Autor Thema: Schiffe Fregatte HMS Chatham (Orange Hobby, 1/700)  (Gelesen 1240 mal)

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Darklighter

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Schiffe Re: Fregatte HMS Chatham (Orange Hobby, 1/700)
« Antwort #15 am: 02. Juni 2019, 16:07:52 »
Laut Wikipedia "Halbschalenbauweise". Aber ich bin mir nicht sicher, ob man von außen auf die interne Konstruktionsweise schließen kann. Werde mal einen Ingenieur fragen, der sich mit sowas hoffentlich ein bisschen auskennt.

Manche Koreaner bilden den Effekt in 1/350 per Airbrush nach, aber 1/700 habe ich das noch nicht gesehen.
Gruß
Markus

maxim

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Re: Fregatte HMS Chatham (Orange Hobby, 1/700)
« Antwort #16 am: 02. Juni 2019, 16:31:37 »
Aber das ist die Bauweise, nicht der Effekt, der die Dellen verursacht.

Rui Matos hat das mal im Maßstab 1/700 versucht:


http://www.modellmarine.de/index.php?option=com_content&view=article&id=3737:amerikanische-fregatte-independence-1700-dragon-von-rui-matos&catid=312:rmatos
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Puchi

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Re: Fregatte HMS Chatham (Orange Hobby, 1/700)
« Antwort #17 am: 02. Juni 2019, 17:00:55 »
Wieder ein sehr schönes und für die Größe überaus fein detailliertes Modell, Lars! :klatsch: :klatsch: :klatsch:

Die Kugelschreiberfotos am Ende lassen mich immer wieder staunen. :D


Liebe Grüße,

Karl
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maxim

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Re: Fregatte HMS Chatham (Orange Hobby, 1/700)
« Antwort #18 am: 02. Juni 2019, 17:02:25 »
Vielen Dank Karl!
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Darklighter

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Re: Fregatte HMS Chatham (Orange Hobby, 1/700)
« Antwort #19 am: 02. Juni 2019, 19:34:28 »
Aber das ist die Bauweise, nicht der Effekt, der die Dellen verursacht.
"Stressed skin" bezeichnet auch ein Bauweise, deswegen schrieb Hans denk ich auch "(eigentlich nicht wirklich zutreffend)". Die Dellen werden dann von den Fliegerbauern wohl gern als "Stressed Skin Effect" bezeichnet. In einem Forum meinte dann noch jemand, eigentlich handele es sich dabei um den "Oil Canning"-Effekt. Weiß aber nicht, ob das stimmt, denn bei den Schiffen sind die Dellen ja fast immer konkav, während sich beim Oil Canning Wellen bilden.

EDIT: Könnte aber hinkommen, wenn man sich den Schornstein hier anguckt: http://www.shipmodels.info/mws_forum/viewtopic.php?f=59&t=166129&start=140#p731376 Könnte also der Oil Canning-Effekt aufgrund der Stressed Skin-Bauweise sein. Jetzt nur noch auf Deutsch. Habe mal einen Ingenieur angeschrieben.
« Letzte Änderung: 02. Juni 2019, 20:03:57 von Darklighter »
Gruß
Markus

Nelson1805

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Re: Fregatte HMS Chatham (Orange Hobby, 1/700)
« Antwort #20 am: 02. Juni 2019, 20:46:18 »
Gerade bei neuen Schiffen kann der Effekt auch durch die Schweißeigenspannungen entstehen. Dadurch dass die Platten bei Marineschiffen meist sehr dünn sind (im Vergleich mit zivilen Schiffen) neigen diese dann auch eher zum Beulen. Das Muster was sich dadurch abzeichnet, folgt dann der Längs- und Querversteifung.

Vor allem im Vorschifffsbereich, aber auch den gesamten Rumpf entlang wird dieser dann nochmal durch Seelasten verstärkt.

Ich hab irgendwie im Hinterkopf, dass es im englischen auch irgendwas mit "worn out horse"-Look genannt wird.

EDIT: Selbst bei Schiffen die noch nicht mal in Dienst gestellt sind, kann man es sehen (Bild 8 von 41,  rechts am Bildrand erkennt man es ganz gut)  :pffft: :D F125 in Hamburg

Was die Darstellung im Modell angeht, wird das glaube ich einfach schwierig von den Maßen. Wenn man so Spantabstände von 600-800mm hat, müssten die Beulen um 1-2mm groß sein.
« Letzte Änderung: 02. Juni 2019, 21:00:34 von Nelson1805 »
"As a ship is undoubtedly the noblest and one of the most useful machines that ever was invented, every attempt to improve it becomes matter of importance, and merits the consideration of mankind." Thomas Gordon, Principles of Naval Architecture (1784)

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Re: Fregatte HMS Chatham (Orange Hobby, 1/700)
« Antwort #21 am: 02. Juni 2019, 22:06:11 »
Treten bei derartig "durch-gestylten" Schiffen wie den modernen Kriegsschiffen, die nach Stealth-Gesichtspunkten designt werden, durch diese Effekte nicht irgendwelche "Nebeneffekte" auf, die sich nachteilig auf die Radarsignatur auswirken?


HAJO
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Aufgrund der Photobucket-Problematik sind zahlreiche Bilder von mir nicht sichtbar. Bei signalisiertem Interesse stelle ich die fehlenden Bilder gerne über einen anderen Host wieder online.

Nelson1805

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Re: Fregatte HMS Chatham (Orange Hobby, 1/700)
« Antwort #22 am: 03. Juni 2019, 16:33:41 »
Das ist ne gute Frage. Ich muss zugeben, mit allem was mit Elektrotechnik zu tun hat, bin ich überfragt  :pffft: Ich könnt mir vorstellen, dass der Effekt nur geringfügig beeinflusst wird, weil die Radarwelle durch die schrägen Außenwände trotzdem abgelenkt wird und den Sender nicht mehr erreichen kann. Vllt löschen sich die Radarwellen die an der Beule reflektiert werden auch aus?
Falls es einen Experten für Radartechnik gibt, ich wäre auch brennend daran interessiert, ob das einen Einfluss hat.

Zum Begriff: "Hungry Horse Look" ist wohl eine weitere der vielen Slang-Bezeichnungen.
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maxim

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Re: Fregatte HMS Chatham (Orange Hobby, 1/700)
« Antwort #23 am: 03. Juni 2019, 18:59:13 »
Ich vermute aber, dass es irgendwie doch einen deutschen Begriff dafür geben muss - das ist ja nicht etwas, was erst in den letzten Jahrzehnten aufgetaucht ist.

Das mit dem Effekt auf den Radar wäre interessant - wobei ich insgesamt quantitative Daten für den Effekt der auf reduzierte Radarsignatur optimierte Bauweise (Stealth) interessant fände. Und wie Abhängig das von der Wellenlänge des Radars ist. Bei Flugzeugen soll es stark davon abhängig sein.
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chriock

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Re: Fregatte HMS Chatham (Orange Hobby, 1/700)
« Antwort #24 am: 03. Juni 2019, 22:46:27 »
Den Begriff liest man im Englischen auch bei Schiffen (wenn ich mich richtig erinnere). Gibt es einen deutschen Begriff dafür?

In einer Vorlesung, die ich vor einigen Jahren gehört habe, wurde es im Flugzeugbereich als "beulen von Hautfeldern" bezeichnet. Habe mich dann aber nicht weiter auf die Bereiche Materialien oder Strukturmechanik vertieft. Daher kann ich nicht allzu viel mehr Details dazu nennen. Das wäre aber zumindest einmal ein deutscher Begriff.

Deine winzigen Schiffsmodelle sind übrigens immer wieder beeindruckend. :P

Gruß
Christian

Darklighter

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Re: Fregatte HMS Chatham (Orange Hobby, 1/700)
« Antwort #25 am: 13. Juni 2019, 21:36:51 »
Gerade bei neuen Schiffen kann der Effekt auch durch die Schweißeigenspannungen entstehen. Dadurch dass die Platten bei Marineschiffen meist sehr dünn sind (im Vergleich mit zivilen Schiffen) neigen diese dann auch eher zum Beulen.
So hat es mir der Ingenieur, den ich gefragt habe, auch erklärt, wobei er noch meinte, dass es bei relativ dicken Platte auch passieren könnte, wenn die nicht ausreichend vorgewärmt würden. Ein Spezialbegriff dafür ist ihm aber auch nicht bekannt.
« Letzte Änderung: 13. Juni 2019, 21:38:32 von Darklighter »
Gruß
Markus