Modellboard

Tipps und Tricks* => Fotografieren, Inszenierung, Bildbearbeitung => Thema gestartet von: MichaR am 07. April 2008, 16:00:31

Titel: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: MichaR am 07. April 2008, 16:00:31
Hallo zusammen,

da in letzter Zeit viel über Bildqualität und benötigtes Zubehör diskutiert wird, möchte ich mal ein Experiment wagen. Die meisten Erfahrungen die ich hier einbringen möchte beruhen auf meine Anfangszeiten als Hobbyfotograf. Wo das Geld für so etwas wie Hintergrundständer einfach nicht da war, geschweige für einen 400Ws-Blitz.

Ich will keine Anleitung geben im Stil Schritt1, Schritt2,…oder mach das genau so.
Auch Kaufberatung will ich hier weniger eingehen. Natürlich werden Fotos mit einem Einsteigerblitzset für 2000€ und 1500€ SLR etwas besser. Wenn man weiß wie man damit umgeht. ;)

Ich möchte hier viel mehr zeigen, wie sich das Ergebnis ändert, wenn man nur kleine Dinge beachtet, anders macht oder doch mal etwas Geld sinnvoll investiert. Anhand von bewusst "falsch" aufgenommenen Bildern sollen sich Unterschiede zeigen.

Das MINI-MINI-FOTOSTUDIO:


Heute möchte ich ein Bild eines Fertigmodells machen, welches ich extra gewählt habe, damit Fragen oder Anregungen nicht das Modell betreffen. Auf Bildbearbeitung oder Schleppen von Technik hab ich heute keine Lust. Manuelle Einstellungen? Nee nee, lassen wir mal die Automatik machen.

Der Himmel ist bedeckt, also perfektes Licht um die Sonne als Beleuchtung zu nutzen. Draußen ist es mir aber zu kalt, um dort Bilder zu machen. Da mach ich mich doch lieber am Esstisch breit. Das Fenster ist an der gegenüberliegenden Wand, dadurch hab ich kein direktes Licht was übertriebene Schatten werfen kann.

So, mein aufwendiger Aufbau.  :D Den Hintergrund bildet ein Fotokarton, den man in jeder Schreibwarenabteilung für 2-3€ erhält.
(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/aufbau.jpg)

Modell drauf. Und los geht’s. Blitz brauch ich nicht, ich will ja das natürliche Licht nutzen.
Ich versuch die Kamera während der Aufnahme still zuhalten.
(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/fenster.jpg)

Mmhhh, gar nicht mal schlecht. Aber ganz schön unscharf. Noch ruhiger halten, krieg ich so nicht hin. Stativ hab ich gerade im Keller, und ich wollte doch nicht schleppen.

Also doch blitzen. Blitz ausgeklappt und knips.
(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/blitz_in.jpg)

Auwei, da sah die Wackelaufnahme doch besser aus. Da geht’s anscheinend doch nur mit „Profigeräten“. Dann greifen wir doch mal in die Technikabteilung, um den Aufsteckblitz rauszuholen. Hat mich bei ebay schließlich 80 Taler gekostet. Den brauch ich immer für Familienfeiern, damit keine roten Augen entstehen.
(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/blitzer.jpg)

Drauf damit und knips.
(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/direkt.jpg)

Und besser? Ich glaub nicht.  ?(
Jetzt ist guter Rat teuer. Im Fotozubehör gibt es Aufsteckdiffuser für Blitzgeräte, die versprechen das Licht weicher zu machen. Kosten 30-70 €.
(http://www.alles-foto.de/bilder/522033.jpg)Quelle: Brenner Foto Versand

Mmhhh, extra für 1 Bild soetwas bestellen. Brauch nicht nachdenken gibt’s für mein Blitzgerät eh nicht. Als Modellbauer kann man doch auch was basteln. Ich hab aber keine Zeit.
Taschentuch und Gummi klingt doch auch interessant.
(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/zubehoer.jpg)

Das Tempo als großen Sack geformt und festgeschnürt sieht das so aus.
(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/blitzer_tuch.jpg)

Und bitte lächeln.
(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/tuch.jpg)

Etwas dunkler, aber nicht mehr so hart. Könnte es am PC noch aufhellen. Das mach ich aber nicht a) sieht es doch interessant aus b) würde es gegen die Spielregel meines Beitrages verstoßen.

Wenn das so gut am Aufsteckblitz funktioniert. Was ist dann mit dem internen Blitz. Das befestigen ist zwar umständlicher, aber es geht.
(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/blitz_in_tuch.jpg)

Ähnliches Resultat. Aber entspricht leider nicht der Vorstellung die ich anfangs anstrebte.
Das schön weiche Sonnenlicht sollte das Ziel sein. Dieses verdankt unter anderen Reflexionen seine Weichheit  z.B. Wände. Meinen Aufsteckblitz kann ich schwenken. Den Blitz mal in Richtung Zimmerdecke und abwarten was passiert.
(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/decke.jpg)



Edit:09.04.
Wollte diesen Beitrag noch etwas ergänzen.

Nicht jeder hat das Glück eine Kamera zu besitzen zu dem ein passender Blitz angeboten wird. Daher hab ich noch mal im Keller gekramt und alte Erinnerungsstücke gefunden. Unter anderem einen Blitz mit Slave-Funktion, was für so ziemlich alle Digitalkameras geeignet ist. Einzigste Voraussetzung: Kamera muss einen eingebauten Blitz haben.

(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/slave.jpg)
(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/olympus.jpg)

Dieser Blitz löst aus wenn der kamerainterne Blitz auslöst. Vorsicht: Gefahr Doppelschatten.
Mal ein Testbild.
(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/vorn.jpg)

Sieht auch nicht anders aus als mit eingebauten Blitz. Schwenkbar ist der auch nicht, um indirekt über die Decke zu Blitzen. Was soll das also!? Der Vorteil ist, dass man nicht gezwungen ist ihn an der Kamera zu befestigen. Zum Beispiel kann es doch mal interessant sein von der Seite zu blitzen.
(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/aufbau_s.jpg)

Natürlich kann man ihn auch einfach auf den Tisch legen, und so die Decke anblitzen. Um die Gefahr des Doppelschattens zu vermindern kann man den internen Blitz mit Papier abdecken oder Papierklebeband abkleben. Hier mal ein Bild eines alten Blitzgerätes, welches ich mal zum Auslösen benutzt habe.

(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/blitz_alt.jpg)

Wer ein günstiges schwenkbares Slaveblitzgerät sucht, wird bei Pearl fündig. Set-Preis 40€

So ich hoffe dem ein oder anderen hat mein kleiner "Tagebucheintrag" geholfen oder zumindest die Augen geöffnet für Fehler die mal nicht an der Kamera liegen. :D

Resonanz wäre toll. Nicht dass ich das für mich allein geschrieben habe. Sollte es Interesse geben, kann ich die Serie weiterführen.

Summe der technischen Ausrüstung: 300€
Digicam: UVP 499€ Nach Produktionsende der Straßenpreis ca. 250€ Bei ebay erhalten für 220€
Blitzgerät: UVP 149€ Nach Produktionende der Straßenpreis ca. 110€ Bei ebay erhalten für 80€
Das sind in meinen Augen aber Ausgaben die sich auch außerhalb des Modellbaus rechnen. Eine Kamera ist nie verkehrt und ein Aufsteckblitz bei Feierlichkeiten&Co immer von Vorteil. Es wird auch preiswerter gehen, ich benutze aber die Cam auch noch zusätzlich beruflich. Daher muß sie Eigenschaften besitzen, die man extra bezahlt.

Gruß
Micha

P.S. Es wurden kein zusätzlichen Hilfsmittel, z.B. Aufheller, DBV,... verwendet.
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: kaewwantha am 07. April 2008, 18:03:30
Hallo Micha,
da hast Du einen sehr interresanten Bericht verfasst.
Ich hoffe Du machst damit weiter.
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: Erdinger am 07. April 2008, 20:10:08
Toller Beitrag! Danke für die Mühe, die du dir damit gemacht hast!! Habe mit großem Interesse gelesen.  :P
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: Chefmechaniker am 07. April 2008, 20:21:31
Seht Interressant, dein Tagebuch... :klatsch:

Währe nett wenn es weitergeführt würde,
den,
ich bekomm es nie hin, richtig schöne Bilder herzustellen,
entweder hab ich zuviel oder zuwenig Licht... *dummi*



Nochwas zu Modell, den hab ich auch, nur ohne Bordsteinschäden an den Felgen X(


Gruß
Stephan :winken:
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: starship24 am 07. April 2008, 20:23:22
Sehr gute Demonstration!  :P Eine Weiterführung des Themas wäre super. MfG Jörg.  :winken:
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: Weme65 am 07. April 2008, 21:44:23
hallo,
ich schließe mich meinen vorrednern (schreibern) an.
Sehr interessant und hilfreich :8:. Eine weiterführung wäre toll.
gruß Werner
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: MichaR am 08. April 2008, 17:17:24
Da anscheinend doch Interesse besteht, hab ich mich heute mal in meinen Büro/Bastelzimmer umgeschaut was man noch so zum Fotografieren benutzen kann. Eigentlich ist ja alles was irgendwie Licht macht geeignet. Sogar Taschenlampen. Kein Witz, Bilder hab ich in einer Fotozeitschrift gesehen. Sollte ich vielleicht mal testen. Komisch. Jahrelang bau ich meine Technikabteilung mit immer leistungsstärkeren Blitzgeräten aus. Und nun sowas.

Achso, fast vergessen. Da es Beschwerden über den Zustand meines Ferraris gab :winken:, kommen heute andere zum Einsatz.

Die "Hab ich auch"-Variante

Als erstes hab ich mir mal die Arbeitsleuchte vorgenommen, die auch viele Modellbauer zuhause haben. Die Leistung der Röhren ist verdammt niedrig, was ein Freihandfoto fast unmöglich macht. Beim Blick durch den Sucher und mit an den Körper gepressten Armen wird die Kamera gleich viel ruhiger. Oder Ellenbogen auf Tisch oder Stuhllehne abstützen. Bloß nicht wie manche fotografieren, Kamera 1 Meter vom Körper weg haltend. Das Ding beißt nicht.

(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/f1.jpg)

Preise:
Kamera: s. oben (dürften so ziemlich alle funktionieren, die auch unter normalen Bedingungen gute Fotos machen)
Arbeitsleuchte: 50€ (bei pearl)


Die Pfennigfuchser-Variante


Mmmhhhh was geht noch preiswerter und hat eigentlich jeder? Meine kleine Halogenschreibtischlampe mit satten 20Watt ist doch mal eine Herausforderung. Die wird nie benutzt da der Schattenwurf zu hart ist und der Schatten meiner eigenen Finger beim Basteln stört.

Wer sich mal Profizubehör z.B. eine Softbox oder Lichtzelt angesehen hat, wird festgestellt haben, dass vor dem Licht ein weißer Stoff gespannt ist um das Licht weicher zu machen. Stoff kommt bei meiner Funzel nicht in Frage. Ein Blatt Papier? Noch zu dick. Die Lösung: Transparentpapier oder weißes Butterbrotpapier.

(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/f2.jpg)

Links: Bei direkter Beleuchtung des Modells sind die Schatten erwartungsgemäß viel zu scharf. Rechts: Mit Transparentpapier schon viel besser. Der Schatten des Flügels ist nicht mehr messerscharf.

(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/f3.jpg)

Spätestens jetzt brauch man ein stabiles Stativ. Eine Hand am Auslöser, eine Hand hält das Papier in etwas größeren Abstand vor die Lampe. Wäre zu empfehlen das Transparentpapier auf einen Rahmen zu spannen z.B. ein alter Bilderrahmen. Oder man baut sich ein Lichtzelt aus Butterbrotpapier. :D

Oft hört man die Frage „Wie viele Lampen brauche ich denn?“ Ich stelle einfach mal folgende Frage in den Raum. Wie viele Sonnen haben wir zur Beleuchtung? :pffft: Nun werden manche sagen „Mein Fotograf an der Ecke hat doch auch so viele Lampen.“ Erstmal mit einem Licht richtig umgehen können. Und das ist das Hauptlicht. Alle Anderen sind, sagen wir mal Specialeffect.

So ein Beispiel folgt jetzt. Dunkles Modell, dunkler Hintergrund. Das Modell droht rechts abzusaufen. Also sind Specialeffects notwendig.

(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/f4.jpg)

Bloß nicht noch eine Schreibtischlampe von der anderen Seite. Ergebnis wären 2 Schatten. Natürlicher wirkt eine dezente Aufhellung wie im rechten Bild. Wer auf die Frontscheibe achtet, erkennt den Trick sofort. Ein weißes Blatt Papier wirft genug Licht zurück um die Ecke aufzuhellen. Alufolie oder diese silbernen Frostschutzmatten für Autoscheiben würden dort noch stärker aufhellen.

Preise:
Kamera: s. oben (dürften so ziemlich alle funktionieren, die auch unter normalen Bedingungen gute Fotos machen)
Stativ: bei ebay ab 16.99€ (meins war ein Geschenk eines Hobbyfilmers, der sein Hobby aufgab; sehr stabiles Teil)
Schreibtischlampe: 5€
Papier: paar Cent

Heute sind zwar keine Fotos entstanden die ich mir an die Wand hängen würde, aber ich glaube dass sie ganz gut zeigen, dass man auch mit kleinen Mitteln und einpaar Tricks brauchbare Bilder machen kann. Beim nächsten mal gehe ich in den Baumarkt und zersäge meinen Regenschirm.


Gruß
Micha

Wie immer keine Bildnachbearbeitung oder technische Hilfsmittel, welche nicht im Beitrag erwähnt wurden. Außer dem Stativ für die Bilder der beiden BMWs.
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: Cool Hand am 08. April 2008, 18:50:07
Gute Tipps.

Aber: Wo ist das Problem mit Fotos ohne Blitz? Bessere Digicams haben mittlerweile Verwacklungschutz. ;)
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: panzerchen am 08. April 2008, 22:10:02
Es hat eben nicht Jeder "bessere" Digicams ( oder gar "noch bessere" ).
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: Wolf am 08. April 2008, 22:34:18
sehr interessanter Bericht.....vielen Dank dafür. Bestätigt einiges was ich schon selber herausexperimentiert habe...
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: Thorsten_Wieking am 08. April 2008, 23:18:14
Gute Tipps.

Aber: Wo ist das Problem mit Fotos ohne Blitz? Bessere Digicams haben mittlerweile Verwacklungschutz. ;)

Mhhh, mit inzwischen der dritten Digicam (Casio QV-3500, Olympus Camedia C-300, aktuell Canon PowerShot A510) seit 2002 habe ich das Feature wohl jedesmal verpaßt. ;-)
Aber..... geht mit höherer Belichtungszeit nicht der ISO-Wert hoch und produziert mehr Bildrauschen? Oder bin ich da vollkommen auf dem falschen Dampfer?

Gruß
Thorsten

P.S.: Nein, ich bin kein Digicam-Killer, sind alle noch funktionsfähig. Die ersten beiden hatten wir im Büro und sagten mir zu, die dritte war ein Spontankauf auf der Suche nach einer kleineren Kamera.
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: Alex am 08. April 2008, 23:30:16

Aber..... geht mit höherer Belichtungszeit nicht der ISO-Wert hoch und produziert mehr Bildrauschen? Oder bin ich da vollkommen auf dem falschen Dampfer?


das hat direkt nichts miteinander zu tun. Mit höherer ISO-Zahl wird zwar die Belichtungszeit kürzer, was verwackler vermeidet, dafür gibts ein Bildrauschen. Das fällt vor allem in dunklen Zonen auf. ISO-Zahl lasse ich deshalb immer auf dem Minimum, ausser zB in dunklen Räumen ohne Stativ. Beispiel Touristenaufnahmen in dunklen Kirchen.

Alex
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: Hans am 08. April 2008, 23:34:10
Zitat
Aber..... geht mit höherer Belichtungszeit nicht der ISO-Wert hoch und produziert mehr Bildrauschen? Oder bin ich da vollkommen auf dem falschen Dampfer?

Ganz begreif ich das jetzt nicht, Thorsten. Ich sags mal so: In der guten alten Analogzeit war der ISO-Wert je eine Eigenschaft des Films. Man stellte die Kamera dann entsprechend ein, die Einstellung war dann fix. Alles andere regelte man über Belichtungszeit und Blende.

Bei den Digis gibts tatsächlich meist eine Automatik, die aber die 'dritte' Rolle spielen sollte. Soll heissen, sollten die Möglichkeiten der Blende und der Zeit nicht mehr ausreichen, dann erst rauf mit der 'Film'-Empfindlichkeit. Bei Vollautomatik. Normalerweise kann man diese Automatik aber ein oder ausschaltem, soll heissen, wie anno letztes Jahrhundert, den ISO-Wert fixieren.

Jetzt hängt es halt ab, über welche Programme deine Kamera ansonsten verfügt. Am meiner SLR kann ich Vollautomatik, Zeit- , Blenden-, aber auch ausschließlich ISO-Automatik einstellen. Dann wähle ich Blende UND Zeit vor und die Kamera reguliert sich nur über den ISO-Wert. Was immer das für einen Sinn macht... :D

Bei 'normalen' Digis geht das aber meist nicht. Man hat ja Glück, wenn man eine hat, die über Zeit- und/oder Blendenautomatik verfügt. Ist ja für die Modellfotografie nicht ganz unwichtig, dass man die Blende wg. der Schärfentiefe vorwählen kann und die Kamera dann die Zeit nachfährt - und erst wenn die nicht mehr ausreicht, ggf die Empfindlichkeit rauffährt. Mit entsprechend gekörntem Ergebnis.

Was das, was du wissen wolltest?

H
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: MichaR am 09. April 2008, 10:04:50
Eigentlich sind alle Fragen geklärt, aber ich schreib trotzdem einpaar Zeilen zum ISO-Wert.

Digi-Cams sind nunmal für den "Normalbürger" gebaut, der meist kein Stativ besitzt. Ab einer Belichtung von ca 1/30 wird es schwer verwacklungsfreie Bilder zu machen. Also muß die Automatik gegensteuern und die Empfindlichkeit des Chips erhöhen, also mehr Strom. Je höher der Strom, desto mehr stören sich die CCD-Zellen gegenseitig, durch Induktion.
Je mehr MP und um so kleiner die Baugröße des Chips um so schlimmer wird das Rauschen. Damals haben viele dumm aus der Wäsche geguckt, als ihre 8MP-Cam schlechter Bilder machte als eine 5MP. 8o Klar mußten schließlich 8 Millionen Sensoren auf den gleichen Platz den zuvor 5 Millionen hatten.

Bei jeder Digi-Cam die ich besaß, vom 180DM Gerät bis zum 1500€ Allrounder, konnte ich auch im Automatik-Modus über das Menü die ISO-Empfindlichkeit festlegen. Ist immer das erste was ich noch einem Neukauf mache.

Gruß
Micha
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: HeiHee am 09. April 2008, 20:48:29
Daß Digikams mit höheren Pixelzahlen zum Bildrauschen neigen (und das bei gleichbleibenden Objektiv), dem stimme ich zu - aber bei dem Grund muß ich widersprechen!

Die Pixel stören sich nicht gegenseitig durch Induktion, daß ist falsch. Licht erzeugt auf dem CCD (Charge Coupled Device) eine Ladung - je kleiner die Fläche, desto niedriger. Jedes elektronische Bauteil hat aber physikalisch bedingt ein Grundrauschen. Bei hohen Pixelzahlen entsteht ein Bildsignal, daß nicht weit weg ist von diesem sogenannten Schwarzrauschen. Der Verstärker für die Digitalisierung kann dabei nicht von Rauschen und Bildsignal unterscheiden und behandelt beides gleich.
Die ISO-Einstellung der Digikam ändert die Verstärkung, simuliert also eine andere Filmempfindlichkeit, verstärkt aber auch das Rauschen...
Wenn noch ein digitales Zoom oder ein digitaler Bildstabilisator dazukommen (beide rechnen die Bilder nur um), wird das Bild nur noch schlechter.

Das ist wie im Radio: leisen Mittelwellensender suchen und dann die Lautstärke hochdrehen - was hört ihr dann?

Die Regeln für die Filmfotografie gelten durchaus noch: Ein präzises lichtstarkes Objektiv ist durch Nichts zu ersetzten!
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: Hans am 09. April 2008, 22:53:54
Zitat
Die Pixel stören sich nicht gegenseitig durch Induktion, daß ist falsch.

Na bin ich jetzt aber froh, dass da keine Induktion oder sowas in meinen Kameras ist. Bin schon erschrocken!  :D

H
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: Wolf am 09. April 2008, 23:01:19
@Hans: ich hatte letztens sogar mit einem Lux zu kämpfen :D
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: Thorsten_Wieking am 10. April 2008, 00:26:53
Zitat
Aber..... geht mit höherer Belichtungszeit nicht der ISO-Wert hoch und produziert mehr Bildrauschen? Oder bin ich da vollkommen auf dem falschen Dampfer?

Ganz begreif ich das jetzt nicht, Thorsten. [....]Was das, was du wissen wolltest?

H

Mhhh, ja, nein, grübel..... Zunächst einmal Danke für Deine (@Hans) bzw. Eure (@all) Beiträge. Fakt ist, das ich zwar seit 2002 mit dem Digitalcameravirus infiziert bin, aber von den fotographischen Gesetzmäßigkeiten / Abhängigkeiten nicht wirklich Ahnung habe. Zwar kann ich mir die einzelnen Funktionen (Blende, Belichtungszeit etc.) erklären, so richtig *Klick* hat es aber dennoch nicht bei mir gemacht, was deren Abhängigkeiten untereinandern angeht. Ich denke, hier muß ich einfach mal einen Grundlagenkurs an der VHS machen, um im Dialog die Dinge zu sehen, die ich beim Lesen von Texten mir nicht vorstellen kann / verstehe.

Trotzdem dämmert es mir schon so langsam, morgen werde ich die Beiträge einfach nochmal lesen, vielleicht klickt es dann noch etwas häufiger.

Gruß
Thorsten
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: Hans am 10. April 2008, 00:32:56
Blende = SCHARF....je kleiner, desto schärfer
Belichtungszeit= Wackel,wackel...je länger, desto wackel
ISO = Rausch...je höher desto rausch

Kleine Blende=wenig Licht durch=lange Belichtungszeit.

Modellaufnahme: Kleine Blende, weil viel tief scharf = lange Belichtungszeit

ISO= erhöht die Lichtempfindlichkeit der Kamera. Verkürzt Belichtungszeiten, ermöglicht kleinere Blenden.

Ganz einfach. No kidding.

H
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: HeiHee am 10. April 2008, 08:04:43
Hans, ich denke mit
Zitat
Blende = SCHARF....je kleiner, desto schärfer
meinst Du Tiefenschärfe...
Das ist der Bereich, in dem etwas scharf abgebildet wird.
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: Tormentor am 10. April 2008, 09:13:33
Mir geht's wie Thorsten, die Begriffe sind ja alle schon mal irgendwie erklärt worden, aber einen richtigen Reim (besonders auf Modellfotografie bezogen) kann ich mir auch nicht machen.
Ich bin zwar in der Lage zu erkennen das ein Bild was ich mit meiner Camera gemacht habe mies oder brauchbar ist, habe aber im allgemeinen keine Ahnung wie dem Abhilfe zu schaffen ist. Will meinen, wie kriege ich die Farbunterschiede zwischen Original und Kamera in den Griff, was änder ich an den Einstellungen wenn das Bild mal grobkörnig ist, usw ?

 :winken:
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: MichaR am 10. April 2008, 09:21:46
@ HeiHee: Danke, dass du mich verbessert hast. Im Prinzip wollten wir auf das selbe hinaus. Auch wenn es nicht Induktion durch andere ist, sondern Grundrauschen der selbigen. :pffft: Aber dafür haben wir ja unsere Techniker hier an Board.

Zitat
Blende = SCHARF....je kleiner, desto schärfer

Ja da geht es um Tiefenschärfe, also wie groß der Bereich ist, der scharf abgebildet ist. Stolperstein! Kleine Blende heißt großer Wert z.B. F 11; große Blende = kleiner Wert z.B. F 2,4. Ein Beispiel wie sich die Blende auf die Schärfe ausübt hab ich mal schnell geknipst. Nicht besonders schön, aber es zeigt den Effekt.

Kleine Blende, großer Einstellwert
(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/kleine-Blende.jpg)

Große Blende, kleiner Einstellwert
(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/grosse-Blende.jpg)

Je größer ich die Blende wähle, desto unschärfer wird der Knabe im Vordergrund.

Gruß
Micha

P.S.: Irgendwie geht mir das zu schnell. Ich bin doch erst beim Vorstellen von verschieden Lampen die man benutzen kann.
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: Wolf am 10. April 2008, 13:28:35
irgendwie hat mich jetzt der Beitrag verwirrt. Ich meine, wenn ich meine Digi auf Blende 8,xx stelle, dann habe ich mehr Tiefenscharfe als wenn ich sie auf 2,xx stelle

EDIT: ach ne....quatsch...stimmt ja...großer Wert=kleine Blende = dunkleres Bild = längere Belichtung = mehr tiefenschärfe
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: olli am 10. April 2008, 13:59:35
Abhängig davon, auf welchen Punkt man fokussiert hat. Der Schärfebereicht geht ja mehr oder weniger in gleichem Bereich vom Fokuspunkt weg.

Sprich, wenn ich bei einem längerem Objekt vorne fokussiere kann es u.U. sein daß ich eine größere Blendenzahl/längere Belichtungszeit brauche, als wenn ich eher auf die Mitte fokussiere.

Beim Photoshooting im heimischen Lichtzelt mag das zum Teil irrelevant sein, auf Ausstellungen etc. kann das schon interessanter sein, da (zumindest) ich nur das eine zu photographierende Objekt scharf abgebildet haben möchte.

Ganz hilfreich finde ich auch DIESES (http://www.dofmaster.com/) Tool um die Schärftentiefe zu berechnen.
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: MichaR am 10. April 2008, 15:00:31
Tiefenschärfe ist abhängig von 3 Faktoren: Brennweite (verwendetes Objetiv oder "Zoomstufe") Abstand zum Objekt und Blende

Hier mal eine Grafik wenn jeweils ein Faktor verändert wird. (Quelle: J. Hedgecoe- Meine grosse Fotoschule)

(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/tiefenschaerfe.jpg)

Gruß
Micha
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: olli am 10. April 2008, 16:38:29
EDIT:

Hatte den Beitrag von Micha zu schnell gelesen (nicht alles im Hirn verarbeitet)  :rolleyes:
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: MichaR am 10. April 2008, 17:12:36
Sorry olli,
wollte gerade Nachschieben. :D Aber bevor hier irgendwelche Hauptprozessoren versagen, mach ich mal lieber etwas langsamer und lass Zeit zum Verarbeiten.  ;)

Gruß
Micha
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: MichaR am 11. April 2008, 11:23:21
War heute nicht mein Tag. Hab mir das soooo einfach vorgestellt: Schnell in Keller, mein altes Zeug auskramen, aufbauen, Bilder machen, abbauen, Fertig.
Nix da. Beim letzten Umzug ging mein umgebauter Baustrahler verloren. Null Werkzeug hier. Kein Material.... :12:


Die Baumarkt-Version:

Die meisten kennen diese Baustrahler-Sets mit Stativ und 500W Leistung für etwa 30€. Weiterhin gibt’s einzelne Strahler mit 250W (oder 300W) und sogar als 1000er Version. Durch die geballte Halogenleistung entwickeln sie eine wahnsinns Wärme. Also Vorsicht bei der Arbeit und nicht zu dicht ans Modell, nicht das da mal ne Antenne angeschmolzen wird.

(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/licht3.jpg)

Um sich beim Verstellen nicht die Finger zu verbrennen sollte so ein Griff dran sein.

(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/licht4.jpg)

Was bei meinen störte waren diese Nasen.

(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/licht6.jpg)

Sie verhinderten, dass man den Strahler nach unten kippen kann. Die Sonne kommt nun mal von oben. Bügel abgeschraubt, umgedreht wieder ran. Passt, Nase stört nicht mehr, ich kann nach oben und unten schwenken.

(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/licht5.jpg)

So sieht das einsatzbereit aus. Und gleichmal einen Schnappschuß.

(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/hart.jpg)

Das Licht ist relativ hart. Man erkennt deutlich den Schlagschatten den der Hintern wirft. Wir könnten es mit indirekter Beleuchtung über die Decke versuchen was das Licht aber extrem abschwächt.

Schauen wir doch mal was so ein Profi so hat, was man nach bauen könnte.

(http://www.kaiser-fototechnik.de/images/produkte/3154.jpg) (Quelle: Kaiser Fototechnik)

Stativ: erledigt
Lampe: erledigt
Durchlichtschirm für weiches Licht ähnlich eines Lichtzeltes: erledigen wir jetzt

Ich baue einen Streuschirm.

(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/schirm.jpg)

Als erstes besorgte ich mir einen weißen Regenschirm. Gar nicht so einfach so was zu finden. Hatte aber in einem Schuhladen Glück. Der Griff wurde abgesägt. Dann hab ich mit nem Winkel und ner Schlauchschelle den Schirm oben befestigt. Befestigt den Schirm bitte anders. Ihr habt da bessere Ideen. Ich hatte den Schirm damals seitlich befestigt.

(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/schirmhalter.jpg)

Die seitlichen Schrauben müssten durch Flügelmuttern ersetzt werden, um das Verstellen zu vereinfachen. Waren bei meinen damaligen Licht bereits dran. Bei Kauf also drauf achten.

Hier ein einfacher Aufbau.
(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/weich.jpg)


Schon viel weicher. Die Ergebnisse der verschiedenen Beleuchtung sehen an so einem glatten Modell natürlich nicht so extrem unterschiedlich aus. Aber glaubt mir, bei einem Gesicht, wo doch schon Fältchen zu sehen sind macht das einen rießen Unterschied.

Kosten für diesen Projekt:
Lampe incl. Stativ ca 30€
Regenschirm ca 5€
plus Kleinteile :laaaang:

Summe: 37,11€ Wem schick ich die Rechnung? :D

Jetzt könnten wir uns noch den anderen Schirm bauen. Kein großes Ding. Die Innenseite eines Schirms mit Alufolie verkleidet. Fertig.

Wer auf basteln keine Lust hat kann sich das obere Komplett-Set bestellen. Dann habt ihr wenigstens 'ne Tasche.
500W   =400€     http://www.kaiser-fototechnik.de/de/produkte/2_1_produktanzeige.asp?nr=3154
1000W  =600€    http://www.kaiser-fototechnik.de/de/produkte/2_1_produktanzeige.asp?nr=3155

Gruß
Micha
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: MichaR am 11. April 2008, 19:33:11
Was für Große:

Der Fotokarton aus der Schreibwarenabteilung als Hintergrund ist eine tolle Sache. Verschiedene Farben, preiswert, gut zu verstauen. Jedoch stoßen sie schnell an ihre physikalischen Grenzen. Wenn ich nur an unsere Holzwürmer denke mit ihren riesigen Schiffen. ;)
Jetzt könnte man sicherlich ein Bettlacken oder eine Tischdecke verwenden. Mich stört dabei aber die Oberflächenstruktur.

Besser sehen Papierrollen aus. Hama bietet verschiedene Farben an in 2 Breiten (1,35m, 2,75m) Preise ca. 49€/79€.
(http://www.hama.de/bilder/00021/abb/00021593abb.jpg)Quelle: Hama

Es gibt spezielle Rollenhalterungsysteme, welche sich die Hersteller gut bezahlen lassen. Dabei geht es auch einfacher.

Zwei kleine Haken aus dem Baumarkt.

(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/hacken.jpg)

Eine Rundholz mit Ketten an den Enden, ebenfalls Baumarkt.

(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/stab.jpg)


So sieht das dann aufgehängt aus.

(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/studio.jpg)


Die hier gezeigte Rolle ist nicht weiß und auch keine Hama-Rolle. Die bekam ich mal geschenkt. Das ist Packpapier oder so. Aber ich mag das alte Ding.


Wer keine Löcher Bohren will, findet im Baumarkt diese „Spanner“, welche man zwischen Fußboden und Decke spannen kann. Vorsicht mit der Deckentäfelung!

(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/spanner.jpg)


So und jetzt mal eine Gruppenaufnahme meiner kleinen Assistenten, die mir hier geholfen haben. (F40 hat immer noch Bordsteinschäden. :winken: Also nur die drei)

(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/studio_aufnahme.jpg)


An der Stelle könnte ich fast behaupten es wären alle preiswerten Mittel erwähnt, welche Licht ins Spiel bringen. Es gibt aber so viele Dinge die man einsetzen kann z.B. Taschenlampen, Diaprojektoren. Auch Fotolampen (500W) mit E27-Gewinde sind wieder erhältlich, und...und...und...
Das überlass ich dann mal eurer Fantasy.

In meinen ersten Zeilen schrieb ich, dass ich von Erfahrungen aus meinen Anfangszeiten als Hobbyfotograf berichten werde. Und an dieser Stelle sollte Schluß sein. Aber bei so vielen Zwischenfragen zum Thema Farbtemperatur, Tiefenschärfe, Grobkörnigkeit, Blendenwahl......

Erstmal Gedanken sortieren und dann drüber nachdenken. Und an meinen Modellen will ich ja auch mal weiter basteln.

Gruß
Micha
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: starship24 am 11. April 2008, 19:46:50
Wirklich ein guter Tipp zur Hintergrundgestaltung beim Fotografieren.  :1: Bisher benutze ich normalen Fotokarton. Aber bei Schiffsmodellen in 1:350 ist die Anwendung schon etwas begrenzt aufgrund der Grösse. MfG Jörg.  :winken:
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: Plastiker am 11. April 2008, 19:59:22
MichaR das war ein sehr interessantes Thema und ich hoffe es geht hier auch demnächst noch weiter! Bin nun nicht unbedingt Laie was die Fotografie angeht, aber auch kein Profi oder Experte!

Zum Glück habe ich eine vernünftige Kamera die ich mein eigen nennen darf, aber das Geld für ein vernünftiges Makro besitze ich nicht... :(

Das mit den Papierrollen klingt interessant und ich denke nicht nur unsere Holzwürmer werden da so ihre Probleme mit Fotokarton habe, auch bei größeren Dioramen ist der Karton schnell ausgereizt und man hat mehr Hintergrund dabei als man möchte.

Eine Frage zur Rolle/Fotokarton habe ich aber! Welche Farbe eignet sich denn hier am besten? Ich habe hier DinA3 Bastelkarton und verwende wenn ich Foto´s mache eigentlich immer die Farbe wo ich das Gefühl habe das sie mein Modell oder auch Teilstück am besten wiedergibt, so das man öfter mal einen anderen Hintergrund bei meinen Modellen sieht...


Gruß Olli, der Plastiker
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: Viper am 11. April 2008, 21:45:58
Hallo Micha,

vielen Dank für den tollen Bericht.  :P

Hat mich übrigens daran erinnert das ich Morgen unbedingt zum Baumarkt muß um mir zwei Halogenstrahler zu besorgen.
Das Licht der 2 Lampen ist für meine selfmade Fotobox einfach zu schwach.

(http://scalebullet.de/modellbau/misc/fotobox.jpg)

Ich hoffe das ist ok das ich mal meine Variante kurz zeige... 


Gruß
Thomas
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: MichaR am 12. April 2008, 11:12:34
..., aber das Geld für ein vernünftiges Makro besitze ich nicht...

Der Fluch der DSLR. In der Anschaffung zusammen mit Normalobjektiv relativ günstig. Aber die "Folgekosten". 8o

Welche Farbe eignet sich denn hier am besten?...immer die Farbe wo ich das Gefühl habe das sie mein Modell oder auch Teilstück am besten wiedergibt,....

Eigentlich hast du deine Frage ja selbst beantwortet. Wollen ja keine Wissenschaft draus machen und vielleicht noch den Farbkreis zu Rate ziehen.  :n??: Wer beim Kauf unsicher ist greift auf weiß und schwarz zurück.  ;)

@viper:  :P Super Lichtwürfel.

Gruß
Micha
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: Hans am 12. April 2008, 19:39:08
Ich denke grad wieder über die Lichtwürfel-Fotografie nach uns schau mir alte Bilder an. So schön einfach die Aufbauerei und auch die Erzielung von Streulicht ist - irgendwie machen einzelne Lichtreflexe doch einen Sinn und machen die Modelle plastischer.

Hier noch mal mein 'alter' Standardaufbau, der nix spezielles ist. Der 300-Watt-Brenner (Deckenfluter, Baumarkt, 15 Euro) beleuchtet die Decke und erzeugt gutes Streulicht. An der Stange 2 x 500 Watt, indirekt, aber doch in Richtung des Modells.

(http://foto.arcor-online.net/palb/alben/39/2052739/6562343564306533.jpg)

Das erzeugt zwar Mehrfachschatten, aber die Oberfläche gewinnt an Lebendigkeit...meine ich, zumindest.

(http://foto.arcor-online.net/palb/alben/39/2052739/6431353566623366.jpg)

Hier noch ein Beispiel, allerdings zwei Lichter nur indirekt an Decke und gegenüberliegende Wand, ein Licht gaaaanz vorsichtig als Reflexlicht.

(http://foto.arcor-online.net/palb/alben/39/2052739/3864356466336361.jpg)

Und hier noch was, weil grad die Frage nach passenden Hintergrundfarben kam. Der Klassiker ist wohl blau und grau. Es gehen auch andere Farben sehr gut - wenn sie denn zum Modell passen. Hier passen sie...naja. Man muss ja auch mal was machen, um zu sehen, was nicht passt... :pffft:

(http://foto.arcor-online.net/palb/alben/39/2052739/3235663862333231.jpg)

H.

P.S. Die Corgi-Modelle waren Besprechungsmuster und Auftragsarbeiten. Bloss zu Klarstellung... :D
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: Plastiker am 12. April 2008, 20:03:43
..., aber das Geld für ein vernünftiges Makro besitze ich nicht...

Der Fluch der DSLR. In der Anschaffung zusammen mit Normalobjektiv relativ günstig. Aber die "Folgekosten". 8o

Welche Farbe eignet sich denn hier am besten?...immer die Farbe wo ich das Gefühl habe das sie mein Modell oder auch Teilstück am besten wiedergibt,....

Eigentlich hast du deine Frage ja selbst beantwortet. Wollen ja keine Wissenschaft draus machen und vielleicht noch den Farbkreis zu Rate ziehen.  :n??: Wer beim Kauf unsicher ist greift auf weiß und schwarz zurück.  ;)

@viper:  :P Super Lichtwürfel.

Gruß
Micha


Ja, wenn ich mir mein Posting nochmal in Ruhe durchlese fällt mir auch auf das ich die Antwort schon in der Frage versteckt habe! :8:

Aber ich habe mich da wohl falsch ausgedrückt bzw. was vergessen! Ich wollte da eigentlich noch die Sache mit dem Weißabgleich reinbringen... Ich spiele mit dem nämlich nicht rum, sondern lasse das von der Kamera automatisch machen! Wäre es sinnvoller dies grundsätzlich manuell auszuführen, evtl. eine kleines weißes Blatt dazu legen, denn Weißabgleich ausführen und dann ohne das Blatt knipsen oder halt doch der Automatik vertrauen? Kurz zur Info, ich nutze eine Canon D300!


Gruß Olli, der Plastiker
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: olli am 12. April 2008, 20:31:41
...
Aber ich habe mich da wohl falsch ausgedrückt bzw. was vergessen! Ich wollte da eigentlich noch die Sache mit dem Weißabgleich reinbringen... Ich spiele mit dem nämlich nicht rum, sondern lasse das von der Kamera automatisch machen! Wäre es sinnvoller dies grundsätzlich manuell auszuführen, evtl. eine kleines weißes Blatt dazu legen, denn Weißabgleich ausführen und dann ohne das Blatt knipsen oder halt doch der Automatik vertrauen? Kurz zur Info, ich nutze eine Canon D300!

Gruß Olli, der Plastiker

Wenn Du das die Kamera automatisch machen läßt, kann es durchaus sein daß diese falsch misst, vor allem/besonders bei Kunstlicht. Am besten wäre definitiv einen "manuellen" Weißabgleich mittels einem Blatt Papier zu machen. Ich habe aber auch schon Fälle gehabt, wo ich trotz dessen manuell eine Feinabstimmung durchführen mußte.
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: Hans am 12. April 2008, 21:05:52
Ich mach' den Weissabgleich hinterher. Am Computer. Manueller Weissabgleich nervt mich beim Fotografieren. Einstellen ob Kunstlicht oder Tageslicht, ok, aber alles andere: Photoshop.

H
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: Warspite am 12. April 2008, 21:14:24
Bin soeben auf diesen Thread gestoßen und bin restlos begeistert.  :P
Ich hab` hier eine wirklich gute Kamera (Panasonic DMC FZ8) aber aufgrund meines mangelnden Fachwissens nutze ich so gut wie gar nix von den Möglichkeiten, die diese Kamera bietet. Zuhause am PC ärgere ich mich dann über die mißlungenen Aufnahmen.
Umso mehr freut es mich, wenn Fachleute und erfahrene Amateurfotografen ihren Geheimnisse weitergeben. Vielen Dank und bitte noch mehr davon.

P.S. Schön wäre es, wenn jemand ein paar gute Links kennt, wo ein blutiger Anfänger was lernen kann.
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: Murdock am 12. April 2008, 22:57:40
Eine sehr empfehlenswere Seite mit Erklärungen, Workshops und Basteleien zum Thema Modellfotografie:

http://www.fototutorials.de/index.php

:winken: Murdock
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: olli am 12. April 2008, 23:52:49
www.fotolehrgang.de wird auch immer wieder gerne empfohlen ;)
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: MichaR am 13. April 2008, 08:34:42
Bevor ich mit meinen nächsten Kapitel "Farbwahl für den Hintergrund" fortfahre, erstmal einpaar kurze Zeilen.

Hans hat natürlich recht, dass ein härteres Licht interessant sein kann und ein Bild lebendiger macht. Dies ist aber in der Macht des Fotografen und seine Entscheidung. In einem späteren Kapitel, sofern noch Interesse besteht, werde ich auf verschiedene Lichtformer und ihre Wirkung eingehen. Und was jeder Einzelne dann daraus mach, liegt dann in seiner Hand.
Übrigens passt das Rot zu deinem Flieger. ;) Dazu nachher mehr.

Der Weißabgleich: Ich beschränke meine Einstellung lediglich auf "Kunstlicht" bzw. "Sonne" da ich mit Studioblitz arbeite. Wer auf Nummer sich gehen will, legt sich an den Bildrand ein weißes Blatt und korrigiert in Photoshop & Co. Anschließend neuen Bildausschnitt wählen, damit das Papier verschwindet.
Ich bevorzuge sowieso das Arbeiten im kompletten manuellen Modus, auch die Schärfe/Entfernung.

Gruß
Micha
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: Hans am 13. April 2008, 08:49:23
Zitat
Übrigens passt das Rot zu deinem Flieger

Dachte ich ja auch, die Überlegung war ja in Richtung Komplementär. Aber knapp daneben ist auch daneben... :D :D
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: olli am 13. April 2008, 10:31:17

...

Der Weißabgleich: Ich beschränke meine Einstellung lediglich auf "Kunstlicht" bzw. "Sonne" da ich mit Studioblitz arbeite. Wer auf Nummer sich gehen will, legt sich an den Bildrand ein weißes Blatt und korrigiert in Photoshop & Co. Anschließend neuen Bildausschnitt wählen, damit das Papier verschwindet.
Ich bevorzuge sowieso das Arbeiten im kompletten manuellen Modus, auch die Schärfe/Entfernung.

Gruß
Micha


Bei "wichtigen" Photos arbeite ich (auch?) in RAW da ja hier die besten Möglichkeiten zur nachträglichen Bildbearbeitung gegeben sind.
Ich gehe ja aber davon aus daß der Thread hier eher für Anfänger ist und da unterstelle ich einfach mal das nicht vorhandensein von "professionellen" Grafikprogrammen ála Photoshop. Da kann dann der Weißabgleich in/mit der Kamera ein erster Schritt sein bei Bildern die richtige Farbtemperatur einzustellen.
Wie es andere machen, weiß ich nicht, aber auf Ausstellungen o.ä. die "nur" der Dokumentation dienen langt für meine Qualitätsansprüche das JPEG-Format und halt der Weißabgleich mit/in der Kamera. Bedingt kann man ja auch JPEGs nacharbeiten.

Unter Studio(ähnlichen) Bedingungen habe ich nie photographiert, aber ich stelle mir (ich habe da immer die Portraitphotographie im Kopf) die Vorgehensweise mit einem weißen Blatt Papier im Bild und die nachträgliche Korrigierung des Bildausschnitts etwas schwierig vor, da ja in dem Bereich doch das Licht gezielt eingesetzt wird?
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: MichaR am 13. April 2008, 11:32:53
Zitat
Da kann dann der Weißabgleich in/mit der Kamera ein erster Schritt sein bei Bildern die richtige Farbtemperatur einzustellen.

Genau Richtig. Das ist und war schon immer der erste Schritt. In der analogen Fotografie wurde als erstes der entsprechende Film eingelegt oder Filter draufgeschraubt. Heute als erstes im Menü eingestellt welche Farbtemperatur vorhanden ist "Sonne", "Bewölkt", "Kunstlicht". Und reicht auch zum großteil aus.

Wozu der manuelle Abgleich (per Knopfdruck auf weißes Blatt Papier): Z.B. verändern Lampen während ihrer Lebenszeit ihre Farbtemperatur. Oder Lichtfärbungen durch Reflexion z. B. an der roten Tapete. Auch in der Natur gibts Farbabweichungen zwischen sonnig und bewölkt oder die blaue Stunde. Und...und...und...

Das weiße Blatt in der Studiofotografie ist in dem Sinne gar nicht mal so unüblich. Zwar nicht unbedingt um die Farbtemperatur in den Griff zu bekommen. Da Blitzsysteme neutrales Licht haben. Aber bei Shootings werden dem Model z.B. Graukarten oder Graustufenkeil in die Hand gedrückt um später die Kontraste einzustellen. Auf folgenden Bildern werden einfach die Werte übernommen.

So ähnlich hab ich das auch mit der Farbtemp. gemacht. Erstes Bild mit weißen Papier. Später dann am Rechner für alle Bilder die Einstellwerte übernommen.

Gruß
Micha
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: MichaR am 13. April 2008, 19:04:57
Farbwahl für den Hintergrund

In Anbetracht dass wir in einem Modellbau-Forum sind, brauche ich nicht wirklich tief in das Thema abtauchen. Ist zwar schön zu wissen, dass Salat vor roten Hintergrund frischer wirkt, aber für mich ist das nicht schön und Appetit auf Salat bekomme ich auch nicht. :D

Aber versuchen wir es mal wissenschaftlich:

Komplementärfarbe, der harmonische Zweiklang. Eine Idee von Goethe.

(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/komplement.png)

Mal sehen was dem Grün gegenüber liegt. Wenn ihr jetzt Pech habt und die falsche Farbe drauf ist, müßt ihr jetzt Pink verwenden. :klatsch:

Laut Literatur findet man die passenden Farben in dem man ein gleichschenkliges Dreieck im Farbkreis bildet, der harmonische Dreiklang. In meinem Beispiel mal wieder für unsere Freunde des Militärs auf grün gestellt.

(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/farbkreis.jpg)

Also passt ein roter Hintergrund zu Hans seinem grünen Flieger. Aber was ist dann mit dem beliebten Blau!?  Weiter hin heißt es sinngemäß: Es kann auch passen, wenn man sich nicht dran hält. ?(

Jetzt könnten wir weiter machen mit harmonischen Vierklang oder dem musikalischen Farbdreiklang.

Mal praktisch betrachtet:

Die Farbwahl ist viel mehr eine Frage des persönlichen Geschmacks, muß/kann zu den „Eigenschaften“ des Motivs passen z.B Blau = kühl; Rot = warm. Oder einer gewohnten Ansicht entsprechen z.B. Blau für Schiffe, Naturfarben für den Panzer.
Bei Farben sollte man bedenken, dass sie ein wichtiges Element eines Bildes werden und jeder Betrachter sich seinem eigenen Reim auf dessen Bedeutung macht.

Beispiel: Wer seinen grünen Kampfpanzer vor pinkfarbenen Hintergrund fotografiert und hier präsentiert, muss sich nicht wundern, wenn die meisten Fragen sich nicht ums Modell drehen. Es werden Fragen kommen ob er sich da nicht vertan hätte. Erklärt er aber er sei Pazifist und wolle so eine politische Botschaft rüberbringen, dann ist das plötzlich Kunst und damit O.K. ;) Also vorher überlegen was man mit seinem Bild sagen will.

Stellt er seinen Panzer in einem Diorama dar heißt es: Klasse Modell, tolle Fotos, super präsentiert.
Vor neutralen Hintergrund wird wieder das Modell in den Vordergrund gestellt, da es für uns ein gewohntes Bild ist (aus Katalogen, ebay, unserer Galerie etc.) beschränken sich Lob und Tadel ausschließlich auf das abgebildet Modell.

Hat euch der Beitrag was gebracht? Mmmhhh, ich glaube nicht. :6: Vertraut einfach eurem Auge und Geschmack, probiert etwas aus! Und im Zweifelsfall ist Abgucken von Anderen erlaubt. Aber bloß nicht von Modeschöpfern. Was heute noch super zusammen passt, geht morgen garnicht.

Mal ein Bsp. aus meinem Archiv (nur damit ich mal wieder Bilder zeigen darf):

(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/bsp1.jpg)

Nett. Ist scharf. Hell. Man erkennt alles. Genau was ein Modellbauer brauch. Aber nett.

(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/bsp2.jpg)

Details verschwinden. Antenne weg. Hintere Luftleitbleche weg. Der Stern auch. Ziemlich dunkel. Aber optisch interessanter, nach meinem Geschmack.


Gruß
Micha
 
P.S. Seit heute früh 5.30 sitze ich an dem Beitrag. Es gab unzählige Version, mit Erklärungen wie "Erfinder" von Farbthesen sich was dachten, blahblahblah. Und im Endeffekt bleibt das drüber.
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: Warspite am 13. April 2008, 22:24:24
Zitat
P.S. Seit heute früh 5.30 sitze ich an dem Beitrag. Es gab unzählige Version, mit Erklärungen wie "Erfinder" von Farbthesen sich was dachten, blahblahblah. Und im Endeffekt bleibt das drüber.
Ich gebe gern zu, daß ich in wenigen Minuten sehr viel über die Fotografie gelernt habe. Hoffentlich gibt es bald (morgen) mehr !!! Ich freu mich schon drauf.  :1:
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: MichaR am 14. April 2008, 19:48:21
Vorwort: Wer über meine selbstgemalten Bilder lacht..... :aerger: Weiterhin gilt: Ich weiß ich lasse manche Dinge aus z.B. Brechungsgesetz, aber wir wollen hier ja keine Umschulung auf Optiker. Wir wollen ja nur die Kamera etwas besser verstehen.

Eigentlich wollte ich an dieser Stelle über verschiedene Objektive sprechen. Aber da es doch Unklarheiten über Schärfe, Tiefenschärfe, Blende, Belichtungszeit gibt, möchte ich die graue Theorie der Optik ansprechen.

Was ist Schärfe? Oder: Wie viele MP brauche ich?


Sind unsere Kameras wirklich scharf? Sind es unsere Augen? Kann ich einen 1micrometer großen Punkt vom anderen Unterscheiden?

Unser Sehvermögen hat eine gewisse Schärfetoleranz. Unter normalen Umständen beträgt diese für einen mittleren Betrachtungabstand eines Bildes von 30cm ca. 0,1mm. Das heißt jede Fläche die kleiner ist als 0,1mm sieht unser Auge als absolut scharfen Punkt.

Der normale Betrachtungsabstand von 30cm beruht auf der Diagonalen eines 18x24cm großen Bildabzuges.

Also mal losgerechnet.  :laaaang:
0,1mm als Toleranz =0,01cm =100dpc=256dpi    (dpc= Dots pro Centimeter= Druckpunklte pro Zentimeter :O )
18cm/0,01cm = 1800
24cm /0,01cm = 2400
1800x2400=4320000=4,32MP mehr schafft das gute Auge nicht. Natürlich sollte man Reserve einplanen, falls man Ausschnittvergrößerungen macht. Auf der anderen Seite sollte man bedenken das nicht jeder beim Sehtest 120% hat. Und wer betrachtet ein seitenfüllendes Bild im Magazin (ca. 150 dpi) aus weniger als 30cm. ;)

Beispiel aus der Praxis: Vor Jahren hab ich ein Foto gemacht mit 1,3 MP. Gab damals auch nicht mehr. Und hab es als 120x75cm ausgedruckt. Es hat sich noch nie jemand über schlechter werdene Augen beschwert als er das Poster betrachtete.

Zurück zum Thema. Wie groß muß ein Punkt auf Film oder Chip sein um als absolut scharfer Punkt durchzugehen?
Unter Berücksichtigung das unser 0,1mm-Punkt einen Winkel von 2 Bogenminuten nicht überschreiten darf, :blabla: sind es genau 1/1719 der Diagonalen des Aufnahmeformats. Viel Spaß beim Ausmessen eures Chips und rechnen.
Auf das Kleinbildformat übertragen ergibt sich 0,029mm.

Grundprinzip einer Kamera

Jedes Motiv besteht aus Punkten . Anfangs- und Endpunkt, mit vielen dazwischen. In unserer Betrachtung wollen wir uns zunächst auf einen Punkt beschränken.
Jeder Punkt, welcher beleuchtet wird, reflektiert das Licht in viele verschiedene Richtungen. Logo, ich kann ein Objekt immer noch sehen wenn ich einen Schritt zur Seite mache. Außer da ist ein Baum dazwischen.

(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/punkt.jpg)

Umso mehr Lichtstrahlen in meine Richtung reflektieren umso heller erscheint mir dieser Punkt. Zum Beispiel erscheint mir die Hand, welche ich vor die Lampe halte, schwarz. Helles Licht ist vorhanden, jedoch werden die Lichtstrahlen nicht zu meinen Augen umgelenkt.

In der Fotografie geht es im Prinzip, um das Einfangen von Lichtstrahlen. Was ein lichtempfindlicher Film ist brauche ich ja nicht erklären. Jetzt brauchen wir noch eine Kamera.
Um die Gegenwart zu verstehen muss man in die Vergangenheit sehen.
Am Anfang der Fotografie kam die Lochkamera zum Einsatz. Ganz einfaches Prinzip. Eine lichtdichte Schachtel mit nem kleinen Loch und ein Film.

(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/loch.jpg)

Um halbwegs ein ansehnliches Bild (Größe des kleinsten Punktes ca 0.6mm) zu erhalten war ein 0,5 mm Loch notwendig. Das entspricht bei 15cm Länge einer Blendenzahl von F 300. Durch dieses kleine Loch kommen aber so wenig Lichtstrahlen das eine Belichtungszeit von Minuten notwendig sein kann. Aber die Leute waren trotzdem glücklich, auch wenn sie 5Min stillsitzen mußten.

.....
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: MichaR am 15. April 2008, 11:46:27
......
Um noch mehr Lichtstrahlen reinzulassen, aber dennoch scharf abzubilden, kommen Linsen zum Einsatz. Linsen bündeln durch Lichtbrechung das Licht zu einem exakten Punkt.

(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/prisma.jpg)


Brennweiten

Ist vereinfacht gesagt die Länge des Weges den der Lichtstrahl durch die Kamera macht. Die Brennweite bestimmt die Größe des Bildes. Brennweite und Abbildungsgröße sind direkt proportional, d.h. doppelte Brennweite = doppelte Größe (bei gleichen Motivabstand).
Brennweiten gibt es von 6mm bis 600mm und mehr. Aber wie funktioniert das? Hier mal am Beispiel einer Balgenkamera.

Orange ist die Oberkante des Objekts, Blau die Unterkante.

(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/brennweite.jpg)

Wenn die Linse etwas flacher gestaltet ist um eine geringere Ablenkung des Lichtstrahls zu erreichen, brauchen wir einen längeren Weg damit sich der absolut scharfe Punkt wieder auf der selben Ebene wie der Film befindet. Die Endpunkt (Oben/Unten) befinden sich zwar außerhalb unserer Kamera, aber die Mitte und angrenzende Punkte sind scharf und vergrößert.


Blende

Die Blende steuert die Öffnung des Objektives und damit die Lichtmenge.Die Blendenzahl (z.B: F11, F3) ist der Öffnungsdurchmesser geteilt durch die Brennweite.
Jetzt seh ich schon manche rechnen und Formeln umstellen. Ein 100mm Teleobjektiv bei Blendenzahl 11 ( d/bw = f  umgestellt zu: d=bw*f) ergibt 1100mm. 8o

Die Angabe F=11 beruht auf 1/11. Also Öffnungsdurchmesser/Brennweite = 1/Blendenzahl

Genug Mathe. Einige werden bereits gehört haben, dass eine große Blendenzahl (kleine Öffnung) schon fast eine Garantie für Schärfe ist.
Warum ist das so? In der folgenden Skizze zeige ich das am Beispiel einer Lochkamera ohne Objektiv.

Blau ist die Oberkante des Objekts, Orange die Unterkante.

(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/blende.jpg)

Eigentlich ist die Abbildung selbsterklärend. Bei der großen Blendenöffnung bilden sich sehr große Lichtflecken. Bei kleinerer Öffnung wird ein kleiner Einfallwinkel der Lichtstrahlen erzwungen. Vorteil: kleinere Lichtflecken, dadurch unserem Begriff Schärfe ein ganzes Stück näher. Nachteil: Weniger Licht erreicht das Filmmaterial, dadurch dunkler. Was eine längere Belichtungszeit notwendig macht.


Schärfe durch Entfernung und Größe der Tiefenschärfe

Mein nächstes Bild verdeutlicht 2 Themen.
Blau ist die Oberkante des Objekts welches weit weg ist; Grün die Oberkante des Objektes was nahe an der Kamera steht

(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/tiefsch_blende.jpg)

Zum einen zeigt die obere Zeichnung sehr deutlich, dass mit zunehmender Entfernung die Schärfe ansteigt (Blauer Lichtfleck < Grüner Lichtfleck).
Zum anderen verdeutlicht es, dass die Zone der Tiefenschärfe bei kleiner Blende deutlich größer ist.
Obere Abbildung: der Größenunterschied zwischen Blau und Grün ist enorm
Untere Abbildung: Größenunterschied gering.

In ganz einfachen Worten: Große Öffnung = Aufpassen auf welchen Punkt ich scharfstelle, damit auch die anderen Objekte in den kleinen scharfen Bereich liegen.
Kleine Öffnung: Brauch mir um den anvisierten Punkt keine Gedanken machen, der scharfe Bereich ist groß genug um alles zu erfassen.

Die folgenden Bilder sollen den Unterschied zwischen kleinen und großen Bereich mal verdeutlich.

(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/batt.jpg)

Für das 3. Bild legte ich ein Feuerzeug mittig zwischen die Batterie und legte die Schärfe auf dieses. Man sieht beide Batterien wurden etwas schärfer. Sind aber dennoch nicht im scharfen Bereich. Der Rest ist selbst erklärend.

Gruß
Micha
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: HeiHee am 15. April 2008, 13:06:12
Da Micha sich hier so viel Mühe gibt, möchte ich noch etwas zu Linsen ergänzen:

Vergütung

Linsen haben auch zwei Nachteile - an deren Oberfläche wird immer ein Teil des Lichtes reflektiert und der Brechungsindex gilt nur für eine Wellenlänge. Für das Tageslicht würde das bedeuten, das eine normale Glaslinse das Licht wie ein Prisma in die verschiedenen Wellenlängen zerlegt (Farbfehler) und wenig Licht bei großen Linsensystemen (Objektiven) auf dem Film ankommt. Um dem entgegenzuwirken, werden die Linsenoberflächen mit extrem dünnen Metallschichten versehen - 5 bis 7 Schichten sind keine Seltenheit. Statt also einen Teil des Lichtes zu reflektieren wird mehr durch das Objektiv geleitet ("Entspiegelung") und die sich durch mehrere Linsen aufschaukelnden Farbfehler werden minimiert. Anders wären die enormen Lichtstärken bei Teleobjektiven heute nicht möglich...

Für den Anwender heißt das: die Linsen immer schön mite einem Objektivpinsel/-tuch reinigen - damit die teure Vergütung nicht beschädigt wird. Bei wem es geht: zum Schutz der Frontlinse eignet sich sehr gut ein UV- oder Skylightfilter, wenn der einen Kratzer kriegt - einfach wechseln...
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: MichaR am 15. April 2008, 18:49:28
Vergütung
Ich dachte schon, jetzt gibts Geld. :D

Tiefenschärfe/Schärfentiefe
(beides das selbe)

Wie schon angemerkt ist Tiefenschärfe der Bereich, wo wir die einzelnen Punkte als scharf empfinden. Gut auf diesem Bild zu erkennen.

(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/lineal.jpg)

Mit dem Bild wollte ich euch etwas nachweisen, was aber leider nicht wirklich erkennbar ist. Wer Fantasie hat sieht es aber vielleicht nach meinen Schilderung. (Die Düse steht bei ca 16,5 bis 17cm.)

Wer meine Beiträge genau gelesen hat und meinen Schilderung folgen konnte, für den wird sich das Folgende schon angedeutet haben.
Tiefenschärfe wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst z.B. durch die Brennweite und den Abstand zum Objekt.
Kann sich der scharfe Bereich dann gleichmäßig nach vorn und hinten ausdehnen? Ist mein Versuch mit den Batterien korrekt gewissen, einfach die Mitte anvisieren?

Nein. Wie kann man dann sicherstellen das der Schärfebereich von A nach B reicht?

Faustformel: Tiefenschärfe reicht 1/3 nach vorn, 2/3 nach hinten. Aber Vorsicht gerade bei Nahaufnahmen, es ist nur ein Richtwert.

Genaue Formel der Einstelldistanz a:
 
a = (2 x av x ah) / (av x ah)

Bsp:
av = Abstand zw. Linse und vorderen Punkt = 30cm
ah = Abstand zw. Linse und hinteren Punkt = 50cm

a=(2x30x50) / (30x50) = 37,5cm

Mit der Faustformel hätten wir uns um 8,3mm verschätzt. Bei nicht Beachtung dieses Beitrages um 25mm. X( Wer auf Rechnen keine Lust hat, und eine DSLR mit Festbrennweite hat, schaut einfach auf seine Schärfentiefe-Scala.

(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/tele.jpg)

Die Zahlen neben dem roten Strich und die darüberliegenden weißen Zahlen gehören zu dieser Scala. In dem Beispiel ist der Bereich zwischen 11,5m bis ca 25m scharf bei Blende 8.


Kleine Blende als Zaubermittel für Schärfe?

Jetzt könnte man die Überlegung haben sich ein Stativ zu kaufen und die Kamera einfach auf Blende 64 zu stellen. Scheint doch die ultimative Waffen gegen Unschärfezu sein. Je stärker man abblendet desto größer wird ein Phänomen. Dieses Phänomen ist Beugung des Lichts an der Blende. Gerade bei Nahaufnahmen darf man nicht zu stark abblenden.

(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/beug_erg.jpg)    Quelle: "Optik der Fotografie" Marchesi

Durch Beugung des Lichts an der Blendenumrandung entsteht kein ideales punktförmiges Bild, sondern ein von der Mitte zum Rand in seiner Intensität abnehmendes Bildscheibchen, das von dunklen und hellen Ringen umgeben ist.

(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/beugung.jpg)     Quelle: "Optik der Fotografie" Marchesi

Zitat von: "Optik der Fotografie" Marchesi
Sobald sich einer sich ausbreitenden Lichtwelle etwas in den Weg stellt, entstehen an den Kanten des Hindernisses Störungen in Form neuer Kugelwellen, deren Wellenzüge sich gegenseitig überlagern und daher interferieren.

Einfacher ausgedrückt: Es wird unscharf. :D

Es gilt einen Kompromiss zwischen Bildsscheibchen und zulässigen Unschärfekreis (Punktgröße die noch als scharf empfunden wird)) zufinden. Diesen Kompromiss nennt man auch "Förderliche Blende". Diese ist abhängig von der angestrebten Vergrößerung, also dem Maßstab.

Edit: Nicht dass sich hier jetzt manche Sorgen machen, weil ihr 1Cent-Stück mit Bauteil auf A4 ausgedruckt werden soll.
Genauer gesagt ist die Rede vom Abbildungsmaßstab und bedeutet "Wie groß ist das Centstück dann auf dem Film oder CCD." Und wenn er 1:1 drauf passt dann ist der CCD schon relativ groß. Also keine Panik, die förderliche Blende wird man bei 'ner gewöhnlichen DigiCam nicht so schnell erreichen.
Edit Ende

Ein paar Beispiele für analoge Kleinbildkameras:
Maßstab 1:10: Blende 34
Maßstab 1:1: Blende 19
Maßstab 10:1: Blende 3,4

Für Digi-Cams fand ich Folgendes:

Faustregel: Förderliche Blende = 50 / (M + 1)
wobei: M = Abbildungsmaßstab

ausführlicher: Förderliche Blende = U / (1,22 x λ x [1 + M])
wobei: U = Unschärfekreis, λ = Wellenlänge des Lichts und M = Abbildungsmaßstab

Aber diese Faustformel oder ausführliche Formel stehen auf kippligen Beinen, da sie gewisse Faktoren nicht berücksichtigen z.B. Qualität des Objektivs, Chipgröße und der daraus echten Brennweite, Pixelgröße und persönliche Ansprüche.

Fazit: Nicht mehr abblenden als nötig.
Der Fotograf muss nur wissen, dass es so was gibt und dran denken wenn das Bild mal mies aussieht. :6:



Gruß
Micha

P.S.: Ich seh schon alle mit dem Taschenrechner und Maßband sitzen, bei ihrer "Galerie"-Fotosession. :7:
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: Wolf am 15. April 2008, 18:53:57
Ganz große Klasse. Toll wieviel Mühe du dir hier machst, das ganze verständlich zu erklären. Vielen Dank dafür  :P
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: KlausH am 15. April 2008, 19:10:05
Dem kann ich mich nur anschließen. Klasse, Micha! :P

Schöne Grüße
Klaus
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: Plastiker am 15. April 2008, 19:30:37
Kann @Wolf und @KlausH nur beipflichten! Die Mühe die Du dir hier machst ist mehr als Respektwürdig, auch das muß ich ehrlich gestehen ich die letzten 2 Postings noch mal ganz langsam lesen werde... War auf Anhieb nicht alles ganz klar!

'Aber mit nem Taschenrechner bei der nächsten Fotosession wirst Du bei mir nicht erleben. Da mache ich lieber noch ein paar Foto´s mehr! Eine Frage kommt mir gerade durch die Windungen gekrochen. Wenn ich bisher alles richtig verstanden habe, gehst Du bei der Tiefenschärfe und den Blenden (klein/groß) von der manuellen Justierung aus oder habe ich da was falsch verstanden???

Gruß Olli, der Plastiker
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: MichaR am 15. April 2008, 19:51:04
Wolf,Klaus und Plastiker, danke für eure Anerkennung. :meister:
Ich sehe das so: Leuten die mir verraten wie man vernünftig mit 'ner Airbrush malt, denen verrate ich wie man mit Licht malt. ;)
Außerdem lerne auch ich durch meinen Beitrag, oder besser gesagt durch die Vorbereitung, dazu. Bin nun mal Autodidakt und habe früher manche Dinge großzügig überlesen. :pffft:

Thema "verständlich erklären": Ja mmmhhh. Anders passt das nun mal nicht in meinen kleinen Kopf. Deshalb hab ich auch viele Grafiken selbstgemalt. Hätte auch welche abfotografieren oder einscannen können. Aber mit den ganzen Winkelangaben&Co unter Berücksichtung von speziellen physikalischen Gesetzen, die im Fall X eintreten, trägt wenig der Verständnis bei, verwirren sogar. Auch mich. Wir wollen doch nur unsere Model(l)e fotografieren :5: und keine Kamera bauen.

@ Plastiker: Das es beim ersten lesen noch nicht richtig verstanden wird, war mir klar. Deshalb habe ich die wichtigsten Schlagwörter fett gedruckt, um es irgendwie zu erleichtern. Sämtliche Berechnung oder Schilderungen gehen bisher von manuellen Einstellungen aus, da Automatikfunktionen der verschiedenen Hersteller doch recht unterschiedlich sein können oder nicht umsetzbar sind (z.B. wie will man im Automatikmodus in einem gegenstandslosen Raum scharfstellen? Geht nur manuell oder man trickst den kleinen Computer aus). Die Blende lässt sich bei den meisten Kameras über den "A-Modus" oder "Blendenpriorität" einstellen.

Gruß
Micha
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: Plastiker am 15. April 2008, 20:17:04
Ja ein ewiges geben und nehmen! :D


Aber nochmal zurück zum manuellen Einstellen! Meine Cam ist wie gesagt ein Erbstück meiner Mutter gewesen und bisher habe ich mich auf die Automatik verlassen oder besser ausgedrückt sie genutzt um erstmal wieder mit der Materie Fotografie vertraut zu werden! Früher habe ich mit einer SL35 von Rollei gearbeitet, aber nachdem die Augen eher schlechter wurden, habe ich auf eine einfache Digitale gewechselt. Danach kam die Canon und da hieß erstmal wieder umstellen auf richtiges Fotografieren...

Was die vielfältigen Möglichkeiten der Cam angeht möchte ich hier mal nicht eingehen, da es sonst den Rahmen sprengt und den anderen in keinster Weise hilfreich ist!


Nun, deine Erklärungen sind gut und das Du das fettgedruckte ja nicht zum Jux reinsetzt war mir klar! Nach langer Abstinenz ist aber sehr schwer da wieder rein zu kommen und das ehemals erlernte wieder aufzufrischen. Also ich werde dran bleiben, damit ich aus meinen eigentlich nicht schlechten Bildern noch ein wenig mehr rausholen kann!


Gruß Olli, der Plastiker
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: Hans am 15. April 2008, 20:40:48
Micha, danke für deine Mühe. Aber ich geb' zu, seitdem ich komplett auf Digital umgestiegen bin und zudem im Wechsel DSLR oder meine kleine Lumix nehme....mach ich mir über verschiedene Dinge aus der Analog-Zeit keine Gedanken mehr. Insbesondere rechne ich nicht herum...wobei ich schon ein wenig brauchte, von alten Analog-Gewohnheiten Abstand zu nehmen...insbesondere 'erprobte' Blendenwerte.

Zitat
Chipgröße und der daraus echten Brennweite

Das ist der Gag dran.

Aber natürlich hat sich die Physik nicht geändert, logisch. Die Einflussfaktoren Licht-Blendenwert-Abstand-Brennweite sind immer noch die selben. Bloss rechnen tu' ich nix mehr...

H
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: MichaR am 16. April 2008, 19:21:57
Verschlusszeit

Ist neben der Blende maßgebend für die Belichtung. Sie steuert wie lange das Licht einwirken darf und bestimmt dadurch die Helligkeit mit. Aber sie hat eine fast wichtigere Funktion. Schnelle Bewegung einzufrieren, und damit scharf abzubilden.
Dabei spielt nicht nur die Geschwindigkeit des Objektes eine Rolle, sondern auch Abstand, Brennweite und der Winkel zur Aufnahmeachse.

Zusammengefasst: Wie schnell bewegt sich das Motiv im Sucher.  ;)
Kann man sich eigentlich ganz gut vorstellen.

(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/05.jpg)

Oder hat der da geparkt!? ?(


ISO

ISO-Wert beschreibt die Lichtempfindlichkeit eines Films/CCDs. Je höher der Wert desto empfindlicher reagiert er auf Licht. Beim analogen Film stieg mit dem ISO-Wert die Körnung und die Bildschärfe fiel ab. Bei Digicams steigt mit zunehmenden Wert das Bildrauschen.

(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/iso1.jpg)

Die beiden Bilder sehen sich auf den ersten Blick ähnlich.
In einer Vergrößerung zeigen sich die Unterschiede.

(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/iso.jpg)

Von Kamera zu Kamera kann sich die Ausprägung dieses Rauschens stark unterscheiden. Einige Kameras besitzen einen zuschaltbaren Rauschfilter, die diese Punktchen ganz gut rausfiltern können.
Wer das Rauschverhalten seiner Kamera (oder die noch im Elektronik-Markt steht) überprüfen möcht, kann eine Testreihe mit verschiedenen ISO-Werten machen in dem man den Objektivdeckel drauf läßt oder die Linse abdeckt. So kommt man auch Pixelfehlern auf die Schliche.

So weit die Theorie um ein scharfes Bild zubekommen.  :klatsch:


Gruß
Micha

Bloss rechnen tu' ich nix mehr...

Ich doch auch nicht. Machs auch mit dem Auge. Das ist ja das schöne an der digitalen Technik. Aber wie es im Theoriebereich nunmal so ist, man lernt 'ne Menge die man nur selten bis garnicht brauch.  :D

Wer aber unbedingt die Schärfe auf den Bereich von Stoßstange zu Stoßstange beschränken will, kommt um eine Formel nicht herum.
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: HeiHee am 17. April 2008, 08:56:07
Weil's grad paßt, möchte ich an dieser Stelle noch einen Link einstreuen :winken::

http://home.arcor.de/ratfisch/download.htm#pbfp (http://home.arcor.de/ratfisch/download.htm#pbfp)

"Bernie's Foto-Programm" ist ein Lexikon, das auch rechnen kann... :P
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: MichaR am 17. April 2008, 11:29:17
Wollte gestern eigentlich noch was zum Rauschverhalten und Rauschfilter sagen. Wollte es aber mit Bildern verständlicher machen.
Jetzt hab ich mit meinen Kameras etwas rum gespielt. Nun heißt es Staub vom Monitor weg und genau hingesehen. :D

Rauschverhalten und Rauschfilter

Das elektr. Rauschen eines CCDs nennt man auch Dunkelstrom. (Ja ich hab mich etwas schlau gemacht, und wurde bei den Astronomen fündig.)
Dieser Effekt entsteht durch thermische Elektronen. Diese Elektronen werden allein aufgrund der Wärmebewegung der Atome im CCD registriert. 8o

(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/isopixel.jpg)

Gut zu wissen. Aber wie kriegt man das weg. Durch einen Dunkelabzug/Dunkelbild (Bild1). Bild1 entstand bei verdeckten Objektiv. Die weiß eingerahmten Auschnitte habe ich mal zur Verdeutlichung aufgehellt. Das Rauschverhalten dieses Chips ist super. Was aber im Bild1 besonders auffällt sind die Hotpixel (defekte Sensoren) :12: , vorallem der grüne am rechten Bildrand. In jedem Foto was ich mache ist er deutlich zu erkennen (Bild2).

Nun schalte ich meinen Rauschfilter hinzu (Bild3). Weg sind die Biester. Wie macht dass dieser Filter. Darkframe Substraction :D Er analysiert das Dunkelbild und kennt damit die Schwächen des CCDs und rechnet die Fehler auf dem echten Bild einfach raus. Wer die Funktion nicht besitzt kann das am Rechner mit geeignet Software selber machen.

Was soll Bild4? Dies ist mal zum Vergleich wie stark unterschiedlich das Rauschverhalten von Kameras ist. Das eine Bild stammt von einer ca. 7Jahre alten Cam, das andere von einer ca. 1Jahr alten. Nun ratet welche hat welches Foto gemacht. :pffft:

Gruß
Micha
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: HeiHee am 17. April 2008, 15:22:51
Und noch eine Ergänzung...

Beim Einschalten macht normalerweise jede Digikam einen Schwarzabgleich, d.h. das CCD wir ausgelesen ohne daß Licht darauf fällt. Das Problem ist aber das statistische (Wärme-) Rauschen, was besonders bei langen Veschlußzeiten auftritt. Um darauf eine Darkframe Substraction anwenden zu können, kann man direkt danach ein schwarzes Bild mit derselben Belichtungszeit aufnehmen (wenn man die Zeit manuell wählen kann...). Im Bildbearbeitungsprogramm wird dann einfach vom Bild das schwarze Bild subtrahiert - bei perfekt Schwarz passiert nix, das ist ja gleich 0,0,0 (RGB, bei acht Bit ist perfekt weiß 255,255,255 oder FF,FF,FF in Hex).

Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: MichaR am 17. April 2008, 17:02:33
Im Bildbearbeitungsprogramm wird dann einfach vom Bild das schwarze Bild subtrahiert - bei perfekt Schwarz passiert nix,

So ganz versteh ich nicht was du meinst und was das bringt. *dummi* . Hatte zwar auch eine Idee es über Ebenenverrechnung zumachen. Aber wenn ich darf zeig ich mal wie ich das so rein zufällig heute gemacht habe :pffft: . Eigentlich ging es dort zwar mehr um die Hotpixel-Problematik und wie man ganze Ordner von Bildern automatisch Reparieren kann. Wollte es aber irgendwann mal als PDF-Datei zur Verfügung stellen. Hat ja nicht jeder Photoshop.

Meine neue Idee ist Dem Programm verständlich machen wo die Fehler auftreten, diese auszuschneiden und mit einer passenden Farbe aufzufüllen oder zumindest durchscheinen zulassen. :8:.

1. Schritt: Bild und Dunkelbild laden

(http://mirei.mi.ohost.de/digital/01.jpg)

2. Schritt: Dunkelbild Farbe entziehen, die sind bei einer „Lochmaske“ egal

(http://mirei.mi.ohost.de/digital/02.gif)

3. Schritt: Helligkeit der Hotpixel auf weiß setzen (Bild-Anpassen-Tonwertkorrektur)

(http://mirei.mi.ohost.de/digital/03.jpg)

4.Schritt: einen Farbkanal kopieren, sind durch den Farbentzug identisch

(http://mirei.mi.ohost.de/digital/05.gif)

Nun habe ich meine Lochmaske vorbereitet, jetzt muß die ähnliche Farbe zum Ausbessern her. Da sind die Farben des näheren Umkreises um die Fehlerstellen ideal.

5. Schritt: Ebene des Fotos kopieren (Roter Kreis), Kopie weichzeichnen (Filter-Weichzeichner-Gaußscher Weichzeichner)

(http://mirei.mi.ohost.de/digital/06.gif)

6. Schritt: kopierten Farbkanal als Auswahl ins Foto laden

(http://mirei.mi.ohost.de/digital/07.gif)
(http://mirei.mi.ohost.de/digital/08.gif)

7. Schritt: Jetzt muß unser Bild nur noch gelocht werden. Aus der neuen Auswahl eine Maske für das weichgezeichnete Bild schaffen (Ebenenmaske hinzufügen) oder nicht ganz so elegant, die Entf-Taste drücken.

(http://mirei.mi.ohost.de/digital/09.gif)

Fertig.

(http://mirei.mi.ohost.de/digital/10.jpg)


Lochmaske speichen


Schritt 1 und 6 die Auswahl in neuem Bild speichern (Auswahl-Auswahl speichern)

(http://mirei.mi.ohost.de/digital/11.gif)
Das so neu erstellte Bild bei jeder Bearbeitung laden, das erspart dann Schritte 1 bis 4.


Bild auf Tastendruck reparieren lassen

„Neue Aktion“ wählen

(http://mirei.mi.ohost.de/digital/12.gif)

Schritte 5 bis 7 ausführen, danach Stoppsymbol drücken

Ab sofort steht eine neue Aktion zur Verfügung. In Zukunft nur Bild und „Maskenbild“ laden. PLAY drücken. Fertig.

(http://mirei.mi.ohost.de/digital/13.gif)

Ganze Ordner automatisch bearbeiten lassen.

Maskenbild laden.
(http://mirei.mi.ohost.de/digital/14.gif)


Aktion wählen
Den Quellordner wählen
Unter Ziel einen Ordner wählen, wo die bearbeiteten Bilder gespeichert werden sollen.

(http://mirei.mi.ohost.de/digital/15.gif)

Los geht’s.
Sogar mein Dunkelbild wurde repariert.

(http://mirei.mi.ohost.de/digital/16.jpg)

Und Fertig. Die Aktion läßt sich zwar noch verfeinert, aber so gehts auch.


Gruß
Micha

P.S. Sorry für die vielen Bilder und meinen Schreibstil ala Computerbild-Schritt für Schritt-Anleitung.
Editieren werde ich später. Und wenn es denn Rahmen des Themas sprengt, wird gelöscht. :woist:
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: Rolle am 17. April 2008, 17:13:06
Sehr interessante Sache die du hier machst, besonders letzteres finde ich prima.
Also nix löschen ;)
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: MichaR am 17. April 2008, 17:34:08
Das war ja auch in Crash-Kurs.
Einführung in "Warum auch Filter Sinn machen, die eigentlich das ganze Bild verderben"
Einführung in "Nutzen von Farbkanälen als Auswahlbereich"
Einführung in "Nutzen von Ebenemasken als Locher" :D
Einführung in "Aktionen und Automatismen""

Die obere Anleitung ist bis jetzt erst ein Ansatz. Wenn das Pixelrauschen bei jedem Foto gleich ist, wüßte ich schon wie es weiter geht. Mit einer Art zusätzlichen Kantenschutz. Aber erstmal nachforschen. :rolleyes: Oder HeiHee gibt noch den fehlenden Denkanstoß.
Achso fast vergessen , aber so ist das wenn man zwischen 3 PC hin und her rennt. Die obere Beschreibung ist die perfekte Waffe, wenn ihr irgendwann man feststellt das ein paar Pixel eurer geliebten DigCam versagen und ihr keine Lust habt die 326 Urlaubsbilder per Hand mit dem Stempel zu bearbeiten.

Gruß
Micha

Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: HeiHee am 18. April 2008, 08:35:59
Ich habe folgendes probiert (Gimp):
Bild und Schwarzbild öffnen, Schwarzbild komplett kopieren und als neue Ebene in das Bild einfügen, Modus der Schwarzbildebene auf Subtrahieren stellen, evtl. Farbabgleich durchführen.

Das ganze habe ich da her: http://www.mile23.com/node/64 (http://www.mile23.com/node/64) bzw. http://www.ddisoftware.com/qimage/qimagehlp/dark.htm (http://www.ddisoftware.com/qimage/qimagehlp/dark.htm) (Absatz (1))

Grundidee: hat ein Pixel z.B. zuviel Grünwert, wird durch die Subtraktion der Grünwertfehler des Schwarzbildes abgezogen



Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: MichaR am 18. April 2008, 19:24:53
Ich hab mir den ganzen Tag den Kopf zerbrochen. Bin ich zu doof? Oder war mein Dunkelbild falsch? Und warum zum Geier hatte ich anfangs die gleiche Idee wie es HeiHee beschrieb. ?(

Grundidee: hat ein Pixel z.B. zuviel Grünwert, wird durch die Subtraktion der Grünwertfehler des Schwarzbildes abgezogen

Genau das war der Urschleim meiner fixen Idee und warum es nicht funktionierte. Wenn sich auf einem Pixel zuviel Grünanteil zeigen geht es. Aber was wenn keine Information mehr vom Grün-, Rot- oder Blausensor kommen, weil er nunmal kaputt ist. Wie es nunmal bei meiner guten, alten Kamera der Fall ist.
Der grüne Punkt ist immer das gleiche Grün, egal welche Farbe der Pixel eigentlich zeigen sollte, egal welche Belichtungszeit. Beim add. Farbsystem bedeutet das: grün minus grün gleich schwarz.
(http://mirei.mi.ohost.de/digital/dark.jpg)

Hat mich das wenigstens beim klassischen elektr. Rauschen weiter gebracht!?
Wenn das Pixelrauschen bei jedem Foto gleich ist...,

Nein ist es nicht. Einfach mal Objektiv im Automatikmodus abdecken, und man sieht die Pixel tanzen.

Der Darkframe Substraction wollte ich dennoch die Chance lassen es mir zu zeigen. Probieren geht über studieren.

Original:
(http://mirei.mi.ohost.de/digital/vor.jpg)

Bearbeitet:
(http://mirei.mi.ohost.de/digital/nach.jpg)

Fazit: Schon beim Fotografieren auf niedrigen ISO-Wert achten! Dann brauch man sich auch nicht mehr den Kopf darüber zerbrechen. :klatsch: Es gibt gute Rauschunterdrückungsfilter und weniger gute. Und wie die Cam-Software das bis ins Detail macht sprengt glaube ich wirklichen den Rahmen hier. Uns als Modellbauer oder Fotografen interessiert nur ob es funktioniert oder nicht.  :P

Fortsetzung folgt

Gruß
Micha
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: MichaR am 19. April 2008, 17:23:37
Nach unseren kurzen Trip in die Welt der digitalen Bildbearbeitung, nochmal zurück zu Schärfe und seinen Erzfeind Unschärfe.

Muss denn immer alles scharf sein? Will ich das denn eigentlich? Hier kommt wieder einmal eine grundsätzlich Frage ins Spiel. „Was will ich mit meinem Bild sagen? Was will ich zeigen?"

Zum Beispiel hier noch einmal das Bild von weiter oben bzw. Seiten zuvor, geben wir ihm mal den Titel „Schönes Auto“

(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/05.jpg)

Schön scharf. Jetzt könnten wir anfangen zu diskutieren. „Ist das wirklich einen schönes Auto!?“, „Wie schnell fährt er oder hat der dort geparkt!?“

Das bringt mich zum nächsten Bild. Titel „Pärchen hat einen aufregenden Tag“

(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/03.jpg)

Hier kommt doch schon eher die Geschwindigkeit rüber. Mit steigender Verschlusszeit steigt auch der Wischeffekt des Fahrzeugs. Klar vom Auto ist nicht mehr viel zu erkennen. Es geht ja aber um das Pärchen.

Bildtitel: „Mann, waren die schnell“

(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/04.jpg)

Durch eine längere Verschlusszeit und das Mitziehen der Kamera, unter Beachtung dass das Objekt stets an derselben Stelle im Sucher ist, wird das Objekt scharf und der Hintergrund erhält einen Wischeffekt.
Was mir bei diesem Bild nicht so ganz geglückt ist. War damals auch so das ziemlich erste Mal das ich eine Kamera in der Hand hielt (übrigens Originalauflösung des Bildes 640x480). Passt aber gerade zur Thematik.


Mal ein ganz anderes Beispiel. Ein Mini-Bach.

(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/01.jpg)

Hätte auch mit kürzerer Zeit arbeiten können. Der kleine Wasserfall wäre dann eingefroren.

Ein Motiv wo die Kameraautomatik versagt, außer sie hat einen Feuerwerks-Modus oder wie er sonst heißen könnte.
Hier gilt: unendliche Entfernung, kleine Blendenöffnung, hohe Belichtungszeit. Bei 15sec Belichtungszeit schaffts Hr. Müller vielleicht sogar noch eine 2. Rakete abzufeuern.

(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/06.jpg)

Das waren jetzt alles Beispiele für Bewegungsunschärfen. Soll doch auch mal ein Beispiel für Tiefenschärfe oder besser gesagt dessen Unschärfe folgen. Neulich war ich im Garten und hatte keine Lust mehr nur meiner besseren Hälfte beim Umgraben zu zusehen. Ich wollte was tun. :D Fotos sammeln, um an dessen Beispiel euch irgendwas zu erklären.

(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/baum.jpg)

Auf dem Linken werde ich jedes mal an diesen häßlichen Zaun erinnert. Das Auge pendelt ständig zwischen Vorder- und Hintergrund hin und her. Einmal gezielt den Schärfebereich beeinflußt und es wird klar, was ich eigentlich fotografieren wollte.

Nächstes mal will ich über Belichtungsmesser sprechen. Oder doch die Objektive. :rolleyes: Langsam verlier ich komplett den roten Faden. Sowas passiert wenn man 'zig Themen anfängt und alle halbfertig sind.

Gruß
Micha
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: starship24 am 19. April 2008, 18:25:51
@MichaR Hallo, liege ich richtig, wenn ich einen niedrigen ISO-Wert von beispielsweise 100 einstelle, als auf Automatik zu gehen?  :rolleyes: Nur mal als Frage nebenbei. MfG Jörg.  :winken:
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: MichaR am 19. April 2008, 19:58:16
@starship24 und alle anderen: Die Frage ist mit kurzen Worten fast garnicht zu erklären. Ich versuche es trotzdem.

Es gab eine Zeit, da gab es nur die 2 Möglichkeiten: Automatik (Friss meine Einstellung oder stirb-Modus) und Manuell (Kümmer dich selbst du A..-Modus). Es wurde im reinen Automatik versucht einen Kompriß zu finden zwischen Belichtungszeit (Wackel-Wackel), Tiefenschärfe (alles scharf oder nicht) und ISO-Wert (Rausch), egal was man fotografierte oder wo oder zu welcher Tageszeit. Später kamen Dinge wie Portrait-Modus (Priorität: Gesicht scharf; Hintergrund nicht = Tiefenschärfe gering) hinzu, eventuell hat ein Hersteller einen "Portrait in Bewegung bei wenig Licht"-Modus in der Schublade. Das bedeutet: Wenig Licht = Große Blende; Schnelle Bewegung = kurze Belichtungszeit. Da bleibt nur noch ISO-Wert ganz rauf. 

Was will ich mit dem übertriebenen Beispel sagen: Wenn ich die Wahl zwischen Rauschen, Unschärfe und Belichtungszeit habe, sage ich ganz klar: Rauschen darf nicht sein. Die Belichtungszeit bekomme ich mit 'nem Stativ in den Griff, Gewollte Unschärfe im Bild mit 'nem Bildverarbeitungsprogramm. Aber das Rauschen? Noch nicht. ;)
Festlegung der ISO-Werte heißt noch nicht dass man den Automatikmodus verläßt.  Bei vielen Digis kann man auch im Setupmenü auswählen, dass man ausschließlich 100er ISO verwenden möchte, auch im Automatikbetrieb. Zumindest bei allen Digis die ich bisher in den Fingern hatte. Man begrenzt den kleinen Computer in der Kamera nur an den 2 übrig gebliebenen Werten herumzustellen. In Blenden- oder Verschlußzeit-Priorität nur noch an einer. Und im Manuell-Betrieb: Nix da, ich bin hier der Chef!

Wie ich bereits erwähnte, ist bei allen Kameras das Rauschverhalten anders. Vielleicht ist der Unterschied zwischen 100 und 200 ISO garnicht sichtbar. Der daraus ergeben Belichtungszeitunterschied aber vielleicht der Unterschied zwischen Freihand- und Stativaufnahme. Da helfen aber nur Testaufnahmen unter gleichen Lichtverhältnissen, um Vergleiche zu ermöglichen.

Kurz und knapp :pffft:

Gruß
Micha
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: panzerchen am 19. April 2008, 20:42:59
Du sprichst einen interessanten Punkt an: 
die voreingestellten Modi !

Bei meiner Ricoh Caplio G3 ( ? ) z.B. nennen die sich "Scene".
Das Üble bei meiner Cam ist der Umstand, daß nicht näher beschrieben ist was die Modi eigentlich bewirken, und daß kein neutraler Modus existiert !

Du scheinst über den wesentlich vollständigeren Informationsschatz zu verfügen als ich, darum frage ich mal ganz naiv was Du über diese Modi kennst.

- Portrait:
 da hast Du schon geagt daß die Tiefenschärfe gering ist.
ich schließe daraus-->für unsere Modellfotografie wenig bis gar nicht geeignet.

- Sport:
 vermutlich äußerst kurze Verschlußzeit und damit große Blende und wieder geringe Tiefenschärfe.
-->also ebenfalls wenig geeignet ????

- Landschaft:
 Ricoh sagt:  "für viel Grün"
-->sagt mir gar nix !!!!  was macht dieser Modus,  und wie geeignet ist er für unsere Modellfotografie ????

- Nacht-Portrait:
 "für wenig Licht" ( also wohl wieder große Blende, und lange Belichtungszeit ? )
-->geringe Tiefenschärfe, Rauschen, verwackeln ?  völlig ungeeignet ???

- dann gibbet noch "Text" und "Dämmerlicht".
--> ??????

Jetzt:
Was tun ???
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: olli am 19. April 2008, 21:33:05
Du sprichst einen interessanten Punkt an: 
die voreingestellten Modi !

Bei meiner Ricoh Caplio G3 ( ? ) z.B. nennen die sich "Scene".
Das Üble bei meiner Cam ist der Umstand, daß nicht näher beschrieben ist was die Modi eigentlich bewirken, und daß kein neutraler Modus existiert !

Du scheinst über den wesentlich vollständigeren Informationsschatz zu verfügen als ich, darum frage ich mal ganz naiv was Du über diese Modi kennst.

- Portrait:
 da hast Du schon geagt daß die Tiefenschärfe gering ist.
ich schließe daraus-->für unsere Modellfotografie wenig bis gar nicht geeignet.

- Sport:
 vermutlich äußerst kurze Verschlußzeit und damit große Blende und wieder geringe Tiefenschärfe.
-->also ebenfalls wenig geeignet ????

- Landschaft:
 Ricoh sagt:  "für viel Grün"
-->sagt mir gar nix !!!!  was macht dieser Modus,  und wie geeignet ist er für unsere Modellfotografie ????

- Nacht-Portrait:
 "für wenig Licht" ( also wohl wieder große Blende, und lange Belichtungszeit ? )
-->geringe Tiefenschärfe, Rauschen, verwackeln ?  völlig ungeeignet ???

- dann gibbet noch "Text" und "Dämmerlicht".
--> ??????

Jetzt:
Was tun ???

Das Problem ist, daß jeder, bzw. einige, Hersteller, für die verschiedenen Modi andere Einstellungen zugrunde legen. Der eine mag z.B. bei Portrait die Blende weiter öffnen bzw. so weit öffnen wie es geht, der andere Hersteller optimiert hierbei noch zusätzlich die Farbbalance auf die Hauttöne.

Beim Nacht-Modus mag es sein daß der eine Hersteller nur die Blende möglichst weit aufmacht, der andere Hersteller erhöht noch die ISO.

Wenn Ricoh bei Landschaft für mehr grün sagt, wird hierbei wohl die Farbsättigung z.B. für die Grüntöne erhöht um diese Farben satter darzustellen. Kann u.U. aber auch in die Hose gehen da es bei manchen Motiven zu bunt werden kann.

Entweder Ricoh anschreiben und fragen was geändert wird, oder in den jeweiligen Modi Bilder machen und die EXIF anschauen.
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: Hans am 19. April 2008, 23:35:40
http://www.ricohpmmc.com/de/products/camera/caplio_G3/caplio_G3_Specification.htm

Achim, wenn ich das richtig verstehe, würde ich Makro + Landschaft nehmen.

H.
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: MichaR am 20. April 2008, 10:20:31
@ panzerchen: Schön das du mitdenkst. Viele deiner Modis konntest du ja selber erklären.

Wie Olli bereits erwähnte ist es nicht so genau zu sagen.
Zitat
Das Problem ist, daß jeder, bzw. einige, Hersteller, für die verschiedenen Modi andere Einstellungen zugrunde legen.

Landschaft: Objekte wie Bäume sind meist weit weg bis unendlich, bedeutet schön scharf in der Ferne. Meist wird im Weitwinkelbereich fotografiert, bedeutet schön scharf in allen Blenden. Somit ist bereits ein Maximum an Schärfe gegeben. Die Kamera kann also getrost eine offene Blende wählen um eine kurze Belichtungszeit zu erreichen. Das ist wieder wichtig da weit entfernte Objekte schneller verwackelt sind.
Das "viel Grün"!? Kann mir eigentlich nur vorstellen dass es dabei wichtig für den Farbtemperaturausgleich ist.

Text: Hohe Kontraste zwischen Schwarz/Weiß mit hohen Anteil an Weiß; wichtig für den Belichtungsmesser.

Dämmerlicht: Wichtigster Punkt die Farbtemperatur.

Nachtportrait: Da ist es schon so Dunkel dass auch das Rumdrehen an Blende & Co keinen Sinn mehr machen. Das heißt Blitz. Dadurch hätten wir den Vordergrund schön hell, der Hintergrund rabenschwarz. Um noch Restlichter der Stadt einzufangen wird erstmal trotzdem lange belichtet (=total unscharfes Bild), dann wird der Blitz ausgelöst und hellt die Person auf. In dem Sinne eine Doppelbelichtung. (Helles Scharfes Blitzbild + dunkleres unscharfes Bild = Helle Person vor Restlichtern der Stadt)

Ich würde dir zum Portrait-Modi raten. Grau ist alle Theorie. Bei DigiCams ist es, aufgrund ihrer kleineren Chipdiagonalen und der kleineren Brennweite, garnicht mal sooo einfach den Hintergrund gewollt unscharf zu bekommen. Die meisten Fotohandys haben ein FixFocus-Objektiv, heißt keine Vorrichtung um scharf zustellen, weil sie wissen ab einem Abstand von wenigen Zentimetern wird eh alles scharf.


Das waren mal so meine Gedankengänge.

Gruß
Micha
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: MichaR am 20. April 2008, 11:41:01
Die Welt ist grau

Nein ich möchte hier nicht über die achso schlechte Welt jammern. :D Es geht um den Belichtungsmesser und wie er funktioniert.

Häufig hört man die Frage:Reicht der Belichtungsmesser der Kamera aus. Bei Dauerlicht in den meisten Fällen ja.

Optimal sind TTL-Belichtungsmesser (Trough The Lens). Sie berücksichtigen alles was man ihnen vor die Linse hält, z.B. Farbfilter oder Vorsatzlinsen.

In der Kamera stehen meist 3 Einstellungen für den Belichtungsmodus zur Verfügung:

Mehrzonenmessung. Errechnet den Mittelwert eines Bildes mit Schwerpunkt zum Mittelpunkt. Bei normalen Lichtverhältnissen und viel Hintergrund super.
Viel Hintergrund heißt das irgendwelche "alltäglichen" Gegenstände um das Hauptmotiv ringsherum sind.

Mittenbetonte Integralmessung: Zum Fotografieren eines Hauptmotives besser geeignet, da die mittlere Partie zu 80% in dei Berechnung mit einfließt.

Spotmessung: Arbeitet noch exakter. Für die  Berechnungen der Belichtung wird nur der zentrale Anteil berücksichtigt. Das sind ca. 3% des Bildes.

Alle 3 haben eins gemein: In den Berechnungen soll ein Mittelwert entstehen.


Ich habe mal wieder einpaar Bilder vorbereitet um zu verdeutlichen wie das funktioniert und wie es sich auswirkt.

(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/grau.jpg)

Bei diesem Bild, welches ich für meinen Baubericht anfertigte, habe ich alles der Kamera überlassen, auch die Belichtung. Wenn ich im ersten Schritt die Farbe entferne, die für die Belichtungsautomatik keine Rolle spielt, und weichzeichne , entsteht ein Bild ähnlich wie die Automatik unser Motiv sieht. Um es noch stärker zu verdeutlich habe ich den Pixelbrei noch stärker unscharf gemacht. Wir sehen ein mittleres Grau, also den angesprochenen Mittelwert. Zum Vergleich ein genau 50% Grau als letzte Abbildung.

Wie man sieht funktioniert diese Methode hervorrangend. Unter Normalen Lichtbedingungen und Normalen Hintergrund.

Wie ist das bei "Studiohintergrund" und "Studiolicht"!? Wir wollen z.B. ein Bild machen, dunkler Hintergrund/dunkles Motiv. Was passiert!? Es wird zu hell. Dunkles Motiv/heller Hintergrund und davon auch noch reichlich auf dem Bild zu sehen, da ich das Modell nicht groß abgebildet habe. Was passiert. Zu dunkel......

Ähnliche Probleme bei beabsichtigter Hell/Dunkel-Verteilung.

(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/grau2.jpg)

Ich will nur Scheinwerfer und Grill hell haben, der Rest soll in Dunkelheit verschwinden. Für die Automatik ist meine Ansicht komplett falsch, da sein errechnetes Bild fast schwarz ist. Sie steuert gegen um wieder ihr heißgeliebtes Grau zu bekommen. Bild hell, Scheinwerfer und Grill aber überstrahlen. Das aufgehellte Bild wurde am PC aufgehellt, und daraus das Grau erzeugt. Wollte ja nur zeigen was die Kamera gemacht hätte.

Gegenmaßnahmen:
- die meisten Kameras besitzen eine Belichtungskorrektur, um ein Bild heller oder dunkler zu machen
- Verwendung einer Graukarte
- Hintergrund so gestalten das sich im Gesamtbild ein mittleres Grau ergibt (Nicht in der Farbigkeit, sondern in seiner Helligkeit)

So ich glaube jetzt hat es bei manchen klack :8: gemacht, warum ihre Bilder immer zu dunkel werden. Obwohl sie einen schön hellen Hintergrund hatten. Und bei anderen die Blau wählten die Bilder immer korrekt sind.


Gruß
Micha
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: Wolf am 20. April 2008, 22:50:07
Bei mir macht es schon die ganze Zeit klack :D....nochmal danke für die Erklärungen.
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: MichaR am 25. April 2008, 11:18:42
Heute gibt es mal wieder etwas Theoriekram von mir. ;)

Was wichtiges vorweg: Beim Kauf einer Digital-Kamera finden wir eigentlich falsche Brennweitenangaben vor. Bei einer Durchschnittlichen 3fach Zoomkamera heißt es meist „35-105mm“. Das sind Vergleichszahlen die die Hersteller angeben. Man spricht von Equivalentwerten. Die CCD-Chips sind in der Diagonalen kleiner als der KB-Film, dem zufolgend auch die Brennweiten, um einen identischen Bildausschnitt zu zeigen. Weiterhin haben verschiedene Kameramodelle auch verschieden große CCDs. Um den Kunden nicht zu verwirren und einen Vergleich überhaupt möglich zu machen, werden als Vergleichswerte die Kleinbild-Werte angegeben.
Warum war das jetzt so wichtig? Bei einigen Objektiven werden wieder die realen Werte angegeben und mein Beitrag bezieht sich auf KB-Werte, da sie am weitesten verbreitet sind.

Objektive:

Objektive lassen nach ihrer Brennweite in 3 Gruppen einteilen: Weitwinkel, Normalobjektiv, Teleobjektiv

Die tatsächlichen Brennweiten hängen, wie bereits erwähnt vom Aufnahmeformat ab. Das Kleinbild (24x36mm) hat eine Diagonale von 50mm, also gilt ein Objektiv mit 50mm Brennweite als Normalobjektiv. Eines mit 80mm als leichtes Tele. Bei einer 6x6 Kamera (Mittelformatkamera) beträgt die Diagonal 80mm. Demnach wäre es an dieser Kamera wieder ein Normalobjektiv.
Mit zugehörigen Normalobjektiv erfassen beide Kameras den selben Motivausschnitt.


Normalobjektiv:
Brennweite=Diagonal, bedeutet 50mm. Es bildet Motive in etwa so ab, wie es das menschliche Auge sieht. Haben in der Regel eine hohe Lichtstärke.


Weitwinkel:
Erfassen einen sehr großen Bildwinkel und "verkleinern" dadurch ein Bild. Typische Brennweiten liegen zwischen 15-35mm. Sie besitzen eine hohe Tiefenschärfe bei allen Blenden. Können aber unter Umständen Verzeichnung am Bildrand zeigen, in Form von gebogenen Linien z.B. gebogene Hausdächer. Für Portraits sind Weitwinkelobjektive weniger geeignet, da eine Nase dadurch sehr groß erscheinen kann. Ähnlicher Effekt wie bei einer Weihnachtsbaumkugel.

(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/weitwinkel.jpg)

Dieses Bild entstand mit einer Brennweite von 24mm (Equivalent). An diesem Beispiel sieht man ganz gut den Kugeleffekt.


Tele:
Typische Brennweiten sind zwischen 80 und 300mm
Sie zeigen nur einen sehr kleinen Bildwinkel, nur einen kleinen Ausschnitt, dadurch entsteht eine Vergrößerung. Teleobjektive sind gut geeignet für ferne Objekte und Nahaufnahmen. Besitzen aber eine geringe Tiefenschärfe. Und durch die hohe Vergößerung sind kurze Belichtungszeiten notwendig.
Natürlich gibt’s noch größere Teleobjektive. Das sogenante Fernobjektiv. Sie reichen von 400mm bis 1200mm. Durch Gewicht und der hohen Vergrößerung sind Aufnahmen nur mit Stativ empfohlen, auch in Zeiten des Bildstabilisators.

(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/objektive.jpg)
(Quelle: J. Hedgecoe- Meine grosse Fotoschule)

Zoom:
Deckt einen bestimmten Brennweitenbereich ab. Ermöglicht rasche Vergrößerung/Verkleinerung eines Ausschnitts ohne das Objektiv zu wechseln
Lichtstärke ist im Allgemeinen niedriger als bei Festbrennweiten.

Es gibt noch eine Vielzahl an Spezialobjektive wie Spiegelobjektiv, Makroobjektive…

Nur auf eine spezielle Art möchte ich noch eingehen. Das Universalobjektiv. Hat so gut wie jeder zuhause. Es reicht vom leichten Weitwinkel bis zum mittleren Tele. Und hat meist als Zusatzoption Makro. Ist das dann ein echtes, vollwertiges Makro, um von Insekten die Augefarbe zu bestimmen? Nein. Es werden lediglich ein paar Linsen verschoben um im Nahbereich Fehler auszugleichen. Abbildungsmaßstäbe 2:1? Undenkbar.


Zitat:: In der Praxis genügt es, das Objektiv nach folgenden 3 Faktoren zu beurteilen
Objektivdaten - Brennweite, Lichtstärke, Bildkreis
Objektivleistung - Schärfe, Farbkorrektur usw.
Objektivtyp - Normalobjektiv, Weitwinkel, usw.

Wessen Praxis!? Vielleicht des Berufsfotografen mit nahezu ungeschränken Geldmitteln. Wenn ich euch jetzt sagen würde, dass Objektiv eurer DigiCam ist nicht viel wert, würdet ihr sie dann wegwerfen und euch einen Kamerabody kaufen, und eine Festbrennweite für 2000€ dazu?! Ich glaube nicht. Vielmehr sollte man das Vorhandene oder preislich Machbare einfach optimal nutzen. Für uns ist wichtig zu wissen dass 50mm dem menschlich Auge entspricht und alles was drunter oder drüber ist zu mehr oder weniger sichtbaren Fehlern führt.



Für die die beim nächsten Kamerakauf dem Verkäufer Löcher in den Bauch fragen möchten, ein kurzer Überblick im Lexikonstil:
:D

Objektivdaten:
Brennweite: siehe oben
Lichtstärke (relative Öffnung): Verhältnis zwischen Durchmesser und Brennweite des Objektives (z.B. 1 : 3.5); je höher der Durchmesser desto mehr Licht kommt durch
Bildkreis: Objektive erzeugen ein kreisförmiges Abbild, welches im Bildfeld in Schärfe und Ausleuchtung nicht gleichmäßig ist; entscheidet für welches Format das Objektiv geeignet ist, um einen möglichst guten Ausgleich zu finden; Ist der Bildkreis zu klein gewählt können sich in den Bildecken dunklere und unscharfe Bereiche zeigen.

Objektivleistung:
Eine gewöhnlich Lupe oder ein Brillenglas würden auch in der Fotografie ein Bild ergeben, aber deren Leistung wäre sehr schlecht, unscharf, verzeichnet und mit farbigen Säumen versehen. Bei der Korrektur eines Objektives müssen 7 Linsenfehler soweit wie möglich ausgeschaltet sein: sphärische und chromatische Aberration, Astigmatismus, Koma, Bildfeldwölbung, Verzeichnung, Beugung. (Farbfehler, Asymmetrie, Kugelgestaltsfehler hätte man zwar einfacher verstanden, aber so heißt das nunmal) Diese wird z.b. durch Kombinieren verschiedener Glasarten, verschiedener Wölbungen erreicht. Oder die von HeiHee erwähnte Vergütung.
Die Leistung hängt von folgenden ab: Grad der Schärfeleistung, Farbkorrektur, innere Refexionen, Gleichmäßigkeit der Lichtverteilung, Verzeichnung

So das wars für heute.

Gruß
Micha
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: HeiHee am 25. April 2008, 14:24:30
Die verschiedenen Brennweiten kann man auch gestalterisch einsetzen:

Weitwinkel schaffen Perspektive, Objekte rücken optisch auseinander - der weite Aufnahmewinkel schafft für das Auge viele perspektivische Fluchtlinien. Dinge wirken größer oder weiter auseinander als sie sind...

Das Tele rückt dagegen Vorder- und Hintergrund zusammen, da die Fluchtlinien durch den kleinen Winkel verschwinden.

Wer sich die Bilder mit Big Ben anschaut, wird genau das feststellen: Mit dem Fisheye ist nicht nur viel drauf, das Bild hat auch viel Tiefe, 50mm ist halt wie gewohnt, während die Hochhäuser im Hintergrund beim Tele quasi "um die Ecke" sind - in Wirklichkeit wahrscheinlich Kilometer weit weg.

Beim Fotografieren von Modellen mache ich dann folgendes: Weitwinkel, wenn ich etwas größer (oder kleiner) erscheinen lassen will, Tele, wenn ich Größenvergleiche anstellen will...
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: MichaR am 05. Mai 2008, 10:58:57
Nachdem ich mir erstmal eine schöne Pause zum Basteln gegönnt habe, schreibe ich hier mal wieder einpaar Zeilen.

Zunächst einmal zu HeiHee's Bezug zwischen Objektiv und Perspektive. So ist das nicht ganz richtig. Aber ein weitverbreiteter Irrglaube.

Auf den Begriff Perspektive brauchen wir, glaube ich, nicht näher eingehen. Jeder weiß: was nah ist wirkt groß, was fern ist wirkt klein.

Wie kann ich das mit einem einfachen Beispiel erklären? Wenn ich aus 20 cm Entfernung auf einen Baum sehe, kann ich die Kirche im Hintergrund nicht sehen. An dieser Tatsache ändert auch das beste Objektiv nichts. Ein Weitwinkelobjektiv zeigt lediglich einen größeren Bildwinkel, als würde ich mich nach links und rechts umschauen. Trette ich aber einpaar Schritte zurück, wird der Baumstamm scheinbar dünner und die Kirche wieder sichtbar.
Die Perspektive ist also vom Abstand zu den Objekten abhängig.

Hier mal ein paar Fotos um die Zusammenhänge zu verdeutlichen. Wieder einmal müssen meine Akkus herhalten.

(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/vergl01.jpg)

Auf Bild 1 sieht man ganz deutlich den scheinbaren Größenunterschied, der durch einen geringen Abstand entstand.

Bild 2 zeigt, dass sich dieser Unterschied mit anwachsendem Abstand ausgleicht. Um eine Vergleichbarkeit zu ermöglichen habe ich so stark herangezoomt, bis der Motivausschnitt gleich ist.

Jetzt könnte jemand zweifeln und sagen es läge doch an den unterschiedlichen Brennweiten.
Auf Bild 3 habe ich den Abstand beibehalten und eine Weitwinkelbrennweite benutzt. Jetzt sieht man natürlich einen ganz anderen Ausschnitt mit viel zu viel Umfeld.

Um den selben Ausschnitt wieder herzustellen habe ich auf Bild 4 das Bild am PC vergrößert.

Fazit: Perspektive ist vom Abstand abhängig. Bildwinkel von der Brennweite.



Gruß
Micha
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: MichaR am 05. Mai 2008, 11:28:07
Manche werden denken, dass meine Bilder besser sein müssten, da ich eine Studioblitzanlage besitz. Na dann machen wir das Licht mal an.

(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/licht/ohne.jpg)

(http://www.cosgan.de/images/midi/ekelig/a015.gif) Was man gut erkennen kann, dass es 2 Schatten gibt. Einen sehr starken, der direkt vom Blitz kommt und einen schwachen, etwas weicherer, da das Licht an der Wand reflektiert wurde. Durch Umstellen und anderes Positionieren, gewinnt man hier keinen Blumentopf.

Lichtformer:

Der große Vorteil einer solchen Anlage liegt nicht nur in der hohen Lichtleistung, die die Bilder verwacklungsfrei machen. Viel größer ist der Vorteil, dass ich Unmengen an Zubehör käuflich erwerben kann. Was schnell ins Geld geht. Für Modellbauer dürften aber viele Dinge auch selbst herstellbar sein. Denkt nur an meinen weißen Regenschirm.

Das obere Bild entstand ohne Reflektor. Das Licht verteilt sich unkontrolliert, ähnlich einer Glühlampe ohne Lampenschirm.

Um den Lichtstrahl zu kontrollieren gibt es zunächst einmal Reflektoren in verschiedenen Größen, Formen und Beschichtung. Ihre Größe bestimmt wie groß der Lichtkegel ist.
Beispiel: Der kleine Reflektor einer Taschenlampe bildet einen kleinen Lichtpunkt mit harten Kontrasten zwischen Licht und Schatten. Schraub ich den Reflektorkopf ab sieht das gleich ganz anders aus.
Hier mal ein Normalreflektor.

(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/licht/refektor.jpg)
(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/licht/reflek.jpg)

Das Licht ist jetzt gerichtet. Kein Doppelschatten mehr. Der Schattenwurf ist scharf und kräftig.
Ich weiß an meinem erwähnten Baustrahler kann man nicht so einfach den Reflektor tauschen. Aber vielleicht bringt das jemanden auf 'ne Idee.

Weiterhin kann man mit so genannten Lichtklappen, welche vor den Reflektor gesteckt werden, das Licht steuern. Sie können den Lichtkegel einengen. Der Verlauf zwischen Hell und Dunkel ist „schleichend“

(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/licht/klappe.jpg)
(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/licht/klappe_bild.jpg)

Hier sollte sich das Licht mehr auf den Hintergrund verteilen.


Als Hauptbeleuchtung kommen auch Softboxen zum Einsatz die es in vielen Größen gibt. Um gerade bei Portraits keine viereckigen Reflexe zu erzeugen, gibt es neben den viereckigen auch noch Oktoboxen (achteckig), welche durch ihre fast runde Form einen natürlicheren Eindruck hinterlassen.
Durch ihre Bespannung wird das Licht gestreut.

(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/licht/box.jpg)
(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/licht/softbox.jpg)

Sie haben ein gerichtetes Licht. Die Schatten sind zwar kräftig, aber nicht mehr messerscharf.


Einen Kandidaten der Gattung Schirme hatten wir bereits als Beispiel gesehen. Und haben auch gesehen, dass das ein echtes Beautylicht ist. Schön weich und fast schattenfrei.

Es gibt auch andere Schirm und eine andere Möglichkeit diese zu nutzen. Im ersten Beispiel nutzen wir den weißen Schirm zum durchleuchten.

(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/licht/schirme.jpg)

Man kann sie auch zum indirekt Beleuchten benutzen. Soll heißen Schirm drauf und Lampe vom Modell wegdrehen (um 180 Grad). Jetzt blitz das Licht in den Schirm, der Schirm verhält sich wie ein sehr großer Reflektor, ähnlich der Reflektoren die am Gerät angebraucht werden. Es gibt auch silberne Schirme die das Licht etwas härter machen und goldene die zusätzlich das Licht einfärben.

(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/licht/gold.jpg)

Licht mit Absicht einen Rotstich geben? Kann ich auch mit dem Weißabgleich machen. Eben nicht. Wenn der Vordergrund mit Goldschirm ausgeleuchtet wird und der Hintergrund mit weiß, entsteht der Eindruck dass das käsige Gesicht vor mir von der Sonne verwöhnte wäre. :D

Als Effektlichter wäre noch ein Tubus und Wabeneinsatz denkbar.

(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/licht/tubus.jpg)

Sie beschränken ihr hartes Licht auf einen sehr kleinen Lichtpunkt. Und bilden dabei eine sehr harte Grenze zwischen Hell und Dunkel.

(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/licht/tubus_bild.jpg)

Als praktisches Beispiel wie mans gestalterisch einsetzen könnte:

(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/licht/tubus_bs.jpg)

Und abschließend die Wabe.

(http://mirei.mi.ohost.de/Fotografie/licht/wabe.jpg)

Natürlich gibt noch viel mehr auf dem Markt, Striplights, Stufenlinsen... Aber ein groben Überblick konnten wir erst mal gewinnen.


Wer dann gelernt hat mit nur einem Licht zu gestalten, kann sich an das zweite wagen und verschiedene Aufsätze/Zubehörteile kombinieren. ;) Zum Beispiel weiches Schirmlicht mit Tubus-Spot auf Hintergrund…..

Gruß
Micha
Titel: Re: Bessere Bilder. Aber wie?
Beitrag von: HeiHee am 06. Mai 2008, 13:57:52
Um noch mal auf meine Zwischenbemerkung zurückzukommen: Die von Micha gemachten Bilder 1+2 zeigen deutlich, was ich meinte -  die Akkus in Bild 2 scheinen dichter zusammenzustehen als in Bild 1, wohlgemerkt bei gleich großer Abbildung der Akkus.
Bei Bild 4 hast Du eigentlich genau das gemacht, was man "digitales Zoom" nennt: den Ausschnitt genommen und auf Bildgröße "aufgeblasen". Wenn Du jetzt Deine schöne Winkelgrafik zur Brennweite zur Hand nimmst, entspricht der Winkel des Ausschnittes auch einem Zoom (halt dem in Bild 2)...
Die London-Bilder als Beispiel zu nehmen, war ein wenig blöd, hatte aber nix besseres... Die Akkus sind da besser.
Also werde ich präziser: Den vorderen Akku will ich fotografieren und genau in der Größe (Die Abbildungsgröße muß ich dann halt mit dem Abstand einstellen). Will ich den hinteren "weiter weg schieben", nehme ich ein Weitwinkel, "heranrücken" ein Tele. Unser Auge und Hirn funktioniert nur mit 50mm und läßt sich so vorgaukeln was gar nicht da ist...

Bildwinkel und Perspektive hängen zusammen: Je größer der Bildwinkel, desto mehr Fluchtpunktlinien fange ich ein (die dann auch steiler zulaufen), desto größer ist der Eindruck von Perspektive. (Bild 1 + 2 zeigen das...)
Voraussetzung für den Einsatz der Brennweite als gestalterisches Element ist, daß ich mit der Kamera nicht an einem Standort (Entfernung) festhalte sondern mich bewege. Wenn ich das Zoom nutze, um mehr oder weniger vom Motiv in's Bild zu bekommen, bin ich mit der Perspektive "festgenagelt". Ändere ich die Entfernung zum Motiv, kann ich mit Brennweite und Perspektive "spielen"... Die Frage ist halt: Was will ich haben und was muß ich dafür tun.

Das ganze ist noch einmal hier beschrieben: http://de.wikipedia.org/wiki/Brennweite (http://de.wikipedia.org/wiki/Brennweite) und nach unten scrollen...
http://de.wikipedia.org/wiki/Perspektive (http://de.wikipedia.org/wiki/Perspektive)

Kurz:
Maßstab und Perspektive gewollt - geeignete Brennweite und Abstand der Weg dazu (Im Studio kein Problem). Ist der Standort fest, kann ich mit der Brennweite nur den Maßstab wählen (Landschaft,...) - kann aber den Eindruck des Betrachters nicht beeinflussen.

Ich denke, wir haben nur ein wenig aneinander vorbeigeredet (ich war schon bei der Bildkomposition)...