte (nur mit viel Glück), gutsortierte Farbengeschäfte, Bootszubehör oder Internet.

body

  • Gast
Beplankung/Rumpfverstärkung
« Antwort #27 am: 31. Januar 2007, 14:14:32 »
hallo markus,

danke für deine auskunft!!!!  :klatsch:  :P

gruß body

body

  • Gast
Beplankung/Rumpfverstärkung
« Antwort #28 am: 10. Februar 2007, 14:39:12 »
hallo zusammen

eine frage hab ich da noch!! habt ihr den rumpf erst nach dem spachteln und schleifen mit g4 oder ählichem grundiert oder vorher??

gruß

body

Kapitän Nietenzähler

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Beplankung/Rumpfverstärkung
« Antwort #29 am: 20. Februar 2007, 16:41:29 »
Ist ja hochinteressant, was es alles für Möglichkeiten der Stabilisierung und des Oberflächenschutzes gibt. Da gebe ich meinen Senf auch noch dazu:

Mir ging es (jetzt) erst einmal um Stabilität der Beplankung, Verwindungssteifigkeit usw. Dabei steht für mich fest, dass das gute Stück Nichtschwimmer bleibt (ich muss also nicht so auf Gewicht achten).
Die ersten Bilder der RC - Variante haben mich da noch bestärkt; und es ist in der Tat logisch, dass modellkerrekte Schrauben und Ruder schlicht zu wenig Wirkung haben.
Ich habe zunächst die Mullbindenaktion als Untergrund durchgeführt. Dann wurde 2-Komponenten - Harz im  Rumpf und auf der Decksunterseite aufgebracht und mit 3mm- Glasfaserschnitzeln vermischt.
Die Schichtdicke beträgt an den Bordwänden etwa 3-4mm, unter dem Deck etwa 6mm.
Ich musste allerdings zur gleichmässigen Verteilung das Baby stundenlang schaukeln.

Ergebnis: der Rumpf und das Deck sind top - stabil, vor jedem Verzug geschützt - und die etwa 800 g Gewicht sind (für mich) nicht störend.

Jetzt warte ich auf die Restrumpf- und Decksteile. Bis dahin ist noch genug zu schleifen.