Autor Thema:  The Pirate Ship 1660-1730  (Gelesen 2244 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

modellbau.fan

  • Gast
The Pirate Ship 1660-1730
« am: 14. April 2008, 11:23:06 »

The Pirate Ship 1660-1730    


Titel:  The Pirate Ship 1660-1730
Autor:  Angus Konstam und Tony Bryan
ISBN:   84176 497 3
Format:   18,4 x 24,8 cm
Sprache:   Englisch
Preis ca. :  11,99 EUR
Bezugsquelle: amazon.de





Beschreibung:  

Seit der Mensch zur See fährt gibt es neben dem Seehandel und Seekrieg auch die Piraterie. Die Faszination unabhängig vom gesellschaftlichen Stand unermessliche Reichtümer in einem rechtsfreien Raum zu erlangen spiegelt sich in sehr vielen Büchern der Belletristik wieder. Damit verbunden sind die Namen und Taten aus dem "Goldenen Zeitalter der Piraterie" von beispielsweise Bartholomew Roberts, Stede Bonnet und Edward Teach. Was aber immer vernachlässigt wird sind die dabei genutzen Schiffe.

Dieses Defizit möchte dieses Buch lösen. Angefangen von der Betrachtung, welches ist der ideale Schiffstyp hinsichtlich Größe, Takelung, Handling etc. zur Piraterie bis zur Rekonstruktion der Schiffstypen der oben angesprochenen Piraten auf Basis der von aktuellen archäologischen Erkenntnissen ist Inhalt dieses Buches. Illustriert mit zeitgenössischen Bildern ist es eine interessante Nebenlektüre zu historischen Schiffsplänen und -dokumentationen.


Das Buch gliedert sich in die folgenden Kapitel:

I.     Introduction
II.    The design of the ideal pirate ship
III.   The origins of the pirate ships
IV.   The conversion of a prize
V.    Small private vessels
VI.   Pirate Flagships
VII.  The pirate ship in action
VIII. Glossary
IX.   Bibliography
X.    Colour plate commentary
XI.   Index


Hier einmal ein paar Einblicke:







Fazit:  

Ein interessanter Einblick in ein bisher nicht fachlich detailliertes Themengebiet. Interessant dabei ist, dass gerade Schiffe aus holländischen Werften - Fleuten und Pinasschiffe - als ideale Piratenschiffe analysiert worden. Daneben sind auch Felunken, Sloops, Brigantinen und weitere kleinere Schiffstypen betrachtet worden.


+ ein seltenes Fachthema aus der historischen Seefahrt
+ fundiertes Quellmaterial (inkl. Quellenangabe)
+ ausgewogenes Verhältnis zwischen Text und Bebilderung

- in englischer Sprache

Marcus.K.

  • MB Star
  • ****
  • Beiträge: 1001
  • Hunderttausend heulende und jaulende Höllenhunde!
Re: The Pirate Ship 1660-1730
« Antwort #1 am: 14. April 2008, 11:52:40 »
Ah ja, das hatte ich auch schon mal in der Hand! Sehr spannend .. und schwer es wieder weg zu legen.

Aber nach diesen Hinweis - danke dafür! - werde ich es mal in meine Wunschliste eingliedern.

Vielen Dank für die Vorstellung!!!  :klatsch:

hwe

  • MB Gigant
  • *****
  • Beiträge: 2210
  • I'm sailing...
    • www.ModellbauKunst.de
Re: The Pirate Ship 1660-1730
« Antwort #2 am: 17. April 2008, 01:05:53 »
Hmmmm...

Ich weiss nicht. - Ob es jemals "DAS" Piratenschiff gegeben hat?

Sicher hat es in jeder Zeit und in jeder Gegend Schiffe gegeben, die besser für piratische Zwecke geeignet waren, als andere.

Aber das hängt eben von den jeweiligen Umständen ab. - Dann kann man diese Schiffstypen feststellen und auch vorstellen.

Aber unterm Strich wird man feststellen, dass Piratenschiffe nichts anderes waren, als ganz normale Schiffe, die vielleicht
einigen Modifikationen durch die "neuen Eigner" unterworfen waren. - Nachdem die Piraten aber sicher keine Logbucheinträge,
oder Rechnungen in normalen Werften hinterlassen haben dürften, wird es extrem schwer sein, diese Änderungen korrekt
nachzuvolziehen.

Ich glaube daher, dass es kaum ein sinnvolles Buch über Piratenschiffe geben kann. - Alles Mutmaßungen, glaube ich.

Von daher bin ich nicht wirklich vom Sinn des Buches überzeugt. - Trotzdem: Sicher eine interessante Lektüre.

Ciao,

HWE
:mariinee:

modellbau.fan

  • Gast
Re: The Pirate Ship 1660-1730
« Antwort #3 am: 20. April 2008, 22:43:20 »
Hallo HWE,
hoffentlich habe ich nicht suggeriert, dass in dem Buch "DAS" Piratenschiff bzw. das für Piraterie speziell modifizierte Schiff beschrieben wurde ...
Vielmehr geht es darum, warum der eine oder andere Schiffstyp für diese Tätigkeit eher genutzt wurde. Beispielsweise ein Linienschiff oder auch eine größere Fregatte bedingte ja zum reibungslosen Betrieb eine widerspruchsfreie Dienstordnung und damit waren diese in einer Piraten-'Community' nicht so gut verwendbar... Ist nur ein Beispiel der beschriebenen theoretischen Betrachtungsmöglichkeiten.
CU modellbau.fan  :winken:

hwe

  • MB Gigant
  • *****
  • Beiträge: 2210
  • I'm sailing...
    • www.ModellbauKunst.de
Re: The Pirate Ship 1660-1730
« Antwort #4 am: 22. April 2008, 21:03:42 »
Hallo Modellbau.fan,

Hallo HWE,
hoffentlich habe ich nicht suggeriert, dass in dem Buch "DAS" Piratenschiff bzw. das für Piraterie speziell modifizierte Schiff beschrieben wurde ...
Nein, DU hast das nicht suggeriert, sondern der Buchtitel suggeriert es. ;)
Zitat
Vielmehr geht es darum, warum der eine oder andere Schiffstyp für diese Tätigkeit eher genutzt wurde. Beispielsweise ein Linienschiff oder auch eine größere Fregatte bedingte ja zum reibungslosen Betrieb eine widerspruchsfreie Dienstordnung und damit waren diese in einer Piraten-'Community' nicht so gut verwendbar... Ist nur ein Beispiel der beschriebenen theoretischen Betrachtungsmöglichkeiten.
CU modellbau.fan  :winken:
Piratenschiffe haben im wesentlichen folgende Aufgaben (ist immer das gleiche mit den "Brüdern"):

- sie müssen schnell sein (früher: kleine schnelle Kutter, heute: Speedboote)
- sie müssen relativ klein sein (damit man sie leichter verstecken kann)
- sie müssen trotzdem relativ viel Platz für die Mannschaft bieten (schließlich will man ja hinterher mit zwei Schiffen weiter fahren...)

Große Linienschiffe und selbst Fregatten passen da nur schwer rein. - So ein Linienschiff ist eine kleine schwimmende Stadt und braucht auch
entsprechend viel Versorgungmöglichkeiten. - Einen tiefen und großen Hafen.

Kleine Fregatten würde vielleicht gerade noch so gehen. - Aber eine große Fregatte, wie die Constitution... - Najaaaa, als Kaperschiff vielleicht.

Die Piraten waren ja oft vor ihrem Leben als Pirat durchaus auch auf Schiffen der einen oder anderen Kriegsmarine gefahren. - Ich denke, von
der Seemannschaft her, hätten die wohl auch ein größeres Schiff fahren können. - Es war eher nur zu unpraktisch. - Außerdem ruft ein starker
Gegner (Pirat) schnell auch stärkere "Abhilfe" herbei. - Ein kleines Piratenschiff, das nur ab und zu mal ein kleines ziviles Schiff wegnimmt: Wen stört's?

Hätten die Piraten dagegen einen 74-Kanonen Zweidecker, mit dem im Nahkampf (weil massiv überbesetzt) selbst ein 100 Kanonen-Schiff Probleme hätte,
würde das sofort den Einsatz einer kleinen Flotte, die sicher aus zwei oder mehr 74ern bestanden hätte, geradzu herausgefordert haben.

Aber ich glaube auch, dass man das eine oder interessante Detail schon aus dem Buch erfahren kann.

Ciao,

HWE
:mariinee:

McCool

  • MB Experte
  • **
  • Beiträge: 391
    • Line of Battle - Seekrieg gegen Napoleon
Re: The Pirate Ship 1660-1730
« Antwort #5 am: 25. April 2008, 17:15:05 »
Danke für die Buchvorstellung! Interessant finde ich das Thema an sich schon; nur wirkt der Titel wirklich so etwas merkwürdig, als habe es zweckgebaute Piratenschiffe gegeben.  :3: Oder hat es? Immerhin gab es zweckgebaute Freibeuter. Aber ein Pirat erbeutete wohl meist keine Freibeuter sondern "Handelsschiffe". Der Ansatz müßte wohl sein, schlicht und einfach nachzuschauen, was denn die berühmten karibischen Piraten (um die es in dem Buch ja wohl geht) tatsächlich für Schiffe benutzten, bzw. ob sich herausfinden läßt, welche Typen das waren.
Ein Schiff Blackbeards war Queen Anne's Revenge, die man im Netz als "Fleute" bezeichnet findet, ein ehemaliges Sklavenschiff.
Ein Modellbild gibts hier - http://www.qaronline.org/archaeology/arcintro.htm Das Wrack wurde endeckt und identifiziert, inwieweit man seine Bauweise tatsächlich rekonstruieren kann, weiß ich aber nicht.

HWB

  • MB Star
  • ****
  • Beiträge: 767
Re: The Pirate Ship 1660-1730
« Antwort #6 am: 27. April 2008, 11:37:37 »
So mancher Freibeuter wurde wohl nach Friedensschluß zum Piraten. Aber überwiegend dürfte es sich bei einem Piratenschiff nicht um die großen imposanten Dreimaster gehandelt haben. Für dieses Handwerk brauchte man eher kleine wendige Schiffe, mit denen man sich auch mal in flache Gewässer zurückziehen konnte.
DAs typische Piratenschiff muß man wohl in der zeitgenössischen Handelsmarine und bei der Küstenschiffahrt suchen. Lokale Schiffstypen der Karibik kommen da sicher in Frage. Bei Chapman ist doch eine Bermuda Slup abgebildet. So darf man sich wohl ein typisches Piratenschiff um 1720 vorstellen.

Edward Teach oder Bartholomew Roberts hatten es freilich auch zu Dreimastern bzw. richtigen keinen Flotten geschafft. Die Anzahl der Geschütze mag hier irreführend sein, da es sich wohl eher um kleinere Kaliber handelte. Eine von Roberts Royal Fortunes (er benannte wohl alle seine "Flaggschiffe" so) brachte es auf rund 40 Geschütze und soll sogar ein ehemaliges französisches Kriegsschiff gewesen sein.

 :winken:
Holger

Im Bau: holländische Fregatte "Wapen van Edam" von 1644

In Planung:
HMS Royal Katherine 1664 Eendracht 1654