Autor Thema:  The 44-gun Frigate USS CONSTITUTION  (Gelesen 4554 mal)

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Marcus.K.

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The 44-gun Frigate USS CONSTITUTION
« am: 01. Mai 2007, 23:43:54 »
The 44-gun Frigate USS CONSTITUTION "Old Ironsides"    


Titel:  The 44-gun Frigate USS CONSTITUTION "Old Ironsides"
Autor:  Karl Heinz Marquardt
ISBN:  1-84486-010-8
Format:  26,2 x 24,4 cm
Sprache:  englisch
Preis ca. :  z. Zt. 41,50 bei z. B. Amazon (ohne Versandt)








Beschreibung:  

Dieser Band der Anatomy-of-the-Ship-Reihe beschreibt die Geschichte und das Aussehen des ältesten ununterbrochen im Dienst befindlichen Kriegschiffes der Welt, der USS Constitution, die auch seit Kiellegung 1797 als ungeschlagen gilt.

Das Original ist heute als Museumsschiff im Hafen von Boston, wo es für Besucher vertäut liegt und bei feierlichen Anlässen wie z. b. dem Nationalfeiertag der USA weiter in die Hafenmitte geschleppt wird, um Salutschüsse abzugeben. 1997 wurde - nach 116 Jahren zum ersten Mal wieder - sogar ein Segeltörn bis nach Marblehead (etwas nördlich von Boston) unternommen. Leider wird das Unterfangen in Zukunft eher unterbleiben, da einerseits Schaden für die (nur noch zu ca. 10% originale) Struktur des Rumpfes gefürchtet wird, andererseits mit solchen "Touren" auch Begehrlichkeiten anderer amerikanischer Städte (wie z. B. New York) geweckt wurden (und würden). Das aber will Boston und sein Marinestützpunkt verhindern. Auch ein Verlust im Sturm wäre ein untragbares Risiko, das niemand mehr eingehen will.

Ihren Ruhm erwarb die "Old Ironside" vor allem in mehreren Gefechten mit britischen Fregatten im Krieg 1812-1815 gegen England, wo sich ihre starke Bewaffnung (sie war meist größer und schwerer bewaffnet als ihre jeweiligen britischen Gegner), ihre stabile Struktur (englische Kanonenkugeln prallten - allerdings wohl auch wegen des schlechten Einfallswinkels - von der Rumpfhülle ab, ohne ihn zu beschädigen. Daher der Spitzname "Old Ironsides" .. Der Ausruf der Matrosen gemäß der Anektode in etwa: "hurra, Ihre Seiten sind aus Eisen!" ... sind sie natürlich nicht!) als auch ihre für die größe sehr guten Segeleigenschaften bewährt haben. Besonders spannend war dabei ein Gefecht mit zwei englischen Schiffen gleichzeitig, die im Nebel gegeneinander ausgespielt wurden und sogar in "Rückwärtsfahrt" beschossen wurden.

Das wunderschöne Buch ist im Stil der AOTS-Reihe gehalten.

Die Kapitel im Einzelnen:
Forword
Introduction
Ships history
Design
Specifications
Describtion
-   Hull
-   Quarter Davids
-   Figurehead
-   Stern
-   Rudder, pumps and other items
-   Anchors and capstan
-   Boats
-   Armantment
-   Rigging
-   Sails
-   Flags
Notes

The Photographgs
The Drawings
   A GeneralArrangements
   B Hull Structure
   C External Hull
   D Internal Hull
   E Fittings
   F Armament
     G Schips Boats
   H Masts and Spars
   J Standing Rigging
   K Running Rigging
   L Sails
Sources
Bibliography
Acknowledgements

Fazit:  

Das Buch ist ein Versuch einer sehr detaillieren Beschreibung der USS Constitution - auch zu unterschiedlichen Epochen - und geht auch auf die unterschiedlichen Quellen ein. Der Autor gibt dabei auch zu bedenken, dass es aus der Zeit des Baus keine präzisen Pläne gibt und gerade in den frühen Jahren des Schiffes keine exakten Beschreibungen vorhanden sind. So bezieht er sich z. B. auch auf Gemälde der Zeit, die er aber gleichzeitig kritisch hinterfragt.
Sein Überblick über die Geschichte ist informativ. Für den Preis ist es ein sehr gutes Buch, um sich dem Schiff - gerade als Modellbauer - zu nähern. Natürlich gibt es - vor allem für die Geschichte der "Old Ironside" - unendlich mehr Literatur. Für die Beschreibung des Schiffes gibt es wohl aber in dieser Preiskategorie kaum vergleichbares.

Allerdings wird das Buch unter Experten z. T. zwiespältig gesehen. In einem amerikanischen Forum (Kritik 1 - erste Antwort auf die Frage lesen) Kritik 2 - lest RCboater´s zweite Antwort, die vom 25.12.2005  ), wird bemängelt, Marquadt hätte sich zu sehr auf die Sekundärliteratur gestützt und dabei auch Fehler gemacht. Z. B. wird ihm vorgeworfen, die Anektode mit der Galionsfigur des Neptun sei nicht korrkekt und historisch nicht belegbar. Wohl wichtigster Vorwurf: er hat sich scheinbar nicht am sog. "Isaac-Hull-Modell" von 1812 orientiert, das von der damaligen Crew gebaut und dem Kapitän des Schiffes, Isaac Hull, geschenkt wurde. Dort - und wohl auch in einigen Gemälden der frühen Zeit, ist erkennbar, dass die USS Constitution keine Stückpfortendeckel hatte, die mit Scharnieren befestigt waren. Es waren wohl eher abzunehmende Deckel, die - im Gefechtszustand - irgendwo verstaut wurden.
Auch die Arbeiten von Campell, der ein Modell der Constitution (das Smithonian-Modell) auf Grundlage der Pläne der USS President und der Takellung des Hull-Modells gebaut hat, und das Schiff um ca. 1814 darstellt, wurden von Marquardt nicht beachtet.

Gerade das Hull-Modell gilt allerdings als eine der wichtigsten "primäre" Quelle, da es von echten Kennern des Schiffes der Zeit gebaute wurden und einem wirklichem Experten (dem damaligen Kapitän) geschenkt wurde. Wären dort große Fehler, hätte man es ihm kaum präsentieren können. Einigkeit herrscht vor allem bzgl. der Takellage. Sie scheint sehr präzise und detailliert die Takelung des Schiffes wieder zu geben. Ist ja auch der "Motor" des Schiffes. Da gibt man ja auch acht, wenn man das seinem Chef schenken will!

Auch scheint Cpt. Martin, der in den 70igern Kommandant der Constitution war und z. T. für die damalige erneute Restauration mitverantwortlich ist und einigen - aufgrund seiner lebenslangen Recherche und seines Zugangs zu allen möglichen Dokumenten - als DER Experte für das Schiff gilt,  wurde nicht als Quelle genutzt, ohne dass Marquardt diese Versäumnisse irgendwie erläutert.

Edit 5.5.07 - die Dritte:  *dummi* *dummi* ... Edit-Ende

So scheinen seine Darstellungen der Constitution letztlich in Details nicht die aktuelle Sicht der Historiker und Experten wieder zu geben - dennoch sind sie wunderschön und - bei Bedarf und höherem Anspruch auch gern nach eventueller Überprüfung und Korrektur durch anderweitige Quellen - durchaus wert, für den Bau eines Modells benutzt zu werden.  Oder auch einfach nur betrachtet zu werden ...

+ sehr detaillierte Informationen, die einen Modellbauer in die Lage versetzen, sich ein gutes Bild des Schiffes zu machen
+ sehr viele Bilder und Zeichnungen
+ einfache Ansichten im Einband
+ sehr günstiges Preis/Leistungsverhältnis

- in englisch geschrieben - ich glaube, es gibt eine deutsche Übersetzung (Hilfe?? Da wisst Ihr sicher mehr!)
- wichtige sog. primäre Informationsquellen nicht genutzt - ohne das irgendwie zu begründen
- daher eventuell nicht ganz präzise in seiner Rekonstruktion - auch der Historie - was aber durchaus selbstkritisch "zugegeben" wird!


Persönliches Fazit und Vorschläge für weiterführende Quellen:  
für mich war es DAS erste Nachschlagewerk für meine Revell-1/96-USS-Constitution (die allerdings noch nicht begonnen ist!).

Sobald ich aber meinen Bau angehen will, möchte ich noch weiterführenden Dokumentation organisieren, die ich hier schon mal zur Diskussion auflisten möchte:

Historie:
- Tyrone G. Martin: a most fortunate Ship.
Wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, gibt das Buch vor allem die Geschichte des Schiffes wieder. Von den Gründen des Baus der großen Fregatten, bis zu seinem 200ten Geburtstag 1997.

Design des Schiffes
In Diskussionen hier im Forum und auch in US-amerikanischen wurde mehrfach auf ein Buch von
- H.I. Chapelle "The history of the American Sailing ships"
verwiesen, das auch Marquardt als Quelle benutzte. Dort wird wohl vor allem der Rumpf und die Ausrüstung präziser beschrieben. Das Buch ist derzeit nur als Antiquariat - und wohl vor allem direkt aus Amerika zu beziehen.  Auch sollte man versuchen, eher ältere Ausgaben ( vor 1988 ) zu ersteigern, da ab der 88er Version einige Risse über die Buchmitte hinweg gehen und daher die Mittensektionen der Schiffe nicht erkennbar sind!


Weiterhin eventuell das
- Modell des Smithonian Institutes in Washington,
das von Campell auf Basis des von Briten vermessenen USS-President-Rumpfes und der "Isaac-Hull-Modell"-Takellage die Constitution wohl um 1814 darstellt.
Der Link enthält Bilder dieses Modells - es sind die 18 bunten Bilder, die NACH den drei Links zum "Hull-Modell" kommen.  


In Washington lassen sich
- Pläne und Risse des Modells des Smithonian Institutes
beziehen (Link zur Bezugsquelle ), die, von Cambell gezeichnet, sich wohl hauptsächlich auf das "Isaac-Hull-Modell" im Peabody-Essex-Museum in Salem beziehen, das seinerseits wiederum von der Besatzung der USS Constitution nach dem erfolgreichen Trip mit Kapitän Isaac Hull eben diesem zum Geschenk gemacht hat. Auch wenn das Hull-Modell selbst in Details "seltsam" wirkt (Matrosen sind eben keine präszisen Modellbauer von heute), gilt es als eine sehr verlässliche Referenz für das Aussehen des Schiffes im ersten Kriegsjahr 1812. Somit auch das Campell-Modell der Smithonian-Sammlung - und damit seine Pläne.

Beim Rumpf hat sich Campell angeblich auf die USS President bezogen, die von den Briten nach der Kaperung vermessen und aufgezeichnet wurde. Die Experten scheinen sich einig zu sein, dass dieser Rumpf wohl dem der Constitution sehr ähnelt - beides sind Schwesterschiffe, die fast zeitgleich in Auftrag gegeben und vom gleichen Schiffsbauer ausgelegt wurden.

HWE hat die Daten zum Bezug der richigen Pläne gefunden:
Zitat
Wer suchet der findet:
Das Smithsonian Institut bietet einen Plansatz der Constitution an:
Hier die Daten:

Plan Order Nr. 704 Constitution, Frigate, 1797

Sheet:
1. Standing rigging 1/8
2. Running rigging and anchor gear 1/8
3. Outboard works 1/4
4. Inboard works, armament, and ship`s boats 1/4
5. Gun deck and bulwarks, upper deck and cathead 1/4
6. Body section, construction section(midship), detail of head and stern 1/4
7. Bowsprit, head spars,lower masts, and details of the top 1/4
8. Topmasts,crosstrees, caps, topgallant, royal and skysail masts 1/4
9. Details of yards and arrangement of channels 1/4
10. color scheme and list of photographs of the Smithsonis Institution`s ship model.

Das sind die Pläne nach denen das Modell im Smithsonian Institut gebaut wurde. Grundlage sind die Pläne von 1812.

Kosten - nach neuesten Informationen - um die 90$ + 5$ Versandt


- die USS President gemäß den britischen Bestandsaufnahmen
Bezugsquellen für die britischen "Originalabzeichnungen" der USS President würde ich gern anhängen - wenn ich denn welche hätte. Vielleicht kann einer von Euch Quellen nennen?

Weiterhin ein
- kommerzieller Modellbausatz von Bluejacket
Auch ein amerikanischer Modellbausatz sowie dessen Dokumentation wird in dortigen Foren lobend erwähnt: Bluejacket


Takellage

Für die Takellage könnte das Buch
- "The Kedge Anchor or Young Sailor´s Assistent von W N. Brady
hilfreich sein, weil es wohl den Amerikanischen Weg des Riggings beschreibt.
Habe aber gerade gelesen, dass diese Version des Buches sich wohl eher auf die mitte des 19ten Jahrhunderts bezieht - werde ich in ein, zwei Wochen mehr dazu sagen können: dann habe ich ein Exemplar.

Die ersten Ausgaben waren aber wohl anfangs des 19ten Jahrhunderts und dürften damit für die Conny um 1812 zutreffender sein. Sie sind wohl ebenfalls nur im Antiquariat oder über Ebay erhältlich.


Auch das
- "Isaac-Hull-Modell" im Peabody Essex Museum in Salem
ist als Referenz für die Takellage - wie schon gesagt - erste Wahl.

Leider habe ich - außer den drei Bildern in diesem Forum  - keine Bilder oder Literatur zu diesem Modell gefunden. Weiß jemand von Euch mehr? Woher könnte man detaillierte Aufnahmen der Takellage des Modells erhalten. Der Kontakt zum Museums-Shop war leider nicht sehr ergibig.

Edit 5.5.07 - 2: Hier noch ein Link zu weiteren Bildern, die mir ein Besucher des Museums freundlicherweise zugesandt hat - Bilder zum Hull-Modell
Edit-Ende

The Gunslinger

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The 44-gun Frigate USS CONSTITUTION
« Antwort #1 am: 02. Mai 2007, 05:53:54 »
Hi ,

die gute alte Constitution , da werden ( wehmütige ) Erinnerungen wach .
Das einzige Segelschiff das ich je gebaut habe war fast fertig ( stehendes Gut
komplett , laufendes zu 80% und Segel komplett ) und ist dann leider mehreren
Unfällen zum Opfer gefallen die eine Reperatur unmöglich machten .
Mittlerweile wurde sie schweren Herzens verschrottet  :blaw:  .

Für mich eines der schönsten Schiffe die je gebaut wurden nicht so überladen
wie ein Linienschiff und absolut elegant , sollte ich mich dazu
durchringen sie nochmal zu bauen werd ich das Buch auf jedenfall zu Rate ziehn ,
auch wenn es Kontroversen um die historische Korrektheit gibt .

Danke für die Vorstellung :P

Mfg Thomas  :winken:
zur Zeit in Arbeit :
1:200 Trumpeter Sovremenny + WEM Ätzteilsatz
Baubericht   Stand 3.6.07

hwe

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The 44-gun Frigate USS CONSTITUTION
« Antwort #2 am: 03. Mai 2007, 18:18:58 »
Hallo Marcus,

 :klatsch:  :klatsch:  :klatsch:

wirklich eine sehr schöne und ausführliche Literaturempfehlung!

Ist dir wirklich sehr gut gelungen und ist für jeden, der sich diesem Thema widmen möchte, eine wahre Fundgrube an Informationen!

In diesem Sinne: Weiter so!

Ciao,

HWE
 :mariinee:

Uwek

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The 44-gun Frigate USS CONSTITUTION
« Antwort #3 am: 05. Mai 2007, 11:40:15 »
Hallo Markus,

eine sehr gute und detailierte Buchvorstellung hast du uns hier gezeigt......Respekt!

Sehr viele weiterführende Informationen...Danke dafür  :klatsch:

Wer noch Interesse hat an einem weiteren "Book Review" kann auch gerne in MSW einmal nachschauen, ich habe hier noch einige Seiten-kopien mit Auszügen aus dem Buch dargestellt, so dass sich der eine oder andere noch ein optisches Bild von Marquardts Buch machen kann.
Auch wir stehen kritisch dem Buch gegenüber, da der Autor wichtige Informationen und Quellen einfach ausser Acht gelassen hat.
So hart wie es klingen mag, aber das Buch scheint am "grünen Tisch" entstanden zu sein.

Mein "Book Review" in ModelShipWorld

PS: Ich habe mir erlaubt in MSW einen link zu deinen "Hull"-fotos zu machen.....vielen Dank dafür  :kuss:

McCool

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The 44-gun Frigate USS CONSTITUTION
« Antwort #4 am: 05. Mai 2007, 11:51:55 »
Zitat
Edit 5.5.07:  *dummi*  Wie ich gerade aus gut unterrichteten Kreisen erfahre, war der Autor, Herr Marquardt, als er das Buch verfasst hat, vermutlich kaum in der Lage, sich die "primären" Informationsquellen zugänglich zu machen. Der eiserne Vorhang war damals wohl noch ziemlich dicht und die Führung der DDR hatte wahrscheinlich wenig Interesse daran, ein Buch über ein Kriegschiff des größten Klassenfeindes zu unterstützen. Edit-Ende


Was sollen das für "gut unterrichtete Kreise" sein? Marquardt lebte  nicht in der DDR, sondern seit 1966  in Australien (s. Selbstbiographie in "Schoner in Nord und Süd"). Die "Anatomy" soll also schon vor langer Zeit geschrieben worden sein? Ziemlich merkwürdige Behauptung.

Marcus.K.

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The 44-gun Frigate USS CONSTITUTION
« Antwort #5 am: 05. Mai 2007, 19:21:08 »
Tja McCool,

das Buch Schoner in Nord und Süd habe ich leider noch nicht - und daher kannte ich seine Vitae leider nicht selbst. Da habe ich mich also auf einen Informanten verlassen (den Namen gebe ich aber nicht preis - ich verrate meine Informanten nicht ;-)))  Pressefreiheit ;-))) ) .. und seine Begründung klang plausibel. Die Frage, die mir damit "geklärt wurde" war: warum hat K.-H. Marquardt ganz wichtige Informationsquellen gerade aus der Zeit der Connie nicht genutzt? So bleibt diese Frage eben doch unbeantwortet. Vielleicht hat er dem Hull Modell aus den selben Gründen mistraut, wie Christian?

Jetzt lebt der Mann in Australien und sein Buch ist von 2005???? Mist - das ging wirklich daneben!

Ich fürchte diese Meinung (Marquardt Bürger der DDR) habe ich an anderer Stelle wiederholt. Hm, muss ich nachher nochmal suchen.

Danke für den Hinweis und @all: entschuldigt den Missgriff. Da meine eigenen Biblithek erst sehr langsam wächst, verlasse ich mich (vielleicht zu oft?) auf Info aus dem Netz.

McCool

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« Antwort #6 am: 05. Mai 2007, 19:23:40 »
@ Markus: Es gibt immerhin zumindest eine Rekonstruktion, welcher der eiserne Vorhang in der oben angedeuteten Weise sicher geschadet hat, und das ist der Klipper "Sovereign of the Seas" in Hölzel, Klipperschiffe! (womit Herr Marquardt aber natürlich nichts zu tun hatte)  ;)  

Allgemein zur Kritik an dem Buch von Marquardt - die ist sicher gerechtfertigt.  Die ziemlich magere Bibliographie und der Verweis auf irgendwelche merkwürdigen Internetadressen haben mich durchaus verwundert.  
Dennoch bereue ich den Kauf des Buchs keineswegs. Es ist definitiv nicht das definitive Constitution - Buch, enthält aber viele wertvolle Informationen; ich hatte das Gefühl, viel Interessantes dazugelernt  zu haben.
Besonders die Ausführungen zur Takelage scheinen mir sehr hilfreich. Welcher Autor wäre kompetenter?  Dennoch muß man dem Buch keineswegs sklavisch in allen Details folgen, wenn man selbst es besser weiß, weil man z.B. aus irgendeine Quelle eindeutige Informationen besitzt.  

Einen Teil der Kritik an diesem Buch könnte man insgesamt der Anatomy - Reihe anlasten.  Welches dieser Bücher bringt es denn wirklich fertig,  ein Schiff wirklich komplett und gründlich darzustellen?  Wie viel Informationen da stets fehlen, fällt einem oft erst auf, wenn man bestimmte Details sucht.  Man kann nach den eigentlich viel zu kleinen Zeichnungen nicht einmal zuverlässig Bauteilmaße abnehmen.  Der Belona- Band reicht nicht aus, ein Modell in "Museumsqualität" danach zu bauen - dabei finde ich den Band durchaus gut.
Was viel zu kurz kommt, stets die textliche Dokumentation.  Bei den meisten Büchern wird nicht klar, was Rekonstruktion ist, und was belegbar ist.  Kritiker, die Marquardts Constitution - Band für mangelhafte Quellenangaben und das Ingnorieren von Quellen schwer schelten, müßten McKays Bände über die Victory und die Bounty eigentlich längst in die Tonne gehauen haben.    :))  ;)  

Das ganze Format ist letztlich nicht ideal.  Zuwenig Text,  zuviel undokumentierte Rekonstruktion (mit wenigen Ausnahmen- z.B. Lavery: Bellona).

Marcus.K.

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« Antwort #7 am: 18. Mai 2007, 12:44:05 »
@McCool

pflichte völlig bei! Meine "Kritik" (die ich übrigens nur aus den Erläuterungen anderer - belesenerer - wiedergeben kann) ist auch nicht  "vernichtend" gemeint. Ich denke auch: ein gutes Buch zum Einstieg -sein Geld wert. Wer mehr wissen will, muss und wird sich sowieso weiter informieren. Einen kleinen Anhalt dazu sollte aber auch das gesagte hier bieten.

@UweK

Na das ist ja lustig! Dort wird ja genau dasselbe diskutiert wie hier - Kunststück, oder? Und einige der Informationen gehen sogar im Kreis!

Interessant auch die Diskussion im Folgenden - und auch dass die dortigen Diskutanten z.T. auch beim Finescale-Forum angemeldet sind (Jtilley z. B.) .. mit denen ich mich manchmal austausche. So langsam wird der erlaucht Kreis der "USS-Constitution-Kenner" überschaubarer ..  :D  
Wobei ich MICH dabei ausdrücklich noch ausnehme, da ich ja bisher nur bei anderen abschreibe - so wie hier mal wieder.

Uwek

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The 44-gun Frigate USS CONSTITUTION
« Antwort #8 am: 18. Mai 2007, 13:57:24 »
Zitat
Original von Marcus.K.
@McCool

pflichte völlig bei! Meine "Kritik" (die ich übrigens nur aus den Erläuterungen anderer - belesenerer - wiedergeben kann) ist auch nicht  "vernichtend" gemeint. Ich denke auch: ein gutes Buch zum Einstieg -sein Geld wert. Wer mehr wissen will, muss und wird sich sowieso weiter informieren. Einen kleinen Anhalt dazu sollte aber auch das gesagte hier bieten.


Da hast du voll und ganz recht!

Zitat
Original von Marcus.K.
@UweK

Na das ist ja lustig! Dort wird ja genau dasselbe diskutiert wie hier - Kunststück, oder? Und einige der Informationen gehen sogar im Kreis!

Interessant auch die Diskussion im Folgenden - und auch dass die dortigen Diskutanten z.T. auch beim Finescale-Forum angemeldet sind (Jtilley z. B.) .. mit denen ich mich manchmal austausche. So langsam wird der erlaucht Kreis der "USS-Constitution-Kenner" überschaubarer ..  :D  
Wobei ich MICH dabei ausdrücklich noch ausnehme, da ich ja bisher nur bei anderen abschreibe - so wie hier mal wieder.


Es kann nicht jeder der absolute Spezialist für jedes Schiff, jede Epoche, jedes Detail sein.
Die einzelnen Foren sind ja unter anderem genau dafür da, dass man sich austauschen und sich Wissen von den Kollegen die mehr Wissen haben aneignen kann. Das Wissen sollte jedoch wenn möglich belegt werden.
Man darf nur nicht vergessen sich selbst eine Meinung zu bilden.