Autor Thema: Flugzeuge Supermarine Spitfire Mk Vc / KP-Models - 1/72 Art.Nr. KPM0124  (Gelesen 481 mal)

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mhase

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Flugzeuge Supermarine Spitfire Mk Vc / KP-Models - 1/72 Art.Nr. KPM0124
« am: 10. Februar 2019, 14:27:00 »
Supermarine Spitfire Mk. Vc „Alliied Fighters“ 
 


Modell: : Supermarine Spitfire Mk. Vc
Hersteller:  Kovozávody Prostejov (KP)
Maßstab:   1/72
Art. Nr. : : KPM0124
Preis ca. :  ca.14,- - 15,- EUR


 



Zum Vorbild:

Ab 1941 ersetzte die leistungsgesteigerte Mk. V die bisher im Einsatz befindlichen Baureihen Mk. I und II in den Jagdgeschwadern der RAF. Kurzzeitig konnte mit der Mk. Vb auch die Vorherrschaft der deutschen FW 190 an der Kanalküste ausgeglichen und entsprechende Erfolge erzielt werden
Die Mk. Vc kam ab Ende 1941 zu den Einheiten und wurde vornehmlich ab 1942 in Nordafrika, Malta und im Fernen Osten bei RAF, SAAF und RAAF eingesetzt. Ein Großteil der nach Übersee gelieferten Spitfires waren Mk Vc(T) mit Tropenfiltern.
Nach und nach kamen dann ab Ende 1942 die aus den Mk V hervorgegangenen Mk. X in den diversen Baureihen zum Einsatz.

Zunächst als Interimslösung gedacht erzielten alliierte Piloten vornehmlich mit den Vc große Erfolge bei der Verteidigung Maltas, in Nordafrika und auch in Südostasien. Oftmals wurden hier die beiden äußeren Kanonen aus Gewichtsgründen weggelassen.



Zum Modell:

AZ/KP hat sich ja mit den letzten Bausätzen durchaus zwischen Licht und Schatten bewegt und bei der Umsetzung der Projekte nicht immer ein glückliches Händchen bewiesen. Hier allerdings bewegt sich der Hersteller wieder mal – nicht weil es schon wieder eine Spitfire ist – etwas auf der helleren Seite der Macht.

Auf Basis des bereits bekannten und gut gemachten Bausatzes der Mk Vb hat AZ/KP nunmehr auch die letzte landgestützte Baureihe dieses Typs in den Handel gebracht. Der sicher nicht nur Pate stehende Sword-Kit des gleichen Typs kann daher nunmehr getrost in den Ruhestand geschickt werden.

 

Der Bausatz kommt, wie nicht nur bei bei AZ/KP üblich, in der wenig nützlichen, seitlich zu öffnenden Schachtel. Enthalten sind Bauplan, Decalsatz und drei in Klarsichtfolie verpackten, grau gespritzten Rahmen, dazu zusätzlich extra verpackt eine Klarsichtkanzel und GM-2 Reflexvisier in durchsichtigem Kunststoff.
Wie bei AZ/KP üblich, wird der Bau einer von mehreren Alternativmarierungen aus einem Bausatz ermöglicht, hier eine von  drei Maschinen tschechischer bzw. polnischer Piloten der RAF, weitere Alternativen werden sicher folgen.
Der mehrfarbige, DIN A5-große Bauplan ist übersichtlich und leicht verständlich, die nicht benötigten Teile für diese Variante sind rot ausgestrichen. Dennoch empfiehlt sich bei den Bausätzen dieses Herstellers durchaus etwas „Hintergrund- und Vorbildrecherche".


Der Bauplan:

 


Die beiden bekannten Grundspritzlinge:

 

 

 

Vokes- und Aboukir-Tropenfilter, drei verschiedene Propellertypen, dazu die beiden long-range-ferry-tanks lassen und Räder mit und ohne Verkleidungen der Felgen lassen sicher auf weitere Ausführungen, z. Bpl. RAAF. SAAF und DAF schließen.


Für die Mk. Vc kommt zusätzlich ein Spritzling mit neuem Tragflügel, verschiedenen Kanonenläufen und Abdeckstopfen, dazu Auspuffstutzen mit sechs Auslässen. Damit lässt sich die gesamte Baureihe Vb-Vc darstellen.

 

Für ganz Genaue:

1.
die Nietenreihen auf der Abdeckung der Kanonen ist falsch, hier wurden einfach zu viele Nieten anstelle der Dzus-Fastener dargestellt.

2.
Für den Bau einer mit zwei Kanonen pro Flügel ausgestatteten Mk. Vc ist der zweite Hülsenauswurf je Flügel aufzuschneiden.

3.
Positionslampen an den Flügelaussenseiten fehlen leider völlig

4.
Leider ist auch die Positionslampe im Flügelunterteil integriert und muss neu selbst erstellt werden.

Aber:
Der Vorteil zum Vb-Flügel ist, dass Steuerflächen und Flaps nicht einteilig an Ober- bzw. Unterseite angebracht sind, sondern je Bauteil separat ausgeschnitten werden können. Das ist gerade bei den oben und unten unterschiedlich breiten Querrudern sehr hilfreich. Das wirkt bei Ausstellungmodellen sicher etwas dynamischer als wenn alle Flächen einfach nur gerade stehen.


Hier ein paar Eindrücke von der guten Gußqualität der grauen Spritzlinge

 

 

 

 

Die Inneneinrichtung passt und lässt sich bereits so auch ohne viel Ätzteilgedöns gut mit entsprechender Farbgebung darstellen. Insgesamt lässt sich da sicher was - besonders bei geschlossener Kanzel - Stimmiges bauen. Die Probepassungen deuten auf alle Fälle darauf hin.


Die Glasteile:

 

Das GM-2 Visier ist i. O., die Haube doch etwas „robust“. Die Schlieren sind nicht von Nikon und Co.


Die baubaren Varianten:

 


 Die Decals – ok aber mit den Rottönen hadere ich immer noch (die sind hier deutlich dunkler abgebildet als im Bausatz):

 

Die Gurte ersetzt man besser durch andere Produkte. Hier findet der Detailfan sicher in der eigenen Ersatzteilkiste Ersatz…


Mit knapp 15,- Euro sicher kein günstiger Kit, demenstprechend setze ich die Meßlatte höher als bei Standard-Short-Run Kits. Da sehe ich, insbesondere bei Details und Recherche noch Luft nach oben.

Ja, sicher auch ooB bau- und lackierbar, mit etwas „Zuspruch“ kann daraus aber ein Schmuckstück werden.

NB :  Ich würde mir aber grundsätzlich nach heutigem Standard  getrennte Steuerflächen wünschen, was aber offensichtlich immer noch bei allen Herstellern keine Resonanz findet. Da ist AZ/KP sicher nicht allein.

 
Fazit:

+ Vorbildauswahl
+ Gußqualität
+ Gravuren

- hoher Preis
- Decals – Farben teilweise fragwürdig
- Kanzel einteilig und etwas dick
- Flüchtigkeitsfehler bei der Konstruktion des neuen Spritzlings

Gruß

Michael
« Letzte Änderung: 10. Februar 2019, 14:33:53 von mhase »