Autor Thema:  Fragen zur Verspannung WK1-Flieger in 1/32  (Gelesen 2495 mal)

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f1-bauer

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Re: Fragen zur Verspannung WK1-Flieger in 1/32
« Antwort #15 am: 06. Mai 2019, 17:46:58 »
Hier https://www.flickr.com/photos/landoni/sets/72157604984202028/ hat sich einer richtig Mühe gegeben und das Thema Spannschlösser aufbereitet, mit Maßen und verschiedenen Darstellungsmöglichkeiten - Vorsicht: Hardcore-Rigging  :D. Das war allerdings 2000 - da gab es Gaspatch noch nicht  :woist:. Ich denke, heute würde er Gaspatch nehmen. Die Produkte von Gaspatch sind ist aus meiner Sicht heutzutage erste Wahl in 1:48 und 1:32.

Der gibt für die Stärken der britischen Steuerseile 1/8 Zoll an, das sind Original ein wenig mehr als 3 mm und in 1:48 ca. 0,06 mm. Für die Spannseile nennt er 3/16 Zoll, das sind Original knapp 5 mm und in 1:48 ca. 0,09 mm. Die Fotos der verschiedenen Spannschlösser und Verankerungen sind interessant. Ich denke, die Seile an den deutschen Maschinen waren auch nicht dicker.

Ich persönlich nehme für die Verspannung unsichtbares Nähgarn, also Nylonfaden. 0,1 mm Litzendraht (Abschirmung Antennenkabel) habe ich in 1/72 ein Mal probiert - nie wieder. Nylonfaden hat den Vorteil, dass er mit einem erhitzten Schraubendreher ggf. nachgespannt werden kann und sowohl mit Edding als auch Acryl- als auch Enamel-Farben eingefärbt werden kann. EZ-Line habe ich noch nicht probiert. Unser bughunter verwendet das Material ausschliesslich, bisher sieht noch alles gut aus an seinen Modellen.

B.t.w. hier ist noch ein Baubericht der WNW Albatros B.II aus dem Britmodeller Forum https://www.britmodeller.com/forums/index.php?/topic/234994052-albatros-bii-early-132-by-wingnut-wings/. Keine Probleme mit der Montage und Stabilität der oberen Tragflächen und dazu einige Fotos mit den eingebauten 1/32 Gaspatch Spannschlössern. Die Größe sieht für mich ok aus.

Gruß und gutes Gelingen
Jürgen  :winken:

PS: mein Vater sagte immer "erst besinns und dann beginns", aber manchmal macht zu viel hirnen nur wirr und "probieren geht über studieren" klappt besser  :D
Edit hat den Maßen für Steuer- und Spannseile eine Null gekauft.
« Letzte Änderung: 07. Mai 2019, 09:23:12 von f1-bauer »

F-16

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Re: Fragen zur Verspannung WK1-Flieger in 1/32
« Antwort #16 am: 06. Mai 2019, 22:19:00 »
Beim probieren würde man schnell feststellen, daß ein 0,6er Draht an einem 48er Modell doch recht fett aussieht. Die erneute hirnseitige Kontrolle ergibt recht schnell, daß ein 3mm Draht (Original) im Modell dann doch eher 0,06mm und nicht 0,6 stark ist. Hier noch die zweite Null für die Abspannseile: 0

 ;)

obsidian

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Re: Fragen zur Verspannung WK1-Flieger in 1/32
« Antwort #17 am: 06. Mai 2019, 22:59:28 »
Herzlichen Dank allen Kollegen für die profunden Einlassungen !

Okay, nach Deinem wunderbaren Vortrag in Sachen Chemie, lieber Hans, werde ich denn also wohl Nylon verwenden und der Hinweis auf die Seite, lieber Jürgen, wo sich ein augenscheinlicher Fachmann bildgewaltig zum Thema "Verspannung" ausläßt, ist goldwert. Den ebenfalls von Dir verlinkten Baubericht kenne ich - den gibt´s auch auf Deutsch - und dort sagt der Erbauer nichts über Instabilitäten, das ist wahr. Anders aber Modellbauer "Borsos" hier : https://forum.ww1aircraftmodels.com/index.php?topic=7693.90
Dann gab es noch einen Anderen im Netz, der die instabilen Streben sehr bemängelt hat und dann den Autor des Buches "Stringbag", welches ich schon verlinkte. Also die Streben werde ich auf alle Fälle durch Holz ersetzen. Und um die Gaspatch-Buckles komme ich natürlich nicht herum, wobei es mir sehr stark danach aussieht, als ob jener Kollege, den Du Jürgen verlinktest, die 1/48er - Version benutzt hat . . .

Nochmals herzlichen Dank an Alle und ein "Gut´s Nächtle" von Andreas

Hans

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Re: Fragen zur Verspannung WK1-Flieger in 1/32
« Antwort #18 am: 06. Mai 2019, 23:03:46 »
Das war kein Vortrag in Chemie, sondern zum googeln. 😎
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f1-bauer

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Re: Fragen zur Verspannung WK1-Flieger in 1/32
« Antwort #19 am: 07. Mai 2019, 13:04:02 »
@F-16: Danke für den Hinweis. Da muss es auf dem Weg von der optischen Schnittstelle über den Großrechner zur mechanischen Schnittstelle auf die Tastatur zu Datenverlust gekommen sein  :pffft:. Ist korrigiert.

@Obsidian: ich habe mir gestern meine 1/48er Gaspatch Spannschlösser geschnappt und vermessen und die Werte mit den Zahlen auf obiger Seite verglichen.
Gesamtlänge Original: 7 Zoll, Länge in 1/48: ca. 3,70 mm, Meßwert Gaspatch: 3,76 mm
Durchmesser dickste Stelle Original: 1/2 Zoll, Durchmasser in 1/48: 0,26 mm; Meßwert Gaspatch: 0,3 mm
Innendurchmesser Auge Original: 5/16 Zoll, Durchmesser in 1/48: 0,16 mm, Meßwert Gaspatch: ein 0,3 mm Bohrer passt schmatzend durch, der hat tatsächlich 0,28 mm Durchmesser und das ist rein einfädeltechnisch gut so  :1:

Für 1/32 wären das
Gesamtlänge Original: 7 Zoll, Länge in 1/32: 5,56 mm
Durchmesser dickste Stelle Original: 1/2 Zoll, Durchmasser in 1/32: 0,39 mm
Innendurchmesser Auge Original: 5/16 Zoll, Durchmesser in 1/32: 0,25 mm
Gaspatch Meßwerte in 1/32 kann ich nicht liefern, weil ich die Teile nicht besitze. 

Ich denke mal, rein vom Augenmaß, der Kollege beim Britmodeller hat nicht die 1/48er Spannschlösser verwendet sondern die 1/32er. Die 2 mm Unterschied in der Länge zwischen 1/48 und 1/32 würden im Vergleich zu den Tragflächenstützen auffallen. Gaspatch mach dahingehend einen hervorragenden Job. Den Erwerb der 1/48er Spannschlösser kannst du dir m.E. sparen.

Was die leichte Rauhigkeit der Gespatch-Teile anbelangt: du wirst dich darüber freuen, weil sie griffiger sind. Das Teppichmonster bekommt weniger Futter, weil die Dinger nicht so häufig aus der Pinzette schnipsen wie glatte Teile.

Mein unsichtbares Nähgarn hat eine Stärke von 0,09 mm. Das wäre maßstäblich für 1/48. Das ist aber schon in 1/72 tatsächlich kaum wahrnehmbar, in 1/48 eher grenzwertig. Ein wenig dicker darfs in 1/32 m.E. sein.

Was die Streben anbelangt: Borsos bemängelt auch nicht die Stabilität und vor allem: er redet nicht von den horizontalen Stangen zur Befestigung der Tragflächen sondern von den "Struts", also den vertikalen Stützen/Streben zwischen den Tragflächen. Er würde beim nächsten Modell die Plastikstangen durch Messingrohr ersetzen, weil es am Original auch Metallrohre waren. Genauso, wie er Holzstreben durch Holz ersetzt. Das hat m.E. eher was mit der Optik zu tun als mit der Stabilität. Ich glaube nicht, dass WNW da bei seinen Produkten einen Lapsus in der Statik akzeptieren/produzieren würde.

Im übrigen meine ich, fang einfach an zu bauen und verderbe dir nicht durch zu viel problemwälzen vorab den Spaß. Eröffne einen Baubericht, die Schwarmintelligenz hier im Board hat bisher immer eine Lösung gefunden. Erwarte nicht schon beim ersten Versuch im WWI-Drahtverhau-Bereich das perfekte Modell (auch wenn es ein WNW-Kit ist), da wirst Du enttäuscht werden. Ist wie beim musizieren, wenn Du ein Stück zum ersten Mal spielst.

Gruß
Jürgen  :winken:   

Wolf

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Re: Fragen zur Verspannung WK1-Flieger in 1/32
« Antwort #20 am: 07. Mai 2019, 15:42:01 »
Es gibt auch dickeres unsichtbares Nähgarn. Ansonsten Angelsehne.
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obsidian

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Re: Fragen zur Verspannung WK1-Flieger in 1/32
« Antwort #21 am: 07. Mai 2019, 23:04:36 »
Hallo Jürgen !

Mensch, da hast Du Dir ja meinetwegen eine enorme Mühe gemacht - vielen, vielen Dank dafür !!!!

Dann scheint die 1/32er Fassung der Gaspatch-Schlösser vielleicht doch die wirklich richtige zu sein.

Meine Sorge um die Haltbarkeit bestimmter Werkstoffe hat einen Grund, der weit in der Vergangenheit liegt. Damals in der DDR, aus welcher ich entstamme, gab es zwar ein paar wenige Bausätze von KP (CSSR) und Plastikart (DDR), jedoch keine Modellbaufarben. Damals mußte man dann auf den berühmt-berüchtigten "Rhön-Reparaturlack" ausweichen, welcher ein Nitro-Lack in seiner schärfsten, stinkendsten und ätzendsten Ausführung war. Und wenn dann die Oma unter Lebensgefahr mal einen Stuka- oder einen Spitfire-Bausatz von Revell aus dem Westen mitbrachte und dieser dann von mir (zwangsläufig) mit jenen Farben bemalt wurde - dann konnte es leicht passieren, daß sich das Bausatz-Plastik unter dem Nitro entweder gleich aufzulösen begann oder aber sich spätestens nach einem Jahr große Placken Farbe vom Modell lösten. Habe immer noch den erschütternden Anblick einer Sopwith "Camel" von Revell vor Augen, wo eines Tages mehrere große abgeplatzte Farbstücke unter den Tragflächen lagen. Da wehten bei mir dann die Trauerfahnen auf Halbmast, denn so ein Modell war dann in der Regel nicht mehr zu ersetzen, denn zu unsicher war es, ob und wann die Oma wieder in den Westen fuhr, wie freigiebig die Verwandten dort wieder waren und ob die "Genossen" an der Grenze wieder so "schlampig" die Koffer kontrollieren würden wie beim letzten Mal, wo die Oma mit den Bausätzen heil durchkam . . .

Will sagen, daß es schon sehr schade wäre, würde ich - durch eine fehlerhafte Vorbereitung und die Auswahl falscher Drittmittel - so ein (nicht gerade billiges) WNW-Modell "versauen", an welchem dann nach einer gewissen Zeit die Spanndrähte reißen oder die Streben abknicken. Abgesehen von den ´zig Arbeitsstunden, die man dort hineininvestiert hat.

So eine billige Airfix- oder Revell-Schlurre kann man dann im Zweifel immer mal wieder schnell nachkaufen und zusammenkloppen - aber WNW macht ja die "schöne" Politik, daß, wenn Bausätze abverkauft sind, sie auch nicht mehr nachzuproduzieren - von einigen wenigen Modellen einmal abgesehen, die dann in einer enorm abgespeckten Fassung zum deutlich erhöhten Preis wiederkommen.

Aber durch Eure Einlassungen, Tips und Hinweise bin ich nun wieder ein gutes Stück bei meinen Vorbereitungen vorangekommen, muß sowieso erst noch schnell einen russischen T-26 zusammenschweissen, bevor es an die WNW´s geht.

Also nochmal ganz herzlichen Dir und auch den netten anderen Kollegen !

Beste Grüße, Andreas  :winken:
« Letzte Änderung: 08. Mai 2019, 11:24:25 von obsidian »

Hans

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Re: Fragen zur Verspannung WK1-Flieger in 1/32
« Antwort #22 am: 08. Mai 2019, 00:17:03 »
Zitat
die dann in einer enorm abgespeckten Fassung zum deutlich erhöhten Preis wiederkommen.

Nee, machen die nicht. Wo hast du dann das wieder her?
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Sparky

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Re: Fragen zur Verspannung WK1-Flieger in 1/32
« Antwort #23 am: 08. Mai 2019, 04:47:48 »
Wenn weg, dann weg. Mit ganz viel Glück kommts dann wieder als ein Teil eines Duell-Doppel-Packs - kostet dann aber auch entsprechend. Dafür hat man dann auch 2 Flieger... Siehe z.B. die Hansa-Brandenburg W29, aber abgespeckt ist da nix.

 :winken:
Sparky


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obsidian

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Re: Fragen zur Verspannung WK1-Flieger in 1/32
« Antwort #24 am: 08. Mai 2019, 11:05:13 »
Mit abgespeckt meinte ich natürlich nicht die Teile, sondern die baubaren Varianten - will heißen, es gibt dann nur eine Decal-Version. Und wo ich das her habe ? Von der WNW-Seite und als Bausatz höchstselbst :http://www.wingnutwings.com/ww/product?productid=3183

Und dann kostet das Ganze viel mehr als früher, als in der damaligen Mehrfach-Versionen-Fassung !

Beispiele hier :

http://www.wingnutwings.com/ww/product?productid=3184
http://www.wingnutwings.com/ww/product?productid=3185
http://www.wingnutwings.com/ww/product?productid=3186

Wer sich also mit dem Gedanken des Erwerbs eines ganz bestimmten Modells trägt, lieber gleich zugreifen - als leer auszugehen oder Mondpreise in ebay zahlen. Im Übrigen machen die Jungs aus Neuseeland selbst in ihren FAQ darauf aufmerksam !
Zitat : "Currently we do not have plans to simply re-issue sold out models such as 32002 LVG C.VI, 32005 Gotha G.IV, 32008 Sopwith Triplane, 32009 Albatros D.V or 32011 Fokker D.VII (Fok) etc. But at some time in the future we will release Special Edition versions of them. The Special Editions will include additional decal schemes, resin figures and 100s of photo-etch detail parts. We do not have a release schedule set for the Special Editions at this time. Additionally 32067 Fokker D.VII (Fok) "Early" was released in May 2017 which is essentially 32011 Fokker D.VII (Fok) from 2012 with new box art, decals and instructions. We do not rule out the possibility of some other sold out models making a similar reappearance in the future. Note: Some sold out models remain available at distributors and retailers long after we have sold out."

Gruß, Andreas


Wolf

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Re: Fragen zur Verspannung WK1-Flieger in 1/32
« Antwort #25 am: 08. Mai 2019, 12:04:30 »
Dass es dann mehr kostet mag wohl auch daran liegen, dass die Bausätze in diesen Special Editions aufgewertet wurden. Z. B. mit einer Figur oder künftig wohl auch PE Teilen.
Ich halte so etwas für legitim und das ist nicht nur die Politik von WNW.
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Hans

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Re: Fragen zur Verspannung WK1-Flieger in 1/32
« Antwort #26 am: 08. Mai 2019, 12:40:24 »
Der Wert einer solchen Figur liegt bei ca 25 bis 30 Euro. Wenn du sie nicht brauchst, verkauf sie hier oder auf ebay.
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