Autor Thema: Flugzeuge F-16A Fighting Falcon "Black Knights" (1:48 von Hasegawa)  (Gelesen 5457 mal)

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Hobbybastler

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Flugzeuge F-16A Fighting Falcon "Black Knights" (1:48 von Hasegawa)
« am: 09. Mai 2007, 22:08:32 »
Hallo!

Gerade fertig geworden, möchte ich Euch heute mein neues Modell vorstellen:



Es handelt sich um die bekannte F-16A, hier in den Farben der "Black Knights", der Kunstflugstaffel der Luftstreitkräfte Singapurs. Besonders faszinierend an diesem Team finde ich, dass dort zwei verschiedene Flugzeugmuster eingesetzt werden. Die vier Formationsmaschinen sind A-4SU Skyhawks, während die beiden Solisten die F-16 fliegen.



Der Bau erfolgte mit dem entsprechenden Hasegawa-Bausatz, der als Decal-Variante einer der beiden Solo-Maschinen ermöglicht. Obwohl sämtliche roten und grauen Flächen als Decals beiliegen und ich mir zur Sicherheit sogar einen zweiten Bogen für Flickarbeiten besorgt habe, habe ich mich entschlossen, das Modell komplett zu lackieren. Um nachher keine Anpassungs- und Klebearbeiten an bereits lackierten Teilen machen zu müssen, habe ich schon sehr früh die notorisch schlecht passenden Klappen des Hauptfahrwerks sowie den Centerline-Tank angeklebt, was dann nachher den Abklebeaufwand erhöht hat. Weiterhin war dann der Zugang zu den Fahrwerksschächten nur noch sehr schwer möglich, was den Einbau des Hauptfahrwerks zu einer echten Fummelarbeit gemacht hat.



Der Bausatz selbst ist soweit ganz brauchbar, lediglich beim Lufteinlauf haben die Leute von Hasegawa-San offenbar noch geübt. Schlechte Passung, bescheidene Oberflächenqualität und eine nur sehr andeutungsweise Darstellung des Einlaufkanals gehen besser, wie Hasegawa bei der neueren, aber ähnlichen F-2A selbst deutlich zeigt. Na ja, ich habe mit Schleifen und Lücken ausfüllen versucht, das Beste daraus zu machen, und weiterhin das nicht vorhandene Innenleben dann sehr schnell mit Mattschwarz in der Unsichtbarkeit verschwinden lassen. So hat der Einlauf zumindest optisch etwas Tiefe ...

Weitere Passprobleme gab es bei den beiden Rumpfschalen und dem Übergang zwischen dem Rumpf und den Flächen, was sich aber ganz gut beischleifen sieht. An einer Stelle habe ich das aber schlichtweg vergessen. Auf dem folgenden Foto ist das ganz gut zu sehen: :D



Beim Seitenleitwerk entstehen auf der rechten Seite durch das Einkleben eines kleinen Füllstücks in die größere Finne ziemliche Monstergravuren, die ich mittels Deckweiss auf ein normales Maß verschlossen habe:



Echte Spachtelmasse hat das Modell übrigens mit Ausnahme der Löcher für die Außenlastträger unter den Tragflächen überhaupt nicht gesehen, dafür aber Deckweiss in rauhen Mengen. Weiterhin ist mir noch die relativ schlechte Gussqualität des Bausatzes aufgefallen, die Formen waren wohl schon ziemlich ausgelutscht. Fischhäute ohne Ende! ;)

Die Lackierung erfolgte mit weissem Tamiya-Primer aus der Sprühdose, roter Acryl-Farbe - feuerrot aus der  von mir gerne genommenen pro-color-Serie von Hansa erschien mir stimmig - per Airbrush, dem Rest per Pinsel und reichlich Klarlack wieder aus der Sprühdose. Hochglanz zum Schutz der Acryl-Farbschicht, dann nochmal komplett vor den wenigen Decals und abschließend seidenmatt. Einige Meter Tamiya-Tape sind natürlich auch draufgegangen.



Das Washing mit einer grauen Plaka-Brühe habe ich auf die Schubdüse, die Räder sowie einige Details am Flugzeug beschränkt. Von oben gefällt mir das Flugzeug ganz gut, von unten macht es allerdings imho deutlich weniger her. Ohne Markierungen und ähnliches wirkt die Maschine etwas leblos:



Einige Missgeschicke waren natürlich auch mit dem Bau verbunden. Neben vielen kleinen Patzern vor allem bei der roten Lackierung, die aber ganz gut wieder ausgebügelt werden konnten, ist mit mitten im Bau das Triebwerksende tief in der Austrittsdüse abgebrochen und klapperte dann in Inneren des Modells umher. Obwohl das Teil eigentlich gut angeklebt war, hat es irgendwann den Edding, den ich als Griff hinten in die Düse gesteckt habe, nicht mehr ausgehalten. :6: 

Zuerst habe ich mich massiv geärgert, aber dann trotzdem weitergemacht, weil es nachher nur beim direkten Blick in die Röhre auffallen wird. Um das Klappern abzustellen und zumindest zu verhindern, dass man von hinten komplett in den Rumpf blicken kann, habe ich den kompletten Rumpf dann mit Watte ausgestopft. Vielleicht baue ich mir auch noch einen Ersatz aus festem Papier und versuche den irgendwie in die Bratröhre einzubringen, mal sehen. Im Moment passt der missratene Triebwerksauslass aber irgendwie gut zum vorderen Ende des Triebwerks ... :3:

Richtig schief gelaufen sind dann aber die grauen Flächen auf der Unterseite. In zwei dünnen Schichten mit Humbrol 125 per Pinsel lackiert, sahen die zuerst ganz prima aus. Trotz eigentlich ausreichender Trocknungszeit hat der folgende Klarlack - offenbar aggressiver Mr. Super Clear - aber ziemlichen Flurschaden angerichtet, die Oberfläche sah dann aus wie ein ausgetrocknetes Flussbett. Mit vorsichtigem Abschleifen habe ich zwar versucht, das Schlimmste zu beseitigen, aber viel war da nicht drin, da ich die benachbarten Flächen nicht beschädigen wollte. Danach kam nochmal Humbrol 125 drüber, um wenigstens eine durchgehende Farbfläche zu bekommen, die dann die Abschlusslackierung mit offenbar milderem TopCoat ohne weitere Schäden überlebt hat:



Insgesamt macht sich die bunte Viper aber ganz gut auf dem Regal, na ja, man darf halt an einigen Stellen nicht so genau hinsehen. ;)

Danke für´s Lesen und Schauen, Feedback ist wie immer sehr willkommen.

Viele Grüße, Christian
« Letzte Änderung: 14. Juli 2017, 23:00:29 von Hobbybastler »

ayrtonsenna594

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F-16A Fighting Falcon "Black Knights" (1:48 von Hasegawa)
« Antwort #1 am: 09. Mai 2007, 22:26:34 »
Hallo,

also ich finde deinen Flieger eigentlich ganz gut gelungen.  :P
Durch das blitzeblanke Aussehen wirkt er natürlich etwas spielzeughaft, aber in echt sind die Flieger der Kunstflugstaffeln ja auch meißtens topgepflegt.

Was bestimmt nicht so einfach bei der Lackierung war, wirklich immer scharfe Kanten zwischen den roten und weißen Bereichen hinzukommen (besonders wenn Panellinien deine lackierte Kante durchkreuzen). Da zieht sich die Frabe gerne mal rein, besonders wenn sie etwas zu stark verdünnt ist.  :respekt:

Bei so Tarnlackierungen fällt das ja meißt nicht so auf, da dort der Kontrast zwischen den Farbtönen nicht so stark ist.

Auf dem großen Bild kann man zwar ein , zwei kleine Stellen erkennen, dazu muß aber schon ganz genau hinschauen.

Das Mißgeschick auf der Unterseite des Höhenruders hätte ich allerdings nochmal richtig beseitigt.
So schwer ist ja die Lackierung da nicht, als dass das nochmal so viel Arbeit gemacht hätte.

Gruß Sven  ;)

Alex

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F-16A Fighting Falcon "Black Knights" (1:48 von Hasegawa)
« Antwort #2 am: 09. Mai 2007, 23:03:43 »
das Modell sieht ganz gut aus, ich würde aber auch die Blechstösse betonen. Was verschmutzung betrifft, da würde ich mich hingegen zurückhalten.

Alex
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F-16A Fighting Falcon "Black Knights" (1:48 von Hasegawa)
« Antwort #3 am: 09. Mai 2007, 23:57:28 »
Der Chrischan wieder,schönes Ding! :klatsch:

Mir gefällt das Modell,wie immer,sehr gut.
Besonders die Auswahl Deiner Modelltypen,bzw.Lackierungen finde ich sehr einfallsreich.
Nichts gegen Tomcats & Co. aber die kennen wir alle. Wenn Du eine F-16 baust,dann die der Kunstflugstaffel der Luftstreitkräfte Singapurs. :respekt:

Außerdem gefallen mir die geschlossenen Kanzeln,weil sie die Form des Fliegers nicht so unterbrechen,hat was.
Na dann Glückwunsch von dieser Stelle und in ein paar Wochen sieht man sich wieder. (Unfassbar Dein Tempo,aber das sage ich ja jedesmal.)

J. :winken:

The Gunslinger

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F-16A Fighting Falcon "Black Knights" (1:48 von Hasegawa)
« Antwort #4 am: 10. Mai 2007, 06:04:58 »
Hi,

was nicht so passt haben die anderen ja schon gesagt , mir persöhnlich
gefällt die Maschine , gerade wegen der Farbvariante sehr gut .
schönes Modell  :P  :P  :P


Mfg Thomas :winken:

tarner

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F-16A Fighting Falcon "Black Knights" (1:48 von Hasegawa)
« Antwort #5 am: 10. Mai 2007, 08:09:16 »
Hallo Christian

Glückwunsch zu diesem schönen Projekt! Ich hätte die roten Flächen
auch bemalt, so wie du, und nicht die Decals verwendet.

Was die Orangenhaut unten angeht: Interessant ist, dass dies bei meiner
F-14 auch passiert ist an einigen Stellen. Und zwar auch unten... Ob es evtl.
damit zu tun haben könnte, dass der Klarlack nicht gut verdunstet, wenn
das Modell so steht, dass der Klarlack nach oben hin nicht 'weg-verdunsten' kann?
Denn oben am Modell gab's ja keine Probleme, auch bei meinem nicht...
Da können vielleicht die echten Profis aus dem Farb- und Lackbereich evtl.
etwas dazu sagen...
HAVE A GOOD CONSTRUCTION
Vasilij "Tarner" Ratej

Hobbybastler

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F-16A Fighting Falcon "Black Knights" (1:48 von Hasegawa)
« Antwort #6 am: 10. Mai 2007, 20:51:22 »
Zitat
Original von ayrtonsenna594
Das Mißgeschick auf der Unterseite des Höhenruders hätte ich allerdings nochmal richtig beseitigt.
So schwer ist ja die Lackierung da nicht, als dass das nochmal so viel Arbeit gemacht hätte.


Das Höhenruder ist nur ein Beispiel, allerdings das schlimmste. Im Prinzip hat es aber alle grauen Flächen erwischt. ;)

Ich kenne leider keinen Weg, die graue Farbe abzukriegen, ohne die benachbarten Flächen zu beeinträchtigen. Komplettentlacken kam für mich nicht in Frage, dazu hatte ich einfach keine Lust, und vermutlich wäre mir dabei auch noch zuviel anderer Kram - fertige Schubdüse, evtl. Cockpitverglasung - kaputtgegangen. Nee nee ... :2:

Aber schön, dass das Teil trotzdem im Großen und Ganzen gefällt!

@ Alex: Danke, aber betonte Blechstöße gefallen mit bei einem solchen Modell gerade eben nicht. In der realen Ansicht kommen die auch so ganz gut zur Geltung, was aber in den Fotos nicht besonders gut rüberkommt. In den größeren ein bißchen, bei den kleineren eher gar nicht.

@ Carzenburg und Thomas: Danke! :winken:

@ Vasilij: Nochmal danke, aber daran lag´s bei mir definitiv nicht: Es hindert mich ja keiner, das Modell auf dem Rückend liegend trocknen zu lassen. :D

Wäre ich Materialfetischist, würde ich jetzt von Unverträglichkeiten zwischen der Humbrol-Farbe und dem Klarlack - die einzige verwendete Enamel-Farbe auf der Viper - ausgehen. Vielleicht  ist aber eher ein ganz blöder Anfängerfehler, eventuell war die graue Farbe einfach noch nicht komplett durchgetrocknet.

Andererseits hat mir der gute Mr. Super Clear auch schon einmal vollkommen trockene Decals, die schon mehrere Tage drauf waren, abgelöst und verschrumpelt. Auf wasserlöslicher Acrylfarbe komme ich damit sehr gut zurecht, mit etwas Vorsicht gibt es eine glasklare und hauchdünne Schicht sowie eine hochglänzende Oberfläche. Auf Decals nehme ich ihn ohnehin nicht mehr, auf Enamels ohne eine ausführliche Testreihe werde ich auch erstmal darauf verzichten. ;)

Viele Grüße, Christian

giftmischer

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F-16A Fighting Falcon "Black Knights" (1:48 von Hasegawa)
« Antwort #7 am: 11. Mai 2007, 16:59:11 »
Immer wieder ein Genuß, sich diese tollen farbenfrohen Jets bei Dir anzuschauen  :respekt:  Und mach Dir nichts draus wegen dem kleinen Farblapsus, meine Modelle haben auch immer irgendwas an sich, was nicht 100 % ist, das ist schließlich alles "handgemacht". Man lernt immer was dazu.

Hobbybastler

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F-16A Fighting Falcon "Black Knights" (1:48 von Hasegawa)
« Antwort #8 am: 12. Mai 2007, 21:27:37 »
Zitat
Original von giftmischer
Und mach Dir nichts draus wegen dem kleinen Farblapsus, meine Modelle haben auch immer irgendwas an sich, was nicht 100 % ist, das ist schließlich alles "handgemacht".


100 % perfekte Modell gibt´s bei mir ohnehin nicht, irgendwas ist immer. :)

Vielleicht sollte ich noch dazu sagen, dass die F-16 für mich fast schon eine Art Trauma-Flugzeug darstellt. Schon in meiner ersten Modellbauphase als Jugendlicher bin ich regelmäßig an diesem Muster gescheitert, und auch aktuell habe ich mich schon vor dieser Viper an zwei anderen versucht. Beides erfolglos, und wenn irgendwann bei einem Bausatz ein Punkt erreicht ist, an dem ich keine Chancen auf ein halbwegs ansprechendes Ergebnis mehr sehe, dann wird er als Lehrgeld abgeschrieben und nach Abbau aller noch irgendwie verwendbaren Teile in die Tonne getreten. ;)

Zwischendurch war ich bei diesem Modell auch fast soweit, wobei ich mich mehr über den nahezu unsichtbaren Schaden an der Schubdüse als über die missratene Lackierung geärgert habe. Eigentlich habe ich nur weiter gemacht, um endlich mal eine F-16 fertig zu bekommen. Nun macht sich das gute Stück allerdings doch ziemlich gut auf dem Regal, daher habe ich den kunstfliegenden Falken schon in´s Herz geschlossen. :kuss: :D

Bis dann, Christian

roman

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F-16A Fighting Falcon "Black Knights" (1:48 von Hasegawa)
« Antwort #9 am: 24. Mai 2007, 22:00:07 »
Wers nicht kann sollte es lassen und außerdem ..Singapur? Dachte mir die fliegen noch mit besen herum.

Wolf

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F-16A Fighting Falcon "Black Knights" (1:48 von Hasegawa)
« Antwort #10 am: 25. Mai 2007, 09:14:10 »
@hobbybastler: interessante und farbenfrohe Variante!

Zu den graunen Farbbreichen: Ich würde entlang der Linie zur weißen Farbe hin mit Tamiyatape abkleben, um diese Bereich zu schützen, und dann das grau abschleifen und neu lackieren.
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Dannebrog

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F-16A Fighting Falcon "Black Knights" (1:48 von Hasegawa)
« Antwort #11 am: 25. Mai 2007, 09:22:23 »
Schöne Sonderlackierung! Hatte von den "Black Knights" noch nie was gehört.  :P
Mit besten Empfehlungen vom Mike!
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Hobbybastler

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Re: F-16A Fighting Falcon "Black Knights" (1:48 von Hasegawa)
« Antwort #12 am: 19. Februar 2008, 14:11:20 »
Hallo!

Bei Stern-Online gibt´s gerade eine schöne Bilderserie zu den Black Knights:

http://www.stern.de/computer-technik/technik/611573.html?

Nach ein paar Jahren Pause sind die inzwischen komplett auf die F-16 umgestiegen, und haben dabei offensichtlich auch auf C-Modelle umgestellt.

Viele Grüße, Christian