Autor Thema: Jet Militär Me 163 mit SG500  (Gelesen 4465 mal)

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BAT21

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Jet Militär Me 163 mit SG500
« am: 20. August 2019, 07:23:35 »
Hallo zusammen,

die folgenden Bilder sollen Me 163 zeigen, die in den Tragflächen mit dem SG500 ausgestattet wurden:

https://2.bp.blogspot.com/-a_fmJ1Tf-NM/UYDor_4Z9yI/AAAAAAAAg1k/5NNQJ3C9hdw/s1600/EMD+32007+Me+163B+Komet+SG+500+%27Jagerfaust%27+++(10).jpg
https://1.bp.blogspot.com/-DScidNNYf7Q/UYDosSpRI3I/AAAAAAAAg1s/C8m16sC08bo/s1600/EMD+32007+Me+163B+Komet+SG+500+%27Jagerfaust%27+++(12).jpg

Ist die Maschine im Farbbild in RLM 76,81,82 lackiert?
Oder könnte am Rumpf auch noch die ältere Kombination mit RLM 74 und 75 verwendet worden sein?

Auf welche Staffel lässt die rote Rumpfspitze schließen?

Danke und Grüße
Jens

Wolf

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Re: Me 163 mit SG500
« Antwort #1 am: 20. August 2019, 22:03:00 »
Nach landläufiger Meinung 81/82/76

Rot deutet auf die 2. Staffel einer Gruppe hin, wenn es denn dann bei der 163 dazu diente
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Waschbär

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Re: Me 163 mit SG500
« Antwort #2 am: 20. August 2019, 23:43:59 »
Das wär mir neu das die Me 163 mit Bomben geflogen sein soll.Die Maschine war als reiner Jäger gebaut worden und auch eingesetzt worden.Die hatte doch Flügel aus Holz !!!

Hagewi

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Re: Me 163 mit SG500
« Antwort #3 am: 20. August 2019, 23:53:07 »
SG 500 nicht SC 500, keine Bombe, sondern eine Salvenrakete. Einfach mal dem Link oben folgen.

Diese Versuchsausrüstung ist schon im steinalten Buch von Mano Ziegler erwähnt.
Happy Modelling, Hermann

Skyfox

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Re: Me 163 mit SG500
« Antwort #4 am: 21. August 2019, 09:43:24 »
Moin
Genaugenommen war es eine 50mm Granate, die mit dem SG (Sondergerät) 500 "Jägerfaust" bei Unterfliegen des Zieles mittels Fotozellen ausgelöst wurde.
Das ganze System wurde zwar mit Erfolg getestet, erlangte jedoch nicht mehr Serienstatus.
Hier ein Link zur Erklärung: http://www.deutscheluftwaffe.com/archiv/Dokumente/web/new%20site/frames2/Dokumente.htm

EDIT: Leider ist der Link kein direkter Verweis auf den von mir gemeinten Artikel. Bitte in dem Kasten links auf "S" klicken und dann runterscrollen bis: "SG Sondergeräte der Luftwaffe". Dort in der Liste dann auf "Sondergerät SG 500" klicken.

 :V:
Skyfox
« Letzte Änderung: 22. August 2019, 09:54:30 von Skyfox »
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Skyfox

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Re: Me 163 mit SG500
« Antwort #5 am: 21. August 2019, 09:59:32 »
...und hier *eine Homepage*, auf der diese speziell ausgerüstete Messerschmitt Me 163 näher beschrieben ist (ungefähr ab der Mitte ist von den Schießversuchen die Rede):
https://robdebie.home.xs4all.nl/me163/wh05.htm

Evtl. lässt sich anhand der Vorgeschichte der Maschine "Weiße 05" vom Erprobungskommando 16 die Lackierung etwas nachvollziehen  :1:

Auch auf dieser Seite ist das SG 500 "Jägerfaust" weiter beschrieben:
https://robdebie.home.xs4all.nl/me163/weapons01.htm

 :V:
Skyfox
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Wolf

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Re: Me 163 mit SG500
« Antwort #6 am: 22. August 2019, 11:22:12 »
wobei die 05 anders lackiert war als die Maschine im Farbbild
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BAT21

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Re: Me 163 mit SG500
« Antwort #7 am: 24. August 2019, 09:47:29 »
Danke für die Rückmeldungen.

Bei der Weißen 05 ließen sich jetzt Lackierung und Markierung nachvollziehen.
Aber wo war denn bei der Maschine das SG500 montiert?
Auf den Bildern kann ich keine Löcher wie auf den von mir verlinkten Bildern sehen.
Wenn das Auslösen der Waffen die Cockpithaube beschädigen konnte - waren die Rohre dichter am Rumpf montiert?

Jens :winken:

Abakan

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Re: Me 163 mit SG500
« Antwort #8 am: 24. August 2019, 16:59:48 »
Die waren iirc in den Flächen und wurden durch eine Fotozelle beim Unterfliegen des Zieles ausgelöst.

hakkikt

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Re: Me 163 mit SG500
« Antwort #9 am: 25. August 2019, 16:24:35 »
Irgendwo gibts einen Resinsatz für die Rohre (ich glaube in 1/32), der placiert sie in der Flügelmitte, zwischen Landeklappen und Querruder. Die meisten Quellen halten aber die Flügelwurzel für den logischen Ort. Ein überzeugendes Foto hab ich noch nicht gesehen.

Helge

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Re: Me 163 mit SG500
« Antwort #10 am: 25. August 2019, 18:34:19 »
>>>Irgendwo gibts einen Resinsatz für die Rohre (ich glaube in 1/32), der placiert sie in der Flügelmitte, zwischen Landeklappen und Querruder. Die meisten Quellen halten aber die Flügelwurzel für den logischen Ort. Ein überzeugendes Foto hab ich noch nicht gesehen.<<<


https://www.themodellingnews.com/2013/05/review-eclipse-model-designs-132-me.html

1/32 Me 163B Komet SG 500 'Jagdfaust' von Eclipse Model Design's


und die Bauanleitung von  Eclipse Model Design's als pdf

http://eshop.eclipsemodels.co.uk/WebRoot/BT4/Shops/BT4380/MediaGallery/EMD_32007_Me_163B_Komet_SG_500_Jagerfaust_inst_sht_-_modified.pdf
« Letzte Änderung: 25. August 2019, 18:46:59 von Helge »
Wenn Du denkst es geht nicht mehr, dann .... Dann gib einfach auf!

Russfinger

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Re: Me 163 mit SG500
« Antwort #11 am: 27. August 2019, 09:33:58 »
Moin,

der Thread hat mich inspiriert, das Buch von Wolfgang Späte "Der streng geheime Vogel" einmal durchzulesen. Danke!  :)

Vielleicht OT: durchaus lohnende Lektüre, da hier doch einige Fakten zur Entwicklung und Technik aus erster Hand vermittelt werden. Das Buch von Mano Ziegler gehört eh in jede Bibliothek und ergibt eine interessante Parallel-Lektüre.

Zum Thema:
Wolf hatte wohl Recht mit seiner Vermutung, dass das Rot die zweite Staffel kennzeichnet. Diese war zu Kriegsende in Brands stationiert.

Späte schreibt die grundlegende Entwicklung der Jägerfaust aber einem Nachrichten Offizier seiner Staffel namens Korff zu, der auch entsprechende Patente dafür erhalten hätte, das System hätte den Decknamen "Zossen" genannt wurde es aber Jägerfaust. Produziert wurden sie bei der HASAG.

Es wurden tatsächlich "einige" Me 163 mit Jägerfaust produziert, zum Einsatz kamen sie allerdings wegen Treibstoffmangels nicht mehr.

Es ist kein Infrarot-Mechanismus, sondern eine lichtempfindliche Fotozelle ("Selen") löst die Geschosse aus, sobald sie den Lichtunterschied registriert, der eintritt, wenn man unter einen Bomber fliegt.
Es gibt einen Abschuss mit Jägerfaust, erzielt von Fritz Kelb. Nach Stan der Dinge handelt es sich dabei um eine Halifax einer kanadischen Einheit.

Es ist von fünf Rohren je Seite die Rede. Der Umbausatz weist allerdings nur vier auf, ist von da aus ebenso schleierhaft wie der Einbauort im Flügel.

Den kann ich nicht verifzieren, schließe mich aber dem "educated guess" auf der von Skyfox verlinkten Website an, der die Anlage an der Flügelwurzel verortet.
Das Hauptargument ist schlicht der dort vorhandene Waffenschacht, was ja tatsächlich absolut Sinn ergibt. :D

Demgegenüber steht das fragwürdige Vorgehen, eine Waffenanlage in eine Holzstruktur einzubringen, dann das Ganze zu justieren, was eng am Rumpf sicher einfacher gewesen ist, und schließlich auch noch - durch den Flügel - zu verkabeln!
Wenn die ich Website richtig verstanden habe, war die Jägerfaust rückstoßfrei, lediglich der Explosionsdruck beim gleichzeitigen Auslösen brachte das Problem mit der Kabinenhaube mit sich.
Es wurde dadurch gelöst, dass die Zündung der Patronen nicht gleichzeitig erfolgte, Wimre schreibt das auch Ziegler.

Da die Fotos aus Brandis ja mehrere Bemalungsvarianten zeigen, unter anderem eine 163 in komplett heller Lackierung (vermutet wird hier 76) und überhaupt die Tarnung einige Varianten aufwies, auch hier sei auf die Website verwiesen, kannst Du Dir bei der Lackierung doch ein gewisses Maß an künstlerischer Freiheit heraus nehmen.  ;)

Wünsche viel Spaß und Erfolg beim Bau.

 :winken:

Russie


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Skyfox

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Re: Me 163 mit SG500
« Antwort #12 am: 19. September 2019, 13:42:50 »
Moin

Ich hole das interessante Thema nochmal hervor  8)

Ich mutmaße mittlerweile, das es nicht nur mehrere Me 163 Versuchsmaschinen mit dem SG500 "Jagdfaust" gegeben haben muß,
sondern das auch – bedingt durch die früheren Untersuchungsergebnisse durch die Versuche mit der Focke Wulf 190 – der Einbauort variiert wurde:

Zitat
"...A trial installation was built into a Fw 190, with a barrel in each wing. Lt Hachtel flew the Fw 190 at low altitude under a 2 meter wide fabric banner held by balloons. The banner showed 2 holes in this first test! Two tubes were added, and the second and third test run resulted in 3 and 4 holes respectively. More tubes were added up to a total of eight, resulting in 7 holes. The only problem was the cracking of the canopy due to the blast of the firing tubes..."

Durch die beschriebenen Schäden an der Kabinenverglasung vom rumpfnahen Waffenschacht weg, hin zum Flügeleinbau.
Möglicherweise hat man dann noch im zuge der weiteren Versuche die Rohranzahl reduziert, um wiederum strukturelle Schwächen des (Holz-)flügels zu vermeiden.

Alles nur mutmaßungen, aber in meinen Augen plausibel – ohne weitere Beweise jedoch reine Spekulation... :pffft: 8)
MBSTHH 
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Re: Me 163 mit SG500
« Antwort #13 am: 19. September 2019, 17:19:38 »
Das von mir im Ausgangsposting verlinkte erste Bild zeigt vier Löcher auf der Höhe vom Balkenkreuz.
In der Konfiguration würde ich das dann nachbauen wollen: vier Löcher = 4 Rohre pro Tragfläche.

 :winken: