Autor Thema: Flugzeuge Mitsubishi A6M5 "Zero-Fighter", Tamiya, 1/72  (Gelesen 5569 mal)

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Spritti Mattlack

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Flugzeuge Mitsubishi A6M5 "Zero-Fighter", Tamiya, 1/72
« am: 23. Juni 2012, 16:55:35 »
Jetzt ist es fertig. Mein „Zwischendurch Projekt“. Gestartet am 20 April, abgeschlossen am 23. Juni. Hat zwar länger gedauert als eigentlich geplant aber für meine Verhältnisse eigentlich wirklich ein Schnellschuss.

Die „Zutaten“ wurden auch bewusst dahingehend ausgewählt, das Bautempo zu beschleunigen. Qualitativ hochwertiger Schüttelbausatz, der auch ohne Zurüstteile ein solides Ergebnis erwarten lässt. Der Bausatz ist Spitzenklasse und absolut anfängergeeignet. Die Decals decken gut sind aber relativ dick. Daher lassen sie sich auch nur mit sanfter Gewalt in die Gravuren pressen. Dafür ist die Deckkraft über jeden Zweifel erhaben. Die Hinomarus sind verdruckt, der äußere Ring ist ungleichmäßig. Deswegen und weil es eigentlich recht einfach ist, sind die Hino´s an meiner Zero lackiert. Kein Problem also mit den Gravuren. ;) 

Die Zero sollte einmal Gelegenheit zum „Austoben“ werden. „Austoben“ was die Lackierung angeht. Die Lackabplatzer waren zunächst wesentlich umfangreicher geplant, da ich aber zwischenzeitlich erfuhr, das die Lackqualität der A6M5 so schlecht gar nicht war, bremste ich mich selbst wieder ein wenig ein und reduzierte die Anzahl der Lackabplatzer. Eine stark verwitterte Oberfläche sollte es aber trotzdem werden. Und ist es dann auch.

Will an dieser Stelle auch einmal erwähnen, dass ich wieder etliche kleine Missgeschicke verursacht habe. Das reicht von aus dem Farbbecher über das Modell tropfenden Mattlack (während des Airbrushens) über Fingerabdrücke auf dem relativ frischen Gunze-Lack bis zu einem Sturz des Modells vom Schreibtisch.
Heute habe ich dann abschließend ein paar Fotos geknipst.














Und soviel dann zum Thema, man sieht später nichts mehr vom Cockpit!  ;) :D




Ulf  :winken:


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cookiemonster

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Re: Mitsubishi A6M5 "Zero-Fighter", Tamiya, 1/72
« Antwort #1 am: 23. Juni 2012, 17:10:24 »
 8o Mir fällt ncihts ein auser Genial.
Wunderschön  8o

fellfrosch79

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Re: Mitsubishi A6M5 "Zero-Fighter", Tamiya, 1/72
« Antwort #2 am: 23. Juni 2012, 17:16:36 »
Moin,

kaum zu glauben, dass DAS 1:72 ist :respekt:

Wirkich ein Top Ergebniss. Da kann man eigentlich nicht mehr zu sagen :P

Eine ganz klitzekleine Kleinigkeit (und jetzt betreibe ich wirklich Gottelästerung):
Die Reifen hätten m.E. ein bisschen Schmutz vertragen können. Obwohl, ist das ein Trägerflugzeug? dann brauchts das nicht...
Das völlige Fehlen jeglicher Abgasfahnen wirkt bei so einem "abgeflogenem" Flugzeug auf den ersten Blick etwas komisch. Aber Du erwähntest ja bereits an anderer Stelle das Dein konkretes Vorbild auch keine aufweist. Ich persönlich hätte mir die künstlerische Freiheit herausgenommen und dieses Detail ganz leicht angedeutet. Wäre evtl. das I-Tüpfelchen gewesen.

Aber wie gesagt: Top! Einen echten Mattlack haben wir hier schon ewig nicht mehr gesehen :klatsch:

:winken:

Btw. Schönen Dank! JETZT weiss ich was Du meinst und Du bist jetzt an meinem Rappel schuld...
Einer der mehr Ahnung hatte als ich sagte mal: Manchmal verspeist man den Bären, und manchmal wird man eben vom Bären verspeist.

Minikette

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Re: Mitsubishi A6M5 "Zero-Fighter", Tamiya, 1/72
« Antwort #3 am: 23. Juni 2012, 17:22:41 »
Sehr schöne Zero, Spritti. Die verwitterte grüne Oberfläche sieht sehr ansprechend aus. Die lackierten Hinomarus fügen sich harmonisch in die Lackierung ein, das war, auf jeden Fall, die richtige Entscheidung.  Erzähl ruhig noch ein wenig mehr über die Technik des Lackabblätterns mittels Zahnpasta. Mich würde da schon interessieren wie Du das Zeug aufgebracht hast, vor allen Dingen bei grösseren Abplatzern.

Gruss Ralf

Spritti Mattlack

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Re: Mitsubishi A6M5 "Zero-Fighter", Tamiya, 1/72
« Antwort #4 am: 23. Juni 2012, 17:57:57 »
Danke Jungens!

Nein FF, das ist kein Trägerflugzeug. An den Reifen hätte man vielleicht was machen können. Ich find´s aber so ok. Genauso wie die Abgasfahne. Da fehlen dann auch einfach die Vorbilder. Die Gefahr etwas unrealistisch darzustellen, was eh schon unrealistisch ist, ist mir einfach zu groß. ;) Und zu kompliziert. Aber ich verstehe schon, was Du meinst. Ich denke aber, wenn Du Dich ein wenig mit dem Muster beschäftigt hättest (ein wenig, bedeutet hier wirklich ein wenig, so wie ich.) hättest auch Du keine Abgasrückstände hingemalt wo eigentlich keine zu erkennen sind.

Was mich da mehr stört sind die fehlenden Abplatzer am Spinner. An den Propellerblättern recht massiv aber am Spinner gar nüscht???? Bleibt aber jetzt so.

Ja Ralf. Stimmt, hatte ich ja versprochen.

Die Lackabplatzer habe ich nach einer Methode, beschrieben von Stift Royal, realisiert.

Dazu erst einmal die betreffenden Teile wieder mit dem später sichtbar werden sollenden Metallton eingesprüht. Um den Silberton ein wenig variieren zu lassen erfolgte dann ein ungleichmäßiges Übersprühen mit Tamiya-Smoke. Praktisch ein Abtönen mit einem lasierenden graubraun. Ich habe hier die Gunze Supermetallic-Töne verwendet (Alu), die bei mir nur widerwillig aus der Pistole spratzeln. Lieber mit einem recht hellen Ton beginnen, variieren und abdunkeln kann man später noch zur Genüge. Die Gunze-Metallics sind soweit ich weiß sogenannte Laqueur (was auch immer das jetzt genau ist?)  basierende Farben, also nicht wasserlöslich. Das ist wichtig, ansonsten einen entsprechenden Klarlack über die metallfarbene Lackschicht legen.

Jetzt kommt der Trick. Zahnpasta, ich habe hier "Paroex Sunstar Gum" verwendet ;)  mit einem entsprechend zurechtgeschnittenen Stück Haushaltsschwamm aufgenommen und in kleinen Mengen auf die Metallfarbe aufgetupft. Du kannst davon ausgehen, dass die Abplatzer später größer werden, als die Zahnpastaflecken die Du auftupfst.

Acrylfarbe rüber und nach ca. einer Stunde mit einem feuchten Wattestäbchen ( ich  habe hier "Shisara-Face" verwendet, die fusseln wie Sau :D ) über die vorher mit Zahnpasta versehenen Stellen reiben. Dadurch löst Du Farbe und Zahnpasta und erweiterst die Flächen in die Richtung in die Du das Wattestäbchen ziehst/schiebst. Mehr Druck erzeugt selbstverständlich auch mehr Abrieb. Einmal gemacht und Du verstehst sofort was ich meine. Geht einfach und gut.

Ulf :winken:





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matz

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Re: Mitsubishi A6M5 "Zero-Fighter", Tamiya, 1/72
« Antwort #5 am: 23. Juni 2012, 18:00:52 »
WOW, ganz toll Deine "Zecke". Die Farbgebung wirkt sehr harmonisch und auch die Alterungsspuren sind nicht zu heftig. Hast Du die Zahnpasta mittels Bürste "aufgesprenkelt" ? Die Abplatzer wirken auf jeden Fall sehr realistisch.
Warum aber so gar keine Abgasspuren sichtbar sind ist mir ein Rätsel  :rolleyes:
Auf jeden Fall mal wieder ein Referenzprodukt aus dem Hause Mattlack  :klatsch:

matz

EDIT: Frage zwischenzeitlich beantwortet, warst schneller....
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Angel

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Re: Mitsubishi A6M5 "Zero-Fighter", Tamiya, 1/72
« Antwort #6 am: 23. Juni 2012, 18:03:07 »
Dafür das die Zero nicht mein Ding ist, gefällt mir dein Ergebnis richtig gut.  :klatsch:
Gruß André

Russfinger

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Re: Mitsubishi A6M5 "Zero-Fighter", Tamiya, 1/72
« Antwort #7 am: 23. Juni 2012, 18:09:35 »
Danke fürs Zeigen!
Wirklich Spitze! Wäre Dennis nicht in derselben Stadt zugange, hätte ich sogar gesagt "Einsame Spitze".  ;)
Ansonsten schließ ich mich eins zu eins den Ausführungen von Ralf an.

 :winken:

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Pacific Strafer

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Re: Mitsubishi A6M5 "Zero-Fighter", Tamiya, 1/72
« Antwort #8 am: 23. Juni 2012, 18:31:55 »
Ulf, wirklich ganz hervorragend. Das was ich sehe gefällt mir ausserordenlich gut, dazu tolle Bilder (...sach ma was dazu, wie gemacht...). Toll!  :P

Pit  :winken:
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Re: Mitsubishi A6M5 "Zero-Fighter", Tamiya, 1/72
« Antwort #9 am: 23. Juni 2012, 18:38:47 »
Danke für die Erklärung, Spritti. Gerade diese etwas grösseren Fehlstellen gefallen mir ausserordentlich (vorne am Tank, linke Seite Motorhaube). Das Modell ist eine tolle Referenz!! Diesen, wie auch alle anderen Effekte, kontrolliert zu realisieren ist gerade auf kleinen Flächen immer etwas anspruchsvoll, schnell sieht etwas übertrieben aus. Ich geh jetzt üben, wenn das nicht klappt, machen wir einen Lackabplatzer Thread auf :D. Kompliment noch mal für ein klasse Modell.

Gruss Ralf

P.S. Man könnte schon fast von einer "BerlinConnection" reden :D. Da kommen, in letzter Zeit, tolle Sachen zu Tage.

MiG-Fan

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Re: Mitsubishi A6M5 "Zero-Fighter", Tamiya, 1/72
« Antwort #10 am: 23. Juni 2012, 18:40:44 »
Hi,

eine sehr schöne Zero zeigst du uns da. Sauber gebaut, gut lackiert und nicht übertrieben gealtert. Vor allem das sowas, wie das schöne Cockpit im Maßstab 1/72,möglich ist finde ich toll. Eine wirklich überzeugende Arbeit.

Gruß

Uwe

Alex

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Re: Mitsubishi A6M5 "Zero-Fighter", Tamiya, 1/72
« Antwort #11 am: 23. Juni 2012, 19:08:33 »
phantastisch geworden! Sehr nuancierte Bemalung, die leicht andere Farbe der Querruder ist der Hammer.

Alex
Hier ist mein Portfolio, und hier meine weiteren Berichte (<-- Upgedated am 20.9.2015)
Finisher des Phantom-, Viermot-, Matchbox- und Artillerie-Groupbuilds, sowie des Bierdeckels-, Panzer-, Oldtimer- und OOB-Contests!

Spritti Mattlack

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Re: Mitsubishi A6M5 "Zero-Fighter", Tamiya, 1/72
« Antwort #12 am: 23. Juni 2012, 19:12:12 »
"nicht übertrieben gealtert"........   der schönste Satz des Tages! :D   bisher... ;)

Tja Ralf, wie recht Du hast. Auch hier habe ich zum Glück noch etwas retten können. Zwischenzeitlich sah da einiges anders aus. Aber da hilft eben nichts mehr als Erfahrung. Ich versuche dranzubleiben.

@Pit.  Zu den Fotos:

Equipment ist eine Canon 450 D mit EF 24-105 aus der L-Serie (eine wirklich tolle Allround-Optik). Das Ganze natürlich auf einem Stativ und ins Fotozelt reingeknipst. Außerhalb des Fotozeltes dann drei 150 Watt Tageslichtlampen(links, rechts und oben). Fotografiert dann im manuellen Modus, Blende auf 22 und Brennweite bei den meisten Fotos die vollen 105mm. Gerade die Wahl des manuellen Modus halte ich für wirklich gewinnbringend. Die Beleuchtung muss zwar natürlich vorhanden sein, ist aber eigentlich zweitrangig.

Den wirklichen Gewinn bringt die obligatorische Nachbearbeitung am PC. Mit Adobe Lightroom (in der aktuellen Version mittlerweile für unter unter Eur 100,- zu haben) mache ich einen manuellen Weißabgleich (Graukarte in eine der "Kompositionen" gelegt und den hierdrauf ausgeführten Abgleich auf alle anderen Bilder der Serie übernommen), Größenverhältnis von 4:3 ( Später 1024 : 768) zugeschnitten und bei hellen Motiven (so wie hier) ein wenig die Belichtung zurückgedreht. Beim Import in Lightroom automatisch ein zuvor erstelltes Kameraprofil (für die Kombi Kamera/Objektiv zuvor erstellt) angwendet. Das korrigiert die Farben. Du kannst also davon ausgehen, Du siehst hier das gleiche wie ich auf meinem Tisch, sofern Du einen kalibrierten Monitor hast! ;) :D

Die so vorbereiteten Bilder nun in Photoshop importiert und auf eine Abmessung von 1024 x 768 pixel reduziert. Dann läuft immer ein Rauschflter drüber. Nachgeschärft und als jpg mit einer Dateigröße von höchstens 150 kb gespeichert.

Das war`s. Hört sich erst einmal vielleicht komplex an. Ist aber ein Vorgang der sich im Laufe der Zeit bewährt hat und soweit möglich auch automatisiert ist.

Ich empfehle Adobe Lightroom wirklich jeden halbwegs interessierten. Ein klasse Programm, umfangreich in den Möglichkeiten und mittlerweile zu einem wirklich erschwinglichen Preis zu haben.

Ulf :winken:
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Spritti Mattlack

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Re: Mitsubishi A6M5 "Zero-Fighter", Tamiya, 1/72
« Antwort #13 am: 23. Juni 2012, 19:13:46 »
Danke Alex

Übrigens! gelbe Ölfarbe!
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tsurugi

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Re: Mitsubishi A6M5 "Zero-Fighter", Tamiya, 1/72
« Antwort #14 am: 23. Juni 2012, 19:18:12 »
Klasse Deine Zero !
Sehr schön anzusehen.