Autor Thema:  Bessere Bilder. Aber wie?  (Gelesen 55524 mal)

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MichaR

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Re: Bessere Bilder. Aber wie?
« Antwort #60 am: 17. April 2008, 17:02:33 »
Im Bildbearbeitungsprogramm wird dann einfach vom Bild das schwarze Bild subtrahiert - bei perfekt Schwarz passiert nix,

So ganz versteh ich nicht was du meinst und was das bringt. *dummi* . Hatte zwar auch eine Idee es über Ebenenverrechnung zumachen. Aber wenn ich darf zeig ich mal wie ich das so rein zufällig heute gemacht habe :pffft: . Eigentlich ging es dort zwar mehr um die Hotpixel-Problematik und wie man ganze Ordner von Bildern automatisch Reparieren kann. Wollte es aber irgendwann mal als PDF-Datei zur Verfügung stellen. Hat ja nicht jeder Photoshop.

Meine neue Idee ist Dem Programm verständlich machen wo die Fehler auftreten, diese auszuschneiden und mit einer passenden Farbe aufzufüllen oder zumindest durchscheinen zulassen. :8:.

1. Schritt: Bild und Dunkelbild laden



2. Schritt: Dunkelbild Farbe entziehen, die sind bei einer „Lochmaske“ egal



3. Schritt: Helligkeit der Hotpixel auf weiß setzen (Bild-Anpassen-Tonwertkorrektur)



4.Schritt: einen Farbkanal kopieren, sind durch den Farbentzug identisch



Nun habe ich meine Lochmaske vorbereitet, jetzt muß die ähnliche Farbe zum Ausbessern her. Da sind die Farben des näheren Umkreises um die Fehlerstellen ideal.

5. Schritt: Ebene des Fotos kopieren (Roter Kreis), Kopie weichzeichnen (Filter-Weichzeichner-Gaußscher Weichzeichner)



6. Schritt: kopierten Farbkanal als Auswahl ins Foto laden




7. Schritt: Jetzt muß unser Bild nur noch gelocht werden. Aus der neuen Auswahl eine Maske für das weichgezeichnete Bild schaffen (Ebenenmaske hinzufügen) oder nicht ganz so elegant, die Entf-Taste drücken.



Fertig.




Lochmaske speichen


Schritt 1 und 6 die Auswahl in neuem Bild speichern (Auswahl-Auswahl speichern)


Das so neu erstellte Bild bei jeder Bearbeitung laden, das erspart dann Schritte 1 bis 4.


Bild auf Tastendruck reparieren lassen

„Neue Aktion“ wählen



Schritte 5 bis 7 ausführen, danach Stoppsymbol drücken

Ab sofort steht eine neue Aktion zur Verfügung. In Zukunft nur Bild und „Maskenbild“ laden. PLAY drücken. Fertig.



Ganze Ordner automatisch bearbeiten lassen.

Maskenbild laden.



Aktion wählen
Den Quellordner wählen
Unter Ziel einen Ordner wählen, wo die bearbeiteten Bilder gespeichert werden sollen.



Los geht’s.
Sogar mein Dunkelbild wurde repariert.



Und Fertig. Die Aktion läßt sich zwar noch verfeinert, aber so gehts auch.


Gruß
Micha

P.S. Sorry für die vielen Bilder und meinen Schreibstil ala Computerbild-Schritt für Schritt-Anleitung.
Editieren werde ich später. Und wenn es denn Rahmen des Themas sprengt, wird gelöscht. :woist:

Rolle

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Re: Bessere Bilder. Aber wie?
« Antwort #61 am: 17. April 2008, 17:13:06 »
Sehr interessante Sache die du hier machst, besonders letzteres finde ich prima.
Also nix löschen ;)
Gruß aus Hamburg
Rolf Karotka
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Modellbau-Stammtisch-Hamburg.de

MichaR

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Re: Bessere Bilder. Aber wie?
« Antwort #62 am: 17. April 2008, 17:34:08 »
Das war ja auch in Crash-Kurs.
Einführung in "Warum auch Filter Sinn machen, die eigentlich das ganze Bild verderben"
Einführung in "Nutzen von Farbkanälen als Auswahlbereich"
Einführung in "Nutzen von Ebenemasken als Locher" :D
Einführung in "Aktionen und Automatismen""

Die obere Anleitung ist bis jetzt erst ein Ansatz. Wenn das Pixelrauschen bei jedem Foto gleich ist, wüßte ich schon wie es weiter geht. Mit einer Art zusätzlichen Kantenschutz. Aber erstmal nachforschen. :rolleyes: Oder HeiHee gibt noch den fehlenden Denkanstoß.
Achso fast vergessen , aber so ist das wenn man zwischen 3 PC hin und her rennt. Die obere Beschreibung ist die perfekte Waffe, wenn ihr irgendwann man feststellt das ein paar Pixel eurer geliebten DigCam versagen und ihr keine Lust habt die 326 Urlaubsbilder per Hand mit dem Stempel zu bearbeiten.

Gruß
Micha

« Letzte Änderung: 17. April 2008, 17:51:33 von MichaR »

HeiHee

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Re: Bessere Bilder. Aber wie?
« Antwort #63 am: 18. April 2008, 08:35:59 »
Ich habe folgendes probiert (Gimp):
Bild und Schwarzbild öffnen, Schwarzbild komplett kopieren und als neue Ebene in das Bild einfügen, Modus der Schwarzbildebene auf Subtrahieren stellen, evtl. Farbabgleich durchführen.

Das ganze habe ich da her: http://www.mile23.com/node/64 bzw. http://www.ddisoftware.com/qimage/qimagehlp/dark.htm (Absatz (1))

Grundidee: hat ein Pixel z.B. zuviel Grünwert, wird durch die Subtraktion der Grünwertfehler des Schwarzbildes abgezogen



I've seen things you people wouldn't believe. Attack ships on fire off the shoulder of Orion. I watched C-beams glitter in the dark near the Tannhauser gate. All those moments will be lost in time like tears in rain.

MichaR

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Re: Bessere Bilder. Aber wie?
« Antwort #64 am: 18. April 2008, 19:24:53 »
Ich hab mir den ganzen Tag den Kopf zerbrochen. Bin ich zu doof? Oder war mein Dunkelbild falsch? Und warum zum Geier hatte ich anfangs die gleiche Idee wie es HeiHee beschrieb. ?(

Grundidee: hat ein Pixel z.B. zuviel Grünwert, wird durch die Subtraktion der Grünwertfehler des Schwarzbildes abgezogen

Genau das war der Urschleim meiner fixen Idee und warum es nicht funktionierte. Wenn sich auf einem Pixel zuviel Grünanteil zeigen geht es. Aber was wenn keine Information mehr vom Grün-, Rot- oder Blausensor kommen, weil er nunmal kaputt ist. Wie es nunmal bei meiner guten, alten Kamera der Fall ist.
Der grüne Punkt ist immer das gleiche Grün, egal welche Farbe der Pixel eigentlich zeigen sollte, egal welche Belichtungszeit. Beim add. Farbsystem bedeutet das: grün minus grün gleich schwarz.


Hat mich das wenigstens beim klassischen elektr. Rauschen weiter gebracht!?
Wenn das Pixelrauschen bei jedem Foto gleich ist...,

Nein ist es nicht. Einfach mal Objektiv im Automatikmodus abdecken, und man sieht die Pixel tanzen.

Der Darkframe Substraction wollte ich dennoch die Chance lassen es mir zu zeigen. Probieren geht über studieren.

Original:


Bearbeitet:


Fazit: Schon beim Fotografieren auf niedrigen ISO-Wert achten! Dann brauch man sich auch nicht mehr den Kopf darüber zerbrechen. :klatsch: Es gibt gute Rauschunterdrückungsfilter und weniger gute. Und wie die Cam-Software das bis ins Detail macht sprengt glaube ich wirklichen den Rahmen hier. Uns als Modellbauer oder Fotografen interessiert nur ob es funktioniert oder nicht.  :P

Fortsetzung folgt

Gruß
Micha

MichaR

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Re: Bessere Bilder. Aber wie?
« Antwort #65 am: 19. April 2008, 17:23:37 »
Nach unseren kurzen Trip in die Welt der digitalen Bildbearbeitung, nochmal zurück zu Schärfe und seinen Erzfeind Unschärfe.

Muss denn immer alles scharf sein? Will ich das denn eigentlich? Hier kommt wieder einmal eine grundsätzlich Frage ins Spiel. „Was will ich mit meinem Bild sagen? Was will ich zeigen?"

Zum Beispiel hier noch einmal das Bild von weiter oben bzw. Seiten zuvor, geben wir ihm mal den Titel „Schönes Auto“



Schön scharf. Jetzt könnten wir anfangen zu diskutieren. „Ist das wirklich einen schönes Auto!?“, „Wie schnell fährt er oder hat der dort geparkt!?“

Das bringt mich zum nächsten Bild. Titel „Pärchen hat einen aufregenden Tag“



Hier kommt doch schon eher die Geschwindigkeit rüber. Mit steigender Verschlusszeit steigt auch der Wischeffekt des Fahrzeugs. Klar vom Auto ist nicht mehr viel zu erkennen. Es geht ja aber um das Pärchen.

Bildtitel: „Mann, waren die schnell“



Durch eine längere Verschlusszeit und das Mitziehen der Kamera, unter Beachtung dass das Objekt stets an derselben Stelle im Sucher ist, wird das Objekt scharf und der Hintergrund erhält einen Wischeffekt.
Was mir bei diesem Bild nicht so ganz geglückt ist. War damals auch so das ziemlich erste Mal das ich eine Kamera in der Hand hielt (übrigens Originalauflösung des Bildes 640x480). Passt aber gerade zur Thematik.


Mal ein ganz anderes Beispiel. Ein Mini-Bach.



Hätte auch mit kürzerer Zeit arbeiten können. Der kleine Wasserfall wäre dann eingefroren.

Ein Motiv wo die Kameraautomatik versagt, außer sie hat einen Feuerwerks-Modus oder wie er sonst heißen könnte.
Hier gilt: unendliche Entfernung, kleine Blendenöffnung, hohe Belichtungszeit. Bei 15sec Belichtungszeit schaffts Hr. Müller vielleicht sogar noch eine 2. Rakete abzufeuern.



Das waren jetzt alles Beispiele für Bewegungsunschärfen. Soll doch auch mal ein Beispiel für Tiefenschärfe oder besser gesagt dessen Unschärfe folgen. Neulich war ich im Garten und hatte keine Lust mehr nur meiner besseren Hälfte beim Umgraben zu zusehen. Ich wollte was tun. :D Fotos sammeln, um an dessen Beispiel euch irgendwas zu erklären.



Auf dem Linken werde ich jedes mal an diesen häßlichen Zaun erinnert. Das Auge pendelt ständig zwischen Vorder- und Hintergrund hin und her. Einmal gezielt den Schärfebereich beeinflußt und es wird klar, was ich eigentlich fotografieren wollte.

Nächstes mal will ich über Belichtungsmesser sprechen. Oder doch die Objektive. :rolleyes: Langsam verlier ich komplett den roten Faden. Sowas passiert wenn man 'zig Themen anfängt und alle halbfertig sind.

Gruß
Micha

starship24

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Re: Bessere Bilder. Aber wie?
« Antwort #66 am: 19. April 2008, 18:25:51 »
@MichaR Hallo, liege ich richtig, wenn ich einen niedrigen ISO-Wert von beispielsweise 100 einstelle, als auf Automatik zu gehen?  :rolleyes: Nur mal als Frage nebenbei. MfG Jörg.  :winken:

MichaR

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Re: Bessere Bilder. Aber wie?
« Antwort #67 am: 19. April 2008, 19:58:16 »
@starship24 und alle anderen: Die Frage ist mit kurzen Worten fast garnicht zu erklären. Ich versuche es trotzdem.

Es gab eine Zeit, da gab es nur die 2 Möglichkeiten: Automatik (Friss meine Einstellung oder stirb-Modus) und Manuell (Kümmer dich selbst du A..-Modus). Es wurde im reinen Automatik versucht einen Kompriß zu finden zwischen Belichtungszeit (Wackel-Wackel), Tiefenschärfe (alles scharf oder nicht) und ISO-Wert (Rausch), egal was man fotografierte oder wo oder zu welcher Tageszeit. Später kamen Dinge wie Portrait-Modus (Priorität: Gesicht scharf; Hintergrund nicht = Tiefenschärfe gering) hinzu, eventuell hat ein Hersteller einen "Portrait in Bewegung bei wenig Licht"-Modus in der Schublade. Das bedeutet: Wenig Licht = Große Blende; Schnelle Bewegung = kurze Belichtungszeit. Da bleibt nur noch ISO-Wert ganz rauf. 

Was will ich mit dem übertriebenen Beispel sagen: Wenn ich die Wahl zwischen Rauschen, Unschärfe und Belichtungszeit habe, sage ich ganz klar: Rauschen darf nicht sein. Die Belichtungszeit bekomme ich mit 'nem Stativ in den Griff, Gewollte Unschärfe im Bild mit 'nem Bildverarbeitungsprogramm. Aber das Rauschen? Noch nicht. ;)
Festlegung der ISO-Werte heißt noch nicht dass man den Automatikmodus verläßt.  Bei vielen Digis kann man auch im Setupmenü auswählen, dass man ausschließlich 100er ISO verwenden möchte, auch im Automatikbetrieb. Zumindest bei allen Digis die ich bisher in den Fingern hatte. Man begrenzt den kleinen Computer in der Kamera nur an den 2 übrig gebliebenen Werten herumzustellen. In Blenden- oder Verschlußzeit-Priorität nur noch an einer. Und im Manuell-Betrieb: Nix da, ich bin hier der Chef!

Wie ich bereits erwähnte, ist bei allen Kameras das Rauschverhalten anders. Vielleicht ist der Unterschied zwischen 100 und 200 ISO garnicht sichtbar. Der daraus ergeben Belichtungszeitunterschied aber vielleicht der Unterschied zwischen Freihand- und Stativaufnahme. Da helfen aber nur Testaufnahmen unter gleichen Lichtverhältnissen, um Vergleiche zu ermöglichen.

Kurz und knapp :pffft:

Gruß
Micha

panzerchen

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Re: Bessere Bilder. Aber wie?
« Antwort #68 am: 19. April 2008, 20:42:59 »
Du sprichst einen interessanten Punkt an: 
die voreingestellten Modi !

Bei meiner Ricoh Caplio G3 ( ? ) z.B. nennen die sich "Scene".
Das Üble bei meiner Cam ist der Umstand, daß nicht näher beschrieben ist was die Modi eigentlich bewirken, und daß kein neutraler Modus existiert !

Du scheinst über den wesentlich vollständigeren Informationsschatz zu verfügen als ich, darum frage ich mal ganz naiv was Du über diese Modi kennst.

- Portrait:
 da hast Du schon geagt daß die Tiefenschärfe gering ist.
ich schließe daraus-->für unsere Modellfotografie wenig bis gar nicht geeignet.

- Sport:
 vermutlich äußerst kurze Verschlußzeit und damit große Blende und wieder geringe Tiefenschärfe.
-->also ebenfalls wenig geeignet ????

- Landschaft:
 Ricoh sagt:  "für viel Grün"
-->sagt mir gar nix !!!!  was macht dieser Modus,  und wie geeignet ist er für unsere Modellfotografie ????

- Nacht-Portrait:
 "für wenig Licht" ( also wohl wieder große Blende, und lange Belichtungszeit ? )
-->geringe Tiefenschärfe, Rauschen, verwackeln ?  völlig ungeeignet ???

- dann gibbet noch "Text" und "Dämmerlicht".
--> ??????

Jetzt:
Was tun ???

olli

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Re: Bessere Bilder. Aber wie?
« Antwort #69 am: 19. April 2008, 21:33:05 »
Du sprichst einen interessanten Punkt an: 
die voreingestellten Modi !

Bei meiner Ricoh Caplio G3 ( ? ) z.B. nennen die sich "Scene".
Das Üble bei meiner Cam ist der Umstand, daß nicht näher beschrieben ist was die Modi eigentlich bewirken, und daß kein neutraler Modus existiert !

Du scheinst über den wesentlich vollständigeren Informationsschatz zu verfügen als ich, darum frage ich mal ganz naiv was Du über diese Modi kennst.

- Portrait:
 da hast Du schon geagt daß die Tiefenschärfe gering ist.
ich schließe daraus-->für unsere Modellfotografie wenig bis gar nicht geeignet.

- Sport:
 vermutlich äußerst kurze Verschlußzeit und damit große Blende und wieder geringe Tiefenschärfe.
-->also ebenfalls wenig geeignet ????

- Landschaft:
 Ricoh sagt:  "für viel Grün"
-->sagt mir gar nix !!!!  was macht dieser Modus,  und wie geeignet ist er für unsere Modellfotografie ????

- Nacht-Portrait:
 "für wenig Licht" ( also wohl wieder große Blende, und lange Belichtungszeit ? )
-->geringe Tiefenschärfe, Rauschen, verwackeln ?  völlig ungeeignet ???

- dann gibbet noch "Text" und "Dämmerlicht".
--> ??????

Jetzt:
Was tun ???

Das Problem ist, daß jeder, bzw. einige, Hersteller, für die verschiedenen Modi andere Einstellungen zugrunde legen. Der eine mag z.B. bei Portrait die Blende weiter öffnen bzw. so weit öffnen wie es geht, der andere Hersteller optimiert hierbei noch zusätzlich die Farbbalance auf die Hauttöne.

Beim Nacht-Modus mag es sein daß der eine Hersteller nur die Blende möglichst weit aufmacht, der andere Hersteller erhöht noch die ISO.

Wenn Ricoh bei Landschaft für mehr grün sagt, wird hierbei wohl die Farbsättigung z.B. für die Grüntöne erhöht um diese Farben satter darzustellen. Kann u.U. aber auch in die Hose gehen da es bei manchen Motiven zu bunt werden kann.

Entweder Ricoh anschreiben und fragen was geändert wird, oder in den jeweiligen Modi Bilder machen und die EXIF anschauen.
"Solange die Sterne noch steh'n, solang wird ein Traum nicht vergeh'n
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Hans

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Re: Bessere Bilder. Aber wie?
« Antwort #70 am: 19. April 2008, 23:35:40 »
http://www.ricohpmmc.com/de/products/camera/caplio_G3/caplio_G3_Specification.htm

Achim, wenn ich das richtig verstehe, würde ich Makro + Landschaft nehmen.

H.
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MichaR

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Re: Bessere Bilder. Aber wie?
« Antwort #71 am: 20. April 2008, 10:20:31 »
@ panzerchen: Schön das du mitdenkst. Viele deiner Modis konntest du ja selber erklären.

Wie Olli bereits erwähnte ist es nicht so genau zu sagen.
Zitat
Das Problem ist, daß jeder, bzw. einige, Hersteller, für die verschiedenen Modi andere Einstellungen zugrunde legen.

Landschaft: Objekte wie Bäume sind meist weit weg bis unendlich, bedeutet schön scharf in der Ferne. Meist wird im Weitwinkelbereich fotografiert, bedeutet schön scharf in allen Blenden. Somit ist bereits ein Maximum an Schärfe gegeben. Die Kamera kann also getrost eine offene Blende wählen um eine kurze Belichtungszeit zu erreichen. Das ist wieder wichtig da weit entfernte Objekte schneller verwackelt sind.
Das "viel Grün"!? Kann mir eigentlich nur vorstellen dass es dabei wichtig für den Farbtemperaturausgleich ist.

Text: Hohe Kontraste zwischen Schwarz/Weiß mit hohen Anteil an Weiß; wichtig für den Belichtungsmesser.

Dämmerlicht: Wichtigster Punkt die Farbtemperatur.

Nachtportrait: Da ist es schon so Dunkel dass auch das Rumdrehen an Blende & Co keinen Sinn mehr machen. Das heißt Blitz. Dadurch hätten wir den Vordergrund schön hell, der Hintergrund rabenschwarz. Um noch Restlichter der Stadt einzufangen wird erstmal trotzdem lange belichtet (=total unscharfes Bild), dann wird der Blitz ausgelöst und hellt die Person auf. In dem Sinne eine Doppelbelichtung. (Helles Scharfes Blitzbild + dunkleres unscharfes Bild = Helle Person vor Restlichtern der Stadt)

Ich würde dir zum Portrait-Modi raten. Grau ist alle Theorie. Bei DigiCams ist es, aufgrund ihrer kleineren Chipdiagonalen und der kleineren Brennweite, garnicht mal sooo einfach den Hintergrund gewollt unscharf zu bekommen. Die meisten Fotohandys haben ein FixFocus-Objektiv, heißt keine Vorrichtung um scharf zustellen, weil sie wissen ab einem Abstand von wenigen Zentimetern wird eh alles scharf.


Das waren mal so meine Gedankengänge.

Gruß
Micha

MichaR

  • Gast
Re: Bessere Bilder. Aber wie?
« Antwort #72 am: 20. April 2008, 11:41:01 »
Die Welt ist grau

Nein ich möchte hier nicht über die achso schlechte Welt jammern. :D Es geht um den Belichtungsmesser und wie er funktioniert.

Häufig hört man die Frage:Reicht der Belichtungsmesser der Kamera aus. Bei Dauerlicht in den meisten Fällen ja.

Optimal sind TTL-Belichtungsmesser (Trough The Lens). Sie berücksichtigen alles was man ihnen vor die Linse hält, z.B. Farbfilter oder Vorsatzlinsen.

In der Kamera stehen meist 3 Einstellungen für den Belichtungsmodus zur Verfügung:

Mehrzonenmessung. Errechnet den Mittelwert eines Bildes mit Schwerpunkt zum Mittelpunkt. Bei normalen Lichtverhältnissen und viel Hintergrund super.
Viel Hintergrund heißt das irgendwelche "alltäglichen" Gegenstände um das Hauptmotiv ringsherum sind.

Mittenbetonte Integralmessung: Zum Fotografieren eines Hauptmotives besser geeignet, da die mittlere Partie zu 80% in dei Berechnung mit einfließt.

Spotmessung: Arbeitet noch exakter. Für die  Berechnungen der Belichtung wird nur der zentrale Anteil berücksichtigt. Das sind ca. 3% des Bildes.

Alle 3 haben eins gemein: In den Berechnungen soll ein Mittelwert entstehen.


Ich habe mal wieder einpaar Bilder vorbereitet um zu verdeutlichen wie das funktioniert und wie es sich auswirkt.



Bei diesem Bild, welches ich für meinen Baubericht anfertigte, habe ich alles der Kamera überlassen, auch die Belichtung. Wenn ich im ersten Schritt die Farbe entferne, die für die Belichtungsautomatik keine Rolle spielt, und weichzeichne , entsteht ein Bild ähnlich wie die Automatik unser Motiv sieht. Um es noch stärker zu verdeutlich habe ich den Pixelbrei noch stärker unscharf gemacht. Wir sehen ein mittleres Grau, also den angesprochenen Mittelwert. Zum Vergleich ein genau 50% Grau als letzte Abbildung.

Wie man sieht funktioniert diese Methode hervorrangend. Unter Normalen Lichtbedingungen und Normalen Hintergrund.

Wie ist das bei "Studiohintergrund" und "Studiolicht"!? Wir wollen z.B. ein Bild machen, dunkler Hintergrund/dunkles Motiv. Was passiert!? Es wird zu hell. Dunkles Motiv/heller Hintergrund und davon auch noch reichlich auf dem Bild zu sehen, da ich das Modell nicht groß abgebildet habe. Was passiert. Zu dunkel......

Ähnliche Probleme bei beabsichtigter Hell/Dunkel-Verteilung.



Ich will nur Scheinwerfer und Grill hell haben, der Rest soll in Dunkelheit verschwinden. Für die Automatik ist meine Ansicht komplett falsch, da sein errechnetes Bild fast schwarz ist. Sie steuert gegen um wieder ihr heißgeliebtes Grau zu bekommen. Bild hell, Scheinwerfer und Grill aber überstrahlen. Das aufgehellte Bild wurde am PC aufgehellt, und daraus das Grau erzeugt. Wollte ja nur zeigen was die Kamera gemacht hätte.

Gegenmaßnahmen:
- die meisten Kameras besitzen eine Belichtungskorrektur, um ein Bild heller oder dunkler zu machen
- Verwendung einer Graukarte
- Hintergrund so gestalten das sich im Gesamtbild ein mittleres Grau ergibt (Nicht in der Farbigkeit, sondern in seiner Helligkeit)

So ich glaube jetzt hat es bei manchen klack :8: gemacht, warum ihre Bilder immer zu dunkel werden. Obwohl sie einen schön hellen Hintergrund hatten. Und bei anderen die Blau wählten die Bilder immer korrekt sind.


Gruß
Micha

Wolf

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Re: Bessere Bilder. Aber wie?
« Antwort #73 am: 20. April 2008, 22:50:07 »
Bei mir macht es schon die ganze Zeit klack :D....nochmal danke für die Erklärungen.
Wer Future hat, hat noch lange keine Zukunft

MichaR

  • Gast
Re: Bessere Bilder. Aber wie?
« Antwort #74 am: 25. April 2008, 11:18:42 »
Heute gibt es mal wieder etwas Theoriekram von mir. ;)

Was wichtiges vorweg: Beim Kauf einer Digital-Kamera finden wir eigentlich falsche Brennweitenangaben vor. Bei einer Durchschnittlichen 3fach Zoomkamera heißt es meist „35-105mm“. Das sind Vergleichszahlen die die Hersteller angeben. Man spricht von Equivalentwerten. Die CCD-Chips sind in der Diagonalen kleiner als der KB-Film, dem zufolgend auch die Brennweiten, um einen identischen Bildausschnitt zu zeigen. Weiterhin haben verschiedene Kameramodelle auch verschieden große CCDs. Um den Kunden nicht zu verwirren und einen Vergleich überhaupt möglich zu machen, werden als Vergleichswerte die Kleinbild-Werte angegeben.
Warum war das jetzt so wichtig? Bei einigen Objektiven werden wieder die realen Werte angegeben und mein Beitrag bezieht sich auf KB-Werte, da sie am weitesten verbreitet sind.

Objektive:

Objektive lassen nach ihrer Brennweite in 3 Gruppen einteilen: Weitwinkel, Normalobjektiv, Teleobjektiv

Die tatsächlichen Brennweiten hängen, wie bereits erwähnt vom Aufnahmeformat ab. Das Kleinbild (24x36mm) hat eine Diagonale von 50mm, also gilt ein Objektiv mit 50mm Brennweite als Normalobjektiv. Eines mit 80mm als leichtes Tele. Bei einer 6x6 Kamera (Mittelformatkamera) beträgt die Diagonal 80mm. Demnach wäre es an dieser Kamera wieder ein Normalobjektiv.
Mit zugehörigen Normalobjektiv erfassen beide Kameras den selben Motivausschnitt.


Normalobjektiv:
Brennweite=Diagonal, bedeutet 50mm. Es bildet Motive in etwa so ab, wie es das menschliche Auge sieht. Haben in der Regel eine hohe Lichtstärke.


Weitwinkel:
Erfassen einen sehr großen Bildwinkel und "verkleinern" dadurch ein Bild. Typische Brennweiten liegen zwischen 15-35mm. Sie besitzen eine hohe Tiefenschärfe bei allen Blenden. Können aber unter Umständen Verzeichnung am Bildrand zeigen, in Form von gebogenen Linien z.B. gebogene Hausdächer. Für Portraits sind Weitwinkelobjektive weniger geeignet, da eine Nase dadurch sehr groß erscheinen kann. Ähnlicher Effekt wie bei einer Weihnachtsbaumkugel.



Dieses Bild entstand mit einer Brennweite von 24mm (Equivalent). An diesem Beispiel sieht man ganz gut den Kugeleffekt.


Tele:
Typische Brennweiten sind zwischen 80 und 300mm
Sie zeigen nur einen sehr kleinen Bildwinkel, nur einen kleinen Ausschnitt, dadurch entsteht eine Vergrößerung. Teleobjektive sind gut geeignet für ferne Objekte und Nahaufnahmen. Besitzen aber eine geringe Tiefenschärfe. Und durch die hohe Vergößerung sind kurze Belichtungszeiten notwendig.
Natürlich gibt’s noch größere Teleobjektive. Das sogenante Fernobjektiv. Sie reichen von 400mm bis 1200mm. Durch Gewicht und der hohen Vergrößerung sind Aufnahmen nur mit Stativ empfohlen, auch in Zeiten des Bildstabilisators.


(Quelle: J. Hedgecoe- Meine grosse Fotoschule)

Zoom:
Deckt einen bestimmten Brennweitenbereich ab. Ermöglicht rasche Vergrößerung/Verkleinerung eines Ausschnitts ohne das Objektiv zu wechseln
Lichtstärke ist im Allgemeinen niedriger als bei Festbrennweiten.

Es gibt noch eine Vielzahl an Spezialobjektive wie Spiegelobjektiv, Makroobjektive…

Nur auf eine spezielle Art möchte ich noch eingehen. Das Universalobjektiv. Hat so gut wie jeder zuhause. Es reicht vom leichten Weitwinkel bis zum mittleren Tele. Und hat meist als Zusatzoption Makro. Ist das dann ein echtes, vollwertiges Makro, um von Insekten die Augefarbe zu bestimmen? Nein. Es werden lediglich ein paar Linsen verschoben um im Nahbereich Fehler auszugleichen. Abbildungsmaßstäbe 2:1? Undenkbar.


Zitat:: In der Praxis genügt es, das Objektiv nach folgenden 3 Faktoren zu beurteilen
Objektivdaten - Brennweite, Lichtstärke, Bildkreis
Objektivleistung - Schärfe, Farbkorrektur usw.
Objektivtyp - Normalobjektiv, Weitwinkel, usw.

Wessen Praxis!? Vielleicht des Berufsfotografen mit nahezu ungeschränken Geldmitteln. Wenn ich euch jetzt sagen würde, dass Objektiv eurer DigiCam ist nicht viel wert, würdet ihr sie dann wegwerfen und euch einen Kamerabody kaufen, und eine Festbrennweite für 2000€ dazu?! Ich glaube nicht. Vielmehr sollte man das Vorhandene oder preislich Machbare einfach optimal nutzen. Für uns ist wichtig zu wissen dass 50mm dem menschlich Auge entspricht und alles was drunter oder drüber ist zu mehr oder weniger sichtbaren Fehlern führt.



Für die die beim nächsten Kamerakauf dem Verkäufer Löcher in den Bauch fragen möchten, ein kurzer Überblick im Lexikonstil:
:D

Objektivdaten:
Brennweite: siehe oben
Lichtstärke (relative Öffnung): Verhältnis zwischen Durchmesser und Brennweite des Objektives (z.B. 1 : 3.5); je höher der Durchmesser desto mehr Licht kommt durch
Bildkreis: Objektive erzeugen ein kreisförmiges Abbild, welches im Bildfeld in Schärfe und Ausleuchtung nicht gleichmäßig ist; entscheidet für welches Format das Objektiv geeignet ist, um einen möglichst guten Ausgleich zu finden; Ist der Bildkreis zu klein gewählt können sich in den Bildecken dunklere und unscharfe Bereiche zeigen.

Objektivleistung:
Eine gewöhnlich Lupe oder ein Brillenglas würden auch in der Fotografie ein Bild ergeben, aber deren Leistung wäre sehr schlecht, unscharf, verzeichnet und mit farbigen Säumen versehen. Bei der Korrektur eines Objektives müssen 7 Linsenfehler soweit wie möglich ausgeschaltet sein: sphärische und chromatische Aberration, Astigmatismus, Koma, Bildfeldwölbung, Verzeichnung, Beugung. (Farbfehler, Asymmetrie, Kugelgestaltsfehler hätte man zwar einfacher verstanden, aber so heißt das nunmal) Diese wird z.b. durch Kombinieren verschiedener Glasarten, verschiedener Wölbungen erreicht. Oder die von HeiHee erwähnte Vergütung.
Die Leistung hängt von folgenden ab: Grad der Schärfeleistung, Farbkorrektur, innere Refexionen, Gleichmäßigkeit der Lichtverteilung, Verzeichnung

So das wars für heute.

Gruß
Micha