Autor Thema: Schiffe Panzerkanonenboot S.M.S. WESPE (1876) in 1:160  (Gelesen 19123 mal)

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Wolf

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Schiffe Re: Panzerkanonenboot S.M.S. WESPE in 1:160
« Antwort #90 am: 30. August 2018, 09:59:02 »
Es ist erfreulich, dass diese Baubericht wieder aus der Versenkung aufgetaucht ist und weitergeführt wird.
Sehr interessant.

Mir ist allerdings dadurch auch aufgefallen, dass hier mehrere Bilder ohne Quellenangabe verlinkt sind. Bitte dieses noch ergänzen.
Wer Future hat, hat noch lange keine Zukunft

wefalck

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Re: Panzerkanonenboot S.M.S. WESPE in 1:160
« Antwort #91 am: 31. August 2018, 08:55:50 »
Alle Bilder sind mein Eigentum.

Seemannsgarn

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Re: Panzerkanonenboot S.M.S. WESPE in 1:160
« Antwort #92 am: 05. September 2018, 19:36:17 »
Schau an! Ich hatte gar nicht mitgekriegt, dass du wieder an deinem Insekt arbeitest, und das mit solch beeindruckender Geschwindigkeit. Über die Akkuratesse deiner Arbeit kein Wort als dies, dass mir manchmal scheint, als handelte es sich hier weniger um zielgerichtete Arbeitsgänge und mehr um einen Erweis der ästhetischen Qualitäten feinmechanischer Prozesse.
Ich wünsche dem Projekt, dass ich ja auch in größerem Maßstab in der Werft liegen habe, alles Gute und warte gespannt auf den Fortgang.
Seemannsgarn (aka Schmidt)

wefalck

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Re: Panzerkanonenboot S.M.S. WESPE in 1:160
« Antwort #93 am: 05. September 2018, 20:39:19 »
Moin 'Schmidt',

ja das Projekt nimmt seinen Fortgang, wenn auch nur langsam - zuviele beruflich bedingte Werkstattpausen  :rolleyes:

P.S. wenn du Mitglied des AK wärest, könntest Du da interessanten technik-historischen Diskussionen folgen  :D

Gruß,

wefalck

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Re: Panzerkanonenboot S.M.S. WESPE in 1:160
« Antwort #94 am: 10. Dezember 2018, 22:07:45 »
Vielen Dank, wenn auch etwas spät, für die netten Kommentare  :P

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Es ist schon wieder mehrere Monate her, daß ich hier etwas geschrieben habe. Es ist aber nicht so, daß in der Zwischenzeit nichts passiert wäre.

Nach dem Schornstein habe ich meine Aufmerksamkeit auf die Unterlafette des 30,5 cm-Geschützes gerichtet. Diese ist eine ziemlich komplexe Angelegenheit aus diversen Stahlplatten, die vorallem mit L-Profilen verbunden sind. Seit Wolfgang Bohlayer seinen Plan von SMS WESPE gezeichnet hat ist diese Zeichnung aus der Admiralität im Internet aufgetaucht:


Quelle: www.dreadnoughtproject.org

Zusammen mit der Beschreibung in GALSTER (1885) ist diese die Grundlage für eine Rekonstruktion. Das Problem in der Zeichnung oben ist, daß viele Teile, z.T. mit gerissenen Linien, übereinander gezeichnet sind und dieses Wirrwar in seine dreimensionalen Bestandteile zu sortieren war nicht einfach und manches muß Interpretation bleiben.

Ich hatte gehofft, ohne geätzte Teile auskommen zu können. Versuche mit geprägten Teilen aus Polystyrol-Folie waren nicht sehr erfolgreich. Die Nietungen sind deutlich z.B. an dem Demonstrationsmodell in Kopenhagen und an den russischen Klonen solcher Krupp’schen Lafetten auf der Festung Suomenlinna zu erkennen. Das ließ sich durch Prägen nicht so sauber herstellen, wie durch Ätzen.
Zunächst wurde die Grundstruktur aus Wangen und den Querriegeln mit den verschiedenen Verstärkungen aus L-Trägern entwickelt, daran anschließend das Gehäuse des Schwenkmechanismus. Letzterer wird auf dem Modell kaum zu sehen sein und wird nur soweit nachgebaut werden, als er Träger für die sichtbaren Antriebswellen usw. ist. Der Kasten der Unterlafette wurde sodann um diverse Einzelteile für die hydraulische Rückstoßbremse ergänzt. Weitere Kleinteile, die aus gefalteten Ätzteilen hergestellt werden können sind die Halterungen für die gefederten Puffer, die als Anschläge für die Oberlafette dienen.

Die Lafette läuft auf vier Rollen auf den schon vor langer Zeit auf der Drehbank hergestellten Schienen. Die Laufrollen sind unter der Lafette in vier Lagern angebracht, die praktisch keine rechten Winkel aufweisen und auch noch schräg zur Lafette stehen. Eine Abwicklung der massiven Blechteile wurde aus den verschiedenen Projektionen der Originalzeichnung entwickelt und dann an einem stark vergrößerten Papiermodell überprüft.

Sehr aufwendig ist auch die Vielzahl von Trittrosten mit ihren Konsolen aus L-Trägern. Leider erschließt sich ihre Position und die Form der Träger nicht vollständig aus den verfügbaren Zeichnungen. Das Modell in Kopenhagen und die Originale in Suomenlinna waren nur bedingt eine Hilfe, da deren im Unterlafette im Detail unterschiedlich ausgeführt ist. Ich werde in der Ätzplatine zwei Ausführungen vorsehen. Einmal werde ich versuchen, die Roste durch ein sehr feines Siebgewebe aus Stahl darzustellen, das in einen geätzten Rahmen eingelegt wird. Bei einer Breite von weniger als 2 mm bei einigen Rosten wird das nicht einfach sein, das Gewebe zuzuschneiden, ohne daß es sich verzieht. Falls dies mislingt, werde ich Ätzteile in Reserve haben in deren Oberfläche eine Struktur ähnlich der Drahtroste eingeätzt wird.


Einzelne Elemente (Trittroste) für die Ätzplatine

Auch der Geschoßkran wird als Ätzteil aber in Kombination mit Drehteilen entstehen. Um die nötige Dicke zu erreichen, werden mehrere Lagen von Ätzteilen übereinander gelegt und miteinander verlötet werden. Das gleiche Verfahren wird auch bei verschiedenen anderen komplex geformten Teilen angewendet werden, die durch ihre Kleinheit sonst schwer zu bearbeiten wären.
Es müssen noch weitere Teile die nicht zur Lafette gehören zeichnerisch vorbereitet werden, bevor ich diesmal die Filmherstellung und das Ätzen außer Haus geben werde. Die Platine sollte dann natürlich möglichst gefüllt sein.

Fortsetzung folgt ... hoffentlich bald ...

wefalck

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Re: Panzerkanonenboot S.M.S. WESPE in 1:160
« Antwort #95 am: 18. Mai 2019, 13:39:32 »
Nach Wochen und Monaten der Zeichenarbeiten für die Ätzteile, hatte ich das Bedürfnis, mit meinen Händen einmal etwas anderes zu bearbeiten, als die Computer-Tastatur. Darüberhinaus haben sich inzwischen eine Menge von kleinen Teilen angesammelt, die darauf warten eingebaut zu werden, damit man noch die Übersicht behält. Die war ein Schritt, denn ich immer vor mir hergeschoben habe, da eben die Manipulationen leichter sind, solange alles noch in Teilen ist. Wenn man ein Modell aus dem Nichts aufbaut, kann auch die Reihenfolge des Zusammenbaues entscheidend für den Erfolg sein.
In einem ersten Schritt habe ich also die Decksbeplattung aus einem Stück Hartpapier auf den Rumpf aufgeklebt, die schon lange vorbereitet worden war. Die Bohrungen für die verschiedenen Fittings, wie Lüfter, Poller und Oberlichter, wurden über einem Planausdruck angezeichnet und dann gebohrt. Die Durchsichtigkeit des Hartpapiers ist dabei eine große Hilfe. Nach dem Aufkleben wurde die Beplattung sorgfältig entsprechend der Rumpfkontur beigeschliffen.
Ich habe viel darüber nachgedacht, wie die Rumpfbeplattung am besten herzustellen sei. Die Form ist recht einfach mit vertikalen Seiten bis knapp unterhalb der Wasserlinie. Diese Form wurde wohl gewählt, da dann die Platten des Panzergürtels nur in einer Richtung gebogen werden mußten. Meine ursprüngliche Idee war, die Beplattung aus dünner Messingfolie herzustellen. Das hätte eine fast maßstäbliche Dicke des Schanzkleides zur Folge gehabt. Aber selbst mit einem aufgelöteten Handlauf wäre der Rumpf recht empfindlich gewesen. Eine andere Option wäre 0,13 mm Polystyrol-Folie gewesen, die mir aber zu weich war. Hartpapier von 0,1 mm Stärke wäre näher an der maßstäblichen Dicke, aber zu brüchig. Am Ende habe ich mich aus Stabilitätsgründen für 0,2 mm Hartpapier entschieden.
Die Position der Wasserpforten, der Schanzkleidstützen, Ascheschütten, Toilettenfallrohre, Bullaugen usw. wurden auf einer Abwicklung der Beplattung markiert, die aus den Originalzeichnung hergeleitet wurde. Die Zeichnung wurde dann mit dem Laserdrucker auf eine Overheadfolie (wer kennt die noch ?) gedruckt. Die Folie wurde mit Klebeband auf einem Streifen Hartpapier fixiert und der Toner mit einem heißen Bügeleisen auf das Hartpapier übertragen.


Hartpapierstreifen mit Details des Schanzkleides usw. durch Toner-Transfer aufgedruckt

Die Beplattung wurde mit Cyanoacrylat-Kleber auf den Rumpf aus MDF geklebt. Ich bin eigentlich kein so großer Freund dieser Klebstoffe, doch Hartpapier läßt sich damit gut und dauerhaft kleben.


Rumpf mit Beplattung

Beim Vorbild war das Schanzkleid mit 8 cm x 8 cm Winkeleisen am Rumpf befestigt. Ich habe den vertikalen Schenkel des Winkeleisens durch einen 0.5 mm breiten Streifen von selbstklebender Aluminiumfolie simuliert, in den eine Nietenreihe eingeprägt worden war. Der horizontale Schenkel würde unter dem relativ dicken Decksanstrich aus mit Sand vermischter und bestreuter Teerfarbe verschwinden. 

Fortsetzung folgt ... hoffentlich bald ...

bughunter

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Re: Panzerkanonenboot S.M.S. WESPE in 1:160
« Antwort #96 am: 18. Mai 2019, 22:24:35 »
Schön, daß es weitergeht!

Am Ende habe ich mich aus Stabilitätsgründen für 0,2 mm Hartpapier entschieden.
Wenn ich so an die Eduard-Messingteile in 0,15mm denke - das ist auch schon recht stabil, und wäre dünner als das Papier gewesen. Ist das härter als Messing?

Viele Grüße,
Bughunter

Wikipedia sagt: "Ein Modell ist ein vereinfachtes Abbild der Wirklichkeit."
Deshalb baue ich lieber verkleinerte Originale.

wefalck

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Re: Panzerkanonenboot S.M.S. WESPE in 1:160
« Antwort #97 am: 18. Mai 2019, 22:42:06 »
Hartpapier ist steif und recht spröde. Im Gegensatz zu (Messing-)Blech bekommt es keine Dellen, knickt nicht und läßt sich in gleichmäßige Kurven ('Splines') biegen. Das 0,1 mm dicke Hartpapier splittert recht leicht, wenn man freie Kanten hat, so wie beim Schanzkleid. Mir war das Risiko einer Beschädigung zu groß, bis dann der Handlauf angebracht ist.

Ich arbeite gerne mit Hartpapier oder Pertinax, auch weil es sich gut schleifen läßt. Als Duroplast schmiert es nicht, im Gegemsatz zu Polystyrol.

Vor etwa 25 Jahren habe ich ein geklinkertes Beiboot mit Hartpapierplanken gebaut und mit Cyanoacrylat geklebt. Sieht immer noch so aus, wie am Tag der Fertigstellung. Da das Material ziemlich hart ist, lassen sich Klebstoffreste leicht abschaben oder mit Stahlwolle abschleifen, ohne daß das Material selbst beschädigt wird. Es läßt sich auch sehr gut mit Akrylfarben lackieren, was der Chemie des Materials geschuldet ist.
« Letzte Änderung: 23. Mai 2019, 22:44:23 von wefalck »

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Re: Panzerkanonenboot S.M.S. WESPE in 1:160
« Antwort #98 am: 18. Mai 2019, 22:47:31 »
Yep, klingt plausibel. Und dellenfrei ist schon mal ein echter Vorteil :P
Bin echt gespannt, wie sich die ganzen schönen vorgefertigten Details zu einen Modell zusammenfügen.

Viele Grüße,
Bughunter

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JWintjes

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Re: Panzerkanonenboot S.M.S. WESPE in 1:160
« Antwort #99 am: 19. Mai 2019, 00:33:06 »
Vielen Dank für's Zeigen, es ist wie immer eine Freude, Dir bei der Arbeit zuzuschauen.  :P

Fast ein wenig schade, daß hinterher alles unter Farbe verschwindet - gerade die Verwendung verschiedenster Materialien finde ich faszinierend.

Jorit

wefalck

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Re: Panzerkanonenboot S.M.S. WESPE in 1:160
« Antwort #100 am: 23. Mai 2019, 22:15:06 »
Na ja, die Farbe muß auch verschiedenes zudecken ... trotzdem Danke !

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Ein Kurz-‘update’: die Klüsrohre wurden aus einem Stück Messingrohr mit 2 mm Außendurchmesser und 0,5 mm Wanstärke hergestellt. Zunächst wurde das Rohr entsprechend dem Winkel mit der Bordwand abgeschrägt und darauf ein ovaler Ring aus 0,4 mm Kupferdraht gelötet. Das Teil wurde dann in eine Spannzange auf der Uhrmacherdrehbank genommen und auf 1,7 mm ausgebohrt. Die Klüse wurde dann mit Diamantschleifstiften ausgeformt und mit Silikonsschleifstiften poliert. Nachdem das Klüsrohr eingeklebt war, wurde der überstehende Teil flach mit dem Deck abgeschliffen. Die Blenden auf dem Deck sind schon vor Jahren geätzt worden. Nachdem Verkleben wurden die Klüsrohre und Blenden mit einem Diamantschleifstift angepaßt.


Klüsrohre fertig zum Einbau


Klüsrohre eingebaut, aber es muß noch etwas mehr versäubert werden ...
« Letzte Änderung: 23. Mai 2019, 22:42:04 von wefalck »

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Re: Panzerkanonenboot S.M.S. WESPE in 1:160
« Antwort #101 am: 23. Mai 2019, 22:30:54 »
Leider sehe ich keine Bilder, weil das Zertificat von www.maritima-et-mechanika.org abgelaufen ist.

Viele Grüße,
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Re: Panzerkanonenboot S.M.S. WESPE in 1:160
« Antwort #102 am: 23. Mai 2019, 22:42:22 »
Und jetzt ?

bughunter

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Re: Panzerkanonenboot S.M.S. WESPE in 1:160
« Antwort #103 am: 23. Mai 2019, 22:53:11 »
Ja, ohne https geht es.

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Re: Panzerkanonenboot S.M.S. WESPE in 1:160
« Antwort #104 am: 24. Mai 2019, 18:36:41 »
Ich sehe die Fotos so! In dem Maßstab kannst Du richtig interessante Details bauen!
Im Bau: Fregatte USS Trenton und Korvette SMS Olga (Eigenbauten)