Autor Thema:  The First T-34 von Christian Mulsow, Verlag Tankograd Publishing Jochen Vollert  (Gelesen 1747 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Steffen

  • MB Star
  • ****
  • Beiträge: 1150
Eben. Gute Fachliteratur ist selten. Und wenn man schon einmal welche findet ... . Das "Son of Sherman" Buch habe ich damals auch gleich bei Erscheinen direkt aus den USA geordert. Schweineteuer, aber das war es mir wert und ist es immer noch.
Die Panzer Tracts Bände sind auch nicht geschenkt (besonders wenn man die ganze Reihe kauft), aber das ist nun einmal tiefgreifend recherchierte Literatur, welche nur auf Primärquellen basiert. Da bin ich schon dankbar, wenn sich einige wenige Spezies auf Weltreise begeben und Archive rund um den Globus nach Originaldokumenten durchforsten. Da honoriere ich das gern mit barer Münze, wenn ich dafür Derartiges gut verständlich aufbereitet als Druckwerb offeriert bekomme.

jacobm

  • MB Star
  • ****
  • Beiträge: 1124
  • Westerwald Kreis
    • Military Modelling Info
Ich finde es schon erschreckend wie hier gewertet wird. Offensichtlich ist nur der Preis entscheidend. Ist wohl ein deutscher Effekt der der "Geiz ist Geil" - Mentalität geschuldet ist.

Ich stimme den Ausführungen von Michael zu 100% zu.

1. Englisch: Vielleicht ist es gerade die o.a. Mentalität, die den Verlag dazu bewogen hat das Buch ausschließlich in English herauszubringen. Die englisch-sprachigen Märkte reagieren da nämlich ganz anders und wertschätzen das Ergebnis

2. "Nur" Reihe 1940: Dafür hat sich der Autor mit seinem Wissen nun mal entschieden. Dafür aber mit einer ausgesprochen guten und tiefen Recherche des Autors und der gewohnt guten Qualität der sich der Verlag verschrieben hat.

3. Der Preis: Das sollte jeder für sich entscheiden ob er gewillt ist den zu bezahlen. Ob hoch oder tief ist sicherlich eine Wahrnehmung die unterschiedlich ausfällt. Entscheidend sollte hier die Qualität und der Inhalt sein. Ich möchte nicht daran erinnern, was der eine oder andere für Zubehör, Werkzeuge oder Modelle ausgibt...

Aber letztlich ist es jedem selbst überlassen wie er das Buch findet und ob er es sich leisten möchte. Ich bin jedenfalls der Auffassung das gute Fachliteratur auch mal etwas mehr kosten kann. Dies waren meine 2 cents zu dem Thema.

Marcus :V:
..habt Geduld. Ich lerne "immer" noch. ;-)


Chickasaw

  • MB Star
  • ****
  • Beiträge: 922
  • Marcus
Ich finde es schon erschreckend wie hier gewertet wird. Offensichtlich ist nur der Preis entscheidend. Ist wohl ein deutscher Effekt der der "Geiz ist Geil" - Mentalität geschuldet ist.

Aus meiner Sichtweise, hat das nix mit der o.g. Mentalität zu tun. Aber das ist ja neuerdings auch so ein "passt überall Argument", was dann gerne mal in den Raum geworfen wird.

Fakt ist; 59 € sind viel Geld. Und wenn ich mal Hans seine Frage dazu beantworte; T-34 mit viel Bling-Bling: 25,- € (1/72  :pffft: ).

Ich habe auch viel Literatur von Tankograd (die Preise für die Bücher kennen wir alle), aber da stimmt für mich persönlich auch der Informationsgehalt.
Bei dem Buch hier für mich persönlich halt nicht; ich habe nicht vor einen T-34 mod. 1940 1:1 nachzubauen.  :winken:
Bis die Tage

Steffen

  • MB Star
  • ****
  • Beiträge: 1150
Das ist dann die andere Seite der Münze ... Geld muss selbst erst einmal verdient werden. Und nicht jeder von uns erhält monatlich 2.500€ netto auf sein Konto. Da überlegt man zwei Mal, wofür man es ausgibt. Allerdings erscheint solch ein Buch nicht allzu häufig. Und Angehörige stehen oft zu Geburtstagen oder zu Weihnachten vor der Frage ; "was schenken". Das wäre dann ein Argument um zusammen zu legen und etwas zu schenken, worüber man sich wirklich freut. Immerhin besser als Socken oder Duftwässerchen.  :D

Ist halt Alles eine Frage des Blickwinkels. Wer gut verdient, der gibt 59€ so nebenbei aus. Wer hingegen mit wenig Geld auskommen muss ... . Das hat nichts mit "Geiz-ist-geil" zu tun.

jacobm

  • MB Star
  • ****
  • Beiträge: 1124
  • Westerwald Kreis
    • Military Modelling Info
Aus meiner Sichtweise, hat das nix mit der o.g. Mentalität zu tun. Aber das ist ja neuerdings auch so ein "passt überall Argument", was dann gerne mal in den Raum geworfen wird.

Leider sieht meine Wahrnehmung hier etwas anders aus. Ich habe leider schon den Eindruck das nur noch "billig" entscheidet. Aber wie du oder auch ich schon geschrieben haben, letztlich muss das jeder für sich selbst entscheiden und festlegen.  :1:

Ist halt Alles eine Frage des Blickwinkels. Wer gut verdient, der gibt 59€ so nebenbei aus. Wer hingegen mit wenig Geld auskommen muss ... . Das hat nichts mit "Geiz-ist-geil" zu tun.

Das hatte ich versucht auszudrücken. Was für den einen innerhalb seiner Verhältnisse liegt ist für den anderen vielleicht nicht erreichbar.
Ich habe nur verurteilt das hier das Buch abgewertet wird, da es als  "teuer" wahrgenommen wird. Leider gibt es nicht alles für "billig". Manches hat halt eben seinen Preis.... ;)

Gruß
Marcus :V:
..habt Geduld. Ich lerne "immer" noch. ;-)


Hans

  • Figurenbau Moderator
  • Globaler Moderator
  • Lebende MB Legende
  • *****
  • Beiträge: 18632
Wenn ich hier pro-Buch argumentiere, sind selbstverständlich Menschen ausgenommen, für die 60 Euro einen Haufen Geld darstellen. Jeder hat da seine Grenze. Die hab ich auch, aber halt anders. Was mich mehr wundert, ist oft das Argument, dass das Buch entweder zu speziell sei oder nicht genau auf das Interessensgebiet passt, man aber trotzdem die Modelle baut. Man kann es bekanntlich ja auch übertreiben mit der Recherche.

Ich erinnere mich halt noch an Zeiten des Modellmagazins, später Kit (erschien ja in Nürnberg und mir der Redaktion hatte ich Dauerkontakt) und auch ModellFan (das ich nicht kaufe, nur wenn Wolf was drin hat): Die Leute wollen keine Vorbildgeschichte, keine Fotos, nur das Modell. Mit Hinweisen wie 100% genau dieser oder jener Effekt zu machen sein. Modellbauer haben nur eingeschränkt tatsächlich Interesse am Vorbild.

Und andererseits bekomme ich Duskussionen über einen Millimeter da und dort, ob die Werkzeuge mit getarnt wurden oder nicht , oder welcher Bausatz der "beste" sei. Da befüchte ich halt manchmal, manche bevorzugen aufgewärmte Fertigsuppen und scheuen eigene Recherche oder tatsächlich, auch ein Buch zu lesen.  Englisch? Naja, meine Englischkenntnisse reichen völlig, Fachliteratur auf verschiedensten Themenbereichen zu lesen. So auch mein Französisch. Selbst italienische Bildunterschriften bekomme ich so la la hin. Woher? Na aus Fachliteratur. Sonst nix. Mein Schulenglisch reicht vielleicht für ein paar Szenen BBC-Englisch-Nachrichten.

Den Anti-Buch-Effekt kenne ich aus allen "Szenen". Bei Figurenmaler gilt Recherche als nachgerade obszön. Der Markt ist voller Figuren, die eher der Fantasie entsprechen, als der Historie. Bei der Living-History-Szene nicht anders. Da gibts dann wenigstens ordentlich Streit zwischen der nicht-lesenden "Spassfraktion" und den lesenden verfluchten "A-Päpsten". Der Anti-Buch-Reflex ist dort extrem weit verbreitet, gleichzeitig hat diese Fraktion die Erwartungshaltung, dass es Literatur zum Thema "einfacher Handwerker aus dem letzten Viertel des zweiten Jahrzehnts des 1. Jahrhunderts aus Kleinscheissheringsdorf".

Einer der sich eines abgrenzbaren Themas annimmt und dann eine Monografie darüber schreibt, ist fast immer der Loser. Recherchiert er gründlich, hat Belege, zeigt diese und ggf sogar jede Menge unveröffentliches Material kommt selbst in Kleinstauflage (digitaldruck auf einigermassen gutem Papier) nicht unter 35 bis 40 Kosten weg. Ohne Bildhonorare. Also rechnet mal fertig.

Gleichwohl: Modellbau ist ja ein Fach, in dem promoviert wird. Es soll natürlich Spass machen. Mir gefallen ja auch Projekte, die nicht überrecherchiert sind, auch mal ne falsche Gravur gut sein lassen und bei der Ausführung auch mal robust, aber zielführend vorgehen. Es bleibt schwierig.
Poly(1-phenylethan-1,2-diyl) makes it all